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Full text of "Fontes rerum Austriacarum. Österreichische Geschichtsquellen. Zweite Abtheilung, Diplomataria et acta"

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FONTES RERll AUSTRUGARUM 



(ESTBRREICmSCHB 6ISGHIGBTS-QUELLEH 



UBRAUSGEGEBBN 



VON I>ER 



HISTORISCHEN COMMISSION 



DER 



KAISERLICHEN AKADEMIE DER WI^ENSCHAFTEN IN WIEN 



ZWEITE ABTHEILÜNG. 
DIPIiOmiATARIA ET ACTA. 

Tm. BAND. 

CODEX TRADITIONUM HONASTRRII GOTTWICENSIS 

CUM DIPLOMATARIO MISCELLO. 




AUS DER KAISERLICH-KÖNIGLICHEN HOP- UNI) STAATSORUCKERBI. 

1885. 



,,^ ^ ßke simUf e:r Codice A. 

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ifUniao operiffeifU.ataC 
tffrdattone.ilietibeUufieimfertp 

\ncifnt Ubfr-fdun-ä 
IC munaptojcfi *fi.«lelll^ hoc 
rvloco i'ddcaaia. ecccecc - 

g)Mۀor"r 

imiumlhidaü CoMcüA. pag. m. faf-' CCCXXIV/J 



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J'ay CoiUor B. 



<> ^ f H I HT ^mvtrfifii- 



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7¥nrlüü JT'CfrMr.-folui Sl. (id.-B. 



DAS 



SAAL -BUCH 



DES 



BENEDICTINER - STIFTES 



G Ö T T W E I G, 



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MIT ERLÄUTERUNGEN 



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EDTEM DIPLOMATISCHEN ANHANOE 



VON 



WILHELM KARLIN, 

MI7&I.1ED DIESES STIFTES. 





WSIEHc 



AUS DER KAISERLICH -KÖMGLICHEN HOF- UND STAATSORUCKBREI. 



18SS. 



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Vorwort. 



Die ptiilosophisch'-historische Clause der kaiserlichen Akademie 
der Wissenschaften hat düe Sammlung uäd Herausgabe 
eines y^Cö'dex diplomäticus Austriae inferioris^ 
beschlossen, und'zUifiesem Zwecke alle Freunde und Forscher 
der TaterlSndischen Geschichte dringend aufgefordert, die bisher 
noch unbekannten, das österreichische K r o n 1 a n d unter der 
Eons betreffenden Urkunden und Acten, deren Benutzung 
ihnen zu Gebote steht, entweder selbst in genauen Abschriften 
und Terlässlichen Auszügen mitzutheilen, oder' wenigstens auf 
ihr Vorhandensein aufmerksam zu machen. Vorzfiglich wurde 
aber von den österreichischen Stiftern und Klostern ' mit Recht 
erwartet, dass sie ihre so reichhaltigen, Terhältnissmassig noch 
wenig bekannten Archirschatze zum Besten der Vaterlands- 
gesehichte ohne Rflckhalt zu Tage fordern und TerÖffentlichen 
werden. 

Das Benedictiüer- Stift Gottweig will dieser Auffor- 
derung gerne' Folge leisten und gleich anderen geistlichen Com- 
nltfAitätän seine wichtigeren urkundlichen 'Documenta der' zur 
Pflege raterländischer Geschichte vöÄ* der' kaiserlichen Aka- 
demie aufgestellten Commission zurTet'fugung' stellen, um den 
gehegten ErwaHun^en so ri^l als möglich zu entsprachen'. 



Fontes. X. 



VI 

Es besitzt unter seinen zahlreichen Archiralien zwei sehr 
alte SaalbQcher — Codices Traditionum — welche ver- 
schiedene Schenkungen, Vermächtnisse, Stiftungen, Kauf- und 
Tauschgeschäfte u. dgL von der Grundungszeit des Stiftes 
durch Bischof Alt mann von Passau im Jahre 1072 bis in 
die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts enthalten. 

Wie wichtig und interessant dergleichen Aufzeichnungen 
nicht blos für das betreffende Gotteshaus, sondern überhaupt 

m 

für die Landesgeschichte sind, wie viel reichen Stoff sie insbe- 
sondere für die alte Topographie und Genealogie enthalten und 
darbieten; welche lehrreiche Notizen und Aufschlüsse über 
die ehemaligen Bewohner des Landes, über Beschaffenheit und 
Bewirthschaftung der Güter, über Rechts-, Besitz- und Dienst- 
verhältnisse , Steuern , Abgaben und sonstige Leistungen der 
Unterthanen u. dgl. mehr sich daraus bei gründlicher und sorg- 
fältiger Benützung entnehmen lassen, haben alle Forscher 
in diesen Fächern längst erkannt und oftmals ausgesprochen. 
Einen vorzüglichen Werth haben in dieser Hinsicht ganz 

gewiss auch dieGöttweiger Saalbücher. Vor Allem dess- 

•* 
halb, weil me)irere Regenten Österreichs aus dem Hause Baben- 

berg darin in verschiedenen wichtigen Verhandlungen und bisher 

unbekannten Beziehungen vorkommen und auftreten; dann 

auch weil viele Glieder hochadeliger Familien und edler 

Ministerialgeschlechter darin als Wohlthäter oder als Zeugen 

namentlich angefahrt werdep, und so über Abstammung, 

Rang, Macht und Besitzthum derselben sich ganz neue und 

festere Anhaltspuncte ergeben. 

Überzeugt von dieser grossen Wichtigkeit der Saalbücher 

seines Stiftes hat schon Abt Gottfried Bessel deren 



VII 

Bekanntmachung beabsichtiget und versprochen , indem er in 
der Vorrede zum bekannten Chronicon Gottwicense (Tegern- 
see 1732, Prodrom. I. Praefat. pag. XXVI) sagt: ^Pone 
eomparebit insignis Codex TradUionum sive Chartularium 
Monastern nostri^. 

Magnus Klein, Gottfried's zweiter Nachfolger in der 
abteilichen Würde (1768 — 1783), richtete fortwährend seine 
Yorzfigliche Sorge und Aufmerksamkeit auf die Fortsetzung und 
Vollendung des grossartigen Werkes, und sammelte insbesondere 
zur genealogischen und topographischen Erklärung der Stifts- 
Saalbächer viele Materialien , um dieselben dann dem zweiten 
Bande des Chronicon beizufügen. Leider wurde er aber schon 
während der Herausgabe seiner Notitia Ausiriae anUquae 
et mediae (Tegernsee 1781) durch einen frühzeitigen Tod 
dahingerafft. 

Über das weitere Schicksal des Chronicon Gottwicense 
hat der hierortige hochwürdige Herr Stiftsarchivar Friedrich 
Blumberger, auf geschehene Anfrage im Archive der Gesell- 
schaft für ältere deutsche Geschichtskunde (IV. Band 1822, 
Seite 233 — 243) genügende Antwort und Auskunft gegeben. 

Ihm selbst war es nicht möglich bei seinen zeitraubenden 
Amtsgeschäften als Kämmerer und Kanzlei director, an eine gründ- 
liche und erschöpfende Bearbeitung der alten Traditionsbücher 
und übrigen Urkunden des Stiftes, zumBehufe einer vollständig 
genügenden Separat-Ausgabe derselben, Hand anzulegen. Doch 
hat er in einigen seiner kritischen Aufsätze und Beiträge zur 
Geschichte Inner -Österreichs im Mittelalter (im Archive für 
Geographie, Historie u. s. w. Wien 1818, IX. Jahrg., Nr. 61, 
S. 238—249, Nr. 143—148) die wichtigeren betreffenden 



vni 

Stellen aus den besagten Saalbüchern angeführt und entspre- 
chend erläutert. 

Im Jahre 1830 ward eine genaue Abschrift des voU- 

• . .. ■ ' . ■•••'. « 

ständigeren Codex dem Freiherrn von H o r m a yt auf dessen 

. .. ° ..i •. ■■• ••■ «• ' ;•. ■• ' 

Verlangen überschickt, der daraus mehrere Traditionen in cUe 
Monumenta boica (Vol. XXVIII. P. II. pag. 1225 und XXIX. IL 

. ■ ' ^ v.l. ... > 

pag. 51 — ;661 aufiiahm, und ejnige Noten hinzufügte. 

In neuester Zeit hat Dr. A n d r. v. M e i 1 1 e r , k. k. Haus-, 
Hof- und Staatsarchivar in sein ausgezeichnetes Regestep-Werk 
zur Geschichte der Markgrafen und Herzoge Österreichs aus 

dem Hause Babenberg (Wien 1850) auch die Bezug habenden 

. » . ' ■ ■ * ' 

Stellen aus dem Göttweiger Saalbuche (so weit sie ihm aus den 
Monum. boic. loc. cit. bekannt geworden) aufgenommen, wobei 
er dasselbe — deichwie das Saalbuch des Stiftes Klosterneu- 

bürg — 9,als eine nnersehöpflliehe ^neUe der reielis.t<;ii 
Ausbeute für die Geseliielite und historische Topojrraphie 
Osterreiehs unter der Enns preiset, zugleich aber auch sein 



« '1* 



Leidwesen ausspricht , dass Tom Göttweiger Saalbue^e i^vr 
ein Terhäitnissmässiff kleiner Theil gedruckt ist. und selbst 
dieser in einem ausländischen ^uellenwerke se|nep Platz 
finden musste^^ — (Loc. cit. S. 209, Note 93.) 

Schon früher äusserte sich der so hochverdiente Heraus- 
geber österreichischer Geschichtsquellen, Herr k. k. Regie- 
ruogsrath Joseph Chmel im Vorberichte zum 1. Bande 
(H. Abtheilung) der Fontes Herum Austriacarum (1849) 

S. XX ^^unentbehrlich Ar die Landesgeschichte is^ 

..ein Diplomatarium Gottwicense (Göttweiff), das man 
^^schon so lange yergeblich erwartet. Die in Hormayr^s 
..Geschichte tou Wien und in den Monumentis boicis mit- 



IX 

9,get|heilte]i Ilrknden uid diplomatisehei AnfiieieliiiimgeM 
,,9iii4 nur geeignet , d»s Yerlangen n»eh den Sehatzen dc^s 
^ydortlgen sp f olili(ingerie|iteten Areh^ies znr hSehsten 
,,8tnfe zn erheben. Warnm z^ert man so lange dieselben 
,,niitzntheUen^^ 

Efurch ^der^leicb^n vidseitig geäusserte Wäfi^che und 
dringende Aufforderungen fühlte sjch derUntei;zeiQ)ipete ange- 
eifert, f)ie Bearbeitung der für so wichtig und gehaltvoll 
erkannten Saalbucher i^pd übrigen Stiftsprkunden Qach Mass- 
gabe seiner geringen Vorkenntnisse zu versuchen, wozu ihm 
der Hochwürdigste flerr Abt Engelher.t Sc.hWvertfeger 
gerneErlaubniss ertl)ei]te und gnädigst die,nptbige l^uisse gönnte. 

BeiAeOr^inalrCodices Traditianum sind imgleiohen Qross- 
Oetav-Format aqf Pergament gegchi;ieben und in 4sit?irken, mit 
Leder überzpgenen ^Hol:^deokeln gebunden. (Archiv, A. IL 1 , 2.) 

Der Eine, den wir mit A bezejchiien , besteht .aus *A6 Blat- 
tei;n, wovon die ersten acht später hinzugefugten, eine zweifache 
Reihe der Stifls-Abte ^enthaltende ziiq[i eigentlichein Saaibuc^be 
nicht geboren. Dieses ^l\e^iQj[i.t .erßt ^^f dem 9. J^latte lait «einer 
kurzen Vorrede : DiffiniHo operiß S/equeniü , w;9rauf dann die 
verschiedenen Traditionen folgep, deren j,ede mit einem grös- 
seren, meistens rotI^ei[i Anfangsbuchstabe^ bezeiehAet auf einer 
neuen ZeUe beginnt. 

Den ^röss,eren 'jTbeil des jGodex (bi^ Seite 143) hat 
eine und dieselbe Hap^d reip uncji ^^rgfäjtig geschrieben, 
und zwar den Schriftzügen und d,em Inhalte nac^ um die Mitte 
des zwölften Jahrhunderts. Nur an zwei Steliep (Seite Zß und 
80 — 81) zeigt sich eine andere Schrjft. Von Seite 143 — 191 
sind spatere Traditionen, bis zur Hälfte ^es dreizehnten Jahr- 



X 

hunderts reichend, von verschiedenen gleichzeitigen Schreibern 
eingetragen. Auf dem noch übrigen Räume des letzten Blattes 
sind die Namen der österreichischen Regenten angeführt , auf 
der Rückseite schrieb dieselbe Hand die Reihenfolge der 
Bischöfe von Passau, welche Hieronymus Pez in sein Werk 
Scriptores Rerum Austriacarum. Tom. L pag, H — i5, 
aufgenommen hat , wo er sich zugleich über unseren Codex A 

folgendermassen ausspricht: ^ cum huc loci (nach 

Göttweig) lustrandae bibliothecae causa venissemus, exhihuit 
nohis (Bibliothecarius seil.) praestantissimum quendam Codi- 
cem ab amplius quingenüs annis in membrana pereleganter 
descripttim hoc titulo: „^yLiber prediorum ac mancipiorum- 
que a fidelibus hoc in loco sunt delegata. ^ ^ Paucos , fateor, 
in itineribus nostris literariis visos a nobis veteres libros^ qui 
ad ejus praestantiam accedant. Sub finem mox laudaü Codicis 
annectitur brevis ^Pataviensium Episcoporum Catalogus^ quem 
hie damus ab incerto saeculi XIU. auctore primum inchoatus^ 
tum ab insequentis saeculi manu productus^ quod ex diversae 
scripturae forma non obscure collegimus etc.^ 

Im IL Theil der Scriptores pag. 278 — 288 gab Hieron. 
Pez mit einigen Vorbemerkungen über die Gründung von Gött- 
weig auch das weitläufigere von den oben erwähnten zwei Verzeich- 
nissen der Stifts- Abte: ^Catalogvs Abbatum hujus Monasterii 

extat in prioribus foliis Codicis Traditionum Gott- 

wicensium^ Seculo circiter Xu. collecti^ licet ille non nisi 
manu Seculi XV. exaratus^ et postmodum usque ad calcem ab 
aliis coaevis coniinuatus sit etc.^ 

Der zweite Codex Traditionum (B) aus 76 Blättern 
bestehend, scheint zwar einige Jahre älter zu sein, reicht aber 



XI 

nicht so weit, und ist auch nicht so schön und sorgfältig 
geschrieben , wie Codex A , welcher von jeher für werthvoUer 
und wichtiger gehalten wurde, wie aus dessen schönerem, mit 
Messingbuckeln beschlagenem Einbände zu schliessen ist. 

Übrigens enthalten beide Codices grösstentheils dieselben 
Traditionen, nur in verschiedener Reihenfolge, wesshalb es 
fiberflüssig gewesen wäre, beide abzuschreiben. Es folgt 
demnach nur der vollständige Text des Codex 1, dem jene 
Traditionen hinzugefugt sind, die sich nur im Codex B finden. 
Ihre Reihe beginnt mit Nr. CCCXXXVII. Am Schlüsse ist dann 
beigesetzt, was auf den zugebundenen ersten acht Blättern 
und am Ende des Codex A geschrieben steht. 

Dem Texte folgen einige Erläuterungen, wozu dem 
Bearbeiter viele genealogische und topographische Notizen, 
welche Abt Magnus Klein, wie bereits bemerkt, dazu 
gesammelt und handschriftlich hinterlassen hat, als verlässliche 
Anhaltspuncte zu weiteren Forschungen sehr gute Dienste 
leisteten , was er pflichtschuldigst hier bemerken muss. 

Bei unbekannten oder zweifelhaften Puncten, besonders 
über die älteren Verhältnisse und Begebenheiten unseres Hauses 
und der dazu gehörigen Pfarreien, Besitzungen, Rechte u. dgl. 
wendete ich mich an den Herrn Archivar Friedrich Blum- 
berger, der jederzeit bereit war, aus dem reichen Schatze 
seiner langjährigen Erfahrung und vielseitigen Kenntnisse 
mir die nöthigen Aufschlüsse mündlich und schriftlich mitzu- 
theilen, und überhaupt das wärmste Interesse an meiner unvoll- 
kommenen Arbeit bezeugte. Ihm gebührt mein ergebenster 
Dank für seine so gütige Theilnahme und vielfache Unter- 
stützung. 



xn 

Eitie reiche Fuädgrobe boten mir ferner die gehaltvollen , 
Werke dar, welche von dir zur Pflege der vaterländischen 
Geschichte aufgestellten Commission der kaiserlichen Akade- 
mie der Wissenschaften in Wien bisher herausgegeben würden : 
die y^Fontes Rernm austriacarum^ ; das y, Archiv für Kunde 
österreichischer Geschicfäsquellen^ ; und dessen Beilage , das 
„NoHzenblatt^ . Sehr viele Daten entnahm ich Dr. v. Meiller*s 
unerschöpflichem Regesten-Werke, welches daher auch fast 
bei jeder Note citirt ist. 

Mit sorgfaltiger Benützung dieser angegebenen Hilfsmittel 
war es mir mogh'ch, die wichtigeren Stellen unserer Traditions- 
bucher zu erklären, und vorzüglich die in denselben vorkom- 
menden bedeutenderen Personen und älteren Ortsnamen näher 
zu bestimmen ; doch war ich auch oft genothiget , diese oder 
jene Angabe in Frage zu stellen , ja manche Tradition ganz zu 
übergehen , und unerortert zu lassen , wenn ich mich nicht 
zurecht finden konnte. Gründlichere und erfahrenere Forscher 
werden gewiss noch manche Ausbeute zur Aufhellung und 
Bereicherung der vaterländischen Geschichte im vorliegenden 
Saalbuche finden. 

Stift fiSttweig, am Feste des sei. Bisehofs Alt mann, 

8. Augast 1854. 

Wilkelm Karlii. 



Difliiiitio operis seqventis. 

JLfe Dirersa Fideliam conlatione iste libellus est conscriptus. qui pro 
remedio anime sue. priuatirn uel publice propria nobis largiti sunt 
bona. Que idcirco scriptis assignauimus. ut siquis eadem in posterum 
retrahere nititur. euidenti testimonio conuineatur. Nunc enim tantis 
inueteratus est mundus malis. ut quod plures pro spe mercedis eterne 
conferunt eeelesie. alii iusticie obliti non metuunt diripere. Non autem 
solummodo a potentibus et nobilibus. sed etiam ab infimis iste locus 
in uariis expensis adcreuisse dinoscitur. Quorum omnium singularis 
inuenitur beate memorie dominus noster Ältmannvs patauiensis 
episcopus. apostolice sedis legatus. qui hiiius loci extitit fundator 
strennuissimus. Denique hune locum qui uoeatur mona Eottingensis 
a solitudine edificans. deo famulantibus babitabilem reddidit ac ame- 
num. et monasterium construens in bonore sancte dei genitricis per- 
petue uirginis Marie dedicauit. fratribusque regulariter eo adunatis. 
plura quibus pro sua necessitudine carere poterat. in prediis et in 
aliis donariis subministrauit. Precipue uero de beneficiis militum 
suorum que in eins potestatem iustis ex causis deuenerant. uel qui 
absque berede uita excesserant. contradidit. quod infra scriptum, 
melius declarabitur. Has autem omnes traditiones quas fecit. partim 
testimonio tam spiritalium quam secularium personarum. partim 
episcopali auctoritate firmauit. 

Iieipit Über prediorum ae maneipioram qae a fidelibes 

hoe in loeo sunt delegata« 

L 

Noverint uniyersi sancte eeelesie Filii, tam nostra etate presentes 
quam futura posteritate succedentes. quod bec sunt suburbana que 
felieis memorie AUmannus patauiensis eeelesie episcopus tradidit 

Fontes. X. 1 



super altare sancie Marie in monte Kothwigense in usum fratribas. 
deo illic eiusque genitrici seruientibus. 

Parrochiam ad muttarin super idem altare sancte Marie dele- 
gauit. et a fratribus eiusdem loci prouidendam constituit. itemque 
parrochiam ad mulibach. parrochiam ad pirchahi. parrochiam 
etiam ad chuleub cum deeimationibus que ad has pertinent. 

Super idem altare tradidit predietus pontifexuillam totam adPaJ^a 
exeepto beneficio RasLn. et aillam ad vturtm ut ad se pertiouit. sed et 
uineas ad huntisheim, dominicale etiam ad Crudstetin. itemque 
uillam ad hörigitibach exeepto beneficio Adalberti. dominicale ad 
Echindoff, 

IL 

Hec quoque beneficia ab eodem feliei episcopo et ab aliis fideli- 
bus uicissim per t^nipora super idem altare S. Marie sunt donata, 

Beneficium quod Ekkirieh (superscriptvm est: de vinchinheim) 
habuit ad muttariru 

Beneficium Azilim ad muttarin, 

Beneficium alterins Azilini. 

Beneficium Rodwini ad huntisheim. 

Beneficium Gemmuntis. 

Beneficium Wibizinis. 

Beneficium Adalberonis. 

Beneficium Peziliui ad steina. 

Beneficium Rodhardi. 

Beneficium Gerhardi ministeriali» exeeptis noualibus« 

Beneficium ad Werdarin. 

Ad RStkerisdorf mne2i3 duas. 

Ad heiminburch decimationes inter beneficia Dietpoldi mar^ 
chionis. de yillis scilicet houilvi. ascrichisbrueca. scorrindorf, 
arawezital. et de omnibus beneficiis et yillis que ad se uel ad suos 
pertinent inter vischah et liiah» 

Viscahisgimundi maosum unum. 

Apud Chirchlingin de beneficio domini Odalrici (superscriptum 
est: signiferi) uineam cum manso uno. 

Ad Kukkingin duas uineas cum suis appendiciis. 

S«d et alias uineas duas ad Chunihohsietin quas predietus pon- 
tifex dedit. et aliam uineam quam Wazilio pre^iler dedit ia eodew 



loeo. sed et aliam quam Adalfaalm dedit ibidem, et uineam quam com- 
parauimus cum eommuni peecunia in eodem loeo. episcopi »eilicet et 
nostra. et dimidiam partem uinearum predicti antiatttit ad winzingin. 

Ad Talarin yillam totam cum uineis 

Predium ad prunni. 

Predium ad estricL 

Prediolum Goteboldi cum Tinea uita. 

Predium illud dimidium ad obizi et vineas duageum appendiciis. 

Decimationem vte frotcindorf cum manso uno. 

Decimationem ad mura. 

DecimatioDem ad Tiemindorf et winidorf, 

Decimationem ad Pemekke. 

Decimationem ad RamuoUisbach, 

Decimationem vinearum ad liubisa et ad Chremisa^ 

Decimationem ad Chetsi cum manso uno. 

Decimationem ad Gansaraueldi cum tribus mansis« 

Decimationem ad Straneisdorf cum manso uno. 

Decimationem ad Pielaha, 

Decimationem yinearum ad houestetin. 

Decimationem ad 8. Peironellam, 

Decimationem illam quam Ädalbero presbiter prouidebat. 

Adalonem cum manso uno. 

Engümannum cum manso uno. 

Permonem eom uxore et filiis suis cum tota illa decimatione 
quam prouidit. 

Nouale Sigifridi et quod Heizo possessum habet. 

Oblationes de eeölemir s. MichaelU ad sieina, 

Prata illa ad Treisim. et molas duas. 

Ad Quumberch uineas cum manso uno ad has pertinente. 

Ad Porzindorf duas. 

Ad Ifnizinüdorf y'mevok cum appendiciis suis. 

Ad Bicheriscreberin vinea. 

Ad Staudratisdorf rnansm» mium. 

Ad Zeizinmuri augiam in danubio. 

Ad Isinuufia decem mansus regales. 

Ad Ckamba duas vineas. 

Ad Chrengäbach mansum unum cum appendiciis suis. 

Ad MiuH d^minicale unum cum appendiciis suis. 

1* 



4 

Ad Äschaha vineas duas. quas Odalrums patauiensis prepositus 
in beneficio habuit. 

Ad hunisperg mansum unum. 

Ad halla sartaginem unam. 

Ad suecharä mansos. IIIP' liberales. 

Ad huginse uineam unam cum bis que ad eam pertinent. 

Ad Patauiam eurtale unum. 

Ad Reginsburch cortale unum. 

Ad Houperga quod episcopus dedit. et Meginhardus in bene- 
ficio babebat. 

Ad Pechsutüin beneficium quod idem pontifex dedit. 

Ad Scowingin beneficium quod episcopus cum mancipiis dedit. 

Ad Smidahi decem mansus. 

Desertum illud ad grie. 

Desertum illud ad fuchowa, 

Idem episcopus ad houperg quicquid sui iuris erat inter duas 
persnicchas cultum et incultom tierstia Karinthum tradidit super 
altare S. Marie nihil excipiens omnino. preter censum publicum et 
publicam uiam. 

III. 

Notum sit cunctis sancte ecclesie filiis qualiter quedam matrona 
nomine Richiza tradidit super idem altare S. Marie mansum unum ad 
Chulivb absque omni contradictione. in quo edificaia est ecclesia 
que a domino ÄUmanno episcopo postea m parrochiam est cano- 
nice firmata, 

Super idem altare quidam nomine Geroldus delegauit mansam 
unum in eodem loco. 

IV. 

Nouerint omnes Christi fideles qualiter quidam nomine Emist 
qui nobiscum postea conuersatus seculum mutauit. et sub milicia 
spirituali deo au^iliante uite cursum impleuit. beneficium suum 
bumannisdorf dictum cum uiris ac feminis uniuersisque appendiciis 
suis domino Odälrico aduocato domino suo reddidit. Quod idem 
aduocatus episcopo Altmanno mox tradidit. et testes huius rei 
per aurem sunt adtracti. Piligrim. Odalrich. Tiemo. Engilpreht. 
Volchrat» Gerhart, Razo. Izo. Willihalm. Adalhalm, Hartwich • 



Heinrich, Quod etiam episcopus super altare S. Marie delegauit, 
fratribus deo sanetisque eius hie seruientibus in usum. 

V. 

Nouerint uniuersi sanete ecelesie filii quod quidam nobilis 
N. WaÜchon predium suum Ratoldisdoff dictum cum manu matris sue 
etuxoris et filii et filie sue legauit in manum Piligrimi. cuiusdam nobilis 
uiri. ea uidelicet ratione ut idem Piligrimus idipsum predium legaret 
quocunque ef\sco]}U8 Ältmanntis uellet, in cuius potestate beneficium 
Rüdolfi felicis memorie fratris Waltchoni adhuc fuit. pro quo bene- 
ficio redimendo predium predictum eidem antistiti absque omni con- 
tradictione tradidit. Testes uero huius rei per aurem sunt adtracti. 
Adalbertus cames. Ogo. Raffolt, Piligrim, Pabo. Älbwin, BertoU. 
Rodpreht. ÄrnoU. Wolfram, Inuestiture Adalbertus comes. Ogo, 
Postea uero rogatu predicti antistitis idem Piligrimus hoc idem pre- 
dium super altare s. Marie legauit. et inue^tituram contradidit. Et ut 
hec traditio stabilis deinceps permaneat omni euo. testes isti sunt 
adsciti. Gebehart puer. Raffolt, Engilpreht, Meginhart, Heinrich, 
Reginger, Volchrath, Richpoto, Aribo, Adalpreht, Inuestiture Gebe- 
hart. Heinrich, Engilpreht, 

VI. 

hdem etiam WaUchon .... alium mansum tradidit super altare 
S. Marie ob remedium anime fratris sui Rüdolfi et mancipia quorum 
sunt nomina. Rodpreht. Altman. Huius traditionis testes per aurem 
sunt adtracti. Otachar marchio, Raffolt, Piligrim, Rodpreht, Chazo, 
Wizilie. Aribo, Gnanno, Werinhere, Rapoto, Chraft, Reginpreht. 
Adalpreht. 

VII. 

Notum sit Omnibus Christi fidelibus tam presentibus quam futuris. 
quod ecclesia Gotwicensis cum haberet pascua inter Wchileinsdorf 
et Wtgeleinsdorf, quedam nobilis et honesta matrona de Zakkinge 
MahthiU nomine addidit eidem ecelesie pro remedio anime sue in 
eodem loco ad duo iugera et dimidium. et hoc de suo patrimonio. 
quorum terminus est Pinizporz, Huius rei testes sunt. Hadmar 
de Chüfam, Chunradua de Griez, Wicpotus de Piela, Albero de 
Vthauen. 



6 



VIII. 

Iste est terminus parrochie ad Muttarin quam dominus Egü- 
bertus patauiensis episcopus in honore S. Stephani dedicauit. et infra 
scriptas terrainationes eidem ecdesie episeopaliauetoritateconfirmauit. 
Postmodum etiam felicis memorie dominus AUmanntis patauiensis 
eeclesie episcopus. apostolice sedis legatus. eandem parrochiam cum 
omni sua terminatione super altare S. Marie in monte Kotwigensi 
tradidit. eamque prouidendam fratribus ipsius cenobii commisü, 
simul banno suo declarans. eam perpetue damnationis reum esse, qui 
horum aliquid quoquo pacto presumpserit temerare. 

Aseendit autem terminus iste de chlebidorf recta linea ad Hur' 
gidin, de tiurgidin ad chüfarin in fontem ibi manantem. inde recta 
uia per eginindorf in flumen fladniz, de fladniz usque tiemindorf, inde 
SiAscoingin. de scoingin usque ad uilWm ekkibrehtisperg dictum (sie), 
et sie per unam curtam ipsius uillule usque Karlistetin in fontem inibi 
prope manantem. inde siluam usque ad chirchperch, de chirehperg 
in poginpach, de poginpach in fiesilback, de fieHlbaeh in pigartin- 
pack, de pigartinpach usque in achispach. et descendit de achis^ 
pack usque in danubium, et sie per danubium usque ad prenomi- 
natam uillulam chlebidorf. unde idem terminus exurgit. 

IX. 

Notum sit ecdesie filiis quod uenerabilis patauiensis episcopus 
AUmanntis in allodio apud piricha S. Marie eiusque patrocinio in 
monte Kotwich subiacentis congregationis. abscisis partibus adiacen* 
tium parrochiarum a suis ecciesiis longius remotis. et noualibus non- 
dum terminatls. sie plebis necessitate ut cleri consilio canonice par- 
rocbiam coustruxit. eiusque curam et regimen cum ceteris appendiciis 
eiusdem congregationis prouidentie commisit. Hunc eiusdem par- 
rochie terminum episcopali iure predestinauit. versus occidentem 
treisimam fluuium ab ortu suo usque ad uillam s, ypoliti, deinde 
uiam septentrionalem que ducit de s, ypolito ad mehtyrts per uillam 
Wagrein, et per siluam que uocatur vorahach, deinde ad uillam sibin- 
hirtin, deinde inter duo allodia Williberti et Waltonis in uillam 
tiurin. xxQvsM^ovievkitmpersnicham. ab ortu suo usque ad uillam tiurin. 
uersus australem partem semita que uocatur pechstich, inter confinia 
allodiorum marchionis Haderici et Rüdolfi. et ita uersus carinthiam. 



qviequid infra hos terminos est ad parrochiam pirieha pertinet. 
Cenobüis autem apud 8. Petrum ne quam de abseiaione sibi sub- 
iacentis parrochie penuriam suJOTerreat. ad hoc ne qua amplius de 
deeimatione apud houistat quam afßrmabant suam querela oriretur. 
dunidium oblationis in eccleaia S, Michaelis, et deeimationem uini ad 
eandem ecelesiam terminati. predicte congregationi subfrahendo. ac 
sue partis dimidium decimationis frumenti eiusdem eeclesie. et 
deeimationem uini sui apud steina. utriusque monasterii preposito 
assentiente restituit. 

X. 

Notum sit eeclesie filiis. quod uenerabilis ÄUmannus patauiensis 
eeclesie episcopus de latitudine parrochie apud huriioin precidit 
partem ad condendam nouam parrochiam. Cuius neue parrochie 
matrem ecelesiam apud chuliub fieri uoluit. Eiusdem parrochie certus 
limes est uersus occidentem inter allodium marchionis. et quorun- 
dam nobilium descendens a montanis usque 2ii mazinbach. inde ad 
smidibach. Juxta quem riuum habet ascensum ad uillam que uocatur 
smidibach. inde habet terminum dorsum tumentis terre. quam rustici 
dicunt scheith. ad uillam heimonis, dein ad moisinbach. Juxta quem 
habet descensum ad riuum huriwin. et sie iuxta eins decursum usque 
ad sirnicha. Cuius etiam decursus limes est usque ad radwanasbach. 
quem ascendit usque ad tumulum qui excreuit super wagrein. Inde 
eandem altitudinem habet quam rustici dicünt Wagrein, usque ad 
ortum hediliz. Inde usque ad proximum montem qui pertinet ad 
houistat. Hinc habet descensum iuxta chrebizbach usque ad pilam. 
Quem etiam pilam transit recto limite inter duo allodia marchionis 
et domini Piligrimi. pertingens usque ad montana. Hos predictos 
riuos habet eadem parrochia certos limites. ita tamen ut uille eisdem 
riuulis infra adiacehtes. quacunque transcenderint eosdem riuulos ut 
assolet per qiielibet extrema sui limitem promoueant. 

XL 

Iste est terminus parrochie Mulibach. A ponte qui dicitur 
Zionza cum uillula que proxima est nomine sträza. et inde descendit 
usque Gsrrichistal. inde ad uiam que uocatur plechuntirwech. inde 
wirindisdorf. et inde a porta Gnannüinis. predia liberarum reeta 
linea usque Perehardesstich. et inde usque tichmannes. inde rurdum 



8 

supra habichübach, et de habichisbach ad pontem in prineipio 
nominatum Zionza. 

XII. 

Notum sit Omnibus sancte ecciesie fidelibus quod quidam nobilis 
nomine Rapoto, qui postea seculo renuncians nobiscum est conuer- 
satus. rogatu filii sui Adalrammi predia sua queeunque et ubieunque 
inferius anesim fluuium babuit pro remedio anime sue super altare 
S. Marie tradidit. Huius traditionis testes per aurem adtraeti sunt 
comites. Engilbertus. et Gebehardus. Odalrich, Taginie. RajfoU, 
R^ginger. Gudrabo. Meginwart. Ehkirich, Litttwin. Otpolt, Poto. 
Utpreht 

Addidit etiam maneipia pro tributo. V. denariorum. 

Dietrieb. Razo, Rotbart. Rudolf. Trutman. Heriman. Truta. Irmingart. 
Cbuniza. Ita. Guntbere. Heriman. Ita. Voluza. Sub bis testibus Raf- 
folt. Bertolt, Airich, WeuL Rudolf. Salcho. Riwin. Sigifrit, Dietrich. 
Äribo. etiaro alia dedit in proprium seruieium. Ranzo. Adaiger. Adala. 
Engilprebt. Reginbart. Wasiburcb. Heinrieb. Otto. Gnanwib. Ruzil. 
Cbuniza. Herlöcb. Hesila. Heilka. Liutkart. Woluolt. Hemma. Friderieh. 
Hadalocb. 

xm. 

Notum sit Omnibus qualiter quedam nomine Meriza dimidium 
predii sui apud Noppindorf delegauit in manum aduocati Odalrici 
delegandum super altare S. Marie, mutuo recepto a fratribus eiusdem 
loci predio apud persniche. exeeptis pratis qaod Tobilan et filii eins 
super idem altare delegauerunt. Huius mutue delegationis testes bi 
per aurem sunt adtraeti. Eberhart. Eppo. Wolfrat. Sigiboto. Eber- 
loch. Chazo. 

XIV. 

Notum sit cunctis sancte ecciesie filiis qualiter quidam nomine 
Nanzo sectdo renuncians. delegauit super altare S. Marie mansum 
unum iuxta fluuium urla situm. 

XV. 

Nouerint omnes Christi fideles. quod quidam nomine Marchwart. 
tradidit ad eundem tytulum duos mansus et dimidium iuxta fluuium 
urla. 



9 



XVI. 

Nouerint uniuersi sancte ecciesie filii. qualiter quidam nomine 
Lanzo rogatu patris sui Ädalhalmi tradidit super altare S. Marie 
benefieium suum ad Lanzindorf, et mancipia XXIIII. euius soror 
nomine Ädalheit tradidit. V. mancipia super idem altare sub bis 
testibus. Wiker. Meginwart, Gvdrabo. Odalrich, Ädalhalm Bazo. 
Chrif. Heinrich, Reginboto. Azilie. Snello, Perahart. Chazilie. 
Gnanno. Heinrich. 

XVII. 

Nouerit uniuersitas deum eolentium quod quidam nomine Megin- 
hart tradidit super altare S. Marie benefieium suum pro remedio 

anime uxoris sue et filii eins vineam unam cum iurnalibus 

XVIin. pratum et mancipia. IUI testibus istis per aurem 

adtractis. Werinhere. Odalrich, Hadamar,. Engilpreht. Mazilie, 
Tagine. Richpolt. Heinrich. Grif. Tobilan. 

XVIII. 

Nouerit omnium Christi fidelium tam presens etas quam succes- 
sura posteritas. qualiter quidam nobilis nomine Irmindie adhibitis 
testibus. Wigrat. Rudolf. Egino. legauit in manum cuiusdam nobilis 
uiri Rapotonis uineam unam ad Eginindorf cum appendiciis suis, ea 
conditione. ut idem Rapoto eandem uineam legaret super altare 
S. Marie. Quod et factum est. Huius legationis testes per aurem 
adtraeti sunt. Irminhart. Ceizzo. Liupolt Riwin. Liuce. Richo. 
Aribo, Izo. 

XIX. 

Notum sit Omnibus Christi fidelibus. qualiter quidam nobilis uir. 
N. Wolftrigil liberalem mansum legauit in manum Ädalberti comüis. 
ea conditione. ut idem comes pro remedio ipsius et uxoris eius 
Ädalheide super altare S. Marie delegaret. Quod et factum est. 
Huius legationis testes per aurem adtraeti sunt. Rapoto. Dietmar. 
Heinrich. ReginpoU. Ascwin. Dietrich. 

XX. 

Nouerint omnes Christi fideles. qualiter quidam nomine Riwin 
legauit super altare S. Marie ad nuzdorf curtale unum, Huius 




10 

legationis testes per aurem sunt adtracti. Liupolt. Albwin. Snello. 
Ädalpreht, Razo. Penno. 

XXI. 

Nouerit omnium in Christo fidelium tarn presens etas quam suc- 
cessura posteritas. qualiter Adalheit comitissa ob remedium anime 
uiri sui Heinrici dedit duos mansus et dimidium ad altare S. Marie, 
unum ad Winzingin et CrufiUngin: alternm ad Pielaha. dimidium ad 
Muri, Sed et filü eins Gebehardus et Dietricus post exeessum matris 
dederunt uineam unam ad Mirchingin cum suis appendiciis. Huius 
traditionis facti sunt testes. Liupoldus marchio. Gudrabo. Ascwin. 
Et mancipium unum. N. Irmingart. eadem matrona tradidit super idem 
altare pro tributo. V. denariorum. 

T 

XXIL 

Notum sit cunctis sancte ecciesie filiis quod quedam matrona. 
N. Bertha delegauit super altare S. Marie ob remedium anime uiri 
sui Älbvnnii^vedxnm suum. 

XXIII. 

Nouerint uniuersi sancte ecciesie filü. qualiter quidam. N. Cha- 
Zilie sesulo apud nos renuncians tradidit super altare S. Marie pre- 
dium suum. quod adiaeet chamba testibus istis adhibitis. Gebehart- 
Gudrabo. Dietrich. Sigifrit. Penzo. AmoU. et puerum. N. Heinrich. 

Cuius matrem post alio tempore cum alio paruulo tradidit super 
idem altare pro censu. V. denariorum. et testes isti per aurem sunt 
adtracti. Rapoto. Reginger. Liupolt. Wichperth. BertoU, Pernio. 
Gunzo. Bertolt. 

XXIV. 

Notum sit uniuersis sancte ecciesie iiliis. qualiter quedam 
matrona N. Ita tradidit super altare S. Marie uineam unam apud 
Anzindorf ob remedium anime filü sui leonis. 

XXV. 

Notum sit Omnibus Christi fidelibus qualiter quedam matrona. 
N. Wezala tradidit super altare S. Marie mansum unum apud Odal- 
richischirchin. et mancipia XXYIIII. quorum hec sunt nomina. 
Adalpreht. Hartwich. Gebehart. Meginpreht. Engilpreht. Richpreht. 



11 

Diethpreht. Irinch. Zeizman. Gebehart. Hartwich. Rilint. Sizila. 
Irmburch. Pezala. Hilta. Suanihilt. GnannK Heilka pro tributo 
V. denariorum. 

XXVI. 

Nouerint uniuersi eeclesie filii qualiter quidam nobilis uir, 
N. Eberhari qui nobiscum postea in sancta conuersatione uixii. 
et frater eins Ädalbero legaaerunt in raanum episcopi nostri Alt- 
manni et aduocati Odalrici delegandum super altare S. Marie ad 
Agalstreifingin uillam unam. et ad Mehtrys dominieale unum. et 
uineam unam. cum omnibus appendiciis. et pomarium unum et 
mancipia. V. Suarzman. Ludwich. Christan. Heriman. Hazaho. 
adhibitis mox testibus quorum ista sunt nomina. Razo. Regln- 
hart, Heriman, Ödalrich, Engilram. Snello. Taginie, Ogo, 
Wolfram, 

XXVII. 

Nee non et iliud memorie commendandum. quod quidam iuuenis 
diuino amore conpunctus. N. Ädalbero substantiam suam ex paterno 
sibi iure collatam. legauit super altare S. Marie, seque ipsum pro- 
fessione ibi stabiliuit, adhibitis testibus superioribus. 

XXVIIL 

Notum Sit cunctis eeclesie filiis. qualiter quedam. N. Richiza 
delegauit super altare S. Marie predium suum ad Poumgartin ea 
conditione ut quamdiu ipsa uiueret. usum propriis expensis haberet. 

XXIX. 

Nouerint cuncti sancte eeclesie filii. qualiter quidam. N. Gozwin 
delegauit super altare S. Marie predium suum ad Poumgartin uide- 
licet curtale unum cum tribus iugeribus per manum cuiusdam nobilis 
uiri N. Egini, et mancipia. IUI. quorum sunt nomina. Pretinch. Äzala. 
Imiza. Liuza et testes hü sunt adhibiti. Reginpreht, Sigifrit, Egini. 
Erwin,* Tobilan, Meginhart, Puso, Liupolt, Salcho. 

XXX- 

Nouerint omnes Christi fideles quod quidam. N. Gozwin iv^iidii 
super altare S. Marie curtale unum cum tribus iugeribus apud 
Izindorf. 



12 



XXXI. 

Nouerint omnes tarn presentis quam successure posteritatis fideles. 
quod quidam nobilis Piligrimtia de Rotingin tradidit super altare 
S. Marie dominicale unum ad Biugin pro remedio anime sue. Et ut 
hec traditio stabilis maneat perpetuo. hü testes idonei. per aurem sunt 
adtraeti. Sigihardus comes. et Ädalbertus comes. Egilolf. Ögo. 
Piligrim de Grie. Heidinricus de erlaha. Volcholt. Rapoto. Pabo. 
Gerolt, Reginger. Erchinpreht Hartwich. Inuestiture. Sigihardus 
comes, Egilolf, 

xxxn. 

Sed et post aiio tempore idem Piligrimus tradidit super idem 
altare duas vineas apud Mura ob remedium anime sue. Huius tradi- 
tionis. adhibiti sunt testes. Ekkibertus comes. et filius eius Eberhart, 
Hezil. Megingoz. Inuestiture Ekkibertus. 

XXXIII. 

Nouerint Omnes uniuersalis eeclesie fideles. qualiter Odalricus 
comes. noster aduocaius dederit unum mansum ad altare S. Marie in 
loeo qui Tobilarin uoeatur pro suis militibus qui Mauribergensi 
bello succubuere. et postea alium ad Cbamba ob remedium filiorum 
suorum. addens etiam non raulto post gratuito dimidium. 

Sed et uxor eius post obitum mariti tradidit alium in eodem 
loco pro remedio amborum. Huius traditionis adhibiti sunt testes 
Ekkibertus comes. Gebehardus. Junior Ekkibertus. Raffolt. Engi- 

bram. Odalrich. Hezil. Inuestiture Ekkibertus. 

» 

XXXIV. et V. 

Nouerit omnium in Christo fidelium tam presens etas quam sue- 
eessura posteritas. qualiter comes Ekkibertus pro remedio anime 
tucoris sue Mathilde dedit mansum unum super altare S. Marie, duobus 
quidem locis diuisum. sed plus tamen predicta quantitate habentem. 
Cuius uidelicet una pars Iringisperg. altera vuchilinisdorf niidi est 
addens etiam loeum apud fluuium treisim molendino aptum. et publica 
uia tritum. Huius traditionis adhibiti sunt testes. Eberhardus eiusdem 
comitis filius. Hecil. Megingoz. Irmfrid. Odalrich. 

Idem etiam Ekkibertus comes alio tempore tradidit super idem 
altare dimidium mansum ad vuchilinisdorf. et duo mancipia. 



13 



XXXVI. 

Nouerint omnes Christi fideles qualiter quedam matrona. N. 
McUhiUh tradidit super altare S. Marie mansum unum apud trebinse 
cum manu filiorum suorum Piligrimi et Bertholdi. 

XXXVII. 

Notum sit Omnibus Christi fidelibus qualiter quidam. N. Adalhalm 
tradidit super altare S. Marie dimidium mansum apud pirchahi, 

XXXVIII. 

Nouerit uniuersitas Christi fidelium qualiter Liupoldus marchio 
tradidit super altare S. Marie augiam in dannbio apud tiscizin. 

Nouerint uniuersi sanete eeelesie fllii qualiter comes Herimannus 
de Biugin cum manu filii sui Gebehardi delegauit in manum Dietmari 
cuiusdam nobilis uiri dominieale unum ad flinsbach. ea conditione. 
ut isdem D. (ietmarus) delegaret super altare S. Marie, pro remedio 
anime Gebehardi. Quod isdem Z>. impleuit. et mancipia quorum sunt 
nomina. Egilolf. Heimo. in proprium seruicium. et testes hii sunt 
adsciti. Herimannus cames, et filim eitia Gebehardus. Piligrimtis. 

XL. 

Nouerint omnes Christi fideles. qualiter quidam. N. Volchrat 
radidit super altare S. Marie dimidium mansum ad Penningin. 

XLL 

Nouerint cuneti eeelesie fideles. quod quidam. N. Wasigrim 
tradidit ad altare S. Marie uineam ad Chumberga sub his testibus. 
Odalrich et Albrich. 

XLIL 

Notum sit eunctis sanete eeelesie filiis. quod quidam. N. Anahalm 
de primis miniaterialium marchionis tradidit dominieale quoddam 
Ebingin in manum Dietmari cuiusdam nobilis uiri. ea uidelicet con- 
ditione. quatenus ipse pro sui suorumque parentum salute traderet 
super altare S. Marie. Quod et factum est. Et ut hec traditio 



14 

inconuulsa permaneat perpetuo. testes isti per aurem sunt adtracti. 
Haderich. et filius eins Haderich, RaffbU. Piligrim. Gundachar 
et filius eins GeroÜ. LtupoU. 

XLIIL 

Notum sit Omnibus Christi iidelibus. quod quidam. N. Dietmar 
tradidit super altare S. Marie innea» duas. et testes hi sunt adhibiti. 
Egiielf^ Goznmn. 

XLIV. 

Nouerint omnes tarn presentis etatis quam future posteritatis 
fideles« qualiter quidam nobilis N. Wolfker. cupiens illud euangelieum 
preceptum implere. qui uult post me uenire. statuü hierosolvmam ire. 
Sed quia minus abundabat sumptibus peeunie. predium suum quod 
situm est horiffinbach et trmVmiWo// delegauit super altare S. Marie 
in manum domini Hartmanni abbatis. pro XX^* marcis« eo tenore ut 
si ipse in uia uiuus uel mortuus remaneret. ecelesia sibi predimn in 
ius proprium pro anime sue et parentum suorum requie uendicaret. 
ai uero redisset. quinto anno equali peeuoia predium rediraendi poste- 
statem haberet Q\koä si faeere noilet uel non poaset. quinto anno 
transaeto ecelesia deinceps libere et absque ulta eontradietione per- 
petuo iure possideret. nee deinceps redimi omnioo posset. Qua con- 
uentione fratres commoniti. predium quod babebant pro predicta pecunia 
emere (superscriptum est: uel uendere) non sunt cunctati. In predicta 
autem delegatione, testes hi per aurem sunt adtracti. Haderich et 
filius eitis Heinrich. Piligrim. Albwin. RumoU et filius eins Tiemo. 
Erchinprecht. Dietmar. Eberhart. Merboto. Amalunch. Wichman. 
Snello. Zeizo. Rudolf. Meginhart. Äzilie. Bertolt. Adalpreht. Gunzo. 
Inuestiture Haderich. Heinrich. Alwin. Quam traditionem sollemp- 
niter celebratam et quasi quodam sigillo obsignatam idem Wolßerus 
temerare presumpsit. Nam oblitus diuini iudicii et karitatis erga 
cum exhibite. Domino iW^om comparandum optulit. quod nobis iam 
possidendum tradidit. Quod etiam ita sine respectu humane defen- 
sionis dominante iniustitia usque ad obitum eiusdem. N. (izonis) 
permansit et tuoc deo miserante seeus quam (sie) se hamana 
iudicia habent. nobis restitutum est. Nam uxor eius Truta deo 
semper deuota ob remedium anime mariti sui. accepto eius uice alio 
predio apud chamba sito quod Amhalm dedit i^lud nobis. quod et 



15 

niciilitM et utiHtes eommendat tot» alacritate restituit. Huiiis tradi- 
tionis per aurem adtmcfi sunt testes idonei. Filii eitfg Adalbero 
et Dietmar. Gundachar. Hecil. Marchwart. Reginger. Wolfpero, 
Snello. Dietmar, aliique. 

XLV. 

Nouerint unmersi sanete eeelesie filii qualiter bone memorie 
Heinricus comes seeundum euangelieum preeeptum tollens erueem 
suam gratia inuisendi dominicum sepulchrum predium suum myrsi 
dictum delegauit in manum Meginhardi euiusdam nobiüs uiri 
9ui fmlitis apud Tulnam ea uidelieet conditioike. ut si ipse non 
renerteretur. prefatus Meginhardus idem predium super altare 
S. Marie delegaret. Huins traditionis introducti sunt testes. Otto 
frater eiusdem ffeinrici. Quam ita factam esse eonstat coram 
Liupoldo marchione. Sed et huius traditionis. testes idonei per 
aurem sunt adtracti. Egilolf. Haderich. Hartlieb. Starhfrit. Tiemo. 
Reginger. Nizo. Adalbero. Odalrich. Poppo. Adalpreht. Rodi-- 
ger. Baldmn. Gerunch. Meginhwrt. lauestiture Egilolf. Hade^ 
rieh. 

Cuius partem cum post Otto predicti comitia frater negaret. eo 
quod ipse ubi hec delegatio facta est non affuisset. rogatu seniorum 
nostrorum mutauit sententiam. et Chozzindorf cum suis appendiciis. 
in manum euiusdam nobilis uiri delegans. fecit ut illuc ob remedium 
sui suorumque parentum traderetur. quo a fratre suo fuerat ante 
destinatum. adhibitis mox testibus istis. Egilolf Tuto. Tagini. Eber- 
hart. Albwin. Karloman. Swiker. Chono. Quod et factum est. Huius 
delegationis ad hibiti sunt testes. Weringant. Starhfrit. Marchwart. 
Rodiger. Gotefrit. Gerloch. Inuestiture Werigant. 

XLVL 

Nouerit uniuersitas Christi fidelium qualiter quidam Odalricus 
apuid no8 seculo renuncians delegauit predia 9ua que sibi hereditario 
iure debebantur in manum Werigandi euiusdam nobilis uiri. eo tenore 
quatenus idem. W. delegaret iHtie quo uel ipse uel frater eins Ber- 
toldta rogaret. Quod ita factum esse constat. Nam cum prefatus 
legator diutius solito abesset, rogatu predicti Odahrid legauit eandem 
tradieionem in manum Heidimrici euiusdam nobilis uiri. Sed et ipse 
tradidit eam sicut rogatus fuerat. super altare Sanete Marie« Huius 



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traditionis testes hi sunt per aurem adtracti. Oiachar marchio. Otto. 
Rudolf. Otto. Pabo. Sigihart. Inuestiture Otachar. 

XLVII. 

Notum sit Omnibus tarn presentis quam futuri eui fidelibus qualiter 
quidam. N. Amalpreht tradidit super altare S. Marie dimidium man- 
sum apud S. Andream. Huius traditionis adhibiti sunt testes. GeroU. 

XLVIII. 

Notam sit cunetis sancte ecclesie 61iis qualiter quidam nobilis. 
N. Poto mundo apud nos renuncians. predia sua hereditario sibi iure 
tradita. scilieet Perihartidorf et Cumpotingin absque omni.contra- 
dietione tradidit super altare S. Marie cum XX^ mancipiis. quorum 
hec sunt nomina. Gotebreht. Ellisa. Suanehilt. Mathilt. Rapoto. Wiker. 
Sinza et filia eins Meribureh. Gota. Rapoto. Trutman. Hizila. Chuniza. 
Eberhart et filius eius Oto. Heilka. Judita et fiiia eius. Huius tradi- 
tionis adhibiti sunt testes. Hartwich de treisim. Rudolf, Rapoto. 
Lanzo, PemoU. LiutoU. Amalunch. Sigifrit. Snello. Otto. Walraba. 
Zeizo. Ekkihart. 

XLIX. 

Nouerint omnes Christi fideles quod quedam matrona Hiltipurch 
dicta. ob remedium aniroe mariti sui Egilolfi tradidit super altare 
S. Marie predium unum Pettindorf situm quod Wemhardi fuerat 
beneiicium. Testes uero hi sunt adhibiti. Piligrim. Megingoz. Regin- 
ger. Hirx. Rapoto. Ältman. Gerunch. Reginhart. Ädalbero, Rahwin. 

L. 

Notum sit Omnibus Christi fidelibus quod quidam Rudolfus nobilis 
pro remedio anime uxoris sue dedit mansum unum ad Cumpotingin 
ad altare S. Marie. Huius traditionis per aures adtracti sunt testes. 
Peringer. Perinhart. Pato. 

LI. 

Nouerit omnium in Christo fidelium tarn presens etas quam suc- 
cessura posteritas qualiter fraternitas ista comparauerit partem predii 
apud grie. Irinsperg dictum ab Essone. IUI. marcis. Huie traditioni 
per aures adtracti sunt testes. PiUgrün. Megingoz. Reginger. 
Hauwart. 



i 



17 



LH. 

Nouerit omDium Christi sanguine redemptorum tarn presens etas 
quam successura posteritas. qualiter quidam Otto tradidit uineam 
nnam cum uno mancipio in manum cuiusdam nobilia uiri Lanzonis. 
ea uidelicet conditione. quatenus idem legator eandem super altare 
S. Marie delegaret. Quod et factum est. Huius traditionis adhibiti 
sunt testes. Piligrim, Reginger. Ratpoto. Adalbreht, Dietprant. 
Snello, Mancipium quod dedit. N. Hemma. 

LIIL 

« 
Nouerint omnes ta^ presentis etatis quam succeissure posteritatis 

fideles qualiter quidam Hartnith cum licentia domine sue Hiltipurch 

dedit predium suum Pettindorf situm ad altare S. Marie ob remedium 

anime sue et domini sui Egilolfi. usu sibi fructuario derelicto. Huius 

traditionis adhibiti sunt testes. Piligrim. Megingoz. Bahiwin. Megin- 

hart. Inuestiture Piligrim. 

LIV. 

Nouerint uniuersi sancte ecclesie filii tam nostra etate presentes 
quam futura posteritate succedentes. qualiter quidam Heinricus 
secularem miliciam apud nos in spiritualem commutans. dominicale 
quoddam Tobiraniswisin dictum, et mansum unum iuxta Potinbrunnin. 
Wierantisdorf dictum per manum patris sui Haderici tradidit ad 
altare Marie, absque ulla contradictione. Huius traditionis satis idonei 
testes sunt adhibiti. Haderich iuniör. Gundächar et filius eius 
GeroU. RumoU. et filius eius Meriboto. Otto. Eberhart. RichpoU. 

LV. 

Idem etiam Heinricm alio tempore hierosolimam profecturus 
tradidit ad eundem tytulum aliud predium Haderichiswert dictum per 
manum cuiusdam Amoldi nobilis uiri. cui erat delegatum. Huius 
traditionis introducti sunt testes. Chünradus puer aduocati Odalrici 
filius. Reginger. RumoU eX filii eius. 

LVI. 

Nouerit omnium Christi fidelium tam presens etas quam succes- 
sura posteritas. qualiter quedam matrona nomine Richiza pro remedio 
anime uiri sui Heinrici iam ante alio loco. postea hie tumulati dedit 

Fontes. X. 2 



18 

mansum unum zi Ellingin ad altare S. Marie sine ulla contradietione. 
Huius traditionis adhibiti sunt testes. Piligrim. Megingoz, Bertolt. 

LVII. 

NotiNB »t ORvnibfis tarn presentibus quam successure posteritstis 
ßdelibus. quod qoedam matrona uaeabulo Margareta tradidit super 
altare S. Marie mansum unum ad Straneüdorf. ob remedium filii sui 
et par«ntam suoruni. Huic traditioni per aurem adhibiti sunt testes. 
Piligrim. Megingoz. Gumpo. 

LYni. 

Ncmerit omnium Cliristi fidelium tarn presens etas quam siicees- 
&iira posteritas. qusditer quedam matrona Hebnburch dieta. pro remedio 
anime mariti sui Monis tradidit mansum unmit iuxta Persnichie. ad 
altare S. Marie. Huius traditionis adhibiti sunt testes. Piligrim. 
Megingoz, Per»hart. WezU. Burehart, HohoU, Snello. Inuestiture 
Piligrim. 

LH. 

Nouermt uniuersi sanete ecciesie filii. qvaliter fwdafra Äfkwinus 
ob remedium anime uxoris sne dedit mansum unum apud Grunti pos- 
sessioni chetsi eontiguum. Et ut hec traditio inconnulsa perpetuo 
permaneat. hü testes sunt adhibiti. Piligrim et &ins eins Bapato. 
Hezil. Heinrich. Snello. Otto, 

LX. 

Nouerint uniuersi sanete ecciesie filii. quod quidam« nobili«. N. 
Adalpreht tradidit super altare S. Marie duas uineas apud Chopans- 
burch sitas. ea scilicet conditione. ut sibi quousque uiueret. usus 
fructuarius deseruiret. Huius traditionis per aurem adtracti sunt testes. 
Friederich, Wiezil. Bagano, Wolfkanch. Wolfhere. Gotiscalch. 
Inuestiture Wezil, 

LXI. 

Nouerint omnes Christi fideles. qualiter quidam. N. BerhtoÜ 
pro dilectione filii sui Waltheri noöiscum in monasterio ediicandi 
tradidit super altare S. Marie difiaidium mansum ad Baztingm. et 
pomarium euni^ umaa. 

Quidam etiam. N. Wizüie ibidem tradidit ¥UIL iugera. 



19 

In eodem loco tradidit super idem altare quidam. N. Ädalpreht 
VI. iugera. 

LXII. 

Nouerint omnes uniuersalis ecclesie tarn presentis efatis quam 
successure posteritatis fideles. qualiter quedam matrona Hadamütk 
dieta pro dilectione filii smGotifridinobisctiminmonasterioeducandi, 
et pro remedio anime uiri sui Ädalberonis uia hierosolimüana bene 
conmmmati. tradidit. Y. mansus cum uinea ad mehtrys ad altare 
S. Marie absque ulla contradictione. in usum fratribus. hie deo eiusque 
genitriei seruientibus. Huius traditionis per aurem adtracti sunt testes. 
Piligrim. Megingoz, DiethpoU. Sigifrit Snello. 

LXIIL 

Notum sit Omnibus uniuersalis ecclesie fidelibus. tam huius eui 
presentibiis quam eis in affutura posteritate succedentibus. qualiter 
fratres isti supra facultatem suam comparauerint predium Liuziman- 
nisdorf dictum a domina Elisabeth palatina comitissa. XX. marcis. 
Cuius traditionem delegauit in manum cuiusdam Odalrici nobilis uiri. 
e» «rd^liefet conditione. quaten^ ipse illue traderet quo dominus 
ChSnradu» uel fratres eins rogassent. adhibitis his testibus coram 
ipsa. quorum hee sunt uocabula. Piligrim. Heinrich. Odalrieh, 
Heinrich. Hiepalt Riehart. Quam ipse tradidit ad altare S. Marie 
sub ktramenti interpositione. qua se affirmauit eius tradendi com- 
potem. Huius traditionis adhibiti sunt testes. Egilolf. Hartwieh.' 
Raipoto. WUlihalm. Brunno. Snello. Hirz. Meriboto. Inuestiture 
Egilolf. 

LXIV. 

Nouerint uniuersi sancte ecclesie filii tam in presenti etate positi. 
quam in sequenti posteritate successuri. qualiter quedam matrona. 
N. Sophia delegauit in manum filii sui Chonradi ad Pielaha mansum 
UBum et uineam. eo tenore ut idem Chonradus legaret super altare 
S. Marie ^o requie anime sororis sue. Quod et factum est. et testes 
isti sunt adsciti. Hietmar. Wichpoto. 

LXV. 

Hoc etiam memorie commendandum est. ()uod quidam. N. Gebe- 
hart de gozinsdorf tradidit super idem altare iugerum et partem 
angie sciKcet iugerum unum et dimidium. 



"1 



20 



Sed et alii in eodem loco reliquam partem eiusdem augie tradi- 
derunt. 

LXVI. 

Nouerint omnes Christi fideles qualiter quidam. N. Herwich 
tradidit super altare S. Marie dimidium mansum ad Mirsi prius iura- 
mento super idem altare dato, quo se compotem tradendi affirmauit. 
quoeunque uellet. Huius delegationis per aurem adtracti sunt testes. 
Piligrim, Megingoz, Odalrich. Gunthere. Rodpreht Bertolt. Linker. 
Waltchon. Trutman. Reginhart. Liuze, 

LXVIL 

Notum sit Omnibus Christi fidelibus qualiter quidam. 

N. Gerrich tradidit super altare S. Marie dimidium mansum 

et duo roaneipia. N. Waldman et Hirzmaa in proprium seruicium. et 
alia. IUP'. N. Woluolt. Gnanna. Mahthilt. Hiltigart. pro tributo. V. 
denariorum annuatim persoluendo. 

LXVIIL 

Nouerint uniuersi sanete eeelesie filii. qualiter quidam. N. Pride- 
ricus tradidit super altare S. Marie mansum unum in loco qui uocatur 
Tema, et mancipium. N. Wigo cum tribus aliis in proprium seruicium. 
Huius traditioois adhibiti sunt testes. Adalpreht. Marchwart. Willi- 
halm. Wigant. Dietprant. Adalpreht. Heribreht. Inuestiture Willi- 
halm. 

LXIX. 

Nouerit uniuersitas Christi sanguine redemptorum qualiter qui- 
dam. N. Hartwicus ministerialium Engilberti eomitia. in extremis 
suis misit fratrem suum Tutonem ad propinquum amborum seilicet 
Odalricum eo quod nobilis esset, quatinus traditionem predii sui 
Purchartisvmin dictum delegaret ad altare S. Marie quod ipse dudum 
sanus cogitabat facere. Cuius etiam uotum rogatus delegator perduxit 
ad effectum. Huius traditionis per aurem adtracti sunt testes. Odalrich. 
Rantwic. Ortwin. 

LXX. 

Nouerit omnium Christi fidelium tam presens etas quam succes- 
sura posteritas qualiter Dietricus fvdiier Gebehardi comitis proremedio 
anime eiusdem germani sui dedit predium quoddam Egizinisdorf 



21 

dictum ad altare S. Marie mancipiis possessum in usum fratril|)us deo 
hie et eideiD genitriei eius die noetuque seririentibus. Huius traditio- 
nis testes satis idonei hi sunt adhibiti. Heinricm et frater eius Sigi- 
hardus Slii seilicei Sigihardi comitis. Chono. MeginhaH. GumpolduB, 
aliique quam plures. 

LXXI. 

Nouerint uniuersi sanete ecclesie filii. qualiter quidam Piligrimus 
pro dilectione filii sui Chonradi nobiscum in monasterio educandi. 
tradidit predium quoddam home dictum in manum Ottonis nobilis 
uiri delegandum ad altare S. Marie. Quod ille impediente cuiusdam 
rei obstaculo implere non ualens. signauit eandem traditionem in 
manum Werigandi comitis delegandam sicut ipse rogatus fuerat. 
Quod et factum est. Huius traditionis adsunt testes conscripti. 
VolchoU. Erchinpreht Anshalm. Snello. Otto, et alii. 

LXXII. 

Nouerint omnes sanete ecclesie fideles. qualiter Liupoldus 
marchio rogatu domini abbatis et fratrum. fecit diuisionem silue 
Nortwalt quam dominus Ältmannus episeopus tradidit ad altare 
S. Marie. Hec enim nobis fuerat aliquante tempore iniuste ablata. 
sed deo adiuuante per iuniorem L. restituta. Hanc etiam dirimens 
cepit a fluuio qui uoeatur obizinpach uersus occidentem posito et 
terminum faeiens amnem Chremisiam e regione fluentem. Subinde 
incipiens a monte qui metallicus (superscriptum est : arizperch) dici- 
tur ad australem plagam sito. et pertendens ad uiam que dueit ad 
nouale Chotanisriuti dictum. Cuius diremptionis ab ipso sollempniter 
super altare S. Marie celebrata est traditio, et ne umquam temeretur 
adhibitis testibus confirmata. quorum hec sunt nomina. Werigant. 
Dietmar. Gotiscalch, presentibus etiam suis ministerialibus plurimis. - 

LXXIII. 

Nouerint omnes uniuersalis matris ecclesie fideles. tam presen- 
tium etas. quam succedentium futura posteritas« qualiter quidam 
nobilis Waldo coram marchione L. et eius consensu propter pactum 
uidelicet quod inierant. tradidit siluam quandam uulgariea lingua 
ChotiwaU dictam ad altare S. Marie, sicut fratres nostri cum legatis 
eius certis terminis designauere. Quam dirimentes. eeperunt a fluuio 
Chremisia dicto ad orientalem plagam decurrente. et terminum huius 



22 

dimensioais praia Wolfperti uersus occideniem sita fuerant. Deinde 
incipientes a nouali quod dicitur Sigin ad austrum uergente. finem 
huius diuisionis posuerunt uiam que ducit uogitisawa respicienfe ad 
aquüonem. Huius designationis et celebrate ti'aditionis per aurem 
sunt adtracti testes idonei. Werigant. Gotiscalck. Nizo. Anshalm, 
Adelolth. et alius ÄdeloUh, OsricK 

LXXIV. 

Notum sit uniuersis sancte eeclesie fidelibus qualiter quidam 
nobilis Aribo in extremis suis hereditaria iura inter monasterj^ distri- 
buens tradidit predium quoddam in manum Otachari mar- 

chionis. delegandum hoc in loeo ad altare S. dei genitricis. Quod et 

» 

actum est. Huius traditionis adhibiti sunt testes. Odalrich. Walthere, 
Rapoto, Hezil. 

LXXV. 

Nouerint uniuersi sancte eeclesie filii qualiter quidam de familia 
s. Stephani uocabulo Wezil ob remedium anime sue tradidit dimidiam 
uineam apud huntisheim sitam ad altare S. Marie, usu fructuario sibi 
quo ad uiueret concesso. hanc addens etiam conditionem ut si absque 
legitimo berede obiret. altera dimidietas deo hie eiusque genitrici 
seruientibus perueniret. Huius traditionis introducti sunt testes. 
Werigant Piligrim fratres eiusdem Wezüonis. Airich, Zeizo. Liu- 
prant. Otto, Heriman, 

LXXVL 

Nouerint uniuersitas Christo credentium qualiter quidam Diet- 
hardus cum compare sua Elisabeth dicta apud nos seculo renun- 
cians tradidit predium suum Waltrichisdorf dictum ad altare S. Marie 
pro remedio amborum. Quod trans montes in medio duorum flumini|in 
Triestnich et Piestnich siium iungitur illi fundo quem fratres fflP' mar- 
cis comparauerunt ab eins cognato. Äddidit etiam Y. mancipia quorum 
hec sunt nomina. Engilhalm cum uxore sua. Diethpurch. Ozie. 
Liuphilt. Hizala. 

LXXYII. 

Nouerit uniuersitas Christianitatis qualiter quedam matrona 
uocabulo Bertha non longe in nostra possessione conuersa tradidit 
predium suum Gotlingin dictum ad altare S. Marie pro remedio anime 
sue. cum mancipiis quorum hie sunt nomina conscripta. Sigihari 



23 

Gisilhere et uxor eius Engiza et filii eorum Ekkirieh Wigant Gisil- 
here. Mazile et uxor eius Meginza et filii eorum. Mazilie cum filiabus 
eius Ita Otilia. Perwin et filius eius Engilbertus cum filia Chuniza. 
Item alius Engilbertus. Chazilie. Heilka et filius eius Aribo. Gisila. 
Irmingart et filius eius Walthere cum filia Richkart. et alius Walthere. 
Christioa. Huius traditionis adhibiti sunt testes. Perehart. Snello. 
Reginhari. Otto. Heriman. Lanzo, Willihalm, 

LXXVIIL 

Nouerint omnes sancte ecciesie fideles. qualiter quidam March- 
wardus rogatu domini Chazilini presbitert nobiscum in monasterio 
iam degentia. tradidit tria mancipia Starcbman. Dietmar. Bertha. 
ad altare S. Marie pro. V. denariis annuatim soluendis. Huius 
traditionis adhibiti sunt testes. Perehart, ho. Wiziman. Airich. 
Marchwart, 

LXXIX. 

Nouerit uniuersitas Christi fidelium tam presentium etas quam 
succedentium futura posteritas. qualiter quidam Rüdiger delegauit 
quoddam mancipium Irmingart ad altare S. Marie pro. V. denariis 
annuatim soluendis. subiungens hanc etiam conditionem. ut si statu- 
tum transgrederetur. seruitutis debito obligaretur. Huius traditionis 
adhibiti sunt testes. Bru7i. Grim. Ebo. Bertolt. Liutolt. 

LXXX, 

Notum sit cunctis Christi sponse filiis. qualiter quidam Poppo 
cum uxore sua Rilinda tradidit unum mancipium ad altare S. Marie 
cui uocabulum est Yolrath cottidiane seruitutis penso mancipandum. 
Huius traditionis testes adhibiti sunt satis idonei. Grim. Ebo. 
Adalbero. Bertolt. Agalbero. Erminhart. 

LXXXL 

Notum sit Omnibus catholiee matris ecciesie fidelibus. qualiter 
quidam Ludiwicus tradidit IUI?' mancipia. Heriman. Adalgoz. Hirz- 
purch. Judita. ad altare S. Marie pro consueta census solutione. annua- 
tim soloenda. Huius traditionis introducti sunt testes. Grim, Othpolt. 
LiupoU. RSdprekt. Snello. Gerunc. 






24 



LXXXU. 

Et hoc notaDdum quod quidam Northprekt tradidit mancipiuro 
nnum. N. Arooldum ad altare S. Marie, interposito huius conditionis 
teaore. ut si trium anaorum currieula aeglexerit. debito cotlidiane 
seruitutis subiaceat penso. Huius traditionis testes eititerunt. Snello. 
LiupoU- Otto. MeginhaTt. 

Lxxxni. 

Notum sit omnibus sancte ecclesie cultoribus qualiter quedam 
is mulier. N, Frizala ancillam suam Irmingart et eius filium Engil- 
im cum Glia Hadalöch cum omni posteritate eorum tradidit ad 
e S. Marie ob censum. V. denariorum. Huius traditionis testes 
enti pagina continentur fideles. Snella. Liutkere. Bertolt, 
'rieh. Bertolt. 

LXXXIV. 

Nouerit uuiuersitas fideliiim sauguine Christi redemptorum qua- 
quidam GuntkeruB frater Potonismonacktnostre congregalionU 
dit predium suum Trütnich dictum ad attare S. Marie absque 

contradictione pro sua suorumqne parentum absolutione. Huius 
lionis extiterunt testes. Piligrim. Otbpolt. Dietrich. LitUoli. 
stiture Piligrim. 

LXXXV. 

Nouerint nniuersi Christi sanguine redempti. qualiter quidam 
bulo Sueiko cum uxore nomine Widara tradidit iugerum unum 
midium apud Grie situm ad altare S. Marie pro remedio ambo- 
nuUo GOntradicente hominum. Huius traditionis testes extant hie 
ti fideles. Snello. Reginhart. Maxile. Azilie. Snello. Riwin. 
hman. HiUimar. 

LXXXVI. 

Nouerint omnes uniuersalis ecclesie fideles quod quidam Maxile 

compare sna. N. Wirtinna eadem die sub eJsdem testibus dedit 

mancipia ad eundem tytulum pro consueta census solutione 
atim soluenda. quorum uidelicet hec sunt uocabula. Gisala. 
ha. Ädala. Bertha. 

Lxxxvn. 

Nonerit numerositas omnium Christi sanguine redemptorum. 
ter quidam Vrliuch cum compare sua uocabulo Imila tradidit 



25 

duas uineas cum suis appendiciis ad altare S. Marie absque ulla con- 
tradictione pro remedio amborum uel animarum utrorumque parentum. 
unam uidelicet sitam ad Imizinisdorf, alteram ad AUmannisdorf. 
Huius traditionis testes sunt adhibiti. hac pagina notati. Huch 
eiusdem traditoris germannus. Volrat Hirz. Ödalrich. Engilman. 
Inuestiture Huch, 

LXXXVIII. 

Nouerint omnes Christi fideles qualiter quidatn presbiter. 
N. Chazilie tradidit super altare S. Marie predium suum ad Chum- 
berg. et uineam unam. 

LXXXIX. 

Nouerit omnium Christi fidelium tarn presens etas quam sueces- 
sura posteritas. qualiter quidam Nantker ob remedium anime sue 
tradidit dimidiuro mansum ad altare S. Marie. Huius traditionis per 
aurem adtracti sunt testes. Brun. Huc. Heriman. Sigifrü, 

XC. 

Et hoc memorie commendandum quod fratres nostri precio dato 
comparauerunt aliud predium hezimannisdorf dictum ab eodem 
Nantkero. predicto quidem fundo contiguum tribus tarnen partibus 
excellens. sub testibus iam supradictis. 

XCI. 

Notum sit cunctis sancte ecclesie filiis qualiter quidam nobilis 
uocabulo Ruodolfus dedit mansum uuum ad Ädilindorf situm ad 
altare S. Marie pro remedio anime sue. ea uidelicet conditione si 
ipsum absque legitima coniugii copula contigerit obire. Huius tra- 
ditionis testes adsciti sunt. Brun. Grim. Reginger. Ebo. LiuioU. 
Wolßanch. 

XCII. 

Notum sit cunctis Christi sanguine redemptis. qualiter quedam 
matrona uocabulo Richiza ob remedium anime sue suorumque paren- 
tum absolutione tradidit predium quoddam Geroltingin dictum ad 
altare S. Marie in usum fratribus deo hie sanctisque eius seruientibus. 
Huius traditionis adhibiti sunt testes. Manegolt. Bertolth. Marchwart. 
Ödalrich. Werinhart. et alius Ödalrich. Wigo. Wichart. Inuestiture 
ManegoU. BertoU. 



26 



XCIII. et XCIV, 

Nouerint uniuersi Christi sanguine redempti. qualiter domina 
Sophya Herimanni regia relicta tradidit ad altare S. Marie predium 
quoddam Meginoldi dictum habens trium quantitatem inansorum tam 
pro sue anime quam pro remedio parentum utrorumque* Huius tradi- 
tionis sunt adsciti testes satis idonei. Otto filiua eitisdem regine, 
Wichpoto. Wirinch, Heriwich, Ädälbero. HeciL Odalrich. Zeizo, 
Dimar. Otto. Inuestiture Otto. 

Qua hora. quo loco etiam predietus Wichpoto tradidit predium 
quoddam in Machlant situm ob remedium anime uioris sue nouiter 
defuncte et apud nos sepulte sub testibus prenotatis. 

XCV. et XCVI. 

Nouerint tam presentis eui fideles quam eorum loco successuri 
heredes qualiter quidam nobilis Marchwardus rogatu uxoris sue 
Mathilde tradidit dominicale quoddam. uineam et molendinum cum 
appendiciis suis apud Pielaha sita ad altare S. Marie fratribus die 
noctuque. dei omnipotentis genitrici seruientibus. Huius traditionis 
testes idonei habentur presenti pagina eonscripti. ManegoU. Dietmar. 
* Hartwich. Regit. Meriboto. Ellimoich. Chono. Ädalbero. 

Idem etiam Marchwardtis eadem bora sub eisdem testibus tra- 
didit aliud dominicale ad eundem tytulum S. Marie Marchwartisdorf 
dictum cum duabus uineis et ecclesie partem quam cum Friderico 
habebat communem. Hec omnia donauit sicut dictum est pro sua 
suorumque parentum absolutione. 

XCVII. 

Nouerit omnium Christi fidelium tam presens etas quam succes- 
sura posteritas. qualiter quedam nobiiis matrona uocabulo Margareta 
multis erga nos beneficiis dedita. que ad Straneisdorf mansum ante 
dedit. etiam possessionem duorum mansorum et dimidium iuxta 
Persniche sitam et Pennindorf dictam ad altare S. Marie tradidit. 
Huius traditionis adhibiti sunt testes. Wierigant. Gebehart. Piligrim. 
Wolfker. Vrliuch. Marchwart et filius eins. Inuestit. Werigant. 

XCVIIL 

Commendandum est cunctomm memorie fideliuiD. qualiter priui- 
legium regia Eeinrici uidelicet. V^ imperatoris nobi» auetaritate super 



27 

ecciesle no3tre bona donatum, in synodo patauiensis ecclesie preci- 
piente uenerabili epücopo Odalrico est recitatum. et ipsius banno 
eleri primatumque fauore. perpetua stabilitate firmatum. Huic con- 
uentui interfuere he probabiles persone. De domo s. Saluatoris 
Adalrammus abbas. De clero autem. IUP prepositi. De domo s. Ste- 
phani Jembertus. De domo s. Nikolai Odalricus, De domo s. Floriani 
Isinbetius. De domo s. Michaelis Pezimannus. Willibertus decanus 
de domo S. Stephani. Archipresbiteri tres. Eppo. Helmbertua. Gum- 
poldus. De primatibus etiam isti. Dietricus comes, Odalricus de 
Wilüheringin aduoeatus super domum s. Stephani. Reginbertus et 
duo filii eins, aliique quam plures idonei testes. 

XCIX, 

Nouerint omnes tam presentis eui superstites quam loeo eorum 
fiuccessuri heredes. qualiter fratres isti diuina gratia opitulante. iudicio 
igniti ferri siluam hauperg dictam optinuerint. quam dominus ÄU- 
mannus episcopua S. Marie et ei hie seruientibus tradidit. Hanc ergo 
eontrouersiam cum aliqui de ministerialibus s. Stephani erga episeo- 
pum eonoitarent. et se benefieium in eadem silua habere dicentes. 
inportunis uocibus iudicium exigerent. plaeuit episcopo et precepit id 
diuino examini committere. nullo eins sententiam ualente nostri 
uice permutare. Nos uero tam etsi iustam causam habentes non aude- 
remus cootraire. sicut nee fas est tali decreto. talique persone. tanoen 
presumentes de miseratione superne pietatis. et precibus cui deuoti 
existimus. dei genitricis manus tetendimus. et sicut notum est teste 
eodem presule et multis coram positis, misericordiam consecuti sumus. 
Huius rei idonei testes extant. Engilbertu$ archipresbiter et prepositus 
s. f ppoliti. Witimar, Ozie, Adalram presbiteri. De laicis uero Rüdolfvs 
de berga. et Hartlieb, 

c. 

Notandum atque diligenter est memorie fidelium committenduiQ. 
qualiter cAbas noster communicato seniorum consilio, eommutationem 
fecerit possessionis Rategasth erga Odalricum de houistetin, ipso 
uidelicet Odalrico nobis hoc coüsilium subministrante. data sibi 
uicisaim tercia decimationum parte ad houistetin que nobis contia- 
gebat. 3^4 et hoc cum licentia domini episcopi^ et rnarchUmis ^Wr 
sensu est patratum. nichilominus etiam aduocati nostri sicut iustum 



38 

est interuenieote equitatis ratione. Huiua mutue traditiouU adhibiti 
sunt idonei et necessarÜ festes, scilicet lilii treseiusdem. O.(dalriGi) 
Piligrtm. Ödalriek. Tiemo. RaloU. Eber. Snello. 

Gl. 

Nouerint uniuersi katbolice matria ecclesie filii. qualiter quidam 
nomiae Pabo predia aua que proprietatis iure possedit in bawaria 
ancipiis. XXVIII. tradidit ad allare S. Marie absque ulla con- 
one pro consueta. V. denariorum solutione. eicepto Ricbberto 
it predia optulit ex toto. Huius traditionb adbibiti sunt testes. 
m. Perekart. Piligrim. Perehart. Adalbero. Zeizo. Wiülte. 
it. 

CIL 
Dtum sit uniuersis sancte ecciesie filiis qualiter quidam Dobilis 
US delegauit predium suum Hufinback situm plus dimidlo manso 
, in manum Peringeri cuiusdam nobilia uiri tradendum super 
S. Marie ob remedium anime sue pariterque parentum suorum 
ione. Quod et factum est. Huius traditionis adsciti sunt 
idonei. Barthlieb et frater eins Ruäolfus, Heriman. Vrliuck. 
\art. Heriman. 

cm. 

juerint uniuersi Christiane religionis cultores. qualiter quedain 
rerdrut ob remedium anime mariti sui ßietrici dedit dimidium 
1 ad altare S. Marie apud tiußnback situm. Huius traditionis 
lontinentur presenti pagina conscripti. scilicet Rudolf, ödal- 
\udolf. Penzo. Adalhalm. Werinhart. Waltekon. Dietpreht. 
tnt. Winther. Riwin. Snello. 

CIV. 

itDin sit uninersts christtani nominis cultoribus. quod quidam 
^I. Hecil de Putine delegauit predium suum ad SHckinbrun- 
um. IUI?'' scilicet mansus. et XXX. III. mancipia in manum 
oni» Otackari. ea uidelicet conditione. ut ipse boc ad allare 
e delegaret. in quibus nominatim Cbazilinum cum uxore Heiza 
is eorum. Bertoldum cum coniuge Sprinsa et filiis eorum. Idem 
archio aliis rebus impedientibus idipsum in manum Hartwiei 
uiri de Rudnicka delegauit. ut ipse hoc uice sua ad supra 
tftulum contraderet. Quod et peregit idem. f.(artwicus} bU 



29 

idoneis testibus ad hoc adhibitis. Ekkirich de Chuffarin. Heriman 
et frater eius Reginhari. GundoU. Purgman. Meginhart. Wichardus 
et frater eius Heinricua, Tiemo. Wielant. Isinrich. 

CV. 

Nouerint tarn presentis eui superstites quam future posteritatis 
fideles. qualiter quidam Heinricus dedit uineam unain ad Imizinis- 
doff sitam cum suis appendiciis ad altare S. Marie absque ulla con- 
tradictione utpote paterne hereditatis iure et pro sue anime remedio 
et parentum absolutione. Huius traditionis adhibiti sunt hi testes. 
Nizo. Odalricus. Engilpreht Rirz, 

CVI. 

Notum sit eunetis matris ecelesie filiis. qualiter quidam miles 
uoeabulo Rapoto cum licentia domini sui Gebehardi tradidit uineam 
unam Cholinbach sitam ad altare S. Marie, cum uno mancipio 
Wiilihart dicto. Huius traditionis extant per aurero adtracti testes. 
Adalberhis. Diethere. 

CVIL 

Nouerint omnes Christiane religionis cultores. qualiter quidam 
Wolfker ob remedium anime fratris sui tradidit quantitatem iugeris 
Rorisbach sitam ad altare S. Marie absque ulla contradictione. Huius 
traditionis habentur testes presenti pagina conscripti. Werinhart. 
Walthere, Hadamar. Meginhart, 

CVIII. 

Nouerit uniuersa sancte ecelesie eompago qualiter quidam iuuenis 
uoeabulo Pezilie tradidit uineam unam Nuztorf sitam ad altare 
S. Marie, addens etiam adhuc quod maius est. scilicet quod se ipsum 
optniit iugiter hie seruiturum. Huius traditionis testes habentur per 
uocabula presentes. Snello. Wizile. Otto. Reginhart. Plidolf, Crechin. 
Starcholf. LitUram. Wichart, HeripoU, Salman. 

CIX. 

Nouerit uniuersitas sancte ecelesie filiorum. qualiter quidam 
nobilis Wolfker pro remedio anime sue et militis sui Megingaudi 
tradidit mansum unum ad altare S. Marie de predio- quod Sewarin 
dicitur absque ulla contradictione. Huius traditionis habentur testes 




30 

idmief. Emüt. Dietrich. AdaBertus. Nantker. Tiemo. Wtllihälm. 
Meginhart. Fridefich, Hokolt 

ex. 

Notum sit Omnibus ecciesie filiis. qualiter idem dominus Wolf- 
kerus ecclesiam apud Naliuph cum dote et decimatione uel omnibus 
ad eam pertinentibus delegauit super altare S. Marie pro remedio 
anime sue et patris et matris sue. Huius traditionis testes fuerunt. 
Adalbertus. Burchardm. Eagano. Fridericus. Gotifridus. 

CXI. 

Nouerit uniuersitas Christi lidelium qualiter quidam Grnnpo cum 
uxore sua magno deuotionis desiderto optulit uineara unam Gvkkingin 
sitam ad altare S. Marie pro suarum et utrorumque parentum remedio 
animarum. Huius traditionis per aurem adfracti sunt testes. uocabula 
presenti scedula habentes. BertoU. Meriboto, Marchwari. Dietrich. 
Reginolt. Nanzo et alii. 

CXII. 

Nouerint uniuersi adoptionis sjliritu renati. qualiter quidam Die- 
tricus rogatu cuiusdam matrone Trute. delegauit Adalbertum quendam 
ad altare S. Marie pro suorum absolutione parentum. designato. 
V. denariorum censu. annuatim soluendo. Huius traditionis testes hi 
per aurem adtracti sunt fideles. Hesso. Sigifrit. Perhart. Sigifirii. 
Ädalpreht. Snello. Heriman. Ekkihart. 

cxin. 

Notandum est cunctis ecciesie fidem seruantibus qualiter quidam 
de ministerialibus marckionis uocabulo Tnähman conimutationem 
fecierit predii Potingin dictum, data sibi uicissim alia possessione a 
nobis apud litaha per manum Heidinrici nobilis uiri presente aduo- 
caior nastro Chonrado cuius etiam eonsensu est celebrata. Huius 
traditionis extant testes idoftei- itt* presenti'arum adserlpti. Ekkirich. 
Hartwich. Ädalpreht. Reginger. Eppo. Gerunch. Sigifrit. GundoU. 
Maginus. WaUchon. Willihalm, fnuestiture Ädalpreht. 

CXIV. 

Nofum Sit omnibus deo et ecciesie eins fidem seruantibus quaTHer' 
quidam nobilis Bertoldns l^adidit mandpiutfi* üttlim ad altar'e S. Marid 




31 

ob renedtum antrae 9iie et eomparis Chunigunde pro consu^ta. 
y. denariorum solutione. quam si trium annorum supersederel corri-^ 
culo. cottidiane seruitutis debitor existeret perpetuo. Huius traditionis 
testes representantur pagina presenti scilicet. Erchinpreht Meriboto. 
Rapoio, Snello. Chonrat. et alii. 

cxv. 

Nouerit omnium in Christo renatorum tarn presens etas quam 
suecessura posteritas. qualiter fratres nostri communis causa utititatis 
commutationem fecerunt quorundam prediorum sibi pro elemosina 
oblatorum erga dominum Dietricum de Vormbach, consentiente 
aduocato nostro. Horum siquidem que nos dedimus fuerunt duo man- 
sus in bawaria siti quos dominus Hecil nobiscum in monasterio 
degens optulit. et due uinee ad Aachaa quas episcopus Altmannus 
dedit. et. Egizinisdorf duos mansus et semissem habens. quod pre- 
dium pro remedio parentum eins huc oblatum est. At contra ipse dedit 
totum quiequid apud Muri babuit. scilicet eccleatam cum 8u>a dote 
uineas cum suis appendiciis. quiequid ruris cultum et incultum. Hec 
miitiie donationjs eonuentio signata in mantifn Ekkirici habet testes 
idoneos presenti pagina scriptos. Hartliebin. Epponem, Guräherum. 
Ögonem. ea nidelicet conditione facta ut post soUeropniter super altare 
S. Marie celebraretur. Quod et factum est. Huius traditionis testes 
sunt adsciti. Rudolfus. Amolt Bahmn. GundoU. Wolfker. Megin- 
hart. Otta. Heriman, Odnlrich. 

CXVL 

Notum sit cunctis eceiesie filiis. qualiter Liupoldus marchi^ 
lüen» que inter um et illum erat ad Grie definiens de sua adiecit. 
tradiditque ad altare S. Marie predium quod uoeatur Liupoldu Sed. 
et de adiacente sihia quantum economus eius designauit. idem ipse 
ad eundem tytulum detegacrit. Huius rei testes extant hi. Ekkiricus 
de ckufarin et frater eius Wolfkema, Hemrieu9> iilius Hetderici. 
0dalricu8 iilius Reginberti. Meri^ota. Imestitnite Ebkiricu^^- 

cxvir. 

NotandVrm quoquer et hoc quibusque fideKbus quod quidam non 
ignobilis uir nomine AdaVbero de Staudiza dedit tres mansus super 
altare S. Marie potestatiua manu hoc in loco deo seruientibus m u^nm'. 



32 

Huius traditiOQJs testes extant hi. Ödahicua de ZemiUuh. Sigifridiu. 
Dietricus. Heriman. 

CXVIII. 
Sed et hoc memorie fidelium coinmendandum quod quidam nomine 
Dietprant. delegauit uineam unam sitam ad Anzindorf quam duduin 
emerat propria pecunia a bone memorie domino Hartmanna abbate. 
super altare S. Marie pro remedio anime sue. Huius rei testes sunt. 
Durinch. Sigibolt. Heinricus. Heriman. 

CXIX. 

Nouerint omnes Christi lideles. qualiter quidam clericus. 
N. Harlwicus filius Smundi tradidit super altare S. Marie manci- 
piaXV. pro tributo. V, denariorum singulis annis peraoluendo. quorum 
sunt nomina. Ita. Oza. Go^polt. Ita. Dieza. Enzi. Wallaburch. Liuzi. 
Aribo. Eagilpreht. Eberhart. Pezala. sub bis testibus. Ekkibertu» et 
filius eius Ekker. Hecü. 

cxx. 

Vt in noticiam perueuiaf posteritatis, curiosa memoria antiqui- 
tatis. literis mandamus. quoddam pietatis ofücium. ab eo qui cogno- 
mento pUu Otto dicebatur peractum. Is enim lerosolimam iturus 
predium suum apud Plintindorf quod iure iibertatis possederat. et 
pod extra partem et ius heredilarium aflinitatis in presentia liupoldi 
marchionis per senteniiam optiniierat. Kotewieensia monaaterii 
Tratribus tradidit. Et hanc in traditione conditionem interposuit. ut 
juicunque. sue posteritatis idem predium redimere uellet. prescriptia 
fratribus ducentas marcas argenti persolueret. Acta est hec traditio 
in eminentiori chremisie foro. in presentia liupoldi marchionis 
juando eiusdem principis in prefato loco sollempnis habebatur contio. 
ünius rei testes sunt. Gebehardus comes de piugen. Otto et frater 
sius Hartwicus de lengenbach. Hademarua de ckufam. Hartwicus 
ie rudnich. Hademarus de Kuneringen et frater eius Älbero de 
:hobanesbure. Hartunc de Rvhenekke. 

CXXI. 

Ad eundcm tytulum quidam. N. Bertoldua seetdo remm- 
Hans tradidit mancipia duo. N. Iwan. Chuniia. pro tributo. 
f. denariorum. 



33 



CXXIL 

Sed et alias quidam. N. PemoU. sectUo ei ipse renunciaiw 
tradidit super idem altare tnancipia duo. N. Gerlint. Dietmut. pro 
tributo. V. denariorum. 

CXXIII. 

Ad predictum tytulum quidam. N. Enziman aeeularem habitum 
re/tVt^^n« tradidit mancipiutnuQum. N.Wiziman in proprium seruicium 
et alia tria. N. Paulus. Imiza. Riehkart, pro tributo. V. denariorum 
sub bis testibus. IHligrim. Megingo%, 

CXXIV. 

Quidam etiam. N. Zeizo ad eundem tytulum tradidit mancipium 
unum. N. Etieh pro tributo. V. denariorum. 

cxxv. 

II 

Sed et Odalrictis quidam hierosolimatn üurua super idem altare 
tradidit. VI. maneipia pro tributo. V. denariorum. 

CXXVI. 

Hoc quoque notandum quod Chmihardus presbiter de Piricha 
ad eundem tytulum delegauit IIP' maneipia in proprium seruicium 
fratribus deo bic famulantibus. Huius rei testes sunt. Reginger filitia 
Regingeri. Hartwictu de treiama. Meginhart, 

CXXVII. 

Et boc notandum quod quedam tradidit super idem 

altare unum mancipium. N. Azala. pro tributo. V. denariorum. 

CXXVIII. 

Nee non et boc memorie mandandum quod quidam. N. Eppo 
delegauit in manum fratrü sui Hermci mancipium unum. N. Hada- 
marum. ea conditione ut idem delegaret super altare S. Marie pro 
tributo. V. denariorum. quod isdem Herewicm postea deuotus impleuit 
sub testibus bis. Piligrim, Megingoz. Wolfpreht. Gfunzo. Izo. 

CXXIX, 

Notum sit Omnibus quod quedam. N. Lantrath conuersa dedit 
super idem altare. DU*', maneipia. quorum sunt nomina Rentbuicb. 
Rantwicb. Gisila. Azala. in proprium seruicium pro remedio anime 

Fontes. X. 3 



84 

sue et pro salute filii mu H. nobiscum in monasterio conuersi. sub 
bis testibus. Megintoart. Özi, Pro. V. autem denariis annuatim per- 
soluendis. eadem sancümonialü Lantrath delegauit ad idem altare. 
Purgilint. et eins filios. Enziman. Sigiia. 

r 

cxxx. 

Et hoc memorie fidelium commendandum est. quod quidam. 
N. Siarchant tradidit ad altare S. Marie duo mancipia. N. Razile et 
Gisila pro. V. denariis annuatim soluendis. interpositohuius eonditionis 
teuere, ut si trium annorum eurrieula neglexerint. debito cotidiane 
seruitutis subiaceant penso. Huius traditionis testes extiterunt. Egilolf, 
Gerhart. Eppo, Fridericm, Heriman. Heinrums. 

CXXXI, 

Sed et boc notandum. quod quidam. N. Wlcan tradidit ad eundero 
tytulum uineam unam et partem agri ad nuzdorf. aeeeptis a nobis pro 
commutatione duabus marcis. Huius commutationis sunt testes hi. 
Hartwicus de treisma. Reginger et filius eins Reginger. Meginhart. 
Wezil, Orivnn, 

CXXXII. 

Hoc quoque notum sit. quod quidam clericus nomine RaffoU 
etiam et presbüer tradidit ad altare S. Marie quedam mancipia quarum 
bec sunt nomina. Regila. Irmingart. Diemot. cum natis earum pro 
tributo. y. denariorum annuatim exsoluendo. Huius traditionis sunt 
testes bi. Reginhart. Adalbero. Snello. Azile. Siarchant. Rahwin. 
Bertolt. Engilman. Dieimarua. 

CXXXIII. 

Notum sit Omnibus ecdesie filiis. quod quedam matrona nomine 
Gisila tradidit ad altare S. Marie cum manu filii sui Tiemonis uineam 
apud Imizinisdorffvo remedio anime uiri sui Reginheri. In quo loco 
testes affuerunt. Eppo. Adalfrit. Swithart Wicpoto. Eberhart. Sioü- 
hart. Inuestiture Eppo. 

CXXXIV. 

Hoc etiam memorie commendandum quod quidam Starcholf cum 
manu comparis sue delegauit partem quandam agri post obitum suum 
ad altare S. Marie, et isti sunt buius rei testes. Reginmar et alius 
Reginmar. Pero. Ortolf. 



35 



CXXXV. 

Nouerint uaiuersi in Christo renati. qualiter Dietpoldus marchio 
delegauit maDsum unum Wielantiadorf situm de predio Brunonis 
milüia sui qui nobiscum contiersatus. aeculum feliciter reliquü. 
manu sua et ipsius ae filii eins Eigilwardi super altare S Marie, deo 
eiusque genitrici hie seruientibus. Huius traditionis testes fuerunt. 
Ödalricus de WilUheringin. Perinhardus de Truna, Chonradua 
frater predicti marchionis. Meginhardua miles eius. 

CXXXVI. 

Nouerit uniuersa sanete ecclesie compago. quod quedam matrona 
filia Ogonis iam defuneti. N. Gerdruth delegauit super altare S. Marie 
ecclesiam ad Graze cum dote et deeimatione ad ipsam pertinente. et 
unam uineam cum IUP', maneipiis in usum fratribus hie deo seruienti> 
bus. Huius traditionis testes habentur per uocabula presentes. Biet- 
martta, et filius eins Dietmaru8. Heinricus. Heriman. Herrant. 
Germuni, Gozwin, Tiemo. alius Dietmarus» Manegolt, Adalbero. 
Perinhart. Inuestiture Dietmar. Heinrich. Heriman. 

CXXXVII. 

Item alio tempore tradidit ad eundem tytulum uineam unam cum 
appendiciis ad Adalgerispach absque omni contradictione pro remedio 
anime sue parentumque suorum. Huius traditionis testes isti per aurem 
suHt adtracti. Ekkibertus comes. Werinhart de Julbach. Sigibot de 
horbach. Engilmar. Wolßer. Offe. 

CXXXVIII. 

. Sed et hoc memorie commendandum est quod quedam matrona. 
N. Rilint tradidit ad altare S. Marie mancipia quedam nomine Jusilam 
et natos eins in proprium seruicium. sub bis testibus. Nendine. 
Dietmar. Richpreht. Adalbero. Wirint. 

CXXXIX. 

Nouerint uniuersi Christiane uocabulo decorati quod domina 
Mathilda comitissa cum manu filie sue Liutkarde delegauit super 
altare S. Marie predium suum apud fliemisdorf possessum cum 
maneipiis. et tres mansus ad Tissizä. et duas uineas apud ludenowa 

3* 




36 

cum appendiciis suis, pro remedio anime uitH mi Odalrici. eifiliisui 
Chonradi. Huius traditionis testes adsciti sunt. Pereharth, Et eiusdem 
domine ministeriales. idem Odalricus, Rahwin, Marchwati, Irmfrit 
alius Rahwin. WilKhalm. Penzo. RumoU. Heriman. RSdpreht. 
louestlture. Perehatih. Ödalrich, 

CXL, 

Delegauit in eodem loeo quedam matrona. N. Hemma ad idem 
altare sub prenominatis testibus quoddam mancipium Hirzman dictum 
pro censu. V. denariorum annuo exsoluendum. 

CXLI. 

Item delegauit in eodem loco ad idem altare sub preseriptis 
testibus quedpm conuersa. N. Wieza tria mancipia pro oensu. V. 
denariorum. 

CXLII. 

Notum sit uniuersis ecciesie filiis. qualiter quidam. N. Rudolfus. 
de achiltah tradidit. XV^. iugera super altare S. Marie sita ad Ebil- 
sawa pro duabus marcis. Huius traditionis testes sunt adsciti. ManegoÜ 
de Achispach, Ödalrich, Herinwi* 

CXLIIL 

* 

Nouerint cuncti fideles qualiter quidam. N. Odalscalch rogatu 
domini sui Wolfkeri de Naliuph pariter et permissu delegauit super 
altare S. Marie duo beneficia rusticorum que possederant Zweran et 
frater eins, in usum fratribus hie degentibus. Huius rei adhibiti sunt 
testes bi. Wolfkerus supra memoratus. Adalbertus de werda, Goti- 
fridua. et alii. 

cxwv. 

Notum sit Omnibus in Christo renatis. quod quidam nobilis bomo. 
N. Heidinrich delegauit super altare S. Marie predium Hadatnari 
ministerialis domine Mathilde comitisse iuxta Persnikkam fluuium. in 
loco qui dicitur Talaheimin situm. Hoc enim predictus Hadamar a 
quadam matrona emerat. et in manum prenominati Heidinriei delegari 
fecerat. Huius traditionis testes fuerunt. hinrich, Wolfker. Barin. 
Ödalrich. RaioU. HohoU, Oriwin. Durinch. Dietmar. RSdpreht. 
Heriman. Heinrieh. Inuestiture. Isinrich. Wolfker. Ödalrich. 



37 



CXLV. 

Delegaoitineodemloeo sub eUdem testibus predictus Heidinrich 
uineam unam apud Imizinisdorf. cum appendiciis. Hoholdi miikisteri- 
alis predicte Mathilde ipso presente et rogante. quam sibi Volchradus 
auunculus suus hereditatis iure dimiserat. 

CXLVI. 

Notum sit Omnibus Ecelesie filiis. qualiter quidam ingenuus homö 
Erchinger nomine, predium suum Emichinbrunnin dictum, delegauit 
in manum Odalrici cuiusdam nobilis uiri. nicbil excipiens omnino preter 
duo beneficia. ea conditione ut ipse hoc idem predium delegaret super 
altare S. Marie. Sed prefatus Odalricus quibtisdam occnpatiombus 
impeditus. dum per se hoc implere nequiuisset. rogante eodem Efchin-- 
gero. delegauit idem predium sicut sibi traditum fuerat in manimi 
RodperH eque nobilis uiri. ut ipse uoluntatem supradicti Erchingeri in 
eius donatione sollemniter adimpleret. Quod etiam ipse Rodpertus pre- 
sente sepe iam dicto Erchingero super altare S. Marie delegauit. et 
inuestituram contradidit. Huius traditionis testes idonei fuerunt. Erchin- 
ger, Aschwin. Wolßer. Gebolf, Wisint, Inuestiture Erchinger, Wisint. 

CXLVIL 

Nouerint uniuersi katholice mätris ecciesie filü. quod quidam. 
N. Meriboth delegauit predium suum apud symichka situm Rumoldishof 
dictum idem dominicale unum et uineam cum appendiciis super altarä 
S. Marie, ea conditione interposita. si ipse absque uxore legifima e<liberf s 
obiret. Huius traditionis testes adscitisunt. Adalbertus. Dietmar. Borin, 
Snello, Zeizo, Heriman. Heinrich, Inuestiture Adalbertus, Borin. 

CXLVIII. 

Delegauit in eodem loco idem Meribef süb teätibus prenomi- 

natis colonum prefate possessionis. N. Willihalm cuiti filiis suis in pro- 
prium seruicium. et ancillam nomine Ebirhiltb cunf) duobus liberi^ stiis. 
Hartwico et Friderun pro censu V. denariorum annuatim eisdlttendo« 

CXLIX. 

Notnm ftit «Muiiibitö Chri»ti sangiiifie redemptis. qualUer <{aidam 
N. Irinrich tradidit ad altare S. Marie predium suum Selingin dictum. 



38 

quicquid in eo loco habebat cultum et incultum. ut post obitum suum 
fratribus hie deo militantibus absque omni contradictione deseruiret. 
Huius traditionis testes fuerunt. Megingoz. Odalrictis. Sigihart. Zeizo, 
Otto. Inuestiture Megingoz, 

CL. 

Sed et hoc memorie tradendura est. quod quidam. N. Reginhart 
delegauit super altare S. Marie IIIP^ maneipia pro censu. V. denario- 
rum post obitum suum singulis annis exsoluendo. 

CLL 

Notum sit Omnibus in Christo renatis. quod quidam. N. Tiemo 
donauit predium suum in loco qui uoeatur Porz situm super altare 
S. Marie cum duobus mancipiis Wichpoto et Waltrada uocitatis. in 
proprium seruicium. Postea uero ex consensu fratrum. ab abbate loci 
istius idem predium pro censu unius denarii dum ipse uiueret recepit 
in beneficium. Huius rei testes fuerunt. Odalricm. Hagano. Riwin. 
Heriman, Liuze. Adalbero, Inuestiture Odalrictis, Hagano, 

CLIL 

Notum sit Omnibus Christi sanguine redemptis. quod quedam 
matrona nobiiis. N. Margareta cum manu et permissu (ilii sui Wichardi 
delegauit predium suum situm ad Penningin ad altare S. Marie, post 
obitum suum hie fratribus deo militantibus in usum cedendum. Huius 
traditionis testes extiterunt. Heidinrich. Reginger. et filiiis eins 
Reginger. Werinhart. Erchinpreht. Balduinus, Otto. 

CLUL 

Et hoc memorie fidelium commendandum. qualiter domina Ita 
relicta Sigihardi comitis delegauit predium quod uoeatur Azonis 
situm apud Ranuoldispach in manum filii sui Heinrici. eo tenore ut 
hoc ipse super altare S. Marie contraderet. Quod etiam benigne 
adimpleuit idem Heinricus. his adhibitis testibus. Meginhart. eifrater 
eins Gumpoldus. Werinhart de lulbach. Albinus de steina. Adalram. 
Werinhere. Rudolf. Otachar. Peringerus. 

CLIV. 

Sed et hoc memorie fidelium tradendum. quod quidam. N. hkerus 
rogatu Anahelmi de Hezimanniswisin. delegauit super altare S. Marie 



39 

preAiumNorprehiisdorf* uoeit^ium. in usum deoinlocohocmilitantibus. 
Cnius rei testes sunt. Reginger. Heriman, et frater eins Reginhart. 
Irminhart, Piligrim, Willo, 

CLV. 

Notum sit Omnibus Christiane fidei eultoribus. quod quidam piier. 
N. Poto gut semetipsum offerens Christo regulariier est educatus 
in hoc monasterio. predium suum Perehardüdorf situm fratribus 
hie deo eiusque genitriei militantibus cum ancilla. N. Imiza perpetuo 
iure tradidit seruiturum. Huius rei testes idonei fuerunt. Penzo. Wolf- 
ker. Sfiello, Ädalbero. Ekkihart, Orttoin* Pezilie, Azilie, LiutoU. 
Inuestiture Penzo, Snello, 

CLVI. 

Sed et hoc ad memoriam Christi fidelium est commendandum. 
quod quidam. N. Gerhart procurator domini Werigandi dedit super 
altare S. Marie seruum nomine Bertoldum in ius perpetuum. et alia. 
V. mancipia quorum hec sunt nomina. Aribo. Gotipolt. Hartlieb. Hilti- 
gart. Heilka. pro. V. denariis. Huius rei testes sunt adhibiti* Dieprant. 
Durinch. Meginhart, Snello, Heriman. 

CLVII et CLVIIL 

Nouerit cuncta katholice plebis ecclesia. quod quidam nobilis 
N. Ratpoto tradidit ad altare S. Marie predium suum Eberisdorf 
situm quicquid in eodem loco habebat. fratribus hie deo seruientibus 
in usum ob remedium anime uxoris sue Geppe que hie sepulta diem 
resurrectionis expectat in pace. Huius rei testes fuerint. Dietmar 
filitis eitis. Germunt. Adalpreht, Gnanno Zeizo. Ortwin. Heriman, 
Inuestiture Dietmar. Adalpreht. Germunt. 

Delegauit in eodem loco sub eisdem testibus. V. mancipia pro 
censu. V. denariorum annuo. quorum sunt uocabula. Salman. Pezala. 
Iroiza. et alia. IP. 

CLIX. 

Notum sit Omnibus Christi fidelibus quod quedam matrona nobilis. 
N. Bertha. tradidit ad altare S. Marie predium suum Pellindorf 
dictum, ob remedium anime uiri sui Ottonis. in loco ubi prius pro 
uiro 8ue Albino predium dederat situm. Huius traditionis testes 
fuerunt. Emist. Dietmar. Othkoz. Heinrich. Ödalrich. Guntherie, 
Durinchart. Piligrim. Gebolf. Zeizo. Otto, Inuestiture. Emist, Dietmar. 



40 



CLX. 

Nouerint uniuersi in Christo renati. quod quidam nobilia nomine 
Wichardus, qui apretis pompis aeeularibus nobiscum regulariter est 
conuersatus. tradidit ad altare S. Marie predium suum Odnheimin 
dictum cum mancipiis et omnibus appendiciis. fratribus hie deo serui- 
entibus in usum. Manoipia uero ea conditione delegauit. nt si eandem 
possessionem ineolunt. reditus qui de ea debentur consuetndinaliter 
reddant. si uero alibi transpositi fuerint. uel sponte migrauerint. 
censum. V. denariorum annuatim persoluant. Et ut hec omnia deinceps 
inconuulsa maneant. testes idonei asciti sunt. Nortperfus. Williherie, 
Meginprekt, Sigifridus. Riwin, Otto, Snello. Heriman. Ekkihart, 
Inuestiture Nofipertus. Et heo sunt mancipia que delegauit. Engil- 
preht. Ratolt. Williherie. Tiemo. Friderun. Eaziwib. Mathilth. Liuza. 
Chadalhoch et uxor eius Gi^ila. Engilrath. 

CLXI. 

Notum sit Omnibus in Christo renatis. quod dominus Gebehardus 
de Plugin delegauit super altare S. Marie nouale quoddam in loco 
qui uocatur Sanikov. rogatu hinrici ministerialis sui adhibitis bis 
testibus. Gundachar, Ogo\ Bertolt de muUbach, Liupolt. Marchwart, 
PiUgrim. Liutmn. Dietpoldimarchionis seruientes. Rudolf. Engils- 
calch* Inuestiture Gundachar. Ogo. Bertolt 

CLXII et CLXIII. 

Notum sit Omnibus quod uenerabilis Ödalricus episcopm tradidit 
ad altare S. Marie beneficium Werinhardi ministerialis sui ad Wolf- 
peizigin ipso rogante pro commutatione alterius predii apud Pekeim- 
chirehin siti quod Hartmannus abbas cum communi fratrum eonsilio. 
0. episcopo reddidit predicto Werinhardo prestandum. Cui mutue 
donationi presentes fuerunt S. Stephani ministeriales Marchwart. 
Grif. Penzo. Wezil. Rudolf. Waltherie. et alii quam plures. 

Delegauit idem episcopus et alia duo iugera ad eundem tytulum 
pro commutatione duarum iugerum ad Muttarin. et quendam nomine 
Liuzonem. eadem die. et sub prenominatis testibus. 

CLXIV. 

Nouerit uniuersa eatholice plebis ecclesia. quod quidam nomine 
Heber cum manu uxoris sue Wentile tradidit predium suum Qualegis' 



41 

dorfsitnm qaicquid in eodem loco habuit. excepta nna curticula. post 
utriusqne obitum fratribus hie deo seruientibus in usum. Hoias rei 
festes fuerunt. Heidinrich. Eppo. Reginhart. Adatpreht Heinrich, 
Inuestiture Heidinrich. Eppo. 

CLXV. 

Nouerint etiam oranes quod dominus Odalricus episcopus rogatu 
domini Nanzonia (ibbatis et omnium fratrum delegauit super altare 
S. Marie beneficium Adalberonis quale ipse habuit ad Horginbach 
pro quo fratres reddiderunt eidem episeopo uineam unam ad Budniche 
cum Omnibus appendiciis suis, et unum mansum ad Auwarin. in pre- 
sentia militum suorum Rudolfi de berge et Perhardi. 

CLXVI. 

Nouerint omnes Christi fideles qualiter Liupoldus marchio 
siluam Chotiwali dictam. a quodam nobili uiro nomine WaMone pre- 
sente marchione et consentiente super altare S. Marie delegatam. 
cum predia ipsius in eodem loco sita in suum ius marchio traxisset. 
ab eo sibi prius delegata eiusdem terminos silue inter reliqua sibi 
contraxit. postea uero fratrum peticione primo in mänus domini 
Nanzonia abbatis. postea uero per se ipsura delegauit super altare 
S. Marie, et inuestituram seeundo contradidit. Huius autem traditionis 
testes hi per aurem sunt adtracti. Chonradus de ronigin, Dietrictis 
de leichlingin. Adalram de pleickinpach, Werinkart^ filius Regtit- 
herti de Zelkingin, Dietpoldus de ehagre, Regingerus. 

CLXVU. 

Nouerint euneti fideles quod quidam uir. N. Meribot qui et 
primHns beneficium dederat XL**iugera delegauit super altare S. Marie 
perpetuo iure possidenda. Huius traditionis testes extant. ManegoU 
de Achispach. Maginus. Gotifrit. Ödalrich. Eberhart. TnUhwin, 
GundoU. Wecil 

CLXvm. 

Notnm sit etiam et hoc Christi fidel ibus. quod quidam. N. Erekin- 
gerus ingentms nobiscum degens in monasterio nita deeessit cum 
deiegaret predium ad Emichinbrunnin super altare S. Marie exeepit 
partem unam Ascwini sui militis. et in manum Werinhardi cuiusdam 
nobilis uiri delegauit. eo tenore ut ipse illam quo eum Ascwinns 



42 

peteret contraderet. Quam partem Werinhardus rogatu Ascwini ad 
altare S. Marie delegauit pro tribus marcis et uno equo. Haius mutue 
paetionis festes per aurem sunt adtracti. Sigifiit. Erchinpreht. 
HiÜipreht. Ebran. Erwin. Snello. 

CLXIX. 

Nouerint quoque omnes Christi sanguine redempti. quod quidam 
homo ingenuus. N. Volchmarus mansum unum cum pomario uno et 
uinea situm ad Raztingin delegauit in manum sororis sue. N. Alrune. 
ea ratione. ut ipsa hune post obitum ipsius ad altare S. Marie contra- 
deret. Postmodum ipse renuncians seculo cum manu eiusdem sororis 
ipsius idera beneficium ad altare prenominatum. potestiua manu contra- 
didit. Cuius rei extant idonei testes hi. Aribo. Wolferim, Wielant 
et frater eins Pero. Tiemo, Gerunch, Rudolf. 

CLXX. 

Et hoc notum sit omnibus qualiter duo germani fratres Chun- 
radus et Ödalricus de Raztingin delegauerunt ad eundem tytulum 
uineam unam et duo iugera bis testibus adbibitis. Adalbertu8. Otto, 
Gozmn. 

CLXXI et CLXXII. 

Notum sit omnibus Christi sanguine redemptis. qualiter Ödalricus 
nobilis de Pemekke delegauit predium ad Stanegeisdotf situm cum 
maneipiis Irmingart etFriderun cum omnibus Ulis ab eo prestitis super 
altare S. Marie in proprium ius fratribus hie deo seruientibus. Huius 
traditionis testes extant. Waltrich. Otto. Sigihart. ManegoU. Inuesti- 
ture WaUrich. Sigihart. 

Idem etiam Ödalricus delegauit aliud predium situm ad chamba. 
scilicet dominicale unum et molendinum ad supra memoratum tytulum 
predictis testibus adseitis. 

CLXXIII. 

9 

Alio tempore idem dominus Ödalricus tradidit ad altare S. Marie 
ecclesiam ad hagandorf sitam cum dote trium mansium quantitatem 
habentem. et mancipia plurima quedam ad cottidianum seruicium 
quorum sunt nomina. Ota et filii eins. Odilhoch. ludita. Rilint. Dieza 
et filii eins Friderich. Gundolt. Gisila. Aziwib et filii eins. Mazile et 
filii eius. Adalbero frater eins. Pezilie et frater eius Hartwich. Liuza 



43 

et filii eius. Rieiman et filii eius. Eberhint et filii eins. Quedam uero 
censuiti V. denariorum soluentia. Bertha et eius filii Azile et Willihalm. 
Pezilie et filia eius Wezala. et frater eius Winiger. Sigifrit, Asewin. 
et alia Bertha. Wirat tantum XII. denarios. Huius traditionis testes 
extant hi. Waltrich. Manegolt Reginhuen, Sigiböto. Truihlieb, 
Irmfrü. Heriman, 

CLXXIV. 

Nouerint quique fidelinm. quod Regingerus noster aduocatus 
delegauit quandam partem predii luchinspach situm que emiRegilinde 
gue hie conuersa est ad altare S. Marie (verba sequentia sunt in 
Codice A deleta ideo supplenda ex Cod. B.: in usum hie existentium. 
fratrum. Huius) traditionis extant testes idonei. Ekkiricus de Ivffinberg, 
Reginger. filius Regingeri. Meginhart. Huc. Marchwart, Sieuine. 
Heinricus, 

CLXXV. 

Nouerint omnes Christi fideles. quod Dietpoldm marchio cum 
manu turoris sue Ädalheide, eX filii sui Dietpoldi. omnem deeimatio- 
nem ad heimburch. et yillarum ad idem predium pertinentium infra 
fluuios vischah et Utah cultarum et colendarum excepto iure dimidie- 
tatis elerieorum. delegauit ad altare S. Marie in proprium ius deo hie 
seruientium. in presentia militum et ministerialium suorum. ea uidelicet 
ratione. ut presens abbas uel aliquis suorum sueeessorum nullatenus 
potestatem habeat cuiquam in beneficium prestandi. uel aliquem 
aduoeatum super id eligendi absque se et suo berede. Quod si hec 
ratio infräeta fuerit. sciant omnes quod ipse et eius heres in proprium 
ius retrahendi potestatem habebit. 

CLXXVL 

Nouerint quoque euncti ecclesie fi^lii. qualiter quidam uiringenuus 
nomine Adalram presente tucore sim delegauit ad altare S. Marie 
curtale et uineam unam ad chamba. ea uidelicet conditione. ut si ipse 
uel uxor eius primitus uita excesserit. ecclesia deinceps illud iure 
hereditario possideat sub his testibus per aurem adtractis. Poto de Paten- 
steina. Adalbertus, Rapoto. Herrich. Richere, Adalram. Dietricus. 

CLXXVIL 

Et hoc memorie fidelium commendandum est. quod quedam 
Benedicta nomine nobilis uiri Dietmari iam defuncti relicta uxor 



44 

delegaait cum manu/f/fi sui Dietmari maDsom UDum cum. V. mancipüa. 
et uineam unam cum suis appendiciis. ad altare S. Marie, in proprium 
usum fratribus hie deo militantibus. Huius traditionis testes smvA 
adsciti. Gebehart, Rapoto. ManegoU, Heinrich, Otto, Heinrich. 

CLXXVIII. 

Notum sit Omnibus, quod quidam uir non ignobilis Dieimarus 
nomine de Pacintal tradidit ad altare S. Marie partem quandam uinee 
sittm ad Chmdrammisdorf, in proprium ius fratribus deo hie militan- 
tibus. Huius rei testes sunt. Poppo, Merboio. Meginwart, Reginhart 
Heinrich, 

CLXXIX. 

Nouerint etiam et hoc cuncti quod quidam ingenutcs, N. Starhfrü 
rogatu alterius. N. Sigihardi delegauit super altare. S. Marie mansum 
unum ad frowindorf siium in usum deo militantibus hoc in loco. Huius 
traditionis testes hi sunt adhibiti. Liutoltfilitts Weringandi, Sigihardus 
qui et predium possederat. Meginhart, Sigi/ridus, Hatiolf, Ekkihart, 

CLXXX. 

Et hoc notandum fidelibus quod quedam matrona Adalkeith dicia 
de grie delegauit dimidium mansum ^ifrüheimisdarfsiinmiB mannm 
Werinhardi cuiusdam nobilis. eo tenore ut ipse hunc eins uiee ad 
altare S. Marie contraderet. Quod idem Werinhardus postmodum 
adimpleuit ascitis testibus suprascriptis. 

CLXXXI. 

Nouerint uniuersi fideles qualiter quidam uocabulo Rapoto cum 
manu et presentia uxoris sui (^sic) et 6Iiorum delegauit partem predii 
ad Penningin sitam super altare S. Marie in proprium rus fratribus 
hie deo militantibus. Huius traditionis testes hi sunt. Sigiboto de 
bornheim. Gerunch de tulbingin, Sigihart et Otto frater eins de 
Sighardiskirchin, Otto. Marchwart Perinhart de goldarin, Zeizo. 
Mazilie, Rudpreht, 

CLXXXn et CLXXXni. 

Nouerit cuncta catholice plebis ecclesia quod quidam nobilis 
Geroldus nomine filiu» Gundaehtiri nobiscum iam in monasterio 
conuersi, tradidit ad altare I&. Marie cartsda unum ad ehamba siium 



45 

et eiusdem predii uillicuin nomine Gotiscalelium cum omnibus appen* 
diciis sais. potestatiua manu, ad usum deo bic iugiter seruientibus 
Huius traditionis festes sunt adbibiti. presenti pagina ascripti. Erchin^ 
prekt. Otto, Chadalhoh. Bertoldm. Werigant» Witilo. Chuno. Ger- 
hart. PUigrim. Heriman. 

Sub eisdem testibus idem Gerolt agrum et adiacens pratum ut 
primitus designauerat delegauit ad memoratum tytulum. eo tenore ut 
post obitum ipsias nulli cederet nisi huic ecclesie. etiam si ipse heredem 
acquireret. uel si ante redimi posset. 

CLXXXIV. 

Notum sit uniuersis ecclesie filiis quod quidam ingenuus. N. 
Eppo de Go^inüdorf delegauit in manum Waltchtionis eque nobilis 
uiri predium suum unum seilicet mansum ad heimprehtisdorf cum 
mancipio. N. Wielant. eo tenore ut ipse illud eius uice ad aitare 
S, Marie contraderet. Quod postea isdem Waltchon adimpleuit. bis 
testibus adbibitis. Ekkirich de Chufarin et frater eitts Wolfkeru8, 
Heidinrich. Wolfcrim. Bapoto. Pabo^ 

CLXXXV. 

Sed et boc notum sit memorie fidelium quod quidam uir. N. Otto 
de Mulibach non ignobilia delegauit predium quoddam super aitare 
S. Marie adiacens ecclesie Mulibach pro commutatione X. marcarum. 
Huius traditionis mutue. idonei sunt testes bi adsciti. Erchinpreht 
de Mulibach. Ödalrich. Meribot frater eiusdem Ottonis. Waltchun. 
Herrich. Chuno. Enzie. Heber. Reginhart. Heriman. Adalbero^ 
Liupott. 

CLXXXVL 

Hoc quoque cunctis fidelibus notum sit. quod Waltheru^a de 
treisma uir nobilis delegauit predium Burchardi ad Mulibach situm 
rogatu eiusdem Burchardi et fratris eius Gundachari ad aitare 
S. Marie in usum fratribus bic deo militantibus, Huius rei asciti sunt 
testes idonei. Heidinrich de Augia* Gundachar. Heriman de hun- 
tisheifH. et frater eius Beginhart. Erchinpreht. Wezil. Bazttnn. 
AdaWertus* 

CLXXXVII, 

Notum sit cunctis ecclesie filiis. qualiter quidam ingemms uir 
Megingoz de Grie delegauit in manum Piligrimi patmelis sui uiri 



46 

item ingenui dominicale unum ad Wisidorf situm. ea ratione ut ipse 
illud pro remedio anime sue parentumque suorum ad altare S. Marie 
contraderet. bis testibus adbibitis. WaUrich, Ädalhart, Quod et feeit 
idem PiligrimuB, testibus istis per aurem adtraetis. Hartmoth. 
Heinricus, Vrliuch, Heriman, Meginhart, Inuestiture Hartmoih. 

CLXXXVIIL 

Notum sit eunctis Christi fidelibus. tarn suecessuris quam pre- 
seutibus. qualiter Dietpoldus marchio delegauit cum manu uxoris 
8ue Ädalheide eccleaiam que dicitur €ul S, Petronellam cum dote et 
decimatione et eccleaiam ad huuelin que ad eandem quia mater 
ecciesia est pertinet. et omnia ad eam pertinentia. super altare 
S. Marie rogatu domini Manegoldi cuiusdam nobilis uiri cuius et 
beneficium erat, in proprium ius deo et eins genitrici hie seruientibus 
pro diuina remuneratione et remedio anime sue parentumque suorum. 
In qua traditione presentes adstabant ministeriales sui. qui etiam aure 
ab eo in testimonium sunt adtracti. Liutwin et fraires eius Heriman 
ei Piligrim. et filius eins Liutwin, Adalhart, Chadalhart. 

CLXXXIX. 

Hocquoque eunctis fidelibus sit memorabile quod comes Dietricus 
de vormbach delegauit cum manu uxoria stie Ädalheide mancipium 
unum Bertham nomine, cum omni eius posteritate in manum Epponis 
nobilis uiri. ea ratione ut ipse illud ad altare S. Marie contraderet. 
Quod etiam idem Eppo fecit absque omni contradictione. eodem comite 
Dietrico presente. Huius rei testes idonei per aurem sunt adtracti. 
idem comes Dietricus. Amalbreht de breitinwisin. Eberhart de 
Pokkisrucke. Adalram. 

cxc. 

Notum sit eunctis sanguine Christi redemptis qualiter dominus 
Nanzo huius loci abbas communicato fratrum consilio. conimutationem 
fecit cum domino Odalrico episcopo decimationis illius ad PaUa de 
nostro dominicali que in beneficio erat marchionis Liupoldi. et item 
ab eo eius militis Geroldi. Hanc igitur decimationem idem Geroldus 
reddidit marchioni Liupoldo in presentia aduocati nostri Adalberti 
filii eiusdem marchionis. ubi etiam in testimonium sunt conuocati 
Dietricus comes de Vormbach. Manegolt de Achispach. Friderich 



• • / ■ \ 



47 

de hunisperg. Heinrich de Scoinburch. Adalbero de Griezbach, 
aliique quam plures milites ac ministeriales sui. Itemque et marchio 
reddidit episcopo in presenJi>^aduocati Adalberti et predietorum 
militum suorum. Sed et i pus eandem decimationem transmisit 
S. Marie et fratribus illi & entibus per manum domini Liupoldi 
prioris qui pro eadera causa iUctus est legatione. Pro predieta ergo 
decimatione fratres per manum eiusdem legati reddiderunt episcopo 
mansum unum apud Ellingin- et dimidium ad Elsaren, quod rursus 
marchio suscepit in beneficium. Postmodum uero publica donatione 
tradidit ad altare S. Marie, istis per aurem in testimonium conductis. 
Burchart. Hartwich, item alius Hartmch et freier evas Otto, Rudolf 
de berge. 

CXCI. 

Contradidit idem episcopus sub eisdem testibus ad altare S. Marie 
agrum unum ad huntisheim pro alio agro in eiusdem uille confinio. 
Tradidit etiam siluam unam in confinio prediorum St, Stephanie^ 
marchionis Otachari ad mansum unum quantum prepositus eins 
Karlomannus et frater eins Penzo et Wiezil ministeriales sui demon- 
strassent ad eundem tytulum. pro dimidio manso ad heimprehtiadorf 
fratribus in usum. 

CXCII. 
Nouerint uniuersalis ecclesie filii. qualiter Heinricus frisingensis 
ecclesie episcopus tradidit hereditaria potestate ad altare S. Marie 
dimidium mansum apud Ramuoldisbach pro ren^edio anime sue. Huius 
rei testes isti per aurem sunt adtracti. Waldo. Wilihalm, Odalrich, 
Wielant. Hertinch. Sigifrit, Otto, Engüger, 

cxcm. 

Notum sit Omnibus in Christo renatis quod uir nobilis Ekkiricus 
de chufarin tradidit ad altare S. Marie predium unum ad Zueluehos- 
sigin, pro dileetione filii sui Ekkirici, quem eodem di deo obtulit 
in monasterio educandum. Huius traditionis testes sunt. Wolfker 
frater eiusdem Ekkirici. et filius eius Hadamar, Isker, item alius 
Hadamar, Walther, Oze, 

CXCIV. 

Nouerint (sie) uniuersa catholice plebis ecciesia quod uir nobilis 
Gebehardus de Adalgerispach delegauit ad altare S. Marie uineam 



\ 



48 

unam cum appeiidiciis ad Stiesdorf. et beneficium unum ex altera 
parte danubii pro remedio anime sue parentumque suorum. bis 
adhibitis testibus. Heinrico de Vurholze, Hartmco. 

cxcv. 

Nouerint in omnes Cbristo renati qualiter nobilis uir RudolfuB 
de berga delegauit cum manu uxoris sue Bichize dimidium mansum 
ad herzoginburch ad altare S. Marie pro remedio anime filii sui 
Rüdolfi parentumque suorum. Huius rei testes existunt idonei. Ekki- 
ricus de chufarin. Ädalram filius eiusdem Rüdolfi, Ädalo. Perhart. 
Pero- 

CXCVI. 

Nouerint uniuersi Cbristi fideles tam nostra etate presentes quam 
futura posteritate succedentes. qualiter dominus Nanzo abbas cum 
communi frati*um suorum consilio commutationem fecit cum domino 
Gebekardo camite de Plugin predii unius Zennindorf iietxim. De boc 
igitur predio tradidit idem Gebehardus cum manu uxoris 8ue Hüti- 
purge, et filii sui H. dominicale unum et. V. beneficia super altare 
S. Marie in proprium ins deo et fratribus. eius genitrici seruientibus. 
in presentia aduocati nostri AdalbertL filii L. marchionis. pro quo 
etiam idem aduocatus Adalbertus delegauit in manum eiusdem Gebe- 
hardi et eiusdem uxoris HiUipurge dominicale unum ad Piugin et 
duo beneficia ad Purgarwisin, itemque unum ad homa. Et ut bec 
commutatio firma sit et inconuulsa perpetuo. testes idonei isti sunt per 
aurem adtracti. Adalbertus frater eiusdem Gebehardi. et alius 
Adalbertus de Pucha. Sigifridus cognomine weiso. Otto de moUi. 
Addlbero et frater eius Gebolf. et ipsi de moliu 

cxcvn, 

Notum sit cunctis Christi fidelibus. tam successuris quam presen- 
tibus. qualiter quedam nobilis matrona Liutkarda ob remedium anime 
uiri sui Ekkirici de luffinberge iam defuncti. partem predii Norzm- 
dorf dictum, seruicio fratrum istius cenobii reddidit. et denuo ut prius 
fuerat super altare S. Marie delegauit. Residuam uero partem preno- 
minati predii. pro XX^ marcarum precio comparandam nobis obtulit. 
sicque demum utramque donationem super altare S. Marie confirmauit. 
Que ut intemerata deinceps persistant. testes idonei per aurem adsciti 
hi adstabant. Steuine de Engilpoltisdorf, Heinrich de tanebach. 






qui et idem predium in beneficio habuit. Salman degeizbach eifilius 
eins Ascwin. Walto de niunchirchin, Rudolf de back et fraier eius 
Ekkiricus. WaUher, Hartmoth. Pero. Adalberttis. Otto. Walto, Inuesti- 
ture Salman, Rudolf, Walther, 

CXCVIII. 

Notum sit omni ecelesie tarn presenti quam sueeessure. quod 
quidam nobilis Reginoldus dß Herrandistein presentibus fratribu^ 
suis Rüdolfo et Wolfkero, et filiis sororis sue Rüdolfo et Herando 
delegauit quedam maneipia in manum Hartwici de Vlthsheim. rogatu 
cttiusdam Bertoldi, delegauda quo idem. B, petisset. Cuius petieione 
delegata sunt ab eodem Hartwico in manum Truhtheri, sed et ipse 
item tradidit in manus Herimanni uiri ingenui, deleganda ad altare 
8. Marie, quedam pro censu. V. denariorum. quedam ministerialium 
iure. Quod et feeit idem Herimannus, Huius allegationis testes hii 
adstabant presentes. Reginhart, frater eiusdem Herimanni, Walther. 
Truhther. Aribo, Starchant. Inuestiture Reginhart Truhther, Hec 
sunt autem maneipia. Hartwich. et. IP. sorores eius Gisila. Wirath. 
ministerialium iure, si uero aliqua ex bis in dissocietatem nupserit. V. 
denarios persoluat. Hec uero censum. V. denariorum reddunt. Riehpurch 

V 

et fiiius eius Odalricus. Christina et filii eius Reginmoth et Hizila. 

CXCIX. 

Et hoc memorie commendandum quod quidam. N Liupoldus de 
Mura tradidit ad eundem tytulum mancipium quoddam Hadamoth 
uocabulo cum omni sua posteritate ob censum. Y. denariorum. sub 
his testibus. ^a^er^t^«. Luzie, Chonrat, Liupolt, Heriman. 

CC. 

Notum sit cunctis ecelesie filiis. qualiter quidam liber homo 
Engilmoth cum consensu et permissu domini sui L.(iupoldi) mar- 
chionis, partem agri ad miris delegauit in manus Herimanni nobilis. 
tradendam ad altare S. Marie pro IUP" marcis. Quod et ita peregit 
idem Heriman, In qua traditione testes hi. per aurem sunt adsciti. 
Wolfker. Walther, Engilmoth, Otto, Hartmoth, Vrliu^h. Inuestiture 
Wolßer, Engilmoth, 

CCI. 

Sed et hoc cunctis sit notum quod quidam Aribo pro anima 
pairis sui Adalhelmi tradidit ad altare S. Marie. IIIP\ maneipia 

Fontes. X. 4 



50 

Heinrich. Bertolt. Hiltigart. Diemoth pro censu. V. denariorum. adhi- 
bitis his testibus. Püigrim. Erchinpreht Adalbero, ChSnrai. 

cell. 

Hoc quoque sit notum fidelibus quod quidam Sigiboto filius 
Volchradi delegauit partem agri ad Saairdorf in manus Ödalrici de 
Zemilivb. delegandum ad altare S. Marie. Quod et peregit idem 
OdalricuB. testibus istis per aurem adseitis. RaioÜ. Hoholt Sigiboto. 
Marchwart. Winther. SigiboU. Rudolf, Inuestiture RatoU. Sigiboto. 

CCIIL— CCX. 

Nouerit Vniversa Christi Fidelium tarn presens etas quam suc- 
cessura posteritas. quod quidan) nobilis de Grie Piligrimus nomine, 
delegauit eccleaiam itu^ta Rotam fluuium sitam in loco qui dicitur 
scultheizingin, quam sui parentes in propria hereditate constrnxerant. 
cum dote et omnibus appendiciis suis super altare S. Marie manu 
propria et uxoris $tie Willibirge fratribus hie deo seruientibus in 
usum perpetuo iure. Huius traditionis testes fuerunt. Erchinpreht. 
Marchwart. Wluilie. Hadamar. Williherie, Gotipreht. Pezilie. 
inuestiture. Erchinpreht. 

Delegauit in eodem loco sub testibus prenominatis XX^ mancipia 
ad eandem ecdesiam pertinentia. 

Non multo post idem Piligrimus monitu auunculi sui domini 
Piligrimi qui nobiscum monachicam uitam cansummauit cursu 
felici. per quem sibi et alta predia in hereditatem uenerant dele- 
gauit super altare S. Marie manu propria et uxoris sue Willibirge 
quicquid in prefato loco hereditario possidebat iure, cultum et ineul- 
tum. additis insuper. XV. mancipiis. ex quibus Ekkonem nominatim 
expressit. et omnia in proprium seruicium contradidit. In hac secunda 
traditione testes adsciti sunt. Eppo de gozinisdorf. et filius eius 
Meginhardus. Chmdolt. Heinricus. Wichart. Rudolf. Rudiger. 
Marchwart. Rudpreht. Heinrich. Inuestiture Eppo. Meginhart. 

Non post multum uero dominus Nanzo abbas et fratres compa- 
i*auerunt ab eodem Piligrimo predium unum scilicet dominicale unum 
ad smida situm. Quod predium idem Piligrimus delegauit in manum 
Heidinrici eque nobilis uiri. cum mancipiis Erchingero et reliquis 
ad id pertinentibus. ut ipse hoc uice sua ad altare S. Marie contraderet. 



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\ \ 



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51 

Qaod et peractum est ab eodem Heidinrico. testibus istis per aurem 
adtractis. Piligrimo euius et predium. Adalberto de werda. 

Idem (faoque Piligrimtis alio tempore delegauit predium suum 
ad Rauna super altare S. Marie, ecclesiam scilicet cum dote et omnibus 
appendieiis. cum mancipiis et quiequid ad idem predium pertinet 
cultum et iDcuItum. post obitum suum huie eeclesie iure perpetuo 
cedendum. bis testibus adhibitis. Reginger. Walther, Ekkirich et 
filiu9 eius Hadamar, Hartwich de Rudnicha, Heriman eXf rater eins 
Reginhart. GundoU. Meginhart, Wielant. Purgman. Pero. hinrich, 
Heinrich. Wichart et frater eitis Heinrich. Tiemo. Ekkirich. 

Alio tempore idem Piligrimus delegauit ad idem altare quendam 
Tiemonem cum uxore et filiis. cum prediis et mancipiis ab eo sibi 
coilatis potestatiua manu in proprium ius fratribus hie deo seruientibus. 
Huius traditionis testes sunt adseiti. Heriman de huntisheim. Otto. 
Wolfker. Dietrich. Engihcalch. Sigipreht. Heriman. Adalbero. 

Delegauit ad eundem tytulum et alia mancipia. Perinhardum cum 
uxore et filiis in proprium seruicium. Huius rei testes extant. Rüdbertus 
de bahaz. Hartwich. Meriboto» Heriman. Sigihart. 

Postea üero ne ulla deinceps contradictio oriretur. rogatu domini 
Nanzonis abbatia et fratrum. supradictas omnes traditiones prediorum 
et mancipiorum. in presentia domini Nanzonis abbatis et Liupoldi 
marchionis» presente etiam ßlio eius Adalberto adtiocato. super altare 
S. Marie et sanctorum reliquias confirmauit. et inuestituram contra- 
didit. Huius traditionis testes idonei. hi sunt adseiti. Gebehardm 
Cornea. Adalbero. Ekkirich eifilius eitcs Hadamar. Hartlieb. Rudolf. 
Perinhart. Heituolch, Wolßer. Inuestiture Adalbero. Ekkirich. 

CCXI. 

Quidam etiam. N. Volrath ad eund*em tytulum tradidit mancipium 
uoum uocabulo Switker. pro censu. V. denariorum sub bis testibus 
Zeizo. Izo. Imizi. GeroU. Adalpreht. 

CCXH. 

Memoria quoque a fidelibus et hoc iugiter est retinendum quod 
HerimannuB de huntisheim. uir nobilis hierosolimam profecturus, 
delegaait super altare S. Marie curtale unum ad Rudnich situm. ea 
ratione si ipse non reuerteretur. uel si frater eius Reginhardus 
obierit. absque ulla contradictione in usum cedat fratribus hie deo 

4* 



/ 

52 



militantibus. Huius allegationis testes hi sunt adsciti. Reginhart. 
frater eins. Otto. Ödalsealch. Megingoz. Äribo. Volraih. 

CCXIII. 

Sed et hoc memorie commendandum quod quidam Perinhardus 
de Truna et ipse nobilis tradidit ad eundem tytulum doroinicale unam 
ad Paschingin dictum, post obitum suum liuic ecclesie iure perpetuo 
cedendum. Huius rei testes extant hi. Chuonradus de pihteine, 
Gerolt de elsarin, Heinrich de chamba. Beginger et filius eius 
Reginger, Heidinrich, Heriman. Heribort. WaUrich. Egino. Inuesti- 
ture Gerolt 

CCXIV. 

Nouerint uniuersi sancte ecclesie filii. qualiter quidam de familia 
s. Stephan!. N. Äribo. peticione priuigne sue ludiie tradidit duas 
uineas cum suis appendiciis ad altare S. Marie, post obitum suum 
huic ecclesie iure perpetuo cedendas. eo tamen pacto ut si aliquis 
fratrum predicte femine eas redimere uellet XX^ marcas persolueret. 
Huius traditionis testes hi sunt adhibiti. Germuni. Poppo. WUker. 
Chönrat. OHle. Heriman. 

ccxv. 

Nouerint tam presentis eui fideles. quam loco eorum successuri 
heredes. quod Liupoldus marchio rogatu sororis sue Gerbirge duc- 
tricis de boemia delegauit in manus Gebehardi comitis de Pingin 

predium Vogitiaawa. dancholfis (rasura) . . . cum 

omni silua sicut quondam Waldonis fuerat. ea uidelicet ratione. ut 
ipse delegaret quo predicta matrona petisset. Idem uero Gebehardus 
rogante eadem ductrice tradidit ad altare S. Marie prenominatum 
predium. post eius obitum fratribus hie deo famulantibus in usum. 
presente Seginmaro patauiensis ecclesie episcopo. adtciens et 
ecclesiam quam ipsa constnuverat in predicto loco. bis testibus 
adhibitis. Rüdolfo. Regingero et filio eius Regingero. Heidinrico. 
Rudberto. Reginhardo. Inuestiture Rudolfus. Reginhardus. 

CCXVI. 

Iste est terminus noue parrochie quam instituit dominus Nanzo 
abbas apud Grie in predio S. Marie in loco qui dicitur Chutans. quod 
nuncuocatur ad nouam ecclesiam. et dedicata est in honore eiusdems. 
dei geniivicis ^Reginmaro patauiensis ecclesie episcopo. qui et infra 



53 

seriptas terminationes ad eandem ecclesiam pertinentia suo con6rmauit 
bann(h Descendit autem terminus iste de chalchgrSbi usquo in oUzar-- 
back, de obizirbach super swarzberg. de swarzberg usque ad quandam 
uillulamNarchonisqne infra eundem terminum est. inde usque in amnem 
que fustriz dicüur, deinde ad cuiusdam nobilis predium Gerunch dicti. 
pertinentis ad uicinam parrochiam Wütn. inde ad quorundam predium 
ministerialium Liupoldi marchionis. Ottonis scilicet et Bertholdi qui 
infra terminum prediete noueparrochie sunt. Inde usque in amnem qui 
8chyi uoeatur. et omnem cireumiacentera siluam ineultum et colendum 
usque ad caput riui manantis minoris chremise, de mtnori chremisa 
usque ad maiorem chremüam, uersus boemiam. deinde iterum a 
maiori chremisa usque in minorem, et sie usque ad cauum lapidem 
qui lingua rustica dicitur tuuilischircha. terminatur. 

CCXVII. 

Nouerit uniuersa catholiee plebis eeelesia quod uir nobilis 
Odalricus de Williheringin tradidit ad altare S. Marie quoddaro 
predium duorum mansuum uel plus quantitate. in loco plintperg dictum, 
rogatu Gvniheri presbiteri euius et erat idem predium. iure benefieii 
quoad uiueret tantum sibi a fratribus concesso. Huius allegationis 
testeshi sunt per aurem adseiti. Werinhart filius Reginberü. Werin- 
hart filius Regingeri. Walther de lenginawa. Walther de fussin. 
lAupolt de trökeristetin. Odalrich de halsibach. LiupoU. hinrich 
de Anindorf. Dietprant. RumoU. Inuestiture. II"". Werinhart. 

CCXVIIL 

Nouerint uniuersalis matris ecclesie filii. tam presenti etate quam 
futura suecedentium posteritate. qualiter eontrouersia illa que inter 
nos et Dietmarum filium Tiemonis de bachlingin diu est uentilata. 
iam deo opitulante sit terminata. Namque uineas ad Muttarin et 
predium illud ad Brunnin quod beate memorie dominus Altmannus 
patauiensis episcopus super altare S. Marie tradidit. et cum quo 
nostram matrem ecclesiam dotauit. beneficium suum esse affirmans. 
iniustis querelis nos ubique inclamare non destitit. Nos uero quorum 
iustior causa fuerat. ne tali semper subiceremur querele. studuimus 
quoque pacto predictam litem sedare. omnibus qui tunc placito intere- 
rant. in idipsum consentientibus. et simul hoc consiliantibus. ea tamen 
conditione. ut idem Dietmarus recepto XX** marcarum precio. de omni 



u 

illa controuersia in manu Reginmari paiauiemis epücapi. et aduocaU 
nostri Herimanni se abnegaret. ut nee ipse nee heredum eins aliquis 
pro predictis beneficiis litem deinceps inferre änderet. Quod et factum 
est. multis qui placito interfuerant presentibus. principihus et nobiiibus. 
Liupoldo scilicet marchione et filio eins Adalberto. Oiacharo mar- 
chione, et filio eins Liupoldo. Dietricus comes de Vormbach. Gebe" 
hardus comes de Plugin, et frater eius Emist Rüdolfus de berga. 
Adalricus de Williheringin. Adalbero de griezbach. Meginhari de 
sarhlingin, Werinhart filius Reginberti. Reginger et filius eius R. 
Isker. WolfstrigiL Amalbreht de breiHnwisin. Gotifrii ^i frater da» 
Pabo de Riedmarcha. Otto et frater eius de Purchstall et alii multi 
quos perlongum est omnes hie adnotare. 

CCXIX. 

Hoc quoque cunctis notandum quod Guntkerus presbiter qui et 
supra predium dederat. tradidit ad altare S. Marie quedam maneipia 
quorum sunt nomina. Wezil cum uxore sua Gisila. et filii ipsorum 
Ernist et Heriman. cum omni eorum potesteritate. post obitum suum 
pro. V. denariorum annua solutione. et hi adsciti sunt in testimoniuro. 
Adalhalm. Rudolf Rüdpreht. 

ccxx. 

Notum sit Omnibus Cbristi fidelibus. quaKter Liupoldus marchio 
legauit mansum unum ad Ragizinisdorf cum mancipio Engildie in 
mannm Rudolfi nobilis uiri de berga. ea conditione. ut pro remedio 
anime patris sui Otaehari marchionis ad altare S. Marie delegaret. 
Quod et idem Rüdolfus adimpleuit. bis testibus adhibitis. Waltherus 
de treisma. Adalram. Reginhart, Gebolf Eberhart. Inuestiture 
Waltherus. 

CCXXI. 

Sed et hoc notandum omnibus in Cbristo renatis. quod quidam 
nobilis Gotifridus de Riedmarcha tradidit ad altare S. Marie uineam 
unam ad Tiurgidin cum appendiciis et IUP" mancipiis ob remedium 
fratris sui Pabonis. eo die hie sepulti. Huius rei testes extant hi. 
Salman. Piligrim. Megingoz. Raffbit. Peringerus. Raffbit. 

CCXXIL 

Nouerint uniuersi Christi iideles. qualiter quidam Bertoldus 
tradidit ad altare S. Marie mancipium quoddam. N. Adalberonem ob 



\ 



\ 



55 

censurn. Y. denariorum. filios uero ipsius et sororem eius Sigilam cum 
sua posteritate post obitum suum ad eundem tytulum. ea uidelicet 
condicione. ut nee presens abbas nee aliquis suecessorum eius pote- 
statem habeat. cuiquam predictum censum in beneficium prestandi. 
sed tempore pubertatis transacto. prenominatum reddant seruicium. 
Huius allegationis testes isti sunt per aurem adtracti. Emistde treüma. 
Marehwart. Rapoto, Gerhoh^ 

CCXXIII. 

Sed et hoc notandum quod quidam. N. Amoldtis tradidit ad 
eundem tytulum partem silue duorum iugerum quantitate. Huius rei 
testes extant hi. Reginpreht, Pabo. Piligrim. 

CCXXIV. 

Hoc quoque cunctis notandum quod relicia Herimanni camiHs, 
N. Hadewich cum manu filii sui Herimannu delegauit ad altare 
S. Marie mansum unum ad Rudniche, et dimidium ad ChrußUngi 
possessum cum mancipiis. dimidium ad ChrulingL cum uinea una ad 
Mura. ob remedium anime predicti uiri sui. Huiüs traditionis testes 
hi adstabant. Heriman filius predicte domine. Adalbertus filitis 
Liupoldi marchionis. Reginger. hinrich. Pero. Heinrich. ReginoU* 
Wolßanch. Inuestiture Adalbertm. 

ccxxv. 

Notum Sit cunctis. Christiane uocabulo redimitis. quod quedam 
nobilis matrana Adalheith nomine delegauit ad altare S. Marie pre- 
dium unum ad WaUrichisdorf. VIII''*. scilicet beueficia. pro sua uirique 
9ui Othkozzi iam defuncti absolutione. Que traditio ut inconulsa per- 
petuo existat. idonei testes hi adstabant. Wolfker. frater Ekkirici de 
chufarin. Heriman ei frater eius Reginhart. Walther. Otto. Megin- 
hart. Othkoz. 

CCXXVI. 

Nouerint uniuersi matris ecclesie filii. qualiter dominus Nanzo 
abhas cum communi fratrum consilio comparauerit predium a Waltrico 
quodam nobili uiro. YIIP. scilicet beneficia ad Wdltrichisdorf. dato 
ei XXX**. VII.**" marcarum precio. Quod predium idem WaUricus 
publica detegatione ad altare S. Marie tradidit. et hi sunt in testimonium 



/ 



56 

adsciti. Ekkiricus et frater eins Wolßer, Heriman et frater eius 
Reginhart, Reginger filiua Regingeri. Piligrim. 

CCXXVIL 

Notum sit cunetis eeclesie Christi fidelibus. quod uenerabilis 
Reginmarus patauienais eeclesie episcopus mansum unom de uiUa 
Leurarin cum horto qui ChunihosteHn situs est regiininaque ad eun- 
dem pertinentia super altare S. Marie delegauit. et aliuro mansum a 
fratribus ad Wolfpeizzingin situm mutuo recepit. Huius commutatibnis 
testes hi per aurem sunt adtracti. Gebehardus de Adalgerisbach. 
Otto, Reginger. Werinkart. PemoU. Marckwart. 

CCXXVIII. 

Nouerit uniuersitas Christi fidelium. qualiter uir nobilis Heidin- 
ricuB rogatu LitUkarde comitisae delegauit ad altare S. Marie duo 
mancipia Perinhardum et Eberlindam pro censu. Y. denariorum ob 
remedium anime sue parentumque suorum. Huius traditionis adhibiti 
sunt testes. HohoU, Marchwart. LiupoU. Pillunch. 

CCXXIX. 

Delegauit idem Beidinricus ad eundem tytulum Adalheidam et 
filiam eins Wiradam pro censu. V. denariorum. Huius rei testes sunt 
Marchwart Vrobrehi, Dietrich. Christan. 

ccxxx. 

Item alio tempore idem Beidinricus iussu et peticione supradicte 
domine LitUkarde tradidit ad altare S. Marie duo mancipia Wiradam 
et Adalheidam cum filiis in proprium seruicium ad altare S. Marie, 
pro remedio anime patris et matris sue parentumque suorum. Huius 
rei testes adhibiti sunt. Marchwart. Orthwin. Pillunch. Bezil. 
Perinhart BohoU. Inuestiture Boholt. 

CCXXXI. 

Notum sit Omnibus Christi fidelibus quod quidam Permoth eifilius 
eins Birz tradiderunt quoddam predium potestatiua manu ad altare 
S. Marie. Huius rei isti sunt testes. Buc. Odalrich. Wichfrit. Wichart. 
AdaJhreht. Wiso. Gerunch. Ellinpreht. Wirint. quod absolute sine 
ullo impedimento in manus Rudolfi constituerunt. et abbas illi pro 
mutuo dedit. 



57 



CCXXXII. 

Sed et hoc notandum quod quidam Äzüinus tradidit ad idem 
altareEnzimaonus (sie) cnm compare Adalheida et filiis (sie) eorum 
omnemque posteritatem. pro diuina remuneratione. adhibitis his testi- 
bus. Riwin. ho. Enziliub* Otto. Erimbreht. Zeho. Heriman. 

CCXXXIII. 

Sub eisdem testibus quedam conuersa N. DUmüth tradidit ad 
idem altare Meginhardam. ob censum. V. denariorum. 

Sub hisdem testibus. quidam Meginhardus ad eundem tytulum 
tradidit quandam ancillam. N. Hiziwibam. 

Eodem die Erimbreht quidam. tradidit ad eundem censum 
Gisilam sub hisdem testibus. 

Quidam etiam Orthunnus tradidit ad predictum altare mancipium. 
N. Mazilinum. post obitum suum in proprium seruicium. Huius rei 
testes sunt. Zeizo. Herirnan. 

CCXXXIV. 

Et hoc notum sit cunctis quod quidam libere conditiorm homo 
AmoU de bawaria delegauit ad altare S. Marie tria mancipia. Irmin- 
gart. Fridurun. Richkart. pro censu. V. denariorum. Huius rei testes 
sunt. Adalbertus noster aduocatus, Adalbero de griezbach. Hawart. 
ÄdalbertuB. et filiua eius Adalbreht. Heidinrich. Buc. Gundolt. 
Heriman. Werinhart. Wolfkeri. 

CCXXXV. 

Nouerint cuncti fideles. quod quidam Ottofrater Nantwidnostre 
congregationis moncLchi. tradidit ad altare S. Marie predium quoddam 
post obitum suum. illam subiugens conditionem. si aliquis propinquorum 
suorum pro XXX^ marcis redimere uellet. potestatiue obtineret. Huius 
delegationis testes sunt. Heidinrich. Vrliuch. Rudolf. Reginhart. 
Heriman. 

CCXXXVI. 

Nouerit omnium Christi fidelium tam presens etas quam succes- 
sura posteritas. qualiter dominus Reginmarus patauiensis epiacopus 
omnia predia et decimas uini et frumenti que ab antecessoribus eins 



58 

hactenus obtinuimus. et precipue omnem decimam uini ad Chremisa, 
renouando nobis stabiliuit. insuper et litigium quod habuimus cum 
preposito patauiensi et cum eeteris conprouiocialibas nostris baano suo 
exciusit sub anathemate eum ponens. qui aliquid de predictis bonis 
S. Marie subtraheret. Huius rei testes sunt« Emist de treüma. Heriman 
et frater eins Begmhari. Ekkirich et freder eim Wolfker, March- 
wart, Dietrich. Airich. 

CCX3CXVII. 

Nouerit uniuersa catbolice plebis ecciesia. quod quedarn nobilis 
matrona Gerdruth dicta pro remedio anime mariti 9ui Ekkirid cum 
manu filiorum suorum Hadamari et Meginhardi tradidit ad altare 
S. Marie predium quoddam ultra danubUim situm. Huius rei testes 
adhibiti suat. Heidinrich. hinrich. Herrani. Volchmar. Heinrich. 
Wielant. Gozwin. Vrliuch. Walther. Tiemo. Reginhart. Ädalbreht. 
Wolfker. Inuestiture Heidinricua. 

CCXXXVIil. 

Notum sit eunctis quod quidam. N. Hettilo commutationem feeerit 
predii sui. in presentia domini sui Liupoldi marchionis suum nobis 
predium delegans. et tantundem a nobis reeipiens. Huius allegationis 

9 9 

testes hi sunt. Heidinricua. Adalhero. Odalrich. Durinch. Odalrich. 
Werinhart. Huc. Gundolt. Heriman. Wolfhere, 

CCXXXIX 

Nouerint uniuersi eeelesie filii. quod felicis memorie dominus 
Nanzo abbas cum consilio fratrum comparauerit a domino Gebehardo 
comite de Piugin duo beneficia ad Zenindorf XXX**. H**". marcis. 
eo quod esset nostro predio contiguum in predicto loco siti (sie). 
Quod idem Crebehardus ad altare S. Marie delegans. hos adsciuit in 
testimonium. Isinrich, Ratpoto. Heitvolch. Heinrich. Reginpreht. 

CCXL. 

Quidam Adalbero delegauit ad altare S. Marie ancillam N. Heizam 
cum filiis. ob censum. V. denariorum rogatu cuiusdam Hiltrici. et bi 
adtracti sunt testes. Merger. LiupoU. Otto. Ascwin. Adalbero. 

CCXLI. 

Nouerint uniuersi precioso Christi sanguine rederopti. quod 
quidam uir nobilis Eppo tradidit super altare S. Marie dimidiuro 



59 

mansum pro remedio anime Hvholdi cognati sui iam defuncti. cuius 
et peticione idem predium delegauit. Huic delegationi festes isti sunt 
adsciti. Ämoldus frater predicH Hokoldi, Perinhardu». Chuno. 
Odabcalch. Heriman, Eberger. Ekkirich, 

CCXLII. 

Sed et hoc memorie eomraendandum quod quidam Hartwicua 
de familia 8. Stephani tradidit super altare S. Marie predium suum 
ad Noppindorf quiequid in eo loeo hereditario iure possederat. Quod 
ut perpetuo ratum existat. idonei testes hi adstabant. Otto et frater 
eiu8 Heinricus de Steinchirchin, Pebo. Eberger. Ascwin, Liupolt, 
Otto. Inuestiture Otto. Eberger. 

CCXLIII. 
Notum sit eunctis Christi sanguine redemptis. qualiter quidam 
Megingoz in extremis positus delegauit uineam unam ad huntisheim 
io manum Perkardi auuncvli sui delegandam ad altare S. Marie pro 
remedio anime sue. Quod et factum est. et testes isti per aurem sunt 
adsciti. Meginhart filius Ekkirici de ehufarin. et predictus Perhart. 
Adalbertus. Zeizo. Ödalrich. Chunrat. 

CCXLIV. 

Nouerint uniuersi spiritu adoptionis renati. quod uir nobilia 
Adalbertus hierosolimitanua. de beneficio apud werda quod se con* 
tingebat recepto. VI. marcarum precio. cum manu uxoris et filii sui 
super altare S. Marie se abdicauit. Huic allegationi intererant milites 
sui. qui ab eo idem beneficium habuerant et per aurem in testimonium 
sunt adducti. ut perpetuo ratum existat. Gotiscalch. Hagano. Wolfker. 
Liutwin. et hi. Perinhart. Ekkirich. 

CCXLV, 

Notum sit et hoc eunctis fidelibus. quod quedam nobilis matrona 
GerdruU relicta Ekkirici de ehufarin delegauit ad altare S. Marie 
predium 9iA.Zunicra. post suum obitum hie deo seruientibus inusum. 
Huius rei testes extant idonei. Hadanmr et Meginhart. Wolfker. 
Adalberti. IP. Durineh. 

CCXLVl. 

Et hoc memorie fidelium commendandum quod quedam conuersa 
Bertha delegauit mansum unum ad Wolfaha in manum Chunradi 



60 

fiUi frairis suu delegandum ad altare S. Marie. Quod et peregit idem 
Chunradus. testibus istis per aurem adseitis. WaUheruk. Heidinrich. 
idem quoque Chunradus. Chunradus de WimUla. Hartwicas. Odal- 
rieh. Marchwart. Herrani. Inuestiture Heidinrich. Chunradus. 
Addidit et mancipia. XDI*^". sub eisdem testibus. 

ccxLvn. 

Quidam Engilscalch tradidit ad eundem tytulum quoddam roan- 
cipiam. N. Pero. ob censum. V. denariorum. sub bis testibus. Piligrim. 
Megingoz. Meginhardi. If. 

CCXLVIII. 

Nouerint uniuersi ecelesie filii. qualiter ingenuus homo Eber- 
hardus de Pokkisrucke delegauit super altare S. Marie dimidium 
mansum et uineam cum appendiciis. et mancipiis obsessum ad ßßr- 
chingin. peticione Burchardi miUtis Dietrici camitis cuius erat idem 
predium. et hi in testimonium sunt adsciti. Pabo de Amerange. Otto. 
Isingrim. Huc. Gotiscalch. Friderich. Wiezil. Irminfrit. Rodpreht. 
LiupoU. Hec sunt mancipia. Gerhart. Tierhilt. Gerrich. Rudiger. 
Hacicha. Sigiboto. ad censum. V. denariorum tradidit. 

CCXLIX. 

Notum sit cunctis sanguine Christi redemptis. quod quidam uir. 
N. Heber delegauit predium suum quale ipse habet ad Qtuileisdorf 
in manum Adalberti nobilis uiri de Werda. eo tenore. ut ipse hoc 
delegaret super altare S. Marie in usum fratrum post suum obitum. 
deo in hoc loco famulantum. Quod idem Adalbertus est executus. bis 
per aurem adseitis testibus. Dietricus de Zünis, Adalram filius 
Budolfi. Emist de treisma. etfrater eins Adalram. Idem Adalbertus. 
Heriman de huntisheim. Otto. Bertoldus. Otto de motte. Merboto. 
Odalricus de margbach. 

CCL. 

Notum sit cunctis fidelibus. quod quidam. N. Poppo delegauit 
ad altare S. Marie duo beneficia ad Swenta ob remedium anime 
patris sui Ogonis iam defuncti. quod ipse adhuc uiuens a domino 
Piligrimo de Grie duabus marcis et dimidia redemerat. Huic traditioni 
hi testes sunt adhibiti. Dietricus. Bertoldus. Marchwart. Dietricus. 
PemoU. AmoU. Hartwich. 



61 



CCLI. 

Nouerint uniuersi ecclesie filii quMier Heinrictis comes in extre- 

mis positus. delegauerit mansum unum in manum militis 

8ui Ottonis, delegandum ad altare S. Marie, pro remedio anime sue. 
et hi in testimonium sunt addueti. Gebehardtia fraier predicH comitis. 
Werinhardua de lulbach. Ädalbertus de Stamiheim, Gwnpoldvs. 
Meginhardus. Quod et ita peractum est ab eodem Ottone. delegans 
scilicet super altare S. Marie. Huius allegationis testes hi adstabant. 
Reginger. filius Regingeri. Otto de Lautadorf, Bertolt de heida, 
Dietrich. Marchwart, PemoU. 

CCLII. 

Notum sit eunetis preciosa Christi morte redemptis. qualiter 
quidam libere eonditionis homo uoeabulo WiUhalm cum manu uxorig 
et filii sui delegauit predium suum ad Waldprehtisdorf in manus uiri 
ingenui Vrliuch dieti. delegandum nihilominus ad altare S. Marie, 
molendinum uidelieet cum appendlciis. et II*". uineas. et quiequid in 
eodem loeo habuit. excepto quod filiabtis distribuit. Quam allegutionem 
predictus Vrliuch ut rogatus erat super altare S. Marie assignauit. 
et hos per aurem in testimonium adsciuit. WaUherum de treisme, 
Heriman de huniisheim, Bertolt. Erchinger. Hartwich. 

CCLIII. 

Notum sit eunetis Christi fidelibus quod quidam ingenuus homo. 
N. Eppo de Staphilarin tradidit ad altare S. Marie dimidium mansum. 
predicto loco contiguum. Huius rei testes extant. Heriman de huntis^ 
heim. Bertolt de heida. Dietrich. Marchwart. AmoU. Born. Wezil. 
Heinrich. 

CCLIV. 

Notandum sit eunetis Christi sanguine redemptis. quod homo 
ingenuus Emist de chiuliub cum manu matris sue Christine delegauit 
super altare S. Marie duo beneficia ad Vuchilinisdorf pro anima 
fratris sui Dietrici. adiciens et uie transitum libere nostris hominibus 
per predia sua. ubieunque ei essent contigua. In qua traditione idoiiei 
testes adstabant. Rudolfus de berga. et filiiLS eins Ädalram. Otto 
de lenginbach. et frater eins Hartwicus. Pabo. Eberhart. Poppo. 
Eberhart. AmoU. 



62 



CCLV. 

Notum sit fidelibus cunctis. Christi morte renatis. quod quidam 
Piligrimtis, cum uxore 9ua Gisila et filiü. de lite quam in predio 
quod Gnntherus presbiter nobis tradidit habebant. presente Liupoldo 
marchione in altari S. Marie se abdieauerunt. reeepto prius ab eodem 
altari. VII. et X. marcis. Huic confirmationi intererant per aurem 
adtraeti bi testes. Otto de molte, Nizo. Bertoldus. Anshalm. Idetn 
Piligrinms. Zeizo. Eberger. et alii multi. 

CCLVI. 

Nouerint uniuersi Christi sanguine redempti. qualiter Liupoldus 
marchio cum manu uxoria sue Agnetis. et presentia filiorum suorum 
Heinrici. et Liupoldi. astante etiam domino Reginmaro patauienHs 
ecclesie episcopo, ob remedium anime sue. et parentum eorum delega- 
uerit super altare S. Marie in monte Kotuigensi. dominicale. et duo 
beneficia ad drasdorf, post obitum eius qui priori illorum uita exces- 
serit. deo et eius genitriei famulantibus in usum 

CCLVIL 

Addidit et aliam traditionem. urbanum scilicet opus de predio 
nostro mirs. et censum de silua ex toto deineeps dimittens. et tarnen 
pastum et omnem usum quem sui in nemore habent. nostris concedens. 
Huic delegationi satis probabiles persone per aurem attracti testes 
fuere. Heinricas et Liupoldus filii eius. Sigihardus de scalah. et 
Gebehardus frater eius de purchusin. Chünradus de pilstein, 
Liutoldus de plein. Otto de purcstal. et frater eius Hartwicus 
et Heinricus. Odalricus de wolfuisten. Chadolt de occlisdotf. 
Inuestiture Heinricus et Liupoldus. 

CCLVIII. 

Nouerint omnes fideles Christi, quod quidam nobilis homo Chün- 
radus. N. ftUus emist de traisma. adpropinquante die exitus sui 
delegauit in manum euiusdum nobilis uiri Kraß quoddam dominicale 
velewarbrunnen cum omnibus. que ad ipsum pertinent. eo iure quo 
sibi seruierat excepto uno iugero. ea ratione ut ipse delegaret super 
altare sancte Marie, in monte qui dicitur KSthmch in usum fratrum 
ibidem deo seruiencium. Quod et idem Kraft fideliter in die sepulture 



63 

eiusdem super sacras sanctorum reliquias peregit multis coram 
astantibus. Et hü testes sunt adhibiti. WaUherus, Adalram. patrui 
eins, Hartnit frater eins. Hadamar de chufarin. Chunrad de 
Wirmilahe. Meginher ei frater eins Hedinrich de imicinisdorf. 
Waltherus de eadem uilla. Hadamar. Gozw. de gozinisdorf et hii 
Dobiles. Item de ministerialibus. Heinricus de carinthia, Trunt. 
Adelbrehi et Wiehere et Gotfridtis de traism. Megingoz. Hartman. 
Eberger. Witimar. 

CCLIX. 

Notum Sit tarn presentibus quam profuturis. qualiter March- 
wardus de froendorf data facultate sua. impetrauit. quod quidam 
nobilis uir. nomine Wichart. de eodem loco. et uxor eins Benedicta. 
et ßlii eorum Wichhard scilicet et Wolfstrigil. et Sigihard adhibita 
et manu filie sue Benedicte tradidit. s. dei genitrici. M. ad Kotwich. 
potestatiua manu dimidium mansum in eadem uilla. Iiac duntaxat 
eondicione ut prefatus Marchwardus et omnis successio eius. ab 
eadem ecelesia ipsum absque aliqua refragatione. beneficii iure 
perpetuo possideat. et annuatim XXX numos exinde persoluat. 
Que res annitente eiusdem loci plebano. domino Chunrado diffinita 
est in presentia domini Gerhohi Äbbatis pie memorie presentibus 
Friderico et Chadalhoho capellanis eius. fratre quoque ÄUmanno 
tunctemporis preposito. Cui rei test\6c^ntuT filiiipsius. W. (ichhard). 
W. (olfstrigil). S. (igehard). De habitatoribus etiam loci illius. Hezel. 
Hadamar. Gotescalc. Heinricus. De mSinich Gerold. Odalricus. 
De titrichesdorf Wolfold. Prunwart. Rudolf. De familia ecelesia- 
stica Chunradus. Ödelscalch. Herwich. Eber. Helmbertus. Otto. 
Poppo. Herman de porce. Sigifrid de Ekkindorf. Ad inuestituram 
hii idem. 

CCLX. 

Nouerit uniuersitas Christo credentium qualiter quidam Odalricus 
senior de perinekke tradidit in manus cuiusdam uiri Bertoldi scilicet 
de prinzlanisdorf mancipium unum Adilind nomine cum omni sua 
posteritate. hac eondicione ut ipse delegaret illud super altare sancte 
Marie. Quod et ipse postea impleuit. ascitis bis testibus. RSdigero 
de egizinisperge. Heinrico de huriwoin. Herwigo. Ädalhero de 
RadÜi. Megingoz de veldwindin. Sigifrido. 



64 



CCLXI. 

Memorie fidelium commendandum quod quidam Otto de megm- 
hartingin delegauit super altare S. H. mancipium unum Paldwin. N. 
pro censu V. denariorum. Sub bis testibus. Bertoldo. Odalrico. 
Witimaro. Ebir. Adalberto. 

« 

CCLXII. 

Nouerint tarn presentes. quam futuri Christi uocabulo insigniti. 
qualiter Reginhardus de anzinperch nobüis hämo, rogatu domini 
Sigifrtdi et Megingozzi fratrum delegauit super altare saocte Marie 
potestatiua manu, ipsorum in presentia. et absque omni eontradietione. 
predia illorum queque eulta et inculta. ut subscripta sunt. Ad rauwana 
VI uineas et dominicale unum et tria curtalia. curtale quoque eorum 
cum pomerio quod adiacet. et duobus pratis. tria etiam molendina cum 
agro et pratis. et silua. Addidit quoque dominicale. I. ad smidahe 
cum mancipiis. Ad WcLchauue uineam. I. Villicum scilicet Richerum 
cum uxore. filiis. et filiabus. ad pouet dominicale et tria curtalia cum 
agro. Muldorf. VII. curtalia. Odinfelde duo beneficia. Netisidele 
duo beneficia. et duo molendina. et IUP', curtalia cum agris et 
pratis. Auzarpach molendinum. cum agro. quod babet (habuit domimis 
supra scriptum est) Hartnil äduocatus. Gunzinis duo beneficia. et curtale 
cum agro. Hec et alia quecunque ipsi illic propria babuerunt publiea 
tradicione tradita sunt pro remedio animarum suarum et parentom 
suorumjPf%nmi. scilicet eiMegingozzh quorum desiderio et auctoritate. 
bec uoluntas bona in nepotibus excrevit. simul et omnium parentuin 
suorum et inuestituram contradita sunt. Addita sunt etiam ab illis hec 
mancipia. Gotti et Heinricus. Helphricus. Wicbpoldus et alius Wich- 
poldus. Radi. Engilpreth. (supra scriptum) et Dietbocb. cum filiabus et 
filiis suis. Ricbarda cum filiis suis. Et ut hec tradicio immota et 
inconcussa perenniter maneat. hü testes idonei asciti sunt. Hadamarus 
de chupharin. Reginbertiis predictus, et filius eins Hadamarus. 
Herimannus de huntisheim. Gozmnm de Gozinisdorf. et hü nobiles. 
Rapoto de Walprehtüdorf. ErcMnprekt de welminiche. Pemoldus 
de sancto ypolito. Ebirhardus. Walchun. Suithart. Heinrichs. 
Liutoldus. Hartwicus. Permannus. 

Ipso die Hadamarus de chupharen. tradidit predium suum. ad 
persniche. super altare sancte M. sub eisdem testibus. 



65 



CCLXIIL 

Nouerit uniuersa catholice plebis ecclesia. qnaliter Ditmarus de 
gnannindorf delegauit super altare sancte Marie mancipium unum. 
N. Megingoz ad censum. V. denariorum. Sub bis testibus. Hartnid 
de ireisim aduocato. Rudolfo. Engilberto de sconheringin. Gerungo, 
Permanno. Gerolde. 

CCLXIV. 

Memoria quoque a fidelibus iugiter est retinendum quod Heilka 
de birboim tradidit super altare sancte M. per manum filii sui Ger-- 

hardi. filieque 8ue eodem die couuerae. uineam unam ad 

staudratisdorf. unumque mancipium Diemud pro censu. V. denario- 
rum. Et ut hec tradicio firma sit. idonei asciti sunt testes bii. Adal- 
ramus de oftheringin. Rvdigerus frater ipsius C(erbardi). Her- 
mannua de porze, Wolferun. Otachar de treisim, Hartwictis, Baha- 
winus de winchiL 

CCLXV. 

Nouerint cuncti fideles qualiter Ödalricus de Gomsheim in 
presentia domini Reginmari patauiensis episcopi. et Chadalhohi 
Kotwigensis abbatis. aliorumque plurimorum clericorum. et nobilium 
bominum. omnestraditionesquasipsepius (sie — prius?) S. Marie con- 
cessit prediorum et mancipiorum. manu nepotis sui Odalrici secundo 
confirmauit super reliquias sanctorum fratribus hie deo in Kotwigerm 
cenobio seruientibus in usum. Acta est hec traditio in colloquio quod 
habuit cum eodem episcopo in loco qui pilahegimundie uocatur. 
addita et alia traditione trium uinearum ad waltprehieadorf. pro 
remedio anime WaUrici cognoti (sie ; Cod. B. vero : cognati) sui nobilis 
eque uiri. qui easdem uineas ea sibi ratione tradiderat. Testes autem 
hi sunt adhibiti. Chonradus comes de Pilsteine, Pemhardus de 
Truna. Adelrammus de Perga. Ädelrammus de Waldekka. Chonra- 
dus de wirmilaha. Heinricus de lengenpach. Otto de Machlante. 
Eppo de Staphilarin. Odalricus nepos ipsius Odalrici de gossis- 
heim. Sub eisdem testibus dedit etiam tria mancipia. Eber, et filiam 
eius Gisilam. filiamque illius Gerbirgam. 

CCLXVI. 

Fidelium memorie comendandum quod quidam. N. Rupreht dele- 
gauit super altare sancte Marie predium suum quäle ipse possederat 

Fontes. X. 5 



66 

in loco qui dicitur Rudingisdorf. absque omni contradictione. confir- 
mans bis testibus. Wolfrado. Megingozo, Erchinberto, Witimaro, 
Nankero. Egilolfo, Adilberto. 

CCLXVII. 

Et boc memoria tenendom qoaliter dtio uiri. Huc scilicet et 
Chunradua. manu. R. matris sue tradiderunt super altare S. Marie 
predium suum ad chambe XI. pro talentis. eo tenore. ut si quis suc- 
cessure posteritatis redimere atque possidere cupierit. XL. talenta 
exsoluat. Delegantes ergo ab remedium animarum suarum bos ad- 
traxerunt testes. Dietmarum de durrinbach. EberAardum. Sigboto- 
nem. Dietricum. Chunradum. et fratrem eins Dietmarum. Witimarnm 
quoque et Fridericum. Meginhardum. Lanzonem, aliosque quam 
plures. 

CCLXVIII. 

Notum sit cunetis Cbristi fidelibus tarn sueeessuris quam pre- 
sentibus. qualiter dominus Megingoz post obitum fraUris sui Sigifridi 
in die scilicet depositionis eins, omnes traditiones quas ipsi antea in 
prediis seu mancipiis ad altare sancte Marie delegauerant. coram 
domino Chadalhoho archipreposito tunc temporis episcopi Regin- 
berti uicario. abbate quoque Gerhoho aliisque quam pluribus eonfir- 
mauit. duo se uiuente dominicalia quo alia cercius firmiusque post 
obitum suum tenerentur delegans. Sed quia relicta domini «^.(igifridi) 
aliqua ex bis ui. et absque iure possidere uoluerat. litigium in pre- 
sentia domini Chunradi Marchionis cunctisque principibus suis dirimi 
oportuit exortum. Quod et factum est. Nam ipse dominus ilf.(egingoz} 
iusta optinens censura que sua erant. per plures asciuit testes. ut 
omni sine scrupulo perpetim maneat bec ipsa tradicio. Addita sunt 
etiam ab illo bec mancipia. Ebirgerus. Marcbwardus. Arnoldus. pro 
censu. y. denariorum sub bis testibus. Domino Chadalho preposüo. 
Wermut. Ebirwin. Wolßero. 

CCLXIX. 

Nouerint uniuersi ecclesie filii. qualiter Heinricus quidam inge^ 
nuus homo. delegauit super altare secundo sancte Marie ut delega- 
uerat episcopus Heinricus. locum qui dicitur Munichhouen. Ipse 
enim in eins manus delegauerat. bae conditione. ut in usum fratribus 
Kotvncensibus traderetur. HU ergo asciti sunt testes. WaUherus de 



67 

ireisim. Herimannus de J7.(untisheim). Ädatterttis, Ortolfus, Wigant 
de acovingin. Chunradus, Helmpreht, Ebir, 

CCLXX. 

Et hoc memoria tenendum. qualiter Chunradus de gozniche 
delegaait cum manu uxoris sue ...... super altare sancte Marie 

molendinum unum eo tenore. ut quoad uiueret ipsius usui cederet 
6ub bis coufirmans testibus. WaUhero de treisim, Herimanno de 
^.(huntisheim). Ditmaro. Cozwino de goz, Ortolfo, Piligrimo, Wolf- 
kero. Ebir. Perinhardo. 

CCLXXI. 

Notum sit cunetis. quod Friderun relicta Sigifridi de adal- 
brehiisperge tradidit eius rogatu super altare sancte Marie uineam 
unam ad ebirisrute, sub bis testibus. Wolfkero. Hartuuico. Ebir. 
Odalrico. Trutaun. Azilino. Erwino. 

CCLXXII. 

Memorie fidelium commendandum. qualiter Warmund (supra- 

scriptum est: echindorf) ministerialis Heinrici ducis ob remedium 

anime comparia sue defuncte Juditte. delegauit super altare sancte 

sancte (sie) Marie tria beneficia siiesdorf. I. Celdrandarf. I. Puches- 

prunnen I. rogans fratres ut pro suis etiam intercederent excessibus. 

w. 
Haie tradicioni asciti sunt testes bii. Rudwin. frater eius. Gebehar- 

dus (filius R.udwini?) Manegoldus (de liubes). Ortolf (Meginbar- 

disdorf). Or^o//*(Porandisdorf). Otto. (Missowe). Perinhardus (Adal- 

wartisdorf). Dietmarus (durrinpacb). Chunradus. (de cbambe). Fri- 

dericus (tisze). J3m*an(f (uuzzesprunnen) (nom. incl. inter lineas scripta). 

CCLXXIII. 

Notum sit cunetis ecciesie filiis. qualiter dominus Altmannus 
patauiensis episcopus. inter alia que buic loco contulit. decimationem 
uinearum chremisie. tradidit in usum fratrum potenti manu bic deo 
et sancte Marie seruientium. Que traditio permansit inconuulsa usque 
-ad successorem suum Reginbertum episcopum. qui eam inprimis 
irritam fecit. Sed isdem episcopus rogatus et admonitus a fratribus 
ut litem sedaret. coram fratribus. et suis ministerialibus decreuit u{ 
decimationem uinearum a fluuio chremisi per descensum platee que 



68 

ducit lantrichisdorf. et per ascensum lutee uie ad straxingin, et eam 
uiam que de sirazingin ad lantrichesdorf ducit absque omni contro- 
uersia in usum fratrum cederet. cum ipsa siluatica terra que incolitur. 
Vt hec inconuulsa perpetuo manerent adhibiti sunt hü testes. Heri" 
maimuB de huntiaheim. Berinhardus de trune, Wezil qui tune erat 
prepositus. Marchwardus de sconenpuhele, Amoldus de wolfpezzin- 
gin. Huno frater eiua. Perimannm noster familiarü. Rapoto de 
chremise. Rudigems. Rudmarus. Sicco, Otto. Stabiliuit idem epi- 
scopuB eandem traditionem. ut decimationem aliarum uinearum. que 
in supra dietis iimitibus non sunt Scripte libere possideret. 

CCLXXIV. 

Nouerint tam presentis quam future posteritatis fideles. quod uir 
nohilis PiligrimtLB de houeatetin correptus infirmitate et seculo abre- 
nuntians apud nos. delegauit super altare S. Marie in usum fratribus 
hie deo seruientibus dominicale unum iuxta hotiestetin situm. cum 
suis apendiciis pratis. et siluis. et tria beneficia in eodem loco. uilli- 
cum ipsius dominicalis cristan. N. cum filiis et filiabus suis, quorum 
hec sunt nomina. Odalricus. Piligrim. Chunize et sororem eins (Tru- 
tim) et Piligrim. Huius rei testes sunt hü. Tiemo (frater P. iügrimi). 
Gerunc (de pielahe). Rudolfus (crezzinch). Rtulolfus (de hauena- 
ren). Chuno (de ettirhouen). Ekkipreht. Marchwardus. Engilmarus. 
Otto Engilmar. Inuestiture Rudolfus. Gerunch. 

Äddidit sub eisdem testibus. ü? mancipia iun. pro censu. 
y. denariorum. 

Hanc delegationem dtuc Heinricus (rasura) die confirmauit. tra- 
dens potestatiua manu supra dictas tradiciones super altare S. M. 
coram ministerialibus suis, bis ascitis testibus. Ramtmt. Heinricus. 
(mistilbach). Heribord (rusbach.) ChadaUioc. Iriiifridus (asparin). 
Rupreht. Rudolfus (sun). Odalricus. (de suueringin). Ädalber de 
Cumpindorf. 

CCLXXV. 

Memoria a fideUbus retinendum quod quidam Fridericus de 
tizze cum manu comparis sue H. delegauit super altare S. Marie 
beneficium. I. ad hohinwart eo tenore ut eis usus fructuarius cederet 
dum uiuerent. bis testibus adhibitis. Meginhard (de tizze) Wolßerus. 
Hartwicus. Ebir. Perman. Penno. 



69 



CCLXXVI. 

Nouerint omnes uniuersalis ecclesie fideles. qualiter Ädalbertm 
eames de rebiguv, dederit tres mansus ad altare S. Marie in loco qui 
uocatur liard. pro remedio parentum suorum. Hoius traditionis testes 
sunt, ipse cotnes X(dalbertus). Wichpoto, (de piela). CharL (de 
hohenekke). Otto. WeziLMeginhardua, Rupreth, Ebirgir. Hartwich. 
Adalbetfus. Reginbertus. Wolfker. 

CCLXXVII. 

Nouerit uniuersa katholice plebis eeelesia quod Chunradus de 
chambe fiUus Hoholdi dedit Kotwieensi ecclesie pro remedio anime 
sue molendinum ad Özinestorf. cum insula quadam adiacenti dann- 
bio. Nichilominus idem dedit in hospitale in ustis pauperum predium 
ad psitigindorf, Dedit etiam predicte ecclesie nostre quicquid ad 
gozniche habuit in rure et mancipiis. Porro duas uineas itidem dedit 
cum Omnibus appenditiis suis. Idem etiam dedit quicquid in rure et 
molendinis et omnibus eorum appenditiis unacum mancipiis habuit. 
ea conditione ut post obitum suum et uxoris et sororis Heilken deces- 
mm eidem ecclesie ex integre deseruiat. Cui rei testificantur. War- 
münt de echindorf qui etiam delegauit. Rüdwinus fraier ipsius. 
Adelholdus. Diethardus de gozniche. Gebehardtis filiu8 predicti 
Rudwini. Werinhardus filius Friderici saangene. Elbvnnus de goz- 
niche. Ailgerus. Adelbertus de chambe. Bemhardus de gozniche. 
Wernhardus de lengenuelde. Et de nostris. Rudigems de prunne. 
Hartwicus de brunne. Wolfkeras (de uurte) et Adelbertus et Snello. 
Volkhradus et frater eius WaUherua de traisme. 

CCLXXVIIL 

Sed et hoc memorie commendandum est quod dominus Frideri- 
CU8 de thizze et uxor eius Heilka dederunt sancte Marie predium ad 
hohenwart et agellos qui ad uineam pertinuerant que exstirpata est. 
Tradidit et stabulariam curtem ad tizze cum ceteris prediis suis hac 
lege ut post decessum suum ecclesie Gotwicensi deseruiat. Cuius rei 
testes hü sunt per aurem omnes idonei adsciti. Meginhardus de thizze. 
Piligrimus de gintorf. Chunradus ex eadem uillu. Bemhardus de 
gozniche. Rapoto de Zweintendorf. Dietricus de grindorf. Heinricus 
de thizze. Dietricus de eadem uilla. Volkhradus et Waltherus de 
traisme. 



70 



CCLXXIX. 

Notandum simili modo esse uolumus quod quidam Gumpo, N. et 
Uivor eins de Witigeiatorf dedit S. Marie et huic congregationi deo 
seruienti hie. molendinum ad Wisindorf cum adiacenti prato. Et ut 
hee traditio inconuulsa deinceps permaneat. testes hü per aurem 
asciti sunt. Hermannus de hunttsheim et Hettuolch. Heinricus ba- 
waru8 de urowendorf, Hermannus de borz. Otto et Hartmcus nostri 
familiäres. 

CCLXXX, 

Et hoc memorie comendandum quod dominus Fridericus ratis" 
ponensis aduocaius tradidit kotwicensi ecclesie potestatiua manu 
quendam. N. Sigmundum cum omni sua posteritate ad censum. V. de- 
nariorum et hec nomina eorum. Ebeper. Arnoldus. Chunigunt. Azela. 
Cui rei testificantur Heinricus et Sigiboto de Zakkingen. 

CCLXXXI. 

Anno incarnationis domini mill. C. L. VIII. cemes ekkebertus de 
putine cum Friderico rege in expeditionem iturus. delegauit in manum 
Sivridi ministerialis sui predium suum ad chrotendorf. ea conditione 
ut si ipse in expeditione eadem uita decederet. ille idem predium 
potestatiua manu Gotvngensi monasterio cum omni familia ipsum^ pre- 
dium incolente contraderet. Comite ergo in expeditione occiso. idem 
Sivridus traditionem sibi iniunctam super reliquias. s. Marie eom- 
pleuit. his testibus astantibus. Sighardo de flace, Gotscalco de 
landeshere, Walthero de tanninperch. Adelberone et fratre eius 
Odalrico de domichensteine. Liudwico de glaneke. Gotscalcho de 
diernsteine, Chunrado de pusinperge. Reginberto de laichlinge. 
Hartfrido et Gunthero fratre eius de poscach, Otagrio decano de 
viscach, Popone plebano de niuwenchirchen. Rapotone de ptttine, 
Hainrico de rotingen. Ekkehardo de erlach. Dietrico de swarzach. 
Gerhardo de glizenuelde. Ottone et fratre eius Wlfingo de chaphen- 
perge aliisque quam plurimis. 

CCLXXXIl. 

Notum sit tarn presentibus quam futuris quaiiter ego Johannes 
humilis gotwicensium seruus. Witimaro et Dietmaro de familia 
monasterii cum consiiio et petitione fratrum et uoluntario assensu 



71 

ipsorum quedam beneficia subtraxi. reliqua uero que adhuc possidere 
aidebantur. ipsis et filiis eoram possidenda concessi. Et ne qua dein- 
eeps controuersia exinde oriri possit. carte mee inscriptione firmaui. 
et damini Chunradi paiauiensis episeopi auctoritate firmaui. 

CCLXXXIIL 

Ad presentium confirmationem et posterorum commonitionem. et 
onmimodam litis diremptionem litteris memorie imprimimus coneam- 
bium prediorum quod factum est inter fratres kotwigensis monasterii. 
et dominum Otagrium marchionem de stiri. anno incarnationis do- 
mini Mill. C. LXI. Idem namque marchio et pro remedio anime sue. 
et pro ratione eoncambii ecclesiam sancHviti et ecclesiam ad hagin- 
veU cum dotibus ad illas pertinentibus. cum omnibus mancipiis. 
prediis. eultis et incultis. siluis. aquarum decursibus. et insuper ad 
reidinuelth quinque beneficia monasterio contradidit. quo contra pre- 
dium adelgersdorf dictum, in marchia illius situm, cum omnibus 
appendiciis. a monasterio ipse recepit. Huius eoncambii traditionem 
in manus aduocati ipsius monasterii Heinrici ducis austrie contra- 
didit. et bis testibus confirmauit. Ipse Heinricus dux testis, et mar- 
chio, Sigifridus comes de liubinowe, Liutoldus comes et filitis eins 
Liupoldus. Chünradus de rachze, Wolfger de naliube. Adalbertus 
Gebehardus comites, Adalbertus de berge. Pabo de Suinze. Dietri- 
eus de adalgersback. Adalbero de chobanburch. Adalbero de chun- 
ring. Heinricus de Zebigen. et fratres eiusdem Heinrici. Rapoto. 
Otto. Heinricus. Ortlieb de widiruelt. Rapoto de swabedorf. 
Heinricus swarza. Eberhardus. Adalbero. ceterique quam plures 
ministerialium ducis et marchionis. Dv^ uero acceptam eoncambii 
traditionem in manus domini Adalberti liberi hominis monasterio 
confirmandam delegauit. quam ipse nichilominus Adalbertus super 
altare S. Marie ut sibi fuerat contradita roborauit. Huius rei testes 
accesserunt. ipse Adalbertus. Heriman de huntisheim et filitis eius 
Herrant. Hademar de anziberch et ceteri quam plures. 

CCLXXXIV. 

Anno ab incarnatione domini Mill. C.L.X.I. viii. k. augusti Pe- 
ringerus de Zemiliup ministerialis ducis austrie tucorem suam Adal- 
heidam in poliandro. S. Marie apud nos sepeliens tradidit pro remedio 
anime eius omniumque parentum suorum mansum unum ad nivindorf 



72 

ea conditione ut nnlli unquain in beneficium concedatar. Et si uendi. 
uel eambiri aliqoando contigerit sibi. ael aiicoi affiniom suorom aen- 
datnr uel eambiatar. et ut ipse semper adoocati ins in eodem obtineat. 
Hains rei testes accessernnt. Peringerus. Diehricus. Odalricus frater 
Peringeri. Emist et alius Emist Odalricus. Et bii de familia 
S. Marie. Otto. Odalricu». Rudiger. Bertoldus. Ekkericus. Sigifri' 
du8 ceterique quam plures. 

CCLXXXV. 

Exemplo prouoeati piorum. stilo denotamns benefacta piorum. 
tum ut memoria eorum semper uigeat. tum ut litis controuersia in 
nullo nobis proueniat. Gerungus igitur de raztingin pro remedio 
anime sue. beneficium ad raztingin tradidit super altare S. Marie. 
Ipso die fUii Heinrid flaiscezzen. Emest scilieet Wezü et Heinricus 
pro parentum suorum pia memoria et pro redemptione predii cuius- 
dam ad merchingin. quod iam diu parentes ipsorum pro beneficio 
tenuerant. tradiderunt monasterio chotwigensi uineam ad Mniarin, 
Fratres quoque ipsius cenobii beneficium quoddam ad Frowendorf a 
Hermanno de BurUisheim ementes. eadem die traditionem ab ipso et 
uxore eins ac filio receperunt. Traditionibus igitur bis anno ab incar- 
natione domini M. C.LX.II. kalend. mai super altare sancte Marie in 
chotwico peractls. bii testes accessernnt. Adalbertus de werde. 
Hermannus de huntishetm. et Herrandus filius eius. Haitfolch et 
Rüdgerus bomines ipsius. Ernest. Wecil. et Heinricus fratres 
qui dicuntur Flascezzen. Odalricus de vuchowe. .Gerungus de 
raztingin. Wigandus de churzenchirchen. Hartwicus Rapoto seruit 
ipsius ecciesie. Ipsum autem predium ad frowendorf. redemptum est 
a predicto Hermanno. argento quod contuiit monasterio domina 
Ädelheidis abbatissa. quo etiam redempta est uinea quedam ad mu- 
tarin. a quodam Etich de Chuliup. Predictum ergo predium et uinea 
ilii iure in premio asscribitur. cuius sumptibus redemptum dinoscitur. 

CCLXXXVI. 

Digne in mebioriam scribuntur bominum. quorum iusticia per- 
manet in seculnm. Petrissa itaque luror Albrici de adelberndorf 
ipsum maritum suum in poliandro. S. Marie apud nos sepeliens. pro 
remedio anime illins omninmque parentum suorum. tradidit super 
altare tria beneficia ad Norzendorf. bis testibus presentibus. VolchraJt 



73 

fraier ipaius Petruse, Pilgrim de Grinttorf. Hettilo de Ädettem" 
darf. Hugo Pilgrim item de Ädetterndorf. Otto. Hartwicus. Enziman. 
Durinch serui monasterii. 

CCLXXXVIL 

Vt in libro scribantur uite. pia facta iustorum. stilo commenda- 
mus memorie. Albricus ergo cum uxore stia Elisabeth de chuniho- 
hestetin uineam in eodem loco sitam tradiderunt in manum Ascwini 
de werdarin post mortem suam tradenda super altare S. Marie 6^0^- 
wich. Quibus uita deeedentibus. idem Ascwinus eandem traditionem 
seeundum fidem sibi contraditam super Altare eonfirmauit. sub herum 
testium presentia. Otto de brunnen. Tiemo de sikkendorf. Ipse 
Ascwinus. Otto. Hartwich* Rapot. Enziman. Heinrich famuli eeclesie. 

CCLXXXVIII. 

Hartmut ministerialis episcopi patauiensis ex hac uita deee- 
dens. ipsum episeopum reliquit heredem. Chünradus ergo tunc pata- 
uiensis episcopus pro remedio ipsius Hartmut tradidit super altare. 
S. Marie ad eensum quinque denariorum maneipia quedam que ipsi 
Hartmüdo in exciscundia matris sue acciderant. Mathildam cum 
filiis suis. Gerungo. Meginhalmo. et filia Richkarda. Huius traditionis 
testes accesserunt. Friderich de Hage. Pemolt de s. Ypolito. Her^ 
man de Huntisheim. Reginbertus de laichlingin. Engilscach. Die- 
trich de smidam. 

CCLXXXIX. 

Willibirch quedam ad asylum summi regis ab exaetoribus egypti 
eonfugiens. semetipsam super altare S. Marie, pro eensu quinque 
denariorum contradidit. sub herum testium presentia. Wolfper et filius 
eiu^ Wolfper. Dettmar nauta. Hartwich Bemold. Otto. Dettrich. 
Trutman. 

m 

CCLXC. 

Anno inearnationis domini M. C. XXXI. Ebergerus quidam mini- 
sterialis patauiensis episcopu cum licentia Reginmari tunc pontificis 
delegauit super altare. S. Marie per manum liberi hominis Gebehardi 
de Wagraim mansum unum ad Noppindorf. in presentia Chadalhohi 
abbatis* bis testibus astipulantibus. Hermannus et frater eius Regin- 
hardus de huntishaim. Waltherus de Yuhsen. Gebehardus de 



74 

wagraim traditor. Hartwicus de Prunne. Otto. Sifridus de 
hurginbach. Hertnaunus ei fraier eiua Burcliardus. Liupoldus, 
Enzimannus. 

CCLXCL 

Nouerit tarn presens etas. quam successura posteritas qualiter 
quidam caihoücm sacerdos nomine Rudolfus potestatiua manu dele- 
gauit quatuor mancipia sua. Perehten. Fromute. Altmannum. Elbuui- 
num. natos de libera muliere. et proprio suo seruo Elbwino ob censum 
quinque denariorum annuatim soluendo cum tali predio quäle habuit 
Wolfespach. super altare S. Marie kotwich pro remedio anime sue 
et parentum suorum ea uidelicet ratione. et eonditione quatenus 
eadem mancipia. idem predium ab abbaie kotmcensi debito seruitio 
loci haberent in beneficio. Quod ad honorem, et retributionem serui- 
tutis matris supra dictorum mancipiorum quia libera fuit factum et 
firmatum est. Huius rei testes sunt per aurem tracti. Dietricus de 
ruzmares. Ekkiricus et fraier eiua Dietricus* Hiltpreht. et Herliep. 
Günther. Gunthart. Odalrums. Pemhart. Gotfrit, Factum est pre- 
sente Gunthero preabitero. domino Chadalhoho Äbbate id suseipiente. 
et fratre Liuthwino. 

CCLXCH. 

Nouerint tam futuri quam presentes qualiter Chünradus filius 
Volchradi et frouze ministerialis dttcis H. tradidit super altare 
s. Marie in kotwico potestatiua manu, predium quoddam ad Hohen- 
wart, quod pater et mater eins emerant ob remedium animarum 
parentum suorum et precipue matris ibidem sepulte. Huius traditionis 
testes sunt aure tracti. Chunradua de Mulbach, Sibot de Baztingen. 
Chunrat et fridrich de Traisem. Nudunch de laimgrube. PerhtoU 
de Penningen. Chunradua talwar, Sighart de Zaggingen. Liutvnn. 
Otto de familia ecclesie. 

CCLXCIII. 

Filii qui nascentur et exurgent, narrent filiis suis, qualiter Chun^ 
radua et Äddlbertm filii supradicte Vroze tradiderunt super altare 
s. Marie ad kotwich potestatiua manu predium quoddam ad vnmteS" 
dorf et ad zwentendorf pro remedio animarum parentum suorum. et 
ad subsidium dtmbu» sororibus suis ibidem inclusis. Huius traditio- 
nis aure tracti sunt testes. Chünradus de MtUbach. et Dietricus. 



75 

Gerhardus et Gotscalchus de pirbSm. Hariuneh de cheUhdorf. 
Liupoldus et fittus eins Chunradtis de velze. Hirz de Eberaprunnen, 
Reginberitis. Heinricus de faipilia ecclesie. 

CCLXCIV. 

Cognoscant Christi fideles tarn futuri quam presentes qualiter 
Reginbetius de eUaren quoddam mancipium. N. Mathildis. quod a 
parentibus suis delegatum fuerat super altare S. Margarethe eUaren. 
pro peticione. et remuneratione patris eeterorumque parentum eius- 
dem mancipii cum simili concambio et restitucione alterius mancipii 
nomine Richildis a priore delegatione redemit. et restituit. et in manus 
cuiusdam nohilis uiri Peringeri de mixelpomdorf cum omni libertate 
suimet. ea conditione tradidit. ut si libertatem uei qualemcunque sub- 
iagationem alterius delegationis eligeret. cum libertate proprii arbitrii 
consequeretur. Parentes itaque eiusdem mancipii inito consilio nullam 
libertatem potiorem quam censum. V. denariorum esse dixerunt. Pe- 
fingerumqne traditorem eiusdem mancipii rogauerunt. ut sicut in 
manus suas delegata fuerat. ita eam super altare S. Marie kotwig. ad 
censum V. denariorum delegaret. Quod ille fideliter compleuit tali 
compacta conditione quatenus si aliqua paupertas uel alicuius impe- 
dimenti causa prepedita a censu coarceretur saltim in X? anno per- 
solueret. et sie cum eadem libertate qua antea fuerat perduraret. Hec 
itaque ut rata et inconuulsa permaneant testimonium fidelium hominum 
adtraximus. Primo prescripti Peringeri de mizelpomdorf Geroldi de 
cltdtendorf, Chunradi patris eiusdem Mathildis, Odalchaldi et 
Rudolfi de munechehofen. Marchwardi et fratris eins Lutpoldi, et 
Sigibotonis de obernhohe, Marchwardi de frowendorf, Marchwardi 
de wise. Hadetoini de elsaren, Porro filii eiusdem Mathildis sunt. 
Heinricus. Chunradus. Eberhardus. Sigifridus. Piligrimus. Hadewich 
et filii eius Ernest. Mathild. Nichilominus ad censum V. denariorum 
ipsi et omnis posteritas eorum. 

CCLXCV. 

Notum Sit cunctis Christi sanguine redemptis tam presentis tem- 
poris quam future suecessionis etate qualiter quidam urbanus, N. Eigil 
de cremisia donauerit sancte Marie et fratribus in hoc loco deo ser- 
uientibus nunc et deinceps. pro remedio anime sue et omnium paren- 
tum suorum. et causa filie sue Hadelhaith quam eadem die in 



76 

manasterio nogtro edueandam donauit (domum et insulam nobis 
adiacentem cum loco piscationis, supra scriptum est). Sunt autem huius 
donationis testes satis idouei* Odalricm losil. Otto rex. Ortwinus 
niger, Dietmarus cers, Wolfper natäa. aliique quam plures. 

CCLXCVI. 

Memorie etiam commendandum quod Otto plebanus de amstetin. 
delegauit uineas duas gnoissindorf sitas. super altare beate Marie 
hotwig. reseruato sibi usu fruendi dum uiueret. pro remedio anime 
suorumque parentum. Huius rei testes sunt. Wtllihardus. Heinricus 
de charlstetin. Rapoto de imicinisdorf. Swithard de charlstetin. 
Hartwicus. Penno, Otto, Heinricus. Durinch de familia. 

CCLXCVIL 

Orttüinua quidam de Eberaprunnen emit predium quoddam ad 
smidahe situm. Emit autem a leviro suo Gerwico decem talentis* 
Partem huius peeunie fratres kotwicenses dederunt ea eonditione ut 
ipsum predium post mortem suam monasterio donaret. Feeit sieut 
condictum fuit. predium monasterio delegauit. et ipse ad censum 
XXX. nummorum soluendum a fratribus illud in beneficium usque in 
finem uite sue recepit. Huius rei testes sunt. Wigandus de scowingin. 
PiUgrim de Chünendorf. Gebehardtis. Chunradus de Emichenr 
prunnen* Gernot de Rosaaz. Hainrich de porze. Eppo de Emich^ 
prunnen. Hartwich et filii eiua. Perhtoldus et Hartliep. 

ccLxcvm. 

Lutuuinm quidam de Radendorf tradidit monasterio uineam 
ibidem sitam. Tradidit autem eam super altare S. Marie iure ciuili uel 
urhano. pro remedio anime sue et omnium parentum suorum. Dantur ex 
ea iure ciuili. XXUf denarii. Testes. Rudolfus et Hainricua de Swar- 
zah et Poppo. Trunti. Wirnt. Otto. Hainrums. poze. (sie — porze?). 

CCLXCIX. 

Ne memorie exeidat. sed filii narrent filiis suis, benefacta iusto- 
rum scriptis figimus. Comitis igitur Gebehardi de Hokinekke factum 
stilo commendamus. et memorie posterorum tradimus. Tradidit enim. 
s. Marie in kotwico. quinque beneficia honitisdotf posita. post finem 
suum monasterio seruitura. Fecit autem ipsam traditionem in oianom 



77 

domini Johannis tunc abbatis ipsius loci. Testes. Eberhardtis de 
Chruge, Otto de Otendoff. et filü eins. Chunradvs. Egino, Chunra^ 
du8, Hugo. Meinhart de Rorinbach, Ernst. Hainricus de Simich. 
Otto diaboluSf Gerwic. 

ccc. 

Similiter et frater ipsins Adalbertu% comes de staine. exemplo 
prouocatus fraterno.' spiritu attactus pietatis. tradidit super altare 
S. Marie. VI. beneficia in eodem loeo honinsdotf. sita. post mortem 
saam monasterio eessura. Testes aecesserunt ministeriales ipsius comi- 
tis. Karolug. Liutoldus de Prinzlanesdorf. Otto de Ötendorf. Ädal^ 
hertus de Rorinbach. Imfrit. Odalricua. devvkla. De familia ecelesie. 
Hartwicus. Otto. Wolßer. Odairicus. Traditio utraque facta est cum 
coDsensu fratrum utrorumque. siue heredes habituri sint. siue ne. Acta 
sunt hec anno incarnationis domini. M?C.LXXf III? 

CCCI. 

Vilradus de karlsatetin delegauit super altare S. Marie uineam 
agris et curtalibus dotatam. post mortem suam monasterio seruituram. 
apud Walprehtesdorf. pro remedio animarum uxoris. et filii sui. 
Testes. OdalricuB de Äneindorf. Wemhart. Sunthart. Hainricus. 
Gotscatch. Rüdiger. Hadmar, Arbo. Hainricus. M 

CCCII. 
Mahtfridus de chunihohestetin tradidit monasterio uineam ad 
Regüinberge. post mortem suam usufructuariam. Testes. Äscwin, 
Hugo. Wimi. Odairicus. Chvnradus. Guntfrit. Herwort. Otto de 
rorinbiwh. Hainricus. Adalbero. 

CCCIII. 

Erchingerus de bawaria delegauit super altare. S. Marie quod- 
dam maneipium. N. Gisilam cum omni posteritate sua. ad censum. 
y. denariorum. Addlbertm. Gisila. Rertha. filia eius. 

CCCIV. 

Filii qui nascentur et exurgent, narrent filiis suis quod sacerdos 
quidam Amoldus nomine de Albrehtesperge. tradidit predium suum 
ad chremUize. super altare s. Marie per manum liberi hominis Arbo- 
nis uideücet de Gozinesdorf. pro remedio anime sue. et domini sui 







78 

Äddlberii. Huius rei aure tracti suot hü tefites. Predicius Arbo. Wi- 
gandus de scomnge. Megingoz de chuliube, Ruze de vlinspach. 
Ölsalch et filiua em» Gebolf de tobelaren, Chunradus. Ernst Per- 
nolt de mtäaren. Lutwin. Heinrich, et alii de familia ecclesie. 

cccv. 

Nouerint omnes Christi fideles. quod Liupoldus eomes de Bla- 
gen delegauit super altare s. Marie duo benefieia. et daas uineas (cum 
agris) ad meginhartesdorf. et hominem meginhardum nomine, in usum 
fratrum hie deo famulantium. pro anima mairis sue apud nos aepuUe. 
Huius traditionis aure tracti sunt hü testes. Ernst de trune. Fride^ 
ricus de saleueld. Heinri<ms de richersdorf. Wolfker de hage. 
Wolfker de mnchele, Albertus de lewam, et fraier eins Hartwicus. 
Perhtoldus lupus. Tiemo luptdus. Marchwardus sueuus. Ortolfus 
de werd. Meginhardus camerarius. Wigandus de scowinge. Hein'' 
ricus de uonendorf. 

CCCVL 

Et hoc memorie fidelium commendandum quod Sophia comitissa 
de herrantissteine eifilius eins Herrandus, delegauerunt super altare 
S. Marie curtem unam ad pusindorf. sub his testibus. Herrant. 
Ulrich. Ortolf. Chunrado. Wolfker et frater eins Huch. Nepotes 
sui Heinricus. Huch. Heinricus. Hartwicus. Otto. Heinricus. Perh- 
toldus. Arbo. Liutwin. Et ne quis hane traditionem infringere . . . 
possit. predium suum ad zuelanisdorf. addiderunt. eo tenore ut si in 
curte cuispiam pateremur violentiam. ipso predio detento obtineamus 
iustieiam. Et huius tradicionis seu confirmationis testes sunt hü. Otto. 
Hecil. Reginoldus. et predieti Ortolf. Olrich. Chunrad. Hartm&t. 
Heinrich. Perhtold. 

CCCVII. 

Heinricus et filii eius Heinricus. Otto. Reginbertus. Werinher 
delegauerunt super altare S. Marie kotewich quoddam mancipium. 
N. Werenhardum ad censum. V. denariorum annuatim soluendum. 

CCCVIIL 

Memorie fidelium commendandum. quod quedam Irmgard, relicta 
Herrandi de Welminich. cum manu Perhtoldi fratris eiusdem H. 
delegauit uineam unam in eodem loco ad altare S. Marie, pro anima 



r 



79 

predieti jr.(errandi) mariti sui. et omnium parentum suorum. eo 
tarnen tenore. ut ipsa quamdiu uiuat et unus infantulas ipsius usu 
fructaario perfruantur. postea in usum fratrum cedat. Testes autem 
hü attracti sunt, idem Perhtoldus. frater defuncH. Rudolfus de 
webnimche. Friderums. Dietricus. et alii plures. 

CCCIX. 

Et hoc notandum quod uir iiobilis Heinricus de murrüteün 
delegauit uineam unam cum omnibas appendiciis suis, ad nuzdorf 
sitam. ad altare sancte Marie in usum fratribus hie deo seruientibus. 
pro remedio anime uxorü sue Gerdnulis, et omnium parentum 
suorum. Addidit etiam et maneipium unum Juditam nomine cum sua 
posteritate. ad censum. Y. denariorum. Huius rei testes sunt. Hada- 
tnarus de chufaHn. pater ipsius &.(erdrudis). Eberhardus de stein-- 
herch. Berhioldus de winburin. Hadamartis de andnberge. Rapoto 
de imicinisdorf. Ädalbrehi de walprehtisdorf. Rvbertus de uorchin- 
uelde. Wolfkerus de kage. Euch de charlstetin. Gerunch, Heinricus. 
Engilbreht. Adulhari. Sifridus. et alii multi qui ipso die aderant. 

cccx. 

Notum sit Omnibus, quod quidam Dietricus de uuchowe tradidit 
uineam unam in usum fratribus deo hie seruientibus. Hanc uineam 
ödalricus de uerde delegauit super altare s. Marie, quia in eius 
mantano iure sita erat, ad ipsum scilicet ius sibi persoluendum. 
Äsciti sunt autem testes. ipse Ödalricus et omnes ipsius loci monticole. 

CCCXI. 

lUnd et sciendum quod Gerungus nobilis hämo de nortprehtis* 
darf delegauit uineam unam* et II. mancipia ad altare sancte Marie. 
Ipso die Dienmod de huntisheim delegauit Perhtoldum de chremise. 
utraque tradicio firmata bis testibus. Wigand de scoingen. Odälrich 
de estriz. Harhvich ei filitis eius. Bertholdo et Wolfkero de prun^ 
nen. Penno. Rudiger. Liutwin. Irmfrido. Gotfrido et aliis pluribus. 

CCCXII. 

Et hoc sciendum quod Ädalheid de hohinsteine delegauit pre- 
dium suum ad echindorf siinm in bawaria. super altare sancte Marie. 



80 

Qae tradicio facta est per manus Gozwini de guoHnberch die depo- 
sitionis eius. sub bis testibus. Gozwino predido. Rudigero. Tiemone 
cognatis eius. Perhardo. Machto. Hartwico et filio eius Perhioldo. 
LitUwino. Irmfrido. Wirini, Meginhardo. et aliis pluribus« 

CCCXIII. 

Notum Sit Omnibus fidelibus Christi quod Rudbertus de vorchin- 
uelde pro remedio anime sue et filii sui Rudberti delegauit super 
altare sancte Marie uiaeam ad celle sitam. Huius rei testes sunt bii. 
Wezilinus de walde. Gotfridua de haslpach. Chunradusße vorchtn- 
uelde. Engilger de laimgrtAe. Fridericus de pircha. Hermanne» 
de hufUisheim. Wirint^ 

CCCXIV. 

Yt in notieia tarn presentis quam future etatis habeatur presenti 
seripto notatur. quod dominus Diepoldus paiauiensia episcopus 
rogatu domini Rudmari kottoigensis abboHa quendam matronam 
nomine Tru^ant de prunne cum filio Dietrico. et filialms, Gerdrut et 
Petrissa. cum omni posteritate eorum in altare S. Marie predicti 
menasterii delegauit. et iusticiam ministerialium qui ad idem mona- 
sterium speetant eis eonfirmauit. Huius rei testes sunt. Eberhardus 
de Rauna. Dietricus et Werint de werdam. Sigihardus de peketm- 
chirchen. Truiman. Heinricus et Meinhart de palt. Vlricus de estriz. 
Liutwin et Vlricm. 

cccxv, 

Noticie posterorum commitimus. quod Reinpertus de hohenstein 
super altare. s. Marie pro remedio anime sue. et uxoris. ac filü. 
delegauit duos mansus Ekkehardestein. et. III. curtalia. et pratum in 
seiüin. et. II? loea ad molendina facienda. Beneficium Ottoni» saloo 
eiusdem Ottonis iure, ut beneßcio suo non fraudetur. Preterea U?' man- 
sus libhardesekke. et uidue beneficia. Chmlage. II?' mansus. qui sunt 
reditus. Heitfolcum de stissendorf cum IUI. liberis suis, tradidit 
ad censum. Y. denariorum annuatim exsoluendum. Testes. Gozwinus, 
ReinbertuB de Rudigen. Virich de Wisenrui. Wichardus et Otto de 
Rawina. Perhardus. Albertus. Eeinricus seruiens Goztoinu Otto 
seruiens domini Reinberti. Chunradus seruiens Ottonis de prunnen. 
GundoU. Timo. 



81 



CCCXVL 

Noticie posterorum committimus. quod Gebehardua comes de 
Hohinekke predium de Honinsdorf quod ipse et frater eins Adal- 
bertuB post decessorum eorum (sie) super altare S. Marie tradiderant. 
ut eidem monasterio confirmaretur et roboraretur. iterato sub pre- 
sentia aduocati in proprietatem monasterii tradidit. Post hane tradi- 
tionem. ipse comes predium illud de manu abbatü Rudmari et aduo- 
coH recepit. ea conditione ut ipse usu fructuario quo ad usque uiuat 
fruatur, et monasterio census XII. denariorum ab eo annuatim per- 
soluatur. Testes aecesserunt. Heinricus comes de scala. Fridericus 
aduocaius. Hademarus de chufam et filitis eins Otto. Rvdolfus de 
flaedize. GotefriduB de Tristnich. Marchward de baten. Albrant de 
machlant. Timo de huselin. Hartwicus. Mosbart. Stich. Manegolt. 
Eberhardus de chruge. Odalrums fuzse. Rvdiger hase. Ainwicus. 
karolus de I zenisperg. Gotefridus de swanze. 

CCCXVII. 

Et hoc notandum quod Aspwinua ministerialis episcopi dimi- 
diam uineam apud Chunihostetin in altare S. Marie delegauit. Huius 
rei testes sunt. Peringerua. Herbordus et alii. 

CCCXVIII. 

Handamus memorie fidelium quod Albero de Ronnenberc mini- 
sterialis dncis pro remedio anime tuvoris sue Chunigundis beneficium 
apud Ntdigen in altare S. Marie delegauit. Huius rei testes. Hein-' 
ricus. Werinhardus fratres eiusdem Alberonis. Heinricus de smer" 
berch. Heinricus voneinvelde. Heinricus de Dietmaresdorf. Ger- 
hardus de Nuemchirchen. Egilolfus de isenperch. Eberhardus de 
Zuins. Marchwardus de racza. Gerungus de ronnenberc. et de 
familia Wolfkerus de Naliub. Richper. Herbordus. Sigihardus. 
Ernist. cum aliis pluribus. 

CCCXIX. 

Ne fiant occulta a filiis hominum. sed narrentur in generationes 
seculorum quod quidam homo de nobilioribus Hademarus de anzi- 
berge predium quoddam pro remedio anime uxoris sue quod gride- 
ravwe dicitur fratribus in kotwico tradidit. Quod predium lütoldus 

Fontes. X. 6 



82 

filius eiu8 obeunte patre super altare sancte Marie secundo com 
Omnibus suis apendiciis delegauit. Huius rei testes sunt. Otto de 
chupharen, Dietrich de hohenstnfe. Alrammus de hofdorf, Adel- 
bertus de walprehtesdorf. Wezil de charlesperkh. Hugo de hunne- 
dorf, Otto et frater eins Adelbero de kamziaepach. Wolfkerus et 
frater eim Heribordus de muwerlingen. Otto guldin. Dietmarus 
chunnulle. Wimth de palt, Peringerus aliique plures. 

cccxx. 

Nouerint omnes fideles Cbristi. Quod quidam Meginwardtis de 
Grawaren predium quoddam ttuefintal dictum, a nobili uiro hari^ 
manno eomparatum. delegari fecit in manus Gebehardi de algers- 
back eque nobilis uiri. sibi et filiis suis obseruandum. Defuncto ergo 
Meginwardo filius eius perhardus acceptis. L. mareis a domino 
Chadalho kotwicerm abbate. quidquid in predicto predio iuris habuit. 
eulti et ineulti agris. uineis. siluis. pascuis. aquarum decursibus. ad 
altare sancte Marie in kotwico tradi fecit. Que tradicio quia morte 
Gebehardi interuenieute dilationes sustinuit filio eius Dietrico iure 
deuenit hereditario. Sane idem perhardus in presentia domini Hein- 
rici ratisponensis episcopi. Marchionisque Liupoldi et aliorum nobi- 
lium. eandem traditionem cum manu domini 9ui Heinrici de wolfrai" 
husen a dietrico in manus Gebehardi comitis de piugen transtulit. ea 
conditione. ut ipse eandem traditionem in altari sancte Marie in 
kotwico delegaret. Que traditio acta est sub testibus conseriptis. 
Idupoldo marchione, Reginhardo de andnberge et fraJtre eius 
herünanno de huntshaime. Hadimaro de chüfam. Sigifrido et 
Hugone de witigeisdorf. WaUhero de imzinesdorf. Gozwino de 
Gozinesdorf, Pemhardo de vrla. Odalrico fuzse. Werinhardo de 
suhe. et fratre eius Richolpho de widen. 

CCCXXI. 

Vt in memori posterorum habeatur. et deuotio iustorum cum 
gratiarum actione et iugi obsecratione domino deo commendetur. 
presenti scripto notatur. quod dominus fridericus aduocatus, ob 
remedium anime primogeniti sui qui ea die qua natus est innocenter 
obiit. dimidium mansum ad wizzenchirchen cum omni iure quod ex 
officio iudiciario uel aduocatie eum attinuit. monasterio nostro tradidit 
Huius traditionis testes sunt. Hartnidus de imcinesdorf. et filius eins 



83 

Meginha/tdus. Heinrums de sancto Tito, Heinricm de chacinberch. 
Otto ei frater eius Albero de gamcibach. Vlrums de estriz* Wirint 
de paU, et alii quam plures. 

CCCXXIL 

Digne in meinoriam tarn presentis quam future etatis hominum 
transferuntur donationes fidelium. ut posteris fiat ad robur confirma- 
üouis. curiosa memoria antiquitatis. Notum itaque eunctis facimus. 
quod Chunradtis et GerungtM de Rotenstain sororem suam in col- 
legio soromm nostrarum suscipi optinuerunt ad euius subsidium et 
aliorom deo hie seruientium predium eorum quod Gunzinges dicitur 
cum eisdem limitibus et terminis quibus quidam Dietmarus idem pre- 
dium possederat super altare beate Marie tradiderunt. Huius rei 
testes sunt .... (desunt). 

CCCXXIII. 

Contra morbum obliuionis litteris aifigendum censemus. qualiter 
nobüis matrona Juta nomine de Gamizpach in depositione filii sui 
Ädelberonis uineam quam iure ciuili aput santh possederat. ob reme- 
dium anime sue fratrisque sui Ottonis super altare delegauit. Hü per 
aurem testes sunt aseiti. De Chulupe Dietricus ungarus. Liupoldus 
de akispach. et filius eius, Wirinth de palth. Herimannus. Richper, 
Peringerus. Sifridus. 

CCCXXIV. 

Filiis qui nascentur et exurgent sub firmitate presentis Scripte 
pagine eonstare uolumus. quod quidam Engelschalcus de Rossazz. 
ob remedium anime sue uineam kotwicensi contulit ecciesie. cuius 
post mortem uxor eius cum filio Chunrado eandem uineam dele- 
gatam ecciesie firmauit et ad tempus uite sue uxor tantum eam in 
feudo ad censum. XXX. denariorum recepit. qua deeedente libere in 
usus redeat ecciesie. Huius rei testes sunt. Otto de Radgenprun. 
Menhart de hanndorf, Hugo de Vuchav. et Heinricus filius eius, 
Heinricus de Rossazz» Chalhochus de Rossaz Wimin de Velwen. 
WUigo de Chreuzpach. Ortolphus de vurt. et alii plures. 

CCCXXV. 

Vt gesta preteritorum perueniant ad noticiam futurorum. instru- 
inentis scriptorum efficatius agitur. Ea propter presentis pagine 



6 



• 



84 

testimonio future posteritati notificamus. quod comes Sigboto de 
Herrantesteine, presente damino ei advocato nostro. L. (iupoldo) 
duce austrie in die exequiarum domini Ölrici de Vihouen curiam 
suam in Chruzsteten ecciesie Chotwicensi iure forensi tradidit. eo 
tenore. ut idem comes et suceessores eins' a fratribus et magistris 
eiusdem hospitalis quibus et curia seruit annuam pensionem. uidelieet 
XII solidos perpetuo reeipiant. Huius rei testes sunt, ipse dominus 
dux L. Crafto de Amcinespach, Chadoldus de Seuel. OrtUeb de 
Winchel et Poppo de Onage. Hugo de Maingen. Otto de Purchar- 
teadorf, Ölricus de stanze, Albero de Cebingen. Rudiger de Minne- 
back. Albertus de Phafstetin, Heinricus de Hertinsteine. Chalochus 
de MtUbac. Otto de Misswe et fratres eins, Virich de Chraneperch, 
et frater eins Sifridus. Virich loshart. Ortolf de clamme et fratres 
eins Poppo et Wigant. Virich de chunigesprunnen. Ludewich de 
Tribanswich. 

CCCXXVI. 

Notum eunetis fidelibus faeimus. quod ego Rudmarus dei gratia 
kotwicensis dictus Abbas. Rudolfum de houelin pro deeimis quas 
pridem bonis suis siue uxoris sue a domino Johanne predecessore 
nostro adeptus fuerat. tarn diu queremonia impulsaui. quoad usque 
idem ipse ueniret. et easdem decimas oblatione bonorum suorum etiam 
a nobis redimeret. sie autem. ut post deeessum suum decime ille nobis 
libere cedant. Vt ergo deineeps ille nullam inpulsam sustineat. et ne 
nos ab aliquo posterorum eins iniuriam feramus. etiamsi fiüos genu- 
erit hanc manu seriptam sigillo nostro signauimus. et testimonio 
uiuentium testium roboramus. Sunt ergo testes. Chunradus fraier 
eiusdem Rudolfi. Walther de gozinsdorf. Wolfkerus de hage. Sifridus 
de horinbach. Pertoldus de prunne. Wirint de palt, Virich de 
estriz. Vlricus sconlich. Meinher. Engilsach. Heinricus. 

CCCXXVII. 

Notum sit tam presentibus quam futuris. quod quedam uenera- 
bilis matrona de Chüphatm. nomine Elisabeth cognomento Zvüinne. 
ob remedium anime sue maritique sui Chunradi ZvU. filiique sui 
eiusdem nominis. uineam in Gerratstorf sanete dei genitrici Marie 
in kotwico potestatiua manu delegauit. Huius rei testes sunt. Otto 
de Walde et nepos eius Euander. Albertus de Copherberch. Albero 



L 



85 

smirl. Hugo de Vuchav, et filius eius Heinricus. Chunradus Tverd. 
de Chüpham. 

CCCXXVIII. 

Ne qua litis suboriatur tumultuatio. rata testium calamique adhi- 
benda est roboratio. Notum sit igitur cunctis huius ecclesie filiis 
qualiter dominus Hademarua de chüfam assentiente filio suo Ottone, 
delegauit super altare s. Marie predium ad molte. ea uidelicet eondi- 
tione. quoad usque ipse aduixerit. annuatim censum XII. denariorum 
persoluat. ipso autem obeunte fratres monasterii illud iure proprietatis 
possideant. Huius rei testes sunt. Domintts Otto de Ramsperch filius 
»upradicti H. Hademarus de murrstetin* Vlricus de uiedorf. Durinch 
de ode. Heinricus de hage. Hiltibrant de dunnuurt. et Otto et Hein^ 
ricu8. Heinricus et frater eius Perhtoldus pretaer, Heinricus de 
graben. Otto et Heinricus de Änzinberch. Otaker et Alram de 
chufam. Walchunus de winpozzing, Otto de Hartwicstain, Mein- 
hardus de s, Laurentio. Otto de Salmansliten, 

CCCXXIX. 

Ipso die sub prescriptis testibus. predictus Otto de ramsperch 
ob remedium anime diieete coniugis sue (Chunigunt supra script.) 
tradidit super altare S. Marie, predium Egigne, et YIII. maneipia ob 
censum. V. denariorum annuatim persoluendum. 

cccxxx. 

Item sub ipso die Hiltibrandus de dunniuurt, delegauit super 
altare s. Marie sub prenominatis testibus dimidium mansum in irn- 
boldeswisen. ad censum XII. denariorum quoad ipse uixit persoluendum. 

CCCXXXI. 

Yt nobis exhibita pia fidelium deuotio. calami roboretur testi- 
monio. posterorum memorie litteris commendamus. quod Ödalricus 
quidam miles de minnebach cognomente suhel uineam nobis apud 
nuzdoff cum legitime agro suo in proprietatem tradidit. pro remedio 
anime eins et uxoris sue. Hanc in die sepulture eins ut ipse roga- 
iierat Tüta de minnebach cuius dispensator fuerat. delegauit super 
altare. S. Marie. Huius rei testes sunt. Rudigerus de Richerisdorf, 
Hartnidus de minnebach. Herwicus. Wemherus.Rudolfus.Hai^idus. 



86 

Leo de nuzdorf, Hartwieua. Hehmem filii ehergeri de nuzdöff. 
Chunradm. Gotfridus. Ödalricus. De familia nostra Hemricus de 
palt. Eberhardus de ratoUsdorf, Petioldua domator, Heribordus 
cocus. Heinricus uillictis. Rvdolfus. 

CCCXXXII. 

Notum Sit tarn presentibus quam futaris quod quidam Chunradua 
de Wesilndorf consentiente uxore ma Alheü uineam apud. S. Mar- 
gareiham Muiam caltam. S. Marie loco kotwieensi ob remedium 
anime sue post obitum suum seruituram tradidit. sub bis testibu», 
Wirini de velwin. Herdegin. Heinricus herfcaatü. Otto piscaior. 
Rudolfu8 crucifer. LiupoU. stäber. 

CCCXXXIII. 

Vt erga nos babita opera pie deuotionis. ad noticiam perueniant 
future generationis. oflfieia litterarum sunt adbibenda. quatenus debi- 
torum nostrorum memoria fiat solempnior. et sub scriptis testibus 
ipsarum nobis rerum traditio sit firmior. Nouerint igitur omnes 
eeclesie filii. quod milea quidam ex familia. domini. 0. de minnen- 
back nomine Werinherus in leeto obitus sui uineam nouelle planta- 
tionis. nobis pro remedio anime sue. et omnium parentum suorum 
tradidit. Hanc in die sepulture eius uidtia eim nomine Elliaa. et 
filius eiusdem uidue nomine Albertus, priuignus scilicet deßincti. 
iure proprietatis super altare beate Marie deligauerunt. sub testibus. 
quos in presenti subiunximus. Chunradus canonicus. Riwinus de 
saliginberge. Rudigerus de richersdorf. Heinricus Zwaimam. Hein- 
ricus bauuarus. Rudigerus cellerarius. Werinhardus de minnebach. 
Werinkardus de fuhsprunn. Chunradus Zant. Albero. Dieimarus 
de minnebach. Albero frater eius de Kottans. 

CCCXXXIV. 

Yt pia fidelium deuotio prompte fauoris teneatur studio. litte- 
rarum nobis assumimus testimonia. ut exhibite nobis deuotionis bene- 
ficia. nunquam a suecessorum nostrorum ofiTiciosa deleatur nxemoria. 
Nouerit igitur prudens generatio querentium ueritatem et in auribus 
filiorum loquens transmittat ad omnem nepotum suorum posteritatem. 
quod quedam matrona nomine Judita filia Ottonis de Churnberg 
uxor Heinrici de Charlstetin. beneficium quoddam apud uiliam 



87 

ChrauUngin super altare S. Maria in Kotwico delegauit. pro remedio 
anime sue in memoriam uiri sui qui morte immatura obierat. Facta 
sunt ista consensu et fauore Perhte matris et Chunradi fratrü et 
Alheidia sororis eiusdem Heinrici XIIII. K. Jan. feria VI. quatuor 
temporum infra aduentum domini. Indictione XL in die sepulture 
eiusdem Heinrici. Anno incamationis domini Mill. CC.VIII. in pre- 
sentia domini Wecilini dbbatis sub testlmonio subseriptorum testium. 
Menhardus de Ymezimtorf. Otto de Anzenberg. Albertus de Wo- 
ehingen. Otto de Huselin et fraier eins Chunradiis, Hermannus 
flaemich. Chunradas IsenputiL Chunradus de Husen, Heinricus de 
Vorchnuelde. Eppo de Charlstetin. De familia Menhard de Palt et 
Eberhardus. Chunradus Zulle de Chufham. Chunradus Walde de 
Hirzperge. 

CCCXXXV. 

Nouerint fideles Cbristi tarn presentes quam futuri. quod DiV- 
marus de wisindorf. ecelesie Kotwicensis uillieus. predium suum in 
sunzenprunn. quod hereditario iure post mortem auunculi sui Ditmari 
ad eum deuolutum erat, quod et in eoncilio duds. presente aduocato 
Wichardo iuris sui fuisse legitimis adtestationibus eonprobauerat. 
ecelesie kotwicensi. et fratribus illius ecelesie in proprietatem tradidit. 
hac condicione. ut ecclesia ins proprietatis possideat. et filii eius 
duo. Ditmarus et Pitrolfus. sub nomine ecelesie in feudo babeant. et 
annuatim tres solidos ratione pensionis persoluant. Hoc factum est 
anno dominice incamationis. Millessimo CC.XVI. presente Wezilino 
abbate pluribus presentibus et testibus. Gerhardo. Emesto» Hein^ 
rico. (Haito). Ditmaro. Marchwardo. et Vlrico, 

CCCXXXVI. 

Eorum que agenda sunt circa ecclesiarum commoda. intuitu 
mercedis diuine. principum debet decedere diligentia, ut tam pre- 
sentia quam futura in debita firmitate ualeant permanere. Inde est 
quod uniuersitatem tam presentium quam futurorum scire uolumus. 
quod iüfbas Gotwicensis de VlricoeX fratre suo Heinrico de Chyrch-- 
linge queremoniam (duci) mouit. quod de monte Regelnperge. qui est 
in proprietate eiusdem ecelesie ratiocinationes de iure montis. in 
preiudicium ecelesie sue indebite sibi usurpassent. et causa ex utraque 
parte diligenter coram nobis tractata. sententia pro abbate lata fuit. 



88 

ex quo proprietas montis ad ipsum spectaret. etiam ratiocinationes ad 
ipsum spectare deberent. Postmodum uero utraque pars in hoc con- 
uenit quod ea que per iudicium et sentenfiam erant decisa. etiam per 
arbitros amieabili compositione pro bono paeis deciderentur. Arbi- 
tratum est itaque. quod abbas predictus fratribus predictis XXX libras 
wiennensis monete persolueret. et fratres predictj iuri montis illius et 
aduoeatie quam in possessionibus eiusdem ecelesie in uilla Chuneho- 
stetin sibi usurpauerant penitus abrenuntiarent. quod ab utraque parte 
factum nobis constitit. hoc superaddito quod ad maiorem firmitatis 
cautelam. fratres compromiserunt. si de eodem iure pro quo trans- 
actum est. aliqua controuersia oriatur. ipsi fratres de consilio nostro 
eandem controuersiam sopire teneantur. 

(Explicit Codex Tradit: A. — 
sequuntur Traditiones ex Codice B.) 

CCCXXXVII. 

Notum sit cunctis fidelibus. quod quidam Ladai. N. ob furtum 
quod fecit et incendium tradidit agrum ad altare S. Marie iuxta Cm- 
cesteten in manu uxoria sue etfiliisui sub bis testibus. Liuzo, SneUo. 
Ekkihart. Riwin. ho. Sigifridus. aliusque Sigifridua. Wizelin. Zeixo. 

CCCXXXVIII. 

Notum sit ecelesie filiis tam presentibus. quam futuris. qualiter 
Hadamarus de hunringinfUiuB Nizonia pro remedio anime Gerdrudis 
uocorü sue delegauit super altare S. Marie predium suum in uilla que 
Chunendorf dicitur positum. cum omnibus appendiciis. cum aquis. 
cum pratis. cum siluis et ceteris huius predii pertinentis. (sie), astanie 
fraire mo Piligrimo ei patruelibus suis. Ädalberone et Ueinrico. 

Vineam quoque in uilla Cremesi sitam ad hospicium 

pauperum tradidit. Huius tradicionis testes tracti sunt hü. Piligrim 
frater eius. Engilscalch. Wolfker., Dietrich filius eins Adalber. 
Heinrich. Ingram. Huc, Adalram. Marchuuart. Egin. et ciuez 
Cremsenses. Erempreht. Otto. Gruzil. Otto. Wolfker. Rudiger. 

CCCXXXIX. 

Notum sit omni ecelesie tam presenti quam successure qualiter 
quidam homo hone voluntatis Bertoldus nomine cum consensu 
et in presentia domini mi Wolßeri de grikkigin delegauit 



89 

mancipia quedam in manum uiri ingenui Trutheri deleganda nichil 
minus quo ipse petisset. Quod et idem fecit delegans scilicet in 
manus Hermanninobilü uiri. qui potestatiue eadem tradidit ad altare 
S. Marie, quedam pro censu. V. denariorum annuatim. quedam mini- 
sterialium iure. Que ut perpetim inconuulsa permaneant. huius tradi- 
tionis testes hi stant. Reginhart et frater eitis WaUher. Truther. 
Aribo. Wtchart. Inuestiture Reginhart. Truther. Hec sunt mancipia. 
Hartuuieh et due sorores eins. Gisila. Wirat. ministerialium iure. Si 
autam aliqua ex his in dissocietatem nupserit. V. denarios persoluat. 
Riehpurhe et filius eius Odalricus. Christina et filii Reginmut Hieila 
unum quodcunque ob eensum. V. denariorum. 

CCCXL. 

Notum sit eunctis ecciesie filiis. qualiter quidam clericm de 
famiUa S Stephani nomine Albuuinus tradidit super altare S. Marie 
quoddam molendinum ad Chamba situm. Et hi testes ex more per 
aurem sunt adtraeti. Meginhardus et frater eius Heidenricm. Durinch. 
Marchwardus. Wilant de diuphusin. Hartmüt de gozinisdorf. 
Piligrim et frater eius Werigant. Otto. Riuuin, Azelinus. Heinricus. 
Inuestiture Heidenricus et Meginhardus. 

CCCXLI. 

Alio quoque tempore idem Albuuinus delegauit super altare S. 
Marie uineam unam ad Cremesi sitam et mancipium quoddam. N. 
Wirat. iure ministerialium. his testibus adhibitis. Bertoldus de piri- 
bäum. Tiemo de Winchilarin. Ebirgir et alii quam plures. 

CCCXLII. 

Hoc quoque notum sit eunctis quod quidam uir nomine Gotes- 
ealch de Werda tradidit predium suum quäle ipse ibidem habuit ad 
altare S. Marie in usum deo hie seruientium. Huius rei testes per 
aurem sunt adtraeti. Perhart. Gozwin. Dietpolt. Adalbero. Tiemo. 
Volrat. Inuestiture Gozuuin. 

CCCXLIIL 

Nouerint uniuersi matris ecciese filii quod quidam ingenuus uir. 
nomine Heidenricus de Awa delegauit predium quoddam situm in 
loeo PBcha dictum secus erlaha presentibus filiis suis, super altare 



90 

8. Marie pro remedio animo filii sui qui eodem die condebaiur et 
omnium parentum suorum in usum deo hie seruientium. Huias rei 
testes sunt. Wolßerus de herlaha. Berioldua. Meginhardus, Hei- 
denricus. Hartmut. Chüno. Post obitnm uero patris filii eins eandem 
delegationem super idem altare. eodem modo exsoluerunt cum testibus. 

CCCXLIV. 

Nouerint uniuersi sanguine Christi redempti. qualiter quidam 
libere condüionis hämo uocabulo Reginhart de Semftinbach dele- 
gauit ad altare S. Marie mancipium quoddam. N. Friderun. cum filiis 
suis Arnolde. Diemut. Berhta, Ospirin. et omni eorum posteritate. 
ob censum V. denariorum. Huius rei testes sunt. WaUher de Treüma. 
Heidenric de eodem fluuio, Ekkirich de Chufarin. Reginger et filiu» 
eins Reginger, Inuestiture WaUher. Heidenrich. 

CCCXLV. 

Notum Sit eeclesie filiis. quod quidam ingenuus homo Chunradus 
scilicet de Wirmla tradidit super altare S. Marie predium sunzinprun 
dictuni potestatiua manu in usum fratribus hie deo seruientibus. Huic 
traditioni adstabant testes hi. Walther de treisma. Adalberttis de 
Wer da. Walther de gozindorf. Rudolfus. Gerunch. 

CCCXLVI. 

Notum sit etiam quibusque sanguine Christi redemptis qualiter 
Herimannus filiua Herimanni quondam noatri aduocati de Ratlin- 
berge delegauerit super altare S. Marie dotem, cum ecclesia ad mura 
et quiequid ipse ibi proprio iure possidebat post obitum Guntheri 
presbiteri inibi degentis. in usum fratrum hie deo famulantium. Huius 
delegationis testes ascripti tenentur. Sigihardus. Durinc. Odalricus. 
Chunradus. Adalbertus» Rathart. Reginhardus. 

CCCXLVII. 

Notum sit eunetis eeclesie filii. quod dominus Reginmarus pata- 
uiensis eeclesie episcopus tradidit ad altare S. Marie quandam uineam 
apud Huntesheim sitam pro commutatione alterius uinee quam ipse 
mutuo ab abbate accepit quam etiam idem episcopus Herimanno dedit 
in beneficium. Huius mutue traditionis testes isti ex more per aurem 
sunt adtracti. Otto de Machlant. Werinhardus de itdbach. Heinrieu» 
de PurchstalL Porin. Heriman. Heinricus. 



91 



CCCXLVIIL 

Notum sit cunctis tarn presentibus quam futuris. qualiter quidam 
ingenuus hwno. N. Budigerw cum manu uxoris sue Irmgarde dele-- 
gauit predium suum duas scilicet uineas apud Pouingarien flitas super 
altare S. Marie ea eonditione. ut illorum quicunque uita excesserit 
primitus, tum quoque uinea una cedat fratribus. Post amborum obitum 
atreque uinee maneant fratribus hie deo seruientibus. Huius tradi- 
tionis testes per aurem sunt hi adtracti. Harhiuich* Herimannus et 
ßü eins Pulo et Heriman, Engilprehi de ror. Marckwart. Adalo. 
Zeizo. Budolfus. 

CCCXLIX. 

Notum sit eunetis Christi sanguine redemptis quod quidam de 
famiKa 8. Stephani, N. Piligrimus tradidit super altare S. Marie 
quoddam mancipium. N, Chunrat cum filiis suis, ob censum V. dena- 
riorum annuatim soluendum bis adhibitis testibus. Werigani fraier 
eiusdem P, Zeizo. Otto. lAupolduB. 

CCCL. 

Notum sit omni ecciesie quod duo germani fratres. NaniwicuB 
et Otto, predium suum tradiderunt super altare S. Marie. V. beneficia 
et dominicale post obitum suum ad Piintindorf ea scilicet ratione ut 
si aliquis propinquus ipsorum illut redimere uellet. XXX. marcas 
daret. Ynde ne ulla eontradictio de hoc in posterum oriretur. preno- 
minatus Otto ierosolimam iturm in placito domini £.(iupoldi). mar- 
chionis hoc idem denuntiauit. et presentes fuerunt Adalbertus aduO' 
catus. Adalbertus comea de piugin. Emist de chvliub. Otto et 
fraires ehis de machlant. GeroU de Eharn. ChadoÜ de okkibdorf. 
Walohun et firater eius Chunradus. Starfrit et ceteri quam plurimi. 

CCCLI. 

Anno ab incarnatione domini. Miil. C. XXX. L indiceione IX. 
Rudolfus archipresbiter predium suum iuxta Woluhpach in loco qui 
uocatur ad chirchstetin delegauit ad altare S. Marie, post obitum suum 
seruicio fratrum cedendum. ea uidelieet eonditione ut (nee) presens 
abbas nee quisquam suecessorum suorum potestatem habeat euiquam 
illut in beneficium prestandi uel commutandi» Quod si hec conditio 



92 

transgressa fuerit. proximus heres eius» denario saper altari posito, 
predium in proprium ius trahat. Huius allegationis testes idonei per 
aurem bii sunt adsciti. Meginhardus de chufarin. Hartmut- et Croz- 
tüin de gozinisdorf. Poppo. PUigrim, Erchinger. HerHnc. Wigman. 
Liupolt Ekkirich. Eberger. Inuestiture Meginhardus. Harimui. 

CCCLIL 

Simili modo et Gtmtherus presbüer fraier eiusdem Rudolfi 
omnes traditiones prediorum et mancipiorum quas antea delegauerat 
sub prenominatis testibus equa conditione renouauit. 

CCCLIII. 

Sub eisdem testibus idem Rudolfus delegauit ad eundem tytulum 
quatuor maneipia pro censu. V. denariorum et herum sunt uocabula. 
Wigman. Altman. Berhta. fromut. 

Delegauit idem R. ad eundem titulum et sub eisdem testibus in 
predicto loco predium, quod sibi Liutkarda cogncda sua in extremis 
posita illuc tradendum delegauerat. pro remedio scilicet anime sue et 
uiri sui Porin. et omnium parentum suorum. 

CCCLIV. 

Quidam de familia sancti Stephani Wecil dictus. ante plures 
annos. eidem Rndolfo predium quantitate dimidii mansus pro peeunia 
exposuerat. quod ipse similiter sub prenominatis testibus ad altare 
S. Marie exposuit. ea uidelicet ratione. ut si quis propinquorum eius 
predium reeipere uellet. duodeeim marcis. et ut siciis redimeret. 

CCCLV. 

Eodem anno quidam Hoholi de ministerialibus Liutkarde comi- 
iisse de Ratilberge delegauit cum manu filii sui Chünradi mansum 
unum aderiah in manus adüoeati nostri Adalberti delegandum ad 
altare S. Marie. Huius rei testes sunt adsciti. ChadoU de okkilsdorf, 
Meginhart de Awa. Guntherus. Chunradtis filius eiusdem Hoholdu 

CCCLVI. 

Anno eodem tradidit Emist de Chulivb quoddam predium ad 
vochlinisdorf situm. rogatu Einuuici clientis sui. cuius erat idem 
predium quantitate duorum beneficiorum. pro dominicali uno ad 



93 

sciltpach sibi uicissim tradito. Hoc confirmatucn est per sanetorum 
reliquiis (sie) presente aduoctäo noHro AdaJberto ceterisque nobilibus 
niris in testimonium adscitis. Quorum hec sunt nomina. Hartuuich 
de lenginbach. Otto eifrater eius Bertoldus de lautisdorf. Hartwich 
de Budnich. EngiUcalch de wanstale. 

CCCLVII. 

Eodem anno delegauit quidam nomine Winther de Chremise cum 
manu tucoris 8ue super reliquias sanetorum uineam unam in eodem 
loco sitam cum licentia prepositi Popponis marchionü qui etiam 
testis adtractus est cum aliis infra de seriptis. Otto de steine. Wich- 

o 

man de Radindorf, Vzie niger. adalbero. Liupolt. Rudmar, Rud- 
preht. Ermpreht chremisenaea, 

CCCLVIII. 

In ipso anno Addlbertus de werda rogatu Hadamari cognati 
8ui. tradidit ad altare S. Marie predium ad mura situm. ea uidelicet 
conditione ut si idem Hadamarüs obierit absque berede predium 
cedat fratribus. hie deo seruientibus. et bii presentes adtrahebantur 
testes. Emist de Treiama. Chunrat de ' Wirmila. Friderich de 
werde. Hadamar cuius et predium. Werinher. RaffoU. Gotiscalch. 

CCCLIX. 

Anno ab incarnatiooe domini M. C. XXX. III. indiccione XV. 
Hoholdus quidam de miniaterialibiM Litttkarde aduoeatisae ratiapo- 
nenaia. delegauit predium suum Äderiah situm super altare S. Marie 
in proprium ius deo bic famulantibus. et unum mancipium. N. Geppe. 
Huius rei testes adhibiti sunt. Heidinrich filiua Heidenrid de awa. 
Marchwart. Dietprant. Inuestiture Heidinrich. Marchwart. 

CCCLX. 

Eodem anno quidam Sigiboto. N. de Pomheim. cum manu tixoria 
aue Liiäkarde. tradidit uineam cum pomario. ortum simul et benefi- 
cium. ad ertpurch situm. super altare S. Marie, pro remedio anime 
8ue et omnium parentum suorum bis testibus adhibitis. Hartuüic 
Rahtvin. Penno. LiupoU, Engilbert. Bertolt. Wichpreht. 

CCCLXI. 

Notum sit cunctis ecciesie filiis qualiter dominua Chadalhoch 
abbaa fratrum consilio emerit quoddam predium ad penningin situm 



04 

VIII. marcis a quadam inatrona libere conditionis Gerdrut dicta quod 
et ipsa deleganit in manus OUonis de LatUiHorf. delegandum quo 
abbas et fratres petissent. In qua traditione testes hi per aurem sunt 
fidtracti. Gebehardus de Chadalhohüperge. Nizo de piela* Hein- 
rums de issansdorf. Rudolfus* 

Post non multum uero idem Otto in generali eolloquio ad ehre- 
mise adstante domino Reginmaro patauiensi epücopo et Liupolio 
marchione super reliquias sanctorum sicut et traditum erat delegauit. 
et inuestituram contradidit. Ad hane delegationem testes idonei per 
aurem sunt adseiti. GebehardcLS comes depiugin, Ädalram de berga. 
Pabo de amerange. Otto de lenginbach et fratres eins ffartwicus 
et Heinricua. Chadolt de mauriberge. Bertoldm, Walchvn de 
machlant. Herimannus de hunteshem, et alii quam plurimi. 

CCCLXIL 

Eodero anno delegauit quidam nobilis homo. N. Chadolt cum 
manu tuvoris sue uocabulo Tnita super altare S. Marie parrochiam 
del (?) ad Nortprehtüdorf. 

CCCLXIIL 

Anno ab inearnatione domini. Mill. XXX. III. (sie; C. omissum est) 
indietione. XI. quidam ingenuus homo. N. Meginhardus sectdo 
renunüans felidter nobiscum conuermtus tradidit ad altare S. Marie 
dominicale unum ad Rudoluingin* et beneficium in eodem loco com 
maneipiis obsessum. item mansum unum ad pemhoptin. et beneficium 
ad herlastraz. Testes traditionis huius idonei sunt hii adseiti. Hada- 
mar fraJter emedem. if.(eginhardi). WaUher (de gozinsdorf). Jfe- 
ginhart de awa, Wielant (de diuphusin). Adalbreht. Gotifridus, 
Wolferim (omnes de Chvfarin. supra script. est). Liupoldus. Eberger, 

CCCLXIV. 

Hoc anno quidam ingenuus homo. N. Poto de Poiinstein dele- 
gauit cum manu uworis sue et filii sui Rudolfi. dimidium mansum ad 
werindorf siiwm. super altare S. Marie pro remedio anime sue. paren- 
tumque suorum ea conditione. ut nee presens abbas nee quisque sue- 
eessorum suorum aliquis potestatem habeat euiquam in beneficium 
prestandi. Et ut bec traditio inconuulsa perroaneat. testes hi per 
aurem saat adtracti. Rudolfm fiUus eimdem Poionis. Perinhart. 



98 

Ädaliero de Potemtein. Bertoldus de ludimarisfelde. Heinricus 
de Perindorf. Herrich qui idem predium habuit in benefieio. Odat- 
rieh. Piligrim. Inuestiture Rudolfus. Perinhart. 

CCCLXV. 

Eodem anno nobilis quidam hämo Ädälram de Perge delegauit 
super altare S. Marie dimidium mansum apud Wchliniadotf situm. et 
quoddam roancipium. N. Geppam in proprium ius deo hie fieruientibus. 
pro remedio anime auunculi 9ui Emest. Huius delegationis testes 
sunt hii. Otto de hesilbach, Engildie. Werinher. ambo de chulivb, 
Wigant de chandfa. Pero et frater eins Ludumch de Permich. 

CCCLXVI/ 

Sciendum est cunctis sanguine Christi redemptis qualiter Goti- 

fridus domini Adalrammi de Perge delegandum super 

altare S. Marie. Idem uero Ädalrammus aliis negotiis impendentibus 
(sie) adimplere non ualens. eandem delegationem tradidit in manus 
eque nobilis uiri Salmanni de geizpach. Quod idem Salmannus 
deuotus adimpleuit. sub bis testibus. Walther. Megingoz. Herbort. 
Hagibarin. Harthtruht. Et quidam familiäres. Otto. Eberger. 
Hartwich. 

CCCLXVII. 

Notum Sit cunetis Christi fidelibus quod quidam de familia 
sancti Stephani Ingram. N. delegauit super altare S. Marie uineam 
unam ad andinberch sitam cum appendiciis suis post obitum suum 
absque omni eontradiccione fratribus hie deo famulantibus seruitura 
(sie). Et hi in testimonium sunt adtracti. Reginhart et Heriman. 
Meginhart. Otto de moUi. Heinrich et filius eins Werinhart. Post 
non multum uero tempus idem Ingram diuino ut eredimus instinetu 
admonitus predium suum ad Wezimannistale situm. et reliqua predia 
sua tradidit ad altare S. Marie hanc interponens conditionem ut post 
obitum suum ßiis eins in beneGcium prestetur. Deinceps uero nulli 
eorum potestati cedat. nisi fratribus deo eiusque genitrici hie seruien- 
tibus. Tradidit etiam uineam quandam ad wezzemmannistale eo tenore 
ut si quis propinquorum suorum redimere uellet. X. marcas persol- 
ueret. Et ut hec traditio inconuulsa permaneat. testes hi sunt per 
aurem adtracti. Hadqmar. Heriman. et frater eins Reginhart. 



96 

Gozwin. Heinrich, et fiUus eiua Werinhart. Heriman' Bahtein. 
Otto. Hartwic. Piligrim et frater eiua Werigatä. 

CCCLXVIII. 

Nouerint uniuersi catholice fidei quod quidam ingenuus hämo. 
N. Ebran. delegauit saper altare S. Marie omne predium suum domi- 
nieale unum ad stochistalle. et aliut ad Chamba cum uinea una. sed 
et XXX. mancipia ob ceDsum annuatim soluendum. eo tenore si ipse 
absque berede obiret. eeclesia illut iure perpetuo possideret. Huios 
nempe traditionis testes extant hü. Hadamar de Chunringin. Wolfker 
de lenginueU- 

CCCLXIX. 

Nouerint omnes Cbristi fideles qualiter quedam matrona relicta 
Sigihardi. N. Willibirch delegauit super altare S. Marie mansum 
unum ad frowindorf cum manu filii sui Sigihardi et filio sue Berhte. 
quam eodem die huc tradidit educandam in dei (diuino) ser- 
uüio 

CCCLXX. 

Nouerint omnes in Christo credentes qualiter quidam de rare 
Chadalhoch super altare S. Marie delegauit. VX. (sie; fers XY.) man- 
cipia cum manu uxoris stie Irmgarde pro V. denariis annuatim sol- 
uendum sub hac conditione ut si tribus annis soluere neglexerint. 
perpetuo deinceps ibidem seruituti subiaceant. Quorum nomina hee 
sunt. Wolfker. Mathilt. et filius eins Sigihart. Bertolt et frater cius 
Sigihart. Chunrat. Heinrich. Chanrat. Friderich. Meginhart. Judiht. 
Eteina (?). Geroma. Liuza. Gütili. Huius rei testes adhibiti sunt per 
aurem tracti. Meginhart de Äwa* Hartwich de Raztingin. Tiemo 
de Odalrichscirche, Engilpreht de rore. Rttdpreht de fuchhau. 
Eadem hora supradictus Chadalhoch et uxor eins dederunt ad eundem 
titulum uineam unam ad Poumgarten sitam sub prefatis testibus. post 
obitum suum in usum. ut predictum est. inibi deo seruientiumi. 

CCCLXXI. 

Hoc quoque memorie mandandum quod quidam clericus. N> 
Gotiscalhc nobis se post in spirituali habitu socians. tradidit super 
idem altare mancipium unum in proprium seruicium. N. Enziman. 
alterum quoque. N. Wielant. pro tributo. V. denariorum. 



97 

Quidam etiam N. EkkiricuB nostre congregationia postea mona^ 
chus tradidit super idem altare mancipium unum. N. Gotiscalch pro 
tributo. V. denarioram. 

Et hoc notum sit omnibus quod quidam. N. Dietrictis in hoc 
monasterio postea conuersua tradidit super idem altare mancipium 
unum. N. Engilrat pro tributo. V. denariorum. 

Super idem altare quidam pv£r. N. Sigifridvs nobiscum in 
monasterio educandus tradidit mancipium unum. N. Waltman pro 
tributo. V. denariorum singulis annis persoluit. (sie) sub bis testibus. 
PUigrim. Megingoz, 

CCCLXXIL 

Notum facimus omnibus Christi fidelibus. qualiter comes Wolf- 
kerus de puigen mancipia IP delegauit super altare sancte Marie. 
Amelungum ad censum V. denariorum. et fratrem eins Baldwinum. 
in proprium seruicium. bis testibus coram per aurem ascitis. Heri- 
manno de huntsheim, Marchwardo de sconpuhel. Etich. ^Wigando 
de scoingen. Penno. Otto. Fridericus et filius eins Marchwardus. 
OdalHcus, Herbordus, 

CCCLXXIII. 

Notum facimus cunctis presentibus atque futuris. qualiter con- 
trouersia ecciesie Gotwicensis definita est quam habuimus cum duce 
Heinrico. super predio' Megingozi de rawana et fratris eins Sigi- 
fridi iam defuncti, quod ipse iam delegauerat super altare S. Marie 
in die sepulture eiusdem fratris. 5.(igifridi). sicut et a progenitore 
eorum Megingozo seniore iam dudum eidem ecciesie delegatum 
fuerat si absque legitimis filiis ex hac uita decederet. Hoc idem pre- 
dium prefatus dtuc H. tradidit in roanus nobilis uiri Herimanni de 
Huntsheim dejegandum eidem ecciesie. Cui rei astipulantur. Adal- 
bero de chunringen, Chünradus de aspam, Piligrimus de Zwetwel. 
Geroldus de poueth. Heinricus de Zebingen. Penno. Quam tradi- 
tionem predicttis ir.(eriman) in die purificationis S. Marie coram 
omni populo satis deuote adimpleuit. Vt autem hec traditio inconuulsa 
permaneat. testes satis idonei per aurem asciti sunt. Herimannus 
idem etfilitiseimHerrandtis. Marchwardus de sconpuhel. Megingoz 
de rawane. et filius Otto. Gotscalch. Piligrimus. Otto. Hartwicus. 
Wolfper. Lanzo et filii eius Penno. Wolfpreth. Vrliuch. Odalscalch. 

Fontes. X. 7 



^ 



98 

Permannus et filius eiua Wirint. Encimannu». Rüpertaa. Adelberim. 
OdalricuB. Acta sunt autem hec anno ab incarnatione dominica 
M.C.LVI. indictione V. regnante inuictissimo Friderico cesare. 

CCCLXXIV. 

Eodem etiam anno idem diw Heinricus delegauit gotwicensi 
ecclesie super aitare S. Marie Richizam et Benedictam eo iure quo 
ei deseruiture erant. Et huic rei testificantur. Engilbertus aUegraue 
et filitis eiuB Gebehardus. Liutoldus comes. Walchun de chlamme, 
Werinhardiis de Lanzendorf, Diethmarus de durrinbach. Wigandus 
de scoingin. Otto de rechperge. Liupoldtis, 

CCCLXXV. 

Nouerint omnes Christi cultores. qualiter quidam homo. N. Ekki-- 
hardm de tinma delegauit super aitare S. Marie unam uineam (öden- 
prunne) pro remedio anime sue post obitum suum siue coniugis. 
adhibitis hiis testibus. Ödalricus, Heimo. Adelbertua, Emiat. Ort- 
wicus, Fridericus, Sigifridus, 

CCCLXXVI. 

Sed etiam quidam. N. Hademarus delegauit super aitare S. Marie 
quedam maneipia ad censum V. denariorum. Hec nomina eorum. 
Manegoldus. Heinricus. Truta. Germuth. 

CCCLXXVIL 

Nouerit uniuersi sacro Christi fönte renati qualiter Chunigunda 
de Winchel unacum uiro suo Poppone dedit in usus fratrum gotwi- 
censis cenobii pariter (?) duas uineas cum appendiciis earum ad 
draschirchen pro remedio anime matris sue Benedicte aptä no8 iam 
sepuUe eodem die, Cuius rei testes exstiterunt Rudrieh de aspam, 
Poppo de wincheL Hermannus de scala, Rudolfus. Dietwinus, 
Gerhoch. Wemhardm de widerueld, Rudigerus de respic. Cha- 
delhoch et Herrandus de Naliube, Hector, Buch, Wolframmus, 
Reginbertus de eginburch. Postea adueniens Ortlieb fraier eius 
traditionem ipsam coram domino suo Liutoldo comite confirmauit 
adhibitis denuo hiis testibus. Liutoldus comes et filius eius Liu- 
toldus, Walchun de aiginwanc, Wolßerus, Rapoto de erlbach. 
Megingoz et Liupoldus ministeriales salzeburgensis ecclesie, Diet- 



99 

tnartts et Bertoldus de teraz. Fridericus de saluelde, Megingoz. 
Hartwicm Megingoz. 

CCCLXXVIIL 

Ebergems etiam quidam nobilis delegauit super altare S. Marie 
Mathildam cum filiis et filiabus atqae omni posteritate sua. ad censum 
V. denariorum. Cui rei testificantur Bertoldtis. Siber. Heinrictis. 
Chünradus. 

CCCLXXIX. 

Notum facimus omnibus eeelesie filiis tarn presenti etate quam 

futura qüaliter ministerialis patauiensis eeelesie quidam. N. Hartwicus 

sub Odalrico episcopo delegauerit super altare S. Marie gotwieh 

predium suum quod habebat Noppindorf, XVL iugera et duo curtalia 

perpetuo iure subdendum in usus fratrum, hie iugiter deo seruien- 

tibus. Et hoc testimonio firmatur. WaUrich de uustriz. Walthere de 

wüen. Norpreth de gozinsdorf^ Karlomannus de wagraim. Razo de 

8. ypolüo. Otto. Sigifridus. Zeizzo. aliique quam plures. 

(Explicit Codex B.) 

(Uitimum folium Codiciä A. exhibet in fine paginae anticae nomina Mar- 
chionum et Dueum Austriae, manu seculi XIII. scripta:) 

Liuppidus Marchio. Hainricus Marchio. Adelbertus Marchio. 
Ernesto Marchio. Liupoldus Marchio. Liupoldus Marchio. Heinricus 
dux. Liupoldus (dux). Fridericus dux. Liupoldus dux. Fridericus dux. 
Hermannus dux. Marchio de paden. Otacherus dux et rex bohemorum. 

(In postica pagina scripsit eadem manus Seriem Episcoporum Pata- 
uiensium.) 

Wiuilo archiepiscopus annos. XXIP". 
Anshelmus. episcopus. annos. Villi. 
Wiskaricus episcopus. annos. Villi. 
Waldericus episcopus. annos. XXXI. 
Trolfus episcopus. annum unum. 
Hatte episcopus. annos. XI 
Reginharius episcopus annos. XX**. 
Hartwicus episcopus annos. XXVI. 
Ermmanricus episcopus. annos. Villi. 
Wichinc episcopus annum unum. 
Engilmarus episcopus. annos. XIL 



100 

Richarius episcopus. annos. III. 

Purchardus episcopus. annos. XII. 

Cumpoldus episcopus. annos. XVII. 

Gerhardus episcopus. annos. XIIII. 

Adelbertus episcopus. annos. XXY. 

Pilgrimus episcopus. annos. XVIIII. 

Christianus episcopus. annos. XXII. 

Peringarius episcopus. annos. XXXIII. 

Eigelbertus episcopus. annos. XYIIII. 

Ältmannus episcopus. XXVII^ annos. 

Vdalricus episcopus. annos. XXX. 

Regemarus episcopus. annos. XVII. 

Regembertus episcopus. annos. VII. 

Chunradus episcopus. annos. XVIII. postea faetus Archipresul 
Salzpurgensis. 

Rudbertus episcopus. annum unum. menses. IUI? dies tres. 

Diepoldus episcopus. annos. XVIIII. 

Albo episcopus. annos. V. 

Heinricus episcopus. annos. III. 

Wolfkerus episcopus. annos. XIII. postea succedens in patriar- 
chatum Aquilegensem. 

Poppe episcopus. annos. II. 

Manegoldus episcopus. annos. Villi. 

Vlricus episcopus. annos. VII. 

Gebehardus episcopus. annos. XII. et depositus est. 

Rudegerus episcopus. annos. XVIII. et depositus est. 

Perhtoldus episcopus. annos. IUI. 

Otto episcopus. annos XII. 

(Sequentes alia saeculi XIV. manus adscripsit.) 

Huic succedit Petrus, qui sedit annos XIIII. 

Wichardus episcopus. annos duos. 

Gotfridus episcopus. annos duos. menses 11°" dies XII. 

Wernhardus episcopus. annos XXXII. menses duos. dies. III. 






101 



Hie notantnr nomina Abbatum hnins Monasterii seenndnni 

ordinem. 

Anno domini M?LXXXXIIII? 

Hartmannua primus istius loci Abbas sedit annis XX? (t m*» 
1. (2. ?) Jan.) 

Nanzo Abbas sedit annis XI. (t H»«» «• Febr.) 

ChalhochuB Abbas annis XVI. (t H^l, ^7. Jan.?) 

Gerhochus Abbas annis IX. (cessit et + 1150.) 

Wemhertis Abbas annis V. (t 115S, 19. No?.) 

[Fridericus (1155—1156) omissus est.! 

Johannes Abbas annis XVIII. (+1174, 10. Dec.) 

Rudmarm Abbas annis XXVI. (+ 1200, 3. Mart.) 

Chunradus Abbas annis ir?- (+ 1202.) 

Wezelinus Abbas annis XXX. et post voluntariam eessionem 
viam carnis adiit uniuerse eodem anno. (+ 1231, 16. Julii.) 

Heinricus (superscript. est: Nelib) clericus anno uno. hie transiuit 
postea ad ordinem predicatorum. (1231.) 

Heinricus (in margine: dictus dens) Abbas annos V. et anno VP° 
obiit in eaptiuitate. (1238.) 

Cui Hariwicus succedens presedit Abbaeie annis VIII. et oetauo 
anno depositus est. (1245.) 

Post hune Heinricus (in margine) de Ratolsdorf, Abbas annos XI. 
(?) et menses duos et dies VIII, deinde voluntarie resignauit moriens 
post eessionem anno II? (1256.) 

Helmwicus huic substituitur, qui sedit annis XXV. (+1279,1. Mart.) 

Huie Hermannus sueeedit, presidens annis VII. deinde cedens. 
(circa 1286.) 

Heinricus 0» margine: de Mewrling) dignitatem ipsius adipiscitur, 
sedit annis XXIII. mens. IP* dies. XX. Qui sepultus est in Monasterio 
sub alpide eleuato uel prominent!, (t 1309, 11. Aug.?) 

Cui suecessit dominus Petrus, qui sedit annis VIII. menses V 
dies Xini. Hie extat constructor Capelle S. Andree in domo Abbaeiali. 

(+ 1317.) 

Cui Marchardus suceedens, qui sedit annis VI. et mensibus 
nouem, diebus VI. obiens anno domini MfCCC.XXIII. 



102 

Cui saccessit dominus Otto Abbas fundator capelle. S. Benedict!, 
qui prefuit annis XII. mensibus VI. (i338. f 13. Jan. 13S1?) 

Wvlfingu9 huic substituitur qui sedit annis XXI. minus \ST 
mensibus. Hie comparator extitit baculi pastoralis melioris (in margine). 
(t 1355, 9. Nor.) 

Huic DyetrictM Abbas substituitur, qui rexit annis VII. (?1360, 
1 16. Febr.) 

Cui successit Johannes Abbas, de talam, qui rexit annum I. 
(t 1360, 16. JuDÜ.) 

Cui successit ülricm Abbas, dictus toczenbekchf qui sedit 
annis XI. menses. III. (t 1370, 19. Sept.) 

Cui successit ülricus Pirchuelder^ qui rexit annis XVI. et depo- 
situs est. (1385?) 

Cui successit FridericuB, dictus Techler ^ qui rexit annis XVII. 
(?) et depositus est. (1399, f 24. Jan. anni?) 

Post hunc electus est Abbas Johannes qui rexit annis tribus et 
dimidio, et intoxicatus mortuus est. (1402, 27. Junii.) 

Post bunc electus est Abbas Petrus de S. Yppolito , qui rexit 
annis XXIX. mens. IIH. dieb. VI. Hie constructor fuit Capituli, Am- 
bitus, Dormitorii, Refectorii, Cripte, et inceptor Chori, et aliorum 
multorum preciosorum clenodiorum comparator. (In margine rubro eolore:) 
„Merito laudandus et pater venerabilis** (t 1431, 24.Dec.) 

Cui successit dominus Lucas Abbas qui rexit annis VU. et 
dimidio, mensibus IIP?' diebus X. Constructor Capelle S. Petri in 
sacristia. Q^ margine mb. col.:) „Pater yenerandus et raerito 
laudandus" (t 1439, 22. Sept.) 

Cui successit abbas Thomas, qui rexit. . . . (+ 1444, 10. Mart.) 

Cui successit dominus Johannes abbas, qui rexit uno anno et 
mortuus est. (1444, 8. Sept.) 

Cui successit Abbas WolffgangUrS de Retz qui resignauit et 
ecclesiam S. Viti rexit, quam etiam resignauit. (t 1458, 11. Febr.) 

Cui successit dominus Martinus abbas buius Monasterii Gotwi- 
censis. Et rexit annos decem, obiit anno domini 1468. Dilector fra- 
trum suorum. (+ 1- Maji.) 

Cui successit Reuerendus pater ac dominus dominus Laurencius 
dictus Gruober de Gracz, In antea per yiginti unum annos Monasterii 
Celle Marie abbas cui prefuit et profuit. Ac exinde anno domini 1468. 
receptus in abbatem buius almi Cenobii, post Philippi et Jacobi. Et 



103 

rexit annis 14, mensibus 9, diebus 26. Et diem clausit extremum 
26. mensis decembris, id est, die sti. Stephan! prothomartyris. Preci- 
puus zelator religionis. Et fuit areium liberalium Magister egregius. 
Anno. 1482. 

Cui Suecessit Reuerendus Pater ac Dominus Erhardus natus de 

Süra, eleetus anno 1482. die Lune, ultima decembris a 

Reuerendissimo etc. domino Georgio presbitero Cardinali Episcopo 

patauiensi nona mensis Januarii eonfirmatus. aecedente eon- 

sensu Imperialium. Anno domini MfCCCC? 89. obiit reuerendus pater 
dominus Erhardus abbas huius monasterii Gotwicensis die yduum 
Marcii qui rexit annis Septem mensibus duobus diebus 15. 

Huie suecessit reuerendus in Christo pater 'et dominus dominus 
Mathias dictus schathner ex Krembs electus eodem anno 89. die 
ricesima marcii sexta yidelicet feria post reminiscere in Tigilia sancti 
benedicti. Dictus Mathias Schaihtner constructor extitit curie in 
Nidem Rana. Qui et episcopo patauiensi in yisitatione quadam yiriliter 
restitit et pene de omnibus suis tenuit victoriam inimicis. Qui etiam 
plnra bona monasterio e conyerso redemit. Et fratres rigorose 
(rasura) tractauit. Obiit autem Anno septimo super Millesimum quin- 
gentesimum in profesto Sancte Margarethe. 

Cui suecessit Reverendus in Christo pater et dominus dominus 
SebasHanm DraexeU natus de Wasserburga, qui substituitur eodem 
anno, qui rexit annis decem, moritur autem anno domini 1616 in 
yigilia Bartholomei apostoli. Hie multis in sua Tita circumdatus erat 

infirmitatibus, que causa fuit potissima multorum debitorum, 

nam et officium in Traunfeldt suo tempore inpignoratum est, prout in 
literis desuper confectis plenius continetur. 

Mortuo ante dicto abbate Sehastiano, in eins locum subrogatus 
et electus est Reyerendus pater MeUhiaa de Znaim , huius nominis 
secundus. Vir in diyinis et humanis rebus ex aequo poUens . cuius 
singulari industria omnes austrie prelati, Barones, ac nobiles sepe 
usi sunt. Incidit in ea tempora, quibus iusta pars austrie cede, ferro, 
igne, per immanissimum cristiani nominis bestem Thurcam periit, 
cui deyastacioni fortiter et animose restitit et inde laudem et famam, 
et quidem non yulgarem apud posteros obtinuit. Et licet in ea inci- 
derit tempora, quibus omnia igne, ferro, cede et yariis bellorum 
exactionibus plena erant, multa tamen, que sui antecessores confla- 
runt, dissoluit debita. Varia et ameniora, que adhuc passim apparent. 



104 

monasterü loca exstrai et edificari fecit. Monasteriom fossa et muro 
priore circamdedit. Multa insuper ad defensionem Monasterü neces- 
saria, bellis ita postulantibus, comparavit. Vixit abbas annos XVI. 
mense uno, dies XVI. Obiit, sed heu inorte iromatura, fatis ita nolen- 
tibus, non sine communi subditorum suorum et ciTiuni trium eiyitatum 
luetu, de quibus semel atque iternm bellorum tempore optime meritus 
fuit, anno a nato Christo 1S32» die XII. oetobris. 

Huie ante dicto Maihie presuli de Znaim Reverendus pater Bar- 
iholomeua Schonleben per electionem saccedit anno 1S32. Qni 
adulescens Vienne Pannonie iitterarum cognitione instrnetus fuit, cui 
forma, faeundia, scire potestas inerat, qaem multijage corporis et 
anime dotes ad gradum sacerdotii proyexere, et demtim omnium fratrum 
unanimi Toce in Abbatem electus. Vir in diyinis hiimanisque negociis 
multiseius, acetum habens in peetore clayumque rectum tenens, sum- 
mique regis antesignanus, in humilitate non poenitendus; propter quam 
singularem et Deo Optimo Maxime aeceptam yirtutem apud omnes 
Austriae Prelatos » Barones » Nobiles nomen eternum sibi peperit et 
immortalitatem sui nominis posteris reliquit. Incidit in ea tempora vir 
ore probo piisque moribus cultus, quibus omnia igne, ferro, cede, 
devastationeque et yariis bellorum exactionibus plena erant. Anno 
regiminis sui S. aetatis yero 38. et a Christo nato 1537. quinta 
decima Maii tanta orta est tempestas , ut mire magnitudinis decidens 
grando pecora multa in pago yel yilla, que bach dicitur, et nonnuUos 
homines interemit, omnemque circumiacentem montis Gottwicensis 
oram deuastauit et radicitus deleyit, incipiens ab hora diei tertia post 
meridiem , durans usque ad quartam continuis tonitruis , fulgoribus, 
grandinibusque operam dans et insistens. Ita Mandribuli more egregii 
Archimandrite res suecesserunt, quamyis in omni quam pertulit eari- 
stia, neccessitate , tribulatione, multa que predeeessores conflarunt, 
dissolyerit debita, fortune ictibus expositus Abbas per effecturo ubique 
erga Monasterium probans suam fidelitatem. Varia enim et ameniora 
loca Coenobii exstrui atque edificari exacte fecit, turrim yidelicet, per 
quam iter intrantibus prestatur, sacrariumque quod et pulcherrimo 
decorauit ornatu, Bibliothecam insuper construi fecit, in xenodochio 
fratrum hypocaustum edificauit, cisternamque fodi permisit, et id 
genus multa et ad defensionem Monasterü necessaria bellis et neces- 
sitatibus ita postulantibus, comparayit. Vixit Abbas annos 9. Cessit in 
fata anno 1 S41 . merore omnium, tam subditorum, quam trium eiyitatum. 



105 

Post prefatum Bartholomeum anno quadragesimo primo electus 
est Reyerendus in Christo pater Placidus, qui anno secundo, yicesimo 
septimo die absque confirmatione ex hac lachrimarum ualle decessit. 
Cuius anima deo uiuat. 

Anno domini M:D:XXXXIII. electus , eque confirmatus est Reve- 
rendus in Christo pater ae dominus, dominus Leopoldus, ex nobili 
stirpe Rueborum^ in Abbatem Gottuicensem. Rexit ad quintum diem 
usque Mensis Augusti, Anni nostri salvatoris LVI. Cuius anima domino 
deo uiuat. 

Bartholomeus a Cataneis^ prepositus Hertzoburgensis, Regiae 
Majestatis consiliarius , qui a predicta Regia Majestate Monasterii 
Gottnicensis Mense Nouembris Anno domini M:D:LVI. in Superinten- 
deniem eonstitutus est, et regendo (sie) domui in sexagesimum tertium 
(correct. pro : secundum) annum usque ad obitum vitae suae praefuit. 
Cuius anima domino Deo yiuat. 

Postmodum Reyerendus pater ae dominus dominus Michael Herr^ 
lieh, ex opido Weinhaim Palatinatus oriundus: qui ut eonyentualis 
Helieensis parochiae in Rauelspach bene praeesset, mandato Impera- 
toris Ferdinandi seeundi , omniumque Patrum inferioris Austriae una- 
nimi eonsensu, in Abbatem electus est, anno salutis MDLXIIII. die 
28. mensis Junii. Hie cum Cenobium innumeris debitis grauatum, 
yillas et decimas optlmas circa montem etiam proximas, non solum 
oppignoratas , yerum plerasque ob census Prouincialibus diuenditas 
esse comperit, implorato Sacr: Caes: Majestatis auxilio, suaque accu- 
rata administratione adhibita, intra paucos annos non solum aes alie- 
num exsoluit, yerum etiam Pagos omnes iterum redemit, et decimas, 
reditus atque prouentus magna summa a creditoribus hinc inde 
liberauit. Aedificia tandem in Monasterio, quae suis insigniis passim 
cernuntur exstruxit, ruinas quoque multis in locis restaurari curauit, 
ita ut fere nihil residui laboris et sumptuum esse putaret. Ecce autem, 
ut fortuna infensa est rebus pacatis, ita clade unius noctis haec 
optima instituta oeconomia, misere iterum dissipatur. In ipso enim 
feste Almae Trinitatis, eirciter horam decimam noctis, anno MDLXXX. 
tempestas horribilis tonitru et fulgure inuasit turrim excelsiorem, 
media in Aula sitam; inde flama yi maximi yenti, in primarium templum 
elata , illudque cum turri , tintinabulis , organo eleganti , aliisque 
ornamentis funditus concrematum, Choro saltem et sacristia excepta. 
Peruadit tandem ignis ad reliqua conclauia, Dormitorium yidelicet, 



106 

Bibliothecam, Abbatiam antiquam, yinariam Cellam, aliaque aedificia 
cohaerentia. Itaque Sac : Caes : Majestas ad cootemplandam banc 
Monasterii miserabilem stragem, consiliarios et arcbitectos misit, 
qui incendii damna et ruinas ad multa millia florenorum aestimabant, 
easque yix longo tempore posse construi retulerunt. Fauente tarnen 
diuina gratia idera prefatus dominus Abbas Michael statim post 
restinctas flammas opus restaurandi coepit» atque triennio subse- 
quenti omnia conelayia (praeter grandius Phanum, quod tarnen sartum 
tectum curauit) ita uti nunc partim firmiere et politiore forma con- 
spieiuntur, exstruxit, tantamque aedifieiorum molem, quod mirum et 
summa laude dignum est, pius ille Presul sine ulia exactione et gra- 
uamine subditorum, alia quauis contributione, propriis saltem sump- 
tibus et impenssis restaurauit. Qui dum summa cum laude regnaret 
Annos XL. Menses III. dies XVI. (resignavit Anno 1604. 12. Sept.) magno 
moerore et luetu rieinorum Praelatorum , Baronum , Nobilitatis, 
civium, et suorum subditorum Anno .... Die .... Mense . . . 
placide vita funetus est. (Obiit 1609. 23. Martii.) (Hucusque Catalogus 
Abbatum Gottwicensium in prioribus foliis Codicis Traditionum A. seculo XV. 
conscribi coeptus , postmodum ab aliis coaeyis continuatus). 



107 



Erläuterungen 



zum 



Saalbuche. 



109 



I. 

Suhurhatia, scilicet praedia , quae ad rel extra urbem sunt. (Du Gange 
Glossarium medii aevi.) Demnach die fielen Pfarren , Ortschaften und Grund- 
stucke, welche der selige Bischof Altmann in den Jahren 1072 — 1001 seiner 
Stiftung in Göttweig schenkte. 

Super altare S. Marie, die verschiedenen Schenkungen wurden nämlich 
auf einzelne Pergamentblätter aufgeschrieben , und diese dann von den Wohl- 
thätern selbst, oder ihren Stellvertretern (Saalmann, delegatus) auf dem Hanpt- 
Altare der Stiftskirche, die zu Ehren der Muttergottes Maria geweiht ist, in 
Gegenwart der erbetenen Zeugen niedergelegt. 

Parrochia ad Muttarin, Pfarre in der Stadt Mautern, am rechten Donau- 
Ufer. 0. W. W. (Vergl. Nr. VIII.) 

Mulihach, Pfarre MQIbach, in der Wiener Erzdiöcese, unweit Meissau. 
ü. M. B. (Vergl. Nr. XL) 

Chidiub, Pfarre Kulb, sadwestlich von St. Polten. 0. W. W. (Siehe Nr. X.) 

Vüla ad Pedta, ad Vurta, Palt und Furt, zwei grossere Ortschaften in 
der Nähe von Göttweig, gegen die Donau zu gelegen. Siehe in den 5sterr* 
Rechtsbüchern des Mittelalters, herausgegeben v. J. P. Kaltenbäck. 
Wien 1847, II. Band, Seite 25, Nr. CXXVII. „Die Recht der herschafft vnnser 
„Frauen Gotshaus zu Gotweig vnd der Schran zu Furtt vnd aller gemein 
„(Gemeinden) gesessen vmb den Gotweirperg in der egenannten Herschafft.^ 

Huntisheim, Hundsheim, ein Dörfchen an der Donau, oberhalb Mautern. 

Crueistetin, Horiginhaeh, Echindorf, Krustätten, Höbenbach, Eggendorf, 
3 Dörfer nahe bei Göttweig östlich gelegen und zur Stifts-Pfarre gehörend. 
(Siehe die früher citirten österr. Rechtsbücher 1. c. S. 28, §. 38 u. s. w.) 

II. 

Steina. Stadt Stein am linken Donauufer, ober Krems. 0. M. B. 

Werdarin, Wördern, in der Pfarre St. Andrä am Hagenthaie. 0. W. W. 

Rutkerisdorfy Rührsdorf in der Pfarre Rossatz nahe der Donau. 0. W. W. 
Das baierische Benedictiner-Kloster Meten war daselbst reich begütert. In einer 
Bestätigungs-Urkunde des Papstes Gregor X. v. J. 1275 heisst es: In Rossavzen 
et Rugersdorf YineM , ortos, pomaria, agros etc. (Monuments Boica Tom. XI, 
pag. 450). Aber auch Rickersdorf, in der Pfarre Harmannsdorf, nordöstlich 
von Korneuburg U. M. B., hiess früher Roukerisdorf (}Atixm, Fischer*s merk- 
würdige Schicksale des Stiftes und der Stadt Klosterneuburg, II. Theil, S. 6. — 



110 

Codei Traditionum Ecdes. Claustroneoburg , im IV. Bande der Fontes Herum 
Austriac. n. Abth. S. 26, Nr. 121). 

Heiminburch, Stadt Heimburg am rechten Donauufer. U. W. W. 

Benefieia Dietpoldi marchionis, Markgraf Dietpold I. yon Cham und Voh- 
bürg (Vergl. Nr. CLXXV) hatte mehrere bischöflich passauische Gäter zwischen 
der Fischa und Leitha als Lehen im Besitze, deren Zehentertrag Bischof Ält- 
mann unserm Kloster schenkte, und zwar ?on den Ortschaften: Hovilin^ Höflein 
bei Brück an der Leitha; Scorrindorf, Scharndorf; Arawezital, Arbesthai, 
Filiale der Pfarre Göttlesbrunn ; Aseriehisbrucca , Stadt Brück an der Leitha. 
Die Abstammung dieses alten Namens und Bedeutung desselben: ^^Ascheric's 
Brücke** (zuerst genannt im J. 1065), hat der sachkundige hochw. Herr 
Theodor Mayer, Bibliothekar im Stifte Melk deutlich erwiesen. (Siehe Archiv für 
Kunde österr. Geschichtsquellen, Jahrg. 1851, L Bd., IIL und IV. Hft, S. 288.) 

Viseahisgimundi , Markt Fischament, nahe der Ausmündung der grossen 
Fischa in die Donau. U. W. W. 

Chirchlingin, Kierling, ein Pfarrdorf, westlich von Klosterneubarg, U. W. 
W. , mit der nahen Filiale : Kukkingin , Gugging , welcher Ort aber schon zum 
Kreise 0. W. W. gehört. 

Chunihostetin, Königstätten, unweit der Stadt TuUn. 0. W. W. 

Winzingin, Winzing, in der Pfarre Obritzberg. 0. W. W. (Vergl. Nr. XXI.) 

Prunni, keineswegs eine von den vielen Ortschaften welche gegenwärtig 
Brunn heissen , sondern es ist darunter das jetzige Brunnkirchen zu ver- 
stehen, unterhalb Mautern, nahe der Donau. Der Ort mit mehreren wohlbestif- 
teten Häusern ist in Folge der türkischen Streifzüge im Jahre 1529 gänzlich 
eingegangen. Die daselbst kurz vorher (1522) erbaute Capelle wurde im Jahre 
1617 von dem Abte Georg Falbius wieder hergestellt, im Jahre 1730 vergrössert 
und im Jahre 1784 zu einer Local-Pfarre erhoben. Durch Ansiedelung einiger 
Gewerbsleute in der Nähe entstand so aus dem alten Prunni der neue kleine 
Pfarrort Brunnkirchen. 

Estrici, zwischen Palt und Brunnkirchen ; wird in einer Urkunde vom Jahre 
1442 nur als eine Acker-Ried erwähnt. (Siehe Nr. CCCXXI, wo ein Vlricus de 
estriz unter den Zeugen vorkommt.) 

Frawindorf, Frauendorf an der Schmida. U. M. B. 

Obizi, vermuthlich das Dörfchen Otz im sogenannten Spitzer-Graben, Pfarre 
Nieder-Rana. 0. M. B. 

Mura, Mauer, ein Pfarrdorf unseres Stiftes, unweit Loosdorf und MelL 
O.W.W. 

Tiemindorff Diendorf am Kamp , in der Pfarre Etzdorf. U. M. B. 

Winidorf, Wiedendorf , bei Elsam. U. M. B. Da es aber in unserem Stif- 
tungsbriefe heisst: „Teimindorf et ^umWor/* decimationem ,** so ist wahr- 
scheinlich auch hier im Saalbuche statt Winidorf richtiger Hunindorf zu 
lesen und darunter Haindorf am Kamp , in der Pfarre Gobatsburg, 0. M. B. zu 
verstehen. 

Pemekke, Perneck, nordwestlich von Hörn. 0. M. B. 

Ramuoltisbach, Ravelsbach, unweit Meissau. U. M. B. 

Liubisa , Langenlois , nordöstlich von Krems. 



111 

Chremisa, Stadt Krems am linken Donauufer. 0. M. B. 

Chetsi, unter diesem Namen nicht mehr bekannt, jedenfalls aber in der 
Nähe des Ortes Grund (Chrunti), in der Pfarre Wullersdorf, U. M. B. zu suchen, 
wie aus der Tradition Nr. LIX ersichtlich ist. 

Ounsaraveldi 9 wahrscheinlich finzersfeld, seitwärts der Brünner Post- 
strasse, nördlich von Korneuburg. U. M. B. Als König Ottokar von Böhmen sich 
im Jahre 1276 gegen Rudolf von Habsburg rüstete und sein Heer aus Böhmen 
über Freistadt (libera civitate) bis nach Neuburg (Korneuburg) herabzog, schlug 
er auf dem „Ganservelt^ sein Lager auf. Chronic. Austr. apud Rauch, Rer. 
Austr. Scriptores. H, p. 267: „a libera ciuitate usque ad Neumburgam, in campis. 
„qui Yulgariter dicuntur Ganseruelt castra cum suis metatus est.** J. Fr. Böhmer 
(Regesta Imperii. 1246—1313. Neue Bearbeitung 1844, S. 79) meint, dass es 
statt Ganserveid wohl „Kremserfeld'' heissen soll? — Über Gänsefeld 
siehe auch Keiblinger, Geschichte von Melk, 1, 1119, Note. 

Straneisdorf, Stronsdorf , ein Markt unweit der Stadt Laa. U. M. B. 

Pielaha, Bielach, ein Dorf am gleichnamigen Flusse, unterhalb Melk. O.W.W. 

Houestetin , wahrscheinlich ist hier das unserem Stifte nahe liegende Hof- 
stätten, in der Pfarre Obritzberg, 0. W. W. gemeint. (Vergl. Nr. IX, Note.) 

S. Petronella, Markt Petronell an der Donau, bei Deutsch- Altenburg. 
ü. W. W. 

Eeclesia 8. Michaelis ad Sieina, siehe Nr. IX, Note. 

Treisim, der Traisenfluss. 0. W. W. (Vgl. Nr. IX.) 

Quumherch , in der Nähe von Königstätten. 0. W. W. (Siehe Nr. XLI.) 

Porcindorf, Perzendorf an der Schmida, in der Pfarre Hausleiten. (J. M. B. 

Imizinisdorf, Inzersdorf , Pfarrort ob der Traisen , nordwestlich von Her- 
KOgenburg. 0. W. W. 

Richeriscreberiih Reichgrfiben, in der Pfarre Pira (Pyhra). 0. W. W. 

Staudratisdorf, Stadersdorf, ausser St. Polten , am Wege nach Pira. 

Zeixinmuri, Zeiselmauer, nahe der Donau, unter Tulln. 0. W. W. 

Isinvurta, unbekannt. 

Chamba , Kamp , in der Pfarre Haitzendorf. U. M. B. 

Chrengühaeh, ein Pfarrort am Krengelbache im Hausruckviertel Österreichs 
ob der Enns. 

Riuti; der Name Reut, Ried, Roit kommt so oft vor, dass man das hier 
gemeinte kaum näher bestimmen kann , als dass es vermuthlich in Österreich ob 
der Enns gelegen ist. 

Aschaka, Aschach, im Hausruckkreise, an der Donau, unweit Efferding; 
wo noch etwas Wein gebaut wird, und mehrere Klöster St. Nicolai, Florian, 
Kremsmönster u. a. , Weingärten besassen. (Vergl. Nr. CXV.) 

Hunisperg, Haunsberg? bei Laufen, rechts der Salzach. 

Hidla , wird durch das älteste Dienstbuch (über prediorum) des Stiftes 
vom Jahre 1302 näher erklärt, wo es heisst: y^Item in Reichenhalle VHP 
eurticulas et Pfarmstat In Arhaizz Peunta, Item octavam partem fontis 
salinarii de parte patauiensis ecclesie,^ Unser Stift bezog demnach seinen 
Salzbedarf in früheren Zeiten aus der alten , jetzt baierischen Saiinenstadt 
Reiehenhall an der Grenze von Salzburg. 



112 

Suechanif Schweehat? U. W. W. am gleichnamigen Flusse. 

Huginse, Umsee? in der Pfarre Christophen. 0. W. W 

Huperga, Heuberg, nächst Pira. 0. W. W. 

Pechsutüinf unter diesem Namen nicht mehr zu finden. 

Sc9wingin, Schaubing (Schauching) , in der Pfarre Pira. 0. W. W. 

Studahi, nach dem alten Dienstbuche vom Jahre 1302 im Traunfelde (Offi- 
cium de bonis in Traunveld) gelegen. 

Grie , hiess eine weitausgedehnte Gegend um den heutigen Markt Kottes. 
0. M. B. (Vergl. Nr. CCXVI.) 

Desertum iilud ad /ticAotra, Fucha (Ober- und Tiefenfucha) heissen jetzt 
zwei Dörfer in der Nfihe des Stiftes östlich gelegen, ober Brunnkirchen, wohin 
sie eingepfarrt sind. Ersteres, Oberfucba wird im ältesten Urbare: ,,arida 
fuchaw** genannt. In einem Register der Einkünfte des Bischofs von Passau 
aus dem ersten Yirtel des 14. Jahrhunderts heisst es: „Item habet (dominus 
Episcopus) ibidem in Mautorn decimas infrascriptas . . . unter andern auch : 
Item parva decima auf der dürren f u c h a w de vij iugeribus que locatur pro vij 
vel viij metretis. (Siehe Notizenblatt als Beilage zum Archiv für Kunde österr. 
Geschichtsquellen , herausgegeben von der histor. Commission der kaiserl. Aka- 
demie der Wissenschaften in Wien. Jahrg. 1853, Nr. 6, S. 92.) 

Inter duas persnichaSf die Perschlinghache, wovon der eine aus dem Berg- 
abhange bei Perscheneck, sudlich hinter Pira und Wald herabkommt, neben dem 
Markte Pira vorbei, nordostlich nach Böhmkirchen fliesst ; — der andere, kleinere 
Perschlingbach entspringt in der waldigen Thalgegend bei Buchhach (in der 
Pfarre Stössing), nimmt in seinem Laufe noch einige andere Waldbficbe auf, und 
vereinigt sich bei Bohmkirchen mit dem erstgenannten grösseren Perschlinghache, 
welcher dann in nordostlicher Richtung das TuUnerfeld durchschneidet und 
zwischen den Dörfern Klein- und Laug-Schönbüchel in einen Donauarm sich 
ergiesst. 

Versus Karinthum , i. e. meridiem , gegen Süden. 

Diese weitausgedehnte Waldgegend bei Pira, Heuberg (Huperg)^ zwischen 
den zwei Perschlingbächen war ohne Zweifel einErbeigenthum des Bischofs 
Altmann, wie aus den Worten : „quicquid sui iuris erat;** sowie in Nr. IX: „in 
aüodio apud pirieha,*^ zu schliessen ist. 

III. 

Richiza^ welche den Platz zur Erbauung einer Kirche in Kulb (Chtdiub) 
schenkte, gehört gewiss dem adelichen Geschlechte an, welches sich von diesem 
Orte (de Chuliuhe) benannte , dessen Reihenfolge in der Note zu Nr. CCLIY 
angeführt wird. 

Über die vom Bischöfe Altmann in Külb errichtete neue Pfarre siehe Nr.X. 

IV. 

Ernist, ein Kriegsmann, der sich aus der Welt zurückzog und im Stifte zu 
Göttweig (sub milicia spirituali) sein Leben heschloss, gab das von ihm besessene 
Lehengut (beneficium) sammt Allem, was dazu gehörte, seinem Herrn, dem 
Schirmvogte des Stiftes zurück; dieser stellte es dem Bischöfe Altmann anheim, 



113 

welcher dasselbe auf dem Altare der h. Maria zu Gdttweig opferte und den Brü- 
dern daselbst zur Nutzniessung übergab. 

Bumannisdorf ist das heutige Baudorf, am Fusse des Göttweiger Berges 
gegen Süden ; im Stiftungsbriefe vom Jahre 1083 wird dieser Ort mit dem ganz 
nahen Eggendorf angeführt : „Echindorf cum mancipiis et omnibus appendiciis 
suis. Pumannudorf cum mancipiis et omnibus appendiciis suis^. 

Dominus Odalrieus advocatus ist Graf Ulrich von Rateinberg, 
welchen Bisehof Altmann selbst zum Sehirmvogt (advocatus) seiner Stiftung 
Gdttweig bestellt hatte, wie aus der Stiftungsurkunde (9. Sept. 1083) ersichtlich, 
wo es gleich im Anfange heisst: sub presentia eomitis Odalriei de ratiUnperge 
ip9iu8 tunc loci Advocati et Hermanni comitts. fratris ipsius Odalriei et aliorum 
plurimorum nobilium etc. 

Die Abstammung und Familie des oft vorkommenden Grafen Ulrich von 
Rateinberg hat Joseph Moritz in seiner gekrönten Preisschrift: „Kurze 
Geschichte der Grafen vonFornbach, Lambach und Putten^ u. s.w., 
deutlich erwiesen. (Neue historische Abhandlungen der baierischen Akademie der 
Wissenschaften. München 1803.) — Doch wird sich im Verlaufe bei der Erklä- 
rang einiger Traditionen unseres Saalbuches die Gelegenheit ergeben , mehrere 
Behauptungen dieses verdienstvollen Genealogen zu berichtigen. (Yergl.Nr.OXlII, 
CXL, CXLV, CCXXIV, CCXXVIII, CCXXX, CCCLV. CCCLIX.) Dass die Grafen 
Ulrich und Hermann mit dem Bischöfe Altmann „blut- und stamm- 
verwandt^ gewesen seien — wie Dr. Theodor Wiedemann in seiner Darstellung 
des Lebens und Wirkens Altmann's (Augsburg 1851, S. 1—5, 24) angibt, ist 
keineswegs „zur Genüge bewiesen,*' ja vielmehr ganz unwahrscheinlich; Bischof 
Altmann hatte Beide in unserem Stiftungsbriefe doch wohl j^eognatos*' genannt, 
wenn sie seine Verwandten gewesen wären. 

V. 

Waltchun, von hochadeligem Gesehlechte (nobilis), hatte es gewagt, nach 
dem Tode seines vermuthlich kinderlosen Bruders Rudolf, ein von diesem beses- 
senes bischöflich passauisches Lehen gleichsam als Erbgut in Besitz zu nehmen 
und wollte es durchaus nicht zurückgeben. Desshalb bestrafte Bisehof Altmann 
den Hartnäckigen mit dem Kirchenbanne. Die Wirkongen dieser kirchlichen Strafe 
nöthigten Waltchun bald zur Nachgiebigkeit. Im Busskleide erschien der 
Gebannte vor dem Bischöfe zu St. Polten und im Schnee auf den Boden knieend 
leistete er Abbitte. Erst auf die Fürsprache einiger angesehener Männer ertheilte 
Bischof Alt mann dem Reuigen die Lossprechung vom Banne gegen dem, dass 
er zur Auslösung für das widerrechtlich an sich gerissene bischöfliche Lehen 
(benefieium) sein frei eigenes Gut (predium) Ratoldisdorf durch die Hand 
des edlen Piligrim dem Bischöfe abtrat , welcher dann dasselbe nach Göttweig 
schenkte. Ausführlich wird diese Begebenheit erzählt in : Vita B. Altmanni bei 
Hieronym. Pez, Scriptores Rer. Anstriac. Tom. I, pag. 126, §. 24. — BoUandi, 
Vita Sanct. August. Tom. II, pag. 372 et 384. Siehe auch das Leben des Bischofes 
Altmann von Passau, von Jodok Stülz, in den Denkschriften der phil.-hist. 
Classe der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien. IV. Band 1853. 
(Separat-Abdruck, S. 70). 

Fontes. X. 8 



114 

Abt Hagnas Klein hält den WmitekMn ffir jenen Edlen ron Perge, welcher 
mit seinem Vater Rudolf in der fitesten bisher bekanntgewordenen bahenber- 
giseben Original-Ürkirade die Sehenkong des Gates Weiekendorf an das Klo- 
ster Melk dareh Markgrafen Ernst 1065 — 1074 betreffend, unter den Zeogen 
angefahrt wird. (Siehe Ign. Frans KeibKnger, Gesebidite des Benedictiner- 
Stiftes Melk. L Bd. , S. 172, und in den Regesten zur Geschiehte der Mark- 
grafen und Heraoge Österreiehs aus dem Hause Babenberg. Gesammelt und 
erlfiutert von Dr. Andreas Ton Meiller, Arehirar im k. k. Hans-, Hof- und 
Staats-Arehiir, S. 9 und 204, Note 70. — Vergl. auch die Note Nr. XCIX.) 
Wahrscheinlich hat der Biograph Altmann's (ein Benedictiner ron Gott- 
weig), um die zu seiner Zeit (112S — 1141) noch blähende hoehadelige 
Familie der Herrn von Perge %n schonen, den Familien -Namen 
des Waltchun Tersehwiegen und sagt nur loe. cit §• 24: lyPraediyes nobilis 
homo etc.^ 

Predium Ratoldi»dorf ^ welches auf diese Art ein Besitzthum unseres 
Stiftes wurde, ist der jetzige Ort Rottersdorfm der Strasse tod Göttweig 
nach St. Polten rechts, bis auf die neueste Zeit (1848) der Grundherrsehafl 
des Stiftes unterstehend. Nach den ältesten Dienstbüchern umfasste das Offi" 
ei«m (Amt) tn jRo^ol^siforjf dienstbare Hänser und Grundstücke in folgenden 
näheren und entfernteren Ortschaften: Rotoltsdorf, Weigling, Fuching, Noppn- 
dorf, Chreuling, Tyemdorf, Fliemstorf, Heunne, Hugling, Flinsbacb, Staina- 
hausen, Neunling, Oendorf, Seserndorf, Pfeffing, Marquartsdorf, Bulkendorf, 
Chanratsdorf, Raicendorf, Veldwing, Haindorf, Raumoltshouen, Laiterek, Tech- 
sing, Neunpauhen, In Tal, (Jersprinng, Mauwer, Piela, Putrenspaeh, Ulreichs- 
perg, Stierstorf, Wetzmanstall, Antzenperg, Waltprehtstorf, Schawing, Goe- 
tenstorf, Haimprechtstorf, Oberndorf, Hertzogenburg, Ossarn, Eppreebtsperg, 
de lapide in Achswald, Rosntal, Intzeinsdorf apud Traismam. Das in Rotters- 
d r f befindliche alte Kirchlein ist jetzt eine Filiale der nahen Pfarre Statzendorf 
unter dem Patronate des Stiftes Herzogenburg. In den ältesten Urkunden dieses 
Canonikat-Stiftes (früher St Georgen an der Donau) , welche der hoehw. Herr 
Capitular Wilhelm Bielsky im Archiy für Kunde österr. Geschichtsqu eilen 1853, 
IX. Bd. , S. 235 — 304 mitgetheilt and erläutert hat, findet man, dass schon zur 
Zeit Bisehof Ulrieh's von Passau (1092—1121), eine Kirche zuRatoIdesdorf 
bestanden , welche zu Ehren des h. Sylrester geweiht und von einem gewissen 
Edlen, Namens Radolf, mit seiner Gemahlin Richiza dem Passauer Bisthame 
übergeben w^orden war, mit Vorbehalt der Vogtei fSr sich und seine Nachkommen. 
Herr Wilhelm Bielsky bezweifelt 1. c. S. 227 , dass die hier genannte Kircbe in 
Rate Idesdorf die jetzige Filiale Rottersdorf sei , weil diese in der Folgezeit 
immer nar als Capelle (Rotelosdorf) vorkommt, deren Sefaatzheiliger überdies 
nie der h. Sylvester , sondern , so viel bekannt , allzeit bis zum „heutigen Tage 
der h. Matthäus war.^ Ohne diesen Zweifel lösen zu können, mache ich nur darauf 
aufmerksam, dass dieser nobilis vir Roudolfits, von dem in der citirten Urkunde 
die Rede ist, ganz in die Familie der Herrn von Perge passt, ja ohne Zweifel 
des obgenannten Waltchun Sohn war. (Vergl. Nr. GX€V.) 

Püiffrimus nohilU , durch dessen Hand Waltchun sein Gut R a t o 1 d i s- 
d orf dem Bischöfe Altmann übergab, gehört vielleicht dem adeligen GescUechte 



115 

dd Rot in gen (Nr. XXXI); oder de Houestetio (Nr. C); oderdeRanna 

(Nr. CCVII) an. 

AdMertus comes, yermuthlieh ein Graf von Rebegau? (Vgl. Nr. CXCVI.) 
Oebehardtut puer, aus dem grfiflichen Hause von Buigen? (Siehe loe. 

Süpra cit.) Die Obergabe des Gutes Rottersdorf an Gdttweig geschah schon vor 

dem Jahre 1083, da es im Stiftbriefe heisst: y^Ratoldisdorf cum omnibus 

appendiciis suis.^ 

VI. 

Derselbe Waltchun opferte für das Seelenheil seines Bruders Rudolf auch 
noeh einen mansum (Grundstfick , Hube von mehreren Jochen , mit einem dazu 
gehörenden Hause), vermuthlich bei St. Polten gelegen, da es im Stiftungsbriefe 
nach obiger Stelle weiter heisst:. ad 8. YppolUum partero decimationum et 
man9um unum cum omnibus appendiciis suis. (Vergl. Nr. XCI.) Hauptzeuge 
bei dieser Schenkung war: 

Otaehar nuirchio, Markgraf von Steier, wohl der IV. dieses Namens (nach 
neuerer Zfthlart der VI). In den Noten zu Nr. X wird von ihm ausführlicher die 
Rede sein. 

vu. 

Diese Tradition ist ein Rescript aus jüngerer Zeit, die Schenkung selbst in 
die Jahre 1130 — 1170 ungef&hr zu setzen. 

Mahtilt de Zakkinge gehörte einem edlen Geschlechte an , welches seinen 
Sitz zu Zaeking hatte, ausser St. Polten, an der Hauptstrasse nach Krems. Das 
ehemalige alte Schloss ist schon längst gänzlich abgebrochen , doch besteht der 
Name in dem nahe liegenden Dorfe Zaeking fort, welches nach Hain eingepfarrt 
ist. (Vergl. Nr. CCLXXX.) 

Wehüeinsdorfy Wigeleinsdorf, Pinizporzt sind unter diesen Namen nicht 
mehr zu finden; vermuthlich aber unweit St. Polten zu suchen? — südwestlich 
davon liegen zwei gleichbenannte Dörfer nahe bei einander: Willersdorf in 
der Pfarre Grafendorf, undWüllersdorf ( Wilchersdorf) in der Pfarre St. Mar- 
garethen. (Vergl. Nr. CCCLXV.) 

Hadamar de Chufam, Von dieser Familie im Verlaufe Mehreres. (Note 
Nr. CXCffl und CCCXXVIU.) 

Chunrad de Cfriez 9 keinesweges ein Vorfahr der Herrn von Greissen, 
welche erst um das Jahr 1487 aus Thüringen nach Österreich sollen gekommen 
sein , und spfiter im Schlosse Wald bei Pira ihren Sitz hatten , nach WissgrilPs 
Angabe im Schauplatze des landsäss. österr. Adels, III. Bd., S« 393. Es gibt 
im K. O. W. W. mehrere Ortschaften welche Gr i e s heissen , wo C h u.n r a d 
kann ansässig gewesen sein. 

Wiepoi de Piela , Bielach , unterhalb Melk , war der Sitz eines adeligen 
Geschlechtes, von dem P. Chrysostomus Hanthaler im Recens. dipl.^genealog. 
Tom. II, pag. Itf9 ausführlich handelt. Wicpot erscheint zuerst als Zeuge circa 
1157 in einer Urkunde des Stiftes Admont. (Cod. Tradit. Admont. in P. Ber- 
nard*s Pez Thesaur. anecdot. III, iii, pag. 777, Nr. lOS, und v. Meiller, Haben- 
berger Regesten» Seite 40, Nr. 40.) 

8» 



116 

Albero de Vihoven, Viehhöfen, ein Schlots ausserhalb St. Polten, nahe 
der Strasse nach Krems, war ein Eigenthom des Bisthoms Passau, und einer 
adeligen Familie als Lehen verliehen, die davon den Namen führte. Albero 
erscheint als Zeuge mit seinem Bruder Udal rieh e. 1170 in einer Urkunde des 
baiei*ischen Klosters Aldersbach unter mehreren andern vornehmen Ministerialeo 
des österreichischen Herzogs Heinrich H. Jasomirgott (Monum. boic. Y, 336, 
Nr. 61.) Siehe auch Nr. CCCXXV. 

VIII. 

Eigübertits, oder Engelbert, welcher vom Jahre 104S Juli bis zu seinem 
Tode im Jahre 1068, 17. Mai , auf dem bischöflichen Stuhle zu Passau sass und 
unseres Stifters Aitmann Vorgänger war, hat in der uralten Stadt Mautern 
(Muttarin) an der Donau die (neuerbaute?) Kirche zu Ehren des h. Erzmar- 
tyrers Stephanus (Patrons des Passauer Bisthums) eingeweiht , und dieselbe zu 
einer Pfarre mit einem weitausgedehnten Bezirke erhoben. 

Als Grenzen werden angegeben: CItlebidorf, villula, schon längst von der 
einbrechenden Donau hinweggerissen und nicht mehr vorhanden ; doch hat sieh 
der verkürzte Name Kleedorf bei einer Ried von Äckern und Weingärten 
(gewöhnlich die Kleedorfer-GrQnde genannt) , und hei einem grösseren Stucke 
Waldes zwischen Angern und Hollenburg, sehr nahe der Donau, erhalten. Es ist 
dasselbe chlepadorf, welches als „salzpurgensis ecclesie locellus** in einer 
Urkunde c. 985 — 994 schon vorkommt, in welcher die Rechte und Besitzungen 
des Bisthums Passau in der Ostmark bestimmt und genau angegeben werden. 
(Monum. boic. XXVI II, II, pag. 87 und 208.) Siehe Dr. v. Meiller *s Noten zu den 
Babenberger Regesten, S. 190, 191, Nr. 3 und 4, wo nur die muthmassliehe 
Angabe in Betreff Chlepador fs dahin zu berichtigen ist, dass dieser Ort 
nicht in der Nähe von Hollenburg und Traismauer, sondern oberhalb 
Ersterem, näher bei Angern gelegen war, wo die Donau noch jetzt eine 
tiefe Einbiegung macht und den Fahrtweg beengt. (Vergl. Archiir der kais. Aka- 
demie 1853, IX. Bd., 11. Hft., S. 284, Nr. XXVII.) VonChlebidorf ging die 
Pfarrgrenze bergauf und dann zwischen Krustätten und Nussdorf , vermuthlich 
am Waldröcken fort bis nach : 

Tiurgidin, d. i. Teiern, an einem Bergabhange gegen Gözersdoff liegend, 
wohin es jetzt eingepfarrt ist; — von da abwärts nach: 

Chufarin, Kuffarn, Kuffing, links der Strasse von Göttweig nach Herzo- 
genburg. Unweit davon erhebt sich ein Bächlein, welches durch Wiesen und 
Felder der nahen Fladnitz zugeleitet ist und die Hauptstrasse nach St. Polten 
durchschneidet. In dieser Richtung muss auch Eginindorf gelegen haben, 
von Echindorf, Eggendorf (Nr. I und IV), am Fusse unseres Berges wohl 
zu unterscheiden . In der Gälteinlage der Stiftsbesitzungen bei der n. 5. Land- 
schaft vom Jahre 1520 heisst es: „Dörfflein (bei Khuffarn) so vorzeiten 
etlich behauste Gueter gewesen, aber jetzt ödt und nur Uberlandt und 
Purkrecht.^ In den gleichzeitigen Urbarien findet man demgemäss auch 
nur mehr die „Dörfler Grunde'' verzeichnet, von dem ehemaligen, zu 
Ende des 15. Jahrhunderts verödeten, oder zerstörten Eginindorf so 
benannt. 



117 

Flumen fladniz, mehr Bach als Fluss, entspringt bei KarlstStten (nach 
Schweickhart*s Darstellung des Erzh. Osterreich u. d. Enns, V. 0. W. W., X. Bd., 
S. !S70 , bei Hausheim im sogenannten Geier-Boden ?) fliesst dann nordöstlich, 
unweit der Hauptstrasse durch dasMeidlingerthal, windet sich bei Baudorf um den 
G5ttweiger Berg herum, vereinigt sich hei Steinaweg mit dem P a 1 1 b a c h, kommt 
bei Furt heraus , und ergiesst sich endlich unter dem Dorfe Palt in die Donau. 

LSngst der Fladnitz ging die Pfarrgrenze von Mautern nach: 

Tiemindorf, Diendorf, jetzt nach Hain eingepfarrt , und weiter nach : 

Seoingin, d. i. Schauhing, bis zur: 

Vüla EkkihrekHsperg , welche aber trotz aller Nachforschung nicht mehr 
aufzufinden ist. In unseren Ältesten Dienstbüchern von 1302 und 1322 kommt noch 

Epprechtsperg mit einem jShrlichen Ertrfignisse von LXX denar. die ypoliti, 
Itll metret avene voitfüter, H. eas. die Michahelis, sp&ter mit j- (^4) libra minus 
Xn. denar. pro toto servicio vor, mit den benachbarten „Neulinge (Neidling), 
Ulreichperge , Staineinshusen ,^ beide letztere sind eingegangen , und ver- 
muthlich auch Eprechtsberg, das jedenfalls zwischen Schaubing und Karl- 
statten gelegen haben muss. An Obritzberg ist wohl nicht zu denken , da dieser 
Ort weit innerhalb der angegebenen Linie liegt und in den Urkunden des XII. Jahr- 
hunderts Albrechtsperg, Albersperge genannt wurde. (Mon. boic. XXIX, II, 
315, 579.) Eben so ist auch Ekkartsberg in der Pfarre Gerolding, zu weit von 
Scbacbing entfernt. 

Von KarlstStten (Karlistetin), in dessen Nfihe die Fladnitz entspringt 
(in funtem inibi prope manentem) , lief die Pfarrgrenze westlich durch den 
nachen Wald Chirchperch (wovon ein StQck noch jetzt der KirchbOchel, 
Kirchkogel heisst) , in den Poginbach und weiter in den F i e s i 1 b a c h , zwei 
Waldbäche, die man auf guten Karten zwar angezeigt aber nicht benannt findet, 
beide gehen in den Pigartinbach, nun Pigar- oder Pittersbach , welcher 
in der Nähe von Gurhof entspringt und sich weiter unten, unweit der alten Veste 
Woifstein mit dem Wolfsteinerbache vereiniget; dieser lauft nördlich dem Aggs- 
bache (A c h i s p a c h) zu , vergrössert denselben und fällt dann unterhalb der 
ehemaligen Carthause Aggsbach in die Donau. 

Die Donau, vom Einflüsse des Aggsbaches bis nach Kleedorf (Cl e b i d o r fj, 
unterhalb Angern, war somit die mehr als 5 Stunden lange Grenze der Pfarre 
Maut er n gegen Norden; südöstlich erstreckte sieh dieselbe fast ebensoweit, 
bis nach Karlstätten; von da westlich bis nach Aggsbach. In diesem ursprünglich 
so weit ausgedehnten Bezirke der alten Pfarre Mautern wurden im Laufe der 
Zeit folgende selbstständige Pfarren errichtet: Arnsdorf, Furt, Gansbach, 
Göttweig, Langegg, Obritzberg, Rossatz, Wölbling, und die Lokalien: Unter- 
Bergern und Brunnkirchen. 

Die Pfarre Mautern so wie die folgenden (siehe Nr. IX, X, XI) , übergab 
Bis'chof Altmann seinem Stifte Göttweig und wollte sie von Gliedern desselben 
besetzt und versehen haben: y^eamque providendam fratribus ipsius cenobii 
eomisit^' 

Im Stiftungsbriefe findet man die Incorporirung und Grenzbeschreibung der 
Pfarre Mautern mit denselben Worten angeführt , nur mit dem Zusätze im An- 
fange: Parrochiam ad mutarin cum omnibus appendiciis suis, excepta parte 



118 

deeimatienh ^ue pertiuei md S» SiemUmm. Bisehof Altmann hatte ulmlicb 
seboD friilier (106S— 1074) \m der Vorsf adt roa Passan , am Urfahr des Ions ein 
Angnstioer Cborfaermstifl se Ehren des h. Ap. Andreas , des h. Hart. Pantaleoo 
und des h. Bisehofes NikoUos gegriadct (tob letaterera Schntxpatrone wurde es 
gewöhnlich St. Nikolai henannt); and dasselbe mit fielen Gütern, auch in der 
Ostmark reichlich dotirt; uher letztere sollte der Landesherr, Markgraf Leopold IL 
(III. der Schöne), Vogt nnd Sehntxherr sein. (Monom, boie. XXYllL H, 213. 
Babenberger Begesten von Dr. r. Mefller, S. 10, Nr. 2. S. 206, Noten 79—83. — 
Verglichen mit den Bemerkungen Jodok Stulz*s im Leben des Bisehofes Altmann 
ron Passan, im IV. Bande der Denkschriften der kais. Akademie der Wissen- 
schaften, piiil.-hist CK, 1953. — SeparaUbdruck, S. 12—15.) Von den Be- 
sitzungen des Chorherrnstiftes St. Nikolai lagen im ehemaligen Bezirke der 
Pfarre Mautem : Rüste et Izendorf, Gross-Bust und fiitaendorf unweitgObritzberg; 
Huntshaime quatuor ?ineae, Motarn duas, et unam hofsaeham (curia, ein Freihof). 
Der noch jetzt bestehende Nikolai-Hof in Mautem, war frfiher der Sitz der 
GutsFcrwaltung des Stiftes St. Nikolai. 

Nach Aufzählung der Pfarrgrenzen von Mautern heisst es im Stiftungs- 
briefe weiter : ri^apeüam etiam S. Margarete ad Mutarin cum dote ad eam 
pertinente. Et murale infra quod CapeUa S. Agapüi habetur,*^ Die Mar- 
garethen-Capelle steht noch am Rande des Stadtgrabens von Mautem, 
gegen Osten , ist aber schon längst entweiht und Eigenthum der Stadt- 
gomeinde geworden , welche darin jetzt die FeueHösch-Kequisiten aufbewahrt. 
(Vergl. Nr. CCCXXXIL) 

Cber die Capdla 8. Ägapiti ist nichts mehr bekannt Es war zwar die 
Hauscapelle im besagten Nikolai-Hofe zu Ehren des h. Agapitus geweiht 
und wurde erst in diesem Jahrhunderte zu Wohnungen umgeändert, aber es fragt 
sieh, ob an derselben Stelle die alte hanlica 9ancti agapiü martgris mutarun 
gestanden , in welcher Bischof Piligrim ?on Passau c. 985 eine Versammlung 
seiner Diöcesanen hielt (so wie schon früher in Lorch und später in Mistelbach), 
um durch die beeideten Aussagen von 44 namentlich angeführten Spruchmännem 
sein bisehöfliches Zehentrecht in dem verwüsteten, mit neuen Colonisten besetzten 
Lande zwischen der Enns und dem Kahlenberge (comagenum montem) zu 
bestimmen und zu sichern. (Monum. boic. XXYIII, II, pag. 88.) Diese alte 
Capelle des h. Agapitus mag Bischof Engelbert bei der beabsichtigten 
Errichtung einer n e u e n Pfarre in Mautern zu klein befunden , und desa- 
halb in der Stadt eine grossere Pfarrkirche erbaut haben. 

IX. 

In allodio apud Piricha, zu Pira (Pihra, Pirha), südöstlich von St. Polten 
0. W. W., errichtete Bischof Altmann schon vor dem Jahre 1083 eine neue Pfarre, 
indem er, wie es im Texte unseres Saalbuches heisst, von den benachbarten 
Pfarreien solche Theile abtrennte, die von ihren Kirchen zu weit entlegen waren, 
und aus diesen abgeschnittenen Bezirken eine neue Pfarre gründete , auf seinem 
Eigenthum (in allodio) bei Pira. 

Die Grenzen dieser neuen Pfarre waren: Gegen Westen: 



119 

Trisima fiutnus , die sogenannte unrechte T r a i s e o , von ihrem Ur- 
sprünge bei St. Ägyd auf der südlichen Seite des Traisengebirges dem 
Geseheide , in ihrem Laufe über Hohenberg und Türnitz hinab , in dessen N8he 
sie sich mit der echten oder Türnitzer Traisen verbindet und den eigentlichen 
Traisenfiuss bildet, welcher dann durch das Traisenthal bei Lilienfeld, 
Wiihelmsburg, St. Polten, Herzogenburg, St. AndrS, Traismauer vorbeifliesst, 
und bei St. Georgen sich in die Donau ergiesst. 

Von St. Pdlten (villa 8. ypoliti) , ging die Pfarr grenze über das nahe Dorf 
Wsgram (vülam Wa§rein) und den Wald voraha (jetzt nicht mehr vorhanden), 
nach Mechters (mehiyris) , welcher Ort erst in neuerer Zeit nach Böhmkirchen 
eingepfarrt wurde; und dann weiter über Siebenhirten (sibinhiriin) inter duo 
aüodia WiUiberti et Waltonü? — nach Dürnhag (villam tiurin). 

Gegen Osten bildete die Grenze der kleine Perschlingbach (persnicha), 
der unweit Dürnhag durch den aus demselben Gebirge kommenden Michelbach 
T^rstfirkt wird und weiter unten, bei Böhmkirchen sich mit dem grösseren 
Persehlingbache vereiniget. (Siehe Nr. IL) 

Gegen Süden war die Pfarrgrenze ein Fusspfad, Pechstich, Pechsteig 
genannt (semUa que vocatur peehstich), über welchen ich leider nichts Näheres 
bislM^r erfragen konnte, doch finde ich denselben als Grenzbestimmung auch in 
einer Tausehurkunde des Klosters Klein-Maria-Zell um das Jahr 1155 erwähnt. 
(Mon. boic. XXVIII, II, 231-32. XXIX, II, pag. 30.) 

Inter eonfinia allodiorum marchionis Haderici et Rudolfit wo diese 
Allodialbesitzungen des Markgrafen Hadericb*s und Rudolfs gelegen, lässt sich 
wohl vermuthen, aber nicht ganz bestimmt angeben. Keinesfalls aber lagen 
dieselben „südlich von Külb und gegen Annaberg ,^ wie Herr Professor Fr. 
Pritz angibt, in seiner Geschichte der steierischen Ottokare 
(Beiträge zur Landeskunde für Osterreich ob der Enns , herausgegeben vom 
Maseum Francisco Carolinum. V. Lieferung 1846, S. 235). Diese Allode sind 
mehr östlich, gegen Kaumberg hin zu suchen, in dessen Nahe Markgraf Leo- 
pold III. (IV. der Heilige), c. 1 135 das Beuedictiner-Kloster Klein-Maria-Zell auf 
seinem Grund und Boden (in suo fnndo) erbaute , wozu aber eigentlich zwei 
edle Bruder, Heinrich und R a p o t o (von Schwarzenburg?), Söhne eines 
gewissen H a d e r i c h , die Veranlassung gegeben, indem sie schon früher ihre 
Erbguter zur Gründung eines Klosters in der Nähe ihres Schlosses bestimmten, 
aber nur in der Wahl des Platzes dazu lange nicht einig werden konnten. (Siehe 
Kirchliche Topographie I. Hauptabth. , V. Bd., des ganzen Werkes 
VII. Band. — Geschichte des Stiftes M a r i a - Z e 1 1 in Osterreich , mitgetheilt 
von Ign. Fr. Keiblinger, Capitularen des Stiftes Melk. — - Ferner v. Meiller, 
Babenberger Regesten , S. 21 , Nr. 56.) 

Freiherr v. Hormayr machte im histor. Taschenbuche, Jahrg. 1813, S. 65, 
auf diese Stelle unseres Saalbuches (welche auch im Stiftungsbriefe vorkommt) 
aufmerksam, und glaubte in derselben einen Markgrafen Haderich zu 
finden, welchen er für einen Sohn des Babenberger Markgrafen Ernest (*]- 1075) 
und jungern Bruder Leopold IL des Schönen hielt. Diese Hypothese wurde von 
unserem Stifts - Archivare Friedrich Blumberger dahin berichtiget, dass das 
WoTinunrehionis keineswegs mit demNamen Haderici zu verbinden, 



120 

sondern zwischen beiden eineinterpunction zu setzen sei, laut 
einer andern Urkunde unseres Archives, in weicher Bischof Reginmar too Passao 
(1121 — 1138) die Stiftsbesitzungen und besonders die Incorporirung der Pfar- 
reien bestätiget, wo es in Betreff der Pfarre P ir a heisst: „Ob cuius latitu- 
dinem necessitate doctus ego Reginmarus dei gratia patauiensis Episcopus eccle- 
siam in loco qui Michilpavh dicitur, construere feci, et a me ipso dedicatam 
cum termino eidem tunc ecclesie inibi prefinio fratribus in loco Kutwicensi deo 
et sancte Marie seruientibus pro diuiua remuneratione contradidi. Terminns 
autein eius Michiipach iluuius, hinc ascendit per Sceit et transit in Cherspoimes- 
pach, quem iterum descendit in Goelssanam fluuium et hinc ascendit in Halbaeh, 
quem iterum ascendit ad caput Halbach versus carinthiam , et de ortu Halbaeb 
per transuersum in australem partera, quicquid culti et inculti iacet inter cmt- 
finia aüodiorum Rodolfi et Haderici nohilium ac Marchianis per semitam 
que uocatur Pechstich uergit in orientem . . . etc.^ Da werden nun Rudoifus 
und Hadericus ausdrflckHch nur n o b i 1 e s genannt , folglich ist auch im 
Saalbuche, so wie im Stiftungsbriefe an dieser Stelle das Wort marchionis 
keineswegs auf Haderich, noch weniger auf Rudolf, sondern auf 
den damals regierenden Markgrafen L e o p o 1 d IL (den Schönen, 1075 — 1096, 
-{- 12. October), zu beziehen. Freiherr von Hormayr erklärte auch, in Folge der 
erhaltenen Berichtigung, seine muthmassiiche Annahme für ^offenbar über- 
e i 1 1'-^ (im Anzeigeblatte der Wiener Jahrbucher der Literatur 1825 , XXXI, 
S. 64), sowohl im Bezüge auf H a d e r i c h als auch auf Rudolf, welchen er 
für jenen Markgrafen in der nordlichen Mark wider die Ditinarsen hielt, von dem 
der Geschichtschreiber Albert von Stade sagt : Rudoifus genuit — Rudolfum 
qui duxit Elisapetham sororem Oddokari (lY) de Stire , sed ante prolem 
occisus est a Tietmarchis (*{■ 1145). Siehe Hormayr*s Beiträge zur Losung der 
Preisfrage Erzherzogs Johann. Separat -Abdruck aus dem Archive, IL Hft., 
S. 111, — und Geschichte Wiens, 1823, L Bd. , 3. Hft., Urkundenbuch, 
S. XIV. 

Auch Herr Maxm. Fischer, Chorherr von Klosterneuburg suchte in der Ge- 
schichte seines Stiftes 1815,11. Bd., S. 8 — 11 zu beweisen, dass der im Saalbuche 
von Klosterneuburg ebenfalls vorkommende Haderich wirklich ein haben* 
bergischer Markgraf war ; welche Ansicht er bei der Herausgabe des 
vollständigen Codex Traditionum Eeclesiae Collegiatae Claustroneoburg, in den 
Fontes Rerum Austriacar. der kais. Akademie der Wissenschaften, IL Abth., 
IV. Bd., 1851, S. 223 — 228, neuerdings zu begründen sich bemühte, indem er 
sich hauptsächlich auf die obige Stelle unseres Stiftungsbriefes und Saalbuches 
beruft ! — Dass aber eben diese Stelle : inter confinia allodiorum marchionis 
Haderici et Rudolfi nicht so zu verstehen sei, sondern zwischen die Worte: 
marchionis und Haderici eine Interpunction gehöre, dies wurde bereits oben 
erörtert und bewiesen. Im Verlaufe (Nr. CCCLV, Note) sollen noch einige 
weitere Folgerungen Herrn Maxm. Fischer^s, welche diese Frage betreffen« 
berichtiget werden. 

Aus der früher angeführten Urkundenstelle zeigt sich ferner , dass Bischof 
Reginmar wahrscheinlich schon zur Zeit des Abtes Nanzo (somit in den Jahren 
1121—1125, da Reginmar 1121 im Herbste Bischof wurde, Abt Nanzo 1125, 



121 

S. Februar starb), wegen der zu grossen Ausdehnung der Pfarre Pira 
(denn sie hatte wenigstens zehn Stunden im Durchschnitte und mehr als zehn 
Meilen im Umfange), den südöstlichen Theil dayon abgeschnitten, und eine neue 
Pfarre in Michelbach errichtet und derselben den Bezirk zwischen dem 
Michel-, Kerschen-, Gölsen- und Hallbache angewiesen habe. 
lo der Grenzbestimmung heisst es versus carinthiam, d. h. gegen die obere 
Rfirnthner-Mark , welche bekanntlich damals Über den Semmering bis an den 
Piestingfluss id das jetzige Osterreich unter der Enns hereinreichte. (NSheres 
hierfiber siehe in Fr. Pritz*s Geschichte der steierischen Ottokare, 1. c. S. 222, 
o. 8. f.) 

Am Schlüsse dieser Tradition unseres Saalbuches wird gesagt: dass Bischof 
Altmann den Klosterbrüdern zu St. Peter (Cenohitis apud S. Petrum) , ohne 
Zweifel in Salzburg, damit sie durch die Verkleinerung eines ihrigen Pfarrspren- 
gels, in Folge der Errichtung einer neuen Pfarre in Pira, keinen Schaden leiden 
fne qtMtn de abscisione sibi subiacentU parrockie penuriam sufferrent), und 
zur Ausgleichung für den von ihnen auch angesprochenen Zehent zu houistat, 
folgende Entschädigung gegeben habe : nämlich die Hälfte des Opfers (obla^ 
tionis) in der Kirche St. Michael und den dazu gehörenden Weinzehent, was er 
früher schon nach Göttweig geschenkt hatte und nun wieder zurücknahm; ferner 
den Getreidezehent genannter Kirche , welcher noch zur Hälfte dem Bischöfe 
gehörte, so wie den ihm gebührenden Weinzehent bei Stein (sieina). Mit dieser 
Ausgleichung und Vergütung waren die Vorsteher beider Stifte, St. Peter und 
Göttweigs einyerstanden und zufrieden. Im ersteren waren dazumal folgende 
Abte: Reginwardus, f 1077. Irnpertus, 1077—1079. Thiemo, 1079, welcher 
im Jahre 1090, 25. März zum Erzbischofe in Salzburg erwählt wurde, und im 
Jahre t102 starb. — Die Vorsteher der Canoniker in Göttweig zur Zeit des 
Stifters waren zuerst Otto (Udo) und dann Conrad. 

Welche Pfarre die Benedictinen von St. Peter in der Umgegend von Pira 
besassen, so dass sie sich über Beeinträchtigung ihrer Rechte und erlittenen 
Schaden beklagen konnten, lässt sich nicht mehr ermitteln; im Chronicon 
Novissim. Monasterii ad S. Petrum findet man keine Spur. — Dieselben machten 
auch einen Anspruch auf den Zehent zu houistat; es ist hier vielleicht 
Hofstätten in der Pfarre Obritzberg unweit W e 1 b 1 i n g gemeint, wo die 
Salzburger begütert waren. — Über die Kirche St. Michael, von der in 
dieser Tradition die Rede ist, kann nichts Näheres angegeben werden, als dass 
dieselbe in der Stadt Stein (^ecchsia S, Michaelis in Steina, siehe Nr. 0), 
bestanden haben muss , aber längst nicht mehr vorhanden ist. 

X. 

Huritüinj Hürm, 2 Stunden südlich von Loosdorf, 0. W. W. Von der hier 
schon lange bestehenden und weit ausgedehnten Pfarre trennte Bischof Altmann 
den sudlichen Theil ab , und gründete eine neue Pfarre, deren Hauptkirche in 
Rülb fChuHub) , 2 Stunden südlich von Hurm erbaut wurde , auf dem Platze» 
welchen eine edle Matrone, Namens R i c h i z a , dazu schenkte. (Siehe Nr. HI.) 

Anfangs bestimmte Bischof Altmann nur die westliche und nordöst- 
liche Abgrenzung der neuen Pfarre, wie sie hier im Saalbuche, grösstentheils 



X2Z 

nach dem Laufe der Bfiche angegeben ist; sfkäter erat ffigte er die weitere, 
südliche GrenzbestimmuBg hinzu. 

Von dem westlichen Gebirgszuge (vergUM oceidentem .... deseen- 
dens a montanit) ging die Pfarrgrenze herab, zwisehcB den AUodialbe- 
sitzungen des Markgrafen und einiger Edelleute hiadurcb, zum Massenbaeh 
(mazinhach). 

Das hier angeführte allodium marehionU t nfimlieh des Markgrafen Leo- 
pold IL (lU. des Schönen, 1075—1096), ist kein anderes, als das predinm 
zedelmaeringen, welches des Erstgenannten Sohn und Naehfoiger, Markgraf 
Leopold lU. (lY. der Heilige), im Jahre 1113, 13. October sammt mehreren 
anderen Gütern dem Stifte Melk schenkte. Dieses predium zedelmaeringen, so 
benannt von dem vorüberfliessenden Zettlbache, begriff viele Dörfer und Bauern- 
güter in der Gegend von Külb, welche zusammen das Amt Aigen, oder Kettenreut, 
bildeten und bis in die neueste Zeit der Melker Stiftsherrschaft uaterthfinig 
waren. (Siehe Ign. Keiblinger*s Geschichte von Melk, L Bd., S. 237.) In unserem 
Stiftungsbriefe wird cebirmar, d. i. der Zettelbach statt mazinbach als Grenze 
angegeben; dieser, der Massenbach, scheint ein Zufluss des ersteren zusein. 
Nahebei liegt der Ort Massendorf, zwischen Kettenreat und Gross-Aigien. Von 
da ging die Pfarrgrenze in den Schmidbach und ISngia deasetben anfw&rts zum 
gleichnamigen Dorfe Schmidbach (smidibiieh). Von hier über einto Rrdhugel 
(dorsum tumentia terre^ quam rustiei dicuvä scheUh, das G«sefaaide ?) naeh 
Haimberg (villam HeimonU) , ein Dorf mit einem nun ganz verfallenen Burg* 
stalle. Weiter nördlich liegt der Ort Maxenbach am gleichnaihigeB Baehi 
fmoinnbach), an diesem lief die Grenze hinab zum Hurmbäch C^^^^ huritoin), 
welcher bei Rametzhofen sich mit der Sierning C«tmteAa^ vereiniget; diese 
machte dann die Abgrenzung bis zum Einflüsse des Ramersbaehes (radwamu- 
back), nahe dem Orte Rammersdorf. Von da wendete sich die Pfarrgrenze 
südöstlich und ging über die dortigen Anhöhen (magrem) fort bis zum Ursprünge 
des Ediitzbaches (usque ad ortum hedüiz) , unweit des Dorfes Edlitz in der 
Pfarre Weinburg, und dann zum nächsten Berge bei Hofstatten (qui pertinet ad 
houistat), — Dann ging es abwärts bis zur Bielaeh (pilam, iuxta Chrebizbadi), 
längs dem Bächlein, welches von Eck, hinter dem alten Schlosse Wasen herab« 
kommt und unterhalb Kammerhof in den heutigen Muhlbach, einen Seitenarm der 
Bielaeh , sich ergiesst. Dieses Bächlein (Chrebizbach) scheidet noch jetzt die 
Pfarre G r ü n a u , welche später aus der Külber Pfarre entstanden ist, 
von der Pfarre Weinburg. (Kirchl. Topographie, L Abth., VIL Bd., S. 331.) 

Die ursprüngliche Grenze der Pfarre Külb trat hier auf das rechte Ufer 
der Bielaeh und ging dann aufwärts, zwischen den A 11 odialbesitzungen 
des Markgrafen und einesEdlen, Namens Piligrim, hindurch, 
und weiter fort : ^pertingens usque ad montana^ heisst es kurz und anbe- 
stimmt im ursprünglichen Errichtungsdocumente, das im Saalbuche eingetragen 
ist. In der später (1083) ausgefertigten Stiftungsurkunde ist die weitere Abgren- 
zung der Pfarre Külb , gegen Süden, schon näher bestimmt , indem es voll- 
ständiger heisst : ^Hinc descendit iuxta Chrebizpach in pielaha , quem transit 
recto limite ad Seintlecca inter duo allodia Marchionis Otachari et PUgrimi 
inde recta linea ad Riehimceit deinde ad caput Pielaha inde per altitudinem 



123 

montanain transit super Steinbereh, et de Steinhereh inter allodia MarehionU 
Leopoldi et quorumdam nobilium reaertitur in riaum Cebirmar,*' 

Seinttecea, so hiess ein bedeutender Wirthschaftshof im sogenannten 
Aigelsbach, auf dem Wege von Hofstätten nach Wilbelmsburg, welchen Otto von 
Blaioberch, Fon Friedrieb von Hauseck erkaufte und dann im Jahre 1283 mit 
Einwilligung seiner Frau und Erben unserm Stifte schenkte, mit der Bedingung» 
dasa die jährlichen Einkünfte dieses Hofes von drei Pfund Pfennig seiner 
Schwester Tochter Alheid (Hagerin), welche im Nonnenkloster zu Göttweig 
Profess gemacht hatte, als jährliche Zubesserung (in subsidium probende) 
gereicht werden. (Siehe diplomatischen Anhang.) Dieser Hof wurde später vom 
Stifte ao die Herrschaft Friedau verkauft , welche das dort stehende verfallende 
Bauernhaus gänzlich niederreissen liess, und den Platz zu einem Waldanfluge 
verwendete. Der alte Name Schindeleck (Seintlecca) hat sich jedoch bisher 
erhalten. Von da ging die Pfarrgrenze fort auf der Gebirgshöhe , welche sich 
zwischen Wilhelmsburg und Hofstätten hinzieht. 

Inter duo Allodia MarehionU et Piligrimi , hier ist so wie im Anfange, 
ohne Zweifel der österreichische Markgraf (Marchio xar 'e^ox^XJ^ 
gemeint. Im Stiftungsbriefe heisst es aber Marchionis Otachari. Das 
genannte Allodium des österreichischen Markgra f eni , nämlich 
Wilhelmsburg muss demnach während der vollständigen Constituirung der 
Pfarre Kalb (1072>>1083) an Ottokar, Markgrafen von Steier überge- 
gangen sein. Bekanntlich hat Markgraf Leopold IL (der Schone) von Oster- 
reich, seine Tochter Elisabeth an Ottokar IV. (VL), Markgrafen von 
Steier vermählt, und ihr nebst mehreren anderen Besitzungen, auch seine Güter 
Dffl Wilhelmsburg zur Heiraths-Ausstattuog gegeben. (Siehe Ennenkels 
Fürstenbuch bei Rauch, Scriptt. I, 243 etc. Die betreffenden Stellen auch in 
flormayr's Taschenbuche, 1813, 6. 191 — 194 und S. 103, mit der Jahresangabe 
1107?) Herr Franz X. Pritz, in seiner Geschichte der steierischen Ottokare loc. 
eit. S..265, bemerkt zwar, dass diese Vermählung Ottokar*s mit Elisabeth kaum 
vor dem Jahre 1090 vor sich gegangen sei, indem Elisabeth*s Vater, Leo- 
pold IL (III.) erst 1051 geboren und 1075 Markgraf geworden war, folglich vor 
1090 schwerlich eine heirathsfähige Tochter gehabt haben konnte. Allein wenn 
eine unverdächtige Urkunde, wie unser Stiftungsbrief so deutlich zeigt, dass 
Markgraf Ottokar bereits im Jahre 1083 im Besitze des Hei- 
rathsgutes seiner Gemahlin war, so muss diese eheliche Ver- 
bindung schon vor dem Jahre 1083 geschehen sein, andere Vermu- 
thongen und Wahrscheinlichkeitsgründe können dagegen nichts mehr gelten, 
überdies beruht die Angabe der Geburtsjahre, meines Wissens, nur auf einer 
Vermuthung ! P. Christ. Hanthaler*s, welcher aus einer Stelle der unterscho- 
benen Chronik Alold*s von Pechlarn weiter schliesst, dass Leopold der Schöne, 
welcher mit seinem Vater , dem Markgrafen Ernst , den deutschen König Hein- 
rich IV. auf dem Zuge nach Ungarn im Jahre 1063 begleitete , dazumal wenig- 
stens das dreizehnte Lebensjahr erreicht, folglich beiläufig um das Jahr 1050 
das Licht der Welt erblickt haben müsse? (Siehe Fasti Campililiens, Tom. I, 
pag. 123 , mit Bezug auf Tom. II, pag. 1283). Dr. von Meiller setzt auch in der 
Stammtafel zu den Babenberger Begesten bei Markgrafen Leopold IL (III.) , das 



124 

Geburtsjahr 1045—1050? - bei dessen Tochter Elisabeth 1070—1075? — die 
Zeit ihrer VermShlung mit Ottokar c. 1090? mit Recht in Frage. — Zugleich 
erlaube ich mir eine andere Muthmassung Herrn Prof. Fr. Pritz loc. cit. S. 261: 
„dass Markgraf Ottokar V. (nach älterer Zfthlart III.) oder Ozy sehr wahrschein- 
lich noch in der Stiftungs-Urkunde von Gdttweig 1083 als Marehio Ottocar 
unter den Zeugen auftritt,*' dahin zu berichtigen, dass nicht Ottokar V. 
sondern sein Sohn und Nachfolger Ottokar VI. , der Gemahl der österreichi- 
schen Elisabeth, und zwar nicht als Zeuge, sondern nur als Grenz- 
n a c h b a r der Pfarre Kulb erwähnt wird. (Beiträge zur Lösung der Preis- 
aufgabe, u. s. w. Separat-Abdruck, 1819, II. Hft., S. 193-213.) Um nun 
wieder auf die weitere Erklärung der Pfarrgrenze von Kulb zuräekzukoromen, 
so ging dieselbe auf dem genannten Gebirgsrflcken fort (welcher noch jetzt die 
Pfarren Gränau und Wilhelmsburg scheidet), recta linea ad Riehinseeit: dieses 
scheint das jetzige Bauerngut »Am R e i c h^ zu sein, welches in dieser Linie liegt. 

Deinde cid caput Pietahaj darunter ist wohl kaum die eigenUiehe Quelle 
dieses Flusses, in der Waldgegend zwischen Buchenstuben und St. Annaberg, 
zu verstehen , denn so weit erstreckte sich (der ehemaligen Zehentgerechtigkeit 
nach zu schliessen) die Pfarre Kölb nie; vielleicht ist aber die Vereinigung des 
Weissenbaches (slavisch Bela) mit dem Schwarzenbache, bei der Ruine 
Weissenburg, oberhalb Kirchberg, wo dann beide vereinigten Bäche eigentlich 
B i e 1 a c h (Pilaeh) genannt werden, mit dem Ausdrucke caput Pielaha gemeint, 
oder es wurde eine andere, nähere Quelle irgend eines Waldbaches, deren 
mehrere hier zusammenfliessen, dafür gehalten. 

Die Grenze lief auf der Gebirgshöhe fort, per aHitudtnetn monianam 
transit super Steinberch , über den hohen Steinberg (eine halbe Stunde östlich 
von Kirnberg, zwischen dem Mank- und Zettelbache. Blumenbach I, S. 159), 
„inter allodia marchionis Leopoldi et quorumdam nobilium revertitur in Cebir- 
mar,^ von wo sie ausgegangen. 

Ad hanc parrochiam pertinet etiam Uouestetin et Maurach ; ersteres ist 
das oft genannte Hofstätten an der Bielach, wo dazumal schon sehr wahrschein- 
lich eine Capelle bestanden (Ausführlicheres findet man in der kirchl. Topographie 
Decanat Wilhelms bürg, VL Bd., S. 381); — über Mau räch kann 
leider nichts Näheres und Bestimmtes angegeben werden. Vielleicht ist der Ort 
Marbach (Merpach, Ch. Hanthaler Recens. diplom. genealog. II, 285) damit 
gemeint? in der Pfarre Kirchberg an der Bielach, welche zum ehemaligen Pfarr- 
sprengel von Külb gehörte, aber schon im 13. Jahrhunderte einen eigenen 
Pfarrer hatte. (Kirchliche Topographie loc. cit. 391.) 

XL 

Parrochia Mulibach , die Pfarre MOlbach im gleichnamigem Orte , sud- 
westlich vom Städtchen Meissau U. M. B. gehört ebenfalls zu den ursprunglichen 
Dotationsgütern unseres Stiftes. Die ehemaligen Pfarrgrenzen waren: Z i o n za, 
ein Bach, gewöhnlich die Seh ein z, oder Schienz, auf den Karten Schons 
genannt, welcher am Mannhartsberge bei Klein -Burgstall entspringt, durch 
Eggendorf, Zembling, Mülbach, Eisarn und Strass fliesst, und bei Hadersdorf 
sich in den Kamp ergiesst. 



125 

Von der Brücke Ober diesen Seheinsbaeh nahe bei 8 t r a s s (straza), ging 
die Pfarrgrense abwärts nach Oerrichistall, Gerstall, eine Weingebirgs-Ried 
nahe bei pJechurUirwech, d. i. dem Fdhrtwege, welcher von Strass nach Hohen- 
wart und weiter fuhrt, und allgemein der P 1 e c k i n g e r- oder P 1 i c k e r- 
Weg heisst Von da nach Wiri ndisd o rf oder Wir nestesdorf, welches 
(mit Radigenbrunnen, Ebreichesbrunnen, Riedentale) als Grenzort an der Sud- 
seite der Pfarre Ravelsbach, in der Einweihungsurkunde dieser Kirche Fom 
Bischöfe Udalrich, am 28. Sept. 1110 angegeben wird. (Philibert Hueber, Austria 
ex Archive. Mellic. illustrata, pag. 3 und 285, wo die topographische Erklärung 
SU finden, dass an der Stelle des ehemaligen Wirnestorff, Wiernstorff, Wurb- 
merstorff, jetst Wiesen und Getreidefelder liegen. — ^ Vergl. Nr. CCXCIII.) 

Porta Guannümü , einer gutigen Mittheilung zufolge sollen am Ausgange 
des Burgfriedens von Obernholz gegen Eisarn zwei hohe, aufrechtstehende Fels- 
stücke fast eine natürliche Pforte bilden, welche vielleicht unter dem Ausdrucke 
porta Gnannüinis zu verstehen ist ? 

Predia Hberorum , wahrscheinlich die Besitzungen der Herren von Schön- 
berg , Falkenberg, Zöbing, weiche in der Nähe lagen. 

Perchardestieh und Tichmannes sind nicht mehr zu ermitteln. 
Hahiehisbeteh , nun kürzer Haibach genannt, welcher nahe am Fusse 
des Berges, worauf die Ruinen der alten Veste Falkenberg stehen, mit dem 
Seheinzbache sich vereiniget. Unweit davon sind die Reste eines alten Kirchleins 
sichtbar, ehemals zu „Allerheiligen im Uaibache^ oder auch im „Yalkentall*' 
genannt, jetzt zu einer Wohnung und einem Weinpresshause benützt. (Vergl. 
Notizenblatt zum Archiv für Kunde osterr. Geschichtsquellen , I. Jahrg. 1851, 
S. 207.) 

XII. 

RapotOj ein reichbegüterter Edelmann (nobilis), schenkte seine freieigenen 
Besitzungen (predia) unter der Enns zum Altare der heil. Maria in Gottweig. 
Später trat er selbst ins Stift, wo seia Sohn A d a 1 r a m vielleicht schon früher 
eingekleidet war, da er durch seine Bitte diese reichliche Schenkung veranlasste, 
die jedenfalls in die ersteren Jahre der Stiftung, oder doch des Abtes Hart- 
mann (1093—1114) zu setzen ist. Die Güter sind leider nicht namentlich 
angeführt. Mit Berücksichtigung der Worte: inferiusAnesimfluuium lässt sich 
vermuthen, dass darunter hauptsächlich jene Güter gemeint sein könnten, welche 
unser Stift zwischen den Flüssen Enns und Ybbs besass, die zum Behufe einer 
genauen Verwaltung zu einem eigenen Amte vereinigt, in den ältesten Dienst- 
buchern unter der Aufschrift: Officium super Ybsueld, Perhartesdorf, Seiten" 
stein ei Erla angeführt sind , und aus 33 diensttragenden Lehen (beneficiis) 
nebst anderen Grundstücken bestanden, die in folgenden Ortschaften lagen: 
Perhartstorf, Tristnich, Posin - Gumpenberg , Grueb, Chagran, Irnpoltswisen, 
Dachgrueb, Schaleperch, Heumad, Engiiperg, Zwislichenchirchen, Wagraim, 
Reisenod, Seitenstetn, Erlach, Anger, Topel, Pvchel, Chirchsteten , Zauch, 
Winden. Die Giebigkeiten der dortigen Dienstholden , so wie des Abtes 
von Gottweig Rechte auf dem Ybsveld sind genau angegeben 
im Dienstbuehe vom Jahre 1322, und daraus mitgetheilt von J. P. Kaltenbäck, 



126 

in den ^österreicliisehcn ReebUbiehern des Mittelalters.* 1847, II. Bd., 
S. 6, Nr. CXIX. 

xni. 

Noppinäarf, in der Pfarre Ober-Welbling, südwärts von Gottweig gelegen. 

Permicke^ der Persehlingbacti oder die sogenannte Perscheneck, endlich 
von Pira (Vergl. Nofe Nr. II), schon c d85 — ^994 in einer Passauer Urknnde 
erwShnt. (Mon. boie. XXYIII, Vol. 11, P., pag 206—210. — Babeoberger Rege- 
sten 1. c. S. 1—2, Nr. 4.) 

Der Gütertausch geschah nach dem damaligen gesetzlichen Gebrancbe 
durch die Vermittlung des Stift-Sehirmrogtes Vdalriekt Grafen von Rateinberg, 
folglich vor dessen Todesjahre 1097. (Nr. XXIIII.) 

XIV. 

Nati%o , der bei seiner Aufnahme dem Kloster eine Besitzung an der U r 1 
schenkte, ist wohl derselbe, welcher spfiter, c 1110 Prior, und dann nach des 
ersten Abtes Hinscheiden, im Jahre 1114, l.Jtener zu dessen Nachfolger in 
der abteiiichen Wfirde erwfiblt wurde, die er eilf Jahre, bis zu seinem Tode 
1125, 5. Febr. verwaltete. In Vita B. Altmanni (bei Hieron. Pez , Scriptt Her. 
Austr. Tora. I, pag. 133, §. 42} heisst es von ihm : Hartmsnno autem obeunte, 
quidam ex fratribus , Nanzo nomine , regimen abbatiae suscepit , qui prius per 
plures annos Prioraium tenuit, vir admodum providos, gravis moribus, in sae- 
colaribus et spiritualibus peritus. Hie etiam locum pluribus libris et aedificiis 
honestavit, et gregem commissum bonis exemplis illustravit. 

Die Url (Uvula) kommt aus Üer Gebirgsgegend sudlich von St. Peter in 
der Au hervor, fliesst in der Nähe von Seitenstätten, Krenstätten, Aschbach, 
Elling (Öhling) vorüber, und föUt dann unweit Amstätten in die Tbbs. 

XV. 

Lanzo, war vermuthlich inLanzendorf an der Perscbling ansftssig, aber 
auch in der Nähe von Melk begötert, wie aus seinen Schenkungen nach Gottweig 
und Seitenstätten ersichtlich ist. Letzterem Stifte, welches von dem edlen 
Kriegsmanne Udalschalk de Stille et Hefte (dessen Schwester Helena Lanzo zur 
Gemahlin hatte), 1109 — 1116 fSr Benedictiner neu hergestellt worden war, 
widmete Lanzo einige seiner Besitzungen zu Z e 1 k i n g (ober Melk) und 
Lanzendorf, welche auch nach seinem frühzeitigen Tode — er wurde in dar 
Umgegend von St. Polten ermordet — seine Witwe mit noch mehreren anderen 
Gütern dem genannten Gotteshause übergab. 

Helena vermählte sich dann mit dem Edlen Reginbert von Hagenan 
und H a i d e , der mit seinen drei Söhnen in der bischöflichen Bestätigung»- 
urkunde über die Stiftung von Seitenstätten vom Jahre 1116 unter den ersteren 
Zeugen angeführt wird. (Mon. boic. XXIX, II, 32 — 34.) Interessante For- 
schungen über die Stifter der Abtei Seitenstäften und die Dynastie von Hageonii 
hat Ritter von Koch- Sternfeld mitgetheilt im Archive fQr Kunde Össterr. Ge- 
schichtsquellen, I. Jahrg. 1848—1849, IV. Hft., S. 83—141. Nur mögen eiai^ 
chronologische Angaben zu berichtigen sein. 



127 



ObrigeoB eingibt sieh aus der Zusammenstellung Koch-Sternfeld's (loe. 
cit. 140), und aus vorliegender Tradition unseres Saalhuches folgendes Ge« 
schlechts*Schema : 



Adalhalm 



Adalheit 



Lanzo 
fc. 1108? 
vid. Helena 



Hartwicus de Hagenowe 

c. 1080. 



Reginbertus de Hagenau 



c. 1125 monialis 
in Seitenstätten. 

Richardis 

posthuma 

nat. e. 1108? 

monialis ibidem 

c. 1125. 



e. 1125, con versus in Seiten- 
stätten + c. 1130. 



Wernhardus 
t c. 1138. 

ux. N. 



Reginbertus Hartwicus 
c. 1136 prae- f 1150, 23. Nov. 
positus ad S. Hi- ux. Hiltigard 
polytum. sine haerede. 

1138 episcopus 

Pataviensis. 
1 1148, 10. Nov. 

XVffl. 

Eginindorff wurde bereits in der Grenzbesehreibung der Pfarre Mautern 
(Nr. VIU) erwähnt. 

XX. 

Nuzdorf, Nussdorf oberhalb Traismauer 0. W. W., das Stift hatte dort 
lant Stiftungsbrief schon früher Weingärten erhalten (Nuzdorf uineas tres), 
dazu gab nun c. 1100 ein gewisser Riwin eine Hofstätte (eurtale). Im Dienst- 
buche von 1322 — 1340 heisst es: Relicta domini Ludwici de Ror de uno Bene* 
ficio in Nuzdorf l. denarium (die) Michahelis (servit). 

XXI. 

Adalheit eomii\s62kt war die Gemahlin Heinrich's II. Grafen von Form- 
bach , welcher vom Passauer Bischöfe Altmann zum Vogt und Schutzherrn über 
die in Baiern liegenden Dotationsgüter des Chorherrenstiftes St. Nicolai einge- 
setzt worden war. — Nach des Genealogen Jos. Moritz Angabe (ioc. cit. 76 — 81) 
soll Graf Heinrich bald nach dem Jahre 1090 gestorben sein. Ihm folgten 
seine Söhne Gebhard und Dietrich; Ersterer in der Grafschaft , Letzterer 
in der Advocatie über St. Nicolai. Gebhard soll seinen Vater nicht lange über- 
lebt haben, und schon um das Jahr 1094? dahingeschieden sein (Ioc. cit. 115). 
Gewiss ist es, dass er vor seinem jüngeren Bruder gestorben (c. 1104?), weil 
dieser für ihn eine Schenkung nach Gdttweig machte, wie aus Nr. LXX zu 
ersehen. 

Adalheid opferte für das Seelenheil ihres Gemahls Heinrich einige Be- 
sitzungen zum Altare unseres Gotteshauses , welche bei ViTinzing, Chrufi- 
lingin (zwischen Gdttweig und St. Polten), dann an der Bielach und bei 
Mauer lagen. Die Brüder Gebhard und Dietrich gaben nach dem 
Hinseheiden ihrer Mutter noch dazu einen Weingarten bei M e r k i n g 



128 

(Mirchingen) zwischen Obritsberg aod Karlsiätten, unweit der Strasse nneh 
St. Polten. Adaiheid blieb dem Forscher Morits dem Namen nach unbekannt; 
ihr Geburtsjahr setzt er c. 1054, ihr Sterbejahr mag zwischen 1096 — ilOO 
fallen , und demnach wäre Liupoldus marckio , welcher bei der Obergabe der 
letzteren Schenkung als Zeuge erscheint wohl der Ilf.d.N. Markgraf Leopo Id 
der Heilige, bekanntlich im Jahre 1096 Mitte Octobers seinem Vater Leo- 
pold dem Schönen nachfolgend. 

Dr. Ton Meiller hält unsere Wohlthäterin Adaiheid nicht für die Gemahlin 
Heinrich*8 II. von Formbach , sondern Heinrich's II. Burggrafen ron Regensbarg 
(Regesten Seite 208, Nr. 88), und beruft sich auch auf die Tradition Nr. LXX. 
Dagegen weise ich nur auf Nr. CXV, wo Dietricus ausdrOeklieh de Formhach 
benannt wird, und uns sein bedeutendes Erbgut in eben demselben Orte 
Mauer (unterhalb Melk) tauschweise übergibt, wo seine Mutter Adaiheid 
und andere Verwandte unserem Stifte mehrere Besitzungen geschenkt hatten. 

Wie in den Monum. boic. XXIX, II, 60, die Schenkung Adalheidens und 
ihrer Söhne in das Jahr 1136 gesetzt werden konnte, weiss ich nicht. — (Im 
Registerbande XXXII, II, 268, steht Crutilingin unrichtig für Crufilingin.J 

XXIII. 

Chambttt der Kampfluss, welcher aus zwei Hauptquellen in den 
Waldungen an der Grenze Ober-Österreichs entspringt, in vielen Krümmungen bei 
Rapotenstein, Zwetl, Krumau u. s. w. voruberfliesst, sieh dann bei dem Üorfe 
Kammern (Chambam), zwischen Gobelsburg und Hadersdorf, am südlichen 
Fusse des Mannhardsberges wieder in zwei Arme theilt, wovon der linke unter 
Grafenworth , der rechte mehr westlich, unter Grunddorf, zwischen Auen in die 
Donau fällt. (BIumenbach*s Landeskunde von Österreich unter der Enns I. Bd. 
S. 101—103. Kirchl. Topographie XVI pi. Abtb., III. Bd.] S. 4.) 

XXIV. 

An%indorf, Anzdorf, Anzendorf unweit Schalaburg in der Pfarre Loosdorf, 
0. W. W. Udalricus de Anzindorf war Zeuge einer Schenkung Vilradi de 
Karlestetin (Nr CCCI) ; ebenso wird Ulrich sem'or de Anzendorf (Auzendorf?) 
unter den Zeugen gefunden, als zu Wer d, im Umkreise der Pfarre Mauer, eine 
Taufkirchc geweiht wurde im J. 1147. (Mon. boic. XXIX, II, pag. 215.) Chun- 
radus de Anzendorf cum duobus ßliis sicis war dabei, als Bertha von S c h a I a zum 
Seelenheile ihres Gemahls Otto von Ottenstein im J. 12M ein Bauerngut zu 
Ladendorf unweit Mistelbach an der Taya U. M. B. dem Stifte Melk schenkte. 
(Philib. Hueber loc. cit. pag. 22, Nr. 4. — Keiblinger, Melk I, 339.) 

XXV. 

Udalrichischirchin, Ulrichskirchen, am Russbache U. M. B. 

XXVI. 

Agalstretfingin, unter diesem Namen nicht mehr bekannt und zu finden; 
aber vielleicht so wie Mektrys (Mechters) im Umkreise unserer Pfarre Pira 
gelegen ? 



129 

XXXffl. 

üdalrieus, Graf ron Rafeinberg, unser Schirmrogt , kämpfte mit seiDen 
Vasallen und Dienstmannen (militibus) an der Seite des dsterr. Markgrafen Leo- 
pold II. (III.) , gegen die Böhmen und Mfthrer in der für die Ostmark so unheil- 
yollen Schlacht bei Mailberg (Mauriberg, Mauwerberch, im V. IJ. M. B.) am 
i%, Mai des Jahres 1082, und brachte dann für die Gefallenen ein Opfer in 
unserer Stiftskirche dar. (Memoria occisorum in Mawerherg. lY. Idus Mail 
[12. Mai], heisst es im Klosterneuburger Todtenbuche. Archiv für Kunde 
dsterr. Geschichtsqueilen , YII. Bd., 1851, S. 284. — Die Schlacht selbst wird 
in den Annal. Mellicens. und Gotwicens. erwähnt. Perti, Monum. Germaniae 
bist, T. XL — Script. IX. — SOO, 601.) 

Tohilarin, yermuthlich ToppI nahe der Bielach. Später gab Graf üdalrich 
zum Seelenheile seiner Söhne noch eine Besitsung ad Chamba , am Kampflusse, 
oder bei Kamp in der Pfarre Haisendorf, nahe der Donau. U. M. B. 

Nach dem Hinscheiden des Grafen im Jahre 1097, gab seine Gemahlin 
Mathilde eine Hube an demselben Orte, und seigte sich auch fernerhin gegen 
unser Stift sehr wohlthätig. (Siehe Nr. CXXXIX.) Die Behauptung Jos. Moritz, 
loc. cit. S. 86 : „Mathilde habe ihrem Gemahle nur einen einzigen Sohn, Conrad, 
geboren,'' wird durch die Schenkung Udalrich*s „ob remedium filiorum 
ntarum'* ausdrücklich widerlegt Vielleicht haben diese ungenannten Söhne in 
der erwähnten blutigen Schlacht mitgekämpft und sind bald darauf an ihren 
Wunden gestorben? In einer nachfolgenden Schenkung der Gräfin Mathilde 
werden nur mehr ihre Tochter Liutkardis und ein Sohn Conrad genannt, 
der auch schon im jugendlichen Alter dahingeschieden ist. (Siehe Nr. CXXXIX.) 
Hauptzeugen der Vergabung Mathilden's, waren die Vetter des Grafen 
Üdalrich, nämlich Ekkibert L, Graf ron Formbach und Neuburg , und 
dessen Bruder G ebha rd L, Graf von Viechtenstein, von dem Moritz loc. cit. 81 
vermuthet: „dass er schon vor 1090 ohne Erben gestorben sei**. Er lebte aber 
noch , wie sich hier zeigt , um das Jahr 1097, in welchem Graf Üdalrich 
gestorben ist. 

Junior Ekkiheriu9 , der jüngere Sohn E k k i b e r t*s I. , nannte sich 
späterhin von seinem Erbschlosse Putten, südwärts Wiener-Neustadt, de 
Futine, Er starb im Jahre 1144. (Moritz loc. cit. 102.) 

XXXIV. 

Ekkiherius comes , der Ältere und I. d. N. , Graf von Formbach , Neuburg 
und Putten, war vermählt mit Ma th i 1 d e der Erbtochter Gottfried*s, Markgrafen 
in der oberen Kärntner Mark , nach dessen Tode um das Jahr 1058 die ganze 
Gegend und Herrschaft von Putten und Hartberg bis an die Traisen , Piesting 
und Schwarza dem Grafen Ekkibert L zufiel. Mathilde starb um das Jahr 
1106 oder 1107. Ihr Gemahl machte für ihr Seelenheil viele Schenkungen, 
sowohl an seine Hausstiftung, das Kloster Formbach am Inn, als auch nach 
Gdttweig. 

Die Lage von Iringisperg konnte ich noch nicht ermitteln. Ein Dorf Erin- 
gesberge lag einst im Marchfeide, von dem keine Spur mehr zu finden, wie 

Fontes. X. 9 



130 

Philib. Hueber (loc. cit. 243) an^bt; ein anderer gleichbenannter Ort Irinsperg 
apud Grie wird in der Tradition Nr. LI angefahrt. 

VuehilinUdorf, itii%i Volkeradorf unweit Kulb 0. W. W., wo wir späterhin 
noch mehrere Besitsungen erwarben. (Vgl. Nr. CCLIV.) 

Als erster Zeuge der Schenkung Ekkibert's erscheint sein Sohn Eber- 
hardus, den Viele für jenen Edlen Eppo de Windberge (Windberg, am linken 
Donauufer , unweit des Marktes Windorf im MühWiertel) halten , weicher sieh 
besonders gegen das Chorherrenstift St. Florian wohlthätig erwiesen , und in 
demselben sein Leben beschlossen hat, um das Jahr 1115, am 31. August 
(Geschichte dieses Stiftes von Jod. StuU, Seite 11 — 12, vgl. Geschichte des 
Landes ob der Eons von Franz Pritz, L Bd., S. 372.) Nach Jos. Moritz loe. cit 
104, soll: „Eberhard gewiss einen Sohn Namens Liupold hinterlassen haben, 
welcher noch ums Jahr 1140 vorkommf*. Die von ihm citirten Stellen aus dem 
Formbacher Saalbuche (Mon. boic. IV) sind jetzt correcter im Urkunden- 
buche des Landes ob der Enns, I» 649, Nr. 643, LVI, LXXIV abgedruckt, und zeigen 
uns wohl einen Ministerialen Liupold us troie, aber nicht wie es dort heisst, den 
Liupoldus filius Eberhard! comitis. 

XXXVI. 

Trebinse, Triebensee in der Pfarre Neuaigen, unweit der Donau, U. M. 
B.» gegenüber von TuUn. 

XXXVII. 

Pirehahi, der bereits mehrmal erwähnte Pfarrort Pira (Pybra). 0. W. W. 
Unser Stift hatte, soviel bekannt, bei keinem anderen Pira, deren es mehrere 
gibt, einen Grundbesitz. 

Adalhdlm, vermuthlichLanzo*s Vater, und zu Lanzendorf, unweit Pira 
ansässig. (Siehe Nr. XVI.) 

xxxvin. 

Liupoldus marchio, der Heilige, schenkte uns eine Au in der Donau bei 
Theiss (tiscizin), unterhalb Krems, gegenüber von Holenburg, und zwar ver- 
muthlich zur Zeit des Abtes Hartmann, somit vor dem Jahre 1114. 

xxxix. 

Herimatmus de Btugin^ aus dem hochansehnlichen Geschleehte der Grafen 
von Biogen (Puigen, Beugen, Böigen), welche in Österreich am Kampflosse 
gegen die böhmische Grenze hin, in dem nach ihnen benannten Boigreiche 
(Pewchrich) ansässig , aber auch diesseits der Donau , um St Polten » reich 
begütert waren. Dies zeigen ihre Schenkungen an Göttweig, und insbesonders 
an das Kloster Altenburg bei Hörn, 0. M. B. , welches von Hilteburg, der 
Witwe Gebhard*s, Grafen von Buigen und ihrem Sohne Hermann im 
Jahre 1144 für Benedictiner gegründet und dotirt worden ist. (Monum. boic. 
XXVIII, II, 223.) Im Archiv für Geschichte, Statistik u. s. w., XIX. Jahrg. 1828, 
S. 197, 399« 614, 628 sind einige Notizen über die Grafen von Bingen, Poigen 
und Rebegau zusammengestellt; unrichtig heisst es aber dort (S. 614) : »der 



131 

jottge Graf Herrmann schenkte ein Gut zu Flinsbach nach Gottweig^. — Es war 
nicht der junge Graf Herrmann (welcher vor seiner verwitweten Mutter Hüte- 
hurg, bald nach der Gründung Altenburgs , unvermählt oder doch kinderlos 
dahingeschieden sein soll), sondern ein älterer Graf Hermann, der durch 
seinen Sohn Gebhard ein Dominicalgut in die Hände des Edlen Dietmar 
übergeben Hess 9 damit dieser es darbringe auf dem Altare zu Gottweig: ^pro 
remedio anime Gebehardi*'. Auch dürfte dies nicht erst im Jahre 1144, 
sondern schon vor dem Jahre 1108 geschehen sein, 

Flinshaeh , am gleichnamigen Bache in der Pfarre Neidling , nordwestlich 
von St. Polten. 

XL. 

Penmingin, Penning (Pönning), eine Stunde südlich vom Pfarrorte Capelln. 
0. W. W. Wir erwarben dort in der Folge noch mehrere Besitzungen (Nr. CLH, 
CCCLXl.) 

XLI. 

Chumberga (Nr. U OHumberch), keinesweges der jetzige Markt Kaumberg 
im Triestingthale , 0. W. W. , wie einige ältere und auch neuere Geschichts* 
forscher dafür, halten, sondern es ist hier die nordwestliche Abdachung des 
Wiener Waldes gegen das TuUnerfeld, zu verstehen; dort, in der Nähe von 
Königstätten dürfte der geschenkte Weingarten gelegen haben. (Über Cumberg 
siehe die kurze kritische Note von Ign. Keiblinger in der Geschichte des Stiftes 
Melk, I. Bd., S. S5 und 60.) 

XLII. 

Anshalm, der erstgeborne Sohn Azzo's de Gfo5a^&tfr^ (Gowatesburch), 
Ahnherrn der Kuenringer, den man bisher immer für einen nahen Ver- 
wandten der österreichischen Markgrafen gehalten hat; er war aber nur ein 
Ministerial (Ministerialis Austriae) , sowie auch sein Sohn Anshalm hier 
in unserem Saalbuche als dem höheren Ministerialadel angehörend {^e primis 
mimsterialibus marchionis) bezeichnet wird. — (Vgl. Fontes Rer. Austriae, 
in. Bd., Stiftungenbuch von Zwetl, S. 26, 30, 50, 724.) 

Atuhalm soll kinderlos, im hohen Alter, im Jahre 1140 gestorben sein. 
Seine Schenkung an Gottweig geschah vermuthlich schon zur Zeit des Abtes 
Hartmann, zwischen 1094^1114. (Vgl. Nr. CLIV.) Wo aber das Gut E bingin 
gelegen, konnte noch nicht ermittelt werden; vielleicht in der Gegend von 
Krumau am Kamp, 0. M. B., wo Anshalm seine Hauptbesitzungen hatte. Oder 
ist statt Ebingin etwa Elingin zu lesen? (Vgl. Nr. LVI, OXC.) 

Als Zeugen werden genannt : 

Haderieh et filius eitis Haderich, die muthmasslichen Ahnherrn der Stifter 
von Klein-Maria-Zell, ü. W. W., Heinrich's und Rapoto's. (Vgl. Nr. IX u. LIV.) 

XLIV. 

Weißer nobilis , sein Geschlechtsname ist leider nicht angegeben. Was 
der alte Geschichtschreiber Dr. Wolfg. Lazius in seinem Werke : De Gentium 

9* 



132 

aliquot migrationibus, Libr. VII, pag. 300, yon einem Wolfgerus erzShlt, der 
in unserem Stiftungsbriefe vorgekommen, ein Bruder Engelberts, Schirmvogtes 
von Admont, und Vater der Grafen? Walter und Adelram von Traisma gewesen 
sein soll, dies entbehrt wohl jeder Begründung. — Der im Stiftungsbriefe 
angeführte nobilts vir Wo Ifkerus wird im Saalbuche Nr. CXLIII de Naliuph 
benannt. Ob er mit dem ini vorliegenden Nr. vorkommenden , so unbillig han- 
delnden Wolf k er Eine Person gewesen sei, ist sehr zu besweifeln. Dieser 
verkaufte nämlich vor seiner Pilgerfahrt nach Jerusalem sein Gut (quod situm 
est horiginbach et unzilinisdorf) unter folgender Bedingung dem Stifte um 
20 Mark (Silber), dass es demselben eigenthümlich gehöre, wenn er nicht mehr 
zurückkehren würde; — komme er aber wieder glücklich nach Hause, so habe 
er das Recht , das besagte Gut um denselben Preis binnen 5 Jahren wieder ein- 
zulösen. Nach Verlauf dieses Termins könne er keine weiteren Ansprüche 
machen auf die Wiedererlangung seines Gutes, das dann ohne weiters dem Stifte 
rechtlich für immer zufallen soll. Obwohl dieser Handel in Gegenwart vieler 
Zeugen rechtlich abgeschlossen und besiegelt wurde, trug Wolf ker dess- 
ungeachtet dasselbe Gut auch noch seinem Nachbar Nizo an, schloss mit ihm 
darüber einen ähnlichen Kaufvertrag, in Folge dessen Nizo das Gut in Besitz 
nahm , zum grossen Schaden des Stiftes. 

Nizo ist ohne Zweifel der zweite Sohn des früher erwähnten Azzo*s von 
Gobatsburg, und hielt sich, dieser Verhandlung zu Folge, schon im nahen 
Kuffarn auf, welches ihm bei der Theilung der väterlichen Besitzungen 
(c. 1100) als Erbgut zugefallen war, wovon er und seine Nachkommen sich de 
Cuopharn , Chuffarin benannten. N i z o*s Sterbejahr ist unbekannt. Seine 
Gemahlin wird hier in unserm Saalbuche Truta, d. h. Gertrude genannt; Link 
in seinen Annal. Zwetl, I, pag. 54, 62, gibt aber eine Adelheid an und 
kennt nur zwei Söhne Nizo*s: Ha da mar und Piligrim (s. Nr. CCCXXXVIII). 
Hier werden : Adalhero et Dietmar, filii eius (Nizonis), als Zeugen angeführt, 
ein Paar bisher unbekannte Söhne Nizo*s, etwa von seiner zweiten Gemahlin 
Truta? 

Predium, quod iitum est horiginbach ei wizÜinisdorf, ist jetzt zu einer, 
grösseren Ortschaft, unter dem Namen Höbenbach vereiniget, welche nahe 
bei Göttweig, und auch von Kuffarn nicht weit entfernt liegt. (Vergl. Notizen- 
blatt IV. Jahrg. 1854, S. 329, 330; Hornpach.) An der Erwerbung dieses Gutes, 
„quod vidnitas et utilitas commendat ,*^ musste dem Abte Hartmann wohl 
viel gelegen sein , da unser Kloster dort schon früher Besitzungen hatte , laut 
Stiftungsurkunde, wo es heisst: „Horginbach exceptomanso uno, cum man- 
cipiis et omnibus appendiciis suis.** (Vgl. Nr. CLXV.) — Dafür ward gerne 
ein entfernteres Gut am Kamp (apud chamba) jenseits der Donau , der Witwe 
Truta zum Ersatz gegeben, welches*früher Anshalm, der Bruder Nizo*s, dem 
Stifte geschenkt Jiatte. 

XLV. 

Heinricus comes , gehörte der Familie der Burggrafen (comites vel prae- 
fecti) von Regensburg an, wie v. Meilier in der Note 88, S. 208, der Baben- 
berger Regesten angibt. Ebenso begründet ist auch die 'Einreihung dieser 



133 

Tradition zum Jahre 1101, loc. cit. S. 11, Nr. 2. Graf Heinrich graiia 
inuisendi dominicum sepulchrum, hat sieh nSmIich jenem Pilgerzuge nach 
Jerusalem angeschlossen , welchen im Jahre 1101 viele Hochadelige geistlichen 
und wdtlichen Standes unternahmen. Die meisten der Kreuzfahrer kamen aber 
auf dem Hin- oder Rückzuge ums Leben. Unser Wohlthäter, Graf Heinrich 
starb zu Jerusalem im Jahre 1101 (1102?). Er übergab vor seiner Abreise das 
Gut Myrsi in die Hand seines edlen Ministerialen Meginhartbei Tulln» damit 
dieser, wenn der Graf nicht mehr zurückkehre, das genannte Gut auf dem Altare 
zu Göttweig opfere. Zeuge dieser Übergabe und folglich damit einverstanden 
war Otto frater eiusdem HeinricL 

Als nun das Gut selbst nach dem Ableben des Grafen Heinrich dem 
Stifte in Gegenwart des Markgrafen Leopold des Heiligen und vieler 
anderer Zeugen übergeben wurde, erhob obgenannter Otto, des Schenkers 
Bruder, dagegen Einsprache, liess sich aber durch die Bitten der Klosterbrüder 
bewegen und gab dann selbst seinen Antheil am Gute , nämlich das anliegende 
Chozzindorf dem Stifte. 

Myrsi (Miris) ist der jetzige bedeutende Ort Meiers in der Pfarre Gars, 
0. M. B. , wo das Stift in der Folge noch mehrere Besitzungen erwarb , und bis 
in die jüngste Zeit theil weise Ortsobrigkeit und Grundherrschaft war. Unweit 
davon liegt auch Kotzendorf (Choxindorf) , nicht Getzendorf, Getzersdorf, 
wie in den Mon. boic. XXIX, II, pag. 60 irrig beigefügt , und im Archive für 
Kunde österr. Geschichtsquellen, XH. Bd., 1854, H. Hft., S.254 in Frage 
gestellt ist. — (Im Register - Bande der Mon. boic. XXXII, II, 322, wird 
Myrsi gar mit Muri, Mura verwechselt.) Im Bestätigungsbriefe der Stifts- 
besitzungen von K. Heinrich V. , vom Jahre 1108, 6. Sept. heisst es: „Miris, 
Cho%indorfy Gritsanas, Stanandorph cum appendiciis suis, que Hein- 
ricus et frater eins Otto dederuut^' — (Vergl. „Pantäding zu Meyrs** 
in J. P. Kaltenbäck*s österr. Rechtsbüchern des Mittelalters, II. Bd., S. 14, 
Nr. CXXin.) 

In der Folge entstand über das Gut Meiers ein Besitzstreit zwischen den 
Äbten R e g i n 1 d von Melk, und W e z e 1 i n von Göttweig. Jener 
berief sich auf ein Privilegium Kaiser Heinrich*s, unser Abt W e z e 1 i stützte 
sich auf den langjährigen Besitz dieses Gutes, und die ausdrückliche Schenkung 
desselben: „a& Heinrico- Burggravio , et postmpdum ah Ottone fratre suo 
facte, cum additione ville Cotzendorf^. Beide Theile brachten ihren Streit vor 
den Landesfürsten, Herzog Leopold VI. (VIL)> ^"^ dessen Rath die Sache durch 
Schiedsrichter, nämlich die Äbte Wernher von heil. Kreuz.und Richer von Zwetl, 
dann die Pröpste Sighard von St Polten und Otto von St. Florian, und Conrad, 
Pfarrer in Russbach , nach genauer Prüfung der beiderseitigen Ansprüche und 
Rechte dahin entschieden wurde, dass das streitige Gut im Besitze des Stiftes 
Göttweig verbleibe, und der Abt von Melk in seinem und seiner Klosterbrüder 
Namen allen weiteren Ansprüchen darauf entsagen müsse ; zur gänzlichen Aus- 
gleichung aber soll Abt Wezelin und sein Gotteshaus Göttweig dem Stifte 
Melk 30 Talente bezahlen. Die Verhandlung geschah zu Krems im Jahre 1207, 
und wurde vom Herzoge durch eine eigene Urkunde bestätiget. (Siehe 
Anhang.) 



134 



XLVI. 

Udalrictts, welcher bei dem Eintritte ins Kloster seine (leider nicht 
benannten) Erbguter hierher widmete, und sein Bruder Berioldus waren 
yermuthlich Ministerialen des Markgrafen von Steier, Otto c bar IV. (VI.)» 
welcher bei der Obergabe als Hauptzeuge erscheint: y^per aurem adtractus" 
(nach altromischem Rechtsgebrauche und altbajuwarischer Sitte) , wodurch 
manchmal auch eine feierliche Verzichtleistung angedeutet wurde. 

XLVII. 

Apud 8. Adream, der Ort St. Andrä an der Traisen, zwischen Herzogen- 
burg und Traismauer , 0. W. W. , das ehemalige Traisma Scti Andreae , wie 
Herr Wilhelm Bielsky im Archiv für Kunde osterr. Geschichtsquellen , IX. Bd., 
S. 266—267 aufstellt, zum Unterschiede von Traisma S. Martini, d. i. Trais- 
mauer; und Traisma S. Hippoliti, St. Polten. 

XLvra. 

PerthartUdorf, Perersdorf nahe der Perschling , in der Pfarre Pira ; und 
Cumpotingiu, d. i. Gumperding, unweit davon, zur Pfarre Murstätten gehörend. 
Doch könnte auch Perasdorf im Tbbsfeld gemeint sein, welches als 
Perhartsdorf zum Officium super Ybsveld gehörend, in unseren älteren 
Dienstbüchern vorkommt. Der edle Wohlthäter Poto hat schon früher einen 

■ 

Theil seines Erbgutes zu Perchart isdorf dem Stifte, wo er erzogen wurde 
und dann sein Leben beschloss , gewidmet, wie aus der später folgenden Tradi- 
tion Nr. CLV. ersichtlich ist. 

Hartwich de treisim erscheint mehrmals als Zeuge bei Schenkungen an 
unser Stift, zwischen den Jahren 1100—1149. (Vgl. Nr. CIV.) Ober die Nohiles 
de Treüma wird in der Folge ausfuhrlicher die Rede sein. (Nr. CCLVIII.) 

XLIX. 

Pettindorf, es gibt zwei Orte dieses Namens in Osterreich unter der Enns: 
Pettendo^f in der Pfarre Hausleuten , ober Stockerau , U. M. B. und Pöttendorf 
in der Pfarre Hürm. 0. W. W. Bei welchem von beiden das predium lag, welches 
die edle Matrone Hiltipurch dem Stifte geschenkt hat, lässt sich nicht ent- 
scheiden. (Siehe auch die Tradition Nr. LIII.) 

L. 

Cumpotingin, das kurz vorher erwähnte Gumperding, unweit der Linzer 
Poststrasse. 0. W. W. Es kommt auch im Klosterneuburger Saalbuche loc. cit. 
S. 37, Nr. 182 als uilla vor, blieb aber dem Herausgeber, Herrn Max. Fischer 
unbekannt. 

LI. 

Irinsperg apud Grie, in den älteren Dienstbüchern Etringsperg genannt, 
gehörte zum Officium inRana et Chotansy und ist etwa Eibetsberg bei 
Raxendorf , unweit Ranna. 



135 



LIV. 

HeinricuSf vor seinem Eintritte in das Kloster ein tapferer Kriegsmann 
(secuUrem miliciam apud nos in spiritualem commutans), schenkte dureh die 
Eand seines Vaters Haderich, in Gegenwart seines Bruders Haderich 
(junior) und mehrerer anderer Zeugen , ein Dominicalgut , Tobiraniswmn 
genannt, dessen Lage ich bisher noch nicht ermitteln konnte; vielleicht 
Tobersnich, ein Hof in der Pfarre Loich, bei Kirchberg an der Bielach, 0. 
W. W. , ferner einen Mansum in Wierantisdorf iuxta Potiinbrunnin , nord- 
östlich von St. Polten, nahe der Trai^en, und dieser Bestimmung nach vermuth- 
lieh das heutige Zwerndorf, eigentlich Werndorf, eine halbe Stunde von 
Potenbrunn entfernt, laut unseres ältesten Dienstbuches» wo es heisst: IVenp- 
dorfy de duobus feodis VI solidos denar. in die s. Ypoliti , et VI pullos. Item 
ibidem Simon de potenprunn medium talentum denar, de media Curia in die 
8. Michaelis. 

Gestutzt auf diese Tradition unseres Saalbuches , setzte Herr v. Meiller in 
der Note 89 seiner Babenberger Regestensammlung, S. 209, folgendes muth- 
massiiche Geschlechts-Schema zusammen : 

Hadericus I. 

nat. c. 1050. 





Haderich IL, junior. Heinricus I. 

nat. c. 1080. monaehus Gottwicens. 



Heinricus IL, Rapoto e. 1100. 

fundatores Monasterii Gellae 
S. Marie in Austria. c. 113S. 

Urkundlich gewiss ist es zwar, dass die Brüder Heinrich und Rapoto, Söhne 
„cniusdam ingenui uiri nomine Haderici^ waren , und immerhin mögen sie mit 
den ia unserem Saalbuche vorkommenden zwei Haderichen in Verbindung zu 
bringen sein; allein hinsichtlich ihrer Verwandtschaft mit dem markgräflicben 
Hause Babenberg, die Maxm. Fischer „soviel als möglich zur Gewissheit zu erheben 
suchte^ (siehe Note Nr. IX), will ich nur bemerken, dass zwar das Todtenbuch 
von Klein -Maria -Zell, Leopold den Hefligen patruum fundatorum nostrorum 
nenne, Markgraf Leopold selbst aber erwähnt in der mit grosser Feierlichkeit 
gegebenen Gründungsurkunde des Stiftes Klein-Maria-Zell (vom Jahre 1136, 
2. Februar; Babenberger Regesten, S, 21— Ä2, Nr. LVI) der Verwandtschaft mit 
den eigentlichen Stiftern Heinrich und Rapoto und ihrem Vater Haderich mit 
keiner Sylbe; -^ sie zeigen sich ferner auch in anderen Kloster-Urkunden ohne 
die mindeste Spur, als gehörten sie zum hohen Adel, oder gar zum mark- 
gräflichen Hause. (Vgl. Jahrbücher der Literatur, Wien 1825, XXXL Bd., 
Anaseigeblatt , S. 64. 

LV. 

Hemricus, unser Klosterbruder und Wohlthäter, aUo tempore hiero^o- 
lymam profecturus, hat sich wahrscheinlich einem der Kreuzzüge nach Palästina, 
vielleicht schon im Jahre 1101? (vgl. Nr. XL V) angeschlossen. — Dass Äbte, 



136 

Mönche, ja selbst Nonnen splche Wallfahrten in das h. Land mitmachten» 
davon fuhrt Ign. Keiblinger in seiner Geschichte des St. Melk mehrere Beispiele 
an. (1, 279, Note 3.) 

Vor seiner Abreise schenkte Heinrictis dem Stifte noch ein Gut, Namens 
HaderichUvoert, Haderswert an der Leitha« hinter Wiener-Neustadt, ü. W. W. 
Dass dieses Yermfichtniss schon vor dem Jahre 1108 geschehen, erhellt aus K. 
Heinrich*s V. Bestätigungsdiplome der Stiftsbesitzungen von diesem Jahre, wo es 
heisst: y^Haderichisuuerth predium quod Heinrictis dedit^. 

Chunradus puer, der Sohn unseres Schirmvogtes U dal rieh, Grafen 
von Rateinberg, wird hier als Hauptzeuge angeführt, und muss demnach 
schon vogtbar, d. 1. zum mindesten 14 Jahre alt gewesen sein. Jos. Moritz l. e. 
S. 122, sagt von ihm: „Er war zwar nicht gar alt, als sein Vater starb (im 
Jahre 1097) ; er folgte ihm aber doch ganz gewiss in der Grafschaft nach u. s. w. 
Graf Conrad IL muss übrigens nicht lange gelebt haben und ohne Erben 
gestorben sein.^ Moritz gründet diese Behauptung auf eine Formbacher Urkunde 
vom Jahre 1122 (1130?), wo es heisst: „Pie memorie Comes Chounradus de 
ratelinberg** etc. (Urkundenbuch des Landes ob der Enns, L Bd., S. 632, 
Nr. XYHI), welche Worte anzeigen, dass Conrad um diese Zeit (1122->il30) 
schon dahingeschieden war. (Vgl. Nr. CXXXIX.) 

LVI. 

Zi EUingin , zi ist wohl nur eine Vorschlag-Sylbe , wie z. B. scu Welf- 
hosshin, zu Zwölfaxing, im Klosterneuburger Saalbuche Nr. 96, S. 20, — oder 
ZuelvehofTingin in dem unsrigen Nr. CXCIIL 

EUingin , etwa Elling (gewöhnlich Öhling) an der Url. 0. W. W. (VergL 
Nr. CXC.) 

LVII. 

Siraneisdorf, jetzt Stransdorf, südöstlich von Laa. U. M. B. Schon in 
unserem Stiftungsbriefe heisst es: „Straneisdorf deeimationem et mansas 
duos.«* (Siehe auch Nr. XCVIL) 

LIX. 

Orunti, Grund, westlich vom Pfarrorte Wullersdoi*f. U. M. B. — Chetsh 
muss ebenfalls in der Nähe gelegen haben , ist aber unter diesem Namen nicht 
mehr zu finden. Das Stift besass dort den Zehent nach Angabe des Stiftungs- 
briefes : „Chetsi deeimationem . Heizimannisdorf (Hezmannsdorf) , mansos 
quatuor. 

LX. 

Adalpreht nohüis , etwa der dritte Sohn Azzo's von Gobatesburg ; der L 
von Chunring sich benennend , wenn des Abtes Ebro von Zwetl Angabe im Stif- 
tungenbuche dieses Klosters (Fontes Her. Austr. IIL Bd., iS. 30) gegründet ist? 
(v. Meiller, Begesten S. 217, Note 157), oder vielleicht derselbe A{6ero de 
ehohanshure, welcher mit seinem Bruder Hademar de Kunerigen in der Tra- 
dition Nr. CXX, c. 1137 unter den Zeugen erscheint. 



137 



LXI. 



Razüngin, Rassing, nahe der Perschling, in der Pfarre Capelln. 0. W. W. 
(Siehe auch Nr. CLXIX, CCLXXXY.) 

LXIII. 

Elisabeth » palatina comitissa soll der Note in den Monum. boic. IXIX« 
n» 55, zufolge aus dem Lothringer Stamme, und mit zwei baierischen PfaUgrafen 
Terehelicht gewesen sein, zuerst (c. 1081) mit Cuno, dem Sohne des Pfalz- 
grafen Cuno (Conrad) yon Rot, dann (c. 1086) mit einem Grafen Rapoto 
Ton Yohburg. (Siehe die Stammreihe und Geschichte der Grafen von Sulz- 
bach, Ton Jos. Moritz, in den Abhandlungen der histor. Classe der königl. 
baierischen Akademie der Wissenschaften 1833, I. Rd., S. 69 — ^70, vergl. Ge- 
schichte des Fürstentbums Rerchtesgaden , von Ritter J. E. v. Koch-Stern- 
feld 1815, S. 14— 15, und desselben Aufsatz zur nfiheren Verständigung über 
die citirte Stammreihe und Geschichte der Grafen von Sulzbach u. s. w. , loc. 
eit 1848, y. Rd., I. Abtb., S. 7.) 

Domintts ChounrtMlus vd fratres eius sind die Canoniker des Stiftes 
Göttweig, mit ihrem Vorsteher Conrad, welche das Gut ldu%imannUdorf 
von der PfalzgrSjQn Elisabeth kauften. Es muss dies noch vor 1094 geschehen 
sein, da in diesem Jahre Conrad seiner Wurde entsagte, und nach einge- 
hofter päpstlicher Genehmigung und bischöflicher Zustimmung sich mit den 
fibrigen Canonikern freiwillig der Ordensregel des h. Renedict's unter dem 
ersten Abte Hartmann aus St Rlasien im Schwarzwalde unterwarf. (Siehe 
Vita B. Altmanni loc. cit. pag. 132 et 158.) 

Ltuzimannisdorf, jetzt Loizmannsdorf nächst Kranichberg U. W.W., unweit 
der Schwarza, wo das Stift späterhin noch mehrere Resitzungen erwarb. Dieses 
predium Liuatimannisdorf bestand aus zehn königliehen Mansus, laut 
des Bestätigungsbriefes K. Heinrich*s V., vom Jahre 1108, wo es heisst: »l/iti- 
%imanHisdorfman8U9 Xregales, quos eomparauimus**. In unserem Stiftsarchive 
ist eine hieher bezugliche Urkunde vorhanden (und in den Reiträgen zur Lösung 
der Preisaufgabe u. s. w., Separatabdruck 1819, I. Hft., S. 206—207 von Hor- 
mayr mitgetheilt), laut welcher K. Heinrich IV. im Jahre 1058, am 26. October 
zu Weissenburg ? seinem getreuen Cuono (fideli nostro) zehn königliche 
Hansen in villa Gvzbretdesdorf, abwärts und aufwärts der Schwarza (in 
mareha Karentana et in comitatu Otacheres marchionis) , sammt Allem , was 
daza gehört, schenkte. (Siehe Röhmer, Regesta 1831, S. 86, Nr. 1722.) 

Über diese Guter ander Schwarza entstand zwischen unserem Kloster 
und der Abtei R o t am Inn in Raiern (gestiftet von dem obgenannten Pfalz- 
grafen Cuno von Rot) ein Resitzstreit, der endlich im Jahre 1152 vor dem 
Salsborger Erzbischofe Eberhard (I.) als päpstlichen Revollmächtigten 
durch g&tlichen Vergleich zwischen beiden Theilen auf die Art geschlichtet 
wurde , dass Abi W er nh er von Göttweig den Abt Luther (Lothar) 
von Rot mit 20 Pfund Regensburger Mflnze entschädigte und dieser im 
Namen seines Klosters allen Ansprüchen und vermeintlichen Rechten auf das 
Dorf Schwarza (villa suarzaha) und die fibrigen streitigen Resitzungen in 



138 



der dortigen Gegend entsagte. Dieser Vergleich wurde von dem Erzbischofe 
Tor vielen Zeugen zu Salzburg (im Monate December 11 S2 genehmigt und 
bestätiget. 

Nach 80 Jahren wurde von Seite des Klosters Rot neuerdings ein Streit 
über den Besitz dieser Güter erregt. Abt Heinrich von Rot und der gleich- 
namige Abt von Göttweig brachten ihre gegenseitige Klage vor den Papst 
Gregor IX. , der zuerst (1233) drei salzburger Domherrn und dann (1235) den 
Abt Ulrich von Garsten, Propst Bernhard von St. Florian und Wernhard, 
Dechant von Enns , zur Untersuchung der Sache beorderte. Diese letzteren 
erkannten das gute Recht unseres Klosters, und forderten den Landesförsten 
Herzog Friedrich IL von Österreich, sowie die benachbarten Pfarrer von Grillen- 
berg und Gumpoldskirchen brieflich auf, dass sie den Abt von Göttweig zum 
Besitze der angestrittenen Güter verhelfen und jeden ferneren Eingriff von Seite 
des Klosters Rot wo möglich verhindern. (Die betreffenden Urkunden sind in 
Anhange zusammengestellt. Yergl. Monum. boica I, 352, 399» Nr. XLIV.) Im 
Dienstbuche (Liber Prediorum) vom Jahre 1322 sind die Stiftsbesitsungeii bei 
der Schwarze und Leitha, auf folgende Weise angeführt: Anno Domim 
Mülesimo CCCXIX, Redditus Eedeiie sancte Marie Choiwieensü tvhnotati 
9ub regimine venerahilü domni Marchardi ahbatis aput Swartzam et leiiam : 
Ogtrapfing (Osterfink nSchst Neunkirchen , siehe Schweikhart, Darstellung. U. 
W. W., IV. Bd., S. 220). — Chrotendorf (jetzt Prohsdorf; vergl. Note 
Nr. CCLXXXI) Praitenawe (Breitenau, unweit des Pfarrortes Schwarzau , öst- 
lich von Neunkirchen). HedretMwerd^ Haderswerd. (Siehe Nr. LY.) Snotzen- 
dorf (jetzt Schnotzenhof bei Haderswerd) Swartza villa (das Dorf Schwarzau 
am Steinfeld). Eine spätere Hand bemerkte dazu im Dienstbuehe: ^Nota quod 
dominus Petrus de Sancto Tpolito. Abbas huius raonasterii, in anno primo sui 
Regiminis videlicet anno dominice incarnacionis MCCCC™**. 2®. inveniens mona- 
sterium in magnis debitis , conbustione et necessitatibus , vendidit cum bona 
voluntate et sano consilio. omninm fratrum hec bona apud Swarcza et Leyttam. 
Redditus eodem tempore XVj^ libr. denar. erant. Laut einer gleichzeitigen 
Abschrift des Original verkaufbriefes verkauften Abt Peter, Georg d. Z. Prior, 
Jacob d. Z. Siechmeister , Ulrich d. Z. Pfarrer und das ganze Convent „von 
besunnder notturfft wegen** des Gotteshauses „aigen guets gelegen daz New- 
kirchen (zu Neunkirchen) zu Ostrafinngen, daz Praitenaw, daz 
Schwarzach, daz Schnotzendorf, das Haderswerd vnd daz Chrot- 
tendorf, oder wo es daselbst pey der Swarzach zwischen der Newstat, 
des Harperg vnd des Semerings gelegen ist; es sey zufeld, zudorf u.8.w. 
mi allen Nutzen, Ehren, Würden und Rechten und Aigenschaften u.a. w. — 
dem Erbern Herrn Ohonradten dem Helberter, di Zeit Techant 
hie disshalm des Semmerings in Saltzburger Bisturob vnd 
pfarrer der Khirrchen Sannd Nikla zu dem Pröckleins vmb 
vierthalb hundert pfund und Syben pfunt winner pfennig ... Es hat auch 
der egenannt Herr Chonrad dazselb obgenannt guet khaufft in beaoniidvr 
gotlicher lieb vnd Andacht umb sein aigenhafft guet zu einer Ewigen Hess 
seinem vorgenannten gotzhauss ze Prugkleins. Also der pfarrer 
die vorgeschribenen gueter vnd al sein Nachkhommen ewiglich sollen innen 



139 

habeD, nutzen vnd niessen, vnd allen iren frumm damit mugen geschaffen, 
wie es in aller fögleiehst ist, an (ohne) all widerred ynd Irrung. Auch hat 
der obgenannd Herr Chonrad vollen gewalt dieselben Mess pey seinem ege- 
nannten gotzhanss ze ordnen, ze stifften, vnd punt darfiber aufzusetzen seinen 
Naehkhommen gänntzlich nach seinem Willen wie dieselb Mess täglich Tollfurt 
soll werden. Got zu lob u. s. w.'' ^darüber zu ainer waren vrkhundt ?nd 
sieherhait, ?nd daz der chauf vnd Hanndl vnd sach also stets vest vnd vntzer- 
prochen beleiben, so geben wir dem obgeschriben Herrn Chonraten und allen 
seinen Nachkommen den gegenwurtigen Brief, versigltn mit vnnser vorgenannten 
Abbt Peter vnd des Convents bayder anhanngunden Insigelln. Geben Nach Christi 
gebiird viertzehenhunndert Jar darnach in dem dritten Jar. An sannd Gilgentag 
(1403 , 1. Sept. St. Ägydius-Tag). 

Prfickleins (jetzt Prigglitz zwischen Neunkirchen und Gloggnitz), ist 
eine uralte einst ansehnliche Pfarre. Über die dortige Pfarrkirche siehe den 
interessanten Aufsatz in Hormayr*s Taschenbuch für die vaterländ. Geschichte, 
Jahrg. 1828, S. 151—157. — Weiskern, Topographie 1 , 92. Brückleins. 

LXV. 

Gebehart de gozinüdorf, yon Goizer6(iorf(Geizersdor(), ob der Trai- 
ten, zwischen Herzogenburg und Traismauer, jetzt ein Pfarrort unter dem Patro- 
nate des Stiftes Göttweig, früher ein eigenes herrschaftliches Gut. — Die von 
Gebhart uns geschenkte Au (pars augie) durfte wohl ebenda, längs der 
T r a 1 8 e n zu suchen sein. 

(Über das alte österr. Rittergeschlechi derGezendorfer, von G o t z e i n s- 
dorfy Gozindorf, siehe WissgrilPs Schauplatz des n. ö. Adels, HL Band, 
S. 314.) 

Lxvm. 

Tema, zwei Dörfer, Ober- und Ünter-Thern, zwischen Gross- 
Weickersdorf und Ober-Hollabrunn. U. M. B. — In unserem Stifts-Archive 
befindet sieh das Original einer Urkunde, laut welcher Kdnig Heinrich IV. einem 
gewissen Liutwin, Diensimann seines getreuen Ratbodo (Pfalzgrafen in Baiern), 
in loeo Temic dicto XI Mansus in pago Ostrich in der Mark des Markgrafen 
Ernst schenkte, im Jahre 1066. (Siehe Urkuadenbuch zur Geschichte Wiens, 
Ton Freih. v. Hormayr, I. Bd., III. Hft, S. 6, und Babenberger Regesten von 
Dr. V. Meiller, S. 8, Nr. 8 im Auszuge.) Diese Original -Schenkungsurkunde 
kam sehr wahrscheinlich durch einen nachfolgenden Besitzer der eilf Mansus in 
loeo Temie nach Göttweig; vielleicht durch eben den FridericuSy welcher laut 
vorliegender Tradition: „mansum unnm in loeo qui vocatur Tema** sammt 
einigen Leibeigenen hierher sehenkte , und zwar schon vor dem Jahre 1108, 
da es im bekannten Diplome K. Heinrich*s V. heisst: „Terni predium quod 
Fridertcus dedit*^ Das Prediom bestand, nach Angabe des ältesten Gen- 
snalbnches, aus 14Vü Lehen (beneflciis) nebst einem Maierhofe (curia villi- 
ealis). — (Vergl. die „Recht unser Frauen Gotfshaus zu Göttweig, die Ihre Hol- 
den zo T he rn haben'' in den österr. Rechtsbüchem des Mittelalters, von J. P. 



fe 



140 

Kaltenbäck, IL Bd., S.4S.) Der grössere Theil des Gutes Tern, Unter-Thern, 
gehörte aber dem Kloster Garsten. (Siehe Cod. Tradit. Monasterii Gar- 
stensis , im UrkuDdenbuche des Landes ob der Enns 18$2 , L Bd. , S. 159, 
Nr. CXVL — S. 190, CCXV— VI, ferner Geschichte der ehemaligen Benedic- 
tiner-Kldster Garsten und Gleink im Lande ob der Enns , von Franz X. Pritz, 
Seite 21.) 

LXIX. 

Hartwicus, ein Ministerial des Grafen Engelbert (?on Ortenburg?) 
Termachte auf dem Sterbebette seine freieigene Besitzung nach Göttweig, and 
Hess dieselbe durch seinen hochadeligen nahen Verwandten, Namens U dal rieh 
übergeben. 

PureJtariinoinn, jetzt Burgerwiesen genannt, liegt zwischen Hom und 
Kloster-Altenburg. 0. M. B. In der bischöflichen Bestfitigungsurkunde dieses 
Klosters Tom Jahre 1144 erscheint ein Lanthfridus de Burgaerewisin unter den 
Zeugen. (Mon. boie. XXVIU, II, S. 224.) 

Herr Theodor Mayer in Melk macht auf diese Tradition unseres Saalbuches 
aufmerksam (im Archiv für Kunde österr. Gescbichtsquellen , II. Jahrg. 1849, 
I. Bd., I. Hft., S. 5, Note), und hält den obgenannten Delegator Udalrichfur 
den Edlen Yon Pernegg? vermuthlich weil Geras und Perneck nicht weit von 
obigem Orte liegen? Udcdrich de Pemekke wird erst c. 1130 urkundlich 
erwähnt , die Tradition mag aber wohl schon 20 Jahre früher , c. 1110 
geschehen sein. 

LXX. 

Dietricus frater Gebehardi eomÜis 9 die Söhne Heinrich's Grafen von 
Formbach und Adelheiden's, Ton denen schon iii der Note Nr. XXI die 
Rede war. 

I>te^rtcA gab für seinen verstorbenen Bruder Gebhard ein Opfer nach 
Göttweig. Zeugen dabei waren Heinricus et frater eins Sigikardus, die Söhne 
Sighard*s L, Grafen von Burghausen, welche sonst erst nach dem gewalt- 
samen Tode ihres Vaters (ermordet zu Regensburg im Jahre 1104, 5. Februar), 
um das Jahr 1112 urkundlich genannt werden (M. Filz, loc. cit. I, 126); 
folglich dürfte auch das Hinscheiden Gebhard's und die Schenkung des 
Grafen Dietrich c. 1104 — 1110 (nicht aber 1094, wie in Mon. boic.) gesetit 
werden. 

Egizinisdorf wird schon in unserem StifCüngsbriefe angeführt und gleich 
darauf fTai/minörunrnn , so dass man wohl schliessen darf, beide Orte seien 
nicht weit von einander gelegen ; Hagenbrunn ist nur eine viertel Stunde 
von dem Pfarrorte Klein-Engersdorf entfernt, aber auch Lang-Ensersdorf 
liegt nicht weit davon, mehr südlich am Fusse des Bisamberges. Dass Graf 
Dietrich von Formbach in der dortigen Gegend begütert war , hat 
Dr. V. Meiller in der Note 155, S. 216, zu den Babenberger Regesten deutlich 
erwiesen, (Vgl. auch Nr. CXV.) Im Klosterneuburger Saalbuche loc. cit. S. 108, 
Nr. 501, kommen als Zeugen einer Schenkung Heinrich et Adelrammus de Gtiit- 
%inesdorf, dann Odalrich de Egizinestorf vor ; Maxm. Fischer bemerkt dasn 



141 

(S.282), dass Cruncinesiorf und ^^mne^^or^ vielleicht deoselben Ort bedeuten» 
und für Günselsdorf oder Guntersdorf gelten könnten ? 

LXXI. 

Piligrimus gab seinen Sohn Chunrad zur Erziehung in die hiesige Klo- 
sterschule , und schenkte bei dieser Gelegenheit sein Gut „hörne dictum''. Es 
ist vermuthlich derselbe Edle de Rotingin, welcher wie aus Nr. XXXI ersicht- 
lich , um die jetzige Stadt Hörn 0. M. B. begütert und unserem Gotteshause 
sehr geneigt war. 

Werigand comes ist der bekannte Graf von Pia in im Salzburger Gau, 
von dessen Abstammung und Familie M. Filz in seiner Geschichte von Michael- 
beuern, I, 199 ausführlich handelt, und unter anderen sagt» dass Werigand 
die Grafschaft Pia in seinem Sohne Liutoldl. überlassen, und sich, wie es 
scheint , meist in Osterreich aufgehalten habe , nur den Titel Comes führend. 
So erscheint er mehrmals in unserem und auch im Klosterneuburger Saalbuche, 
Nr. 86 (Note), 122, 123, 150. 

Lxxn. 

Süua NoriwaUt so hiess damals die ausgedehnte waldige Gebirgsge- 
gend, welche sich zwischen Osterreich, Baiern und Böhmen hin erstreckte, 
ohne gerade die Grenze zwischen diesen Ländern zu bilden. Das Viertel ober 
dem Mannhartsberge wird noch jetzt davon das Waldviertel genannt. (Ober 
den Nordwald und seine Ausdehnung siehe Fr. Kurz, Beiträge zur Geschichte 
des Landes Österreich ob der Enns, IV. Th., S. 512 u. s. f. — Fr. Fritz, Ge- 
sehichte des Landes ob der Enns , I, 361 u. s. w. — Einleitung zum XVI. Bd. 
[U. Abth., in. Bd.] der kirchl. Topographie.) 

Ein Stück des Nordwaldes, in der Umgegend des jetzigen Marktes 
Kottes hatte schon Bischof Altmann nach Göttweig geschenkt, späterhin 
wurde dem Stifte diese Besitzung entzogen, oder geschmälert , und zwar ver- 
rnnthlieh von dem Landesfürsten selbst, Markgrafen Leopold IL dem Schonen, 
da es in der Tradition heisst: „per tumorem Leopoldum (est) restituta''. Als 
dieser L e op o 1 d IB. (IV. der Heilige) zur Regierung kam, im Jahre 1096, gab 
er auf die Bitte des Abtes und der Klosterbrüder den entzogenen Waldantheil 
wieder zurück, dessen Abgrenzung vorher genau bestimmt wurde; nämlich 
westlich vom Ötzbache (Obizinbach) am Nordfusse des Jauerling bis zur 
kleinen Krems , dann vom Arzberge (a monte qui metallicus dicitur) der 
södlieh liegt, bis zu einem Neubruche novale, Chotansriuti dictum, wenn nicht 
der jetzige Markt K o 1 1 e s (Chotans, Nr. CCXVI) selbst, doch gewiss in dessen 
Nähe. (Vergl. Nr. CXVI.) 

Die Rückgabe dieser Waldstrecke ist wohl in die ersten Jahre des Mark- 
g^fen Leopold III. zu setzen und von ihm persönlich in der Stifts- 
kirehe feierlich geschehen, wie aus dem Wortlaute der Tradition zu schliessen: 
... ad ipso solempniter super altare S. Marie celebrata est traditio . . . pre- 
sentibus etiam suis ministerialibus plurimis. Als Hauptzeugen sind namentlich 
angeführt: W e r i g a n t, der früher erwähnte Graf von Piain : dann Dietmar 



144 



LXXVI. 

WaUriehUdorf, Ober-Waltersdorf an der Triesting, südöstlich tod Trais- 
kirehen. U. W. W. Unser Stift hatte dort schon ?or 1108 Grundbesitz erhalten, 
da es in der Urkunde K. Heinrich's V. heisst: y^Waltriehittorph mansus dues**, 
durch nachfolgende Schenkungen und Zukaufe wurden diese Stiftsbeeitzungen 
bei Ober- Waltersdorf , zwischen den Triesting- und Piesting-Bächen (in medio 
duorum fluminum Triettnich et Piettnieh) bedeutend vergrössert (siehe 
Nr. CCXXV und CCXXVO- 

Lxxvn. 

Chälingin predium, unter dieser Benennung nicht mehr bekannt ; etwa der 
Gütlhof? bei St. Georgen am Steinfelde, ausser St. Polten. 

LXXXIV. 

Tristnieh predium, dem filtesten Dienstbuche zufolge im Ybbsfelde 
gelegen, und demnach yermuthlich die Rotte Trisenegg unweit des 
Pfarrdorfes St. Georgen. 

LXXXVII. 

Imizinisdorff Inzersdorf , Pfarrort nahe der Traisen, zwischen Herzogen- 
burg und Traismauer. 0. W. W. 

AJUmannüdorf, Altmannsdorf (gewöhnlich Almersdorf), unweit der Traisen, 
in der Pfarre Pira. 0. W, W. 

XC. 

He^imannisdorf, Hezmannsdorf in der Pfarre Wullersdorf. U. M. B. (Vgl. 
Nr.LIX.) Das Predium bestand, wie die alten Dienstbücher angeben, aus : „Y bene- 
ficiis und einer Curia decimalis*'. 

XCI. 

Rudolfus nobüü, yermuthlich der Edle de Perge (vgl. Nr. V, VI, CXCV). 
Adümdorf, Adeldorf, in der Pfarre Pira. 0. W. W. 

xcn. 

Geroltingin, Gerolding, ein Pfarrdorf, östlich von Schönbüchl, 0. W. W., 
früher zur nahen Karthause Aggsbach gehörig. Im Jahre 1160 (? 1164) erhob 
Bischof Rupert yon Passau auf die Bitte seines Ministerialen Marehward dt 
Schonenbuhelen und mit Zustimmung Gebhard's, Pfarrers zu Melk, die Capelle 
zu Geroldingen zu einer (sogenannten) Taufkirche mit einem eigenen 
Priester. (Raym. Duellii Excerptor. Genealogico-Hist. pag. 175.) 

XCffl. 

Saphya Herimarmi regis relicta, Witwe? Hermanns yon Luxem- 
burg, welcher im Jahre 1081 yon der päpstlichen Partei zum Gegenkönige 
Heinrich's IV. erwählt wurde, aber schon im Jahre 1088 seine Krone freiwillig 



14S 

niederlegte und sich in seine Erblande begab , wo er bald darauf eines gewalt- 
samen Todes gestorben sein soll. 

Als Hertnanns Gemahlin findet man sonst allgemein Adela, oder Adel- 
heid angegeben, eine Tochter Otto*s von Orlamunde, Markgrafen ?on Meissen 
und Thöringen , Witwe Adalbert*s , Grafen von Ballenstätt (f 1076). (Siehe 
Ludw. Gebhardi, histor.-geneal. Erläuterung der europ. kaiserl. und königl. 
HSuser.) Bei der Synode zu Quedlinburg , in der Osterwoche 1085 kam auch 
unter anderen wichtigen Gegenstfinden die Verehelichung des Königs Hermann 
(mit der obgenannten Adelheide?} zur Sprache. Der päpstliche Legat Otto, 
Bischof von Ostia , forderte wegen zu naher Blutsverwandtschaft eine Trennung 
dieser Ehe, und drohte dem Könige mit dem Banne, wofeme er nicht von der Ver- 
ehelichung abstehe. Hermann erklärte, dass er sich ganz dem Urtheile der 
Synode unterwerfen wolle. Die Anwesenden stimmten aber dahin, dass in diesem 
Punkte nichts entschieden werden könne , weil kein gesetzlicher Ankläger vor- 
handen sei. (Bernoldi Chronicon ad an. 1081, 1085, 1088. Pertz, Monumenta 
Germaniae historica 1844, Tom. VU, pag. 437, 442, 443, 448.) 

In der allgemeinen Eocyklopädie der Wissenschaften von Ersch und Gruber 
(III. Sect., V. Th., S. 301, Artikel: Orlamunda), finde ich die beachtenswerthe 
Notiz, dass obige Adelheid in zweiter Ehe mit dem Pfalzgrafen Hermann 
bei Rhein, nicht aber mit dem Gegenkönige Hermann vermählt 
gewesen sei, wie einige Historiker angeben. Helf. Beruh. Wenk soll in seiner 
hessischen Landesgeschichte Ol. Th., S. 209 diesen Irrthum umständlich wider- 
legen. — Leider ist mir letzteres Geschichtswerk nicht zur Hand. 

In den Mon. boic. XXIX, U, 55 ist auch diese Tradition unter anderen 
angeführt and derselben eine Note beigesetzt, deren Verfasser (Hormayr?) 
Röhler's Angaben (de Familia August. Lucemburg, pag. 11 — 22) über die 
Gemahlin Hermann*s benätzte; nur statt Adela oder Adelheid setzte er ohne 
weiteres den Namen Sophia, und schliesst dann, aus der Lage? des geschenkten 
predium Meginoldi (Meingoldsdorf) , dass diese Sophia mit d^ Vo h b u r- 
gern verwandt gewesen sei. Im Archive für Geographie, Historie u. s. w. 
X. Jahrg. 1819, S. 236, machte Freih. v. Hormayr folgende Bemerkung: „Diese 
merkwürdige Stelle (des Göttweiger Saalbuches) zeigt uns die bisher noch unbe- 
kannte Gemahlin des (•]- 1088) Gegenkaisers wider Heinrich IV., Hermann von 
Luxemburg, Sophie und ihren Sohn Otto, durch den Passauer Bischof A 1 1- 
mann, Stifter von Göttweig , in Verhältnissen zu dem so weit entfernten 
Osterreich, Ihre Enkelin, gleichfalls Sophie gilt für die Ahnfrau der Grafen 
von Bentheim''. — ? 

XCIV. 

Maehlanit so hiess das jetzige untere Mflhlviertel bis zum Haselgraben bei 
Linz in Ober-Österreich. (Fr. Kurz» Beiträge, IlL Bd., S. 367-377, und Pritz 
in der Geschichte des Landes ob der Enns, I, 363 u. s. w.) 

XCVI. 

MairehwarHsdorf, von dem Grfinder und Besitzer, dem Edlen March- 
war d , so benannt , ist der jetzige Markt Markersdorf (seitwärts der 
Fontes. X. 10 



U6 

LiQi(er*>Post»triiMe, swischeo St« PöHeo «od Melk), dea»eQ Qevohner 4er StifU- 
herrschaft Göttweig unterthäoig waren. (Siehe ^d%$ PantAting, Freyhfit Tuid 
gerechtigkeit des aigen lu Markheratorff vnd der ynderibaDeD daselbst^ 
(?om Jahre 1622) in den österr. Rechtsbüchern des Mittelalters, von J. P. Kai- 
tenbfick, 1847, II. Bd., S. Si.) Die Kirche in Markersdorf, von der 
in dieser Tradition die Rede ist , wird in einem Bestfitigungsbriefe des Passaner 
Bischofs Rudiger für das Chorherrenstift in St. Pdlten vom Jahre 1248 aufgeführt 
unter den Capellen (exemptis et non exemptis), welche zur Pfarrkirche in 
St Polten gehören. (R. Duellii Miseellaneor. Lib. I, 370.) In einer Früh-Mess- 
Stiftungsurkunde vom Jahre 14S1 wird sie noch eine i^J^ukirchen der Pfarr- 
kirche SU Haindorf*' genannt. Jetat steht Markersdorf als eigene 
selbststfindige Pfarre unter dem Patronate des Abtes von Göttweig, 
und wird von einem Stifts-Mitgliede seelsorgerlioh verwaltet. 

Marekwardu9 und Ftcidericw sind vermuthiich die oft erscheinenden Pas- 
sauer-Ministerialen de Sconenpuckel, vom nahen Schönbüchel. (Vgl. Note sa 
Nr. XCIl und CCLXXIII.) 

xcvm. 

Piriuüegium regis Heinrici V. , ist jene wichtige Schenkungs- und Besta- 
tigungs-Urkunde , welche König Heinrich Y. auf seinem Kriegssuge nach 
Ungarn im Jahre 1108 am 6. Sept. su Tulln für unser Stift ausstellen liess, 
laut welcher derselbe auf die Fürsprache des Passaner Bischofs Udalrich, 
dann seiner Schwester Agnes und ihrea Gemahls, Markgrafen Leopold 
III. (IV.) und dea Heraogs Weif von Baiern zum h. Marien-<Altare in Gött- 
weig eine In fei übergah: „queuulgo dieitur Mutheimeruuerth*'. Ein gewisser 
Ad albert hatte dieselbe als landesfurstliches ? Lehen Im Besitze, und üher- 
liess sie spfiter g&nzlich dem Stifte. (Siehe Nr. CCXLIV u. Anhai^» Nr. VII.) 

K. Heinrich Y. bestfitigte zugleich alle Schenkungen Bischof Alt« 
mann*s und der übrigen WohlthSter an unser Gotteshaus. Nach Anführung 
derselben, grösstentbeils nach dem Wortlaute unseres Stiftungsbriefes vom 
Jahre 1083 heisst es weiter : »Ista que sequuntur, ceteri fideles contuleruikt . . . 
et cetera recte quisita ,^ indem jene Güter und Besitzungen namentlieh aufge- 
zählt werden, welche unser Stift vor 1108 theils durch Schenkung, theils 
durch Kauf und Umtausch erworben hat ; die meisten * dieser Erwerbungen 
kommen auch im Saalbuche vor. (Siehe Nr. XYI, XXXII, XXXIX, XLY, XLYIII, 
LY, LXIIl u. m. a.) Dieser königliehe Privilegiumsbrief wurde auf 
Anordnung des Diöcesan-Bischofs Udalrich von Passau in einer Di5cesa»- 
Synode vor einer zahlreichen Yersammlung vieler Edlen geistlichen und welt- 
lichen Standes öffentlich bekannt gemacht. 

Anwesend waren: 

De domo 8, Stdumtoris, d. i. vom Benedictiner-Stifte Kremsmünster, der 
Abt Adalram (1090—1122, f 11. Mirz). 

De domo S. Stephani, lembertus, Propst der Canoniker an der Dom- 
kirche des h. Stephanus zu Passau ; vermuthiich derselbe Imbertus , welcher 
in einer Urkunde des Bischofs Udalrich für St. Florian vom Jahre IUI, 
23. August y noch decanus genannt wird, so dass man daraus schliesaen kann. 



147 

diese Diöeesan-Synode, von der hier die Rede ist, sei erst nach dem Jahre 1111, 
und ?or 1116 gehalten worden. 

De domo S. Nicolai^ Tom regulirten Chorberrenstifte St. Nicolai bei Passau 
der Propst Udalrieus, welcher aber in der Reihenfolge der Vorsteher dieses 
Stiftes in Monum. boic. IV, pag. 216 ausgelassen oder gar nicht bekannt ist. 

De domo S. Floriani^ vom Chorherrenstifte St. Florian, der Propst Isin- 
bertus. (1099—1116.) 

De domo S* Michaelis, Yom Chorherrenstifte Reichersberg am Inn, der 
Propst Pezimannus. (In Monum. boic. III, 395« wird Berbinus, resig. 1116, 
als Erster Propst angeführt.) 

Williherius, Dechant der Stephanskirche zu Passau, mit drei Erzpriestern. 

De primatibus, aus dem Laienstande wohnten der Versammlung bei : 

Dietricus comes, der bereits mehrmal genannte Graf von Formbach und 
Schirmvogt des Stiftes St. Nicolai. (Nr. XXI, LXX.) 

Udalricus de WiUiheringen , advocatus super domum S. Stephani , dem 
Bischof Udalrich das wichtige Amt der Schutzvogtei über einige Passauer 
Besitzungen übertragen. (Vgl. Nr. CCXVU.) 

Reginhertus et duo filii eitis, vermuthlich der Edle von Hagenau, Mit- 
stifter der Abtei Seitenstätten. (Vgl. Note Nr. XVI.) 

XCIX. 

Sylua hauperg, dieser Wald lag (der Tradition Nr. II zu Folge) zwischen 
den zwei Perschlingbächen , in der Umgegend von Pira, wo noch jetzt ein Ort 
Namens Heuberg zu finden. Bischof A 1 1 m a n n hatte Alles , was in diesem 
Districte ihm zugehörte und gebührte (quicquid sui iuris eratj^ nach Göttweig 
gewidmet. Allein einige Ministerialen der Passauer Kirche bestritten die Recht- 
naSssigkeit dieser Schenkung, und machten besonders auf den Wald Hauper g, 
als ein ihriges bischofliches Lehen einen Anspruch. Bischof Alt mann überliess 
dfe Entscheidung dieser Sache einem Gottesurtheile, wie es dazumal üblich war, 
nSmlicb der Probe durch das Anfassen eines glühenden Eisens (judicio igniti 
ferri), welche die Stifts-Canoniker in Gegenwart des Bischofs und vieler Anderer 
glicklich, d. b. ohne Verletzung bestanden, und sich so im Besitze des Waldes 
hauperg behaupteten. Als Zeugen werden genannt: 

Engühertus, Erzpriester und Vorsteher im regulirten Chorherrnstifte zu 
St. Polten (vom Jahre 1081 bis? •{• 6. October), mit drei anderen Priestern. — 
Ferner die Laien : Rudolfus de herga (in unserem gleichlautenden Codex 
Tradit B. „fikius Walchunonis^ genannt, von dessen Geschlechte in der Note 
Nr..CXCV ausführlich die Rede sein wird; und Hartlieb (Nr. CII). 

Über die Gottesurtheile durch Wasser und Feuer und die dabei üblichen 
Gebräuche u. s. w. hat Anton Ritter von Spaun einen interessanten Aufsatz mit- 
getheilt in den Beiträgen zur Landeskunde für Österreich ob der Enns , V. Lief. 
1846 , S. 469 u. s. w. — Das Privilegium des Bischofs Conrad von Passau für 
die Burger der bischöflichen S t a d t St. P ö 1 1 e n, betreffend die A b s c h a f f u n g 
der Ordalien und die Führung des Zeugenbeweises; act. 1159, 3. Mai, ist 
nun auch im Archive für Kunde österr. Geschichtsqnellen X. Bd. 1853, I. Hft., 

S. 91 enthalten. 

10* 



148 



C. 

Udalrietts de kouistetin ist yerinuthlich ein Sohn jenes Pil igrim, dessen 
Allodial-Besitzungen bei Hofstätten, in der GrenEbescbreibung der Pfarre 
Küib (Nr. X.) erwähnt werden, . . . (pilam transit recto limite inter duo allodia 
marchionis et domini Pütgrimi pertingens usque ad montana). Es ergibt sieh 
aus unserem Saalbuche folgende Zusammenstellung : 

Dom. Piligrimus 

c. 1080. 

/^ "^ -^ 

Udalricus de houistetin 

c. 1114. 

Udalricus Piligrim Tiemo 

c. 1156 conversus c. 1156. ux. ?€bumgundis 



Gottwici N. fiiia 9 Chunradus de Hofsteten 

(cf. Nr. CCLXXIV.) ante 1142. 1156—1183. 

(Regesten.) 

Tiemo , miles de Hovestetin mit seiner kranken Tochter werden in Vita B. 
Bertholdi bei H. Pez, Script. 11, pag. 120, c. XXXIX erwähnt. Ob Chunrad de 
Hofsteten welcher mit seiner Mutter Chunigundis und Schwester eine Schen- 
kung nach Klosterneuburg machte, c. 1159 (Codex Claustr. S. 52, Nr. 259^ — 
Regesten, S. 43, Nr. 49) von Tiemo abstammte, oder überhaupt nach Hof- 
stätten an der Bielach zu setzen sei, ist noch ungewiss. — Auch in Vita B. Alt- 
manni 1. c. 161, wird muHer quaedam nobilis atque devota de Castro suo, quod 
Hofstetin yocatur • . . angeführt. 

Diese Edlen de Houistetin an der Bielach waren mit den benachbarten 
Edlen de Rabenstein und Mainburg verwandt, ja vielleicht die Ahnherrn derselben. 
Hofstätten war im 14. Jahrhunderte noch im Besitze der Herren von 
Weissenburg (einer Linie der Rabensteiner) , welche das Patronat der 
Pfarre daselbst im Jahre 1321 unserem Stifte überliessen. (Kirchl. Topographie 
VI. Bd., Decanat Wilhelmsburg.) Den Zehent bei Hof s tätt e n hatte unser Stift 
schon von dem Bischöfe Altmann zugleich mit der Pfarre Külb erhalten ,r in 
deren Umfange Hofstätten lag. Der Edle Udalrich wünschte nun den Drittel- 
zehent vom Kloster einzulösen und trug dafür dem Abte eine andere vollständige 
Besitzung zum Tausche an, welcher auch wirklich von den Klosterbrüdern 
angenommen und geschlossen wurde, nachdem der Diocesan- Bischof seine 
Erlaubniss , der Landesfürst und der Schirmvogt ihre Zustimmung gegeben. 
Leider sind die Namen des Bischofs und Abtes , des Landesfürsten und Schirm- 
vogtes im Texte ausgelassen, so dass man die Zeit der Verhandlung nicht genau 
bestimmen kann. Im Manuscripte des II. Tom. Chronici Gottwicens ist sie unter 
die Acta Abbatis Nanzonis (1114—1125) eingereiht. 

Die eingetauschte Besitzung, possessio Rategasth, jetzt Tradigist 
genannt, südwestlich von Hofstätten gelegen, war von bedeutender Ausdeh- 
nung , wie aus der Grenzbeschreibung zu ersehen , die im Codex Tradit. B. 
angeführt ist, und lautet: ,,Ascendit terminus iste de plespizpaeh sursum 
per montem qui dicitur mettit^rant et per medium Iwinperch in iuuinhatk 



r 



149 

et descendit per maiorem rategast in minorem, et de minori rategasth 
ascendit sursum per medium montem qui dicitur Zekkirniz ad altum lapidem 
et de lapide io zekkimizhach et sie in piela descendit". Es umfasste dem- 
nach diese Besitzung die ganze sogenannte Tradigist-Gegend zwischen 
Kirchberg an der Bielach und Rabenstein, indem die Grenze von Piespitzbach 
aufwfirts ging über den Mettenbrant und Eibenberg in den Eibenbach, 
einen Zufluss des Tradigistbaches, welcher jetzt die Katastral-Grenze 
zwischen Gross- und Klein- oderKirchberger- und Rabensteiner-T r a d i g i s t 
bildet; von da wieder über den Zögernitzberg zu einer hohen Steinwand, 
und dann abwärts in den Zögernitzbach, welcher bei dem Hause „am 
Zogernitzbach*' unweit Rabenstein in die Bielach fällt. —(Zur Auffindung 
und genauen Nachweisung solcher Gegenden sind selbst unsere neuesten Land- 
karten noch mangelhaft und ungenügend!) — Das Gut Tradigist war lange 
im Besitze unseres Stiftes und wurde gewöhnlich von dem Pfarrherrn in Külb 
oder Rabenstein als „Praefectus in Tradigist*' verwaltet. Im Jahre 1701 kam es 
aber in andere Hände. 

Dass der alte Name Ratega^t (Radigist) an den slavischen Sonnengott 
Radhost (den Mars der Wenden) erinnere und auf eine Niederlassung der 
Slaven an der B i e 1 a — deutsch Weissenbach — schliessen lasse , hat bereits 
Ign. Keiblinger in der Geschichte Melk*s I, S. 65, Note 3 bemerkt. Auch Zek~ 
kirnitz ist slavisch und kann mit Kirchenbach übersetzt werden, von zirkewt 

die Kirche. 

CI. 

Paho, eiwsi de Amerange 9 einer Hofmarch im ehemaligen Chiemgaue, in 
Ober-Baiern (siehe Nr. CCXLYIII); oder de Riedmarcha (laut Nr. OCX VIR und 
CCXXI) , vermachte dem Stifte seine Besitzungen und Eigenleute in hawaria. 
Leider sind dieselben nicht benannt, so dass man auch ihre Lage nicht bestimmen 
kann. Abt Magnus Klein vermuthet, dass darunter jene Güter zu verstehen 
seien, welche das Stift im Lande ob der Enns, zwischen der Traun und 
Donau besass (Officium de bonis in Traunveld). 

cii. 

Rudolfus nohüis, — de Perge? 

Tiefenbach, zwei Dörfer, das eine, hier gemeinte Ober-Tiefenbach 
unweit Pira, das andere, Unter-Tiefenbach, nahe Böhmkirchen. 0. W. W. 

CIV. 

Beeil de Putine , schwerlich den Grafen von Putten zuzuzählen, sondern 
vermuthlich nur ein ritterlicher Lehensträger derselben, in der Grafschaft 
Pfltten, oder vielleicht Castellan auf dem Schlosse Putten , südlich von Wiener- 
Neustadt. — Aquil Caesar führt in den Annal. Ducat. Styriae I, 513 mehrere 
Edle (ingenuos seu nobiles) de Putine an, kennt aber unseren Wohlthäter H e c i I 
(Heinrich) nicht. (Vgl. auch Weiskern II, 70—72. Moritz, loc. cit. 174.) 

Stichinbrunnin , vielleicht das unweit Putten (nordöstlich) liegende 
Stinkenbrunn, welches jetzt zu Ungarn bezogen ist und auch Büdösküt 
heisst. 



ISO 

Otachar marchio, von Steier der VI. (IV.) d. N., in dessen Markgrafschafl 
Pötten lag. (Pniz , Geschichte der Of tokare 1. c. 232 , u. s. w.) 

HartwieUB de Rudnicha, in Reidling, unter Traismauer ansässig, und an 
der Traisen reich begOterty war ein Bruder Walter's und Ernst's de Traisma und 
Adalram*s de Eppinberch. In einigen Urkunden wird Hartwicus auch de Traisma 
benannt. Über ihn und seine Nachkommen hat Herr Wilhelm Bielsky interes- 
sante Forschungen mitgetheilt, suerst im Notizenblatte der kais. Akademie der 
Wissenschaften, Jahrg. I, 1851, Nr. V, S: 76 u. s. w., und dann im Archive 
fflr Kunde österr. Geschichtsquellen, IX. Bd., S. 273 — 278. — (Siehe auch 
Nr. CCLVIII.) Über die Zeugen Ekkirich de Chufarin^ Heriman et Reginhart 
wird in Nr. GXCIII , CGXII ausführlicher die Rede sein. 

cv. 

Indziniidorf, Inzersdorf ob der Traisen, siehe Nr. LXXXVII, CXLV. 
Nizo, vom benachbarten Chuffam. (Vgl. Note Nr. XLIV.) 

CVI. 

Cholinbach, etwa Kohlnberg (Kalmbach), unweit des Pfarrortes Külb. 
0. W. W. 

cvn. 

Rorishach, den Stifts-Urbarien zu Folge Röhrenbacb, nahe der Persch- 
ling , in der Pfarre Böhmkirchen. 0. W. W. 

CIX. 

Wolfker nobilis , welcher eine Hube (mansum) bei Sewarint d. i. Sebam, 
nahe der Donau unterhalb Grafenworth, U. M. B., für seinen Vasallen Megingaud 
nach Göttweig opferte, war im heutigen Unter-Nalb ansässig und begütert, 
wie sich aus der nächsifolgenden Tradition ergibt. (Vgl. Nr. CXLIII.) 

cx. 

Ecclesia apud Naliuph , die Pfarrkirche zu Unter-Nalb , unweit Retz, 
0. M.B., mit den dazu gehörenden Filialen wurde schon vor dem Jahre 1083 von 
obgenanntem Wolfker, der dieselbe sammt allen Einkünften vom Paasauer 
Bisthume zu Lehen hatte, unserem Stifte abgetreten. Es heisst in der Stif- 
tungs-Urkunde : „Parroehiam ad Nediuh cum ecclesia ad Pfaffendorf et dote 
earumdem ecclesiarum et decimatione uillarum ad easdem ecclesias pertinentium 
quas nobilis uir Wolfkerus, ut ipse ab* Episcopatu habuerat, cenobio tradidit in 
proprium ius ea conditione, ut ab ipsis in diuino aeruitio prouideantur et fratrum 
utilitati nuJlatenus auferantur*'. Unter-Nalb mit der nahen Filiale Ober-Nalb, 
ferner Pfaffendorf südöstlich davon, am Pulkaubache, jetzt eine eigene 
Pfarre mit der Filiale Beigarten, so wie die benachbarte Lokalie Jetzels- 
d rf stehen noch jetzt unter dem Patronate des Stiftes, und werden von Mitglie- 
dern desselben seelsorgerlich verwaltet. Abt Gottfried Bessel erbaute in Unter- 
Nalb ein neues Scbloss, und versetzte dahin im Jahre 1721 die A mt a-V e r w a 1- 
tung für die jenseits der Donau liegenden Stifts besitzungen, 
die sich früher im Göttweiger-Uofe in der Stadt Stein befand. Dies diene 



151 

zum Verstehen des Ausdnickes in den filteren topographischen Handbüchern : 
»Göttweiger Stiftsherrsehaft Stein und Nalb; oder auch Prop- 
stei Nalb<<. 

CXI. 

Guhkingin, Gugging, westlich yon Klosterneuburg, an der Grenze der 
Viertel Ober- und Unter- W. W. Im Stiftungsbriefe heisst derselbe Ort G u k- 
k e n d o r f, wie aus den voraus angeführten, beoachbarten Ortschaften Chuni- 
hofttetin . . . Zeizinmura . . . und dem nachfolgenden Chirlingin zu schliessen. 
In den späteren Bestätigungsurkunden der Stiftsbesitzungen findet man schon 
G u k k i n g i n geschrieben. 

CXIII. 

PoHngin^ jetzt Pöding genannt, zwischen Perschling und Wirmla. 0. W. W. 

Litaha , die Leitha , welche aus mehreren vereinigten Bächen entsteht und 
eine kurze Strecke die sGddstliche Grenze Österreichs gegen Ungarn bildet. Dass 
unser Stift dort, zwischen der Fischa und Leitha, bedeutende Besitzungen hatte, 
ist aus Nr. II zu ersehen. 

Heidinrieus nobilis, vermuthlich derselbe Edle de Erlaha, welcher schon 
in Nr. XXXI als Zeuge angeführt ist, und seinen Sitz zu £ r 1 a c h sudlich von 
Wiener-Neustadt , gehabt haben mag , wo eben der Püttenbach sich mit der 
Schwarza vereiniget, und dann den Namen Leitha annimmt. 

Chunrctdus aduocatus, der Sohn Ulrich*s , Grafen von Rateinberg, musste 
als Schirmvogt des Klosters beim Gfitertausche zugegen sein. 

cxv. 

Dominus Hezü, nobiscum in monasterio degens, von hochadelicher Geburt, 
— denn dominus, nobilis, waren damals nurPrädicate des hohen Adels — aber 
aas welchem Geschlechte? vielleicht den Grafen von Formbach und Neuburg 
zuzuzählen? wie man aus H e z i Ts Vergabung zweier mansus in B a w a r i a 
rermuthen konnte. Oder sollte der kurz vorher (Nr. CIV) genannte „diues Hecil 
de Putine" gemeint sein ? Auch an Heinrich, den Sohn Haderich's könnte man 
denken , welcher in unserem Kloster lebte. (Nr. LIV.) 

Dieiricus de Vormbach machte mit dem Stifte einen Gütertausch , indem 
er für zwei Haben in Bawaria, zwei Weingärten ad Asehaa^Sr, II), und dritt- 
halb mansus he\Egizmsdorf (Jfr. LXX) seine Besitzungen bei Mauer, nament- 
lich die dortige Kirche mit Allem was dazu gehörte, den Klosterbrüdern abtrat. 
Dies mag wohl zur Zeit des ersten Abtes Hartraann, aber erst nach dem 
Jahre 1108 geschehen sein, da im Bestätigungsbriefe K. Heinrich*s V., wo doch 
alle damaligen Stiftsbesitzungen angeführt werden, von der Kirche zu Mauer 
noch keine Erwähnung geschieht. Erst in «iner Urkunde Bischof Beginmar*s von 
Passau (c. 1124) heisst es . . . „Insuper ad Mura est ecclesia sancte Marie 
cum omni sua ibidem et ad Vrspring dote et decimatione ex predio inibi sito 
Nobilium Ekkeberti, IHetricij Oudalrici et Herimanni fratrum absque diui- 
sione*'. (Siehe Anhang Nr. IX.) Ursprung ist ein Dörfchen , zwischen 
Mauer und Melk. — Im Umkreise der Pfarre Mauer wurde von Reinmarus, 




152 

einem Ministerialen der Grafen Heinrich und Sighard de Schala eine Capelle im Orte 
W er d erbaut, und am 5. Aug. 1147 eingeweiht. (Mon. boic. XIX, II, 215. Chmera 
Geschichtsforscher, 11. Bd., III. Hft., S. 350.) Wo dieser Ort W e r d e mit der 
genannten Filialkirche zu suchen, konnte ich bisher nicht ermitteln. Über unsere 
Pfarrkirche zu M a u e r hat Ign. Fr. Keiblinger einige interessante Notizen mit- 
getheilt in Hormayer*s Taschenbuche für die vaterl. Geschichte, IX. Jahrg. 1828, 
S. 238— 247- 270. 

Im Dorfe Mauer starb auch G o 1 1 h a 1 m, der treue Diener des h. Colo- 
m a nn , auf der Reise nach Melk zur Grabstätte seines Herrn am 27. Juli, 
c. 1017. (Geschichte des Stiftes Melk, I, 152-154.) 

CXVI. 

Liupoldus marchio III. (IV. der Heilige) berücksichtigte die gerechten 
Ansprüche des Stiftes auf einen Theil des Gutes ad Chrie, das er nach dem 
Ableben des Edlen Waldo (f 1120?) ganz eingezogen hatte (?gl. Nr. CLXYl), 
und gab uns zur vollständigen Ausgleichung : „de suo . . . predium , quod 
uocatur Liupoldi** : d. i. das jiBtzige Dörfchen L e o p o 1 d*s , zwischen Kottes 
und Purg, und ein Stück des anliegenden Waldes dazu. 

In den Babenberger Regesten loc. cit. S. 16, Nr. XIX ist dieser Vergleich 
von Dr. v. Meiller c. 1123 eingereiht, in Berücksichtigung des Umstandes, dass 
Waldo — wie oben erwähnt — c 1120 gestorben ist. Im Manuscripte des 
Chronici «Gottwic. Tom. II, ist er unter die Acta Nanzonis, so mit auch vor 
1125 gesetzt. Unter den Zeugen ist besonders zu beachten Heinricus filius 
Hadericiy ohne Zweifel ein Neffe jenes älteren H e i n r i c h*s, der schon c 1100 
in unser Kloster getreten war. (Note Nr. LIV.) 

Bei den zwei folgenden Zeugen findet man im Cod. B den Geschlechtsnamen 
hinzugesetzt ; bei Udalricus filius Reginberti heisst es de Cdkingin, bei Meri- 
hoto aber de Mulihach. Ober die Edlen de Mulibach siehe die Note 
Nr. CLXXXV. 

Von den Herren de Celkingin (Zelkingen), die zu Z e 1 k i n g, unweit Melk, 
ihren Stammsitz hatten, ist in Hanthaler*s Recens. dipl. geneal. Tom. II, 
pag. 371 u. s.w. eine lange Reihe angeführt; unser Udalrich mit seinem Vater 
Reginbert und Bruder (?) Werinhart (Nr. CLXVI) wären der Reihe vorauszu- 
setzen. Reginpreht de eelkingen erscheint auch c. 1120 im Cod. Tradit. S. Ni- 
colai, Nr. III und VII. (Urkundenbuch des Landes ob der Enns, I. Bd. , S. 532, 
533 ; — und Archiv für Kunde österr. Geschichtsquellen 1854, XII, B, 299.) 

CXVII. 

Adalbero de Staudiza, etwa den Edlen de Staatz (Stautz, Stoize) zuzu- 
zählen? deren Stammsitz auf dem Statzerberge, ober dem Markte Sta tz 
zwischen Laa und Asparn an der Zaia , U. M. B. , jetzt in Ruinen liegt. 

Udalricus de Zemiliub kommt auch in den Traditionen Nr. CCII und 
CCLXXXIV vor. 

CXX; 

, Otto cognomento pius — leider ist der Geschlechtsname nicht beigesetzt 
— hatte mit seinem Bruder Naniwicus (der dann in das Kloster trat, wie aus 



153 

Nr. CCXXXY erbellt) eine Besitzung zu Plintindorf (Blinddorf , unweit Pira, 
0. W. W.) für den Fall ihres Ablebens nach Göttweig vermacht , doch sollte es 
ihren Verwandten freistehen , dieses Gut um dreissig Mark Silber einzulösen. 
(Siehe Nr. CCCL.) Gegen diese Vergabung scheinen aber die Verwandten Ein- 
sprache und Klage erhoben zu haben, so dass Otto sein unbeschränktes Eigen- 
thumsreeht auf das besagte Gut erst vor dem Landesfürsten beweisen musste, 
wie aus den Wortea des Saaibuches zu schliessen : „ . . . predium suum Plin- 
tindorf quod iure libertatis possederat» et quod extra partem et ins here-- 
ditarium afpnitatis in presentia Liupoldi marchionis per sententiam obti- 
nuerat. . . .^ 

Als ihm demnach von dem Markgrafen Leopold das Recht zugesprochen 
worden war, übergab Otto vor seiner Pilgerreise nach Jerusalem das genannte 
Gut den Klosterbrüdern in Gdttweig, nur mit Vorbehalt zu Gunsten seiner 
Nachkommen , die dasselbe um zweihundert Mark (früher waren nur 30 Mark 
festgesetzt, siehe Nr CCCL) an sieb kaufen könnten. 

Die Übergabe geschah zu K r e m s „in eminentiori Chremisie foro^ in 
Gegenwart des Markgrafen bei einer feierlichen Versammlung vieler Landes- 
edlen, und zwar vermuthlich im Jahre 1137, wie Dr. v. Meiller aus gutem 
Grande, annimmt , indem er die Worte : „quando eiusdem principis in prefato 
loco soüempnis hahehatur concio^ auf eine feierliche Versammlung deutet, wie 
solche Markgraf Leopold IV. bald nach dem Antritte seiner Würde (nach 
Hinscheiden seines Vaters Leopold IIL, d. H., -]* lo. Nov. 1136) an mehreren 
flauptorten seines Landes, zu TuUn (St. Polten), Mautern, Krems wirklich 
gehalten hat. (Babenberger Regesten, S. 24—25, Nr. I, II, DI, IV, V, Note 159, 
Nr. CCXVIII.) 

Theodor Mayer in Melk bezieht aber diese Verhandlung noch auf Markgrafen 
L e p 1 d III. (Archiv für Kunde österr. Geschichtsquellen 1851 , 1. Bd., S. 299.) 

Nicht unbemerkt darf ich lassen, dass diese Tradition auf 
einer. radirten Stelle des Saalbuches, von etwas jüngerer Hand 
mit verblasster Tinte, aber rein und deutlich eingeschrie- 
ben ist. 

CXXVL 

Gunthardtis preshiter de Piricha, ohne Zweifel vom Pfarrorte Pira bei 
St. Polten. 0. W. W. Reginger filius Regingeri , in St. P ö 1 1 e n ansässig , wie 
ans einer Tradition des Klosterneuburger Saalbuches zu schliessen, wo ebenfalls 
Regengerus et filius suus eiusdem nominis de Sancto Ypolito c. 1124 als 
Zeugen erscheinen. (Loc. cit S. 44, Nr. CCXII.) Vergl. auch Nr. CLXXIV. 

CXXIX. 

Lantratht conuersa, sanctimonialis, im Nonnenkloster, welches am Fusse 
des Göttweigerberges, vermuthlich schon zur Zeit des ersten Abtes Hart mann 
(1094—1114) gegründet worden war. 

So wie obige Lantrath werden noch viele andere edle Matronen als eon' 
uer^ae und sanctimoniales hier im Saalbuche namentlich angeführt, welche 
bei ihrer Aufnahme in das Kloster, demselben gewöhnlich ihr Hab und Gut 



154 

vermachten. (Siehe Nr. LXXVII, CCXV, CXXIX, CCXXXIII, CCXLVI, CCLXIV, 
CCLXXXV etc.) 

Dieses Fraaenkloster am Fasse des Göttweigerberges erwShnt ausdrücklich 
der Biograph des sei. Bischofs und Stifters Altmann, indem er die rerschiedenea 
Gehäude und Kirchen aufzählend, die schon xu seiner Zeit (1125 — 1140) 
hier bestanden , sagt: ». . . Septima (scilicet ecdesia) in rcidice fnonüs \n 
honore S. Blasii dedicata, juxta rivulum preterfloentem posita: „übt et eti 
hahitatio sororum ei mansio fratrum in pistrina servientium . . . (Vita B. 
Altmanni bei Hieron. Pes, Script. I, p. 127, §. 27.) Die St. Blasien-Kirche, 
ohne Zweifel ?on der ersten Benedictiner-Colonie zum Andenken an ihr Mutter- 
stift St. Blasien im Schwarzwalde erbaut, besteht noch jetzt an der 
Sud- Westseite des Berges in einem engen Thale, durch welches sich der Flad- 
n i t z h a c h windet. Von der Ehemaligen Wohnung der Frauen sind aber nur 
mehr wenige Spuren im jetzigen Dörfchen K 1 e i n - W i e n (eigentlich Widen), 
einige hundert Schritte vom St. Blasius - Rirchlein entfernt zu sehen. — 
Späterhin zogen die Nonnen, deren Zahl laut einer Urkunde sich im Jahre 138S 
auf 24 belief, aus dem Thale auf den Berg herauf, in ein geräumigeres Haos, 
das für sie abseits des Männerklosters hergerichtet worden war. Das Jahr 
dieser Übersiedelung ist nicht genau zu bestimmen. Als dann Mute des 
16. Jahrhunderts in Folge der traurigen Zeitumstände unser Stift in seinem 
Wohlstande fast ganz herabgesunken war , und desshalb R. Ferdinand I. im 
Jahre 1556, seinen Rath, Propst Bartholomäus a Cataneis von Herzogenborg 
zum Superintendenten, d. i. Temporal-Administrator von (yottweig ernannte, 
machte dieser Sr. Majestät den Vorschlag, um den misslichen ökonomischen 
Verhältnissen des Stiftes aufzuhelfen, die hiesigen Nonnen zu entfernen, was 
auch genehmigt und alsobald bewerkstelliget wurde. Am 8. Mai 1557 musste die 
Prior in und Meisterin Susanna Lieberin mit fünf anderen Nonnen von 
Göttweig nach St. Bernhard nächst Hörn 0. M. B. zu den dortigen Oister- 
cienser-Nonnen wandern. — Eine, Namens Ursula ging nach Ybbs, 0. W. W., in 
das Frauenkloster zum h. Geiste. 

cxxxv. 

Dietpoldus marchio wird in der erklärenden Note zu dieser Tradition in 
Monum. boic. XXIX, II, pag. 54 als der III. d. N. Markgraf von V o h b u r g 
bezeichnet, welcher mit seiner Mutter L u i t g a r d und Gemahlin Adelheid 
im Jahre 1118 das Benedictiner- Kloster Reiehenbach in Baiern, nordöstlich tob 
Regensburg, gründete und im Jahre 1146 am 8. April starb. 

(Ober das Geschlecht der Markgrafen von Cham und • V o h b u r g 
schrieben die baierischen Geschichtsforscher Christian Friedr. Pfeffel und Joseph 
Moritz. Siehe Abhandlungen der baier. Akademie der Wissenschaften 1764, 
II. Bd., S. 49—72. — Neue Folge 1798, V. Bd., S. 506-617—639; ferner 1833, 
I. Bd., II. Tb. Stammreihe und Geschichte der Grafen von Sulzbach, U. Ahtfa., 
S. 70 u. s. w. mit den nachträglichen Verbesserungen von Ritter yon Koch- 
Sternfeld im V. Bd., I. Abth. 1848, S. 1—37.) 

Widantisdorp — In den alten Dienstbächem und Zehentregistern des Stiftes 
finde ich wohl ein W i e 1 e i n s d o r f bei Espesdorf, Raifoltsdorf, Witzelsreld, 



1S5 

und demnach bei Ober-Hollabrunn, U. M. B. gelegen, angeführt, ohne es genauer 
bestimmen zu können. Auch das heutige Wollersdorfan der Piesting, U. W. 
W., soll früher Welandestorf geheissen haben. (Vgl. Nr. CCCVI, und Cod. 
Tradit. Claustron. 1. c. S. 87, Nr. 402.) Die Angabe Maxm. Fischer's über 
Wielandsdorfim Archive für Kunde österr. Geschichtsquellen 1849, II. Jahrg., 
I. Hft., S. 127, hat Ign. Keiblinger in den Nachträgen zur Geschichte Melk*s, 
I., S. 1119 verbessert. 

üdalricus de Williheringin , wohl der ältere (-J- c. 1130), nicht der IL 
d. N. wie Jod. Stülz in seiner Geschichte von Wilhering, S. 378, dafürhält. (Vgl* 
Nr. CCXVII.) 

Über Perinhard de Truna, siehe Nr. CCXIII. 

Ckunradus frater predicti marchionis, von dem Jos. Moritz in seiner 
Geschichte der Grafen von Sulzbach (loc. cit. II. Abth. , S. 74) , mit Bezug auf 
vorliegende Tradition die Bemerkung macht: „dass Chunrad noch um das 
„Jahr 1120 lebte, und sich mit seinem Bruder, Markgrafen D i e p o I d, wohl- 
„thätig gegen das Kloster Göttweig in NiederÖsterreich bezeugte^. 

CXXXVI. 

Ecelesia ad €hra%e, die Kirche im Orte Gross, zwischen Ober-Hollabrunn 
und Sitzendorf, U. M. B., wurde vom Pässauer Bischöfe Reginbert im J. 1141 
eingeweiht und als selbststfindige Pfarre erklärt. Die darüber ausgestellte 
Urkunde siehe im diplomatischen Anhange Nr. XIII. 

Göttweig besass das Patronfttsrecht über die Pfarre Gross bis Mitte des 
16. Jahrhunderts und verlor es durch einen Process. 

CXXXIX. 

Domina Mathilda comitissa, opferte für ihren Gemahl Udalrich von 
Rateinberg und Sohn Konrad durch die Hand ihrer Tochter Liutkarde auf 
dem Altare zu Göttweig ein Gut he\ fliemisdorf, d. i. Fliensdorf in der Pfarre 
Hain, rechts der Strasse nach St. Polten, dann drei Hüben bei Tt«ma, d. i. 
Theiss, nahe der Donau, unter Krems; und zwei Weingärten bei Judtnawa, 
d. i. Jüdenau, zwischen Sieghardskirchen und Tulln. Graf Udalrich ist im 
Jahre 1097 gestorben. (Note Nr. XXXIII.) Konrad soll in jungen Jahren, 
und zwar vermuthlich unvermählt dahingeschieden sein, wie in der Note 
Nr. LV bereits gesagt. Ob Liutkarde zur Zeit dieser Schenkung ihrer Mutter 
schon verehelicht war, kann man aus den Worten dBr Tradition kaum entnehmen, 
da es ganz einfach heisst: Mathilda comitissa cum manu filie sue Liutkarde . . . 
Ihre Verbindung mit dem Grafen Friedrich IL von Bogen wird in der 
Note CCCL1X gezeigt werden. Hier sei nur bemerkt, dass durch eben diese 
Tradition unseres Saalbuches die Behauptung des Genealogen Jos. Moritz 
ausdrücklich widerlegt wird, der in seiner kurzen Geschichte der Grafen 
von Formbach u. s. w. loc. cit. S. 95 u. s. f. zu beweisen sucht: Liutkard sei 
keinesweges für die Tochter des Grafen Udalrich von Ratein- 
berg un d Schwester Ko nra d*s zu halten u. s. w. Herr Tb. Mayer 
in Melk hat bereits diese Ansicht Moritz's kurz berichtiget, im Archive für Kunde 
österr. Geschichtsquellen 1849, IL Jahrg., HL Hft., S. 341. 



156 



cxLn. 

Rudolfus de tehütah , bisher nicht bekannt. 

Ebüsawa , Eibelsan , anweit des Pfarrortes Hannoldstein. 0. W. W. 

Manegolt de Aehigpaek , in Aggsbaeh am rechten Donauufer ansässig und 
Ton höherem Adel, da er im Klostem^nharge^ Saalhuche loc. cit. S. 22, Nr. 103 
nohüie uir genannt wird. Man 6ndet ihn zuerst im Jahre 1115 unter den vor- 
nehmen Zeugen in der Einweihungsurkunde der Pfarrkirche zu Weickendorf, im 
Marchfelde. (Philib. Hueber loc. cit pag. 5, 6.) Sollte er nicht der Vater jenes 
Manegolt de Werde sein? der seine Allodialbesitzungen in Aksb ach u. a. 0. 
der Propstei Berchtesgaden tauschweise abtrat, c 1144. (Regesten der Baben- 
berger , S. 31 , Nr. 8 , ygl. Nr. 7 , und Urkundenhuch des Landes ob der Enns, 
I, 924.) 

CXLffl. 

Wolfkerus de Naliuph, dieser ausgezeichnete Wobltbäter und Freund 
unseres Stiftes (Nr. CIX, CX) wird sonst nur selten urkundlich erwähnt. Ausser 
in unserem Saalhuche und Stiflungsbriefe vom Jahre 1083 finden wir ihn nur 
noch in einer Urkunde König Heinrieh*s Y. fQr das Bisthum Bamberg, d. 1108, 
29. Sept. act. zu Pressburg unter den yornebmsten Zeugen (Bahenberger Rege- 
sten S. 12, Nr. 6); dann im Saalbuche yon St. Nicolai bei Passau, c. 1120. 
(Urkundenhuch des Landes ob der Enns, I, 534, Nr. XL} Sein Sohn oder Enkel 
W o 1 f g e r war Zeuge jenes wichtigen Gütertausches zwischen Markgrafen 
Ottokar ?on Steier und unserem Stifte im Jahre 1161 , yon dem die Tradition 
Nr. CCLXXXIII handelt. Er steht dort mitten unter den Grafen, ein Zeichen 
seines höheren und reichsfreien Adels. Sonst ist nichts mehr yon diesem alten 
Dynastengeschlechte bekannt; denn die Übrigen , welche mit dem Zunamen de 
Naliube im Saalbuche noch yorkommen, scheinen nur in Nalb wohnhaft oder 
gebfirtig gewesen zu sein. 

Adalbertus de werda, erscheint mehrmals in unserem Saalbuche. Maxm. 
Fischer meint (nach Weiskern II, 285), dass das Dörfchen Wort (Werd) nächst 
St. Polten , in der Pfarre St. Georgen am Steinfelde , der Sitz der Edlen de 
Werde war? (Vgl. Nr. CCXLIV.) 

CXLIV. 

Heidinrich nobilis , ist leider nicht mit seinem Geschlechtsnamen benannt. 
(Vgl. übrigens Nr. CCXXVIII und CCXXXVI.) 

Mathilde comitissa , die Witwe des Grafen Udalrich yon Ratein- 
b e r g. (Siehe Nr. CXXXIX.) 

Talaheimin, Thalheim, nahe der Perschling, zwischen Murstätten und 
Jeutendorf. 0. W. W. 

In den Mon. boic. ist diese Tradition in das Sterbejahr des Grafen Udalrich, 
nfimlich 1097 gesetzt. 

CXLV. 

Imicinisdorf, das oft erwfihnte Inzersdorf ob der Traisen. 
Hoholdus wird mehrmals im Saalhuche genannt. Das Nähere über ihn siehe 
in der Note Nr. CCLXXVII. 



157 



CXLVI. 

Erehinger ingenuus homo , d. i. ein wohledler Mann , trat in das Kloster 
und schloss da seinen Lebenslauf , wie aus der Tradition Nr. CLXYIII zu ent- 
nehmen. 

Emichinbrunnin , das heutige Engabrunn, an der Strasse Yon Krems nach 
Stoekerau, wo die Stiftsherrschaft Stein und Naib bis in die neueste Zeit (1848) 
mehrere Grundholden hatte. 

cxLvn. 

Rumoldishof, später Baumol tshof, jetzt Rametshofen genannt» an der Sir- 
ning (apud syrnickka), in der Pfarre Bisehofstätten. 0. W. W. Die Schenkung 
des Edlen Meribot geschah vermuthlich zur Zeit des Abtes Nanzo (1114—1125) 
und wurde späterhin noch vermehrt. (Siehe die Tradition Nr. CLXVII.) 

CXLIX. 
Sdingm, Soling, nächst der Erlaf, in der Pfarre Burgstall. 0. W. W. * 

CLL 

Por%i ist zu Grunde gegangen. In unseren ältesten Urbarien finde ich 
es unter folgenden Ortschaften angegeben : Altenwerd, Chalhochsdorf, Dorfiein, 
In portz, Veltz, wodurch die ehemalige Lage von P o r t z unweit Altenwort an 
der Donau, Kollersdorf, Dörfl, Fels, so ziemlich genau bestimmt wird. 

CLIIL 

Damina Ha , Wiiwe Sighard*s L, Gr af en v o n B ur ghaus en, 
der, wie bereits erwähnt, im Jahre 1104, am 5. Februar zu Begensburg das 
blutige Opfer eines Aufruhrs wurde. 1 1 a fiberlebte ihren Gemahl noch 34 Jahre 
und starb am 3. März des Jahres 1138 oder 1139. Ihre Söhne hiessen Sig- 
h a r d IL, Gebhardl. und Heinrich, und erscheinen einigemal in unserem 
Saalbuche. Durch die Hand des Letzteren opferte 1 1 a , wahrscheinlich 
bald nach dem Hinscheiden ihres Gemahls (etwa 1104— 1110) ein Gut nach 
Göttweig (predium, quod vocatur Azonis) , in der Nähe von Ravelsbach 
(apud Ranuoldispach) und Münichhofen gelegen, wo auch S i g h a r d*s I. 
Bruder Heinrich, Bischof von Freysing , um dieselbe Zeit eine halbe Hube 
dem Stifte öbergeben Hess. (Siehe Nr. CXCII.) 

Die als Zeugen angeführten Edlen Werinhart de Julbach und 
Albwinus de Steina, kommen sonst erst c. 1112—1120 urkundlich vor. 
(Siehe das Personenverzeichniss im Urkundenbuche des Landes ob der Enns, 
1, 879 und 910.) Dass der Name des geschenkten Gutes: „predium, quod 
vocatur Azonis'', an Azzo von Gobatsburg erinnere , brauche ich 
wohl nicht zu bemerken. 

CUV. 

ÄJMhehn de Hezimannisunsin, wie bereits in der Note Nr. XLII bemerkt, 
der älteste Sohn A z z o*8 von Gobatsburg erscheint mit seinem Vater und 



158 

Bruder N i z z o unter den Zeugen in der bekannten Schenkungsurkunde des 
Markgrafen Ernest für das Stift Melk e. 1065—1074. — Hier wird Anshelm 
nach dem Orte Hezimanniswisin benannt, wo sein Vater Azzo schon im 
Jahre 1057 vom Könige Heinrich IV. „tres regales mansos in uilla que dicitar 
Hecimannesuisa*' sammt allem Zugehör erhalten. (Babenberger Regesten S. 8, 
Nr. 2.) Dieses Hezimanneswisin ist jedenfalls in der Nähe des Städtchens 
Eggenburg zu suchen. Dr. v. Meiller (loc. cit. S. 200, Nr. 55) hält es für das 
heutige Hetzmannsdorf (auch Etzmannsdorf, Atzmannsdorf), sudöstiieh von 
Eggenburg. 0. M. B. — Azzo ist da im Jahre 1100 yerschieden, nachdem 
er früher im Orte eine Kirche erbaut hatte , die Bischof A 1 1 m a n n im Jahre 
1083 zu Ehren der h. Apostel Philippus und Jacobus eingeweiht haben soll? 
Unweit davon wurde später die Burg C h u n r i n g erbaut , von der sich die 
Nachkommen A z z o*8 fortan die Chunringer nannten. (Siehe Stiftungen- 
buch von Zwetl loc. cit. S. 13, 51, 52. — Link, Annales Austrio- Clara-Ysll, 
I, 59, 75 etc.) 

Nach Göttweig Hess der edle Anshelm c. 1110 durch einen gewisseo 
f s k e r o s eine freieigene Besitzung übergeben predium NorprehHsdorf uod- 
iatum, d. i. das jetzige Napersdorf, nahe bei Ober-Stinkenbrunn. U. M. B. 

Das geschenkte Gut war sehr bedeutend , wie aus den ältesten Libris 
prediorum zu entnehmen, wo in Offieina Notprechtsiorf %% Lehen (beneficia), 
2 unbestiftete Häuser (areae) , das Dorf (villa) selbst, 4 Oberlandgrundstöeke 
(in Ghirichthal, Maricbthal , Geppenprunne) als dem Stifte dienstbar angeführt 
werden. 

Aber nicht blos so ansehnlichen Grundbesitz erhielten wir zu Napers- 
dorf, auch das Patronatsrecht über die dortige Pfarr- 
kirche wurde unserem Stifte zu Theil, wie aus der Tradition Nr. CCCLXII 
zu ersehen. 

Die Rechte des Gotteshauses Göttweig zu Napersdorf (Panthädiag 
V. J. 1450) siehe in den österr. Rechtsbüchern des Mittelalters von J. P. Kal- 
tenbSek, H. Bd., S. 7, Nr. CXXL 

CLVI. 

Gerhart i procurator domini Werigandi, des Grafen von Plaien? (Siehe 
Nr. LXXI.) 

Die procurafores , auch quaestores , praepositi , oeconomi hatten die Ein- 
künfte ihrer Herren zu besorgen, einzutreiben und zu verrechnen. 

CLvn. 

Rapoto nobilis, vielleicht derselbe, welcher schon in der Tradition Nr. XII 
als Wohlthäter des Stiftes erscheint. 

Eberisdorf, Ebersdorf heissen acht Ortschaften in Österreich unter der 
Enns, welche davon hier gemeint sei, kann ich nicht bestimmen, da die Urbarien 
keinen Aufschluss geben. 



159 



CLIX. 



PelUnäorf, zwischen Zwölfaxing und Himberg, ü. W. W. , wo GSttweig 
mehrere Besitzungen hatte. Schon im königlichen Bestätigungshriefe ^der Stifts- 
gQter vom Jahre 1108 wird** Pellindorph, mansos quatuor liberales angeführt, 
somit ist auch die Schenkung dieses Gutes durch die edle Matrone Hertha vor 
dem genannten Jahre, etwa c. 1100 geschehen. — Im Jahre 1264 wurden Pel- 
lendorf, Hennersdoi'f (Honeinsdorf) und alle übrigen Stiftsbesitzungen „circa 
bintpergk" an Konig Ottokar yon Böhmen, den damaligen Regenten Österreich*s 
abgetreten, wofür er auf Bitte des Abtes Helmwicus und auf Fürsprache seiner 
Räthe, das yom Stifte jährlich zu .entrichtende Marcbfutter von 450 Muth 
(modus) Hafer, auf 200 Muth herabsetzte. Die hierüber ausgestellten Urkunden 
siehe im diplomatischen Anhange Nr. L und LT. 

CLX. 

Wichardus nobilis, Toa welchem yomehmen Geschleehte , ist leider nicht 
beigeseUi. Sein Eintritt in das Kloster geschah wohl schon sur Zeit des ersten 
Abtes HartmaoD. (1094-1114.) 

Ottcinheimin predium, konnte ich bisher unter seinem jetzigen Namen nicht 
fioden und näher bestimmen. Im Formbaeher Saalbucbe kommt ein gleichnamiger 
Ort U%heim , Vzemheimin mehrmals vor, sowie auch einige £ d 1 e de üzheimf 
die sich gegen das genannte Kloster sehr wohlthätig bewiesen haben. (Urkunden- 
bucb des Landes ob der Enns, I, S. 629 a. s. f.) 

CLXI. 

Sanikov, jetzt Zaingrub genannt, ein Dorf südlich von der Stadt Hörn 
gelegen, und nach Dreieiche*n eingepfarrt. 0. M. B. — Hiliihurg, die Witwe des 
Grafen Gebhard von Puigen schenkte im Jahre 1144 dem von ihr gestif- 
teten Kloster Altenburg den Theilzehent zu Sanheou (sie). (Mon. boic. XXVUI, 
II, 223—224. — Vgl. Nr. CCXLV.) 

CLXII. 

Wolfpeizingin , Wolfpassing liegt im TuUnerfelde, unweit des Pfarrdorfes 
St Andrä am Hagenthaie. 0. W. W. (Siehe auch Nr. CCXXVH.) 

Peheimchirchin„ Böhmkirchen an der Perschling. 0. W. W. 

Der Umtausch dieser Besitzungen geschah zur Zeit des Bischofs Ulrich 
Ton Paasau (1092, April, f 1121, 7. August), unter dem Stiftsabte Hart mann 
(1094, f 1114» 1. J(nner), somit vor 1114. 

CLXIV. 

Qualegisd^rf, inNr. CCXLIX, kürzer Qualeisdorf; in der gleichlau- 
tenden Tradition des Cod. Trad. B aber Choleisdorf genannt, ist das heutige 
Kellersdorf bei Altenwürt, nächst der Donau. U. M. B. — Es kommt auch 
im Klosterneubnrger Saalbuche loc. cit. S. 122, Nr. 551 vor. 



160 



CLXV. 

Horginhach, Hdbenbach in der Nfihe des Stiftes. Vgl. Nr. I, wo es heisst: 
„uillam ad koriginhack excepio heneficio Adalherti^, Dieses benefieium erbat 
sich Abt N a n z von dem Bischöfe Ulrich und gab dafür tauschweise , mit 
Zustimmung der Klosterbruder , einen Weingarten zu Rudniche, d. i. Reidling, 
unterhalb Traismauer, und eine Hube bei Auwarin^ d. i. Auern, unweit Pira. 
O.W.W. Dies geschah zwischen 1114 — 1121, im ersteren Jahre wurde Na nzo 
Abt, im letzteren starb Bischof Ulrich von Passau. 

CLXVI. 

Liupoldus marchio III. (IV. der Heilige), hatte nach dem Hinscheiden des 
Edlen W a 1 d o (•]- 1120?) alle Güter desselben (infra Bawariam sita) yertrags- 
mässig in Besitz genommen , bei dieser Gelegenheit aber auch einen Waid bei 
Kottes {Chotiwali dictam) sich zugeeignet , welchen W a 1 d o schon früher 
(vor 1108), in Gegenwart und mit Einwilligung des Markgrafen unserem Stifte 
geschenkt hatte. (Nr. LXXIII.) Auf die Bitte der Klosterbrüder stellte Markgraf 
Leopold diesen Wald alsobald in die HSnde des Abtes N a n z o zurück , ja 
übergab denselben später selbst, in eigener Person, auf dem Altäre der 
h. Maria zu Göttweig (postea vero per se ipsum delegauit super altare S. Marie 
et inuestituram secundo contradidit.) Diese Ruckgabe wird von Dr. von Meiller 
in den Babenberger Regesten circa 1124 gesetzt (loc. cit. S. 16, Nr. 31), da 
der ToddesWaldo (-['S. Jfinner 1120) und jener des Abtes Nanzo 
(-{- 5. Febr. 1125) die beiden äussersten Grenzen des Zeitraumes geben , inner- 
halb welchen dieselbe statthaben konnte. Als Zeugen waren dabei gegenwärtig 
„per aurem adtracti**: 

Chunradus de Romgin, von hohem baierischen Adel, erscheint mit seinem 
gleichnamigen Sohne bei einer Schenkung Herzog Heinrich*s II. Jasomirgott ao 
das Benedictiner Kloster Sti. Castuli in Baiern, im Jahre 1159, 29. März, als 
erster Zeuge. (Siehe Babenberger Regesten loc. cit S. 42, Nr. 47.) Ober das 
Geschlecht von Ron in gen handelt die Einführung und Beleuchtung des 
Codex Tradit. Monasterii Sti. Castuli in Moosburg von M. Freih. von Freiberg, 
in den Abhandlungen der bist. Classe der königl. baierischen Akademie der 
Wissenschaften 1840, II. Bd., IH. Abth., S. 31. Auch im Klosterneuburger 
Saalbuche loc. cit. S. 8, Nr. 31, kommt ein: ^vir nobilis Chounradtu de Ro- 
nego** yor, und Maxm. Fischer macht dazu die Bemerkung loc. cit. S. 216: 
„Ronego, ein unbekannter Ort oder auch ein Personen-Prädicat**. Nicht wahr- 
scheinlich , dass Rohreck im Isperthale dafür zu halten sei. 

Dietricus de leichlingin, vielleicht der Bruder der hochadelichen Matrone 
Benedieta de Algershachf welche „una cum consensu fratris sui comt^ Dte- 
irici, aream que est in Leyehdingin 9ecu9 hasüicam" ihrem Vasallen Regen- 
bert übergibt (1157—1163.) Das Weitere siehe in Mon. boie. XXVni, II, 109, 
und Babenberger Regesten S. 40, Nr. 41. Der Ort Leichlingin, Lache- 
1 i n g i n soll in der Nähe von Ollersbach (Algersbach , Adelgeresbach) , zwi- 
schen Neulengbaeh und Böhmkirchen zu suchen sein? Dr. y. Heiller 1. c. S. 226, 
Nr. 215 stellt Laag (Laaeh, Laa) in Frage? ein Oörfehea mit wenigen 



161 

serstreuten H&usern in der Pfarre St. Christophen , westlieh von Neu- 
lengbach. 

LeichiUnga ., villa in DonahgeTve (Donaiigau) , wird auch in einem Schen- 
kungsbriefe Kaiser Ludwig*s des Deutsehen für das Kloster Metten, vom J. 868 
erwfihnt. (Mon boic. XXYUI, l, 56, citat et P. XI, 428 edit.) 

Adalram de pleiehinpaeh, kommt mit seinem Bruder Mazilie de moulheim 
auch im Cod. Tradit. Monast. St. Nicolai prope Patav. c. 1120 yor. (Siehe Ur- 
kundenbueh Joe. cit. S. 533, Nr. IX, S. 534 < Nr. X. Daselbst werden noch 
mehrere aus der baierischen? Familie de Mulheim, Mdleheimin, S. 890 angefQhrt.) 

Werinhart, filius Reginberii de Zelkingin, (VgL Nr. CXVI, Note.) 

Dietpoldus de chagre, besass um das Jahr 1140 die Veste Oberb>urg in 
Steiermark, im Cillyer Kreise, nicht ferne von der Grenze Krains, und gründete 
dort mit Peregrin , Patriarchen von Aquileja , ein Benedictiner-Kloster. (Siehe 
Schmutz histor.-topograpb. Lexikon von Steiermark, I. Th., S. 197, III. Th., 
S. 53, 54.) 

CLXIX. 

Raztingin, Rassing, am rechten Ufer des Perschlingbaches , zwischen 
Jeutendorf und Capellen, 0. W. W. , war ehemals der Sitz eines adelichen Ge- 
schlechtes, welches sich de Ra»Hngin benannte , von dem Mehrere in unserem 
Saalbuche erscheinen. Auch Volchinaru9, homo ingenuus, mit seiner Schwester 
Alrune mögen demselben angehört haben. 

CLXXI. 

Udalrieus nobüis de Pemekke^ der Gründer der Prämonstratenser-Chor- 
herren-Stifte Geras und Perneck (c. 1155 — 1160), nördlich von der Stadt Hörn, 
Ü.M. B., hat sich auch für Göttweig sehr wohlthätig erwiesen, indem er hierher 
seine freieigene Besitzung (predium) zu Stanegeisdorf , d. i. Stainingsdorf 
(Stanerdorf) , in der Pfarre Gerersdorf , westlich von St. Polten , unweit der 
Linzer Poststrasse ; - ferner ein Dominical-Gut mit einer Mühle am Kampflusse 
((id Ckamha) schenkte. 

CLXXIII. 

Ecclesia ad Hagandorft die Pfarrkirche zu Haindorf am Sirningbache, 
südöstlich von Loosdorf , 0. W. W. , wurde ebenfalls mit reichlicher Dotation 
von dem Edlen Udalrich de Pemekke unserem Stifte übergeben, welches seit- 
dem das Patronat über diese Pfarre besitzt. Die Zeit der Schenkung ist nicht 
angegeben, doch mag dieselbe c. 1130--1140 geschehen sein, vielleicht ver- 
anlasst durch die Bekehrung und Besserung Udalrich*s, welche in Vita B. 
Bertholdi bei Hier. Pez Script. Rer. Austriac. II, 116, 117 erzählt wird: „Vir 
qnidam nobilis et dives, nomine Ülricus de Berneke audiens hominem Dei 
(sc. Bertholdum) esse apud Gotewicum misit ad eum , ut ad se venire digna- 
retur. Qui licet infirmus esset aliquantulum, profectus est tarnen , ne tantus Vir 
sua spe frustraretur. Veniens ergo invenit in domo Viri duodecim dominas . . . 
. . . • etc. Quibus Vir Domini visis, auditoque ab ipso hospite, quae essent et 
qua de causa secum morarentur ; quamvis esset gloriosus et magnae potentiae, 
Fontes. X. 11 



162 

acc^pit tam«n in respoDso, qitae dignus fiiit audire. Increpavit enim eam Yir 
sanctus vehementer super tanta incontinentia , spein salutis ei omnem ampiitaos, 
si talem eum ultima inveniret sententia ete. Kurs, der aalig^e Abt B^rthold 
brachte es dahin, dass Ulrich von Perneek seinem tinzäehtigen Lebeas- 
wandel entsagte, welcban er nach dem Hinscheiden seiner ersten Gemahlin 
führte, und sich zu einer reehtmfissigen zweiten £he enrtsehloss. — Ober Ulrich 
von Per neck ond seine Stiftungen hat der hocfair* Herr Theodor Mayer, im 
Stifte Melk , interessante Notizen zusammengestellt und mitgetbeilt im Archive 
für Kunde österr. Geschieh (squellen, Jahrg. 1849, 1. Hft., S. 3*-*2(2, darin, S. 4 
und 5 werden auch die Schenkungen Ulrich*s an Göttweig erwähnt und 
theilweise angefahrt; doch ist die hinzugefügte und rn Frage gestellte Orts- 
erklfirung nicht richtig; StanegeUdorf (%o lautet der Name hn Cod. A und B), 
ist nicht Stronstorf bei Wullersdorf, U. M. B., sondern Stainrngstorf, O. W. 
W. , wie oben bereits gesagt, und kagandorf ist nicht Hagendorf bei Pmsdorf, 
sondern Haindorf, unweit Melk. — Siehe auch Nr. CCLX. 

CLXXIV. 

Luchinspaeh, vermuthlich das Dörfchen Loitzbach in der Pfarre Mank. 
0. W. W. 

RegingertiSf notier advocatus, — Bekanntlich hatte jedes Gotteshaas 
ausser dem eigentlichen Schirmvogte (advoeatus armatus) , mehrere Partictilar- 
Vögte über einzelne Güter. Haupt- und ErbsehTrmvdgte 6dtfweig*s waren die 
Grafen von Katelnberg, Udalrich H. und sein Sohn Konrad IL; nach 
diesem U d a 1 r i c h*s Bruder Hermann, Graf von W i n d b e r g. Späterhin, um 
das Jahr 1121 erscheint schon Adalbert, der SUeste Sohn des Markgrafen 
Leopold HL (IV« des Heiligen), dem sein Vater das Ehrenamt eines obersten 
Schirm vogtes fibertragen, als advoeatta noster, bei der Tmdition Nr. CXC 
unseres Saalbuches. Als Unter-Vögte mehrerer Kloster (auch von GMt- 
weig), erscheinen oftmal die mächtigen Herren von Perg (Chmers GescMehts- 
forscher IL Bd., IL Hft., S. 272. — Keiblinger , Melk I, S. 233). Andere Par- 
iicular- Vögte Göttweig*s waren z.B. die Herren ron Hohenberg" über 
die Stiftsbesitzungen im Gölsenthale (Fontes Rer. Austr., IL Abth., I. Bd., S. 93, 
LXXXIII); die Edlen von Sonn b er g über Thern, der Graf von Hardek 
über Ranna; die Herren von Topel über Külb; die von Weiss enberg über 
H of s t ätten, Rabenstein u. s. w. (Siebe diplomatischen Anhang.) Die 
gewöhnlichen Bedrückungen und Gewafttthaten det Vögte »öthigten nicht selten 
die Stifts-Vorsteher ihre Zuflucht um Landesfiirsten zu nehmen, um Schutz 
und Befreiung zu erlangen. (Siehe die Bemerkungen Ign. Keiblinger'a in seider 
Geschichte des Stiftes Melk, 1, S. 231 u. s. f.) 

CLXXV. 

Dietpoldus marchio, von Vohburg schenkte unserem Stifte den Zehent 
von seinen Besitzungen zwischen derFiscba und Leitha, und namentlich bei 
He im bürg, exeepto iure dimidietatis clericorum , welche Worte vielleicht 
auf die dazumal in Heimburg bestehende Propstei weltlicher Chorherren zu 
beziehen sind. (Siehe die aufklfirende Note Dr. r. Meiller*s über diese Propstei 



168 

ia den Babenberger RegesioD^ S. 198, 199, Nr. 43, und die idteressanten Bei- 
träge zur Aafltellung «aserer alten vaterl. Oegebicbte, von Th. Mayer im Arebrve 
für Runde osterr. Gteohichtsquellen , Jahrg. IdSl , I. Bd. , 8. 2^3 , Heimbui'g 
betreffend.) 

Nach unterem Stiftungabriefe jom Jaihre 1983 hatte schon Bischef Alt- 
laano den ihm gebührenden Zehentaotheil „da 0mni henefieia Diepoldi mur^ 
ehianis infra Vischaha et Litaha posiio'*, d. i. tod den Gütern, die Marrkgraf 
Dietpold I. von der Paasaner Kirche zo Lehen (bmefieio) besaas^ seiner 
Stiftung in Gottweig zugewendet. (Siehe Nr. IL) Ausser dteaen biscbOfiichen 
Lehen hatten die baierischen Markgrafen von Cham und Vohburg auch viele 
freieigene Guter (predia) in jener Gegend bei Heimburg , Petronell und weiter 
zwischen der Fiseha und Leitba, deren Mfoe» Zehentertrag Markgraf Diet- 
pold IL unserem Stifte abtrat ^tn proprium iu9^ , jedoch mit Vorbehalt des 
Yogteirechtes für sich und seine Erben und der Bedingung, dass kein Abt diesen 
Zebent an Andere als Lehen fiberlassen dürfe ,^ widrigenfalls der Markgraf und 
seine Erben denselben alsogleich wieder zurücknehmen kdnivten. In Mon. boic. 
L c. iat diese Scheakung in das Todesjahr des MarkgVafen Dietpold, d. i. 1146 
gesetzt ; da es aber in der Tradition ausdrOehlich he«sst : „cnm manu ustoris 
9ue Adalheide et filii sui DietpoldV* , so muss sie wohl früher, zur Zeit des 
Abtes Nanzo (1114 — 1125) gescbeh^ir si^in, denn Adelheid, des Markgrafen 
erste Gemahlin (vermShlt c. 1105? nach Pftffel) ist im Jahre 1127 am 26. März 
gestorben, und ihr Sohn, der jüngere Dietpold musste doch sehen 12—15 
Jahre alt gewesen seia. Die Bezeiehirang unsere» Weihltlifitefs Dietpold/ als 
III. d. N. in Mon. boic. (XXIX, IL 54} beruht wohl auf der Vermuthang Joseph 
Moritz*8 in der Abhandlung voa dem Pfalzgrafen Rapotbo, 1. c. 617, dass man 
jySwisehen den Jahren 1091 — 1146 sicher drei Dietpolde unterscheiden müsse'' 
n. 8. w. (Vgl« auch desselben Gesehtchtsforschers Stammreihe und Geschichte 
der Grafen von Salzbaeh, 1. e. IL Abth«» 74—80^ mit der Tafel Nr. 6.) 

Cbef vierhandert Jahre besass unser Stift das Zehentrecht bei Heimburg 
und in der Umgegend, zwischen der Fiseha und Leitha, bis Abt Mathias IL 
sich genöthiget sah, diese Zehente tind Güter zu B r u c k an der Leitha, H o f- 
lei n y Arbestbai , Göitl e sbrnnn, PetroneU, Altenburg, .^ 
Scharndorf, Regelsbrunn und Laubmannsdorf (Leimersdorf, 
jeaseita der Dona«, im Marehfelde, — siehe Stiftungsbrief, Livhmanne^dorf ^Xq.')^ 
im Jahre 1926 deili Landesffirsten Erzherzog Ferdinand abzatreten, wofür dieser 
von den 200 Gulden Rheinisch , die das Stift damals alljährlich als Ablösung für 
des Marchfutter zu bezahlen hatte, lÖO Gulden nachliess. Die Zehente wurden 
daao dem Hofkanzitr und Vice-Statthalter Leoahard Ritter von Harr ach zu 
Rohrao bestandweise für jährliehe 150 Gulden überlassen , die das Stift von 
demselben einbriagea uad mit den binzugefüg^ten noch zu zahlenden 50 Gulden 
Vog^geld dem Herrn Rudolf von Hohenfeld als eine Leibgeding-Pension 
auafialgen moeste. 

CLXXVIII. 

Dietmaru» de PaiHnial, von Päzenthal, unweit Pazmannsdorf , süd- 
ostlich von Mailberg« U« M. B< — Au» der dort ansfiesigen adeligen Familie 



11 



♦ 



164 

kommen mehrere auch im Klosterneuburger Saalbuche (Fontes loc. cit.) uod 
Todtenbuche vor. (Archiv fOr Kunde österr. Geschiehtsquellen 1851 » VII. Bd., 
S. 305.) — Siehe auch Urkundenbuch des Landes ob der Enns, I. Bd., Per- 
sonen-Yerseichniss S. 844. 

Dietmar t unser Wohithfiter ist Termuthlich derselbe Dietmar, der in vor- 
ausgehender Tradition (siehe Text) mit seiner Mutter Benedicta and bereits 
verstorbenem Vater Dietmar genannt wird. 

Chmdramisdorff muss wohl fQr das nfiher bei Pazenthal liegende Ganters- 
dorf nicht für das weit entfernte Guntramsdorf im V. U. W. W. gehalten werden. 

CLXXIX. 

Frowindorf, Fraundorf am Schmidabache, unterhalb Sitzendorf. U. M. B. 

CLXXX. 

Adalheii dicta de Chrie , von deren Familie in der Note Nr. CLXXXYIl 
ausfuhrlich gesprochen wird. 

FritheinUsdorfj Friedersdorf unweit Laach am Jauerling, V. O. M. B., wo 
die Edlen de G r i e begütert waren. 

CLXXXI. 

Penningin, bereits erklärt in der Note Nr. XL. 

Sigiboto de Bornheim , erscheint mit seinem gleichnamigen Sohne öfters 
im Saalbuche des Stiftes St. Nicolai bei Passau. (Urkundenbuch des Landes ob 
der Enns L) Mehreres über ihn siehe in der Note Nr. CCCLX. 

Oerunch de iuUnngin (Tulbing nfichst Königstätten , 0. W. W.) , kommt 
mit Mehreren seines Geschlechtes auch im Klosterneuburger Saalbuche vor. 
(Siehe die Notizen Maxm. Fiseher's loc. cit. S. U% und 264, Nr. 309 und 369.) 

Sigihart et Otto de Sighardiskirehin ; — OttOf Marehwart, Perinhart 
de goldariUf d. i. G o 1 1 a r n, westlich von Sighardskirchen. 0. W. W. 

CLXXXIL 

Geroldus nobilis, etwa de Elsarin? (VgL Nr. CXC, COXIII, (X3CL.) 
Chamha, ist bekannt. 

Die Zeugen Erehinprehty Otto, Chadaüioh^ Bertoldus waren im benach- 
barten Mulihaeh, unweit Eisarn, U. M. B., zu Hause. (Siehe Nr. CLXXX V.) 

CLXXXIV. 

Eppo de Go%in$dorf, von Gotzersdorf ob der Traisen (Nr. LXV), in dessen 
Nfihe auch das geschenkte Gut bei heimprMisdorf gelegen haben mag. Den Ort 
selbst konnte ich unter diesem Namen nicht mehr finden , doch ist er jedenfalls 
unweit Herzogenburg zu suchen, unseren ältesten Libr. prediorum zu Folge, ia 
denen es heisst: „Ortolfus de benef. in Goecenstorf ... In Haimprechtetorf 
de beneficio. In Oberndorf. In Herzogenburg . . Ossarn, Waltprechtstorf etc." 
In den späteren Urbarialbuchern kommt der Ort Heimprechtstorf nicht mehr 
vor, dafür werden einige dienstbare Grundstücke „auffn Hainperg^ angeführt, 
bei b e r u d r f , unweit Herzogenburg. (Vgl. Nr. CXCI.) 



165 



CLXXXV. 

Otto de Mulihach, Mulbach, südlich vom StSdtchen Meissau, U. M. B., 
war der Sitz einer adeligen Familie, aus der mehrere in unserem, so wie auch im 
Klosternenburger Saalbuche genannt werden (foc. cit. S. 290, 201, Nr. 5S1). 
Otto verkaufte dem Stifte ein Gut, neben der dortigen Kirche, welche 
letztere schon vom Bischöfe Alt mann seiner Stiftung in Göttweig übergeben 
worden war. (Tradition Nr. XI.) 

Die Angabe in Sehweickhardt*s Darstellung des Erzh. Osterreich u. d. E. 
y. U. M. B., lY. Bd., S. 267: „bis zu Ende des XIY. Jahrhunderts blähte das 
edle Geschlecht der Mfihlbacher'* u. s. w. beruht auf keinem genugenden 
Beweise. Im Jahre 1333 besassen Reimprecht von Walsee und seine Hausfrau 
Elisabeth dieVeste Mfihlbach. (Lichnowsky, Geschichte des Hauses Habs- 
burg, III. Tb., Regesten, Nr. 962, 963.) 

CLXXXVI. 

IValtkerus de treüma, an der Traisen ansässig und reich begätert, 
erscheint mit seinen Brüdern Hartwic (de Rudniche) , Adalram (de Eppinberg 
oder Waldek), Ernest und anderen Familiengliedern oftmals in unseren Urkunden 
zwischen 1110 — 1150. Ihre Reihenfolge ist in der Note Nr. CCLVIII zu finden. — 
Walther , im Stiftungsbriefe von Klosterneuburg vom Jahre 1136 von seinem 
Hauptsitze de Sancto Andrea benannt, war c. 1140 der eigentliche Gründer 
des Augustiner-Chorherrenstiftes zu St. And rä an der Traisen, zwischen Her- 
zogenburg und Traismauer. (Siehe Archiv für Kunde osterr. Geschichtsquellen, 
IX. Bd., S. 259—260.) 

Heidinrich de Augia , hat vermuthlich auch nahe der Traisen sieinen 
Wohnsitz gehabt, denn in Nr. CCCXLIV kommt mit Walther de treisma, aber- 
mals Heidinric de eodem fiuuio als Zeuge vor. (Vgl. Nr. CCLVIII , CCCXLIII.) 

Überdies wird in den alten Zehentbüchern des Stiftes Herzogenburg der 
sogenannte Auzehend, in Augia y häufig angeführt, und es soll auch in der 
Nähe der Traisenmuhlen , unterhalb Inzersdorf ein Edelsitz , Namens Au 
(AuweJ einst gelegen haben , welcher von dem berüchtigten Fronauer zerstört 
wurde. (Nach gefälliger Mittheilung des hoehw. Herrn Wilh. Bielsky.) 

CLXXXVII. 

Megingoz de (Me, aus einem edlen, aber sonst nur wenig bekannten 
Geschleehte , das seinen Sitz in der Gegend von Kottes hatte und sich durch 
reichliche Schenkungen an unser Kloster auszeichnete. In unserem Saalbuche 
erseheinen diese Edlen de G ri e in folgender Reihe : 

Pütgrim, c. 1100 als Zeuge einer Vergabung Piligrim*8 de Rotingin, ver- 
muthlich seines nahen Verwandten, in Nr. XXXI (Siehe auch Nr. CCL), ferner 
im Saalbache des Stiftes St. Nicolai bei Passau, um das Jahr 1120. (Urkunden- 
buch des Landes ob der Enns, I, 533, VIH.) 

Megingo%, gab durch die Hand seines Vetters (patruelis sui) Piligrim ein 
Dominicalgut zu Wiesendorf an der Schmida, Pfarre Gross- Weickersdorf, U. M. 
B., nach Gdttweig, c. 1120. — Dieser Megingoz mag es auch gewesen sein, 



166 

der — in exiremü poHtua — einen Weingarten bei Hundsheim durch die Hand 
seines mütterlichen Oheims Perhard (avuneuli sui) hierher opferte e. 1130 — 
1140. (Siehe Nr. CCXUII.) 

4delheit, matronai dicta de Grie (Nr. CliXXX)j var Aotweder die Sohwe<> 
ster «yd er Gemahlin Meging0 2*s. Seine Söhne Messen Siegfried und Me-^ 
ging 9 z. (Nr. CCLXII, CCCLXini.) Sigifried wurde in der hiesigen Klo- 
^terscbule erzogen, und schankte einen Diensteigenen hierher, mit Einwilligung 
seiner Verwandten Piligrim*s und Megingpz's. (Nr* CCCLXXI.) £r atarb 
frühzeitig und wurde in Göttweig hegraben o> 1147r S^in Bruder Megiftgoz 
übergab am ßegräbnisstage einen Theil der schon früher versprochesea Güter 
dem Stifte. Sjgfried^s Witwe erhob Einsprache dagßgen, wurde aber gerichi* 
lieb abgewiesen. (Nr. CCLXVIII.) In der Folge entstand aberm((lA eiQ Resitsstreit 
zwischen dem Landesherrn ypd deji) Stifte „super pi^dto megingQ^ 4e r«waim 
et fratris eins Sigifridi iam defuncti eic.^ Herzog Heinrich IT. Hess endlioh 
das angesprochene Gut den Klosterbrudern übergeben im Jahre 1156. Unter 
den Zeugen der wirklichen Übergabe waren auch Megingoz de rawana und 
sein Sohn Otto. Den Zunamen de ra$aana haben sie ohne JKweifel ron ihren 
BeaitzMpgen bei Rann a (unteriialb Koites) angenommen. (Vgl. Nr, CCVIL) 

Aus depi Edlen de Grie hat sich aber insbe«onders Piligrioi» ohne 
Zweifel ein Sohn des Erstgenannten P i 1 i g r i m » ^Is grosser W<»hUhSter 
upseres Stiftes gezeigt, wie aus den Traditionen Nr« CCIII -OCIX zu ereeheB. 

CLXXXVffl. 

DietpQldus marckio ', von Vohburg, von dem bereits ip Nr. CLXXV aus* 
führlicher die Rede war. 

Da ea schon in upserem Stiftungsbriefe Yom Jahre 1083 heisat; y^Parro- 
chiam ad s. Petronellam cum dote et eoelefiam a^ Hauilm cum dote et ecole* 
siarufi) ipearum termino gntiqvitus prefipitp cum deeimatione de omni beoeficio 
Deipoldi MarchionU intra Viscbahft et |jitaha positq ex omnibus uillis perti- 
nentibus ad Eeclesias Heimhurahf s. Petr0neHa. Houilin^ Afi^hirnckettprueeß, 
cultis et p^stmqdum «olendis, quibus primo a me (i. Ot ep. Altma^no) imieslita 
est hec ecc|esi^ ,^ Marl^graf P i e t p o 1 d Ilt aber durch die Hapd »einer Ge- 
mahlin Adalhei4e('i' ii.^7).4>e Pfarrkirche i(u St Petropell mit der Filiale 
zu Hof lein hier neuerdings nach Göttweig widmete und den hiesigen Klo- 
sterbrüdern zum Eigenthum (in propri^im 4os) übergab , und zwar auf die Bitte 
eines Edlen» N^^ps 9fapego|d, der diesfi Kirobengüter von St, F^oneil 
und Höflein ^u L^hen h^tte , so scheint pnser Stift nietet gleich im Jahre 1083, 
sondern erst später, zur Zeit 4es engten oder zweiten Abtes (1094— -1114 — 112$), 
in den wirklichen Besitz dieser ol^genannten l^irchen gejapgt z« «ein. ~* In den 
Mon. boip. ist das Jahr 1146 als Zeitpunkt dieser Ti^dition angegeben» jeden- 
falls um 20 Jahre zu spät. (Siehe die Note Nri CLXXV.) Freiherr von Saaken 
citirt in aeinem ipteressaoten Aufs^tzp ^ber die rJVmisehe Stadt Carnuatum und 
die Baudenkmale des Mittelalters ai| der Siellp Carnunitima (in 4en Sitiungs- 
berichten der philt-hisL Classe der kaia^tfrl. Akademie der Wissenao^aften, Jahr- 
gang 18,19, IX, Bd„ S. 756) , diese Stelle unseres Saalbuches und aetxt ai« um 
das Jahr 1140, mit Berufung auf UgbelJi Italia saom, und Hansix Germania 



167 

Sacra I, pag^. 246. Des Dr. Lasiüs ganz falsche Angaben in Betreff des Gott- 
veiger Stifttmgsbriefes hat ^»ereits Freiherr tob Hormayr in der Geschichte 
Wiens, L Bd., III. Hft., Urkuii4ei»b«ch XII, mit gweehtem Unwillen geragt und 
berichtiget. 

cxc. 

lAufMldu» marehio IIL (IV. d. H.) , hatte den bischöflichen Zehent von 
einen Aem Stifte gehörigen Dominical-Gute zu Palt (ad Pulta, unterhalb Mau- 
tern, nahe der Donau), als passauisches Lehen erhalten, und denselben wieder 
seinem Ministerialen, Namens Gerold, überlassen. Abt Nanzo (1114—1125) 
wünschte diesen Zehent für sein Stift zu bekommen , und machte desshalb dem 
Bischöfe Udalrieh von Passau (1092—1121) einen Tauschantrag. Es musste 
aber zu dem £nde Gerold sein Afterlehen dem Markgrafen, und dieser das- 
selbe dem Bischole, als eigentlichem Lehensherrn zurückgeben. Bischof Udal- 
rieh überliess nun den so zurückerhaltenen Zehent durch die Hand „domini 
Liupoldi prtoris^ den Klosterbrüdern, und erhielt dafür tauschweise einen 
ganzen mansum zu E 1 1 i n g 1 n , und einen halben bei E 1 s a r e n , welche er 
wieder dem Markgrafen als Lehen verlieh. Dieser aber opferte später beide 
Stücke yypubliea donatione ^^ auf dem Altare zu Göttweig. Dr. v. Meiller reiht 
in den Babenberger Regesten S. 14, Nr. 19» diese Tauschhandlung zum Jahre 1121 
ein, weil Bischof Udalrieh von Passau in diesem Jahre (am 8. Aug.) gestorben 
ist. Ad albert aber, des Markgrafen Sohn, welcher dabei als Hauptzeuge und 
Schirmvogt erscheint, doch schon vogtbar, d. h. 14 Jahre alt* musste gewesen 
sein. (Seine Geburt wird gewöhnlich in das Jahr 1107 gesetzt, loc. cit. S. 210— 
211, Note 108.) 

Dominu9 Liupoldus prior, qui pro eadem causa functus est legatione, 
ist vermuthlich Liupold, der Prior von Göttweig, welcher im Jahre 1116 
(1112?) als erster Abt in das neuhergestellte Benedictiner-Kloster zu Seiten- 
statten berufen wurde. (Historia Fundat. Mon. Seitenstettens, bei Hieron. Pez 
Script. Rer. Austr. 11. Tom., pag. 307. Pertz, Monum. Germaniae bist. XL Tom. 
(Scriptorum IX), pag. $68, ad an. 1112.) Auffallend scheint es, dass Liu- 
poldus hier in dieser SPtelle unseres Saalbuches zwar Dominus , aber nicht 
Abhas, sondern nur „prior^ genannt wird. Es mag dies dadurch zu erklären 
sein, dass Liupold hier als Sachführer seines Professhauses und Mutterstiftes 
den Gütertausch vermittelte. 

ElUngin, vielleicht das jetzige Pfarrdorf Elling (Öhling?), am linken 
Ufer der Url , unweit Seitenstätten. 0. W. W. Ebenso wenig kann genau 
bestinamt werden , bei welchem Eisarn unter den Ortschaften dieses Namens 
die halbe Hube gelegen hat? 

Nachträglich finde ich im Rlosterneuburger Todtenbuehe (Archiv 1851, 
Vn. Bd., S. 276, 4. Febr.), dass eine „Benedieta conversa'' diesem Stifte 
„Elling et Odenprunne** geschenkt habe. Letzteres lag gewiss in der Nähe 
von Eis am, im sogenannten Strasserthale. U. M. B. (VgL Nr. OCCLXXV), 
folglich mag auch Elling dort zu suchen sein. 

Ger&ldtiSf miles marchionis, könnte wohl derselbe Oeroldus de EUam 
sein, welcher in einigen späteren Traditionen unseres Saalbuches, so wie auch 



168 

im Klosterneuburger und Formbacher Cod. Tradit. circa 1129 — 1132, als Zeage 
erscheint (v. Meiller*s Babenberger Regesten, S. 18 und 19, Nr. 41—43}, und 
vermuthlich im obgenannten E 1 s a r n seinen Wohnsitz hatte , nach dem er sich 
benannte. (Vgl. Nr. CLXXXII, CCXCIV.) 

CXCI. 

üdalrich , Bischof von Passau , machte bei dieser Gelegenheit noch einen 
andern Gdtertausch mit dem Abte Nanzo, indem er einen Acker bei Ho ad s- 
heim oberhalb Mautern für ein anderes Grundstück in der Nähe dieses 
Ortes dem Stifte überliess; ferner für eine halbe Hube bei heimprehtisdorf 
(Nr. CLXXXIV) , gab er einen Wald Ton der Ausdehnung einer ganzen Hube 
(30 — 60 Joch) , dort wo die Besitzungen des Bisthums Passau und des Mark- 
grafen Ottokar (VI. oder IV.) von Steier an einander grenzen. Die Stelle ist 
leider nicht genauer bezeichnet; vielleicht aber bei Wilhelmsbiurg zu suehen? ~ 

CXCII. 

Heinricus frisigensU ecclesie episcopus, ein Sohn Friedrich*s 1. Grafen 
von Tengling in Baiern, Bruder Sighard's I., Grafen von Burghausen und Fried- 
rieh's, Grafen von Peilstein (wie M. Filz in der Vorgeschichte seines Stiftes 
Michaelbeuern I, HO, 116 u. s.w. erwiesen hat), wurde Bischof von 
F r e i s i n g im Jahre 1098, und stand seiner Kirche beinahe 40 Jahre, bis zu 
seinem Tode am 9. Oct. 1137 würdig vor. - 

Bischof Heinrich schenkte nach Göttweig eine halbe Hube bei 
Ramuoldishack , jetzt Ravelsbach, unweit Meissau, U. M. B., y^hereditaria 
potestate ,^ welche Worte deutlich einen alten erblichen Allodial- 
besitz in der dortigen Gegend anzeigen, — etwa von Siegfried (Sighard, 
Sizo) , dem ehemaligen Markgrafen in der Ostmark (1045) herrührend , der 
nach Filz*s Forschungen (l. c. 68—72), Stammvater der Grafen von Tengling. 
Burghausen , Scbala , Peilstein und Möring gewesen sein soll. (Vgl. Nr. CLIII.) 
Im Index-Bande der Mon. boic. (XXXII, H, pag. 346, Ramuoltisbach) , ist das 
Jahr 1119 als die Zeit der Schenkung angegeben; aus welchem Grunde? Im 
Manuscripte des Chronic. Gottwic. Tom. II, finde ich sie in die Zeit des Abtes 
Hartman, somit vor 1114 gesetzt. — Die hierher bezügliche Tradition Nr. CCLXIX 
gibt näheren Aufschluss, wo der halbe mansus gelegen hat. 

CXCIII. 

Ekkiricus de chufarin , erseheint mit seinem Bruder W o 1 f k e r und 
seinen Söhnen H a d a m a r und M e g i n h a r d so oft als Wohlthäter unseres 
Stiftes, oder als Zeuge bei Schenkungen gleichgesinnter Freunde und Ver- 
wandten, dass man wohl daraus schliessen darf, diese edle Familie habe in der 
Niihe von Göttweig ihren Wohnsitz gehabt; ob in dem Orte Kuffarn, links 
der Strasse von Göttweig nach Herzogenburg, wage ich nicht zu behaupten. 
Ebenso wenig vermag ich zu entscheiden ob Ekkiricus mit Hadamar de Chuf- 
farin, dem Stifter Zwetl's verwandt gewesen sei? Dr. v. Meiller setzt im Per- 
sonen-Verzeichnisse der Babenberger Regesten , S. 325 , die Brüder Ekki- 
ricus und Wolfkerus de Chuffarn abgesondert von den übrigen 



169 

Edlen de Chunring , Chuffam u. s. f. — Aus den betreffenden Traditionen 
unseres Saalbuches lässt sich folgendes Geschleehtssehema zusammenstellen: 

Ekkericus (fratres) Wolf k er 

e. HlO-1130. 

ux. Gertrud. Nr. CCXXVII, CCXLV etc. 



Hadamarus Meginhard Ekkericus IL 

1120 — 1186. seculo renuncians in monasterio 

ÖttodeRamsperch Gertrud e.ll33.Nr.CCCLXIII. educatus c. 1120. 

1170—1200 uxor Heinrici postea monachus? 

ux. Chunigunde de Murstetin cf. Nr. CCCLXXI. 
Nr. CCCXXIX. Nr. CCCIX. 

Die einzelnen Individuen dieser Zusammenstellung sind im allgemeinen 
Personen-Verzeichnisse zu finden; nur muss ich noch bemerken, dass der in 
den Babenberger Regesten mehrmals in den Jahren 1156 — 1186 unter den Freien 
(liberis) vorkommende Hadamarus de Chuffam , mit seinem Sohne 
Otto (1. c. S. 50 , Nr. 80 ; späterhin benannt de Eamsherg) , gewiss von 
Ekkerich abstammen. (Vgl. auch Nr. CCCXXXVIII.) 

Um auf die Tradition wieder zurück zu kommen , so schenkte Ekkirich de 
Chufarin ein Gut zu Zueluehoffigin, d. i. Z wo 1 f a x i n g , unweit Schwechat, 
U.W. W., dem Kloster, bei Gelegenheit als er seinen kleinen Sohn Ekkirich 
zur Erziehung in dasselbe brachte. 

Wir ersehen aus dieser und mehreren anderen Stellen unseres Saalbuches, 
dass auch in Gottweig schon im zwölften Jahrhunderte eine Erziehungs- und 
Unterrichtsanstalt für adeliche Knaben bestanden hat, die keinesweges blos für 
das Ordensleben herangebildet wurden, sondern nach ihrer Ausbildung ungehin- 
dert in ihr Vaterhaus zurückkehrten. Nur auf Verlangen der Altern, oder ihre 
eigene Bitte nahm sie der Abt durch die feierliche Profess in die Zahl der 
Ordensbrüder auf , wenn sie das erforderliche Alter erreicht hatten, wie dies 
auch bei dem jungen Ekkirich de Chuffarin der Fall gewesen sein mag. (Siehe 
Nr. CCCLXXI) 

CXCIV. 

Gehehardus de Adalgeri»bach, war in dem jetzigen Pfarrdorfe Ollers- 
bach, zwischen Böbmkirchen und Neulengbach , 0. W. W. ansSssig , und 
erscheint c. 1120—1132 nicht allein in unserem, sondern auch im Klosterneu- 
burger und St. Nicolaier Saalbuche. In der Tradition Nr. CCCXX wird G e b- 
h a r d*s Ableben c. 1135 erwähnt, und sein Sohn Dietricus genannt, den man 
in den Babenberger Regesten und anderen Urkunden von 1135—1170 oftmals 
angeführt findet. Dessen Mutter Benedicia, „matrona nobiliter ingenua dompna^ 
lernt man aus dem Passauer Codex II (Mon. boic. XXVIH, II, 109 etc.) kennen. 
Sie bezeigte sich auch gegen das Kloster Formbach wohlthätig, c. 1140. (Ur- 
kundenbuch des Landes ob der Enns, I, 719, CCCI. Siehe die interessante 
Note Dr. v* Meiller's 1. c. S. 226, Nr. 215.) 

Stiesdorfy jetzt Stasdorf genannt, am Wege von Ried nach Tulln. 
0. W. W. 



170 

Heinriemde Vurhol%e, Ffirholz, unweit Blind«mnarkt, oder Vornholz io 
der Pfarre St. Leonbard un Forst 0. W. W. 



CXCV. 

Rudolfui de herga, wird schon Fom Abte Magens Klein in seinen Notaten 
„poteos Austriae Dynasta in portione Machlandica** genannt. In neuerer Zeit 
haben es die unermfidlicben vaterldndisehen Geschichtsforscher Ignaz K e i b- 
1 i n f e r in Melk, und Jodok Stütz in St. Florian zur Gewissheit erhobeo, 
dass das hochansehnliche , mächtige Geschlecht der Herren yon Ferge , Berga* 
seinen Hauptsits in der nun Ifiogst yerfallenen Feste Mitterberg, im Mühl- 
viertel des Laodes ob der Enns, unweit des Marktes Perg gehabt habe, nicht 
aber in Berg (Bergern), an der ungrischen Greoze, wie der Topograph 
Weiskern, I, 71, angibt. Die Forschungen und urkundlichen Daten über dieses 
Edelgeschlecht findet man yon den Obgenannten genau zusammengestellt und 
mitgetheilt in Hormayr*s Taschenbuche 1828, S. 241 u. s. f. — Chiners 
Geschichtsforscher 1841, ü. Bd., 11. Hft., S. 260-27X — SehmidPs österr. 
Blfttter für Literatur, Kunst, Geschichte u s.w., lY. Jahrg. 1847, Nr. .33, 34 
und 187. — Geschichte des Stiftes Melk 1851, I, Bd., S. 177, 233, 298. — 
Auch Fr. Pritz spricht davon in seiner Geschichte des Landes ob der Enns, I, 
S. 370. — Die Stammtafel in ChmePs österr. Geschichtsforscher loc. cit. S. 273, 
kann aus unserem Saalbuche yeryollstSndiget werden, wie folgt: 

Rudolf 

e. 1065-1075. 

iix. Gisila f po»t 1083 c . 

Rudolf Waltchun 

f ante 1083. 1065--1083. 
Nr. V, VI. Nr. V, VI. 
ux. Adelheid. 



Rudolfus 

ante 1091—1130. 

Nr. XCIX. 

ux. Richinza de Chuliub. 

Nr. CCLIV. 



Egino? 



N. filia Hartlieb? 
Nr. V. Nr. XCIX, CIL 



Adalram Adalbert Rudolf 

1117_il50. 1120—1170. t ante patrem. 

Nr. CCCLXV. ux. I. Adelheid Nr. CXCV. 

II. Sophia 

Fridericus Adilram minor? 

1170—1191. 1 15. Julii. 1160. 
ux. Aenes. 



Richinza 
uxor Adelrami 
de Waldekke. 



> 



Heilwig? 
t 31. Maji. 



Fridericus? 



N. filius primogenitus 
ea die, qua natus 
innocenter obiens. 
Nr. CCCXXI. 



1194. 



171 



CXCVI. 

Nan%o tauschte mit Einwilligang der Kiosterbrfider vom Grafen Gebhard 
de Pktgin einige , dem Stiße näher liegende Gröter zu Zennindorf (Zendorf » 
qaweit Hafnerbach, 0. W. W.) ein , und gab ihm dafär einige entferntere Be- 
sitzungen bei Poigen, fiurgerwiesen und Hörn. 0. M. B. Der Tausch 
geschah c. 1122 rechtsgiltig vor dem obersten Schirmvogte A d a 1 b e r t, dem 
Sohne des Markgrafen, in Gegenwart mehrerer Zeugen. 

Adalbert, Graf von Rebegau. Gebhard's Bruder. 

Adalhertus de Pucha, Puch, Pfarrdorf, nordostlich von Waidhof en an 
der Thaia. 0. M. B. 

Siffifndu99 cognomine Weisot aus der alten kSrntnerischen Familie der 
Waisen (Woiso , später auch latinisirt Orphani genannt). 

Otto^ Adalbero j Gebolf de molti , von Molt, nahe bei Hörn, deren Nach- 
kommen Hanthaler im Recens. dipl.-geneal. H, 115, anführt. 

Abt Nanzo kaufte späterhin (vor 1125) , vom Grafen Gebhard noch 
zwei Lehen zu Zenndorf. (Nr. CCXXXIX.) Ober diesen Ortsnamen ist in 
KeibHnger*s Geschichte Me]k*s, I, 48» eine interessante Notiz zu finden. 

CXCVII. 

Liutkarde, die Witwe Ehkirici deluffinberge (Luflenberg? unweit der 
Donau, im Mühlkreise ob der Unna; ^ oder Laufenberg? wie im Archive 1849, 
II. Jahrg., IL Bd., HL Hft„ S. ^1, Note 1, ang^eben). 

Norzindorf %o\\ das heutige Nodardorf oder Noderndorf sein, in der Pfarre 
Niederleis. U. M. B. (Schweickbardt , V. U. M* B. , V, 12—14, verglichen mit 
IV, S. 282. Siehe auch Mon. boic. XXyiH, U, S. 477.) 

Steuim de ßngüpolHsdärf, jetzt Engersdorf an der Reuschmichel, in der 
Pfarre St. Peter am Windberg, im Mühlkreise ob der Enns. (Geschicbtsf, von 
X ChmeL IL Bd., II. Hft., $. 264.) 

cxcvm. 

Regiuoldus de fferrmndisiein nobilis, vermutfadich nur Castellan auf dem 
Schlosse Hörnstein (recte Hornsteio • vulgQ Hiruatein), unweit Piesting, U. 
W. W, , das 9ainn)t dem gl^iohnamigeQ anliegenden Orte den baieriscben Grafen 
von Neuburg an der Manglet, Falkenstein und Hadmarsberg g^örte. (Siehe 
kirchh Topographie, Darstellung von Poteasteia,L Ifptabtbv, V. Bd., S. 178-^187, 
mit Nachträgen und BeH<}btigujigen von Ig^. Keiblinger, in Chmers österr. 
Geschichtsforscher. IL Bd.., HL Hft., S. 541 u. s. f.) Reginold mit dem Zo- 
namen de Herrandutein^ habe ich noch nirgends gefunden; vielleicht ist er 
aber derselbe Reginold de Faikenstein» der bei einer Schenkung des Grafen 
Berengar c. 1116, als dritter Zeuge, nach Grafen Sigboto von Weyern und 
Otto von Machland erscheint. (Mon. boic. III, 13-* 14.) Ebenda, {>ag. 11, 
c. 1100, kommt auch Rudolf us de Falkenstein vor; ferner Wolfker de Fal- 
kensteine et Herrant filius sororis eins als erste Zeugen einer Vergabung 
Chdno*8 de Herrantesperch und seiner beiden Sdhne Siboto und Chunrat an das 
Aoguatiner Canonikat-Stift Herrn-Chiemsee , e. 1135 — 1140. (Moni boic. II, 



172 

286.) Leider ist im Saalbuche der Vater Rudolfs und Herrand*s nicht 
benannt und auch der Name ihrer Mutter nicht angegeben. Vielleicht war sie 
mit einem Edlen in der Nachbarschaft von Hörnstein verehelicht? Auf diesen 
Gedanken fuhrt mich die Angabe des Hundius im baierisch. Stammbuch, I, S. 49, 
„dass Adelheid, die Schwester R u d o 1 fs (und auch Wolfker's) , Grafen ? 
von Falkenstein und Neuburg, an Herrn Berchthold von Potensteio in Öster- 
reich verheirathet wurde. 

cc. 

Engilmuth, über homo , schenkte mit Erlaubniss des Markgrafen Leopold, 
etwa 1125, unserem Kloster ein Grundstück (partem agri), zu Meiers (Miris, 
mirsi). 0. M.B. (Nr. XLV, CCLVI, CCLVU.) 

CCIL 

Sasirdorfy später Seserndorf, jetzt Sassendorf genannt, unweit des Pfarr- 
ortes Hafnerbach, westlich von St. Polten. 0. W. W. 

Udalricus de Zemüiuh, Zemling, zwischen Mülbach und Meissau. 0. M. 6. 
(Siehe auch Nr. CCLXXXIV.) 

CCIIL 

Piligrimus de Grie, von dessen Abstammung und Familie bereits in 
Nr. CLXXXVII die Rede war, hat sich mit seiner Gemahlin Willi birg für 
Göttweig sehr wohlthätig erwiesen , indem er einen grossen Theil seiner Erb- 
güter hierher schenkte. Und zwar zuerst eine Kirche, die seine Voreltern am 
Flusse Rot, im Orte scultkeizingin erbaut und wohl dotirt hatten. — Schilz- 
haizing liegt in der Nähe des Marktes Pfarrkirchen an der Rot, in Nieder- 
Baiern. — In unseren Stiftsurkunden ist mir bisher keine weitere Notiz über 
diese Kirche vorgekommen ; aber im Saalbuche des baierischen Klosters Rei- 
chenbach am linken Ufer des Regenflusses, das Markgraf Dietpold von Vohburg 
im Jahre 1118 gegründet (siehe Nr. CXXXV} , und auch mit Besitzungen in 
Österreich dotirt hatte, kommt eine hierher bezügliche Tauschhandlung vor, die 
zwischen Göttweig und Beichenbach durch Vermittlung der beiderseitigen Advo- 
caten c. 1160 geschehen. Herzog Heinrich H. von Ostetreich, als Schirmherr 
unseres Stiftes übergab dem Grafen Rapoto von Ortenberch ials Bevollmächtigten 
des Rei eben bach er Vogtes, Markgrafen Berthold (von Vohburg) das predium, 
quod dioitur SeuUheizingen et itluc pertinentia , und nahm dafür das predium, 
quod dicitur Willofsdorf et Parewi für uns in Empfang. (Mon. boic. XIV, 419, 
Nr. XXI und XXVII, 13, mit der Bemerkung der Herausgeber: In Cod. Tradit. 
ad marginem ipsius loci (Willolvisdorf) manus posterior notat c. 1300: Quid- 
quid habuimus in Austria est venditum et habent Kotwigenses. — WiUotvU' 
dorfei Parowi hält Dr. v. Meiller (Babenberger Regesten S. 228, Note 226) 
für Füllersdorf und Parrau, östlich von Ober-Hollabrunn , U. M. B. , wo unser 
Stift ehemals wirklich begütert war. 

ccv. 

Piligrim überliess unserem Stifte noch mehrere andere Besitiungen im 
Orte Sculthehingin , die er von seinem mutterlichen Oheime Piligrim 



173 

(auunculus) geerbt hatte. Letzterer beechioss in Göttweig sein Leben (nobis- 
cum monachieam uitam eonsummault cursu felici). Ich möcbte ihn für jenen 
Edlen de Rotingin halten , der schon früher einige Güter hierher geschenkt , bei 
deren Übergabe unter Anderen auch Piligrim de Grie, und Megingoz als 
Zeugen anwesend waren. (Siehe Nr. XXX und XXXL} 

CCVI. 

Nanzo kaufte von demselben PiUgrim de Grie, ein Domlnicalgut bei 
S c h m i d a , oberhalb Stoekerau, nahe der Donau. U. M . B. (Vgl* Nr. CCLXII.) 

CCVII. 

üattiia, jetzt Ranna, unterhalb Kottes , im sogenannten Spitzergraben. 
0. M.B. Im Schlosse b e r-R a n n a sass vom 12. bis 15. Jahrhundert ein Ritter- 
geschlecht, das sich de Rcwnah, Ranna, Reuna nannte, und mit den Edlen 
de Grie gewiss sehr nahe verwandt war, denn Letztere nannten sich späterhin 
auch de Rawana. (Siehe Nr. CCCLXXIIL) 

Piligrimus de Rauhnah , der älteste, den wir bisher kennen, war im 
Gefolge des deutschen Königs Heinrich Y. auf der Heerfahrt nach Ungern im 
Jahre 1108, und unterzeichnete als Zeuge eine Urkunde desselben , für das 
Bisthum Bamberg. (Babenberger Regesten, S. 12, Nr. 6.) Dr. y. Meiller meint 
dass Piligrim de Rauhnah , weil er gleich nach den Brüdern de treisim loc. 
cit. genannt wird , auch diesen Edlen zuzuzählen, und keinesweges 
nach Ranna im V. 0. M. B. , sondern nach Rudnicha, Reidling, 
im y. 0. W. W., zu bezieben sei. (Notizenblatt , L Jahrg. 1851, S. 143—144, 
herausgegeben ron der bist. Commission der kais. Akademie der Wissenschaften 
in Wien.} Ohne gegen diese muthmassliche Blutsverwandschaft der Edlen von 
Treisim und Rudnich mit Piligrim de Rauhnah etwas einzuwenden (Vergl. 
Nr. CCXLIII), glaube ich doch, dass Piligrim immerhin im genannten Schlosse 
Ranna sesshaft kann gewesen sein. Die nachfolgenden Besitzer von Ranna 
hat Beil im DonaulSndchen, Wien 1835, S. 380 u. s. w. angeführt, so wie auch 
in Chmel*s osterr. Geschichtsforscher 1841, IL Bd., L Hft., S. 201, und IL Hft., 
S. 292, einige Notizen und Berichtigungen dazu mitgetheilt sind. 

Was nun die ecclenam ad Rau7ia cum dote et omnibus appendiciis etc. 
anbelangt, welche Piligrim de Gne, unserem Kloster vermachte, so meint Abt 
Magnus Klein , dass die jetzige Pfarrkirche in Nieder-Ranna 
bei Muldorf, eine halbe Stunde unter dem Schlosse Ober-Ranna, darunter zu 
Terstehen sei ? (Vgl. Note Nr. CCXVI.) 

CCIX. 

Roudhertus de hahaz (balsenz), jetzt Polsenz in der Pfarre Efferding, im 
Hausruckkreise ob der Enns , kommt mit seinen zwei Söhnen D i e t h e r und 
B a 1 d m a r c. 1120 im Saalbuche von St. Nicolai bei Passau vor. (Urkunden- 
buch des Landes ob der Enns, I, 534, X.) Letzterer war auch gegenwärtig, 
als Markgraf Leopold IV. (V.) Herzog von Baiern , auf seinem Todtenbette zu 
Nieder-A Itaich , im Jahre 1141, 17. October zum Stifte Kloster neuburg eine 
Schenkung machte. (Regesten , S. 29 , Nr. 26. Cod. Tradit. Claustroneob. loc. 



174 

cit. S. 142, Nr. 635.-« Maun. FUcber, loc cit. S. dOO, suelit BaUeiiw mit 
Wallsee zu erkifiren ?) 

ccx. 

Püigrim de Orte beetfitigte auf die B\iU des Abtes Nanzo uid der ISAo- 
Sterbruder alle seine vorher angeführten Schenkungen in Gegenwart des Mark- 
grafen Leopold in. (IV. d. H.), und dessen Sohnes Adalbert, obersten 
Schirmvogtes des Stiftes. Die« geschah den angefahrten Personen lu Folge 
gewiss ?or dem Jahre 1125# in welehem Abt Na na o starb. Dr. t. Meüler nimmt 
das Jahr 1121 an. (Babenberger Regesten, S. 15, Nr. 20.) 

CCXIL 

HtrhMMfm» de huntiiheim, vtrmutblich Stamm rater der ritterlichea 
Herren von Handsheim, sls deren Hauptsitz maa das Pfarrdorf Hundsi^eim 
bat Deatscfa-Altenburg , unweit der ungarischen Grense^ angegeben findet 
(Schweickhardt, Darstellung u. s. w., Y. U. W. W.^ II, 289 u. s. f., wa es uBter 
Anderen heisst: „die frühere Pfarrkirche , deren schon im Jahre 1083 m der 
Stiftuagstirkunde (von Göttweig vennuthlicb) , durch Altmann , fiischerf voa 
Passau, gedacht wirdy ist lange nicht mehr? u. s. w., diese Na>iiz scheint wohl 
auf einem Missversfändmsse und einer Verwechslvag asti Hundsh eim bei Hau- 
tern an der Donau au beruhen ?) 

Dffss Hermann in dar Nfthe unseres Klosters ansfissig und reich begütert 
war , ist aus seinen Schenkungen hierher , so wie aus der aftmaligen Zeugen«- 
sehaftstaistung bei vielen Traditionen au schliessea. Gewöhnlich kommt er mit 
seinem Bruder Reginhard de Ancinberge vor, spfiterhia auch mit seinem Sohne 
Herrand und anderen Familiengliedern, die sich, wie folgt, ausammensteHen 
lassen : 

Herimanns de Huntisheim Reginhsrd de Ancinberge 

c. 1110-1162. (fratres) 1110—1160. 

Herrandus c. 1156. Hadamarus 

ux. Diemud? c. 114^. f c. 1180. 

Nr. CCCXI. fJr. CCLXXXIII, CCCXIX. 

£isenrich Heinricus Lutoldus Heinricus Olto 

c. 1172. 1195. c. 1170. c. 1190. c. 1190, 

t c- 11Ö7. Erosto Nr. CCCXIX. Nr.CCCXXVIU. f «• ^^22. 

(M.boicXXXI, c. 1222. ux. Agnes 

II, pag. 227) filia Heinrici 

(Vgl. Wissgrill, IV. Bd., S. 467—470.) de Brunne. 

(Babenberger Regesten, 
S. 132, Nr. 181.) 

Uermaim , im Begriffe eine Pilgerreise nach Jerusalem ta untemehmea, 
vermachte vorher unserem Kloster einen Hof (curtale) zu Reidling fRudmekm)^ 
unterhalb Traisroauer, 0. W. W., für den Fall, als er nicht mehr aurüekkehren, 
oder sein Bruder Reginhart während dieser Zeit Sterben würde. Vermutlilieh 
sehloss sich Hermann« so wie riela-aadere Edle und der Landesiiirat 



175 

Heinrich IL, Jasomirgott selbst, dem Kreuzzvge de» deutschen König» Konrad Hl., 
im Jahre 1147 an» der aber bekanntlieh einen so unglüeklichen Aosgaiig hatte, 
indeiB nur Wenige von den Kreuzfahrern in ihr Vaterland wieder Kurfickhehrten. 
Hermann de Huntüheim war unter diesen Glücklichen, denn man findet ihn 
späterhin ^ und zwar noch im Jahre 116^ «atcr den Zeugen der Tradition 
Nr« CCLXXXV. Aus seincF Schenkung einer Besitzung zu Rudnieha, sowie aus 
seinem mehrmaligen gleichzeitigen Auftreten und Z^genschaftleisten mit den 
Edlen de Treüma und Rudenieh darf man wohl auf eine nahe Verwandtschaft 
beider Familien schliessen. 

CCXIU. 

Perinhardus de Truna, unser Wohlthäter erscheint urkundlich e, 1120 — 
1130 im Saalbuche des Stiftes St. Nicolai bei Pass«u ; zu derselben Zeit mag er 
auch seine Schenkung nach Gottweig gemacht haben« Das Stammhau» der jetzt 
noch blühenden Grafen von Abensberg und Traun, liegt am TraHnflusSe, 
oberhalb Ldnz. (Hoheneck, geneaL-bist. Besehreibung der Slftnde des Brzh. 
Österreich ob der Enns, IL Th., S. 678 u. s. f<) Rapoto yon Traun 8io41 ein 
Bruder des Vogtes von Perge gewesen sein? (Notizenblatt, IV« Jahrg. 1^4, 
S. 328.) 

Pasehingin , Pasching , liegt am Verbindungswege von Traun nach WxX*- 
bering, im Haiisruekkreise ob der Enns. 

Perinhard*s Sohn oder Enkel Bernhardte de trvna, nohilie vermachte 
c. 1207—1214 dem Stifte Wilhering einen Hof, curiam in Petfchingeh und 
stiftete sich damit einen Jahrtag. (Jod. Stfilz, Geschichte von Wilhering, S. 12, 
4^. — Babenberger Regesten^ S. 198, Nr. 90.) Weiskern*» Angabe in »einer 
Topographie, I, 210, dass «der Berg, auf welchem da» Stift (Gdttweig) gebaut 
ist, vor Zeiten zum Theil unter die Grundherrlichkeit der Herren von Traun 
gebort habe*' u. s. w., beruht nur auf einer ganz missverstandenen Stelle des 
Admonier Saalbuches (Bern.Pez, Tbesaur. Anecdot., III, pag.799,Nr. CXXXIV). 
Ebenso ist nur zum Theil richtig, dass: „eben dieses Geschlecht (von Traun), 
die Vogtei „über die Güter des Klosters'' besass. Es soll hefssen: über eini ge 
Stiftsgiiter, die im. sogenannten Traunfelde lagen. (Vgl. Nr. €1.) 

ccxv. 

Gerhirge, ductrise deh^emia^ eine Schwe»ter Leopold III. (IV. d. H.), 
Markgrafen von Österreich, in ihrem 20 Jahre, am 10. October 1100 zu Znaim 
mit Boriwoift dem zweitgeborenen Sohne Konig Wratislaw*s IL , von Böhmen 
vermählt, gebar ihm eine Tochter Richsa und fünf Söhne. — Boriwoy's wider<« 
rechtliche Versuche sich des böhmischen Thrones Zu bem&cbtigen, seine sechs- 
jährige Gefangenschaft auf der Burg Hammerstein am Rhein (1110 — 1116), 
seine Wiedereinseta^ung in das Herzogthum im Jahre 1117, durch gütiiehes 
Übereinkommen mit dem jüngeren Bruder Wladislaw, seine abermalige Vertrei- 
bung im Jahre 1120 ^ und endlich seinen Tod im Eiil in Ungarn, am 2. Febmar 
1124 hat Palacky in seiner Geschichte vOn Böhmen, L Bd., S. 346-^382 aus- 
führlich erzählt. — Dass Gerbirge bei diesen Verhältnissen und beständigen 
Thronstreitigkeiten in Böhmen die meiste Zeit ihres Ehestandes in Österreich bei 



176 

ihrem Bruder, Markgrafen Leopold III. (IV« d. H.) zugebracht haben mag, lässt 
sich wohl mit Recht vermuthen. Sie erhielt von ihm zum aostSudigen Unterhalt 
einen Theii jener Guter in Grie, welche der Markgraf von dem Edlen Waldo 
c. 1120 geerbt hatte. (Vgl. Nr. LXXIII.) Gerbirge scheint auch dann in jener 
Gegend, nahe der böhmischen Grenze, sieh aufgehalten zu haben, indem sie zu 
Purg eine Kirche erbauen Hess. Nach dem Tode ihres Gemahls im Jahre 1124, 
Hess sie sich im hiesigen Frauenkloster als Nonne einkleiden (induta sanctimonie 
habitu , sub obedientia conversata est Abbatis de Kottwico , nbi mox obiens 
sepulta quiescit in Domino, wie es in der Urkunde Herzog Heinrich*s Jasomirgott 
für unser Stift ddo. I.Mai 1171 ausdrücklich heisst), und bat ihren Bruder, dass 
sie die Besitzungen in Grie, nSanWch predium Vogitisawa, dancholfis cum 
omni Silva sicut quondam Waldonis fuerat, durch die Hand des Grafen 
Gebhard von Puigen zum Altare der Mutter Gottes Maria in Göttweig 
opfern dürfe, mit Vorbehalt der Nutzniessung auf Lebenszeit. Die Obergabe 
geschah wirklich durch den genannten Grafen Gebhard, in Gegenwart des 
Diöcesan-Biscbofs Reginmar ron Passau und des Abtes Nanzo (demnach 
vor 1125) , wie die erwähnte ausführliche Urkunde sagt , welche auch den Ort 
„ad Pwreh^ angibt, wo die von Gerbirge erbaute und ebenfalls den Kloster- 
brüdern vergabte Kirche steht. Purg, Burg, eine Stunde nördlich vom Markte 
Kottes , 0. M. B. , ist eine eigene Pfarre unter dem Patronate des Stiftes Gott- 
weig. . . . Dankholz, Voitsau, nebst mehreren anderen kleineren Ort- 
schaften sind dahin eingepfarrt. 

Gerbirge ns Sterbetag wird verschieden angegeben. In „Monachi 
Sazavensis Coutinuatione Cosmae (Pertz, Monum. Germaniae bist., XL Tom. 
[Scriptorum IX], pag. 159), ad an. 1142 heisst es: Eodem anno 3. Idus Julii 
(13. Juli) obiit Kerherky coniuni Boriwoy.^ — In der Geschlechtsfolge der 
babenbergischen Beherrscher Österreichs nach den klosterneuburgischen Ur- 
kunden (Max. Fischer*s Geschichte Klosterneuburgs, I. Th., S. 375) heisst es, 
dass Gerbirg oder Helbirg am 8. Juni 1142 gestorben; denselben Tag, 
VI. Idus Junii gibt auch das Necrologium von Lilienfeld an (Hanthaler*s Receos., 
II, 431. — Fasti Campilil. T. I, pag. 136, § IV). In einigen genealogischen 
Tabellen (Meiller, Babenberger Regesten; Palacky loc. cit.) finde ich den 
13. Jänner 1142 in Frage gestellt, ohne die Quelle dieser Angabe zu kennen. 
Verlässlicher scheint mir ein altes Necrologium, welches von einem Göttweiger 
Mönche für die Nonnen daselbst geschrieben, und von diesen dann bei ihrer 
Übersiedelung in das Cistercienserinnen-Kloster St. Bernhard im Krug, unweit 
Hörn (Note Nr. CXXIX), im Jahre 1557 dahin mitgenommen wurde (später kam 
es in das benachbarte Stift Altenburg, wo es noch verwahrt wird), darin heisst 
es nun: „Yi, Id. Maji (iO. Mai) Helwigis ducissa Bohemiae, que largita est 
plura bona videlicet possessiones^ . . . und am Schlüsse des Codex ist eine: 
„Auffmerchung der Jartäg die man järlich schuldig ist zu hegen (begehen, 
halten) in der Gemain^ wo unter Anderem vorgeschrieben ist : „10. May item 
ain Vigili für die Hertzogin Gerwidis, die unss Rana hat gegeben** . .. 
daraus kann man wohl mit Recht schliessen, dass Gerbirge am 10. Mai dahin- 
geschieden sei , da die sogenannten Todten-Vigilien in der katholischen Kirche 
gewöhnlich am Sterbe- oder Begräbnisstage gehalten werden. 



r 



177 
CCXVI. 

Abt Nan%o beeilte sich die von dem Marltgrafeti Leopold III. (Nr. LXXII, 
CXYI) und dessen Schwester Gerbirge erhaltenen Besitzungen apud Chriey 
seinem Stifte zu sichern und für das Seelenheil der dortigen Bewohner Sorge 
zu tragen, indem er alsobald in dem Orte Kottes (in loco qui dicitur Choutans) 
eine Kirche erbaute, welche von dem Bischöfe Reginmar eingeweiht und zu 
einer eigenen Pfarre mit folgenden Grenzen erhoben wurde. Von Kalckgrub 
(Chalchgr^bi) , eine halbe Stunde ostlich von Kottes (auf den Karten steht 
fehlerhaft Kohlgrub), ging die Grenze abwSrts bis zum Ö t z b a c h (obizarbach, 
Obler-Obser-Bach), dann über den Schwarzberg (de swarzberg usque ad 
quandam uiüulam Narchonis, soll etwa Marchionis heissen?) in den Fei st- 
ritzbaeh (der Ort Feistritz liegt nahe bei Heiligen- Blut, südlich von 
Ranna). Von da bis zur Besitzung eines Edlen , Namens G e r u n c h , welche 
schon zur benachbarten Pfarre Weiten (Witin) gehörte (Klein-Gerungs? 
jetzt nach Martinsberg eingepfarrt), und weiter bis zum Gute der markgräflichen 
Ministerialen Otto*s und Berthold*s (Bertholz vulgo und Ottenschlag), inner- 
halb der Pfarrgrenze. Diese umfasste dann den ganzen umliegenden Wald bis zur 
Quelle der kleinen Krems (usgue ad caput rivimanantis minoris ehre- 
mute} , die in den Waldungen südlich hinter Kirchschlag entspringt , dann 
einen nordöstlichen Lauf , durch ein schmales Thal , über Kottes nimmt und 
anweit des Schlosses Hartenstein indiegrosseKrems fällt. Bis dahin (versus 
boemiam) reichte die Grenze und ging dann längs der grossen Krems 
wieder zurück, westlich gegen Martinsberg, „usque ad eauum lapidem, 
qui lingua rustiea dieitur tuuilisekircha,** d. i. Teufelskirche, über 
welehe Ortsbenennung nichts mehr zu erfragen ist. 

Die neue Pfarre Kottes stiess demnach nördlich an die ältere Pfarre 
Meussling (muzzlihe) , welche sich zwischen der Krems und dem Kamp 
ausdehnte (Hanthaler Fasti Campilil. L Tom., pag. 171, 338. — Babenberger 
Regesten, S. 12, Nr. 7) ; -— s d ö s 1 1 i c h an die alte Passauer Pfarre St. M i c h a e 1 
in der Wachau, welche damals die Filialen Weissenkirchen , Muldorf 
(Nieder-Ranna, Tgl. Note Nr. CCVII), Heinrichschlag und die Capelle des 
heiligen Mauritius zu Kirchdorf (auch Spitz genannt) umfasste, und im J. 1159 
▼WS dem Bischöfe Konrad dem Stifte St. Florian ob der Euns tauschweise über- 
geben wurde. (Jod. Stülz, Geschichte von St. Florian, S. 19, und Geschichte 
Yon Wilhering, S.354u.s.f.); — südwestlich an die sehr alte Pfarre Weiten 
(witin), in deren Districte 113S — 1140 Abt Ulrich IL von KremsmOnster eine 
Kirche zu Martinsberg erbaute, welche im Jahre 1140 durch den Passauer 
Bisehof Reg^nbert eingeweiht und zur Pfarrkirche erhoben wurde. (Siehe Urkun- 
denbnch für die Geschichte des Benedictiner-Stiftes Kremsmünster, bearbeitet 
von P. Theodorich Hagn, 1852, S. 36, 37, 38. — Vergl. auch Reil, Donauländ- 
chen 1835, S. 267 u. St w.) Die jetzige selbstständige Local-Pfarre Kir c b- 
schlag war früher eine Filiale von Kottes. 

CCXVII. 

Guntherus presbiter hat sieh mit seinem Bruder Rudolph gegen uns 
sehr wohithätig erwiesen. (Vgl. Nr. CCXCI , CCCLI , II , HI , IV.) Gwntherus 
FoDtes. X. 12 



178 

lebte zu Mauor (ad mura), unterhalb Melk (siehe Nr. CCCXLVI) und starb 
nach dem Jahre 1131. 

PUntperg, Blindberg, eine Rotte von wenigen Häusern, in der Pfarre 
Sindelburg seitwärts der Linzor Poststrasse. 0. W. W. 

Oudalricus de williheringin , der uns das Gut als Saalmann übergab , ist 
wohl der altere dieses Namens, welcher c. 1100 — 1130 erscheint. Sein gleich- 
namiger Sohn Udalrich starb un vermählt, wenigstens kinderlos, auf einer 
Wallfahrt nach Jerusalem, noch vor dem Jahre 1146. Udalricb*s jüngerer 
Bruder Colo vollendete die Stiftung des Cistercienser-KIosters Wilbering im 
Jahre 114G. (Über das Geschlecht der Herren von Wilhering und ihre 
Stiftung handelt ausführlich Jod. Stülz in seiner Geschichte des Klosters Wil- 
hering , Linz 1840, S. 375 u. s. f.) -> Die übrigen Zeugen waren ob der Enns 
ansässig, und erscheinen c. 1120—1130. (Vgl. Urkundenbuch des Landes ob 
der Enns, 1. Bd., Personen-Verzeiebniss.) 

CCXVIIL 

Dletmarus, filius Tiemonis de hachlingin (Bögling? am rechten Ufer der 
Erlaf, in der Pfarre Steinerkirchen; — oder ob der Enns?) ein Ministerial der 
Passauer Kirche , nahm einige Weingärten bei Mautern und das dem Stifte 
gehörige Gut in Brunn (jetzt Brunnkirchen, Nr.. II) als bischöfliche Leben für 
sich in Anspruch. Der langwierige Besitzstreit wurde endlich durch einen Ver- 
gleich geendet, indem Dietmar für zwanzig Mark, welche ihm das Kloster 
zahlte, seinem vermeintlichen Rechte auf die besagten Besitzungen entsagte, und 
zwar feierlich, in die Hände des Diöcesan-Bischofes Regi nmar und des Stifts- 
Scbirmvogtes Hermann, bei einer öftentlichen und zahlreichen Versammlung, 
in Gegenwart des Landesftirsten Leopold HL und seines Sohnes Ad albert; 
ferner Ottoka r*s VL (IV.), Markgrafen von Steier. und seines Sohnes Leo- 
pold u. a. m. (Babenberger Hegesten, S. 15, Nr. 23.) Dies muss zu Ende 
des Jahres 1121, oder im Laufe des Jahres 1122 geschehen sein, da Regi nmar 
erst im September 1121 auf den bischöüichen Stuhl zu Passau erhoben wurde; 
Markgraf Ottokar von Steier aber im folgenden Jahre 1122 Ende Novembers 
starb. — In demselben Jahre 1122 soll auch Hermann L, Graf von Wind- 
berg, gestorben sein (Moritz, (oc. cit. S. 87 u. s* w.), der nach Hinscheiden 
seines Nefl^en Konrad H. von Batelnberg (-{- vor 1122), als Sefairmvogt 
unseres Klosters bei obiger Verhandlung auftrat. (Vgl. Nr. CCXXIV.) 

ccxx. 

Liupoldus m^irchio von Steier, der Starke benannt, opferte für seinen, 
zu Ende des Jahres 1122 verstorbenen Vater, Markgrafen Ottokar VI. (IV.) 
eine Hube zu Ragizinisdorf, nicht Ratzersdorf ap der Traisen, wie in den 
Mon. boic. bemerkt ist, sondern verlässlicher (nach Magnus Klein) das heutige 
Rietzersdorf nahe der Bielach, welches in den ältesten Stiftsurbarien noch 
Raicendorf genannt und unter den benachbarten Ortschaften: Marquarts- 
dorf, Bulkendorf, Chunratsdorf, Haindorf (Markersdorf, Wultendorf , Kainrats- 
dorf, Haindorf) angeführt wird. 



r 



179 



CCXXI. 

Gotifridus de Riedmarcha kommt mit seinem Bruder P a b o bei obiger 
Verhandlung Nr. CCXVIII unter den Zeugen vor. Des Letzteren Hinscheiden und 
Begrabniss zu Göttweig, so wie die Schenkung Gottfried*s zum Seelenheile 
seines Bruders durfte demnach c. 1123 zu setzen sein. 

Die Brüder hatten ihren Sitz in der Riedmarch; so hiess bekanntlich der 
westliche Theil des ehemaligen Machlandes, oder jetzigen unteren Mühlkreises, 
im Lande ob der Enns. 

Titirgidin durfte derselbe Ort Teiern sein, südöstlich von Göttweig. der 
als Grenzpunkt der Pfarre Mautern angegeben ist. (Siehe Nr. VIL) 

CCXXIV. 

Hadewichy die Witwe des Grafen Hermann L von Windberg, unseres 
Schirmyogtes, machte für ihn eine bedeutende Schenkung, durch die Hand ihres 
Sohnes Hermann H., in Gegenwart des Hauptschirmvogtes Ad albert. Dies 
mag wohl bald nach dem Hinscheiden des Grafen im Jahre 1122, gewiss aber 
vor 1130 geschehen sein, wenn anders des Genealogen J. Moritz*s Angabe 
gegründet ist (toc. cit. S. 126), dass Hermann IL noch vor seiner Mutter 
Hadewich gestorben sei ? (Vgl. übrigens Note Nr. CCCXLVL) 

Rudnivhe, Mura, sind bekannte Orte. 

ChrufÜingi, unter diesem Namen zwar nicht mehr zu finden, doch wahr- 
scheinlich in der NShe von Greuling (Chrulingi) und Winzing, zwischen Obritz- 
berg uDd Hain, 0. W. W. gelegen. (Vgl. Nr. XXI.) 

CCXXVI. 

Nanzo kaufte von einem gewissen Waltricus acht diensttragende Güter bei 
Waltrichisdorf, d. i. Ober- Waltersdorf , ü. W. W., wo das Stift schon früher 
einige Besitzungen erworben. (Siehe Nr. LXXVI.) Auch das Ohorherrenstift zu 
St. Polten war dort begütert. (Kirchl. Topographie IV,. S. 290, mit der Berich- 
tigung in Keiblinger*s Geschichte Melk*s I, S. 292 und 1130, Nr. IH.) 

CCXXVII. 

Chunihostetinj Königstätten, südöstlich von Tulln. 0. W. W. 

Leurarin, villa, jetzt Langenlebarn, oder auch Ober- und Unter-Aigen 
genannt, an der Donau, unterhalb Tulln. Ein Theil dieses Ortes (Ober-Aigen) 
war früher der Stiftsherrschaft Göttweig unterthfinig. (Siehe össterr. Rechts- 
bücher des Mittelalters, von J. P. Kaltenbäck, II. Bd. 1847, S. 54 u. s. w.) 

Wolfpeiz*iiingin, Wolfpassing an der Strasse von St. Andrä im Hagenthaie 
nach KönigstStten. (Vgl. Nr. CLXII.) Der Gfitertausch mit Bischof Reg in mar 
ist vermuthlich zur Zeit des Abtes Nanzo geschehen, demnach zwischen den 
Jahren 1121— H25. 

CCXXVIII. 

Heidinricus nohilis, wird in der Tradition Nr. CXLIV mit Mathilde, der 
Gemahlin Uda1rich*s, Grafen von Ratein berg, zugleich und in naher 

12* 



180 

Beziehung erwfihnt, so dass man wohl yermuthen, ja mit Recht daraus scbliessen 
darf, dass hier, in yorliegender Tradition anter Liutkarde eomüista die urkond- 
licb bekannte (siehe Nr. CXXXIX) Tochter des GrafenUdalricb und 
M a t h i I d e n*s zu yerstehen sei, welche zum Seelenheile ihrer dahingeschie- 
denen Eltern bedeutende Schenkungen nach Göttweig maehte. 

Im Cod. B lautet diese Tradition etwas abweichend und yoUstAndiger so: 
^yNouerit uniuersitas Christi fidelium tarn presentium etas quam sueeedentium 
futura posteritas. qualiter quidam nobilis uir. N. Heidenricus rogatu RaüspO" 
nenns aduocati9$e nomine Liukarda duo mancipia Perinhardum et Eberlindam 
ad altare S. Marie fMro remedio anime pairü ei matrü eins» eeierorumque 
parenium suarum. pro V denariorum annuatim soluenda. sine omni contradie- 
cione tradidit. sub iungens hanc etiam conditionem. ut si statoitum transgrede- 
rentur. seruitntis debito obligarentur. Hnius traditionis adhibiti sunt testes. 
Hoholt. Marchwart. Liupolt. Biilune*'. 

Am meisten zu beachten sind hier die Worte: „ratisponensü aduoca^ 
ti99a;f* — warum Gräfin Liutkarde so benannt wurde» soll in der Note lu 
Nr. CCCLIX ausführlieh erwiesen werden. 

Hinsichtlich der vergabien Dienstleute ist "die Bedingung hinzugesetzt, dass 
sie unserem Gotteshause als Leibeigene gehören sollten , wenn sie den 
bestimmten j&hrlichen Dienst von fünf Pfennigen nicht bezahlen würden. 

ccxxx. 

Im Codex B heisst es statt: ,,pro remedio anime patris et matris sue paren- 
tumque suorum,^ deutlicher und genauer: ,,pro remedio anime eomUis Odal- 
rici et uxoris eiu8 eeierorumque parentum suorum. Huius rei testes etc. 

CCXXXIV. 

Adulhertus noster aduocatus, ist wohl des Markgrafen Leopold Dl. 
(IV. d. H.) Sohn , der oberste Schirrovogt. Im Cod. B findet man den Zusatz : 
,,Aduoeatu8 noster Adalbertus. qui iUa suscepit," nämlich die drei Leibeigenen, 
welche Arnolt de hawaria zu unserer Kirche widmete. Ferner statt Adalhero 
de griezbach, ist Adalhero Kelbergras als Zeuge angeführt. Die Übrigen 
folgen aber in derselben Ordnung und Anzahl, wie hier im Codex A. 

CCXXXVI. 

Reginmarus, Bischof von Passau (1121 — 1138) bestätigte alle Schen- 
kungen seiner Vorgänger ( A 1 1 m a n n*s und U d a 1 r i c h*s) an unser Stift, insbe- 
sonders das Zehent-Recht in der Umgegend von Krems, woiüber zwischen 
dem Kloster und den benachbarten Zehentberechtigten , worunter auch das 
Domcapitel von Passau, Streit entstanden war, welcher von dem Bischöfe zu 
unseren Gunsten entschieden wurde, indem er zugleich gegen Jeden den Kirchen- 
bann aussprach, der es wagen w&rde, unserem Gotteshause etwas zu entziehe». 
Dessungeachtet hat doch Reginmar*s Nachfolger selbst, Bischof Reginhert 
(113S — 1148) den Weinzehent um Krems, welcher dem Stifte gehörte, für sich 
in Anspruch genommen. (Nr. CCLXXIII und urkundlicher Anhang.) Im Codex 
B lautet der Sehluss der Entscheidung: . . . cum ceteris conprouineialihus 



181 

nostris exeltisit ac ßrmUsimo hanno firmauit, iUam suhiungena condüionem, 
tj aUquis emulus de mpra dictis prediis nohU et s. Marie irracionahiliter 
(diquid auferret perpetuo anaihemeite 8ubiaceret Haius rei testes sunt. 
Ernist de Treisma. Marehwart. de Seonebohel, Heriman de Hunteaheim, et 
frater eins Ref^nhart. Ekkirich de Chufarin. et frater eius Wolfker. Dietrich. 
Merehe, 

ccxxxvn. 

Gerdruik, die Witwe des Edlen Ekkirieh's de Chufarin (Nr. CXCIIf) gab 
für ihn SeelgeHEth nach Gottweig durch die Hand ihrer beiden Söhne Hadamar 
und Meginhard. Der Name des Gutes jensejts der Donau, ist leider 
nicht ausgedrückt. Auch scheint dasselbe nicht gleich, sondern erst nach Ger- 
truden*s Tode, in unseren Besitz gekommen zu sein, da es im Codex B heisst: 
»Nouerit uniuersa catholice plebis ecclesia quod duo lihere conditionis uiri 
nomtne Meginhardus. et Hadamarus pro remedio patris eorum Ekkeriei 
etterorumque parentum suorum predium quod situm est ultra danubium et 
Walehoun in henefido ah eis tenet ad altare S. Marie tradiderunt. Huius 
rei* etc. folgen die 13 Zeugen in derselben Reihe, wie im Codex A. 

ccxxxvni. 

HeHilo, ein Ministerial des Markgrafen Leopold, machte mit dessen 
Einwilligung mit dem Stifte einen Gütertausch, c. 1125. Das von ihm einge- 
tauschte predium ist nicht bekannt Im Codex B heisst es nur ganz kurz : „Testes 
predii quod quidam uir nohilis, N. Hettilo ad predictum altare tnutuo tradidit, 
Heidenrich. Adalbero Kelhergras, Odalrich'* etc. 

Adalbero Kelhergras erscheint auch im Rlosterneuburger , St. Nicolaier 
und Passauer Saalbuche c. 1120—1165? Sein Wohnsitz ist mir unbekannt. 

CCXLI. 

Eppo nobilis, wahrscheinlich de Goftiinisdorf, (Siehe Nr. CLXXXIV.) 
Hoholdus de Chamhe, ein Ministerial der gräflichen Familie von Rateinberg, 
kommt sehr oft in unserem Saalbuche vor. In der Note Nr. CCLXXVII wird weit- 
Uufiger Yon ihm geredet und seine Geschlechtsfolge dargestellt. 

CCXLII. 

ffariwieui de famÜia 8. Stephani, ein Ministerial der Passauer Kirche, 
vermachte uns c. 1130 sein bedeutendes Erbgut bei: 

Noppindorf, Noppendorf, in der Pfarre Ober-Welbling, unweit der Strasse 
von Krems nach St. Pdlten. (Siehe auch Nr. CCCLXXIX.) 

Otto et frater eüa Heinrieua de Steinkirehiny von Steinerkirchen an der 
kleinen Erlaf. 0. W. W. 

CCXLIII. 

Meging0Zf vermuthlich aus der Familie de Orie? deren Stammreihe in der 
Note zu Nr. CLXXXVII angefahrt ist. 



182 



CCXUV. 



AdMertus nobilis. — la den Babenberger Regesten loe. cit. S. 31, Nr. 9 
und S. 51 , Nr. 84, kommt unter den Zeugen in zwei Berchtesgadner Urkunden 
e. 1143—1146, und c. 1172? auch AdMertus Jerosolitnitanus de Werde 
vor, der mit unserem Adalbertua hierosolimitanus wohl identisch ist und so 
benannt wurde, weil er von einer Pilgerreise nach Jerusalem glücklich wieder 
zurückgekehrt ist. Das Lehengut (beneficiuro) apud Werda, das Ad albert 
dem Stifte für 6 Mark abtrat, ist eben die Insel Mutheimeruuerth , welche K. 
Heinrich V. im Jahre 1108 dem Stifte geschenkt hatte . . . ^roganie hoc eiiam 
Adalberto, cuius hec erat beneficium,'* (Siehe Note Nr. XCYIII.) Diese (Halb-) 
Insel lag unterhalb Mautern , und wurde gewöhnlich nur Werd genannt; sie 
muss ursprünglich von bedeutender Ausdehnung gewesen sein, wie aus den alten 
Urbarien des Stiftes zu schliessen, doch hatte sie immerfort durch Überschwem- 
m.ungen zu leiden. Zu Ende des vorigen Jahrhunderts mussten die Bewohner 
des Dörfchens Werd dem einbrechenden Donaustrome gSnzlich weichen, und 
zogen sich in den nahen Ort Palt herauf. Die Grundstücke, Äcker und Auen 
unterhalb Palt heissen aber jetzt noch: im Wörth. (Vgl. Notizenblatt der 
kais. Akademie der Wissenschaften, IV. Jahrg. 1854, S. 329, „im werdf bei 
Pald, Talarn, Furt u. s. w. — Ferner im Pantaidingbuche von Furt (1520). 
(Österr. Rechtsbücher des Mittelalters, IL Bd., 8.29, §.48, 49.) „Von der 
Werder wegen u. s. w. Vnnd ist darinn besunder gefreit kaiser- 
liche Freyung von Khaiser Hainrichn u. s. f.'' 

CCXLV. 

Zuonicray nicht Zuggers in der Gegend der Stadt Gmünd, 0. M. B., 
wie Maxm. Fischer angibt (im Archive für Kunde österr. Geschichtsquellen 1849, 
I. Hft., S. 130), sondern das Dorf Zaingrub in der Pfarre Drei-Eichen, 
südlich von Hörn, 0. M. B. , welches auch unter dem Namen Saniku (Sant- 
grub), in unserem Codex Nr. CLXI, und in den Urkunden des Stiftes Altenburg 
vorkommt. (Vgl. Stiftungenbuch von Zwetl loc. cit. S. 437: „quidam de Zvencra 
iuxta montem qui MoUerperck dieitur. — Siehe auch S. 736 Zeingrub und 
Zugers.) 

CCXLVIII. 

Eberhardus de Pokkisrucke, wird als Zeuge in den Saalbüchern mehrerer 
Stifte gelesen. (Codex Tradit. von St. Nicolai c. 1120, und Codex Tradit. Form- 
bacens. c. 1130. Urkundenbuch des Landes ob der Enns, I. Bd., S. 831. — 
Monum. boic. XXXII, Vol. P, U , 158.) Maxm. Fischer sagt loc. eit S. 280, 
Nr. 473: „wo dieser Ort (Pochesruche) gelegen gewesen, ist keine Spur lo 
finden^. — Hanthaler im Recens. diplom.-genealog. T. II, pag. 179, sucht die 
Luge desselben durch di(^ Ausgangssyibe „rucke^, d. i. an einem Bergrücken 
zu erklaren. — Franz X. Pritz bemerkt in seiner Geschichte von Baumgarten- 
berg ob der Enns (Archiv, XII. Bd., I. Abth., S. 16, Note 4), dass diese Familie 
Boehesruke mehrere Besitzungen im Machlande hatte und auch in Urkunden 
von Waldhausen vorkommt u. s. f. — Im Topograph. Lexikon von Fr. RaffeU- 



183 

perger, I. Bd., S. 164; III. Bd., S. 142, sind zwei Orte: Gross- und Klein- 
Bocksruck (Poxruck), mit der Poststation Haag und Ried, ob der Eniis 
angegeben. Ebenso werden in den Mon. boie. Vol. XXVIII, P. II, pag. 171, 466, 
Besitzungen des Bisthums Passau in Pokkesrukke erwähnt. Nach einer hand- 
schriftlichen Bemerkung unseres Abtes Magnus Klein soHen zwei herrschaftliche 
H5fe bei Kirchschlag, 0. M. B., nach Peckstall gehörig, Pokkesrukke geheissen 
haben. Ferner finde ich ein Pokkisrveke auch im ehemaligen Zehentbezirke der 
Stiflspfarre K fl I b angefahrt. 0. W. W. 

Mirchingin, Ober-, Mitter- und (Jnter-Merking, drei Dörfer in der Pfarre 
Obritzberg, unweit der Strasse von Krems nach St. Polten. 0. W. W. Daselbst 
hatte uns schon früher Dietrich, Graf von Formbach mit seinem Bruder 
G e b b a r d einen Weingarten geschenkt. (Siehe Nr. XXI.) 

Paho de Amerange (einer Hofmarch in Obei*-Baiern, im ehemaligen Chiem- 
gau), erscheint mehrmals im Gefolge des Markgrafen Leopold III. (des Heiligen) 
c. 1122 —1133. (Siehe Babenberger Regesten loc. cit. und Mon. boic. II, T. III, 
Nr. 1, das Siegel.) 

CCXLIX. 

Heber (i. a. Eberhard) erneuerte und bestätigte, vermuthlich nach dem 
Hinscheiden seiner Ehefrau Wentile, das Vermfichtniss seiner Besitzung zu 
Qual eisdorf. (Vgl. Nr. CLXIV.) — hn Codex B aber heisst es Cho I e i s- 
dorf; auch sind dort die Zeugen in anderer Reihenfolge aufgeführt: „Ernist 
de Treisma. et frater eins Adelram. Dietricus de Zunis. Idem ipse Adalbertus 
de werda. Heriman de huntisheim. Otto. Bertoldus. Otto de mölti. Adalram 
filius Rndolfi de herga Merbot. uddlricus de marcpach^. 

CCL. 

SwentOj Gschwendt, zwischen Kottes und Heinrichschlag, 0. M. B., gehörte 
früher zum Officium in Rauna et Chotans. . 

CCLI. 

Ueiuricus cotnes in extremis positus . . . Gebkardus frater eins, sind 
vermuthlich die Söhne des Grafen Sighard 1. von Burghausen und 
seiner Gemahlin Ita von Forrabach. (Vgl. Nr. CLIII.) Graf Heinrich soll 
schon vor dem Jahre 1136 gestorben sein. Dass alte Necrologium des Dom- 
kapitels zu Salzburg gibt den 30. Jänner als seinen Todestag an: „III. Kai. Febr. 
Hemrieus eotnes de Purchusen^. (Filz, loc. cit. I, 128.) In den Mon. boic. ist 
das Jahr 1104 als Zeitpunkt des Vermächtnisses angegeben; aber jedenfalls zu 
früh. Von den hier aufgeführten Zeugen erscheinen folgende: Meginhart et 
frater eins Gumpoldus, und Werinhardus de Tulbach auch bei der Schenkung 
der verwitweten Gräfin 1 1 a an unser Stift, durch die Hand ihres Sohnes Hein* 
rieh, nach dem Jahre 1104. (Nr. CLHI.) 

CCLIL* 

WaldprehtUdorf ^ Walpersdorf, Schloss und Dorf unweit der Traisen^ an 
der Strasse von Göttweig nach Horzogenburg. 0. W. W. 



184 



CCLIII. 

Eppo de Staphüarin , ?on S t a f 1 i n g , io der Pfarre Naam unterhalb 
Maathausen, im Mfihlkreise, ob der Enns. (Archiv für Kunde osterr. Gesehiehts- 
quellen 1854, XH, I, 28.) 

ccuv. 

Ernist de ehiuliub, aus einem adelichen Geschlechte, welches zu K u 1 b 
(drei Stunden südwestlich von St. Polten), seinen Stammsitz hatte und sich 
davon benannte. Die Reihenfolge desselben lässt sich etwa so zusammen- 
stellen : 

Albrecht de Chiuliube 
ux. Richiza? 

Rapoto 

1065—1122. 

ux. Cristina 

t ante 1144. 

Dietrictts Ernist Richiza, f 22, Hart. 
1 1130. t c. 1133. ux. Rudolfi de Ferge 

1109—1130. 



Adalram Adalbert etc. 

c. 1117— 1150. 1120—1161. videNotam 

^ Nr. CKCV. 



Friedrieh 
1170—1191. 

Albreeht de Chiuliube et filius eins R a p o t erscheinen unter den Zeugen 
in der bekannten Schenkungsurkunde des Markgrafen Ernst für das Stift Melk, 
zwischen den Jahren 1065 — 1074. (Babenberger Regesten, S.99 Nr. 11. — 
Keiblinger, Melk, I. 177.) 

Richiza matrona , welche im Orte K fi 1 b einen Platz zur Erbauung einer 
Pfarrkirche unserem Stifte schenkte, c. 1080 (siehe Nr. DI), war vielleicht die 
Gemahlin Albrech t*s und Mutter Rapot o*s. 

Chiristina wird zwar nicht ausdrucklich die Gemahlin R a p o t o*s genannt, 
doch ist daran nicht zu zweifeln. — Sie war die Mutter Dietrich*« und 
E r n i s t*s, und einer Tochter, Namens Richiza. 

Emest et frater eius Dietrich de Chotdivbe erscheinen auch im Kloetar- 
neuburger Saalbuche loc. cit. S. 8 und 23, Nr. 93, als ßii Rabotonü. — S. 106, 
Nr. 494, dominus Ernisto de Chulub allein, als Wohlthäter dieses Chorheiren- 
stiftes, wohl später aU c. 1125, wie in den Regesten angegeben ist. (S, 18» 
Nr. 36.) 

Dietrich starb frühzeitig, sein Bruder Ernist machte für ihn eine bedeu- 
tende Schenkung nach Göttweig , durch die Hand ihrer Mutter Christin«, 
etwa 1130. Als Hauptzeugen waren dabei gegenwärtig Rudolfus de hergu et 
filius eius Adalram, Die Gemahlin Rudolfs de berga, hiess urkundlich AteAtia, 
und war eine Schwester Ernist*s, denn/i h r Sohn Adalram de Perge 



185 

gab Seelgeräth für seinen Oheim (avunculus, Bruder der Mutter) £ r n i s t im 
Jahre 1133. (Siebe Nr. CCCLXV.) Ferner bei einem Gfitertausche zwischen der 
IVopstei Berchtesgaden und den . Brüdern Adalram et Adalbert de Perge 
c. 1144 übergaben diese der genannten Fropstei : „aquam, quam ex datione et 
legati traditione auie eorum nomine Chrüpina in fönte salis HaÜensium habue- 
rant' etc., und erhalten dafür andere Güter „in loco, qui uocatur in Chremse^^etc. 
(Babenberger Regesten, S. 31, Nr. 8.) Die Grosamutter (auia) der 
Brüder Adalram und Adalbert de Perge hiess demnach Chrispina, oder 
C h r i s t i n a. 

Emist de Cbivliuh starb im Jahre 1133, FermutUich kinderlos? K ü 1 b 
erbten die nftchsten Verwandten, die Herren Ton Perg, und nach dem 
Hinscheiden des Letzten aus diesem Geschlechte, Friedrich's yon Perg 
(f 15. Juli 1191) fiel es als erledigtes Lehen dem Landesfürsf en , Herzog 
L e p o 1 d V. (VL) anheim. (Vergl. Note Nr. CCCXXI.) 

Man findet zwar, besonders in Kloster- Urkunden, noch Manche mit dem 
Zunamen de Chuliube, doch sind diese keinesfalls der alten adelichen Familie 
anzureihen , sondern nur für Bewohner von Külb zu halten. 

VuchÜinisdorf, jetzt Volkersdorf, liegt eine halbe Stunde östlich ?on Külb, 
nahe der Siming. (Vgl. Nr. CCCLVL) 

OUo de lenginbtieh et frater eiue Hartwißue , hatten ihren Staomisitz zu 
Altenlengbaeh, 0. W.W., und gehörten zum ältesten und Yornehmsten öster- 
reichischen Ministerial-Adel. Oft erscheinen sie in den Babenberger Regesten 
zwischen den Jahren 1120 — ^1235. In dieser Zeit unterscheidet man mindestens 
drei mit dem, bei dieser Familie beliebten, Namen Otto. Aus einer Herzogen« 
burger Urkunde rora Jahre 1156? lernen wir einen Otto senex de Lengenhaeh 
kennen. (Notizenblatt L Jahrg. 18S1, S. 79, H, dazu die Bemerkungen Dr. t. 
MeiUer*8 loc. cit. S. 139—141.) 

CCLVI— VII. 

lAupoldus fnarehio TR, (IV. der Heilige) , opferte durch die Hand seiner 
Gemahlin A g n e s , in Gegenwart seiner Söhne Heinrich und Liupold, sowie 
im Beisein des Passauer Bischofs Regln mar, einen Dominicalhof und zwei 
Leben zuTrasdorf (im TuUnerfelde, 0. W. W.), auf dem Altare der heiligen 
Maria zu Göttweig. 

Zugleich erliess der fromme Markgraf dem Stifte eine gewisse Abgabe 
(urbuMum eeüicet epusff von der Stiftsbesitzung zu Meirs (mirs, mirsi), im 
V, 0. M* B«, und gewährte nebstdem ein ausgedehntes Nutzungsrecht im dortigen 
Walde. (Pctetum et omnem usum , quem eui in nemore hdbentt no$tris eon* 
eeden*-) 

Als Zeugen dieser Schenkung wurden beigezogen: j^per aurem aUraetix^ 

Beinrieh und sein älterer Bruder Liupold^ die Söhne des Markgrafen. 
Sigihardus und Gebehardust die Söhne S i g h a r d's L, Grafen von Burghausen 
(Nr. CLUI); Ersterer, S i g h a r d H., von seiner Burg Schale, unweit Loos- 
dorf, 0. W* W.y benannt, war ein Schwager des Markgrafen Leopold, 
dessen Schwester Sophia er zur Gemahlin hatte. Ferner : 



186 

Chunradus de piUtein, ebenfalls mit einer Schwester des Markgrafen, 
E u p h e m i a verehelicht. 

Liutoldus de plein^ Sohn des Grafen W e r t g a n d , von dem bereits in. der 
Note Nr. LXXI die Rede war. 

Otto de purcstal et frater eins, von ßargstall an der Erlaf. 

Üdalrieu9 de wolfuisten, von Wolfstein, zwischen Aggsbaeh und Melk. 0. 
W. W. (Mehreres über die Herren von Wolfstei n in Hanthaler*s Recens. dipl. 
geneal., T. II, pag. 360. — Veriässlicheres ist von Ign. Fr. Keiblinger im 
III. Bande seiner Geschichte Melk*s zu erwarten, loc. cit. I, 215.) Die Herrschaft 
W o 1 f s t e i n (zum Theil baierisches Lehen) , mit der alten, nun ganz verfal- 
lenen Veste und dem nahen Gurhofe, sammt dem Amte Schenkenbrunn, brachte 
unser Abt Georg Falbius im Jahre 1620 zuerst pfandweise, dann im Jahre 1629 
eigenthümlich ans Stift. 

Chadolt de occlUdorf, von Zogeisdorf, zwischen Eggenhurg und Burg- 
schic initz. 0. M. B. 

Urhanum opus (auch jus censuale genannt) , ist der Grundzins oder 
Dienst, welchen das Stift von seiner Besitzung zu M e i r s dem Markgrafen 
als Grundherrn bezahlen musste. (Vgl. Nr. XLV,) 

Im Registerbande XXXII , II , der Mon. boic. ist das Jahr 1121 angegeben, 
vermuthlich weil zu Ende dieses Jahres R e g i n m a r seinem Vorgänger Udal- 
rieh (•{* 1121, 7. Aug.), auf dem bischöflichen Sitze zu Passau folgte. ~ Dem 
Manuscripte des Chronicon Gottwic. Tom. II zu Folge, wäre die Schenkung zur 
Zeit des Abtes Nanzo, somit vor 1125 geschehen. Da aber die beiden Sohne 
des Markgrafen, welche als Zeugen zugezogen wurden , doch schon das 
vogtbare Alter von 14 Jahren erreicht haben mussten, insbesonders Heinrich, 
der hier seinem, um sechs Jahre älteren Bruder Leopold voransteht (geboren 
nach der bisherigen Annahme am 2. April 1114?), so kann dieselbe fuglich nicht 
vor das Jahr 1128 gesetzt werden. Dr. v. Meiller reiht sie in den Babenberger 
Regesten circa 1132 ein (loc. cit. S. 18, Nr. 42). 

Auffallend scheint es , dass von A d a 1 b e r t , des Markgrafen ältestem 
Sohne und oberstem Kirehen-Scliirmvogte , hier keine Erwähnung geschieht. 

Der Originalschenkungsbrief des Markgrafen mit einem, auf gewöhnliche 
Weise aufgehefteten grossen Wachssiege] (dessen Abbildung in Maxm. 
Fischer*s Geschichte von Klosterneuburg, I, Tafel II, zu finden; vgl. II. Bd., 
S, 130 u. s. w.), wird noch in unserem Stfftsarchive sorgfältig aufbewahrt; der 
Inhalt aber ist von Wort zu Wort im vorliegenden Saalbuchc eingetragen. 
Es ist dies ein sprechender Beweis, aufweiche Art und Weise die sogenannten 
Codices Traditionum entstanden. Die verschiedenen Schenkungen, Vermächt- 
nisse , Kauf- und Tauschgeschäfte und andere , das Stift betreffende Verhand- 
lungen wurden nämlich zuerst auf einzelne Pergamentblätter aufgeschrieben, 
und dann später zur grosseren Sicherheit und besseren Übersicht in ein eigenes 
Buch zusammengetragen. Die Schreiber beobachteten aber dabei selten eine 
bestimmte Ordnung , sondern wie ihnen die einzelnen Blätter und Streifen eben 
zur Hand kamen , schrieben sie dieselben entweder ihrem ganzen Inhalte 
nach, oder nur die Hauptsache im Auszuge in ihr Buch ein, so dass jetzt 
die Zeitfolge der verschiedenen Traditionen nicht mehr genau zu bestimmen ist. 



187 

Nicht unbemerkt darf ich lassen, dass eben mit dieser Schenkung des Mark- 
grafen der erste Schreiber des Saalbuches seine Aufzeichnungen geschlossen 
hat; die folgenden Traditionen sind von dep verschiedensten Hftnden eingetragen, 
wie bereits in der Vorrede gesagt wurde. 

CCLVIII. 

Chunradus nobilU, aus dem alten und reichbegüterten Geschlecbte der 
Herren de Trauma, die so oft in unserem Saalbuche vorkommen und sieh als 
ausgezeichnete Freunde und Wohlthäter unseres Stifters bewiesen haben. Fol- 
gendes genealogisches Schema möge zur Obersicht hier Platz finden: 

1) Aribo de Traisem 
1065—1074. 

2) Hartnidus 

3) Pernhart 4) Adalram 5) Ernist 6) Hartwich 7) Walther 

1108. 1108. dict.etiamde 

t p. 11 36. Sto Andrea 

' 8) Chunradus 9) Hartnit 1108-1150. 

fpostlUl. 1141. 



« 
4) Adalram 

de Waldecke 

vel de Eppinberge 

1108. 

fundator Canoniae Seccov. 1140. 

conversus ibidem 1147. — •}• c. 1174 

ux. 1) Hertha 

ux. 2) Richinza filia Rudolfi de Perge 

conversa ibidem 

c. 1150-1152. -t? 

Benedicta , vel' Erintrudis 

monialis Seccoviensis, 

# 

6) Hartwicus 

dict. de Rudenich 

1108—1150. 

Eberhardus Hazeche 

1161-1180 
ux. Mechthildis. 

einhardus Ulricus, dapifer 



Ebergerus Ulricus Erbo 

de Rudnich de Hasendorf, de Pirbaum. 



Siehe Notizenblatt 1851, S. 76 u. s. w., dann 143 u. s. w. ; ferner Archiv 1853, 
IX. Bd., S. 273 u. s. f. 



188 

1) Anbo de Treinm kommt anter den Zeugen wot in der bekannten 
Urkunde des Markgrafen Emest för das Stift Melk, 106$— 1074. (Siebe die 
Bemerkungen Dr. r. MeiUer*a in der Note 94» S. 209, der Babenberger Regesten.) 
4) Pemhartkf Adilram (5) et frater eins de treinm. EmUt (6} et frater eins 
de ireisim» Hariwieh (7) de treisim findet man als Zeugen in einer Urkunde 
K5nig Heinrieh's V. f&r das Bisthum Bamberg, vom Jabre 1108, 29. September. 
(Regesten loe. cit. S. 12, Nr. 6.) Von Pernbarth (4) ist nicbts weiter 
bekannt; die Übrigen Brfider ersebeinen aucb unter den Zeugen des Stiftsbriefes 
Ton Klostemeuburg, am 29. Sept 1136: Walthertt» de sancto Andrea cum 
fratribus suis Adalrammo de Eppinherge^ Hertuico de Ruodmcke, Emeeto 
de TVeiema, — Da im alten Necrologe yon Sekkau es ausdrücklieb beisst: 
IV. Nonis Nov. Harinidua Pater nostri fundaiorU Adalrammi (Froelieh, 
Diplom. Styriae P. 11, foi. 363), so ist aueh in der obigen Stammtafel dieser 
Hartnidue (2) als mntbmasslicber Sohn A r i b o*s und Vater der genannten 
Brüder angesetzt Ausfübrlicb wird diese Abstammung Adalram*Sy beson- 
ders in aufsteigender Linie, abgehandelt ron Aquilin. Jul. Caesar in seinen Annnl. 
Ducat. Styriae Tom. I, pag. 857. — Ober Walther de Treuma und Hartwieh 
de Rudniehe siehe die Noten zu Nr. CLXXXVI und CIV. 

S) EmUt de treiewuiy wtr im Jahre 1136 noch am Leben, da er mit 
seinen Brüdern die Stiftungsurkunde von Klostemeuburg unterfertigte. — Er 
soll, nach einer ron Aquil. Caesar loe. cit. 856 angeführten Quelle, nur ein 
Stiefbruder A d a 1 r a m's. gewesen sein, und zu Sekkau als conversus sein Leben 
beschlossen haben? — Seine Sohne Ckunradue (8) und Hartnit (9) waren 
gegenwärtig, als Markgraf Leopold IV. (V.) Herzog von Baiern auf seinem 
Todtenbette zu Altaich im Jahre 1141, nach Klostemeuburg eine Schenkung 
machte. (Siehe Babenberger Regesten , S. 29, Nr. 26.) 

Chunrad widmete vor seinem Hinscheiden ein Dominicalgut zu Feie- 
warhrunnen, d.i. Ober-Fellabrunn, unweit Ober-Hollabrann, U. M. B., 
nach Göttweig. Als er bald darauf starb und wahrscheinlich in unserer Stifte- 
Kirche beigesetzt wurde, übergab der als Saalmann bestimmte nobüie Kraft 
(Chrafto de Amicinispach ?) , vermothiich ein naher Verwandter des Ver- 
storbenen , das bestimmte Gut mit Allem , was dazu gehorte, dem Gottes- 
bause feuper saeras sanctorum reliquUu peregit) , in Gegenwart folgender 
Zeugen : 

WaUheru9 (de Treisma) und Adaüram (de Eppinberg^) , die Oheime des 
Verstorbenen; Hartnit, sein Broder. 

Hadamar de ekufarin. (Siehe Nr. CCCXXXVin.) 

Chunrad de Wirmüahe, vonVITirmla, zwischen der Perschling und dem 
Tullnerbaehe. 0. W. W. (Siehe Nr. CCCXLV.) 

Meginher et frater eiue Hedinrich de imieinisdarf, von Inzersdorf 
ob der Traisen. Die Brüder hatten in diesem Orte und Stammsitze eine Kirche 
erbaut, welche von dem Passauer Bischöfe Reginbert um das Jahr 1140 einge- 
weiht und mit pfarrlichen Rechten begabt wurde. Späterhin übergaben sie diese 
Pfarre mit Grundstücken und Unterthanen dem Benedictiner Stifte Rlein-Maria- 
Zell, wo Heidenrich sieh einkleiden liess. Im Necrologium dieses Stiftes beisst 
es: XVIL Kalend. Januarii. Haidenrieus eonvereus nostre eongregoHonu^ 



189 

« quo hdbemus eeehsiam et predium Intzersdorf. (Vergl. Ign. Keiblinger*8 
dipl. Beitrftgd zur Geschichte der Babenberger in Österreich, in Hormayr*» 
Tasehenbuehe» IX. Jahrg. 1829, S. 194, 205 ; femer kirohl. Topographie, I. Abth., 
V. Bd., 8. 12 ; dann Notizenblatt 1851 , S. 76 , wo einige Notizen fiber Inzers* 
dorf Yorkommen.) 

Qo»w. de gazinüdorf, Ton Gözersdorf , sehr nahe bei Inzersdorf. (VergL 
Nr. LIV.) Diesen angeführten Zeugen zu Folge, dfirfte die Übergabe des Gutes 
Vüewavhrunnen beiläufig um das Jahr 1142, unter dem Abte Oerhohut 
gesehebea sein. 

CCLIX. 

Marchwardus de Frouendorf, ein Bewohner von Frauendorf am 
Schmidabache, westlich von Ober*Hollabrunn, UiM. B. , erhielt ron seinem 
Gutsherrn Wiehart de eodem loeo, die £rlaubniss, dass er seine Besitzung, 
eine halbe Hube zu Frauendorf unserem Kloster vergaben dürfe, mit Vor-^ 
behalt der immerwährenden Nutzniessung für sich und seine Nachkommenschaft 
gegen einen jährlichen Dienst von 30 Pfennigen (nummos). Die Übergabe 
geschah zu Göttweig, durch Vermittlung des besagten Gutsherrn Wiehart, 
mit Zustimmung des Pfarrers C h u n r a d von Frauendorf, vor dem Abte G er- 
be hns, in Gegenwart der Söhne des Edlen: 

Wichard de Fr5endorf 
ux. Benedicta 



Wichhardus. Wolfstrigil. Sighard. Benedicta. 

dann einiger Bewohner von Frauendorf, und aus der Nachbarschaft: de momnieh, 
d. i. Münichhofen ; de titriche^dorf, d. i. Dietersdorf in der Pfarre Sonnberg, 
südlich von Hollabrunn. U. M. B. — Auch aus den Kloster-Angehörigen (de 
familia eeclesiastica) wurden mehrere zur Verhandlung als Zeugen zuge- 
zogen. 

Da es in der vorliegenden Tradition heisst: «in presentia domini Gerhohi 
abbatis pie memorie,** so ist aus diesen Worten wohl zu entnehmen, dass die 
Verhandlung erst späterhin (c. 1150), nach dem Tode des Abtes Gerhohus, in 
den Codex eingetragen wurde. 

Gerkokus ahbas folgte seinem Vorgänger ChaUtohtis im Jahre 1141 in der 
abteilichen Würde, legte aber dieselbe nach neun Jahren freiwillig nieder, weil 
er von einigen unzufriedenen und ehrgeitzigen Untergebenen bei dem Diöpesan- 
bischofe Konrad verleumdet und von diesem missgünstig behandelt wurde. Er 
starb bald darauf, im Jahre 1150. (Vita B. Altmanni bei Hieronim. Pez , Scrip- 
lores Rer. Austr., Tom. I, pag. 134, §.44.) 

CCLX. 

üdalricus senior de Perinekke, von dem schon in der Note zu Nr. CLXXl 
und III die Rede war. U d a 1 r i c h wird hier senior genannt, vermuthlich zur 
Uoterscheidung von seinem Sohne E k b e r t , oder gleichnamigen Enkel, 



190 

U d a 1 r i c h IL? Auch im Klosterneuburger Saalbuehe loe. cit. S. 73, Nr. 3^3, 
wird ein Gütertausch mit dem Vlrico ieniori de Pemekke angeführt. Die 
Erklärung Maim. Fi8cber*8 dazu, S. 262 und 263, bedarf wohl der Berieh- 
tigong. Nach Herrn Theodor Mayer^s Forschungen (mitgetheilt im Archive für 
Kunde österr. Geschichtsquellen, Jahrg. 1849, I. Hft., S. 3 n. s. f.), erscheint 
üdalrich L (»enior), zuerst unter dem Markgrafen Leopold IIL (IV.), somit yor 
1136« und soll dann um das Jahr 1161 gestorben sein? In einer Berchtesgadner 
Urkunde , welche Dr. v. Meiller zum Jahre 1172 der Babenberger Regesten 
(S. 51, Nr. 84) einreiht, ist gleich nach Liupold, dem Sohne des Herzogs Hein- 
rich Jasomirgott als Zeuge zu lesen: Udalricus de Pemeck et fUius ein* Eh- 
bertus. Dieser E k b e r t erscheint aber schon bei einer herzoglichen Gerichts- 
entscheidung im Jahre 1171, am 31. März, als selbstständiger Herr und 
Lehensverleiher (Fischer , Geschichte von Klosterneuburg , IL Bd., 
S. 62, Nr. 117}, folglich, so erlaube ich mir nebstbei zu bemerken, wird auch 
die oben erwähnte Berchtesgadner Urkunde, welche Hr. Dr. v. Meiller (Note 244, 
S. 231} in die letzten Jahre Herzog Heinrich*s, c. 1 172 setzen zu müssen glaubt, 
einige Jahre früher einzureihen sein. 

Üdalrich von Perneck hatte schon früher, c. 1130 bedeutende 
Schenkungen nach Göttweig gemacht, nun c. 1140 — IISO gab er noch eine 
Leibeigene mit ihrer ganzen Nachkommenschaft hierher, durch die Hand: 

Bertold*8 de prinzlanisdorf^ d. i. von Prinzersdorf an der Bielacb, in der 
Pfarre Gerersdorf, westlich von St. Polten. Die Zeugen waren aus der Umgegend 
von Prinzersdorf. 

Rudiger de egtzinisperge, vermuthlich Ekhardsberg (vulgo Ögertsberg), 
in der Pfarre Gerolding. 

Heinrieus de Huriwin, Hurm. 

Adalberus de radili, Radel, 3 Dörfer; wovon Ober- und Mitfer-Radel 
östlich von dem Pfarrorte Härm liegen; Unter-Radel aber nach St. Margarethen 
eingepfarrt ist. 

Megingoz de veldwindirij nach dem ältesten Censoalbuche veldwing, und 
und in dem Haupturbare von 1S12— 1590 y^Velbing ain Hof* bei Haindorf, 
sudwestlich von Prinzersdorf. 

CCLXII. 

Sigifrid et Megingoz, deren Abstammung in der Note zu Nr. CLXXIVII 
ersichtlich gemacht ist , schenkten einen grossen Theil ihrer Besitzungen nach 
Göttweig. Diese lagen bei : 

Rauwana, R a n n a. (Siehe Nr. CCVII.) 

Smidahe, Schloss und Dorf, nahe dem Schmidabache , der sich unweit 
davon in einen kleinen Seitenarm der Donau ergiesst. (Vgl. Nr. CCVI.} 

Wachauue, die Wachau, bekanntlich die Strecke am (linken) Donauufer, 
von Spitz bis Tirnstein; kommt aber Wachau als Ortsname vor, dann 
ist gewöhnlich der Markt Weissenkirchenan der Donau, als der Hauptort 
des Wachauer-Thales, darunter zu verstehen. (ChmeKs Geschichts- 
forscher 1841, H. Bd., IL Hit., S. 2S9. — Keiblinger, Geschichte von Melk. 
L Bd., S. 77, Note 1. 



r 



191 

Pouet, nun Po?at, ein Dorf in der Pfarre Nieder-Ranna. — Muldorf , 
Muldorf, ebendaselbst, Odinfeld, Ödfeld? Oed? auch in der N&he; — Au%ar» 
baeh, vermuthlich gleichbedeutend mit Ohifuarbach (Nr. CCXVI), Etzbacb, 
Ötibach, unweit Ranna. Nettsiedele, Neusiedl, im Spitzergraben, zur Pfarre 
Raehsendorf gehörend. Gunzines, Günzsles, Ginslas, mehr nördlich liegend 
und nach Kottes eingepfarrt. 

Aus diesen Gütern, welche unser Stift von der edlen Familie de Grie und 
de Rauna , so wie schon früher von W a 1 d o , ferner von dem Markgrafen 
Leopold und seiner Schwester G e r b i r g nach und nach erhielt und erwarb, 
wurde dann ein eigenes Rentamt zusammengesetzt, welches das Officium in 
Rauna et Chotans hiess, und laut Dienstbuch vom Jahre 1302 folgende Besit- 
zungen umfasste: Chalchgrueh VI. beneficia . . . ibidem VI. aree. — Voitsaw 
XVI. benef. II. aree. molendinum. — Danckolfs IX. benef. area. — Pverch 
VIJ. benef. — Haeutzleins VII. benef. — villa inculta que dicitur Sibemrieh- 
polts, — TegempacJi, — Herrants IUI. benef. — Schwaichhof due curie. — 
GotschaUhtge VIII. benef. una area. — Teichmans IUI. benef. una area, quam 
libere possidet forstaribs. — Vviehartslage VII. benef. una area. — Pfeffen- 
sehlag VIII. benef. — Seheiht% VI. benef. ibid. molend. et molend. afmd ledings 
(in Lugenial). — Griüenportze IUI. benef. molend. — Jn ripa apud Greir 
mern III. benef. — Muniehrevt XIII. benef. - Apud Rudmes 111. benef. — 
Egilspach IL benef. — In ripa IL benef. — Aichperg Curia I. benef. — Wolf- 
gerus de Aichperg de curia sua. — Ohzpach Uli. benef. — Gemaintal 
IL benef. — Listental L benef. — Trebetswelder IL benef. — Langenareher 
dimid. — Obtz IUI. benef. — Avinstal V. benef. ibidem due aree. — Echart- 
stayn II. benef. molend. — Eiringsperg IUI. benef. — Leehstach IL benef. — 
Officium Widmarii : Velais VII. benef. — Petzleins V. benef. — Minwarts 
IIL benef. — Reichpolst IIIL benef. — Volrats aree (plures). — Emsis 
III. benef. horum quodlibet solvit duo millia fustium ad viheas in Rauna, — 
Munichreut XIII. benef. area. — SpilleutenWl. benef. — Jus civile inRaevna 
et Chotans in die sancti Martini, Ranna. Dominus Ruomhardus de silva 
Celtrats . . de silva in hohekk etc. — Muldorf. . . Otz . . . PeyicheMpaeh . . . 
Ottenperg de curia . . . Grimming . . . Seifritsperg . . . Elsam , . . De 
huob . . . Oetzensreut . . . Geswent . . . Trewefsveld . . . Jus civile in 
Chotans PankoUz . . . Grülenportz . . . Aertzperg . . . Reiehpolts . . . 
PetT^eifis . . . Volrais . . • Munichreut, pascua in Chlebaw . . . Dancholfs . . . 
Leupolts . . . Pernharis . . . Amotts . . . Gottschalschlag . . Poandorf . . . 
Hautzleins . . . Otzeinsreui IIL beneficia. Alle diese hier angeführten 
Orte liegen in der Umgegend von Kottes, Purg, Ranna, im Spitzergraben. 
Die Rechte des Gotteshauses Gottweig zu Kottes und 
M fi 1 d o r f , siehe in den österreiehischen Reehtsbuchem des Mittelalters, 
IL Band, Seite 3, Nr. CXVII, CXVIII ; Seite 30, Nr. CXXVIII; Seite 35, 
Nr. CXXIX. 

CCLXIII. 

Ditmarus de guannindorf, kommt auch im Klosterneuburger Saalbuche 
vor, loc. cit. Nr. 102, 190, 2Ö3. (c. 1164.) Ebenda Nr. 269 Ditmarus puer. 



192 



weieher fünf Dienstgüter sn pigtrten dem Chorberrenstifte fibergibt, in Gegen- 
wtri seines Vaters Ditmar, Femer in einer Heiligen-Krenxer Urkunde c 1150 
sind unter den Zeugen: DitmaruM de Gnannendorf et fÜiu» du». Am (öftesten 
ist aber Imfridu$ de Onannendorf, yora Jahre 1161 — 1197; dann Chalodau, 
1209--1217 in den Babenberger Regesten su finden. Haxm. Fischer hfttt Gno»- 
nendarff&r das heutige Gaindorf an der Schmida, unweit Rayelsbaeh, U. 
M. B'9 und gibt einen Rapoto ffir den Erstbekannten aus diesem Gesehleebte 
an. (Cod. Tradit. Olaustroneob. loc. cit. S. 221 , Nr. 85, und S. 324, Nr. IX); 
so auch Schweickhardt, V. U. M. B., IL Bd., S. 65 u. s. w. 

Aus einer Urkunde des Canonikatstiftes St. Georgen (Henogenburg) lernen 
wir eine domina Petri$9a de Gnannendorf kennen, welche im Jahre 1201 für 
ihren yerstorbenen Gemahl Irenfrid eine Jahrtagsstiftung zum besagten Gottes- 
hause machte, mit gewissen Yergfinstigungen für die dortigen Canoniker und 
Canonissinen. (Siehe die ftiteaten Urkunden dieses Ghorherrenstiftes im Archire 
för Kunde österreichischer Geschiehtsquellen 1863, IX. Band, S. 278 und 
Klosterneuburger Todtenbuch im Archive 1851, VII. Band, 304 Gnandorf.) Bei 
der Obergabe eines Diensteigenen an Gdttweig c. 1130—1140 durch Diimar 
waren als Zeugen gegenwärtig : Hartnid de treinmy welchen wir im Nr. CCLVIU. 
als einen Sohn Ernesfs und Bruder Chunrad*s de Treisim kennen gelernt haben. 
Er wird hier und in der vorausgehenden Tradition advocatus genannt, weil er 
über einige Stiftsgöter die Vogtei ausübte. 

Enffübert de $e07iheringin (Schünnering, Pforrort oberhalb dem Cister- 
cienser-Stifte Wilhering). In dem Urkundeobucbe des Landes ob der Enns 
kommen die Edlen de »eonkerinjfin oftmals vor. Loc. cit. S. 553, Nr. XCII. gibt 
Benedieta de eeenheringen mit ihren Kindern Engilbert und Chunigund 
c. 1140 Seelgerftth nach St. Nicolai bei Passau, fOr ihren verstorbenen Gemahl 
Engelbert. 

CCLXIV. 

HeUka de 6tV6oliii, wohl dieselbe Hailwig de Pirbaum (Bier bäum, oder 
gemeinhin Langenbirbaum genannt» unweit der Strasse ron TuUn nach Traismauer, 
in der Pfarre Ponsee, 0. W. W.), welche von dem Herzoge Heinrich II. Jasomir- 
gott im Jahre 1155 (1170?) die Erlaubniss erhielt, ihre gesammten Erbgüter 
dem Kloster SeitenstStten zu schenken. (Babenberger Regesten S. 48, Nr. 73, 
mit der wohl zu beachtenden Note Nr. 234, S. 229—230). Hier, aus unserem 
Saalbuehe lernen wir ihre Kinder, zwei Sehne Gerhard und Rudi g er, und 
eine Tochter N. kennen, welche Nonne im Frauenkloster bei Göttweig wurde, an 
deren Einkleidungs- oder Professtage (eodem die converse) die Mutter Heilka 
einen Weingarten bei Staudratisdarf (d. i. Stadersdorf am rechten Traisen- 
Ufer, unweit St Pulten); und eine Diensteigene unserer Kirche schenkte» bei- 
Ifiofig um die Zeit 1140—1150. Als Zeugen waren dabei : 

Adalrammus de Oftkeringin, im Saalbuche von St Nicolai (Urkundenbueb 
des Landes ob der Enns I, S. 554, Nr. XCIII.) c. 1140 nohilia genannt, erscheint 
mit seinem gleichnamigen Sohne einigemal in den Urkunden von Wilheriag 
zwischen den Jahren 1155—1167 (siehe Geschichte dieses Stiftes von Jodok 
Stütz S. 473, 479, 483). Das Stammsehloss dieser Freien lag am westlichen 



;|93 

Abhänge des Kirnberges unweit von jetzigem Pfarrorte f t e r i n g, im Hausruck- 
viertel ob der Enns. 

Hermannus de porce wird in Nr. CCLIX als zur Familia eeclesiastica 
gehörend aufgeführt. 

Wolferun, Otachar de treisim sind nicht dem bekannten Edelgeschlechte 
de Treisim zuzuz&hlen. 

Hartiüicus, Rahawinus de loinchil, vermuthlich im Orte Winke] ansässig, 
zwischen Kirchberg am Wagram und der Donau, U. M. B.« wo im zwölften Jahr- 
hundert eine angesehene adeliche Familie ihren Sitz hatte. (Vgl. Nr. CCCLXXVII.) 
Unweit davon liegt auch das Pfarrdorf B i r b a u m, wohin Schweickhardt (Dar- 
stellung, y. U. M. B., I. Bd., S. 84), die Edlen de Pirhöm setzt, welche im 
Klosterneuburger Saalbuche vorkommen. Maxm. Fischer aber (Fontes loc. cit. 
S. 256, Nr. 331) bezieht dieselben auf den Ort Birbaum (Moosbirbaum) nächst 
dem Perschlingflusse , iu der Pfarre Heiligen-Eiche. 0. W. W. 

CCLXV. 

Udalrieus de Gossisheim, vielleicht ein Nachkomme, oder sonst naher 
Verwandter jenes Ulrike de Gosheime (aus Baiern), welcher in der Schen- 
kangsurkunde des Markgrafen Ernest für Melk (1065 — 1074), unter den ersten 
und vornehmsten Zeugen vorkommt, und im Jahre 1083 zu Rom an einer dort 
herrschenden Seuche gestorben ist. (Bernoldi Chronicon an. 1083. Pertz, Mon. 
Ger.nauiae bist., Tom. VII. [Scriptorum V.] pag. 438, — Cfr. pag. 349.) 
Mehreres über diesen findet man S. 202 und 204, Nr. 68 und 70, in den Noten 
tu den Babenberger Regesten. Ign. Keiblinger*s Yermuthung in der Geschichte 
des Stiftes Melk, I. Bd., S. 177, ist sehr wahrscheinlich, dass der hier in unserem 
Saalbuche vorkommende jüngere Udalricus de Gossisheim sicher zu G-o s- 
s a m gehaust habe, einem Dörfchen in der Pfarre Emmersdorf am linken Donau- 
ufer, fast der Bielachmündung gegenüber. Da, zu Pilachegimundie , einem 
Ungst zu Grunde gegangenen Orte unterhalb Melk (Reil, Donaulandchen S. 200, 
Note 2), hielt U d a I r i c h mit dem Bischöfe R e g i n m a r eine Zukammenkunft 
(eoUoquium, eine Conferenz, oder Berathung, im Gegensatze zu placitum, einer 
öffentlichen Gerichtsverhandlung), bei welcher Gelegenheit er in Gegenwart des 
Bischofs, unseres Abtes Chadalhoh, und vieler anderer Hochgestellten geist- 
lichen und weltlichen Standes, durch seinen Neffen (manu nepotis sui), 
Udairich alle Schenkungen felerWch (super reliquias sanc'orum) bestS- 
tigte, welche er früher zu unserem Gotteshause gemacht hatte, von denen 
aber sonst gar nichts bekannt ist. — Zugleich vollführte Udairich die Über- 
gabe dreier Weingarten bei Walp ersdorf ^Walti)rehtesdorf) , zwischen 
Göttweig uad Herzogenburg gelegen, aus dem Nachlasse und zum Seelenheile 
seines Verwandten, des Edlen IValtricus, (Cfr. Nr. CCXXVI.) — Die ange- 
führten Zeugen sind bekannt. Da R e g i n m a r von 1121 bis 1138 Bischof zu 
Passau und Chadalhohus von 1125 bis 1140 Abt zu Göttweig war, so ist diese 
Tradition in den Zeitraum von 1125—1138 zu setzen. 

CCLXVI. 

Rudingisdorfj Rodingersdorf, Pfarrort nordöstlich von Horii, 0. M. B., 
kommt in unserem Dienstbuche vom Jahre 1302 nicht mehr vor. 
Fontes. X. 13 



194 



CCLXVU. 



Hueet ChunreuluM, vermuthlich den Edlen de Mulbach zuzuzShlen? Im Klo- 
sterneuburger Saalbuche, loc. cit. S. 123, Nr. 553, kommen nämlich : Hugo, Otto 
fratres doraini Chunradi (de Mulhaeh) , ferner Nr. 562 Hugo de Okersdorf 
(Eckersdorf? Y. U. M. B.), mit seinem Bruder Chunrad de Mulbach vor. (Vgl. 
Archiv 1849, I. Bd.. I. Hfl., S. 134.) 

Dieimarus de durrinbach, von Unterdurnbach, östlich bei Meissau, nicht 
weit von M ü 1 b a c h, U. M. B., lebte zur Zeit Herzog Heinrich*s II. Jasomirgott, 
und erscheint in einer Tradition desselben (Nr. CCCLXXIV) an unser Stift , im 
Jahre 1156. (Über die Ofirnbacher siehe Wissgrill loc. cit. IL Bd., S. 296. — 
Hanthaler Becens. I, 291.) 

CCLXVIII. 

Dominum Megingoz hatte mit seinem Bruder Sigifrid mehrere Besi- 
tzungen für den Fall ihres Ablebens unserem Stifte vermacht, wie wir aus 
Nr. CCLXII ersehen haben. Als nun Sigifrid bald darauf starb, übergab 
Megingoz an seines Bruders Begräbnisstage zu Göttweig alsogleich einen Theil 
des Vermächtnisses , nämlich zwei Dominicalgäter und erklärte feierlich , dass 
die übrigen auch nach seinem eigenen Hinscheiden ganz gewiss dem Stifte 
zufallen sollen. Sigfrid*s Witwe aber erhob Ansprüche dagegen, und 
hielt einiges mit Gewalt zurück. Der Rechtsstreit musste in Gegenwart des 
Markgrafen Chunrad und seiner Edlen entschieden werden (litigium 
in presentia domini Chunradi Marchionis cunctisque principibus suis dirimi 
oportuii cxortum). Es geschah zu Gunsten M e g i n g o z*s und unseres Stiftes ; 
die Obergabe der erwähnten Güter wurde al« rechtsgiitig und unumstosslich 
erklärt. 

Die Frage nun, wer dieser hier in unserem Saalbuche als Richter erschei- 
nende Markgraf Chunrad war, wurde bereits mehrfach besprochen. Schon 
im Jahre 1818 hat unser Herr Archivar Friedrich Blumberger einen kurzea Auf- 
satz: „Markgraf Konrad in Österreich zur Zeit Herzogs Hein- 
rich Jasomirgott," im Archive für Geographie, Historie, Staats- und 
Kriegskunst, IX. Jahrg., Wien 1818, S. 238—240 mitgetheilt, und darin, mit 
genauer Darstellung des Sachverhalts, die Ansicht ausgesprochen („durch 
Bemerkungen veranlasst , die er in nachgelassenen Papieren des tiefblickenden 
Abtes Magnus Klein gefunden**), der hier in unserem Saalbuche und auch in vier 
Urkunden des aufgehobenen Chorherrenstiftes Waldhausen ob der Enns, in den 
Jahren 1146 und 1147 vorkommende Chunradus Marchio sei ein Sohn 
des österreichischen Markgrafen Leopold IV. d. H. und Bruder 
des damals als Herzog in Baiern und Markgraf in Osterreich 
regierenden Heinrich Jasomirgott gewesen. Dieser, im Begriffe, dea 
deutschen König Konrad III. auf dem bevorstehenden Kreuzzuge im Jahre 1147 
zu begleiten, habe seinen jüngeren Bruder Konrad zum Stellvertreter und 
Statthalter während seiner Abwesenheit ernannt. Eben in dieser Eigenschaft 
erscheine K o n r ad in den erwähnten Urkunden und musste auch als Richter im 



r 



195 

Beisein der Landes-Edlen den Rechtsstreit Megingoz*s und des Stiftes mit der 
Witwe Sigfried's de Grie entscheiden. 

Gegen diese mutfamassliche, aber wohlbegründete Behauptung Blumberger*s 
wurde in den Wiener Jahrbuchern der Literatur (1825, XXXI. Bd.» Anzeigeblatt, 
S. 59) Ton Freih. y. Hormayr die Einwendung vorgebracht, dass jener 
babenbergischeKonrad (nach der gewöhnlichen Meinung) im J. 1137 
in das kurz vorher von seinem Vater Markgrafen Leopold gegründete Cister- 
zienser-Kloster am Sattelhach (Heiligen Kreuz) eingetreten, und im Jahre il41 
bis 1148 daselbst Abt gewesen sei. „Ais Mönch aber von reformirter strenger 
Observanz durfte Konrad kein Eigenthum haben, kein weltliches Amt verwalten,^ 
folglich auch nicht in der Göttweiger Sache zu Gericht sitzen und darüber 
Urtheil sprechen u. s. w. „Weit natürlicher und ungezwungener scheint (dem 
Freih. von Hormayr) die Erklärung, dass der fragliche Chunradug Marchio 
nur den persönlichen Markgrafe n-T i t e 1, wie so manche Andere, 
führte, etwa nur ein Dachauer, oder einer der sehr zahlreichen Peilsteine oder 
Pleyen gewesen sei und im Lande ob und unter der Enns an Eigen und Lehen 
ansehnliches Besitzthum besessen und kraft dessen seine Waldnutzungsrechte zu 
Gunsten des neuen Klosters bei St. Stephan und Johann zu Waldhausen abge- 
treten, und ebenso auch über die Streitigkeit zwischen den Mönchen von GÖtt- 
weig und der Witwe Siegfried's von Grie , im echt deutschen Kreise der den 
Streitenden Ebenbürtigen seiner vorzüglichsten \ aaaiWen (principibus «fit«), ent- 
schieden habe'' u. s. w. 

Dieser Erklärung des Freih. von Hormayr stimmte auch Herr Jod. Stfilz, 
Archivar in St. Florian bei (im österr. Geschichtsforscher von Jos. Chmel, 1838, 
KBd., IL Hft., S. 226— 230), und meinte, „dass dadurch die Unhaltbarkeit 
der Meinung Friedrich Blumberger's auf eine Weise dargethan sei , die jede 
fernere Erörterung unnötbig macht**.] Zugleich brachte Stülz auch eine „Muth- 
massung** vor, nämlich: „ob nicht der Enkel der Wiliibirg, Gräfin von Tengling, 
K o n r a d, Markgraf zu Znaim der marchio Ckunrat der Waldhauser Urkunden 
sein könnte**. Durch Anpassung der betreffenden Umstände auf diesen mähri- 
schen Konrad (einen Sohn Liutold's von Znaim und Ita*s, einer Schwester 
des Markgrafen Leopold IV. d. H*) versuchte StüU die Aufgabe und Frage, wie 
er meint, auf die natürlichste Weise zu lösen. 

Nicht unbeachtet und unerwidert lies Blumberger die Ansichten und Be- 
hauptungen seiner gelehrten Herren Gegner , indem er in einer längeren 
Abhandlung, (welche eigentlich für den österr. Geschichtsforscher, herausge- 
geben von Jos. Chmel, bestimmt war, dann aber in den Wiener Jahrbüchern der 
Literatur LXXXYU. Bd., 1839, Anzeigeblatt S. 34—44 mitgetheilt wurde), 
diese wichtige Frage nochmal ausführlich erörterte , die Gegengründe genau 
prüfte und widerlegte. Da zeigte sich, dass die gewöhnliche Erzählung in 
unserer Landesgesehichte von Konrad*s Einkleidung und abteilicher Würde im 
Kloster Heiligen Kreuz aus einer nicht blos verdächtigen , sondern ganz ver- 
fälschten Quelle geschöpft sei, nämlich aus den bekannten Werken: Fr. Ortilonis 
Campiiiliensis Notulae etc. und Fr. Lewpoldi de Newnburga itidem Campililiens. 
hidieulus Chronicus etc. (Fastorum Campiliorum Libro I, pag. i273 etc.) 
welche schon damals (1839) von Blumberger. Endlicher, Kopitar für ii ne c h t, 

13* 



196 

von J. Chmel (Handschriften der k. k. Hofbibliothek U, 656—657) als eine io 
die Augen fallende Impostur erklärt, in neuester Zeit aber geradezu als „eine 
Erfindung Hanthaler^s'' wohl mit Recht gehalten werden. (Siehe Sitzungs- 
berichte der kais. Akademie in Wien^ phil.-hist. Ciasse, Jahrg. 1850, II. Bd., 
IV. Hft., S. 813 u. s. f. — Archiv för Kunde österr. Geschichtsquellen, 1852, 
VIII. Bd., U. Abth., S. 325.) 

Da demnach die gewöhnliche Annahme und Erzählung von K o n r a d*8 Ein- 
tritt und Wirken im Kloster Heiligen-Kreuz keinen verlSsslichen, unverdächtigen 
Gewährsmann, keine sichere Grundlage hat, so verlor auch die, haupt- 
sächlich daraufgebaute, Einwendung Hormayr*s gegen Fr. Blum- 
berger*s wohlbegrundete Meinung, in Betreff des fraglichen Chunradus Mar- 
chio, alle Stütze. 

K o n r a d , der Sohn des Markgrafen Leopold III. (IV. d. H.) wählte zwar 
den geistlichen Stand (wie schon früher sein Bruder Otto, von 1138 — 1158 
Bischof von Freising), trat aber niemals in den Cistercienser -Orden, 
sondern wurde schon im Jahre 1139 von seinem Halbbruder (durch die gemein- 
schaftliche Mutter Agnes), König Konrad III. zum Capellanus Curiae ernannt, 
erhielt dann auch im Jahre 1140 und- 1143 die Dompropsteien zu Utrecht und 
Hildesheim als Präbenden. Konrad konnte daher immerhin von seinem nach 
Palästina abreisenden Bruder, dem regierenden Herzoge und Markgrafen Hein- 
rich Jasomirgott zum Landesverweser und Statthalter in Oster- 
reich ernannt worden sein , da die Zurucklassung eines Stellvertreters gewiss 
nothwendig war , Heinrich selbst aber noch keine Deseendenten hatte und der 
ältere Bruder Otto, Bischof von Preisingen auch den Kreuzzug im Jahre 1147 
mitmachte. Ebenso wenig kann der Titel Marehio Anstoss und Bedenken 
erregen, da es bekannt und erwiesen ist, dass gerade um jene Zeit auch 
die nachgebornen Prinzen angefangen haben , die Titel ihrer Väter zu 
gebrauchen. 

Durch diese Beweisführung hat Herr Fr. Blumberger seine Ansicht gegen 
den Vorwurf der Unhaltbarkeit gerechtfertiget und gezeigt, dass der haben- 
bergische Konrad mit den Umständen in den Waldhausner Urkunden 
und dem GÖttweiger Saalbuche nicht im VTiderspruche stehe, ohne jedoch 
geradezu behaupten zu wollen und es für unmöglich zu halten , dasa nicht noch 
ein anderer Chunradu9 marehio ausfindig gemacht werden könnte, welcher 
auf die angeführten Verhältnisse besser, oder gleich gut passe. — Was aber 
den K o n r a d anbelange, welchen Herr Jod. Stülz unter dem Titel eines Mark- 
grafen von Znairo in Vorschlag bringt und dem Sachverhalte anzupassen 
sucht, so streitet dagegen der einzige, aber wichtige Umstand, dass zu jener 
Zeit Mähren noch keine Markgrafschaft war, folglich es auch 
keine mährische Markgrafen gegeben habe. Das mährische Land 
war dazumal im deutschen Beichskörper noch unter dem Herzogthume Böhmea 
begriffen, und die böhmischen Prinzen, welche in Mähren Hof gehalten und 
das Land verwalteten, wurden immer Herzoge, niemals Markgrafea 
genannt. 

. Herr Dr. v. Meiller weiset in der Note 193 , S. 221 der Babenberger Rege- 
sten in Betreff des MarkgrafenKonrad nur auf Stulz*s Aufsatz in ChmeFs 



r 



197 

Geschichtsforscher l, 226—230 hin, ohne von der letzten Erwiderung Blum- 
berger*s in den Wiener Jahrbüchern loc. cit. Notiz zu nehmen? — Da seither 
keine andere annehmbare und völlig erwiesene Lösung dieser wichtigen Frage 
mir bekannt wurde, so kann ich nur der wohlbegrOndeten Ansicht unseres 
Stifts-Archivars Fr. Blumberger , rflcksichtiich des Chunradus Marchio , ganz 
beistimmen , ohne desshalb den etwaigen Vorwurf zu furchten : »jurat in verba 
magistri!^ 

Um nun auf die weitere Erklärung der vorliegenden Tradition unseres Saal- 
buches wieder zurückzukommen, so wird darin gesagt, dass Megingo% am Be- 
grSbnisstage seines Bruders Sigfried ihr beiderseitiges früheres Vermächtniss 
unserem Kloster bestätiget habe : „coram domino Chadalhoho, archipreposito 
tune temporis episcopi Reginberti uicario, dbhaie quoque Gerhoho aliisque 
quam pluribus^ . . . Reginbert war Bischof von Passau, vom Ende 1138 
bis 1148. Gerhohus, unser Abt, waltete von 1141 bis 1150. Demnach fiele 
obiger Bestätig ungsact beiläufig zwischen die Jahre 1141 bis 1148. Da ferner 
dabei Chadalhohus, als Stellvertreter des Bischofs Reginbert, gegenwärtig 
war, dazumal aber die Bischöfe nicht für gewöhnlich einen Vicarius bestellten, 
so kann man wohl mit Recht annehmen, dass des Chadalhohtis Vicariat, als ein 
ausserordentliches Amt auf jene Zeit zu beschränken sei , als Bischof 
Reginbert während des Kreuzzuges im Jahre 1147 von seiner Diöcese 
abwesend war und indessen den Propst der Passauer Kirche Chadaüiohus zum 
Vicarius bestimmte. Dieser kommt in den Passaner Urkunden als praeposilus 
c. 1140, 1147, 1150, 1160 vor. (Mon. boic. XXXII, II, pag. 31. — Urkunden- 
buch des Landes ob der Enns, Personen-Verzeichniss, S. 803.) 

Bischof Reginliert starb auf der Rückreise von Palästina im Jahre 1148, 
11. Nov. (Hansiz, II, 310.} Ihm folgte auf dem bischöflichen Stuhle zu Passau 
eben der genannte babenbergische Markgraf K o n r a d vermuthlich erst nach 
der im Mai 1149 erfolgten Rückkehr seiner Brüder, König Konrad*s III. und 
Herzog Heinrich*s IL Jasomirgott, vom Kreuzzuge. (Dr. v. Meiller, Regesten 
loc. cit. S. 219, Note Nr. 165.) Im Jahre 1164, Ende Juni , wurde K o n r a d 
vom Papste Alexander III. für seine Anhänglichkeit zum Salzburger 
Erebisthum befördert , aber ebendesshalb auch vom Kaiser Friedrich I. im 
Jahre 1166 aus Salzburg mit Gewalt wieder vertrieben und geächtet, so dass 
er als Flüchtling im Kloster Admont, am 28. Sept. 1168 sein Leben beschliessen 
musste. 

CCLXIX. 

Heinrieu» epücopus, von Freising, hat zu seinem Seelenheile einen halben 
mansum bei Ravelsbach (Ramuoldisbach) hierher vermacht. (Nr. CXCII.) 
Aus Torliegender Tradition erhellet nun, dass diesen mansus bei Mumch~ 
havenf zwischen Unter-Ravelsbach und Gettsdorf U. M. B. gelegen, und in 
die Hände eines Edlen Mannes, Heinrich mit Namen delegirt war, welcher 
dann denselben, vermuthlich erst nach einigen Jahren, c. 1130? dem Stifte 
fibergab (seeundo .... delegaverat). Der delegatus war nämlich, bis er 
weiter delegirte, oder die Delegation gänzlich vollführte (öfters erst nach 



198 

10-— 20 Jahren), der Natzniesser and gleichsam Herr des „in seine Hand*^ 
gegebenen Gegenstandes. 

CCLXX. 

Chunradiis de go%mche , von G ö s i n g , U. M. B. , welcher Ort früher 
gr5sstentheils der Stiflsherrschaft Stein und Naib unterthänig war, und noch 
jetzt eine Patronats-Pfarre von Göttweig ist. (Siehe die „Recht vnnser Frauen 
Gotshaus zu Göttweig, die Ir holden im Ambt Gösing haben," in den dsterr. 
Rechtsbuchern des Mittelalters, II. Bd., S. 42, Nr. CXXXI). 

Die von C h u n r a d uns geschenkte MGhle mag am nahen Kamp-Flusse 
gelegen haben. 

CCLXXL 

Friderun, relicta Sifridi de Adalbrehtisperge, vermuthlich vom Schlosse 
Albrechtsberg an der Bielach, unweit Loosdorf. 0. W. W. Es könnte aber 
auch das heutige Obritzberg gemeint sein, rechts der Strasse von Krems 
nach St. Polten, welches dazumal Alhrehtsperge geheissen hat. (Mon. boie. 
XXIXy II, p. 216, 579.) Im Einweihungs- und Dotations-Documente der Capelle 
inWerd (im Umkreise unserer alten Pfarre Mauer, nahe bei Albrechts- 
b e rg an der Bielach), vom Jahre 1147 kommen unter den zahlreichen Zeugen 
auch Hademar de Movr, et frater eins Sifridus vor (Mon. boic. loc. s. cit. 
pag. 215); sollte Letzterer sich vielleicht de Ädalbrehtisperge benannt haben? 
und seine Witwe Friderun es gewesen sein , welche nach seinem Willen einen 
Weingarten bei ehirisrute, d. i. Ebersreut, östlich von Pira, 0. W. W., hierher 
opferte (um d. J. 1150?). 

CCLXXII. 

Warmund de eehindorf^ ein Ministerial Herzog Heinrich*s Jasomirgott. 
erseheint als solcher circa 1159 im Klosterneuburger Saalbuche I. c. Nr. 159, 
S. 52, ferner in einer Urkunde Bischof Konrad*s von Passau vom Jahre 1160 au 
St. Polten unter den Zeugen (Mon. boic. XXVIII, II, pag. 241 --242); ebenso 
bei einer Schenkung Mormuud*» de Ekendorf »n das Kloster ZwetI im J. 1164. 
(Anna!. Clara-Vallens, Tom. I, 183.) Warmund benannte sich wahrscheinlieh 
von Eggendorfam Walde, am Fusse des Manhartsberges, den hier ange- 
führten Zeugen zu Folge , welche Alle aus der Umgegend von diesem 
Eggendorf waren. 

Die von Warmund uns geschenkten Dienstgüter lagen zerstreut: Eioes 
bei Stie$torf, welcher Ort vermuthlich im jetzigen V. U. M. B. zu suchen , und 
demnach von dem in Nr. CXCIV vorkommenden <S>h'e«dor^ oder Staassdorf 
im V. 0. W. W. zu unterscheiden ist. — Das zweite lag bei Celdrand9rf, 
d. i. Zellerndorf am Pulkaubaehe; das dritte bei PuehetibrunneHt d« i. Poia- 
brunn, unweit der Brünner Poststrasse, gegen die m&hrische Grens^ hin. 
U. M. B. 

Bemerkenswerth ist der Beisatz in der Tradition: ^rogatu frutre*, ut prm 
9ttt« e/tam intereeterettt exeessibu^. Als Zeugen waren gegenwärtig : War- 



199 

muod's Bruder Rudwin, und dessen Sohn Gehehardus, Es ergibt sich demnach 
folgende Zusammenstellung: 

Fratres 



Warmund Rudwin 

ux. Judita, f c. 1160. Öebehardus^ 

Manegoldus de liubest von Langenlois, nordöstlich oberhalb Krems, kommt 
mit seinem Bruder (?) Otto de Lettbes in der Bestätigungsurkunde Bischof 
KoQrad*s Yon Passau über die Errichtung der Pfarre Zistersdorf , U. M. B., vom 
Jahre 1160 unter den Zeugen vor. (Siehe Stiftungenbuch des Klosters Zwetl 
loc. cit. S. 54 — 55.) 

Ortolfde Meginhardisdorf, dieser Ort wird in der Grenzbeschreibung 
der Pfarre Ravelsbach vom Jahre 1110 erwähnt, und von Philib. Hueber loc. cit. 
pag. 260 für gleichbedeutend mit Eickendorf erklärt. 

Ortolf de PorandUdorf war vielleicht der Gemahl der edlen Frau Irm- 
gardis de Poratutorf, die zwei dienstbare Güter in Poranstorf, nach Kloster- 
neuburg opferte, mit dem Vorbehalte, dass ihr Dieostmann, Ortolf (mües) de 
Poransdorfi welcher diese Guter zu Lehen hatte , in deren Genüsse dann von 
dem Klosterneuburger Propste Gotschalk (1186 — 1192) unter gewissen Bedin- 
gungen belassen werde. (Cod. Tradit. Claustroneob. loc. cit. pag. 77, Nr. 374.) 
Poraiuiorf war, nach Maxm. Fischer*s Angabe (loc. cit. S. 265), ein Dorf, das 
im zwölften Jahrhundert zwischen den Orten Meissau und Dürnbach gelegen 
hatte, dessen aber später nicht mehr erwähnt wird, ausser im Urbar von 1250. 

— Aber auch das heutige Parbersdorf bei Markgrafneusiedel im March- 
felde soll früher Poran^«(^or/* geheissen haben. (Siehe Keiblinger, Melk I, 290, 
Note 3.) 

Otto de Missowe , von Meissau , gehörte einem hochansehnlichen , reich- 
begüterten Geschlechte an, dessen erstere Glieder besonders oft im Klosterneu- 
burger Saalbuche erscheinen und da von Maxm. Fischer loc. cit. S. 239 — 242 
zusammen gestellt sind. 

Perinhardus de Adalwartisdorf, von Olbersdorf, einem Dörfchen am 
Fusse des Manhartsberges, zur Pfarre Mulbach gehörig, südlich von Eggendorf 
am Walde. U. M. B. 

Dietmarus de durrinpach, bereits erwähnt in der Tradition Nr. CCLXVn. 
Chunradus de Chambe, Kamp, nahe bei Haitzendorf. (Siehe Nr. CCLXXVII.) 
Friderieus de t%9%e, Theiss unterhalb Krems. (Vgl. Nr. CCLXXV.) 
Herrand de unzzesprunneHf Feuersbrunn, unweit der vorigen Orte. U. M. B. 

— Auf diesen letzteren Zeugen macht Herr Jos. D i e m e r , Director der Uni- 
versitäts-Bibliothek in Wien, gelegenheitlich aufmerksam in seinem interessanten 
Aufsatze : „C b e r den Antheil Österreichs an der deutschen Dich- 
tung des Mittelalters;^ mitgetheilt in der Beilage zur Wiener Zeitung, 
d. i. in den Blättern für Literatur und Kunst, 1854, Nr. 9 und 10, II, S. 70, 
Note. — Dort, in Feuersbrunn lebte c. 1180 Chnnrad von Fusses- 
bronnen, ein österreicbischer Dichter und Sänger (Hahn, S. 102), welcher 
mit obigem H e r r a n d ohne Zweifel verwandt war. (Vgl. Nr. CCCXXXIII, wo 
ein Werinherdus de fuhsprun c. 1190— 1200 vorkommt; ebenso sind im Cod. 



200 

Tradit. Claostroneob. loc. cit. Nr. 344, 382, 550, ein Gerung deSiusprunnen 
(soll wohl Fussprunnen heissen) . dann ein Chunrad et Frater eius Geruneb 
de Vuzsprunnen, und endlich dominu9 Gerung de Phusprugnen cum filio 
Chunrado e. 1182—1186 unter den Zeugen zu finden. 



CCLXXIil. 

Reginbertnt, Bischof von Passau (1138^1148), wollte den Weinzehent bei 
Krems, weichen Bischof A 1 tma n dem Stifte zur Dotation geschenkt (in parochia 
Chremisi dimidium decimatiorum uini, que tune ibi fuit, uel deinceps proue^ 
neritj heisst es im Stiftungsbriefe loc. cit.) , und die nachfolgenden Bisehöfe 
U d a 1 r i c h und R e g i n m a r demselben bestätiget hatten, uns wieder entzieheo, 
obwohl Letzterer, Reginmar, erst einige Jabre vorher Jedem mit dem 
Kirchenbanne gedroht, der das Gotteshaus in seinem rechtmässigen Besitze 
stören , oder beeintrfichtigen würde. (Siehe Nr. CCXXXYl.) Durch die Bitten 
und Vorstellungen der Klosterbrüder bewogen, entsagte Bischof Reginbert 
endlich seinem vermeintlichen Rechte auf besagten Weinzehent , und um alieD 
ferneren Streitigkeiten darüber vorzubeugen, bestimmte er in Gegenwart seiner 
Ministerialen und der Klosterbrüder genau die Grenzen , innerhalb welchen der 
Weinzehent dem Stifte ohne Widerspruch fernerhin gebühren sollte. Nämlich: 
vom Kremsflusse abwärts nach Lantersdorf (LantriehUdorf), und 
von demselben Punkte längs der Strasse (mit Recht lutea uia genannt) aufwärts 
nach S t r a z i n g (Strazingin), und von da wieder am Wege herab nach Lan- 
tersdorf. Alle Weingärten nun , welche in diesem weitausgedehnten Dreiecke 
liegen, sollen allein dem Stifte, die übrigen ausserhalb dieser angegebenen 
Grenzen, nur dem Bischöfe zehentbar sein. 

Als Zeugen waren zugegen bei dieser Verhandlung, welche in das Jahr 1140 
beiläufig zu setzen sein dürfte : 

Herimannus de Huntisheim und Perinhardus de iruue, beide bekannt. 

Wezil, qui tune erat prepositus , d. i. der Amtmann des Bischofs und 
Verwalter der bischöflichen Besitzungen und Einkünfte in der Umgegend von 
Krems. 

Marchwardus de sconenhuhele, von Schöubuchel, am rechten Donauufer, 
unterhalb Melk, kommt in den Babenberger Regesten im Jahre 1135 als Passauer 
Ministerial vor; ebenso circa 1140 im Cod. Tradit. S. Nicolai loc. cit. S. 550, 
LXXVIII. •— Ferner liest man ihn auch mit seinen zwei Söhnen Marquart und 
Fridericus unter den Zeugen in einer Vergleichsurkunde des Stiftes Krems* 
münster vom Jahre 1156 oder 1157. (Pachmayr Series Abbat, et Religiös. Cre* 
mifan., P. IV, pag. 877. — Urkundenbuch des Stiftes Krerosmfinster. 1852, 
S. 41— 42. — Keiblinger, Melk, f, 278. Note 1.) 

Arnoldus de wolfpe%%ingin , Woi^assing, deren es mehrere gibt. In 
Schweickhardt*s Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Eons, 
V. U. M. B., VII, 242, sind die Edlen von Wolfpaizingin bei dem Orte 
Wolfpassing, in der Pfarre Hausleiten, westlich von Stockerau angeführt? 
Arnold mit seinem Bruder Hanno dürften aber in Wolfpassing, nahe der 
Passauer Besitzung Königstätten, 0. W. W., ansässig gewesen sein. 



201 



CCLXXIV. 



Pütgrimus de honestetin , dessen Abstammung in der Note Nr. C ersicht- 
lich gemacht ist, trat in unser Kloster und yermachte demselben (correptus 
infirmitate) ein gutbestiftetes Dominicalgut saromt dem Hofmaier (villicum) und 
seiner Familie, ferner noch mehrere dienstbare Höfe, nahe bei Hofstätten 
an der Bielach (iuxta Houestetin), woraus vermuthlieh das jetzige Pfarr- 
dorf G r ä n a Q entstanden ist, eine Viertelstunde ober dem Markte Hofstätten. 
(„Die Gerechtigkeit, die der Pfarrer vnnd die khirchen zu Hofstetten hat. 
die man alle Jar meldet an dem Panthäding zu Hofstetten,'' siehe in den 
österr. Rechtsbuchern des Mittelalters von J. P. Kaltenbfick, IL Bd., S. 19 u. s. w. 
Nr. CXXY. — Ferner über die Stiftspfarre zu Hofstäten in der 
Grünau, siehe kirchl. Topographie VI. Bd., d. i. Diöcese St. Pdlten I. Bd., 
S. 391 u. s. w.} 

Als Zeugen des Vermächtnisses waren zugegen: 

Tiemot der Bruder P i 1 ig ri nrs unseres Wohlthäters. 

Gerunc de pielahe, Bielach, unweit Melk. (Vgl. Nr. VII.) 

Rudolfus de hauenaren, Hafing? ganz nahe bei St. Polten. (Mou. boie. 
XXVm, II, 182, 184, 504.) 

Rudolfus erezzinch, wird mit seinem verstorbenen Vater Arnold (cog- 
nomento grezcinc), Ministerialen des Herzogs von Steier, im Saalbuche von 
Garsten c. 1180 gelesen. (Urkundenbuch des Landes ob der Enns, L Bd., S. 180, 
CXCÜI , vgl. mit der Geschichte von Garsten von Fr. X. Pritz, S. 29.) 

Chuno de ettirhouen, sonst nicht bekannt? 

Die Schenkung P i 1 i g r i m*s wurde vom Herzoge Heinrich IL Jasomirgott 
bestätiget und dem Kloster übergeben potestatiua manu, d. h. mit landesherr- 
licher Machtvollkommenheit, in Gegenwart mehrerer Ministerialen: 

Ramunt und Heinrieus de mistübach, an der Zaia. U. M. B. E r s t e r e r 
erscheint auch in einer Schenkung Udalricb's von Valkenstein an das Stift Kloster- 
neuburg im Jahre 1178 (loc. cit. Nr. 116, dazu Nr. 379). Letzterer, Heinrich, 
kommt sehr oft in den Babenberger Regesten c. 1141—1179 und im Kloster- 
neuburger Saalbuche mit einigen anderen Familiengliedern vor. (Siehe loc. cit. 
S. 294, Nr. 563, S. 256, Nr. 532.) 

Herihord de rusbtteh, Gross-Russbach, unweit derBrönner Poststrasse. U. 
M. B. Herihort machte „in articulo mortis,^ eine Schenkung nach Klosterneu- 
burg , und dem Schottenkloster in Wien , welche dann seine Witwe Hiltigart 
ausführte c. 1168. (Siehe loc« cit. Nr. 357, 522 und S. 212, Nr. 11.) 

Chadalhoc und Irifridus de asparin, von Asparn an der Zaia. V. U. M. B. 
(Ober die Herren von Asparn siehe Wissgrill , Schauplatz, I, 164, ferner das 
Klosterneuburger Saalbuch loc. cit., dann Dr. v. Meiller's Note Nr. 94, S. 209 
zu den Babenberger Regesten.) Kadelhoeh de Aspame ist unter den Zeugen 
einer Schenkungsurkunde Herzog Heinrich*s iL Jasomirgott für das baierische 
Kloster Castell vom Jahre 1159. (Babenberger Regesten S. 42, Nr. 47.) 

Rudolfus, mit dem Zunamen Sun (Regesten, S. 340). 

üdalricus de suueringin (Sievering, am Fusse des Kahlenberges), kommt 
mit seinem Bruder ütcdt^erti« unter den Zeugen vor in einer Schenkungsurkunde 



202 

* 

Heinrich*s IL Jasomirgott für das Kloster St. Peter in Salzburg, vom Jahre 
f 156. (Regesten 8. 37, Nr. 30.) 

Adalber de cumpindorf^ Gumpendorf, jetzt eine Vorstadt WieD*s. Albe ro's 
Witwe opferte nach Klosterneuburg ein Gut zu Prunn. (Cod. Tradit. loc. eit 
Nr. 600.) 

Da in vorliegender Tradition keine nähere Zeitangabe zu finden , und 
selbst der Tag ausradirt ist (siehe Text), so kann nur der Ausdruck dux 
Heinricus einen Anhaltspunkt geben, die Übergabe der genannten Guter nach 
1156 zu setzen. (Siehe die Notiz Dr. v. Meiller*s in den Babenberger Regestea 
S. 224, Nr. 204.) 

CCLXXV. 

Fridericu» de H%%e, von Theiss, nahe der Donau, unterhalb Krems, hat 
sich mit seiner Ehefrau Heilca gegen unser Stift sehr wohlthätig erwiesen, 
indem er zuerst, c. 1150 — 1160, ein diensttragendes Gut bei Hohenwart, 
unweit Mülbach, U. M. B., hierher bestimmte, mit Vorbehalt des Fruchtgenusses 
auf Lebenszeit, und spfiter dieser Schenkung noch Mehreres hinzufügte. (Siehe 
Nr. CCLXXVIIL) 

CCLXXVL 

Addlhertug comes de rehiguov, (Vgl. Nr. CGXCIX.) 

Bei welchem Orte Hart (Harde), deren es so viele in Österreich gibt, die 
drei Hüben gelegen haben , welche Graf Adalbert für das Seelenheil seioer 
Eltern (Adalbert und Gertrude) hierher schenkte, kann nicht bestimmt werden ; 
vielleicht ist H a r t in der Gottweiger Pfarre Roggendorf, U. M. B. , gemeint . 

IVichpoto de PielUf welcher sonst c. 1157 erscheint, und sein Nachbar: 

Charl de hokenekke, d. i. von Hoheneck , in der Pfarre Hafnerbaeh , west- 
I ich von St. Polten, waren Zeugen der Schenkung. (Vgl. Nr. CCXCIX, CCC.) 

ccLxxvn. 

ChunraduM de Chamhe filius Hoholdi, ohne Zweifel ansässig in den 
jetzigen Dorfe Kamp, unweit des Schlosses Grafeneek» in der Pfarre Uaitzen- 
dorf, U. M. B., da auch die Besitzungen , welche Konrad unserem Kloster 
schenkte , dort in der Nfthe lagen ; nämlich eine Mühle bei Ozinesdorf, dem 
heutigen Etsdorf, und dazu eine Insel an derDonau. Nebstdem vermachte 
Konrad noch ein grösseres Gut (prediom ad pntigendorf) zu Sittendorf 
(zwischen Etsdorf und Haitzendorf) in hospitale, in usus pauperum. Wir 
sehen daraus, dass auch in Gdttweig schon im XU. Jahrhundert, wie bei 
den meisten Klöstern, ein Spital und Armenhaus bestanden hat, dem 
besondere Einkünfte und Besitzungen zur Bestreitung der nöthigen Bedürf- 
nisse zugewiesen waren, welche von einem eigenen Spitelroeister (hospita' 
larius) verwaltet wurden. Wohl zu unterscheiden von diesen Siech- uod 
Armenhäusern für weltliche Arme, Kranke, Pilgrime u. dgL sind die soge- 
nannten Inßrmariae^ oder Krankenstuben für die kranken und gebrechlichen 



203 

Klosterbrüder, welche in jedem ordentlichen Ordenshause der Regel 
gemäss eingerichtet und genägend dotirt waren, und unter Obsorge und Aufsicht 
eines Bruders standen, welcher Infirmarius, oder Magister mfirmorum hiess. 
In unseren filteren Libris prediorum ist bei mehreren Orten ausdrucklich ange- 
zeigt, dieser oder jener Geld- oder Naturaldienst Ton einem Hofe, Acker u. dgl. 
gehöre : „ad Hospitale'^ ad „Infirmariam** . (Vgl. Ober diesen Gegenstand die 
Bemerkungen Ignaz Keiblinger*s in der Geschichte des Stiftes Melk , I. Bd., 
S. 306, Note.) 

Über diese Schenkung Chonrad's de Chambe entstand späterhin ein ver- 
wickelter und langwieriger Rechtsstreit zwischen den £rben Konrad*s und 
unserem Stifte, welcher erst nach beilllußg 60—70 Jahren, nämlich im J. 1218, 
Ende Juni, durch Vermittlung des Bischofs* Ulrich II. von Passau und Herzog 
Leopold*s von Österreich beigelegt und geendet wurde , indem das Kloster 
eine bedeutende Summe Geldes an di& Gegner auszahlte , und diese allen ihren 
Ansprüchen auf die Besitzungen entsagten, welche Citnradus und schon früher 
sein Vater Hoholdus und Bruder Ortwinun hierher geopfert hatten. 

Die vom Herzoge Leopold VI. (VII.), im Jahre 1218,, 27. Juli darüber 
ausgestellte weitläufige Urkunde siehe im diplomatischen Anhange, Nr. XXVII. 

Über die Datirung dieser Urkunde hat Herr Dr. v. Meiller in den Baben- 
berger Regesten (S. 122 , Nr. 151 , Note Nr. 382) genügenden Aufschluss 
gegeben. In Betreff der Ortserklärungen (loc. cit. S. 2S7 , Nr. 381) ist zu 
bemerken, dass Chambe und Goznieh wirklich die jetzigen Dörfer Kamp und 
Gössing U. M. B. sind; Strunmenreut aber ist keineswegs der heutige Ort 
Reut (Ober- und Unter-) unweit Zebing, 0. M. B., sondern muss näher bei 
Kamp, Stttendorf, Theiss und Marehartesuruar gelegen haben. In den 
ältesten Dienstbüchern vom Jahre 1302 u. 1320 findet man folgende Angabe : In 
officina Prunn, et primo de haitzendorf ... De Sittgendorf ... In mar- 
eharisivruar . . . plebanus de pralis in atruntzenreut xl denarios. In strun- 
tzenreut mehrere Obstgärten, Äcker, Wiesen, Höfe mit den Inhabern und jähr- 
lich zu zahlenden Gelddiensten, darunter: Ulricusde winehel de curia et pomerio 
et agris liij denarios . . . Ruegerus et magister coquine de chrems de areis et 
agris . . . Plebanus (in Marchartzvrvar) de pratis in Strunt%enreut XI denar. 
ferner : In strunt»enreut ius Civile michahelis (die) Episcopug frisingens. de 
Curia ibidem Ixviij* denar. Idem de salieibus I denar. — Idem de villa Tevaz 
Ix denar. — Ibidem de pomerio Ix denar. — Item Rupertus de Gerresdorf de 
Curia in Struntxenreut I denar. — Später zahlen die domine de Tiernstain de 
Curia in Struntzenreut xxxii denar. — In Tei%%. — In Waedling» In den 
späteren Dienstbüchern von 142S — 1428 u. s. f. kommt Strunizenreut nicht 
mehr vor. Da nun in der Umgegend der bekannten Ortschaften: Haizendorf, 
Sittendorf, Theiss, Weidling kein nur ähnlich lautender Ort Struntzenreut 
jetzt mehr zu finden ist, so muss man wohl vermuthen, dass derselbe wahr- 
scheinlich von der Donau zerstört, oder hinweggerissen worden sei, wie das 
benachbarte Mar^hartetfiruar, welches in der nächsten Umgebung des heutigen 
Pfarrortes Haizendorf (bei Donaudorf) lag, nun aber auch nicht mehr vorhanden 
ist. (Siehe darüber die interessanten Mittheilungen des hochw. Herrn Wilhelm 
Bielsky, Cborherrn von Herzogenburg und derzeit Pfarrers zu Tirnstein» im 



204 



NotiEenblatte der kais. Akademie der Wissenschaften, Jahrg. i851, Nr. 5, S. 78, 
und ausffibrlicher auch im Archive ffir Kunde ösierr. GeschichtsqueiJen, IX. Bd., 
1853. S. 264, 281 u. s. w.) 

Nach den in besagter Urkunde LeopoId*8 VI. (VIL) angegebenen Familien- 
Verbindungen lässt sich folgende genealogische Tabelle zusammenstellen : 

Arnoldus (fratres) Hoholdus de Chamhe 
Nr. CCXLI. renuiicians seculo, c. 1140. -]- 



Ortwinus 
cruce signatus 
obiit peregre 



Ciiunradus Risza 

de Chamhe monialis 

uxor eius Gottwici 

Virgina, vi.dua Chunradi Chlorump 

Gisila 



Heilca, soror Chunradi 
Nr, CCLXXVII. 



L maritus, Werohurd de Morspach 11. maritus, Alramus de Hovedorf 



Heinricus Otto Heiica 
de Morspach 1218. 

1190—1250. 

( Siehe Urkundenbuch des Landes ob der 

Enns ; und Mon. boic. Register. — Fr. 

Pritz, Geschichte des Landes ob der Enns, 

I, 373. - II, 3.) 



i/ s« 



•->/^ 



Gisila (de Hovedorf?) 
uxor Heihrici de Chruege 
filii Eberhardi. Nr. OCXCIX. 
(Babenberger Regeaten S. 104, 
Nr. 85. 86.) 



CCLXXVIII. 

Fridericus de thizze fügte seiner früheren Schenkung noch mehrere 
andere Besitzungen hinzu, welche nach seinem und seiner Gemahlin Udlka 
Absterben unserem Gotteshause zufallen sollten ; nämlich ein prediura zu Hohen- 
wart mit einigen kleineren Grundstücken (agellos, qui cid uineam perti- 
nuerant , que exstirpata est) , ferner einen Maierhof (stabulariam euriem, 
Stadelhof, sonst auch vacearia genannt), bei Theis s, und was sonst ihnen 
gehörte. 

CCLXXIX. 

Gumpo de wHigei$iorf, kaum von Witzeisdorf im Marchfelde, U.M. B., 
wie Maxm. Fischer vermuthet , sondern wahrscheinlicher von Gross- W ei- 
ckersdorf, am Schmidabache , an dem auch die von Gumpo uns 
geschenkte Mühle und Wiese bei Wiesendorf (wisindorf) mag gelegen 
haben. Das Stift erwarb späterhin dort noch mehrere Besitzungen, die ver- 
einigt zur Officina in WUendorf gehörten. — Siehe die „R^cbt der herr- 
schafft vnser frawen Gotshaus zum Götweig die Ir holden in baiden Wisen- 
dorf haben,'' in den österr. Rechtsbüehern des Mittelalters, IL Bd., S. 16, 
Nr. CXXIV. 

CCLXXX. 

Fridericus ratisponensis advocatus, wird in den Mon. boic. XXIX, II, 64. 
als der HL dieses Namens und Gemahl der Judita von Vohburg erklärt, und 



205 

seine Schenkung einiger Diensieute an Gottweig in das Jahr 1141 gesetzt. 
Friedrich HL, Graf von Bogen, Schirmvogt der Regensburger 
Kirche, starb während des Kreuzzuges in Palästina im Jahre 1148. (Yergl. 
Nr. CCCLIX.) 

Zeugen dieser Schenkung waren : 

Heinricuset Sigihoto de zakkingen (nicht Zelkkingen, wie in Mon. boic. 
|oc. cit. steht), von Zacking, in der Pfarre Hain, unweit St. Polten. (Vergl. 
Nr. YIl, und siehe Hanthaler, Recens. diplom. geneal., H, 369 und 372, wo 
ausdrücklich die oftmalige Verwechslung der Edlen von Zakking, Zekking mit 
denen von Zelking bemerkt und gerügt wird.) 

CCLXXXl. 

Comes Ekkebertus de putine, der HI. d. N.,. Graf vou Formbach, Neuburg 
und Putten , zog im Juli des Jahres 1138 mit dem deutschen Heere Kaiser Frie- 
drich*» I, nach Italien gegen die aufrührerische Stadt Mailand, bei deren Bela- 
gerung er sich durch ausserordentliche Kühnheit und Tapferkeit auszeichnete, 
aber leider auch sein Leben einbfisste. Die Chrodik von Reichersberg sagt, dass 
er am 5. August gefallen sei, imd Otto von Freising erzählt weitläufig £kbert*s 
Tod. (Moritz, loc. cit. S. 134, 254 u. s. w.) 

Vor dem Feldzuge wies Graf Ekbert, wie för die Klöster Formbach und 
Reiche rsberg , so auch fOr Gottweig ein bedeutendes Vermächtniss an, 
fär den Fall, dass er nicht mehr zurückkehren wurde. 

Er delegirte nämlich in die Hände seines Ministerialen Sifrid (de Chra- 
niehberg) ein Gut bei chrotendorf (jetzt Froschdorf, oder auch Frohsdorf, 
in der Pfarre Lanzenkirchen, sudlich von Wiener-Neustadt, U. W. W.) , sammt 
allen dazu gehörenden diensteigenen Bewohnern (cum omni familia ipsum 
predium ineolente), mit dem Auftrage, dasselbe unserem Stifte zu übergeben. 
Als nun Graf Ekbert wirklich im Kampfe fiel, opferte Sifried, dem letzten 
Willen seines Herrn gemäss, das besagte Gut auf dem Altäre zu Gottweig 
(MHper refiquias «. Marie) in Gegenwart vieler Zeugen, von denen die meisten 
ebenfalls Ministerialen des Grafen waren. (Siehe Aquil. Jul. Caesar Annal. 
Ducat. Styriae Tom. I, und kurze Geschichte der (>rafen von Formbach u. s. w., 
von Jos. Moritz, loc. cit. 16S — 178.) 

CCLXXXIL 

Johannes, humilis gottwicensium seruus, war ein Profess des Stiftes 
Admont, und wurde nach dem Tode des Abtes Friedrich L zu Ende des J. 1156, 
oder anfangs 11S7 von dort nach Gottweig als Vorsteher berufen. (Annal. 
Admont. ad aii. 1157. Pertz, Monum. German. XI, 532.) Unter seiner Verwal- 
tung (1157 — 1174, -{- 10. December) fielen mehrere wichtige Verhandlungen 
und bedeutende Schenkungen zum Besten des Stiftes vor, wie aus den nächst- 
folgenden Traditionen zu ersehen. 

Witimarus et Dietmarus de familia monasterii. Unter dem Ausdrucke 
familia monasterii sind sämmtliche zum Kloster gehörige Personen, Geist- 



206 

liebe rad WelÜiebe n TenteheB; m Letiterea gebörfes der Yogi, die Ministe- 
rielen md Vasallen, die Biedere« Beamte« ued Diener, and alle hörigen Leute. 
(\^. Note 1fr. CCCXXXI.) 

ccLxxxm. 

Otaffrims^ wuurMo de $Hri (naeb neaerer Zahfairt der VQ. d. N.)> machte 
im Jahre li61 mit den hiesigen Klosterbrndem folgenden Tauseh. Er übergab 
ihnen die beiden Kireben an St. Veit und H a i n f e 1 d mit Allem, was daza 
gehörte, femer fBaf Leben za ReidinmeUk (Reinfeld zwischen den genannten 
Orten), and erhielt dagegen ein Gut, Adelgersdorf gtumnat, das in seiner Mark- 
grafschaft {in marekim ilUus) gelegen war. Wo dieses Prediam zu suchen 
weiss ich nicht. Oh aas den Worten „in marehia illius auf das weitentlegene 
Algersdorf, westlich too der steierischen Hauptstadt Gratz zu schliessen sei 
(wie in den Monom, hoic. I. e. angegeben ist : „Algersdorf band proeul Gratz*'), 
möchte ich ans dem Grande bezweifeln, weil gar keine Spar Torhanden, dass 
unser Stift jemals in der dortigen Gegend irgend eine Besitzung gehabt habe, 
es mfisste denn die betreffende Erwerhungs-Urkonde, sammt dem Gate selbst, 
dem Markgrafen Ottokar Gbergeben worden sein ? In einigen filteren handschrift- 
lieben Colleetaneen zu unserer Haasgeschichte ist die Yermothong ausgedruckt, 
dass unter Adelgersdorf entweder das heutige Allersdorf bei Amstfitten, 
oder Aderstorfin der Pfarre Biberbach unweit Seitenstfitten zu verstehen sei, 
weil unser Stift dort, an der Ibbs und Url beg&tert war. Allein diese Orte liegen 
weit unter dem Ramingbache (Rubinicha), der bekanntlich zu jener Zeit das 
Gebiet der steierischen Ottokare (den Traungau) yon der babenbergischen Ost- 
mark trennte, so wie er jetzt noch die Grenze zwischen dem Lande ob und unter 
der Enns bildet. (Siehe Franz Pritz, Geschichte der steierischen Ottokare, loe. 
eit. S. 238 — 247). Denselben Ortsnamen finde ich auch im Saalbuche des Stiftes 
St. Nicolai bei Passau. Graf Dietrich von Formbach schenkte dahin c. 1140 fünf 
Hüben: und zwar eine halbe Adilgerisdorf, ebenso zuGoncingen, eine ganze 
Hube zu Razimannisdorf u. s. w. Ferner, ein Ministerial von Passau , Sigehart, 
opferte dahin sein Gut , „qoale habuit Harthemin et apud Adelgersdorf. 
(Urkondenbuch des Landes ob der Enns I, 556, €. und 559 CXU.) Algers- 
dorf, zur Burg Ratzmannsdorf gehörig, wird auch in Monum. boic. X.XXI, U, 
402, 409 angefQhrt, doch kann ich nicht entscheiden, ob eines von diesen das 
fragliche Adelgersdorf sei? Oder sollte vielleicht Alkersdorf unweit 
Hernstein (Hdrnstein) , am linken Ufer des Piesting-Flusses gemeint sein, 
welcher Ort damals zwar auch nicht eigentlich zur Mark Ottokar's gehörte, 
jedoch derselben sehr nahe lag, da eben die Piesting in jener Zeit die Grenze 
zwischen Osterreich und Steiermark bildete, und es wohl sein könnte, dass 
der Schreiber des Saalbuches auch jenen Bezirk von der Piesting bis nach 
Wilhelmsburg für steierische Mark hielt, den c. 1083 Ottokar VL als Mitgift 
seiner Gemahlin Elisabeth erhalten hatte. (Siehe Note Nr. X.) Auch St. Veit 
an der Gölsen und Hainfeld (sQdöstlich von Wilhelmsburg, gegen Kaum- 
berg) , kamen so in den AUodialbesitz der steierischen Ottokare. 

Dem Abte musste die Erwerbung dieser Besitzungen sehr erwünscht 
gewesen sein, da die beiden Kirchen zu St. V e i t und H a i n f e 1 d im Bezirke 



207 

der alten Stifts-Patronats-Pfarre P i r a lagen. St. Veit erscheint zur Zeit 
der Gründung des Stiftes Lilienfeld im Jahre 1209 schon als eine selbstst&n- 
dige Pfarre , deren Sprengel sich am rechten Traisen-Ufer bis nach Farrafeld, 
bei Hohenberg ausdehnte; Hain fei d wird erst im Anfange des vierzehnten 
Jahrhunderts als eigene Pfarre erwähnt. (Ausführlicheres hierüber siehe in 
der kirchlichen Topographie, VI. Bd.; Diöcese St. Polten, I. Bd., S. 344— 
368, 398.) 

Der Gütertausch geschah durch Vermittlung des Landesfürsten und ober- 
sten Schirmherrn unseres Stiftes, Herzog Heinrich Jasomirgott, der dann 
seinen Unter->Kirchenvogt Adalhertus (de berge) mit der Obergabe der einge- 
tauschten Güter auf dem Altare der h. Maria zu Göttweig beauftragte, die auch 
ron diesem in Gegenwart mehrerer Zeugen feierlich vollzogen wurde. 

CCLXXXIV. 

Peringervs de Zemiliup, von Zeroling, zwischen Mfilbach und Meissau, 
U. M. B., opferte zum Seelenheile seiner Ehefrau Adelheid, welche am 
2S. Juli 1161 zu Göttweig begraben wurde (tu poliandro — i. e. coeme- 
terio — «. Marie apud nos sepeliens) eine Hube bei Niuindorf, Vielleicht ist 
darunter NtutcTen<{or/^ zu verstehen, welches als nördlicher Grenzort der alten 
Pfarre Raveisbach (unweit Zemling) angegeben wird , aber nach Philtb. Hueber 
loc. cit. pag. 3, 263 nicht mehr vorhanden sein soll? In unseren Sitesten 
Dienstbüchern heisst es nur: Jus civile Gotschalci de Chrems de ortis circa 
Radendorf ei Neundorf , d. i. Rohrendorf und Nondorf unter Krems, nahe der 
Donau. 

Peringerus war etwa der Vater Albero's de Cemeleub, welcher vor seiner 
Kreuzfahrt nach Jerusalem (1190), durch die Hand seines Lehensherrn, Herzog 
Leopold V. (VL), sein gesammtes Erbgut: Zemleub, — n^^ residentiam 
habebat** — SteinmSuselsdorf, 3 Güter bei Kunriog sammt Salapulka, und einen 
Weingarten zu Geilant (Talant) dem Stifte Wiihering schenkte. A 1 b e r o starb 
kinderlos auf der Fahrt im Oriente. (Geschichte des Stiftes Wiihering von 
Jod. Stulz, S. 8, 439,451, wo noch mehrere Notizen über Zemling zu finden 
sind, 80 wie auch in WissgrilFs Schauplatz des lands&ssigen n. ö. Adels, IL Bd.« 
S. 304, 408, 418 u. s. f.) Am Platze der alten Veste Zemling steht jetzt 
die Pfarrkirche, früher eine Filiale von Mülbach, später zum nahen Eggendorf am 
Walde bezogen , jetzt eine eigene Seelsorgs>Station. 

CCLXXXV. 

Gerungus de raztingin, von Rassing, nahe am Perschlingbache, 0. W. W., 
wo unser Stift schon früher einige Besitzungen erhalten hatte. (Vgl. Nr. CLXIX, 

CLXX.) 

Filii Heinrici flaiscezzen , deren Stammgut im Dörfchen Fleisch- 
essen, südlich von Külb, 0. W. W., liegt, und im Jahre 1323 von dem Stifte 
Melk angekauft wurde, in dessen Urkunden die Edlen von Fleische ss von 
1282 bis 1325 sehr oft als Zeugen vorkommen. (Wissgrill, loc. cit. HI, 53-— 56, 



208 

handelt von denselben ausführlich. Siehe auch Hormayr*s Taschenbuch für die 
vaterl. Geschichte« IX. Jahrg. 1828, S. 244.) Ihre Reihe kann durch die hier m 
Saalbuche genannten vervollständiget werden : 

Heinrieus flaiscezzen 
f ante 1162. 

Ernest. Wezil. Heinrieus. 

Diese drei Brüder gaben für eine Besitzung tu Merkin g, in der Pfarre 
Obritzberg, 0. W. W. (Nr. CCXLVIII), welche ihre Eltern vom Stifte zu Lehen 
hatten, einen Weingarten bei Mautern. 

An demselben Tage, 1. Mai 1162, geschah zu-Göttweig vor mehreren Zeugen 
die Übergabe eines diensttragenden Gutes bei F r a u e n d o r f, an der Schmida, 
U. M. B., durch Herman de Huntisheim, von dem es die Klosterbrüder gekauft 
hatten: „urgent o quod contulit monaaterio domina Adelheidis ahbatigga'^. 
Ob diese Adelheid Vorsteherin des hiesigen Frauenklosters war, ist des Titels 
o^&ah'Ma wegen fast zu bezweifeln; denn sie wurden gewöhnlich nur tnagistrae, 
oder prioriMae genannt, wie aus dem (Note Nr. CCXV) erwähnten alten Todtenb. 
der Nonnen erhellt, in welchem überdies keiner Adelheidis ahbatitsa gedacht 
wird. — Jedenfalls muss sie'aüs einer vornehmen Familie gewesen sein und eine 
bedeutende Ausstattungssumroe in das Kloster mitgebracht haben , welche Von 
dem Stiftsabte (Johannes I,), unter dessen Oberaufsicht und Leitung auch das 
Nonnenkloster stand, zum Ankaufe einiger wohlgelegenen Besitzungen ver- 
wendet wurde. 

CCLXXXVI. 

Petrissa , uxor Albriei de Adelhemdorf, von Albemdorf , am Pnlkaa- 
bache, zwischen Mailberg und Haugsdorf, U. M. B., gab am BegrSbnisstage ihres 
Gemahls zu Göttweig, für denselben und ihre Eltern drei Lehen bei Nor%endorf 
(siehe Nr. CXCVIl) in Gegenwart ihres Bruders Volchrat (Nr. CCXCII, Hl). 
PiligrinCs de grintorf (Grundwort 2 am Kamp, U. M. B.), und einiger Bewohner 
von Alberndorf. 

ccLXXxvn. 

Albricus de chunihohestetin y vermuthlich ein Ministerial des Passauer 
Bisthums. 

Asewinus de werdaHut von Wördern, in der Pfarre Andrä im Hagenthaie, 
unweit Königstätten. 0. W. W. 

Tiemo de Sikkendorf, etwa von dem benachbarten Siegersdorf, am Tulner- 
bache, in der Pfarre Asperhofen. 

Otto de brunnen, wohl auch in der Nähe ansässig. 

CCLXXXVUI. 

Chunradus, Bischof von Passau (1149 — 1164), überliess von der Erbschaft 
seines Ministerialen H a r t m u t, für dessen Seelenheil , einige Leibeigene zur 
Zahlung des gewöhnlichen Jahrdienstes unserem Stifte. 




r 



209 

Zeugen der Übergabe waren : 

Friderich de Hage^ Haag, ein jetzt ganz verfallenes Schlösschen, dessen 
Spuren kaum mehr sichtbar sind , eine Stunde östlich yod dem gleichnamigen 
Markte, V. 0. W. W. , soll der Stammsitz der Herren von Hag gewesen sein, 
von denen Hanthaler im Reeens. diplom. geneal. H, pag. 1—4 ausführlich 
handelt. 

Pernolt de s. Yppolito und Herman de huntisheim sind bekannt. 

Reginbertus delaichlingin, war ein Vasall der edlen Frau Benedicta 
de Algersbach und ihres Sohnes i>tWrtcA, von denen er mehrere bedeutende 
Besitzungen erhielt. Später c. 1157 wurde Reginbert sammt seiner Familie 
und dem ganzen Hab und Gute von seinem Herrn , Dietrich, dem Bischöfe 
Konrad von Passau übergeben, gleichsam zur Sühne und als Ersatz des 
grossen Schadens , welchen Dietrich dem Bisthume früher zugefügt hatte : 

„cum per quandam discordiosam seditionem cum quibusdam aliis com- 

plicibus suis Patauiensem deuastasset ecclesiam et proinde fuisset a nobis (epis- 
copo Chunrado) excommunicatus. postremo poenitentia ductus dampna que 
intulit ecclesie sie per misericordiam nostram aliquatenus composuit. quod pre- 
dictum militem suum Regenhertum, unacuro filiis. possessionibus et cunctis suis 
in manus nostras (episcopi) ad obtinendam ministerialem iustitiam legitima 
donatione contradidif*. Die Übergabe geschah zu Wien in Gegenwart Herzog 
Heinrich's H. und vieler Landesedlen als Zeugen. Reginbert wurde hierauf 
zu Passau feierlich in die Genossenschaft und in das Recht der bischöflich 
passauischen Ministerialen aufgenommen, und überliess dann seine freieigenen 
Güter, die er aus mütterlicher Erbschaft, oder als Mitgift seiner Ehefrau 
J u d i t h a bei St. Polten besass, dem Bisthume (per manus minisierialis . . . 
Hartmudi deUgauU) . . . Auch seine übrigen Besitzungen in Lachelingen 
und in der Umgegend, Laag? Umsee, Wechters, Werd, Rassing, Reipolden- 
bacb, Hademarszell (Zell? nördlich von Michelbach), Reuth, Tulbingen, Win- 
sendorf? Rodoldingen ? fibergab Reginbert auf Wunsch des Bischofs in 
die Hände des Ministerialen Meinhard de Spilbereh. (Die betreffende Urkunde 
ist vollständig zu finden in Mon. boic. XXVUI, H, 109—112, — im Auszuge 
auch in den Babenberger Regesten , S. 40 , Nr. 41 , mit der erklärenden 
Note 215, S. 226.) 

ccxc. 

Gehehard dewagraim, von Wagram ob der Traisen. Das dortige alte 
Rittersehloss Rudolphsberg, früher zum Hochstifte Freisingen gehörig, süd- 
ostlich von Hollenburg , nahe der Donau, 0. W. W. , soll der Stammsitz einer 
adeligen Familie gewesen sein , die sich davon benannte. 

CCXCI. 

Rudolfus , cathoUcus sacerdos , muss aus einer reichbegüterten 
Familie gewesen sein, da er und sein Bruder Guntherus so bedeutende 
Fontes. X. 14 



210 

Schenkungen su unserem Gotteshause gemacht haben. (Vergl. Nr. CCXYU 
und CCCLI.) 

Wolfespaeh wird in der Tradition Nr. CCCLI nfiher bestimmt: in loco, qui 
voeatur ad chirehstetin. Nach Angabe der alten Dienstbücher und Urbarien 
Wolfsbaoh mit dem Hofe Kirehstfttten bei Seitenstfttten , — nieht 
aber die gleichnamigen Orte bei Ollersbach. 0. W. W. 

Die Schenkung R u dol fs übernahm Abt Chadalhohns (1125—1141) und 
der Klosterbruder Liuihwinus, vermuthlich damals oHaiarius, reeeptor ohla- 
giorutn. Alles, was nftmlich die Gläubigen an Geld und Gut zum Kloster opferten, 
wurde Oblaya (oblatio) genannt und von einem dazu bestellten Mitgliede des 
Hauses, dem Ohlaiarius, Cuttos oblaiae eingenommen und verwaltet. Dieser 
hatte demnach htnptsSchlich für die richtige Verwendung der frommen Stif- 
tungen, und das genaue Einhalten der gestifteten Jahrtage, Pitanzen (Froh- 
mahle) u. dgl. zu sorgen und die dazu gehörenden Einkünfte zu verrechnen. 
Zuweilen seheint das Obiay-Amt mit der 6 u s t e r e i (custodia) , welche 
die Kirchenerfordernisse, Wachs, Öl, Weihrauch, Hostien, Opferwein u. s. w. 
zu besorgen hatte , oder überhaupt mit dem Rentamte (Officium Oamerae, 
Kämmerei) vereinigt gewesen zu sein. (Keiblinger, Melk, I. Bd., S. 130, 
Note 2, vgl. S. 383, Note 3.) 



CCXCII— HI. 

Chunradus, ein Ministerial Herzog Heinrich*s II. von Österreich, opferte 
zum Seelenheile seiner Eltern Volchrad und Fru%e (diese lag in Göttweig 
begraben) ein von ihnen angekauftes Gut bei Hohen wart. V. U. M. B. 
Späterhin gab C h u n r a d mit seinem Bruder Adalbert zum besseren 
Unterhalt ihrer beiden Schwestern im hiesigen Nonnenkloster noch ein frei- 
eigenes Besitzthum zu : 

Wirntesdesdorf und Zwentendorf. Ersteres wird noch in den ältesten 
Dienstbüchern angeführt: Wirndorf de nno beneficio etc. In den späteren 
Verzeichnissen vom Jahre 1425 u. s. w. Wurmarutarff von 5den lechen , das 
nicht inkommen mag. — Nach der Beschreibung der Pfarrgrenzen von Ravels- 
bach (Ph. Hueber 1. c. pag. 3, Nr. 4 und pag. 285) muss WirrUeadorf, Wim- 
nestesdorf , in der Nähe von Hohenwsgrt und Ebersbrunn gelegen haben. (Vgl. 
Nr. XI, Note.) 

Zwentendorf wird in der Tradition so genau mit wimtesdorf verbunden, 
dass man meinen sollte, beide Orte haben nicht weit von einander und das 
geschenkte predium etwa in der Mitte gelegen ? 

Übrigens bestehen noch zwei grössere Ortschaften, Namens Zwen- 
tendorf, das eine am Zaiabache, U. M. B., das andere an der Donau. 
0. W. W. 

Der Familienname unserer Wohlthäter ist zwar nicht angegeben , aber 
ihr muthmassliches Geschlechtsschema lässt sich doch wie folgt zusammen- 
stellen : 



211 



Volcradus . . frater . * Petrissae 
US. Fruze vidaae Albrici de 

Gottwici sepulta Adelfaerndorf 

Nr. CCLXXXVI. 



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Sigiboto? Chunradus Adalbertus N. N. 

Glius Yolchradi c. 1160. sorores 

Nr. CCII. moniales Gottwici. 



CCXCIV. 

Reifinbertus de eharen, vermuthlieh ein Sohn des österr. filinisterialen 
Gerolt's de eUaren, den wir in Nr. CXC kennen gelernt haben. Reginbert 
war gewiss zu Eisarn, im sogenannten Strasserthale , unweit der verfallenen 
Veste Falkenberg, V. U. M. B., ansässig und begütert,, indem er die daselbst zu 
Ehren der h. Margaretha erbaute Capelle mit den nahe gelegenen WSlderu und 
Grundstfieken im Jahre 1175 dem Stifte Seiten statten schenkte, welche 
Schenkung in demselben Jahre von dem Passauer Bisehofe D i e p o 1 d bestä- 
tiget wurde. Ungefähr 30 Jahre später entstand in Betreff des Patronates 
aber dieseCapelleein Streit zwischen dem Abte Dietmar von Seiten- 
stätten und K o n r a d, Pfarrer von M ü I b a e h, welcher das Präsentations- und 
Lehensrecht über die besagte Capelle desshalb für sich in Anspruch nahm , weil 
dieselbe innerhalb der Grenzen seiner Pfarre lag. (Vgl. Nr« XI.) Die erwählten 
Schiedsrichter Abt K o n r a d von Melk, Propst Eberhard von Ardacker 
und Ulrich, Dechant von St. Agatha , mit Einstimmung des Abtes Wezilo 
von Gdttweig, als Patrons der Pfarrkirche zu Mülbach und Mit- 
schiedsmanns , sprachen das bestrittene Recht unter gewissen Bedingungen dem 
Stifte Seitenstätten zu, nämlich t „statuunt, ut Abbas de Sitanstetten et 
sui successores plenum ins presentandi in dicta Capella Elsam ratione Patro- 
natus in perpetuum habeant. Almarus quoque Sacerdos , quoad vixerit, quiete 
teneat villam, excepto, quod arbitratum est, ut Interim per singulos annos in 
die S. Michaelis, dimidium taientum (intellige solidora) Yiennensis monete Ple- 
bano de MuMbach persolvat. Quod si negligere voluerit, Abbas de Sitanstetten 
de prediis prefate Capelle debet eandem pensionem. Ipse autem Almarus sicut 
antea in debitis Abbati de Sitanstetten tenebitur obnoxius. Preterea censuerunt, 
ut post mortem Mmari^ Chunradus Plebanus de Muhlbach, et sui successores 
pretaxatam capellam de manu Abbatis de Sitanstetten recipiat, etiam cum atti- 
nentiis, que prememoratus Almarus sacerdos tempore arbitrii quiete possidebat, 
nee ipse, nee aliquis successorum suorum ins petendi habeat aliquid de prediis 
sitis in Tulpingen, que non intuitu Capelle Eisarn, sed singulari donatione 
Domini Reinperti Fundatoris eiusdem, ad Sitanstettenae Cenobium fuerunt 
deroluta. Monumentum hoc annexum est in premisso arbitrio, ut sepe notatus 
Plebanus de Muhlbach et sui successores solvant anuatim Abbati de Sitanstetten 
in festo S. Michaelis 12 solides Yiennensis monete insuper reverentiam et hono- 
rem debitum, et largam et honestam exhibitionem hospitii, prout competit tante 
persone> studeat impendere. Quod si tertio monitus contumaciter negligens 

14* 



212 

fuerit in persolvendo premisso, beneficio sepe memorate Capelle in reliquam 
tempus careat. In robur horam adhibiti sant testes . . . Acta sunt apud novain 
Newenhurch*^ (Wienerisch-Neustadt , zum Untersebiede von dem älteren 
Neuenburg, d. i. Klosterneuburg) 1219. Indict. IV. (? VII.) Data in Nova 
Newenbnrch X. Kai. Septembris. (23. August.) Die Urkunde ist aus dem Archive 
von Seitenstätten mitgetbeilt im Arcbive für Geschichte, Statistik u. s. w., 
XVII. Jahrg., Wien 1826, S. 503. (Vergl. auch Geschichte von Melk, I. Bd., 
S. 312-313, Note 3.) 

Diese Capelle ^er h. Margaretha zu Eisarn wird nun auch in 
vorliegender Tradition erwähnt und gesagt, dass Reginbert eine Leibeigene 
Namens Mathilde , welche von seinen Eitern zur besagten Capelle war gewidmet 
worden, dieses ihres knechtlichen Verbandes entlediget, durch eine andere 
Leibeigene ersetzt,* und als ganz frei erklärt in die Hände des Edlen Peringer 
de mizelpomdorf übergeben habe , welcher dieselbe Mathilde dann auf den 
Wunsch ihrer Eltern zur Zahlung des gewöhnlichen Jahrzinses von fünf Pfennigen 
hierher nach Göttweig feierlich delegirte. Es gab verschiedene Arten die Eigen- 
leute, Diensthoiden, Knechte frei zu lassen, welche im Glossario du Fresne und 
du Cange genau beschrieben sind. (Manumissio.) 

Peringer. de mizelpomdorf, von Gross-Meiseldorf , U. M. B., erscheint 
als Lehenträger Erkenbert's von Gars, c. 1168 und 1175, in den Annal. Austrio- 
Claravallens., Tom. I, pag. 188, 198. (Vgl. die Erklärung Hanthaler*s in Recens. 
Tom. II, pag. 114.) Die übrigen Zeugen waren ebenfalls aus der Nachbarschaft: 
von Glaubendorf, Münichhofen, Obernholz> Frauendorf (an der 
Schmida), Wiesen (Wiesent, herrschafU. Scfaloss, V. 0. M. B., unweit der 
Strasse von Meissau nach Hörn). 

Reginbert de elsaren scheint unvermählt , oder doch kinderlos gewesen 
zu sein, da er der Passauer Kirche seine Besitzungen vermachte, welche 
dann circa 1187 von dem Bischöfe Diepold dem Edlen Walchun de Steine 
als Kirchenlehen zugesprochen wurden. (Monum. boic. XXVIU , II , 96, 
120, 257.) 

Wissgrill loc. cit. II, 392, führt wohl einige Herren von E 1 s a r n an, ob 
sie aber von Reginbert abstammen , ist sehr zu bezweifeln. 

ccxcv. 

Eigil de chremigia , ein Bürger (urbanus) der Stadt Krems, schenkte 
nach Göttweig ein Haus und eine Insel mit einem zum Fischfange passenden 
Platze , y,nohis adiacentem,** diesseits der Donau , bei Gelegenheit als er seine 
Tochter A d e 1 h e i f zur Erziehung in das hiesige Frauenkloster brachte. Es 
ist gewiss derselbe urbanus de chremi&a N, Egü, welcher mit Einverständniss 
seiner Ehefrau Richilt auch dem Stifte Garsten einen Weingarten vergabte, 
c. 1155, „per manum domni Sigehardi abbatis tunc prouisoris Garstensis mona- 
sterii super altare sancte marie secundum legem urbanorum potenti manu trans- 
. misit,** heisst es im Saalbuche des besagten Stiftes. (Siehe Urkundenbuch des 
Landes ob der Enns, I. Bd., S. 165, Nr. CXL.) — Sigehart oder Sjrrus L war 
Abt in Garsten vom Jahre 1151 — 1161. 



J 



213 



CCXCVI. 



Otto , plebanus de amstetin, Pfarrer von Amstätten (an der Linzer 
Poststrasse, 0. W. W.), vermachte dem Stifte zwei Weingärten bei GnoUiindorf, 
d. i. Gneiebsendorf , nördlicb von Krems, 0. M. B., mit Vorbehalt des Fnieht- 
genusses derselben für seine Lebenszeit. 

CCXCVII. 

Ortwmus de Ehenprunnen y von Ebersbrunn, unweit des Pfarrortes 
Hobenwarth, V. U. M. B., hätte von seinem Schwager Gerwieus eine Besitzung 
an der S c h m i d a (ad smidahe) gekauft, wozu ihm die hiesigen Klosterbruder 
einen Theil des Kaufschillings vorschössen, mit der Bedingung, dass nach seinem 
Hinscheiden das besagte Gut dem Stifte ohne weiters zufallen sollte. Diesem 
Contracte zu Folge nahm Ortwinus das Gut gegen einen jährlichen Dienst von 
dO Pfennigen (nummos) vom Stifte auf Lebenszeit zu Lehen. 

ccxcvin. 

Lutuuinus de Radendorf, Radendorf oder Rohrendorf, unterhalb Krems, 
schenkte dem Stifte das Eigenthumsrecht auf seinen dort gelegenen Weingarten, 
wovon (der Nutzniesser?) jährlich 32 Pfennige dem Grundherrn zu bezahlen hat. 
„Iure eiuili uel urhano,^ auf diese Worte wird in der Note zu dieser Tradition 
in Mon. boic. XXIX, II, 6S, besonders aufmerksam gemacht. 

In der kurzen Abhandlung über das Burgrecht, jus civile , in den 
Sitzungsberichten der phil.-hist. Classe der kais. Akademie der Wissenschsften, 
XL Bd., Jahrg. 1853, S. 761 — 796, heisst es zwar, dass Jus civile, d. i. Burg- 
recht, von dem jus urhanum seu censuale, d. i. Grundzins, Dienst, wohl zu 
unterscheiden sei; in vorliegender Tradition wird aber ius civile als gleichbedeu- 
tend mit ius urhanum ausgedrückt? — (Vgl. Nr. CCLVII „urhanum opus** de 
predio mirs?) 

CCXCIX. 

Gebehardus eomes de Hohinekke , Hoheneck , eine alte Burg mit einem 
gleichnamigen Dörfchen, in der Pfarre Hafnerbach, westlich von St. Polten. 
Gehehard und sein in der Tradition Nr. CCCXVI vorkommender Bruder Adal- 
5er^ sind unbezweifelt die bekannten Grafen de Rehegau, Söhne Adalheri's 
de Rehegau, welcher sich mit seiner Gemahlin Gertrud besonders gegen das 
Stift Kremsmfinster wohlthstig bewiesen hat (c. 1147). 

Gehhart und Adalhert nahmen aber dem besagten Stifte einen Theil der 
Schenkung ihrer Eltern, und wurden desshalb nach Melk am 6. October 1156 
oder 1157 zur Tagsatzung vom Abte Albert beschieden, wo der Streit durch 
schiedsrichterliche Vermittlung ihres Vetters (patruelis), GrafenErnst 
von Hohenburg, vor einer ansehnlichen Versammlung vieler Zeugen zu 
Gunsten des Stiftes Kremsmünster entschieden wurde. (Urkundenbuch für die 



214 

Geschichte des Benedictiner-Stiftes Kremsmünster, 1852, S. 41 — 43, Nr. 33. — 
Kirchl. Topographie, X. Bd., oder III. Abth., II. Bd., S. 34—35. — Keiblinger, 
Melk, I, S. 277—278.) Beide Brüder, Adalbert und Gebhard , starben ohne 
Nachkommen vor dem Jahre 1189, da sich Herzog Leopold Y. (VI.) in einer 
Urkunde für Kremsmunster von diesem Jahre, 4. Jänner, ihren Erben nennt 
(Babenberger Regesten, S. 66, Nr. 42 und Note 2S3, S. 234—235.) 

Die Burg Hoheneck sammt einigen anderen Gütern kam an die nSchsten 
Verwandten, die Grafen von Hohenhurg. Friederich, der Letzte 
dieses . Geschlechtes , vermachte vor seinem Ende (1209—1210) dem Stifte 
Altenburg mehrere Besitzungen; unter anderen auch eine Maierei in Hafner- 
b a c b. Sein übriges in Österreich liegendes Eigenthnm dingte er dem Herzoge 
L e p 1 d VI. , der dasselbe nach F r i e d r i c h*s Hinscheiden ganzlieh einzog, 
und sogar der hinterlassenen Witwe das Leibgeding mehrerer Güter streitig 
machte, aber dann doch ihrem zweiten Gemahle, einem Markgrafen von Yohburg 
überliess, mit Ausnahme von Hoheneck, das er dem Herrn Rudolf von 
Pottendorf verlieh. So erklSrt Dr. v. Meiller (in der Note 354, S. 252 der Baben- 
berger Regesten) die betreffende Stelle in Ennenkels Ffirstenbuehe bei Rauch, 
Script. I, 247, womit die Notiz in der genealog. diplomat. Geschichte der Grafen 
von Hohenburg von Thom. Ried, S.80, ganz übereinstimmt, dass die Witwe, 
Friedrich*s des letzten Hohenbu^gers , Mechtliilde , auch vom Regensburger 
Bischöfe die Veste Hohenburg im Nordgaue „ex iure dotis** zurückgefordert, 
sich aber dann am 17. April 1210 darüber ausgeglichen habe. 

Graf Gehhart de Hohinekke gab fünf dienst tragende Güter (beneficia), 
zu Honinsdorf gelegen , in die HSnde des Abtes Johannes, die nach seinem 
(des Grafen) Hinscheiden dem Stifte zufallen sollten. 

Honinsdorf \si der jetzige Pfarrort Hennersdorf, südlich von Wien, 
nahe der Lachsenburger Strasse, und wurde sammt dem benachbarten Pellen- 
dorf (Nr. GLIX) und anderen Besitzungen (circa hintperk, Himberg), im J. 1264 
vom Abte Helmwicus an König Ottokar von Böhmen abgetreten. (Siehe urkund- 
lichen Anhang Nr. L und LI.) 

Zeugen der Schenkung Gebhard*s waren: 

Eberhardus de Chruoge, Krug, unweit Po igen, westlich von Hörn. 
0. M. B. (Siehe die genealog. Tabelle in der Note Nr. CCLXXVH.) 

Oito de Utendorf, ütendorf , nahe der Bielach, in der Pfarre Gerersdorf, 
südlich von Hoheneck. 

Meinkard de Rorinbach, Röhrenbach? unweit des Stiftes Altenburg. 
0. M. B. 

Heinricus de Sirnich , Gross-Sirning , in der Pfarre Haunoldstein , süd- 
westlich von Hoheneck. 

Otto diabolusf ein Ahnherr? der österreichischen Edlen, Namens Teufel. 
(Hanthaler, Recens. 11, 280 etc.) 

CCC. 

Adalbertus comes de staine, Bruder Gebhard*s de Hohinekke, benannte 
ich vielleicht von dem Dörfchen Stein, das am Fusse des Hohenecker 



215 

Schlossberges liegt. — Auch Geb bar d erscheint mit diesem Zunamen unter 
den vornehmsten Zeugen einer Verhandlung des Passauer Bischofs Konrad mit 
den Grafen von Peilstein zu St. Pdlten am 27. August 1160, wobei auch unser 
Abt Johannes mit mehreren anderen Prälaten Eugegen war. (Monum. boic. 
XXYIII, II, pag. 240—243. Siehe auch Stiftungenbuch von Zwetl, in Fontes HI, 
S. 438, und Register, S. 732, Stein bei Hafnerbach.) 

Unter den als Zeugen angeführten Ministerialen des Grafen de staine sind 
ausser den obgenannten zu beachten : 

Karolus, ohne Zweifel derselbe Charl de hohenekke, welcher bei der 
Schenkung Adalberfs de Rebegau (Nr« CCLXXVI) als Zeuge erscheint. 

Liutoldus de Prinzlanesdorf, Prinzersdorf, nicht weit von Hoheneck. 

Udalricus de uukla (Fughu, unweit des Stiftes Altenburg, südlich von 
Poigen, 0. M. B.), vielleicht der Vater Heinriei et Dietrici de Fuccla, welche 
unter den Zeugen waren , als Herzog Leopold VI. um das Jahr 1210 die Schen- 
kungen des Grafen Friedrich's von Hohenburg dem besagten Stifte bestätigte. 
(Regesten, S. 104, 105, Nr. 85, 86.) Am Schlüsse dieser Tradition ist das 
Jahr 1173 angegeben. 

jCCCI. 

Vüradus de KarUsietin (so heisst es ausdrücklich und deutlich, nicht 
etwa Karlstein), widmete zum Seelenheile seiner Gemahlin und seines 
Sohnes mehrere Grundstücke bei Walpersdorf, nordöstlich von Karl- 
stätten, welche nach seinem Ableben unserem Stifte dienstbar sein sollten. 
Ein Würat de Carlsteint kommt in einer Urkunde Herzog Heinrich*s II. Jaso- 
mirgott für das Stift Admont, c. 1157, unter den Zeugen vor. (Babenberger 
Regesten, S. 40, Nr. 40.) 

CCCII. 

Regüinberge, bei T u 1 b i n g , in der Nähe von KSnigstätten gelegen, 
nach Angabe des alten Dienstbuches vom Jahre 1356: Percepta iuris montani 
(Bergrechtes) in Tulbing, m Monte dicio Regelperig eie. , und in der Gült- 
einlage der Stiftsbesitzungen vom Jahre 1520 heisst es: „in bemelten Hof (des 
Stiftes zu KSnigstätten), gebort Perkhrechtl beiTulbing, amReglberg und 
derselben Enden u. s. w. (Vgl. Nr. CCCXXXVI.) 

CCCIV. 

Amoldus sacerdos de Albrehtesperge, gab zum Seelenheile seines Gebie- 
ters Adalbert ein freieigenes Besitzthum ad Chremilize, durch die Hand 
ArbonU de Gozinesdorf, unserem Stifte. 

Ich halte diesen „dominum Adalbert*^ für den Edlen de Perge, welcher in 
den Jahren 1120-1161 urkundlich erscheint (Vergl. Note Nr. OXCV) und sehr 
wahrscheinlich Besitzer des Schlosses Albreehtsbergan der Bielach war. 
(Siehe die Schilderung dieses Schlosses von Ign. Keiblinger in Hormayr*s histor. 
Taschenbuche, IX. Jahrg. 1828, S. 238— 270.) Doch könnte wohl auch der 



216 

Pfarrort Obritsberg gemeint sein , welcher damals auch Alhrehtetperge hiess, 
und unter dem Patronate der Chunringer stand. (Siehe Nr. COLXX, und 
Mon. boic. XXVIII, 11» 422, 482, 489 $ XXIX, II, 479.) 

Chremilize, etwa [Kremslehen, in der Pfarre Neustadtl über der Ips; 
oder Krems, ein Dörfchen unweit Alhardsberg. 0. W. W. (Vgl. Melk I, S. 349.) 

Die Zeugen der Schenkung waren in der Nachbarschaft von Obritzberg, aber 
auch nicht weit von Albrechtsberg an der Bielach, zu Schaubing (scorvinge), 
Külb (chuliube), Flinsbach (ylinspach) , Toppel (tobelaren) ansftssig. 

cccv. 

Liupoldus comes de Blageu, ein Sohn des Grafen Liutold I. FonPlaien, 
erscheint in den Urkunden vom Jahre 1136 bis 1188 und begleitete dann im 
Anfange des Jahres 1189 mit vielen anderen Landesedien den Kaiser Friedrich I. 
auf dem Kreuzzuge nach Palästina, wo er noch in demselben Jahre ? am 17. Juni 
seinen Tod fand. (Filz, loc. cit. I, S. 221 228. — Vgl. Verbrüderungsbuch des 
Stiftes St. Polten zu Salzburg, herausgegeben von Th. G. vonKarajan, 1852, 
S. XXI, 2, 1.) 

Die Mutter des Grafen L i u p o I d ist ihrem Namen und Geschlechte nach 
noch nicht gewiss bekannt Nach Wissgrill, IV , 96, soll sie J u t h a geheissen 
und eine geborne GrSfin von P e i 1 s t e i n gewesen sein. Filz, loc. cit. I, 221, 
findet diese Angabe sehr wahrscheinlich, weil die Stammsitze der Grafen 
von P 1 a i e n und P e i 1 s t e i n im Salzburggaue sehr nahe an einander lagen, 
und Graf L i u t o l d 1., Graf von P 1 a i e n auf der Burg seines Nachbarn bald 
eine engere Verbindung gesucht und gefunden habe u. s. w. 

Leider ist auch hier in dieser Stelle unseres Saalbuches der Name der 
Gräfin nicht ausgedrückt, doch bleibt immerhin die Angabe beachtens- 
werth, dass sie in G o 1 1 w e i g (apud nos) begraben liege und ihr Sohn L i u- 
p 1 d für sie mehrere Besitzungen hierher, zu ihrer Grabesstatte opferte, näm- 
lich zwei Lehen mit Grundstucken und einem Dienstmanne zu: 

Meginhartesdorf, vermuthlieh dem heutigen Langen-Mannersdorf, 
an der Perschling , 0. W. W. , welches in unseren älteren Urbarialbuchern noch 
Meinhartsdorf (abgekürzt Meinhard für Meginhard) heisst. 

In den Mon. boic. ist diese Schenkung in das Jahr 1196 gesetzt? — Sie 
dürfte aber wohl zur Zeit des Abtes Johannes, somit vor dem Jahre 1175 
geschehen sein. 

CCCVI. 

Sophia j comitissa de herrantisteine^ dem hochansehnlichen baierischen 
Dynastengesehiechte angehörend, das sich von seinen Besitzungen: Neuburg an 
der Mangfalt, Falkenstein am linken Innufer, Hadmarsberg nicht weit von 
Chiemsee in Baiern , und Herrantstein, jetzt Hörnstein (eigentlich Hern- 
stein) , nahe der Piesting , U. W, W. , verschieden benannte. Der sogenannte 
Falkensteiner Codex in den Mon. boic. VII , 433 — 505 , handelt grösstentheils 
von diesem Grafengeschlechte und dessen Besitzungen. — Zur besseren Ober- 
sicht erlaube ich mir folgende genealogische Tabelle hier darzustellen : 



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218 

Gräfin Sophia und ihr Sohn Herrandus opferten zum h. Marien-Altare in 
Göttweig (etwa 1170 — 1180) einen Hof (curtem) bei Pusindorf, jetzt Pusen- 
dorf, am Zettibaehe, unweit des Pfarrortes Mank. V. 0. W. W. — Zugleich 
setzten sie ein anderes freieigenes Gut zu Zuelanisdorf, zum Pfände, womit 
sich das Stift entsehädigen sollte , wenn es im Besitze des Hofes zu Pusindorf 
durch ungerechte Eingriffe (von Seite der Verwandten Sophiens? der benach- 
barten Peilsteiner?) gestört werden wurde. 

Zuelanisdorf ist wohl das jetzige Wellersdorf (Wöllersdorf) an der 
Piesting, nicht fern von Hernstein (Herrantstein). Beide Orte, Pusindorf und 
Welanssiorf werden auch unter den Besitzungen der Grafen von Herrantstein 
im Falkensteiner Codex loc. cit 454, 458 angeführt. — Über Pusindorf %\t\kt 
auch das Klosterneuburger Saalbuch loc. cit. S. 120, Nr. 545, und das Archiv 
für Kunde österr. Geschichtsquellen, H. Jahrg. 1849, I. Bd., S. 119. 

Dr. V. Meiller muthmasst , dass unsere Wohlthäterin Sophia vielleicht 
identisch mit jener Gräfin sei , von welcher die Melker Chronik zum Jahre 1177 
(1176) berichtet: Sophia comiiissa de PtUtaeine obiit? (Note 249, S. 232 
der Babenberger Regesten.) 

CCCVIII. 

Irmgard y relicta Herrandi de Welminiehf von Welbling (Wölbling), 
unweit der Strasse von Göttweig nach St Polten. 0. W. W. — Im Codex 
diplom. Admontens., bei Bern. Pez, Thesaur. Anecdot., Tom. ni,pag. 801, 
Nr. CXXXVin, werden mehrere Bewohner (Edle?) de Welmnieh angefahrt. 
(Siehe auch kirchl. Topographie, I. Abth. , YII. Bd., Diöcese von St. Polten, 
n. Bd. , S. 297 u. s. w.) 

CCCIX. 

Heinricus de Muristeiin, Murstätten, südöstlich von Persehling, 0. W. W., 
war der Sitz eines adeligen Geschlechtes , von dem Heinrich , der Schwieger- 
sohn Hadamar*8 IL de Chufam, und Hadamar, der Bruder? Heinrieh' s hier 
in unserem Saalbuche (Nr. CCCXXVIH), c. 1180—1190 erscheinen. Einige 
nachfolgende Glieder werden von Hanthaler im Recens. diplom. geneal. Tom. II, 
pag. 117 angeführt. 

Nuzdorf, nahe der Traisen. 

cccx. 

Dietricus de uuchowe , von Ober- oder Tiefen-Fuchen (gemeinhin „auf 
der Fucha'' genannt), zwei Dorfer in der Nfihe des Stiftes, von denen bereits in 
Nr. II die Rede war. 

Jus motitanum, das Bergrecht, hiess der Grundzins, oder Dienst« 
welcher von den Weingärten dem Grundherrn zu bezahlen war« (Yergl. Note 

Nr. ccxcvm.) 

CCCXI. 

» 

Gerungus de nortprehtisdorf, vonNappersdorf, unweit Stinkenbninn. 
U. M. B. 



219 

Diemud de huntisheim, vielleicht die Gemahlin Herrandi de Huntishehn, 
(Siehe Nr. CCXII.) 

CCCXII. 

Adelheid de hohinsteine, wohl dieselbe Alheidis de Hohensteine uxor 
Reinberti (siehe Nr. CCCXV) , welche auch nach Ranshofen im Innkreise einen 
halben mansum in Ekendorf schenkte , c. 1180, wie aus dem Saalbuche dieses 
Chorherrenstiftes ersichtlich , im Urkundenhuche des Landes ob der Enns, I. Bd., 
S. 240, Nr. CXIII. 

Von der Burg Hohenstein am Kremsflusse, unweit des Pfarrortes Meus- 
ling, 0. M. B., sind nur mehr die Hauptmauern sichtbar. Die Herren von Hohen- 
stein waren österreichische Ministerialen, und machten mit den Edlen von 
Rastenberg und Ottenstein ein Geschlecht aus, wie Hanthaler im Recens. 
diplom. geneal. Tom. H, 212, darstellt. Auch Wissgrill handelt von ihnen 
loc. cit. IV, 424. Doch blieb beiden unsere Adelheid de hohensteine mit 
ihrem Gemahle Reinbert unbekannt. Dieser erscheint unter den Zeugen einer 
Schenkung Erchenbert*s von Gors an das Kloster Zwetl , c. 1168 (Regesten, 
S. 47, Nr. 70) und in unserem Saalbuche Nr. CCCXV. Im Klosterneuburger 
Cod. Tradit. (loc. citat. S. 175, 315, Nr. 790) kommt ein dominus Kalhochus 
de Hohinstain vor. 

Das von Adelheid nach Göttweig vermachte predium ad echindorf, situm 
in batoaria, lag vielleicht in der Nähe des Stiftes Ranshofen, am rechten Ufer 
des Innflusses. Es ward am Begräbnisstage A d e 1 h e i d*s dargebracht von : 

Gozwin de Chitinperch, der vermuthlich in der Gegend von Weitra 0. M. B. 
ansässig, und ein Vasall der Chunringer war, wie im Stiftungenbuche des Klosters 
Zwetl (loc. cit. S. 59 und 95) angegeben ist. Eine andere gleichbenannte 
Familie de Chietenberg lebte in Steiermark. (Caesar. Annal. Duc. Styriae, 
Tom. I. — Babenberger Regesten, loc. cit. 330. — Hist.-topog. Lexikon von 
Steiermark, von Karl Schmutz, I. Th., 646—648.) 

Goztoin wird in einer Bestätigungsurkunde Herzog Heinrich*s Jasomirgott. 
für das Kloster Zwetl, vom Jahre 1171 unter den Zeugen gefunden. (Vergl. 
Stiftungenbuch loc. cit. S. 59 , 60.) 

cccxm. 

Rudbertus de vorchinuelde , von Fohrafeld, am Michelbache, in der 
Pfarre Pira , da auch die Zeugen seiner Schenkung aus der Nähe waren : von 
Wald, Haselbach an der Perschling, Pira, und selbst der geschenkte Wein- 
garten „ad ceUe** bei Zell, unweit des Schlosses Wald, lag. 

CCCXIV. 

Diepoldus patauienais episeopus (1172, März — 1190 , f 3. November), 
war im Jahre 1184, am 8. August in Göttweig anwesend, als eben der Jahrtag 
unseres Stifters, des seL Bischofs Altmann (gestorben am 8. August 1091) 
feierlich gehalten und bei dieser Gelegenheit, wie gewöhnlich, jedem der zahl- 
reich herbei gekommenen Armen eine Gabe an Brod , Fleisch und Wein ausge- 
theilt wurde. Bischof Diepold war über diesen Beweis der Wohlthätigkeit und 



220 

guten Verwendung der Stiftseinkünfte so erfreut, dass er sich dadurch bewogen 
fand, zu den zweiTheilen des Zehents in der grossen Pfarre Pira, weldie 
schon Bischof Alt mann seiner Stiftung geschenkt (vgl. Nr. II und IX), auch 
noch den dritten Theil dieser bedeutenden Naturalabgabe, den Kloster- 
brüdern zu übergeben, zur Verwendung im hiesigen Armenhospitale. (Siehe 
urkundlichen Anhang Nr. XVI.) 

Die Anwesenheit des Bischofs Diepold im Jahre 1184 mag unser Abt Rud- 
marus benutzt haben, um von demselben die Bestätigung zu erbitten über die 
Aufnahme einer gewissen Truta de prunne mit ihren Kindern und der ganzen 
Nachkommenschaft in die Familie unseres Gotteshauses und in die Rechte der 
dazu gehörenden Lehensleute« Truta de prunne war vermuthlich im heutigen 
Brunnkirchen (Nr. II.) ansässig. Die angeführten Zeugen waren Ministe- 
rialen, d. i. Dienstleute unseres Stiftes, in deren Reihe und Ordnung, Rechte 
und Verpflichtungen Truta aufgenommen wurde : „in altare S. Marie . , . et 
iustitiam ministerialium , qui ad idem monasterium spectant** . (Siehe die 
Bemerkungen Ignaz Keiblinger*s in der Geschichte des Stiftes Melk, I. Bd., 
S. 179—181.) 

cccxv. 

Reinpertus de hohenstein, dessen Gemahlin Adelheid schon früher ihr 
in Baiern gelegenes Erbgut Eehindorf hierher vermacht hatte , c. 1180 
(Nr. CCCXII) schenkte ebenfalls mehrere seiner Besitzungen unserem Stifte, die 
gewiss in der Umgegend von Hohen st ein im V. 0. M. B. gelegen waren, sich 
aber nicht mehr genau ermitteln lassen. (Vgl, Note Nr. CCLXII.) 

Ekkekardestein , schwerlieh Eggres bei Gross-Gerung*s? Im Pantaiding- 
buche von Kottes und Müldorf bei Angabe der March des Gerichtes kommt 
auch „Er chartz st ein'' unweit Fei st ritz (in der Pfarre Heiligen-Blut bei 
Mannersdorf) gelegen, vor. (Österr. Rechtsbucher, loc. cit. II. Bd., S. 5, §. 32, 
— S. 39, §. 55;) In den späteren Urbarialbüchern findet sich keine Spur mehr 
von diesem Orte. 

Setüin, vermuthlich Seb, unweit Loywein. 

Ottonis beneficium, Ottenberg? bei Rachsendorf, Gross- oder Klein-Otten? 

Libhardesekke, Chuslage, unbekannt. 

Stissendorfj Stixendorf , in der Pfarre Weinzierl am VlTalde. 

Zeugen der Schenkung waren : 

Gozwinus de Gutinberch. (Siehe Nr. CCCXII.) 

Reinbertus de Rudigen, Ruders? am Heidenreichsteiner Walde, Pfarre 
Gastern. 

Ulrich de Wisenreut, Wiesenreut, nahe dem kleinen Kamp, Pfarre Nieder- 
Nondorf. 

Wichardu8 et Otto de Rawina, Ranna, bei Brandhof, im Spitzergraben. 

Otto de prunnen, Brunn am Walde ? 

CCCXVI. 

Gebehardus de Hohinekke, bestätigte die Schenkung des Gutes zu 
honinsdorf (Sr. CCXCIX, CCC), übergab dasselbe dem Stifte, und erhielt es 



221 

dann aus der Hand des Abtes Rudmar und des Sebirmvogtes Friederich als 
Lehen, zam lebenslfinglichen Fruchtgenusse für einen Jahresuns von zwölf 
Pfennigen wieder zurück. 

Dieser Act wird in den Mon. boic. XXXIl, II, 93, in das Jahr 1173 gesetzt, 
obwohl ausdrücklich Abt Rudmartu genannt wird, dessen Vorgfinger Johannes 
erst am 10. December 1174 gestorben ist. 

Als Zeugen waren zugegen: 

Beinrieus comes de setda , ein Sohn des Grafen Sighard II. von Burg- 
hausen» welcher sich zuerst nach seiner Burg Schala, nicht ferne von Hohen* 
eck, de sedla benannte. (Filz, loc. cit. 1, 129, 135, 139 ; und Dr. Job. Buchinger, 
über die Herkunft und Genealogie der Grafen von Burghausen. Schala, Peilstein 
und Moren, in den Abbandlungen der historischen Classe der kdnigl. baierischen 
Akademie der Wissenschaften, VI. Bd., 1850, S. 435 u. s. w.) Graf Heinrich 
erscheint gewöhnlich mit seinem Bruder Sighard IIL, in den Jahren 1140—1198. 
Beide starben unvermählt und kinderlos um das Jahr 1200. 

Friderieus advocatus, ist wohl kein Anderer als der Edle von Ferge, 
damals Untervogt aller unter landesfürstlicher Schirmboheit stehender Ordens- 
hüuser und Kirchen, und desshalb gewöhnlich nur der Vogt von Perge, oder 
k u r z h i n Advocatus genannt. (Vgl. Nr. CCCXXI.) 

CCCXVIII. 

Albero de Ronnenherc, aus einem österr. Ministerialgeschlechte, welches 
zu Ronnberg (auch nur R a a n genannt) , am Mannhartsberge , zwischen 
Gars und Meissau , sesshaft war , und in den Urkunden des Stiftes Zwetl mehr- 
mals erwähnt wird. (Siehe Stiftungenbuch loc. cit. 730; Babenberger Rege- 
sten 337.) Die Angaben Hanthaler*s im Recens. dipl. U, 228 etc., die Edlen von 
Ronnberg betreffend, so wie seine Vermuthung, dass die Burg Ronnberg, 
in der Nähe von Lilienfeld, bei Weissenburg und Ramsau gestanden, sind daher 
zu berichtigen. 

Nuligen ist vermuthlich das jetzige Pfarrdorf Neidling, im ältesten 
Dienstbuche Neunling geschrieben, zwischen St Polten und Karlstätten; oder 
N ö 1 1 i n g bei Gerolding. 0. W. W. Die Zeugen waren von Schmerbach (smer" 
hereh), vonemveldet BieimsLünsAorf (Dietmaresdorf) , Neukirchen (Nuem- 
ehirchen) , Eisenberg (isenpercb) , zuins, Zwinzen ? Raabs (racza), im 
V. 0. M. B. 

CCCXK. 

Hadamarus de aneiberge, war ein Sohn Reginhard'St und dieser ein 
Bruder Hermann* 9 de huntüheim, wie aus der Note Nr. CCXU ersichtlich ist. 
Der Sitz dieser Edlen war zuAnzenberg, ganz nahe beim Pfarrorte Inzers- 
dorf ob der Traisen. 0. W. W. 

Hadamar lebte noch gewiss im Jahre 1161 (siehe Nr. CCLXXXIIl), und 
dürfte erst c. 1180 — 1190 gestorben sein. Nach seinem Hinscheiden übergab 
sein Sohn L i u t o 1 d alsobald ein schon früher hierher bestimmtes Gut, gride- 
ravtoe geheissen. Derselbe Ort Greiderouv ist auch unter den Besitzungen des 



222 

Chorherrenstiftes St. Polten in einer Bestfitigungsurkunde vom J. 1248 angeführt 
(bei Duell. Miscellan. I, 376) und dürfte nicht weit von St. Polten, vielleicht 
Ifings der Bielach zu suchen sein. 

Otto de cuphareHf ein Sohn Hadaroars. (Siehe Nr. CXCHI.) 

Dietrich de hohenstufe, erscheint mehrmals in den Baben berger Regesten, 
c. 1190 — 1213, gewohnlich unter steierischen Edlen. Unweit des Pfarrortes 
St. Veit an der Gölsen, 0. W. W., erhebt sich der Berg Hochstaff, auf dem 
einst eiii Sohloss, Namens Hohenstauf, gestanden, welches schon zur Zeit der 
Grfindung Lilienfeld*s (1209) im Verfalle war, und nicht mehr aufgebaut werden 
durfte. (Siehe Hanthaler, Recens. dipl. Tom. If, 40. Kirchl. Topographie, 
Lilienfeld, VI. Bd., S. 267, 363. Caes. Annal. Duo. Styriae I, 916.) 

Alrammus de ho f dorf (hoyedort), Hof? Höfen? Höfing? (Siehe die genea- 
logische Tabelle in der Note Nr. CCLXXVH.) 

Addbertus de walprehteadorf, bekannt. 

We%il de charlesperkh , Karlsbach? über der Ybbs, unweit der Linzer 
Poststrasse. (Vgl. Caesar. Annal. Styr. I, 445, 1032.) 

Hugo de hunnedorf, Hundsdorf? na&e der Enns. 0. W. W. Haindorf? 

Otto et frater eius Adelbero de Rameisepaeh, Ranzenbach, in der Pfarre 

Külb. 

* 

Wolfkerus et frater eius Heribordua de muwerlingen, Meidling, in der 
Nähe unseres Stiftes. 

cccxx. 

Meginwardus de Grawaren und sein Sohn Perhardus sind sonst nirgends 
genannt. Der Ortsname G r a w a r n (Grauwarn) kommt zuerst im Klosternea- 
burger Saalbuche (loc. cit. pag. 135) vor. Aspinus, ein Caplan des Markgrafen 
Leopold HT. (IV. d. H.) schenkte zur ursprünglichen Collegiatkirche in (Kloster-) 
Neuburg, c. 1117— -1120, „villicationem Chrawam positam**, — Der Heraus- 
geber, Maxim. Fischer, gibt dazu (loc. cit. S. 298) die Erklärung, dass »Crra- 
warn*^, einst bei Stoizendorf gelegen, ein blosser Weiler, oder nur ein einschich- 
tiges Bauerngut war. — In seinen Miftheilungen aus dem Klosterneuburger 
Archive (Archiv für Kunde österr. Geschichtsquellen, II. Jahrg. 1849, I. Bd., 
I. Hft., S. 105) sagt derselbe, dass Grawarn schon im XIII. Jahrhundert 
verödet war, und dann von Heinrich von Stoizendorf in Cultur genommen 
wurde. 

Das alte Grawarn ist jetzt in drei Ortschaften, Ober-, Mitter- and 
Schongrabern getheilt, die unweit von einander, zwischen Ober-Hollabnuin, 
Sitzendorf und Guntersdorf, U. M. B., liegen. Welcher von diesen drei Orten 
der eigentliche Stammort, das ursprüngliche Grawarn ist, hat 
Herr J. Feil, k. k. Ministerial-Secretär , in seiner geschichtlichen Einleitung 
zum herrlichen vaterländischen Werke: „die romanische Kirche lu Schon- 
grabern,^ von Dr. Gustav Heider (Wien 1855), mit bekannter Gründlichkeit 
BU bestimmen gesucht. — Zur Losung der Frage kann aus dem Gdttweiger 
Stiftsarchive nur das Einzige mitgetheilt werden , dass in den ältesten Zeheat- 
verzeichnissen , die bis zum Jahre 1297 zurückreichen, Grobarn zuerst in 
Jahre 1309, zwischen 'Sitzendorf und Grazze (Gross) angeführt ist. Im Jahre 1317 



223 

heisst es : „de decima in Miiter Cfroham und de Orabam mperiori*^ u. 8. w. 
Ferner im Jahre 1321 »de decima HetEmanstorf et Witzleinsdorf, quod Mos 
dicitnr, Rugerus Nepel et Wigandus de Schangraham^. Im Jahre 1328 kommt 
Superius Graham , Huntt Chrabam und Inferius graham vor; — ebenso in 
den folgenden Jahren. 

Um nun auf die ErkiSriing der Tradition zu kommen, so wird darin gesagt, 
dass Megmward, ein Gut Thifitäal genannt, von einem Edlen, Eartmann^ an 
sich gebracht und es dann dem Gebehard de algertibach überlassen habe. Nach 
Meginward's Ableben trat sein Sohn Perhard alle seine Rechte auf das besagte 
Gut für 50 Mark Silbers unserem Abte Chadalhokus ab. Gehekard, der es im 
Resitze hatte, starb indessen, und nun sollte dessen Sohn Dietrich das Gut dem 
Stifte übergeben. Allein dieser zögerte, oder mag verhindert gewesen sein, 
wesshalb Perhard genöthiget war , einen anderen Saalmann, den Grafen G e b- 
hard von Puigen zu erbitten, welcher dann in Gegenwart vieler Zeugen die 
Übergabe des Gutes wirklich vollzog.. 

Tiufintal, Tiefenthal, in der Pfarre Nieder-Russbaeh, U. M. R., nahe der 
Strasse von Stockerau nach Hörn. Das Prediom bestand dem filtesten Libr. pred. 
von 1302 zu Folge aus VIIj^ (^Vs) beneficiis, und gehörte zur Officina in Wisen- 
dorf. (Vgl. österr. Rechtsbücher des Mittelalters, II. Bd., S. 16, Nr. CXXIV.) 

Hartmannus nobilis, im Codex R. d^ ahtisen bekiannt. Die Tradition selbst 
aber ist dort nicht ganz ausgeschrieben und endet mit den Worten: „Defuncto 
ergo Meginwardo filiu$ eins Perhardui** ... für das Obrige ist ein leerer 
Raum zum Nachschreiben gelassen. 

Gebehardns und DieMcus de Algersbaeh kamen bereits in Nr. CXOIV vor. 
Im oben citirten Werke über die Kirche zu Schöngrabern (Einleitung S. 20, 21), 
wird Dietricus i r r i g ein Sohn Perhard*s de Grawarn genannt. 

Heinricus ratisponensis episcopus, Sohn Otto's I., Grafen von Wolfrats- 
hausen und der Justicia, muthmasslich einer Tochter des Markgrafen Leopold II. 
(m. des Schönen) von Österreich, wurde nach dem Tode des Regensburger 
Bischofs Cuno (f 19. Mai 1132) zu dessen Nachfolger erwählt. Aber Herzog 
Heinrich der Stolze von Raiern protestirte gegen diese Wahl und Bei sogar 
feindlich und Alles verwüstend in das bischöfliche Gebiet ein, so dass Bischof 
Heinrich die Hilfe des Österreichischen Markgrafen anzurufen sich genö- 
thiget sah. 

Heinrieus dewolfrathusen, war ein Neflfe Rischof Heinrich's I. von Regens- 
burg, Sohn dessen Rruders Otto IL, Grafen von Wolfratshausen. Er folgte 
seinem Vater Otto H. (f 27. Mai 1135), und Rruder Otto HI. (gefallen vor Pavia 
im Jahre 1136, 10. Nov.), in der Schirmvogtei über das Kloster Tegernsee, dem 
er durch seine Willkür sehr beschwerlich fiel. (Freyberg*s älteste Geschichte 
von Tegernsee, 1823, S. 69, und ausführlich in den Actis S. Quirini Martyris. 
ans Licht gestellt und erläutert von Herrn Theodor Mayer in Melk, mitgetheilt 
im Archive für Kunde österr. Geschichtsquellen, Jahrg. 1849, II. Rd., IIL Hft., 
S. 288 , 347 u. s. f.) Im Juli des Jahres 1168 zog Graf Heinrich mit dem Heere 
Kaiser Friedrichs vor Mailand, wo er gleich Ekbert RI. von Putten (Nr. CCLXXXI) 
und vielen Anderen, den Heldentod fand, am 1. oder 2. August. Mit ihm endete 
die Linie des uralten Hauses Andeehs, die sich von ihrem Hauptsitze 



224 

Wolfratshausen an der Loisach in Oberbaiern nannte. (Ausführlich handelt 
von diesem Geschlechte Freih. von Horraayr in den Tiroler Almanachen auf das 
Jahr 1804, S. 46—103 und 1805.) 

Die Besitzungen der Grafen von Wolfratshausen in Österreich (auch in 
der Wachau, loc. cit S. 102) rühren vermuthlich von der obgenannten Justieia 
her» da Markgraf Leopold II. seine Töchter mit Eigengütern in Österreich 
auszustatten pflegte. Graf Heinrich II. schenkte davon einige Lehen zu 
Buckendorf, Zwentendorf und Martinsbrunn nach Klosterneuburg, c. 1141. 
(Cod. Tradit. Claustroneob. loc. eit. S. 56, Nr. 288; Fischer, Geschichte von 
Klosterneuburg, I. Bd., S. 47.) 

Perhard de Grawaren muss ein Vasali des Grafen Heinrich gewesen sein, 
da es in der Tradition ausdrücklich heisst: „cum manu domini sui Heinriei 
de wolfrathusen*^ . . . Dieser war demnach bei der Verhandlung schon selbst- 
ständiger Herr, konnte es aber erst nach dem Tode seines Vaters geworden 
sein, der im J. 1135, 27. Mai, kurz nach^seiner Rückkehr von einer Reise nach 
Österreich, gestorben ist, wie in den früher citirten Actis S. Quir. L e. 345 — 346 
ausführlich erzählt wird. Diesen Umständen zufolge wäre die Verhandlung nach 
meinem Ermessen im Jahre 1135 oder 1136 vorgefallen. Dr. v. Meiller reihet sie 
aber in den Babenberger Regesten, S. 19, Nr. 45, zum Jahre 1132 ein, annehmend, 
Bischof Heinrich habe sich bald nach seiner Wahl, im Sommer 1132, mit seinem 
Neffen, Grafen Heinrich IL, der damals ungeföhr 17 Jahre alt gewesen sein mag, 
nach Österreich begeben, um die Hilfe seines Oheims, unseres Markgrafen Leo- 
pold HL (IV. d. H.) , gegen den Herzog von Baiern persönlich anzurufen. Ohne 
gegen diese Vermuthung etwas einwenden zu wollen, oder zu können, halte ich 
doch die Zeitbestimmung dieser Tradition in den Monum. boie. loc. cit., nämlich 
das Jahr 1136 für wahrscheinlicher und richtiger. 

CCCXXl. 

Dominus Friderieus aduoeatua, der bekannte Vogt von Perge , von dem 
kurz vorher in Nr. CCCXVI und CCLIV die Rede war, dessen Abstammung in 
der Note Nr. CXCV ersichtlich gemacht ist. Seine Gemahlin biess Agnes. 
Beide schenkten im Jahre 1 181 dem Kloster Raitenhaslach (unweit der Stadt 
Burghausen an der Salza in Baiern), die Capelle zu Ceidlarn, in der Nähe des 
Klosters (Mon. boic. III, 115 u. s. w.). Das sogenannte Fürstenbuch von Ennenkl, 
in Rauch*s Scriptt. Rer. Austr., Tom. I, pag. 249, und auch in Mon. boic. XXIX, 
II , 315, erzählt von Friedrich: „der vogt von perge bete vil aigens vnd vil 
levt in dem lande do biet der hertzog Levpold meines Herren eren ainen Richter 
ZV Nevnbvrch. vnd vf dem Marchvelde. der hiez Sindram. der tet des vogtes 
levten so lait. daz er in ze ivngest erslvech ze Newenbvrch. der mvest das lant 
nach grozem umgemache rovmen. doch ze ivngest gewann er hvlde vnd gab dem 
Hertzogen Levpolde avf. alles sein aigen. vnd nam ez wider zu leben von im. 
vnd dinget es wider nach seinem tode dem Hertzogen. der starb ovch on erben. 
ZV dem aigen gehorten disev havser. Perge. Albersperge. Chvelevb vnd ander 
aigen vnd levte vnd gvet*'. Dieser herzogliche Ministerial und Richter im March- 
felde, Namens S i n t r a m , welchen Vogt Friedrich wegen harter Bedrückung 



225 

seiner Unterthanen um das Jahr 1180 zu Neuburg erschlug, wird auch im Cod. 
Tradit. Ctaustroneob., S. 78, Nr. 375, 376, als Wohlthäter dieses Stiftes 
genannt. Vogt F r i ed r i c h fiel aber desshalb bei Herzog Leopold V. in Ungnade, 
musste den Hof und das Land verlassen, und erhielt nur dadurch wieder Ver- 
zeihung und Gunst, dass er seine freieigenen Besitzungen dem Herzoge 
abtrat, welche ihm dann als landesfürstliche Lehen wieder zurückgegeben 

wurden. 

Im Jahre 1189, Ende Mai, zog unser Vogt Friedrich im Gefolge Kaiser 

Friedrich*s L (Rothbart) nach Palästina , wo er sich durch seine Heldenthaten 

besonders auszeichnete, aber auch seinen Tod fand. (Siehe Historia de expedi- 

tione Friderici Imp. edita a quodam Austriensi Clerico, qui eidem interfuit, 

nomine Ansbertus. Herausgegeben von Jos. Dobrowsky , Prag 1828, S. 24, 37, 

59, 60—70, 81, 86.) 

Friedrich starb zu Antiochia in Syrien, am 15. Juli 1191, und liegt in 
einem St. Georgen^Kloster begraben, ob im Oriente, oder — wenn etwa seine 
Gebeine nach Österreich zurückgebracht wurden , was damals nicht ungewöhn- 
lich war — vielleicht im Canonicatr Stifte St. Georgen an dem Ausflusse der 
Traisen in die Donau (im Jahre 1244 nach Herzogenburg übertragen). (Siehe 
Ign. Keiblinger*s Notizeü hierüber in den österr. Blättern für Literatur, Kunst, 
Geschichte, herausgegeben von Dr. Adolf Schmidl, IV. Jahrg., 1847, Nr. 33, 
S. 129 u. s. f.; ferner in der Geschichte des Stiftes Melk. I. Bd., S. 298, 299, 
sammt Note 1.) 

Da es in der oben citirten Stelle Ennenkfs heisst : dass Friedrich ohne 
Erben gestorben, und seine Besitzungen als erledigte Lehen dem Herzoge 
Leopold wieder anheimgefallen seien, so ist daraus zu schliessen, dass nicht 
blos Friedrich*s Erstgeborner, für den er ein Opfer nach Göttweig 
brachte, sondern alle seine Kinder, wenn ihm seine Gemahlin noch mehrere 
geboren, frühzeitig dahin geschieden sind. 

Wizzenchirehen , ist das jetzige Pfarrdorf Weissenkirchen nächst Persch- 
Jing. O. W. W. 

Die Zeugen waren aus der Umgegend : von Inzersdorf ob der Traisen (ini' 
cmesdorf) ; St. Veit an der Gölsen ; Katzenberg bei Capellen (ckacinherch) ; 
Gansbach (gamcibach) ; estriz, in der Nähe von Palt und Brunnkirchen gelegen. 
(Vgl. Nr. IL) 

Die Schenkung selbst ist c. 1180 geschehen. 

cccxxn. 

CTiunradus et Gerungus de Rotenstain, ob von Rotenstein (Rotelenstein), 
dem jetzt ganz verödeten Schlosse an der Donau, bei Heimburg, U. W. W., oder 
von Rotenstein (Ruine Rutenstein), nördlich von Baumgartenberg im Mühlviertel 
ob der Enns , wird kaum zu entscheiden sein ? Hanthaler spricht zwar ausfuhr- 
lich von der Familie de Raetilinsteine , Roetelenstein , Rotenstein als einem 
Zweige der Edlen von Ramstein- Weissenburg (Recens. dipl. , II , 228 etc.), 
kennt aber unsere Wohlthäter Chunrad und Gerung nicht. Die Burg Rotenstein 
sucht er im Bielachthale , bei Ramsau und Weissenburg. 

Fontes. X. 15 



226 

GunzmgeSf vermiitblich GüiaiDg an der Ips» 0. W. W. 
Die Zeugen der Schenkung sind leider nicht aufgeschrieben, obwohl im 
Saalbache dazu Raum gelassen wurde. 

CCCXXIIL 

Juta de Gamizhach , von Gansbacb , einem Pfarrorte zwischen Aggstein 
und Welbling , 0. W. W. , unter dem Patronate unseres Stiftes. 

Addbero und sein Bruder Otto erscheinen bei der Tradition Nr. CCGXXI, 
c. 1180, noch unter den Zeugen; ersterer wurde in Gottweig begraben. Ihre 
Mutter Juta (Judit) opferte für beider Seelenheil einen Weingarten c. 1190 
hierher. Die Lage desselben bei santh kann ich nicht mehr bestimmen. 

CCCXXIV. 

EngeUehmlcuB de RosmzZt Rossatz, Pfarrdorf am reehten Donauufer, fast 
gegenüber von Timstein. 

cccxxv. 

Sighoto de Herrantesteine (siehe Note zu Nr. CCCVI), ist yermuthltch 
derselbe, welcher in einer Urkunde Herzog Leopold*s Y. (VI.) für Heiligen- 
Kreuz, rom Jahre 1187, 18. März als iuuenis de herrandesteine als erster 
Zeuge erscheint; — (Regesten, S. 64, Nr. 34). Er übergab zum Hospitale in 
Gottweig, seinen Hof in Cru%stetten (jetzt Krustätten, eine Stunde yom Stifte 
östlich gelegen, nicht etwa Kreuzstätten, im Y. U. M. B., das ehemals Grihtsan- 
stetten hiess), zu Burgrecht, gegen einen jährlichen Dienst von xwolf 
Schillingen. 

Die Übergabe geschah in Gegenwart des LandesfGrsten , Herzog Leo- 
pold*s Y. (YL), wahrscheinlich im Stifte selbst, als Ulricus de Vihouen da 
bestattet wurde. Herzog Leopold Y. (YL) hielt sich am 31. Mai des Jahres 
1188 in Mautern auf (Regesten , S. 65, Nr. 38, 39; S. 66, Nr. 40), und mag 
von da unser Stift besucht haben. 

Über die Edlen de Vihoven siehe kirchl. Topographie , L Äbth. , YII. Bd., 
Diocese Ton St. Polten, H. Bd., S. 269, u. w. 

Die als Zeugen .angeführten österr. Ministerialen erscheinen auch sonst in 
den Regesten der Babenberger, in den Jahren 1170 — 1190 u. s. w. 

CCCXXVI. 

Rudmariis abbas, stand unserem Kloster durch 26 Jahre, vom Ende des 
Jahres 1174 bis zu seinem Tode, 1200 vor. 

Rudolfus dehouelin, ohne Zweifel von Höflein, unweit Petronell, wo 
wir bedentende Besitzungen und Zehente hatten. (Nr. II und CLXXXYUI.) 

CCCXXVIL 

Elisabeth de Cupharn, so benannt von ihrem Wohnorte Kuffarn, gab 
zum Seelenheile ihres Eheherrn Chunrad ZvU, der vermuthlieh in tmsei 



227 

Kloster seine Ruhestfitte hatte, und für den gleichnamigen Sohn, der unter die 
Stiftsfamilie aufgenommen wurde (siehe Nr. CCCXXXIV), einen Weingarten 
zu Gerratstorf, d. i. Gerersdorf, gewöhnlich Gedersdorf, osterhalb Krems. 

0. M. B. 

Otto de Walde, unweit Pira, 0« W. W., kommt mit seinen BrGdern und 
anderen Verwandten in den Urkunden des Chorherrenstiftes St. Polten (bei 
DueUius, Ezcerpt. geneal. bist., pag. 7 und 33), und in den Passauer Cod. 
(Mon. boie. Vol. XXVIII und XXIX, Tom. II) oftmals vor. (Siehe auch Hanthaler, 
ReecHs. dipl. geneaL, II, 315, umI Klosterneuburger Saalbtieli loc. cit. 8. 249.) 

CCCXXVIIL 

Hademarus de chufam, dessen Abstammung in der Kote Nr. CXCIII dar«- 
gestellt ist, widmete nach Göttweig (c. 1190) eine freieigene Besitzung bei 
M 1 d (molte), unweit Hörn. 0. M. B. Sein Sohn Otto de Ramsperch gab seine 
Einwilligung dazu. 

Als Zeugen waren gegenwärtig: 

Bademar de mMirrstetin (stehe Kr* CCCIX), Hademar*s Schwiegersohn. 

Ülrieu9 de viedorf, im Ipsfelde , erscheint auch im Klosterneuburger 
Saalbuche loc. cit. Nr. 156 und 215. (Vehidorf.) 

Durintk de ode, Öd, zwischen Amstätten und Strengberg, 0. W. W., 
wird im Jahre 1193 unter den Zeugen eines Onnstbriefes Herzog Leopold*s für 
Seitenstätten gelesen. (Regesten, S* 74, Nr. 67.) 

Heinricus de Hage, ist im zweiten Stiftungsbriefe des Schottenklosters in 
Wien, Yom Jahre 1161, unter den Zeugen angeführt (Regesten, S. 43, Nr. 51. 

— Siehe auch Note Nr. CCLXXXVIII; ferner das alte Necrolog. von St. Florian, 
im Notizenblatte, IL Jahrg. 1852, S. 191^298, Anm. 9.) 

Hiltihrant de dunnuurt, siehe die Tradition Nr. CCCXXX. 

Heinricus de graben, nächst dem Schlosse Wolfstein? (Weiskerft, I, 112. 

— Hanthaler, Recens. I, 329. — Wissgrill, lU, 365.) 

Otto et Heinricus de Ansaihereh , siehe Nr. CCXU. 
Otaker et Alram, nur Dienstmannen Hadamar*s de Chufam* 
Walchunus de winpo%%ing , Windpassing gibt es mehrere. 
Otto de Hartwicstain, keinesweges ?om jetzigen Dorfe Heerweicbs, in der 
Pfarre Marbach, 0. M. B., zwischen dem grossen Kamp und der Zwetl (Weisskern, 

1, 248. — Vgl. Keiblinger, Melk, I, 401, Notel), sondern in der Nähe von 
St. Peter in der Au, und Seitenstätten, 0. W* W., sesshaft, dem Rationar. 
Aastriae bei Rauch, Rer. Austr. Scriptores, Tom. II, pag. 30, 31, zufolge, wo 
ein Castrum in Haertingstein desolatum bei St Peter, und eine Curia 
tnlltcalis in Haertwigsperge, zwischen Wolfsbach und St. Valentin angeführt 
^werden. Damit stimmt auch die Notiz im ältesten Urbarium Ton Seitenstätten 
uberein. (Archiv für Kunde österr. Geschichtsquellen, I. Jahrg. 1849, Y. Hft., 
S. 17.) A. d. M.CCC.VII. Dominus ' Chunradus venerabilis ahhas emit a 
ZHetrico pineerna de Tohra quedam bona in Hertweigstain etc* 

Meinhardus de S, Laurentio , vermuthlich St. Lorenz bei Enns. 
Otto de Salmansliten, von Salmeinsleiten, unweit St. Florian, ein Sohn 
oder sonst naher Verwandter Gerunch's de salmansliten , der nebst mehreren 

15* 



228 

anderen' Zeugen in einer Bestätigungsurkunde Bisehof Reginmar*s ?on Passau, 
für St. Florian vom Jahre 1125 erscheint. (Stuiz , Geschichte dieses Stiftes 
S. 29, 202, 239.) 

CCCXXIX. 

Otto de Ramsperch, zuRametsberg, unweit Kfilb, 0. W. W., sesshaft. 
(Auch bei Wiihelmsburg gibt es ein Ramersberg.) Otto*s Gemahlin? Chunir 
gunt laica de rammesperch kommt im Fragmente des ältesten Melker Necro- 
logiums ?or, das Ign. Keiblinger der Geschichte seines Stiftes (I. Bd.» 
S. 1160—1162, zweite Columne) beigefügt hat. 

Egigne , Egning , in der Pfarre Petzenkirchen. 0. W. W. 

cccxxx. 

Hiltihrandus de dunniuurt, Dingfurt am Ipsfelde, in der Pfarre Am- 
stätten, 0. W. W., erscheint im Jahre 1128 (? 1188) mit seiner Familie im Saal- 
buche des baierischen Klosters Meten, das in der dortigen Gegend an der Ips 
einst begütert war. (Mon. boic. XI, 3S2.) 

Imholdswigin, im Officio super yhsveld gelegen ; in den späteren Urbarien 
heisst es: Diepoltzwüs , St. Jacob pharr. zwischen Dachgrueh und Reisenöd 
in der Pfarre Neustadt! (ad S. Jacobum) im Ipsfelde. 

CCCXXXI. 

Oudalricus, miles de Minnebctch, von Imbach, im Thale hinter Krems, war 
ein Ministeria], und zwar dispensator, d. i. Rentmeister, Wirtbschaftsrerwalter 
der Edelfrau Tuta de Minnebach, (Über die Edlen de Minnehach und das 
Nonnenkloster zu Imbach siehe den Aufsatz Job. r. Frast*s in Chmers österr. 
Geschichtsforscher, I. Bd., III. Hft., S. $33, mit den Nachträgen S. 547 — S65.— 
IL Bd., S. 559) 

Nuzdorf, Nussdorf ober der Traisen, 0. W. W., in dessen Nähe, zo 
Reihersdorf, auch der erste Zeuge der Übergabe : 

Rudigerus de Rickerisdorf, wohnte. 

Von den Stif|sangeh5rigen (de familia nostra , ?gl. Note Nr. CCL^XXII) 
waren dabei gegenwärtig : 

Heinrieus de palt, unterhalb Mautern. 

Eherkardus de ratoltstorf, Rottersdorf , an der Strasse von Krems nach 
St. Polten. 

Pertoldus domator (? tornator), der Drechsler, Bilderschnitzer? 

Heribordus cocus , der Koch im Kloster. 

Heinrieus uiUicu%, der Mair des Stifts-Wirthschaftshofes. 

Mit Anfang des dreizehnten Jahrhunderts wurden statt der Adelichen 
gewöhnlich die Ministerialen des Stiftes, ja selbst die unteren Klosterdiener, 
entweder blos mit ihrem Taufnamen und Geburtsorte, oder nach ihrem Gewerbe 
und Dienste benannt , als Zeugen bei Traditionen zugezogen. 



229 

cccxxxn. 

Chunradus de IVesündorf, von Wesendorf in der Wachau, an der Donau, 
Q. M. B., schenkte uns einen Weingarten bei der St. Margarethen-Capelle 
in Maut er n. (Vgl. Nr. VHI und Mon. boie. XXIX, II, pag. 307.) 

cccxxxm. 

Werinhents , ein Vasall des Edlen Otto de Minnenhach , yermachte nach 
Gottweig einen neugepflanzten Weingarten , welchen dann seine Witwe Elisa 
und deren Sohn Albertus wirklich übergaben. — Otto war noch im Jahre 
1196, 3. Sept. im Gefolge Herzog Friedrich*s I. von Österreich zu Erla. 
(Babenberger Regesten loc. cit. S. 78, Nr. 7.) 

Chunradus canonicus, ?on Passau, und in Krems angestellt? 

Heinricus Zwaiman , war in Imbach ansässig. Als Albero, der Truchsess 
von Feldsberg, mit seiner Gemahlin Gisela im Jahre 1269, I.Mai, zu Imbach 
ein Kloster für Nonnen aus dem Orden des h. Dominicus stiftete, wurde das 
Haus Heinrich's Zwayman, welches sich bis zu dem Wege erstreckte, 
der an das Haus der Storchenberge, der Verwandten Alberos, stiess, zur 
Wohnung für die Nonnen verwendet, die Burg selbst wurde abgetragen und 
als Baumaterial benützt , damit Niemand aus ihr die Nonnen belästigen konnte 
(loe. cit. im Geschichtsforscher, S. S3S). 

Riwinus de saliginberge , Salingberg , nördlich von Kottes , V. 0. M. B., 
gehörte sammt dem Patronatsrechte über die dortige Kirche zu den ersten Dota- 
tionsguter n des genannten Nonnenklosters. 

tVerinhardus de fuhsprun, Feuersbrunn, an der Strasse von Krems nach 
Stockerau. 

Chunradus %ant, erscheint schon c. 1177 — 1182 als Zeuge in den 
Babenberger Regesten (S. S6 , Nr. 7) und ist daher den Edlen dieses Namens 
vorzusetzen, welche Hanthaler im Recens. II, 268 anführt. 

CCCXXXIV. 

Heinricus de Charlstetin, starb Mitte December 1208, und wurde am 19. 
dieses Monats , vermuthlich in unserem Kloster-Friedhofe bestattet, bei welcher 
Gelegenheit seine Witwe mit Einwilligung der Verwandten ein dienstbares Gut 
bei dem Dorfe Greiling (Grading, apud uillam Chraulingen), unweit Karlstätten, 
nördlich von St. Polten, auf dem h. Marienaltare zu Gottweig opferte, in Gegen- 
wärt des Abtes Wecelin und vieler Zeugen aus der Nachbarschaft. 

Leider ist in der Tradition Heinrichs Vater nicht angegeben, um eine 
vollständige Geschlechtstafel herstellen zu können : 

N. (Hugo? Nr. CCCIX. Vilradus? Nr. CCCI.) 
c. 1180. c. 1173. 

ux. Bertha. 

■^ ■ 



Heinricus Chunrad Alheid 



1 1208. 

ux. Judita 

filia Ottonis de 

Chumberg. 



230 

Ein Heinricus de Karhteten kommt noch im Jahre 1209, am 13. April 
unier den Zeugen ror, als Herzog Leopold VI. (VlI.) von Österreich die 
Dotirung seines Stiftes Lilienfeld bestätigte. (Babenberger Regesten, 8. 101, 
Nr. 75.) Wie ferner die fibrigen Edlen de CharUteUn, Switkard, Bppo^ 
Mathüd soror nostr, eangreg, ob. F. Kai, JuL in unserem Nekrologe zu 
Altenburg (kirchl. Topographie, I. Abth., VII. Bd., Decanat St. Polten, S. 310), 
dann We%elo de CharUtetin, bei Filz loe. cit. Ü, pag. 714, und die im Urkun- 
denbuche des Landes ob der Enns, I, 837, aufgefShrten einzureihen, oder Ober- 
haupt hierher zu beziehen sind, wage ich nicht zu entscheiden. 

Alhertui de Wochingetif Wocking, nahe der Erlaf, in der Pfarre Petzen- 
kirchen. 0. W. W. 

Otto de Huselint et frater eius Chunradui, die Häusler, de domunctda, 
(Vgl. Hanthaler, Reeens. 11, 21 ete. — Wissgrill, loc. cit IV, 316. — Keiblinger, 
Melk, I, 381, 391, Note.) 

Hermannuiflaemieh, Fleming, einem Rittergeschlechte angehörend, vrelches 
zu Mauer und Sitzenthal (Sitz im Thal) , in der Nähe ?on Melk sesshaft nnd 
begütert war. (Siehe Hanthaler loc. cit. I, 312. — Wissgrill, III, 56 , 57.) 

Chunradus henputelt erseheint in einer Garst ner Urkunde yom Jahre 1209. 
Ober die ritterliche Familie der Eisenbeutel, welche yor Zeiten Bargstall, 
Osterburg, Schönbühel besass , siehe Hanthater, Reeens. I, 302. — Wissg^rill, 
n, 375. — Babenberger Regesten, S. 53, Nr. 93. — S. 103, Nr. 83. — Kloster- 
neuburger Todtenbuch, im Archiv für Kunde österr. Oeschichtsqueilen, VII. Bd., 
1851, S. 304. Eysenpeutel Chunrad, f 12. März u. s.w. M. Filz sfthlt sie 
unter die Ministerialen der Grafen von Peilstein? (loc. cit. I, 171). 

cccxxxv. 

Ditmarus de wisindorf, war Maier auf dem Wirthschaftshofe des Stiftes 
zu Wiesendorf am Schmidabache. U. M. B. (Siehe Nr. CCLXXIX.) Im Kloster- 
neuburger Saalbuche loc. cit. S. 89, Nr. M% kommen Mehrere von diesem Orte 
vor, darunter auch Ditmarus et frater eius Herman de Wisindorfi 

Ditmarus überliess das Eigenthumsrecht seines Erbgutes zu Süssen- 
brunn (Sunzenprunn) im Marchfelde, U. M. B., dem Stifte mit der Bedingung, 
dass seine Söhne diese Besitzung gegen einen jährlichen Dienst zu Lehen 
erhalten. Vorher musste aber Ditmar durch Zeugenaussagen vor dem Landes- 
fürsten und dem Vogte Wichard (de Zebingen? Babenberger Regesten, S. 149, 
Nr, 7) beweisen, dass er besagtes Gut von seinem mütterlichen Oheime 
rechtlich erworben habe. 

CCCXXXVI. 

Abt Wexüinus (1202 — 1231, f 16. Juli), war genothiget ge^en die 
Brüder ülrieus und Heinricus de Chyrehlinge Klage zu fuhren, weil sie sich das 
sogenannte Bergrecht (ratiocinationes d^jure monüs), von der Stiftsbesitznng 
in monte Regdnperge (vgl. Nr. CCCII) angemasst hatten. — Der Landesforst 
entschied die Sache gerichtlich zu Gunsten des Stiftes , erklärend , ^^^ 
demselben als Grundbesitzer des Weingebirges auch das Bergrecht, d, i. der 
Grundzins oder Dienst von den dort liegenden Weingärten gebühre. 



231 

Beide Theile schlössen hierauf, durch Vermittluiig von Schiedsrichtern, 
einen gütlichen Vergleich, indem die genannten Brüder für dreissig Pfand 
Wiener Münze, welche der Abt ihnen bezahlte, allen ihren Ansprüchen ao^ 
das besagte Bergrecht und zugleich auf die angemasste Vogtei über die 
Stiftsbesitzungen in Königstätten (in uilla Chunehostelin) gänzlich 
entsagten. Über die ganze Verhandlung wurde gewiss eine eigene Urkunde 
von dem Herzoge ausgefertigt , die aber leider nicht mehr vorhanden ist, jedoch 
ihrem ganzen Inhalte nach ins Saalbuch genau eingetragen wurde, nur fehlen 
die Zeugen und die Datirung. Eine jüngere Hand hat zum deutlicheren Verständ- 
nisse über die Worte: „querimoniam mouit^ das Wort „duci*^ gesetzt. 

Ich mochte diese Verhandlung in die Babenberger Regesten zum Jahre 1222 
ungefähr einreihen , weil eben in diesem Jahre am 6. Juli Herzog L e o p o 1 d VI. 
(VIL) sich zu Kirling aufhielt und die genannten Brüder (2e ChirMingen, in 
seinem Gefolge erseheinen. (Babenberger Regesten, S. 131, Nr. 179.) Ober das 
Geschlecht der Herren de Chirchlingen , welche besonders oft im Kloster- 
oeuburger Saalbucbe vorkommen, hat Maxim. Fischer die nöthigen Notizen 
mitgetheilt loc. cit. S. 209—210. 

cccxxxvu, 

Ladai opferte zur Sühnung eines Diebstahles und Brandes einen Acker bei 
Krustätten (Crucesteten) auf dem Altare zu Gottweig» c. 1130. 

CCCXXXVffl. 

Hadamarus de Kunringin, ausdrücklich ein Sohn Nizo's genannt 
(siehe Nr. XLIV), war bekanntlich der Stifter des Cistercienserklosters- Zwetl. 
Er hatte seinen Hanptsitz im benachbarten Orte Kuffarn (links der Strasse 
von Göttweig nach Herzogenburg), von dem er gewohnlich den Zunamen de 
Chuffarin führte. Hier , in vorliegender Tradition heisst er de kunringin , von 
der Burg Kunring (Ckuenring) , die Hadamar's Oheim Alb er o I. bei 
Eggenburg im V. 0. M. B. erbaut haben soll, wie Abt Ebro von Zwetl im 
Libro fundat. Monast. Zwetl. erzählt. 

Hadamar opferte zum Seelenheile seiner Gemahlin Gertrudis (f c. 1138?) 
ein woblbestiftetes Gut im Orte Chunendorf auf dem h. Marien-Altare zu 
Göttweig. 

Chunendorf isi das heutige K aindorf, in der Pfarre Bodensee (Ponsee), 
oberhalb Zwentendorf, nicht weit von der Donau. 0. W. W. Unser Stift hatte 
in der dortigen Gegend bedeutendes Grundeigen thum, nämlich in folgenden 
Ortschaften, die nach den ältesten Urbarien zur Oificina in Z>r6«dfor/* gehörten: 
Chunendorft Pukkendorf, Merteinsprun, Utlendorf, Egendorf, Zwenten- 
dorf , SchoenpuheL — Ein anderes Chunendorf (Chuendorf) lag einst am 
M archflusse , unweit Marcheck. U. M. B. (Siehe Keiblinger*s Geschichte von 
Melk, I. S. 263, Note 2.) 

Ferner widmete Hadamar zum hiesigen Armen-Hospize einen Weingarten 
zu Krems (in uilla Chremesi). — Hauptzeugen der Schenkung waren die 
nächsten Verwandten H a d a m fi r*s; sein Bruder P i 1 i g r i m und seine Vettern 
(patrueles) A d a 1 b e r o und Heinrich. — Ersterer, P i 1 i g r i m , wurde 



232 



späterhin Pfarrer der Kirche St. Johann Evang. Huf dem Berge zu Z weti, zeigte sich 
aber der Stiftung seines Bruders , dem benachbarten Kloster nicht sonderlich 
gewogen , ja fiel demselben gar oft durch seine unbilligen Forderungen lästig, 
woraber Abt Ebro, und nach ihm Link loc. cit. 1, 136 etc. sich bitter beklagten. 
Piligrim starb im Jahre 1166. 

Ich erlaube mir folgende Tabelle, gestützt auf vorliegenden Codex und das 
Stiftungenbuch von Zwetl , loc. cit. zur besseren Obersicht hier einzurficken : 

Azzo de Gobatzburg 

1057 — 1 1100. 

ux. 1. Treuta. 

ux. 2. Gisela? 



Anshalm 

1065 — 1 11*0 
uz. Gertrud 



Nizo 
1065 — t c. 1100 

ux. Adelheid? 
Truta (Nr. XLIV) 



Albero L de Chunring 
t c. 1118 
ux. Gisela 



Adalbero Dietmar 

c. 1110. c. 1110. 

(Nr. XLIV.) 



Hadamar 
+1148 
fund. monast. 

ZwetL 
ux. Gertrudis 
t c. 1138. 



Piligrim 

(Peregrin) 

plebanus 

in ZweÜ 

+ 1166. 



Adalbero IL 



Heinrich 



(patrueles 
Hadamar i). 



Heinrich, Adalbero*s Bruder» ist vermuthlich jener praefeetus urhii 
Medelicensis, der in den Babenberger Regesten im Jahre 1137 — 111)6 vorkommt, 
auf den dann Rapoto, castellanus de Mediich c. 1157 folgte. (Siehe das 
Personen- Verzeichniss der Regesten, S. 325, 335, Chunring und tiedling und 
die Bemerkung Dr. v. Meiller*s, Note 157, Seite 217. Leider ist der verdienst- 
volle vaterländische Geschichtsforscher Johann yoü Frost, Mitglied des Stiftes 
Zwetl, viel zu früh dahingeschieden (*|- 30. Jänner 1850), bevor er seine 
ausführliche Geschichte der Chunringer, und den versproehenen Commentar 
zum Stiftungenbuche von Zwetl (Fontes Herum Austriac. , IL Abth., III. Bd., 
1851) vollenden und herausgeben konnte. 

Hadamar de Chuffarin oder Kunringen, soll kinderlos im Jahre 1148 
gestorben sein (VL Kai, Julii, id est tercio die post festum heati Vrhani 
pape et martiris), wie Abt Ebro im Stiftungenbuche von Zwetl (loc. cit. 
pag. 53) angibt; doch stimmt dieses nicht zusammen, denn VL Kai. Julii ist der 
26. Juni, das Fest des h. Papstes und Märtyrers Urban wurde aber von jeher 
am 25. Mai gefeiert. (Pilgram, Calendar. chronolog., pag. 259.) — Wissgrill, 
loc. CiL II, 45, setzt auch wirklieh den 28. Mai als Todestag Hadamar *s; in der 
kirchl. Topographie, XVL Bd., S. 12, ist von Fräst aber der 26. Juni ange- 
geben. — In den Göttweiger Annalen (Pertz, Mon. Germaniae bist., XL Tom. 
[IX. Scriptorum], pag. 602 heisst es schon zum Jahre 1138 nHadamarus de 
Chunringen piae memoriae ohiit, — Weiter erzählt Ebro (loc. cit.) , dass 
Hadamar in Göttweig sei begraben worden: in Chkotwico licet 



233 

I 

nuiius gepulHu esse dinoseitury ad quod tarnen monasierium plures vülas 
ex altera parte Danubii cum copiosa peeunia (in margiue: videlicet Ij. 
mareas argenti puri ordinavit) ordinavit, Link setzt die uDbegrüadete 
Vermuthung hinca (I, pag. 157), dass Hadamar auch seine Residenz, den Ort 
Kuffarn, unserem Stifte Fermacht habe. Ganz unwahr und erdichtet ist die 
Erzählung im' Archive für Geographie, Historie u. s. w., XII. Jahrg. 1821, S. S55, 
und dann wiederholt in Hormayr*s Taschenbuche , 1848 , S. 332. ^Er (Hadamar) 
starb 1148 auf dem unglflcklichen Kreuzzuge des StaufTen Konrad in Palästina. 
Die Waffenbrüder brachten die Gebeine nach Zwetl, wo ein unscheinbarer Stein 
im Capitelsaale sie bedeckt^ u. s. w. 

CCCXXXIX. 

Bertoldusy vermuthlich derselbe, welcher in der zweitfolgenden Tradition 
mit dem Zunamen de pirÜhum als Zeuge erscheint. 

Wolfkerus de grikkigin, yielleicht yon Gig ging, zwischen Alten werd 
und Winkel, nahe der Donau , U. M. B. , wo unser Stift viele Besitzungen hatte. 
Nicht weit davon liegt auch das Pfarrdorf Bir bäum (piribum?). 

Hermannus nobilis, ohne Zweifel der oft genannte Edle de huntisheim, 

CCCXL. 

Meginhardus et frater eins Heidinricus , sind wohl die mehrmals vor- 
kommenden Brüder de Imicinisdorf. (Vgl. Note Nr. CCCXLUI.) 

CCCXLI. 

Bertoldus de piribum , und Tiemo de Winchilariny yon Birbaum nnd 
Winkel, südöstlich von Kirchberg am Wagram. U. M. B. 

CCCXLffl. 

Heidenricus de Awa, vermuthlich derselbe Heidenrieus, den wir auch mit 
dem Zunamen de Augia in der Tradition Nr. CLXXXVI unter den Zeugen finden. 
Er schenkte am Begräbnisstage seines Sohnes zu dessen und aller Voreltern 
Seelenheil ein Gut nach Göttweig: in loco Pucha dictum secus Erlaha. Unter 
den Stiftsbesitzungen circa Seitenstetn et Erla wird wohl ein Ort Namens Puhel 
angeführt (siehe Note Nr. XII) , die Lage desselben kann ich aber nicht näher 
bestimmen. 

Bei der Übergabe waren noch zwei Sohne H e i d i n r i c h*s gegenwärtig, 
welche H e i d i n r i c h und Meginhart* hiessen , wie aus Nr. OCCLV und 
CCCLIX zu ersehen , wo Meginhart de Awa und Beidinrich et filius Beiden- 
riet de Awa als Zeugen erscheinen. Ich meine , dass sie ihren Hauptsitz zu 
Intzersdorf ob der Traisen gehabt und sich gewöhnlich de Imicinisdorf 
benannt haben. (Vgl. Nr. CLXXXVI, CCLVUI.) 

Wolfkerus de herlaha, ein Passauer Ministerial dieses Namens kommt im 
Jahre 1194 in Mon. boic. XXVIII, II, 264, vor. 



234 



CCCXLIV. 



Reginhart de Semflinbach , schwerlich von Senftenbach im Innkreise ob 
der Eons. Vielleicht sollte es Senftenek heissen, das unweit des Marktes 
Ferschnitz , 0. W. W. , liegt. 

CCCXLV. 

Chunradus de Wirmla, zwischen der Perschling und Tulln sesshaft, 
erscheint in Begleitung der Markgrafen Leopold III. und IV. in den Jahren 
1135 und 1137. (Regesten, S. 20 , Nr. 52, und S. 25, Nr. 4.) Nach Hanthaler's 
Forschungen sollen die Edlen de Pain (Peugen), de Chrueg und de Wimda 
Eines Stammes gewesen sein. (Recens. dipl. geneal. II , 142.) 

CCCXLVI. 

Herimannus , ein Sohn des Grafen Hermann, Schirmvogtes unseres 
Stiftes (siehe Nr. CCXVIIl) , soll nach Jos. Moritz's muthmasslicher Angabe in 
der kurzen Geschichte der Grafen Ton Formbach u. s. w. , S. 90 , 123 — 128, 
bald nach seinem Vater Hermann (-|- 1122) und noch vor seiner Mutter 
Hedwig, um das Jahr 1130 gestorben sein. Sein VermSehtniss an unser Stift 
fiele demnach in die Zeit ?on 1122 — 1130. — Ober die ecclesia ad Mura siehe 
die Note Nr. CXV, und über Cruntherus presbiter Nr. CCXVII. 

cccxLvn. 

Reginmarus, Bischof von Passau (1121 — 1138) tauschte vom Stifte einen 
Weingarten bei Hundsheim für einen anderen ein, und gab jenen dem Edlen 
Herman (de Huntisheim) zu Lehen. Der erwfihnte Abt mag Calhoehus 
(1125 — 1141) gewesen, und somit der Tausch c. 1130 geschehen sein. 

cccxLvra. 

Rudigerus, dessen Geschlechtsname leider nicht angegeben ist, vermachte 
zu unserem Gotteshause zwei Weingärten bei : 

Pouingarten, Baumgarten, bei Mautern? (Nr. XXVIIl). 

Irmgarden die Gemahlin R u d i g e r*s, heirathete nach dessen Hinscheiden 
den Edlen Chadalhoeh de Rore, wie aus der Tradition Nr. CCCLXX in 
entnehmen. 

CCCL. 

Nantwicus et Otto , sind dieselben Brüder , von denen schon in der Note 
Nr. CXX ausführlicher die Rede war. Vorliegende Tradition des Gutes PlinJtindorf 
ist ohne Zweifel jener vorauszusetzen und noch zur Zeit des Markgrafen 
Leopold III. (IV. d. H.) geschehen, wie aus den angeführten Zeugen eu 
schliessen, denn: 

AdaUbertue advoeatus \9i ^o\i\ i^t des Markgrafen Sohn zu halten, nieht 
etwa für den gleichnamigen Untervogt de Perge. 

Otto et fratres eius de maehlant , nSmlich Bertoldns oder Pertolf , und 
Walchun , die auch in Nr. CCCLXI als Zeugen erscheinen. (Vergl. Franz Piriti, 



235 

Geschichte des Landes ob der Enns, 1, 36T u. s. w.; feraer desselben Geschichten 
der aufgelassenen Stifte Waldhausen und Baumgartenberg, im Archive für Kunde 
österr. Geschichtsquellen, IX. Bd. , 305 u. s. w. , und XII. Bd. , 1 -> 53 , — 62.) 

CCCLI. 

Rudolfus archipresbiter , der sieh schon früher als ein Freund und Wohl- 
thäter unseres Stiftes gezeigt (Note Nr. CCXCI) , ist im Jahre 1133, als Mönch 
in Göttweig gestorben, wie in den ältesten Stiftsannalen aufgezeichnet ist. 
(Annales Gottwicenses in Monum. Germaniae bist. edid. Pertz, Tom. XI 
[Scriptorum, IX], pag. 600—604, —ad an. 1133: ^Ruodolfus preshiter 
et monaehus piae memoriae obiW.) 

CCCLV. 

Hoholty ein Ministerial der Gräfin Liutkard von Ratelnberg, ist vermuthlich 
der Vater Chunrad^s de Chamhe. (Vgl. Nr. CCLXXVII.) 
Ad erlah (Vgl. Nr. CCCXLIII und CCCLIX). 

CCCLVI. 

Einwicu9, ein Vasall (diens, Knappe) des Edlen Emisfs de Chuliuh, 
kommt mit seinem Bruder Radbodo de Narden auch in einer Urkunde des 
Markgrafen Leopold IV. (V.) ffir das Stift St. Florian unter den Zeugen vor zu 
Krems im Jahre 1137. (Babenberger Regesten, S. 25, Nr. 4.) 

Sehiltpach, so heissen drei kleine, aus wenigen Häusern bestehende Dörfer, 
Ober-, Mitter- und Unter-Schildbach, nicht ferne von Kulb, in der Pfarre 
Bischofstätten. 0. W. W. ~ Ein predium sciltpach schenkte c. 1136 (1120?) 
Markgraf Leopold der Heilige durch die Hand des Diakons Wezelinus seinem Stifte 
Klosterneuburg. (Cod. Trad. Claust. 1. c. S. 25, Nr. 93, und S. 222, Note.) Maxim. 
Fischer setzt diesen „Wirthschaftshof'^ nach Schildbach an der Traisen in der 
Pfarre Turnitz und fügt dann hinzu: „bei dieser Schenkung waren äusserst bemer- 
kenswerthe Zeugen zugegen. Diese waren Em est und Dietrich, die Söhne 
Rapoto*s und Heinrich der Sohn Hader ich*s,^ u. s. w. Ernest und 
Dietrich sind nach seiner Meinung Söhne jenes Edlen R a p o t o von Schwär- 
zenburg, welcher mit seinem Bruder Heinrich das Kloster Klein-Mariazell 
um 1134—1135 stiftete und dotirte. Zu dieser ganz irrigen Annahme Hess sich 
Maxim. Fischer wohl nur durch den Namen Rapoto und den bei derselben Tra- 
dition als Zeugen aufgeführten Hanricus filius Haderici verleiten. Letzteren, 
H a d e r i c h , hält er bekanntlieh ffir . einen Babenberger Prinzen, 
welche Behauptung, in soferne sie sich auf unseren Stiftungsbrief stützet, 
bereits besprochen wurde in der Note zu Nr. IX. — Die Brüder Ernest 
und Dietrich waren keineswegs Söhne Rapoto*s von Schwar- 
senburg, sondern Rapoto*8 de Chouliube (Külb), wie nicht nur aus unserem 
(Nr. CCLIV), sondern eben auch aus dem Klosterneuburger Saalbuche loc. cit. 
S. 8, Nr. 29 ersichtlich ist, wo Emesi etfrater eins Dietrichy ausdrücklich de 
Chouliube benannt, als Zeugen erscheinen. Der oben genannte Diakon Wezüin 



236 

erscheint späterhin als Wohlthäter Klosterneuburgs (loc. cit. S. 33, Nr. 158) 
mit dem Pradicate preshyter de Hurwen, (HQrm, die Mutterpfarre von Külb, 
siehe Nr. X.) 

CCCLIX. 

Hoholt fflgte seinen früheren Schenkungen an Göttweig (siehe Nr. CXLV, 
CCCLV) ein Gut bei Er Iah, sammt einem Leibeigenen hinzu. Er wird in 
dieser Tradition : quidam de ministerialihus Liutkarde advocatisse ratUpo- 
neruis genannt; in Nr. CCCLV aber heisst er ein Ministerial Liutkarde , eomi- 
tisse de Ratüberge. Es ergibt sich daraus die nothwendige Folgerung , dass 
L i u t k a r d , die Tochter des Grafen Udalrich von Rateinberg und 
Mathildens (siehe Nr. CXXXIX), mit dem Advocaten der Regens- 
burger Kirche muss verehelicht gewesen sein , sonst konnte sie nicht 
advocatissa ratüponensis heissen. Hauptschirmvogt des Regensburger Hoeh- 
stiftes war aber dazumal (in den Jahren 1101—1136), urkundlich gewiss Frie- 
drich IL, aus dem Geschlechte der Grafen van Bogen, deren Stammsitz auf 
dem Bogenberge, am linken Donauufer, zwischen Regensburg und Passau, 
längst in Ruinen liegt. 

Der baierische Geschichtsforscher Hermann Scholliner sucht in seiner aus- 
führlichen Stemmatographia Comitum de Bogen (neue histor. Abhandlungen der 
churfürstl. baier. Akademie der Wissenschaften , 1792 , IV. Bd. , S. 74 u. s. f.), 
zu beweisen und festzustellen, dass Friedrich IL von Bogen, Domvogt von 
Regensburg, mit einer böhmischen Prinzessin verehelicht gewesen sei, welebe 
in ihrer Hjeimath, Suatawa geheissen , und bei ihrer Vermählung den gleichbe- 
deutenden deutschen Namen Liutkard angenommen habe. (Das slawische 
Swiati und Swiatlo, heisse Licht und stimme mit dem altdeutschen Lutten, 
Luiten, jetzt Leuchten überein.) Diese Suatawa oder Liutkard soll sehen in 
ihrem zwölften Lebensjahre, im Juli 1124» mit dem Grafen Friedrieh H. 
vermählt worden sein, und im Jahre 1125 zuerst eine Tochter, Namens Adel- 
heid, dann im Jahre 1126 einen Sohn, Friedrich HL geboren haben! — Ich 
fähre die betreflfenden Worte Scholliner's hier an (1. c. pag. 79, 0.) : „pri" 
mogenila Wladislai, Lutgardis nostra, anno 1112 nasci, et anno 1124^ 
pubertatem adepta nuhere omnino poterat Friderico IL Comiti de Bogen*' 
. . . ferner (loc. cit. pag. 91 , A) : „Quoniam Friderieus 11, cum Lutgarda 
anno 1124, mense Julio nuptias contraxerat, poterat ista Adelheidis, 
primu8 earum fructuB 1125, prodiisse. Pubertatem adepta Emesto Mar" 
chioni de Hohenburg in Nordgavia nupait, eidemque duos filio8 peperity 
Emestum IL ac Friedericum, illum 1180 superstitem, hune anno 1178, 
defunctum , teste Epitaphio Castdlensi apud Hundium Stemmatographia, 
/, pag, 94,*' Adelheid , die im Jahre 1125 geborne Tochter Friedrieb*s 11. und 
Liutkardens wird dann c. 1131 schon als Witwe angeführt! (1. c. 92.) 

Diesen unwahrscheinlichen genealogischen Combinationen stimmt auch 
Ritter von Koch-Sternfeld bei , da er in seinem Aufsatze: „Forschungen über 
den Erzbischof Wichmann von Magdeburg und die Abtei Seitenstätten^ (Archiv 
für Kunde dsterr. Geschichtsquellen, L Jahrg., 1848—1849, IV. Hft., S. 83— 
103 — 120), über Liutkarde, die Gemahlin des regensburgischen 



237 

Advocaten gelegenheitlich bemerkt: „Es ist dieses eine erlauchte und sehr 
merkwürdige FVau, uher die sich seit einem halben Jahrhundert schon manche 
Frage erhoben hat, die aber bereits auch Hermann Scholiiner in der akademi- 
schen Abhandlung fiber die Grafen von Bogen auf dem Grunde einheimischer 
Documente und böhmischer Geschichtschreiber mit der ihm eigenthfimlichen 
Quellenkunde und Consequenz ausser Frage gestellt hat. (?) — Nach kurzer 
Zusammenfassung der obigen genealogischen Angaben Herm. Scholliner*s fügt 
Koch-Sternfeld am Schlüsse hinzu : „Die Vermählungen fanden damals vielföltig 
bei kaum erreichter Mannbarkeit Statt, aber die kraftvolle Zeit brachte sie auch 
früher zur Reife^. 

Wir behaupten nun dagegen , gestützt auf unser Saalbuch (Nr. OXXXIX, 
CCXXVm— XXX, Note Nr. CCCLIX), dass Friedrich IL, Domvogt von 
Regensburg mit der, vermuthlich stammverwandten Gräfin Liutkard de 
Ratüherge verehelicht war, und entwerfen demnach, mit Zuhilfenahme anderer 
urkundlicher Stellen, folgende einfache Tabelle: 

Friedericus I. 

Comes de Bogen, 

Advocat. Ratispon. 

1075, t liOl. 

ux. Adelheid ? 

Fridericus II. 

Advocat. Ratispon. 

1101, 1 1136. 

ux. Liutkardis 

comitissa de Raiilherge 

c. 1110. 

Adelheid (de Wiltperch) Friedericus III. 

ux. Ernestonis, com. de Hohenburg Advocat. Ratisponens. 
' Emest ' Friedrich ^ ^136, f 1148. 

1 1160. t c- l^*ö. "^- ^^^^^ d« Vohburg. 

Die Vermählung des Grafen Friedrich II. von Bogen mit Liutkarden 
von Rateinberg muss ungefähr um das Jahr 1110 , wenn nicht früher, 
geschehen sein, denn nur so lässt sich dann erklären, dass ihre Tochter Adel- 
heid, c. 1135, schon Witwe sein und heranwachsende Söhne haben konnte, 
wie aus dem Urkundenbuche von Kremsmünster (loc. cit. Nr. 28, 29, 30. Anhang : 
XV, XVI, S. 377), insbesonders ersichtlich ist. Diesem Stifte schenkte nämlich, 
c. 1135: 9. . . matrona quedam nohilis Alheidis nomine vidua Ern^ 
stonis eque nohilis viri de Hohenburch, et Friderici Ratispo- 
nensis advoeati filia . . ,** einen Wald am Weitenbache, dass dort eine 
Kirche erbaut werde (jetzt Martinsberg, V. 0. M. B.), . . . „oft remedium 
anime 9ue etmariti sui Ernstonit, et patris sui Friderici, euius 
speeiali donacione hoc idem possederat predium, et matris sue Liut- 
kardis et filiorum suorum etc. . . ." Ausfuhrlich handelt hierüber Pach- 
mayr in seiner Historica geneal. Series Abbatum et Religiös. Cremifan, I, 70—71 
und 874; femer Strasser, S. 261. — Dr. v. Meiller gibt in der Note Nr. 88, zu 



238 

den Babeoberger Regesten (S. 208), ein GeschleehUtcbema der Burggrafen 
(eomites vel praefecti) von Regentburg (welche, wie Er selbst sagt, wohl 
zu unterscheiden sind von den advocatis ratisponeruibus 9 d. i. den Doni- 
Togten Ton Regens bürg), und setzt darin Adelheid, die Grfifin Ton 
Hohenburg mit ihren Söhnen Ernst und Friedrich als yon tt U., 
dem Sohne Otto*s L, Burggrafen von Regensburg abstammend an ? 

— Dieser Annahme widerspricht der Inhalt der Regesten, Nr. 40, S. 40, wo 
Adelheid, Gräfin von Hohenburg , ausdräcklich eine Schwester des 
Oomvogtes Friedrich III. genannt wird , welcher mit dem deutschen 
Könige Konrad III. im Sommer des Jahres 1147 nach Palästina gezogen» und im 
folgenden Jahre dort gestorben ist. Vor seiner Abreise : ,,iturus in ezpeditionem 
ierosolimitanam , que sub Chunrado rege facta est,^ bat er seine Mutter Liut- 
kard, wenn er auf dem Zuge sterben sollte, dem Kloster Admont ein 
gewisses Gut: „m Oriente, apud Prunnen,^ zu seinem Seelenheile zu schenken, 
welchen Wunsch L i u t k a r d nach dem Hinscheiden ihres Sohnes wirklieh 
erfüllte (1149). Die Witwe des Verstorbenen, Judith, aus dem roarkgrfiflichen 
Hause Vohburg, machte aber auf dieses Gut Brunn in Österreich ihre Rechte 
geltend: „ex iure maritalis dotis^. Auch zwei Ministerialen Friedrich's HL 
nahmen das Gut als Lehen in Anspruch. Beide Theile wurden vom Admonter 
Abte Gottfried (1137 — ,1165) mit Geld abgefunden und entschädigt. Nach 
einiger Zeit erhob die S ch wes t e r F r i e d r i • h*s IH., A d e 1 h e i t , Gräfin 
von Hohenburg, mit ihren Söhnen Ernst und Friedrich ebenfalls 
Ansprüche auf das besagte Gut „ex propinquitatis iure^. Dieser letztere 
Streit wurde endlich unter Vermittlung Herzog Heinrich*s H. von Österreich 
durch einen Vergleich beigelegt, zwischen den Jahren 1157 und 1165, eher 
früher als später, wie Dr. v. Meiller meint. (Loc. cit. S. 226, Nr. 214.) 

Unsere L i u t k a r d war die Wohlthäteria vieler Klöster. So vermachte sie, 

— um nur Einiges anzuführen — als Ratiapanentis Adrocatrix (1136) in 
dispoHtione prediorum morum dem Chorherrenstifte St. Nicolai bei Passau — 
eurtim unam in locot qui dieitur grintdorfk apud Chamb a^ insuper 
Illhobas hohinwartin, (Grunddorf, am Kamp, und Hohenwart bei Meissau. 
U. M. B.) Nach Formbach schenkte Domna Liutkart comeüasa cum manu fUii 
gut Friderici ratisponemia aduocaii ac fUie ipsius domne Adelkeidis de 
unltperge," zwanzig gut bestiftete mansus ad Hohenujarie (Urkundenbach des 
Landes ob der Enns, I, S. 544, Nr. LVIH, und S. 646, Nr. LXIV). Nach Nieder- 
Altaich gab Liuikardis nobüis et ingenua, mater videlicet Frie- 
derici adv ocati Ratisponens'ig Episeopii IUI tnanaos in Hai- 
tzendorf et vineam magnam. Istud predium situm est in Austria apud 
flumen, quod dieitur Champ, d. i. Haizendorf am Kamp; unterhalb Krems. 
(Archiv für Kunde österr. Geschichtsquellen, 1848, I. Jahrg., I. Hft., S. 40 — 41 
und Sitzungsberichte der phil.-hist. Classe der kaiserl. Akademie der Wissen- 
schaften.) Andere, Liutkarden betreffende, urkundliche Stellen hat Schol- 
liner loc. cit. 74 — 88,. 324 etc. zusammengestellt. — Ihr Sterbetag soll nach 
dem Necrolog. Windberg, in Mon. boic. XIV, 91, der 16. Jänner gewesen sein, 
da es heisst: „XVIL Kai. Febr. Inukardis advocatiata*'. Das Jahr aber ist noch 
nicht bekannt. 



♦ 239 

Dass die mutbmasslichen Aflgaben Jos. Moritz's, in der Geschichte der 
Grafen yon Formbach, S. 93 u. s. f. über unsere L i u i k a r d demnach sehr der 
Berichtigang bedürfen, wurde bereits erwähnt (Nr. CXXXIX.) 

Nachträglich schalte ich hier folgendes, hierher bezügliche Document ein, 
das ich zuflllig in einem in unserer Stiftsbibliothek Torhandenen und zuver- 
lässig in Göttweig geschriebenen Pergament - Codex des XII. Jahrhunderts 
(Sign. 98. — Tractatus Sc. Ambrosii Episcopi de Officiis, libr. 111} auf der 
Vorderseite des ersten Blattes eingetragen fand. Es zeigt uns, welche 
Güter GrafUdalricb von Rateinberg bei seiner Vermählung 
mit Mathilden (1075 — 1080) derselben verschrieben hat, und 
lautet : 

NauerM omnes in X^ fiddes. qualiter cotneu Oudalrieus omnia 
bona 9ua. predia cum mandpüs eulta et inculia. que ipse tunc iemporU 
iure hereditario possidebat et que sibi poitea a parentibus in kereditatem 
peruenire debuerant idoneis subintroduetis testibus Mathilde uxori 
8ue absque onmi coiitradietione in proprium legauit et film earutn quo8 
proerearent. n autem fäios non haherent, et st üla tuperuixerit. super his 
boms possidendi uel quodlibet faciendi lU^eram deinceps potestatem haberet, 
Horum ergo bonorum tumma fuü, hohinwarta cum ceteris omnibus 
que in orientali parte a parentibus suis habuit et Chamba cum 
suis appendieiis quod de eadem Mathilda uxore 8ua habuit eui 
et idem in hac delegatione reddidit. Huius traditionis testet sunt Com es 
Ekk ebertus et puer Gebehardus nepos eins, Raffold de 
Wirmila filiusque eius Raffold* gener eius Piligrim, Rat" 
poto de Musiliskiriehen. Piligrim de Grie, Heinrich. Hart- 
liep, Adalpreth de Stamheim. Tiemo et Reginger milites 
eiusdem Oudalricu Uadamar garulus, Seeundam uerjo traditio- 
nem sub eisdem prenominatis testibus uxori sue Mathilde confirmauit 
super bonis omnibus que tunc a fratresuo Uerimanno im (sie) partem 
aceepta proprie obtinuU, et que postea ab eo in diuidenda hereditate in 
bauuaria uel ubieunque sU pereipere debuit. et inuestitura ministerialium 
omnium quos prefate eantradidit Mathilde hec fuit, Sigiloeh Irmfrit, 
Raiolf, Oudalrieh, Leu, Eberharth. 

Aus dieser wichtigen Tradition erhellt hauptsäefaiich, woher Liutkard, 
die Erbtocbter Udalrich's und Mat bilde ns, so viele fiesitzungen bei 
Hohenwart und am K a m p hatte» welche sie dann als advoeatissa ratispo- 
nensis, vermuthlich nach dem Dahinscheiden ihres Gemahls (1136) und Sohnes 
(1148) an verschiedene Gotteshäuser austheilte , wie aus den oben angeführten 
Stellen zu ersehen. Die Güter ferner , welche Liotkardens Sohn, Frie- 
drich lU., Domvogt von Regensburg, vor seiner Reise nach Palästina 
(im Jahre 1147) dem Stifte Admont und der Propstei Berchtesgaden vermachte 
(predium in Oriente , apud Prunnen) , liegen ebenfalls nähe beim Kamp- 
flusse, nämlichBrunn im Felde, und Gruntdorf, unterhalb' Krems. 
(Babenberger Regesten, S. 33, Nr. 16. — S. 40, Nr. 40. — S. Sl, Nr. 84.) — 
Vielleicht dürfte auch Kaiser Heinrich*s IV. Schenkung von sieben Villen 
^in Marehia, que voeatur Camba** an den Regeasburger Domvogt 



240 • 

Fried rieh (I.) im Jahre 1086, 9. April (Mod. boie. JU, 96. — SchoUiner, 
loc. cit 316, Nr. III) hierher Bezug haben? 

Darcb obige Tradition werden auch viele Stellen unseres Saalbuches 
deutlicher und vollstfindiger , besonders hinsichtlieh der Zeugen; so Nr. Y, 
Gebehardus puer. ^ Raffold de Wirmila. — Nr. XII, Rapoto (? de Husi- 
liskirichen). ~ Nr. XXXIII. — Nr. CCIII— CGX, Piligrim de Grie u. s. w. 

Um aber auf die Schenkung Hohold^s (de Ghambe? — Nr. GGLXXYU) 
selbst wieder zuräckEukommen, so stimmt das angegebene Jahr der Tradition, 
1133, mit der beigesetzten Indiction XV nicht überein, diese passt auf das 
Jahr 1137 (nach dem in Deutschland damals Qblichen Wechsel vom 24. Sep- 
tember' 1136 bis 24. September 1137). Vermuthlich hat sich der Schreiber 
geirrt, und Hill. GXXXIII statt GXXXVII (III statt VII) gelesen, was um 
so auffallender, da auf dem folgenden Blatte des Godex dieselbe Jahrzahl: 
Hill. XXXIII (das G ist ausgelassen) mit der richtigen indietio XI angegeben ist. 

CCCLX. 

Sigiboto de Pomheim kommt mit mehreren seines Geschlechtes in deo 
verschiedenen Saalbuchern des Urkundenbuches ob der Enns und in den Mon. 
boieis vor. — Er schenkte uns einige Besitzungen ad ertpurch, wo schon früher 
(vor 1096) sein Vater dem Stifte zwei Dienstgüter übergeben hatte , mit der 
Bedingung , dass dort eine Kirche erbaut werde. Die betreffende Urkunde siehe 
im diplomatischen Anhange, Nr. II. 

Den Ort Bornheim konnte ich bisher nicht ermitteln. Maxim. Fischer 
stellt in der Note 246, S. 245, des Rlosterneuburger Saalbuches, die Frage: 
„Sollte etwa der Name Puehheim aus Porrinheim entstanden sein? 

Auch die Lage von Ertpurch kann ich nicht genau bestimmen. Gfu«- 
poldus, ein Passauer Ministerial und Onkel Sigiboto*s erscheint als Wohl- 
thäter des St. Egidius-Spitales zu St. Polten und des Stiftes St. Nicolai bei 
Passau, wohin er und seine Mutter Judiths de pomheim viele Güter spen- 
deten; unter anderen auch c. 1180 ein predium, quod habuit Frigindorf ei 
Erpurch cum vineis ibidem sitis et unam stabulariam curtim (Urkundenbuch 
des Landes ob der Enns, I, 512, 580 — 581), aus welcher Stelle man schliessen 
sollte , dass die Ortschaften Frigindorf und Erpurch ganz nahe an einander 
gelegen haben? — Ersteres hfilt Dr. v. Meiller für das heutige Freundorf 
am TuUnerfelde, zwischen Ghorherrn und Baumgarten. 0. W. W. (Babenberger 
Regesten, S. 10, Nr. 1, Note 77, S. 266.) 

CCCLXI. 

Chadalhoeh abbas (1125 — 1141), kaufte von einer edlen Matrone Namens 
Gerdrut (de Ghupharin? Nr. GGXXXVII) ein Gut bei Penn in g, in der Pfarre 
Kapelln, 0. W. W. , wo unser Stift schon früher einige Besitzungen erworben 
hatte (laut Nr. XL, GLII, GLXXXI). 

Gerdrut übergab das Gut in die Hfinde Ottonis de LauHstorf, der es bald 
darauf bei einer feierlichen Gelegenheit und auf gewöhnliche Weise „super 
reliquias sanctorum^ dem Abte überantwortete. Dies geschah „in generali collo- 
quio ad chremUe adstante domino Reginmaro patauiensi episcopo et Liupold9 



241 

marehione^. Welcher Markgraf Leopold ist hier gemeint? der III. (der Heilige) 
oder sein gleichnamiger Sohn Leopold IV? Es ist urkundlich erwiesen , dass 
Leopold lY. bald nach dem Antritte seines markgräflichen Amtes, im Jahre 1137, 
an mehreren Hauptorten seines Landes» zu Tulln, Mautern, Krems u. s. w.» feier- 
liche Versammlungen und Gerichtssitzungen gehalten (Babenberger Regesten, 
S. 24 und 25), desshalb kann man wohl mit Grund vermuthen, dass bei dieser 
Gelegenheit und Anwesenheit des Markgrafen Leopold IV. zu Krems die 
feierliche Übergabe des besagten Gutes stattgefunden habe. Überdies steht diese 
Tradition im Saalbuche zwischen drei anderen, wovon die erste mit milL CXXXIII 
indiecione XV. beginnt. Die zweite mit eodemanno ohne Unterbrechung fortge- 
schrieben ist, dann fotgt diese mitten in der Zeile , aber mit grossem rothen 
Anfangsbuchstaben, und bei der nächsten heisst es wieder: Eodem anno u. s. w., 
so dass demnach die obige Jahrzahl auf alle ?ier Traditionen sich zu beziehen 
scheint. Dass aber die beigesetzte Indiction XV. nicht zum Jahre 1133, sondern 
auf 1137 passe, wurde bereits in der vorletzten Note bemerkt. (Vergl. auch die 
Anmerkung Dr. t. Meiller*s, loe. cit. S. 213, Nr. 159, und die Note zur Tra- 
dition Nr, CXX.) 

Otto de lautistorf (Laudersdorf? in Nieder-Baiern) , kommt mit seinem 
Vater Friedrich und BrQdern auch sonst 1122 — 1132 in den Urkunden vor. 
(Regesten, Melk, I, 220.) 

Gebehardus de Chadalhohisperge, von Kalksburg? U. W. W., wie Maxim. 
Fischer meint (Cod. Claustron., S. 234, Nr. 162). 

Heinrici/8 de issansdorf, war in der Nähe von Zeiselmauer und König- 
stätten ansässig , wie aus dem Einkünften- Verzeichnisse des Passauer Bisthums 
in Mon. boic. XXVIII, II, 185 erhellt, wo Isseinsdorf ungefühH wird. Als villa 
issanstorf kommt es auch in den ältesten Urkunden von St. Georgen (Herzo- 
genburg) 1143 — 1147 vor, und der Herausgeber derselben beruft sich auf das 
Archiv für Kunde österr. Geschichtsquellen, II. Jahrg. 1849, I. Bd., S. 133, wo 
Maxim. Fischer unter „Issanesdorfy das einst an der Traisen gelegene längst 
zerstörte Raubnest „Elsdorf^ vermuthet. In den Anmerkungen zum Klosterneu- 
barger Saalbuche , S. 281 , Nr. 485 , heisst es aber : Issanesdorf ist für Mis- 
singdorf, 0. M. B., zu halten? 

cccLxn. 

Chadolt nohilis, der unserem Stifte die Pfarre zu Napersdorf durch 
die Hand seiner Gemahlin Truta im Jahre 1133? (1137) übergeben, war wohl 
in der Nähe dieses Pfarrortes ansässig, vermuthlich in Mail her g, welches nur 
eine Stunde nördlich davon liegt. Chadolt de Movrperge erscheint einigemal im 
Klosterneuburger Saalbuche, und ebenda auch eine Truta venerabilis matrona 
de Mourperge als Wohlthäterin des genannten Stiftes (loc. cit. 335). 

Chadolt senior VLuA iunior de moureherch, werden in den Babenberger 
Regesten, S. 24, Nr. 1, unter den Zeugen im Jahre 1137 gefunden. Am meisten 
zu beachten ist aber die Regeste Nr. 31, S. 37, aus der man erfährt, dass Cha- 
dold senior seine Besitzung Mourberch mit Allem was dazu gehörte, den Rittern 
des Johanniter-Ordens zu seinem Seelenheile geschenkt, der jüngere Cha- 
d o 1 d aber allen seinen Rechten , welche er auf diese Besitzungen zu haben 
Fontes. X. 16 



242 

behauptete , gegen eine gewisse EntschSdigung in die HSnde des Landesfürsten 
Heinrich II. Jasomirgott entsagt habe. Dieser entschied auch (als Dux Ba?arie 
et Marchio Austrie) eine später entstandene Streitigkeit zwischen Chadold de 
Harrorum (Harras, unweit Mailberg), dem Neffen des älteren Chadold 
(patrui sui Chadoldi senioris) und den genannten Ordensbrüdern des 
St. Johannes - Spitales zu Jerusalem durch einen Vergleich im Jahre 1156, 
IS. August zu Klosterneuburg. 

Ohne Zweifel waren diese Chadolde die Grunder oder doch Besitzer der 
Ortschaften Harras, Kadolz, Seefeld u. s. w. Ober die Herren de Sevelde, 
denen der Name Chadold eigenthfimlich war, hat Herr ^Dr. v. Meiller dankens* 
werthe Notizen mitgetheilt, im Notizenblatte zum Archiv für Kunde osterr. 
Geschichtsquellen, I. Jahrg. 1851, Nr. 9, S. 141. Dass diese Edlen aber auch 
mit den Chunringern nahe verwandt waren, darauf weiset die in Nr. CLIV ange- 
führte Schenkung Anselm*8 de Hezimanniswisin hin, der schon früher sein 
predium Norprehtisdorf durch einen gewissen hkerus nach Göttweig gewidmet 
hatte. Chadold muss in Napersdorf reich begütert gewesen sein und hat 
vielleicht selbst in diesem Orte eine Kirche erbauen lassen, deren Patronat er 
dann im Jahre 1133? (1137) unserem Stifte übertrug. Doch mag er sich und 
seinen Nachkommen das Yogteirecht über die Pfarre vorbehalten haben, 
welches Recht der Schirmhoheit die jeweiligen Besitzer von Seefe Id jederzeit 
angesprochen und bis zu Ende des XVI. Jahrhunderts gar oft gewaltthätig aus- 
geübt haben. Insbesonders musste Abt Michael Herrlich (1564 — 1609) mit 
Marquart von Chunring, Herrn zu Seefeld (dem vorletzten des alten 
Chunringer-Geschlechtes , gestorben zu Anfang des Jahres 1571), wegen der 
Pfarre Napersdorf einen langwierigen Process führen. (Nach den handschrift- 
lichen Notizen und Materialien zur Geschichte der genannten Pfarre von unserem 
Herrn Stifts-Archivare Friedrich Blümberger.) Der ursprungliche ehemalige 
Umfang der alten Pfarre Napersdorf war ohne Zweifel weit ausgedehnter 
als jetzt, wie aus der früheren pfarrlichen Zehentgerechtigkeit zu schliessen ist, 
welche sich auch auf die benachbarten Ortschaften Aschendorf, Hart, Hetz- 
mannsdorf, Rafflhof, Roggendorf, Stinkenbrunn und in die Ortsfreiheit von 
Schöngrabern, Steteidorf und Aspersdorf hinein erstreckte. An Napersdorf 
grenzte nordwestlich und südlich die Pfarre WuUersdorf, welche Markgraf 
Leopold III. (der Heilige) um das Jahr 1108 dem Stifte Melk übergeben hatte. 
(Keiblinger, Geschichte des Stiftes Melk, I, S. 226.) Die Pfarrgrenzen von 
Napersdorf selbst sind in der Tradition leider nicht angegeben, und es scheint, 
dass diese, so kurz gefasst, aus einer nicht mehr vorhandenen vollständigen 
Urkunde abgeschrieben wurde. 

CCCLXIII. 

Meginhardus und Hadamarus, de Chvpharin, wie aus Nr. CXCIII ersieht^ 
lieh ist. Ersterer schenkte bei seinem Eintritt in unser Kloster demselben einige 
Besitzungen bei Ruodolvingm, d. i. Ruefling, in der Pfarre Leonding, eine 
Stunde von Linz , als Hrodolfingun schon im VlII. Jahrhundert erw&hnt. Auch 
das Stift St. Florian war dort begütert. (Stülz , Geschichte des Stiftes, 
S. 307 u. s. w.) 



243 

PernkopüUj in RaffeUberger*s topograph. Lexikon, Litt. P, III. Bd., S. 134 
ist ein P e rn hau pterg rund in Nieder-Österreich , anderthalb Standen von 
Enns entfernt, angegeben. 

Herlahstraz, Strasse? an der Eria. Die Slteren Dienstbücher geben leider 
keioen Aufschlust. 

CCCLXIV. 

Poto de Potinstein hatte seinen Stammsitz auf dem Schlosse Poten- 
stein, dessen Ruinen bei dem gleichnamigen Markte an der Triesting, im Thale 
sGdwestlich von Baden, U. W. W., noch sichtbar sind. Bisher war nur Poto*s 
Sohn Rudolf als der erste seines Geschlechtes bekannt. (Vgl. kirchl. Topo- 
^aphie, I. Hauptabth. , V. Bd., S. 133 u. s. f.) 

Werindorff entweder eines von den zwei Dörfern Ober- und ünter- 
Perndorf in der Pfarre Potenstein, oder etwa das uns nähere Werners- 
dorf, zwischen St. Polten und Neidling.) 

CCCLXV. 

Adalram de Perge, war ein Sohn Rudolfs (-{-circa 1130) und der 
Richinza, einer Schwester Emisfs de Chuliuhe. (Siehe Nr. CCLIV.) Für 
diesen seinen mütterlichen Oheim gab Adalram als Seelgerätb eine halbe 
Hube bei: 

WchlinUdorf, so ist der Ort deutlich geschrieben , aber es soll vielleicht, 
wie in Nr. CCLIV, CCCLVI, vuchüinUdorf heissen, und Volkersdorf unweit 
Külb bedeuten, wo schon früher Emist de Chuliuh selbst unserem Stifte einige 
Besitzungen geschenkt hatte. 

CCCLXVI. 

Salmann de Geizpach , war vermuthlich im Machlande ansässig. (Vergl. 
Nr. CXCVII, CCXXI, und Rationarium Austriae bei Rauch, Rer. Austr. Scrip- 
tores. Vol. II, pag. 43.) 

CCCLXVII. 

Andinberck, Anzenberg, unweit Wetzmannsthal (wezimannistal e), 
beide in der Pfarre Inzersdorf ob der Traisen. 0. W. W. 

CCCLXVIII. 

Stochistale , jetzt drei nahe an einander liegende Dörfer , Ober-, Mitter- 
und Unter-Stock stall, unweit Kircbberg am WagraUi. U. M. 6. Bei welchem 
das von dem Edlen E br an uns geschenkte Gut gelegen hat, ist nicht mehr zu 
ermitteln , da in unseren ältesten Dienstbüchern keine Erwähnung mehr davon 
geschieht, woraus zu schliessen, dass diese Besitzungen schon vor dem J. 1302 
in andere Hände übergeben worden sind. 

Ober-Stockstall war früher zum Theil dem Passauer Domcapitel unter- 
thänig; ein nohüU homo Sigekardus de Stochestale und sein Sohn Sighardus, 
Canonicus in Passau, hatten ihr Gut Stochestale, in orientali plaga situm, mit 

16» 



244 

Allem , was dazu gehörte , zum oeu gegründeten Sieebenbause und zur St. Egi- 
dius-Capelle in Bibureh am Inn bei Passau gewidmet , welche Schenkung ?oq 
dem Bischöfe Konrad im Jahre 1160 und 1163 bestätiget und yennehrt wurda 
(Mon. boic. XXVIII, II, HS— 119. — Buchinger, Geschichte des Furstenthums 
Passau, I. Bd., S. 156, wo aber die Worte so gestellt sind, als ob Stockstall in 
Ober-Osterreich gelegen wäre.) 

CCCLXIX, 

Williburch, relicta SigiKardi, vermuthlicb die Witwe des eben erwähnten 
Sighard, nohilis de Stochesiale, der um das Jahr 1160 gestorben sein m^g. 
Sein Sohn war Canonicus in Passau , wie aus der citirten Bestätigungsurkunde 
Bischof Konrad's über das genannte Spital bei Passau vom Jahre 1163, 26. Noy. 
erhellt, wo es unter anderm ?on diesem jüngeren Sighard heisst: „quiin 
presentiarum curam loci et pauperum indefesso studio gerit iuxta quod sibi 
creditum**» 

Frowindorff vergl. Nr. CLXXIX. 

CCCLXX. 

Chadalhoch de rore , aus einem alten baier ischen Adelsgeschlechte, das 
auch im Lande ob und unter der Enns viele Besitzungen hatte. Die Stammburg 
R r in Ober-Baiern wurde von dem Edlen Magnus de Rore und seiner Gemahlin 
Irmengard in ein Augustiner-Chorherrenstift umgewandelt. Ihr Sohn A 1 b r e c h t 
vollendete im Jahre 1133 diese Stiftung und zog dann nach dem frühzeitigen 
Hinscheiden seiner Gemahlin , dort selbst das Ordenskleid an. 

Chadalhoch de Rore kommt mit mehreren seiner Verwandten auch im 
Saalbuche des Chorherrenstiftes Ranshofen c. 1130—1140 vor. (Urkundenbueh 
des Landes ob der Enns, I, S. 255, 904, und kirchl. Topographie, XIV. Bd., 
S. 107— 112.) 

Iringarde, die Gemahlin Chadalhoch*s, ist ohne Zweifel dieselbe, 
welche laut Tradition Nr. CCCXLVIII mit ihrem ersten Manne Rudiger zwei 
Weingärten bei Pouingarten nach Göttweig gewidmet, von denen der eine nun 
nach Rudiger*s Hinscheiden von Chadalhoch dem Stifte übergeben wurde, 
c. 1135 — 1140. Zugleich vergabte Letzterer mehrere Leibeigene zur Zahlung 
des gewöhnlichen Jahresdienstes von fünf Pfennigen , hierher. 

CCCLXXI. 

Ekkiricus , vermuthlicb der Sohn EkkiricVs de Chufarin. (Vergl. 
Nr. CXCin.) 

Sigifridus, aus der Familie de Grie, wie aus den Zeugen Pili gr im und 
Megingoz zu schliessen. (Siehe Nr. CLXXXV1I.) 

CCCLXXII. 

Comes Wolfkerus de Puigen^ diese und die zwei folgenden Worte der 
Tradition stehen auf einer stark radirten Stelle; von der früheren Schrift sind 
nur wenige Züge kennbar. Der Name Wolfkerus scheint ein Schreibfehler zu 



245 

seio, denn unter den bisher bekannten Grafen von Puigen ist kein Wolf- 
kerus zu finden. Aus der Schenkung selbst, oder den angefahrten Zeugen lässt 
sich nichts Näheres über den Wohlthäter entnehmen. 

CCCLXXffl. 

HeinrieuSj Herzog von Osterreich, scheint dem Stifte den Besitz eines 
Gutes angestritten zu haben , welches die Edlen de Rawana (oder auch de 
Grie) schon lange hieher bestimmt und im Jahre 1147 oder 1148 wirklich über- 
geben hatten. (Vgl. Nr. CCLXVIII.) Möglich ist es, dass die Witwe Sigfried*s, 
welche dazumal schon gegen die Übergabe des Gutes Einsprache erhoben, aber 
gerichtlich abgewiesen worden war, ihre vermeintlichen Rechte dem Herzoge 
übertragen, um es den Klosterbrüdern zu entziehen, oder der Herzog selbst hat 
das besagte Gut für ein erledigtes Lehen gehalten und es eingezogen ? — kurz, 
der Streit darüber wurde zum Besten unseres Stiftes geendet , indem Herzog 
Heinrich den Edlen de Huntisheim delegirte, das Gut dem Stifte zu überant- 
worten, welchen Auftrag Hermann dann bei feierlicher Gelegenheit, am Feste 
Maria-Reinigung, d. i. 2. Februar, vor vielen Zeugen und zahlreich versammeltem 
Volke y vermuthlich in der Stiftskirche zu Göttweig vollführte. 

Da es am Schlüsse der Tradition heisst: Acta sunt hec . . . MOL VI indic- 
tione y, so dürfte die Delegation zu Ende des Jahres 1156, die eigentliche Über- 
gabe aber am 2. Februar 1157 stattgefunden haben, indem die angegebene 
Indictio V, dem Zeiträume vom 24. Sept. 1156 bis 24. Sept. 1157 entspricht. 

CCCLXXIV. 

Engilhertus aUegraue, Hallgraf zu Wasserburg am Inn, in Ober-Baiern. 
vermählt mit Hedwig, der Erbtochter Dietrich's, Grafen von Formbach, Vich- 
tenstein und Krizanstein (Kreutzenstein in Österreich , U. M. B.) , welche ihm 
zwei Söhne gebar: Gebhard und Dietrich. Ersterer begab sich im J. 1169 
mit seiner Mutter in das Augustiner Chorherrnstift Reichersberg am Inn, wo 
sich auch zwei Töchter der Grafin Hedwig und Schwestern Gebhard*s 
befanden, und beschloss daselbst sein Leben, im Jahre 1180. Der jüngere 
Bruder Dietrich, Graf von Vichtenstein , Wasserburg, Krizanstein, geboren 
circa 1125, pflanzte den Stamm fort. (Siehe das Geschlechtsschema in den 
Babenberger Regesten, S. 217, und Joseph Moriz, kurze Geschichte u. s. w., 
S. 153.) 

Liutoldus comes, de PlaieUy der I. dieses Namens, gestorben 1164, 
23. Jänner. (Filz, loc. cit. I, S. 214—221.) 

Walchun de clhamme, derselbe, welcher in Nr.CCCLXl mit dem Zunamen 
de machlant vorkommt, und ein Bruder Otto*s und Pertolfs war. (Siehe 
Nr. CCCL.) Nach seiner Vermählung mit Beatrix, der älteren Tochter Wi- 
gand*s von Klamm, nannte sich Walchun von dieser Burg, in der Nahe 
von Baumgärtenberg und Grein im Mühlkreise ob der Enns, gewöhnlich de 
Clamme (Klam, Chlamb), Archiv 1854, XII, I. Hft., S. 57-62. 

Otto de rechperge steht hier so tief unter den Zeugen und Ministerialen, 
dass man zweifeln muss , ob er derselbe sei , welcher in einer Urkunde Herzog 
Heinrich's IL fQr das Kloster Admont, vom Jahre 1169, nhomo Über et nohüü** 






246 

genannt wird (Regesten, S. 48> J^r. 71) und somit dem Tornebmen und reich- 
begüterten Gescblechte der Herren von Recbberg angehörte oder nur als 
Burgmann derselben, in Rechberg hinter Krems hauste? (Hormayr's Arehiv, 
1828, XIX, S. 613-614.) 

CCCLXXV. 

Ekkikardus de timua, vonTirnau (Thfirnau), bei Drosendorf, 0. M. B., 
nahe der mfihrischen Grenze. 

Odenprunne, wie Maxim. Fischer nach den alten Urbarien des Stiftes Klo- 
sterneuburg angibt soll dieser Ort im Amte Meissau, gegen Möhlbach und Strass 
hin , einst gelegen haben und so wie das benachbarte Dietrichstock zu Grunde 
gegangen sein. (Arehi? für Kunde dsterr. Geschichtsquellen, 1849, II. Jahrg., 
I. Bd., I. Hft., S. 117 und 100.) Nach Schweickhardfs Darstellung des Erzher- 
^ogthums Österreich unter der Enns, V. U.M., VII, S. 104, sollen die Bezirke der 
iSngst verödeten Ortschaften Odenbrunn, Rothdirdrichstock und Eisenharts- 
dorf zur Herrschaft Thfirnthal gehört haben. 

CCCLXXVII. 

Chunigunda de winehelf die Gemahlin P o p p o*s , opferte zum Seelenheile 
ihrer Mutter Benedicta, welche in Göttweig begraben wurde, zwei Weingärten 
zu Draiskirchen. U. W. W. Ortlieb, der Bruder Chunigundens, eio 
Ministerial der Grafen von Plaien , gab später seine Einwilligung und Bestäti- 
gung dazu. 

Die Herren von Winkel waren Ministerialen der Landesfürsten Österreichs 
und erscheinen oftmals in den Babenberger Regesten , im Zwetler Stiftungen- 
buche und auch im Klosterneuburger Saalbuche. P o p p o zuerst um das 
Jahr 1156. flanthaler spricht ausführlicher von ihnen im Recens. II , 360. Ihr 
Stammschloss war im jetzigen Dorfe Winkel, zwischen Kirchberg am Wagram 
und der Donau. U. M. B. 

CCCLXXIX. 

HartwiciM, gewiss derselbe Passauer Ministerial, dessen bedeutende Schen- 
kung an unser Gotteshaus um das Jahr 1180, bereits in Nr. OCX LH angeführt 
wurde. 



247 



Diplomatischer Anhang. 



248 



Als Anhang zum yorausgehenden Saalbuche folgen hier nachträglich 
die ältesten wichtigeren Urkunden des Stiftes Göttweig (v. J. 1083 
bis 1300). Von den meisten sind die Originale im hiesigen Archiye 
noch erhalten, einige finden sich aber nur in einem Copialbuche, 
welches Abt Wolfgang IL im Jahre 1447 verfertigen liess. Dieser 
sogen^innte y^Codea; Privilegiorum*^ enthält auf 380 Pergamentblät- 
tern in Folio über SOO, das Stift betreffende Documente und Acten- 
stücke in zweckmässiger Ordnung und ziemlich genauen Abschriften 
von Einer Hand, mit einigen späteren Zusätzen. 

Die hier mitgetheilten Urkunden sind dem Texte nach möglichst 
getreu und vollständig; nur hinsichtlich der oft mangelhaften Auf- 
schriften und beigefligten Noten muss der noch wenig geübte Heraus- 
geber die sachverständigen Leser und Kritiker um gütige Nachsicht 
und allfällige belehrende Zurechtweisung bitten. 



249 



I. 

1083. 9. September. — Altmann, Bischof von Passau und Legat des apostol. 

Stuhles, stellt för das von ihm gegründete und geweihte Gotteshaus auf dem 

Göttweiger Berge den Stiftungs- und Dotationshrief aus. 

[Original.] 

Cunctis sancte matris ecclesie filiis innotescat, qualiter ego 
Altmanntcs dei gratia patauiensis ecclesie episcopus et aposto- 
liee sedis legatus diuina inspirante dementia in monte Kot- 
wigerm monasterium in bonore sancti dei genitricis Marie construens 
et anno ab incarnatione domini MilP. LXXX^'.IIP. dedicans, tradidi 
super altare ex reditibus meis parroebias, predia, beneficia, decima- 
tionesy uineas, sub presentia comitis Odalrici de Ratilenperge, ipsius 
tunc loci aduocati, et Hermanni comitis, fratris ipsius Odalrici, 
et aliorum plurimorum nobiUum. Ipsas uero parrocbias fratribus ipsius 
loci prouidendas commisi et ob spem retributionis eterne ecclesiastica 
auctoritate et episcopali banno confirmaui, et ne quisquam ex eis ali- 
quid infringere presumat uel imminuere audeat, sigilli mei impressione 
signaui. Hec ergo sunt predia que ego Altmanntis patauiensis 
episcopus et apostolice sedis legatus predicto monasterio con- 
tradidi et canonica auctoritate et sigilli mei impressione in perpe- 
taum stabiliui. Parrocbiam ad mutarin cum omnibus appendiciis suis 
excepta parte decimationis que pertinet ad s. Nykolaum. Huius par- 
rochie terminus est de Chlebidorf per directum ad Tiurgidin, de 
Tiurgidin ad Chufarin in fontem inibi manantem, inde recta uia per 
Eginindorf in flaednize, de flaedniza usque Tiemindorf^ inde ad 
Scoingin usque ad uillam Ekkebrehtesperch , et sie per unam 
curtem eiusdem uillule usque Karlistetin in fontem illic prope ascen- 
dentem, inde uersus siluam usque ad Chirchperch, de chirchperge in 
poginpach, de poginpach in fisilpach, de fisilpach in pigartin- 



250 

pack, de pigartinpach usque in Achispacht et de Achispach in 
danubium^ sicque per danubium usque ad predietam uillulaui chJe- 
bidorf, unde idem terminus exurgit. Capellam etiam s. Margarete ad 
Mtäarin cum dote ad eam pertinente , et murale infra quod capella 
s. Agapiti habetur. Parroehiam Mtdibach cum omnibus appendiciis 
suis. Huius terminus est a ponte qui uocatur Ziunza cum uillula que 
proxima est Straza nomine, et inde descendit usque Gerrichestale, 
inde ad uiam cui nomen est Plechuntirwech, inde Wirintindorf^ hinc 
a porta Gnannelines predia liberorum recta linea usque Perhartis- 
stich, inde usque Tichmannes^ dehinc rursum supra Habichispcush, 
de habichispach ad pontem in primis nominatum ziunza. Parroehiam 
ad Naliub cum ecclesia ad Pfaffendorf, et dote earundem ecelesiarum 
et decimatione uillarum ad easdem ecclesias pertinentium , quas nobi- 
lis uir WolfkeruSy ut ipse ab episcopatu habuerat, cenobio tradidit in 
proprium ius ea conditione, ut ab ipsis in diuino seruicio prouidean- 
tur et fratrum utilitati oullatenus auferantur. Decimationem quoque 
ad ertpurch. Parroehiam ad s. Petronellam cum dote et ecciesiam ad 
Houilin cum dote et ecelesiarum ipsarum termino antiquitus pre- 
finito, cum decimatione de omni beneficio Deipoldi marchionis iofira 
Yischaha et Liiaha posito, ex omnibus uillis pertinentibus ad eccle- 
sias Heimburch, ^.Petronellam, Houilin, Aschirichesprucca, eultis 
et postmodum colendis, quibus primo a me inuestita est hec ecclesia, 
et decimationem de Haselawa et de Diuptal, que infra terminum sunt 
s. Petronelle. Et ultra danubium liubmannesdorf et Wizilinesdorf 
tres mansus , quos dominus Sighardus aquilegiensis patriarcha mihi 
in concambium tradidit et decimationem de eisdem uillis. Par- 
roehiam ad Chiuliup cum omnibus appendiciis suis, cuius terminus 
uersus occidentem inter allodium marchionis Leopaldi et quorun- 
dam nobilium descendens a montanis in cebirmar, inde ^ASmidibach, 
inde uadit sceit ad uillam Heimonis^ dehinc ad moissinpaeh, quem 
descendit ad riuum Huriwin et hinc usque ad syrniccha, quem 
descendit ad Eadwanesbach, et hinc asceudit usque ad tumulum qui 
excreuit super wagreim, inde eandem altitudinem uadit ad capot 
Edilize, inde ad proximum montem qui pertinetadiTou^^tof. Hioc des- 
cendit iuxta Chrebizpach in pielaha, quem transit recto limite ad 
Sdntlecca inter duo allodia marchionis Otachari et Piligrimi 
inde recta linea ad Richinsceit, deinde ad caput pielaha, inde per, 
altitudinem montanam transit super Steinberch et de steinberch inter 



f 



251 



allodia marchionis Leopaldi et quorundam nobilium reuertitur in 
riuum cebirmar. Ad hanc parrochiam pertinet etiam Houestetin et 
Maurach. Parrochiam ad Pirchaha cum omnibus appendiciis suis, 
que habet terminum uersns occidentem tresimam fluuium ab ortu 
sno usque ad uillam s. Yppolüit deinde uiam septentrionalem que 
ducit de s. Yppolüo ad Mehtyris per uillam Wagreim et per siluam, 
que ttocatur Vorahach, deinde ad uillam que vocatur Sibinhirtin, 
deinde inter duo allodia Williberti et WaUonis in uillam Tiurin; 
uersus orientem Persniccham ab ortu suo usque ad uillam Tiurin; 
uersus australem partem semitam, qiie uocatur Pechstich inter confinia 
allodiorum marchionis^ Haderici et Rudolfi, et ita uersus carin- 
ihiam. Quicquid infra hos terminos est culti et inculti ad parrochiam 
Pirchaha pertinet. Ad muiarin Azilinum et alium Azilinum, Gern- 
mundnm cum beneficiis suis. Ibidem beneficium Ekkerici cum manci- 
piis et omnibus appendiciis suis excepto dimidio mansu. Brunnin de 
beneficio eiusdem Ekkerici cum mancipiis et omnibus appendiciis 
suis. Huntisheim Rudmnum cum beneficiis suis. Chellergnannin 
uineam I. cum uinitore et omnibus appendiciis suis. Rutkeresdorf 
uineas III. et dimidiam cum uinitore (? vinitoribus) et omnibus appen- 
diciis suis. Villam PaUa excepto mansu uno. Horginpach excepto 
mansu uno cum mancipiis et omnibus appendiciis suis. Talarin cum 
uineis et uinitore et omnibus appendiciis suis. Vurta cum mancipiis 
et omnibus appendiciis suis, et siluam que adiacet monti cuius ter- 
minus est riuus paUa^ sursum usque in Chrumbilbach, abhinc usque 
ad confinium salzburgensis predii et marchionis. Chrucistetin 
cum uineis et uinitore et omnibus appendiciis suis. Echindorf cum 
mancipiis et omnibus appendiciis suis. Pumannisdorf cum manci- 
piis et omnibus appendiciis suis. Nuzdorf uineas III. Anzindorf 
uineas II. Imizinesdorf uineam I. Ratoldisdorf cum omnibus appen- 
diciis suis/ Ad s. Yppoütum partem decimationum et mansum I. cum 
omnibus appendiciis suis. Et in alia ripa Treisim uersus wagreim 
molendinum cum appendiciis suis et II loca molendini. Staudratisdorf 
mansum I. Pechsutilin cum omnibus appendiciis suis. Scauwingin 
cum mancipiis et omnibus appendiciis suis. Blindindorf mansum 
unum. Piscoluesdotf mansus IIII'''. Honberch cum omnibus appendi- 
ciis suis et quidquid inter duas Persnikhas cultum et incultum epis- 
copalis iuris iacet, excepto censu de publica uia. Chunihohstetin 
uineas V et dimidiam. Zeizinmura beneficium Reginoldi. Gukkin- 



252 

£i{or/* uineas IL cum omnibus appendiciis suis. Chirlingin mansum I. et 
uineam I. Viscahmundi mansum I. Jjft^ndecimationem. Studaha man- 
sus X. Aschaha uineas 11^. Hunüperch mansum I. Halla curtale I. 
et sartaginem I. Ad Steint beneficium PmKm. In parroehia Chremisi 
dimidiam decimationem uini, que tunc ibi fuit uel deineeps peruenerit. 
Teimindorf et Hunindorf decimationem. Ramuoldespach decimatio- 
nem et mansum I. Frowindorf decimationem et mansum I. Gogin- 
i^or/* mansum I. Chetsi decimationem. Heizimannisdorf mdmaus IIIL 
iS^ranm^for/* decimationem et mansus II. Zeinarin mansus II. et cur- 
talia VIII. Boreisdorf mansum L* liberalem. Porzindorf mansus IDI. 
Gansarueldi decimationem. Egizinesdorf mansus III. Hagininbrun- 
nin mansum unum. Mancipia de matkowa , quibus Pero camerarius 
preerat. Mancipia Eigilberti arcbypresbiteri. Hec omnia ego Altmannm 
dei gratia patauiensis episcopus et apostolice sedis legatus Kotwi- 
gemi monasterio canonica auctoritate et sigilli mei impressione con- 
firmo* Si quis igitur diuini examinis oblitus quicquam herum immi- 
nuere uel infringere temptauerit, iudicio sancti spiritus decerni- 
mus eum anathematis uinculo esse obligatum, ac nisi cito resipuerit, 
diuini examinatione iudicii perpetuo dampnatum. Amen. 

Data anno ab incarnatione domini Mil^. LXXX^.IIP. indictione 
VI V. Idus Septembris 

[Loco Sigilli impressi.] 

Dieser Stiftungsbrief ist bereits abgedruckt, aber nicht ganz correct, im 
Urkundenbuche zur Geschichte Wien*s, I. Jahrg. 1823, 1. Bd., III. Hft., S. 7—15, 
mit einigen vom Herausgeber, Freih. v. Hormayr hinzugefugten Bemerkungen. 
Das sorgfältig erhaltene Original ist auf einem grossen, festen Pergamentbiatte 
geschrieben , das nach der ganzen Breite mit schwachgefärbten Linien durch- 
zogen und am unteren Rande etwas eingeschlagen ist. Die Schriftzüge sind 
durchaus gleichförmig, auch auf der ersten Zeile. Nur das C des ersten Wortes 
(zugleich Chrismon) und einige P in der Mitte (um die Hauptstellen anzuzeigen) 
sind grossere Capitalbuchstaben. Die Datirung steht tief unter dem Texte. 

Das gut erhaltene, dunkelbraune Wachssiegel ist am unteren Rande in der 
Mitte aufgedruckt und mittelst einer kreuzweise durchzogenen Pergamentschleife 
befestiget. Es hat %^/^ Zoll im innern Durchmesser und zeigt das Brustbild des 
Bischofs im faltigen Gewände. Sein Haupt ist mit einer sehr niedrigen , oben 
abgerundeten und etwas eingebogenen Mitra bedeckt ; in der rechten Hand hilt 
er den einfachen Pastoralstab einwärts gekehrt, die linke legt er an das HerL 
Die Umschrift zwischen zwei einfachen Linien ist deutlieh: ']- ALTMANNVS' 
PATAVIENSIS'EPS* mit Capitalbuchstaben , die E sind abgerundet. 

Ober die Echtheit unseres Stiftungsbriefes hat in neuester Zeit Herr Jod. 
Stülz, reg. Chorherr von St. Florian, k. k. Reichshistoriograph und wirk!. 



253 

Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften, in seiner so werthyollen und 
interessanten Abhandlung: „das Leben des Bischofes Altmann von 
Passau<< (lY. Bd. der Denkschriften der phil.-hist. Classe der kais. Akademie 
der Wissenschaften in Wien, 1853, Separatabdruck, S. 15, Note), ein compe- 
tentes Urtheil geäussert, indem er sagt: „Überhaupt möchten wir bezwei- 
feln, ob ausser der Urkunde von Göttweig auch nur eine ein- 
zige echte Urkunde Altmann*s vorhanden sei.^ (Ober Bischof Alt- 
mann*s Urkunden überhaupt siehe Hormayr's Archiv für Geographie , Historie 
u. s. w., IX. Jahrg. 1818, S. 258 u. s. w. — Geschichte Wiens, 1823, II. Bd., 
I. Hft., Urkundenbuch S. 7 — 13. — Ferner Archiv für Kunde österr. Geschichts- 
quellen, n. Jahrg. 1849, IL Bd., IL Hft, S. 270 u. s. w.) 

Die im Stiftungsbriefe angeführten Dotationsgüter sind in den voraus- 
gehenden Erläuterungen zum Saalbuche bereits erklärt und so viel als möglich 
erörtert. 

IL 

1096 , circa. — Sigiboto von Bornheim schenkt mit Erlaubniss seines Lehens- 
herrn Bischof Hermann*s von Augsburg, durch die Hand seiner Söhne zwei Lehen 
bei Ertpurch zum Altare der h. Maria in Göttweig, mit der Bedingung, dass dort 
eine Kirche erbaut und das Gut selbst keinem Anderen verliehen werde. Bischof 
Ulrich von Passau gibt dazu den ihm gebührenden Zehentantheil und bestätiget 

die ganze Schenkung. 

[Original.] 

Nouerit omnium Christi fidelium tarn presens etas quam succes- 
sura posteritas, qualiter quidam nomine Sigiboto de bornheim ^ 
cum licentia domini sui Herimanni augustensis episcopi et manu 
ac consensu filiorum suorum duo beneficia apud ertpurch ^) cum omni 
decimatione que in eodem loeo de suo predio culto et inculto proue- 
nerit, ad altare S. Marie deo hie famulantibus contradidit, ea eon- 
ditione, ut ecelesia ibi ab abbate et a fratribus construatur, et si pre- 
sens abbas uel quispiam eins successorum aliquid inde alieui extraneo 
prestiterit proximus eius heres in suum ius retrahendi habeat potesta- 
tem. Huius traditionis testes isti per aurem sunt adtracti. Ärnolt^ 
Beginpoto, Sigiboto^} filii ejus, Nantker, item alius Nantker, 
Chadalhoch. Simili modo domnus Odalricus patauiensis episeopus 
de eadem decimatione quod sui iuris erat ad idem altare con- 
tradidit, in presentia militum ac ministerialium suorum, Hartwici, Pil" 
grimi, Dietrici, Meginkardi, Born, et aliorum. Quas utrasque dona- 
tiones idem episeopus auctoritate sua et banno atque sigilii sui impres- 
sione confirmauit, ut si quis hanc traditionem uiolare temptauerit, a 



254 

corpore et sanguine Christi se sciat segregatum acanathematis uineulo 
perpetualiter obligatum. 

[Logo Sigilli impressi.] 

Das Siegel ist ganz abgefallen , aber die Spur desselben auf der Urkunde 
deutlieh sichtbar. 

i. 2, 3) Vgl. die Tradition Nr. CCCLX im Saalbuche. 

in. 

1096. — Bischof Ulrich I. von Passau beurkundet, dass er auf Verlangen der 
Klosterbrüder in Göttweig den von seinem Vorfahrer Bischof Altmann zu Ehren 
der heil. Jungfrau Maria geweihten Altar an einen passenderen Platz versetzt 
und an demselben Tage , wie früher (9. Sept.) , von Neuem geweiht habe. 
Zugleich bestStiget er alle Besitzungen des Stiftes in Gegenwart des Schirm- 
vogtes Ulrich, Grafen von Rateinberg. 
[Original.] 

Notum sit Omnibus sancte matris ecclesie filiis tarn presentibus 
quam post futuris, qualiter ego Odalricus dei gratia patauiensis 
ecclesie episcopus altare a uenerabili predeeessore meo Attmanno 
episcopo in honore sancte et perpetue uirginis Marie dedieatum 
rogatu fratrum istius cenobii Kothwigensis confregi et in loco, 
quo Ulis competentius uisum est transpositum anno ab incarnatione 
domini MilP. XC^ VP. eodem die quo et prius fuerat consecratum 
dedicaui. Sed et omnia que isdem bone memorie predecessor mens 
ex reditibus suis in prediis, beneficiis» decimationibus, et uineis 
ad idem altare tradiderat sub presentia aduocati ipsius loci Odalridf 
et tunc adstantis ecclesie testimonio, episcopali banno et ecclesiastiea 
auctoritate confirmaui, iratribus in hoc loco dei genitrici seruientibns 
in usum. Hec sunt ergo predia, que felicis memorie AUmannus 
patauiensis episcopus super altare S. Marie tradidit» que et ego 
Ödalricm dei gratia eiusdem sedis minister indignus, ob merce- 
dem eterne uite canonica auctoritate et sigilli mei inpressione in per- 
petuum stabiliui. Parrochiam Muttarin, cum capella et dote et 
cum Omnibus appendiciis suis, excepto parte decimationis que perti- 
net ad s. Nicolaum. Parrochiam Mulibach cum appendiciis suis. 
Parrochiam Pirchaha cum appendiciis suis. Parrochiam Chuliub 
que est constructa in manso quem Richiza dedit, ad quam decimatio- 
nem terminauit Houistetin et Mauraha. Ad Muttarin Äzilinum et 
alium Äzilinum. Gemmundum cum beneficiis suis. Ibidem beneficium 
Ekkirici cum mancipiis et omnibus appendiciis suis excepto dimidio 



255 

manso. Brunnin de beneficio eiusdem Ekkirici, cum mancipiis et 
Omnibus appendiciis suis. Huntiaheim Budwinum cum benefieiis suis. 
Chelürgnannin viueam 1. cum uinitore et omnibus appendiciis suis. 
Rutkerisdoffyine^s III. et dimidiam cum yinitore et omnibus appen- 
diciis suis. Villam PaUa excepto manso I. Horginbach excepto manso 
I. cum maqcipiis et omnibus appendiciis suis. Talaran cum yineis et 
yinitore et omnibus appendiciis suis. Vurta cum mancipiis et omnibus 
appendiciis suis et silua que adiacet monti , cuius terminus est riuus 
paUa» sursum usque in Chrvmbilbach abbinc usque ad confinium 
salzburgensis predii et marchionis. Chrucisietin cum yineis et yini- 
tore et omnibus appendiciis suis. Echindorf cum mancipiis et 
omnibus appendiciis suis. Pumannisdorf cum mancipiis et omnibus 
appendiciis suis. Nuzdorf yineas III. Anzindorf yineas 11. Imizinis- 
dorf yineam I. Batoldisdorf cum omnibus appendiciis suis. Ad S. 
ypolüum partem decimationis et mansura I. cum omnibus appendiciis 
suis. Et in alia ripa Tremm yersus Wagrein molendinum cum appen- 
diciis suis et ir loca molendini. Staudratisdorf m'AHSum I. ^echsutilin 
cum omnibus appendiciis suis. Scauwingin cum mancipiis et omnibus 
appendiciis suis. Blindindorf mansum I. Piscoluisdorf mansos IUI. 
Houberch cum omnibus appendiciis suis et quidquid inter duas Pera- 
nikhas cultum et incultum episcopalis iuris iacet, excepto censu de 
publica uia. Chunihohstetin yineas Y et dimidiam. Zeizinmura bene- 
ficium Beginoldi. Gukkingin yineas II. cum omnibus appendiciis suis. 
Chirchlingin mansum I. et yineam I. Viscahmundi mansum I. Muri 
decimationem. Ad S. Petronellam ecclesiam cum decimatione, ad 
Heiminburchy Aschrichisprucca, Houilin et de ceteris uillis, que 
pertinent ad predium Dietpoldi marcbionis decimationem. Studaha 
mansos X. Aschaha yineas 11. Hunisberg mansum I. Halla curtale I. 
Sartago I. Ad Steini beneficium Pezilinu In Parrochia chremisi 
dimidiam decimationem yini que tunc ibi fuit, uel deinceps peruenerit. 
Tiemindorf et Hunindorf decimationem. Ramuoldispach decimatio- 
nem et mansum I. Froindorf decimationem et mansum I. Gogindorf 
mansum I. Cheisi decimationem. Heizimannisdorf mansos IUI. Stra- 
neisdorf decimationem et mansos II. Zeinarin mansos II. et curtalia 
VIII. Boreisdorf Tmnsnm I. liberalem. Pomwrfor/* mansos IUI. Gan- 
sarveldi decimationem. Egizinisdorf mansos III. Hagninbrunnin 
mansum I. Mancipia de matkowa quibus Pero camerarius preerat. 
Mancipia Eigilberti arcbipresbiteri. Et ecclesiam apud Naliub 



256 

com dote et decimatione et omnibus ad eam pertinentibus, sicut Wolf- 
kerus habuerat , et decimationem ad Erthpurch quam Sigiboto de 
bornheim ^ io presentia militum meorum mihi reddidit, ego Odal- 
ricus dei gratia episcopus huie loeo dei genitrieis confirmo. Si quis 
igitur diuini examinis oblitus quicquam horum presumpserit iofiriii- 
gere, iudicio spiritus saneti decernimus eum anathematis uinculo obli- 
gatum esse, ac ueluti diuine et humane legis preuaricator» hie et in 
futuro duplici damnatione punietur, 

[Loco sigiUi impressi.] 

Das aufgedrückte Siegel des Bischofs ist viel schöner als das io Pbiii- 
berti Hueber, Austria ex Archiv. Mellicens. illustr. 1722, Tab. X, Nr. 3 
abgebildete. 

1) Siehe die vorausgehende Urkunde. 

IV. 

1099, circa. — Bischof Ulrich I. von Passau sichert dem Stifte Göttweig den 
Besitz der Pfarre Külb mit allen Rechten und Einkünften, und insbesonders 
dem Zehente, gegen die Eingriffe der innerhalb der Pfarrgrenzen wohnhaften 

Gutsbesitzer. 
[Original.] 

Notum sit omnibus Christi fidelibus, quaiiter ego Odalricm 
dei gratia patauiensis ecciesie episcopus parrochiam ad Chu- 
liub cum antiquitus prefixis terminis eins, quam pie memorie epis- 
copus Altmannus super altare S. Marie in monte Kotwigensi dele- 
gauit, et prouidendam fratribus eiusdem loci commisit, ob spem 
eterne mercedis ecciesiastica auctoritate confirmaui et ne quisquam 
eorum, quorum predia infra eundem terminum iacent, aliquid ex eis 
infringere aut immutare audeat, uel imminuere ualeat, sigilli mei 
inpressione signaui. Hie est ergo terminus eiusdem parrochie uersus 
occidentem etc. • • * Quidquid infra hec cuiti et inculti iaeet ad 
Parrochiam Chuliub pertinet. Si quis igitur ex huius termini decima- 
tione quam Altmannus pie memorie, et ego Odalricm dei gratia epis- 
copus S. Marie et fratribus deo in Kotwigensi loco militantibus con- 
tulimus et tirmauimus, aliquid abstulerit, inminuere uel infringere 
temptauerit, uinculo sit anathematis obligatus, ac nisi cito resipuerit, 
diuini iudicii examinatione sit perpetuo dampnatus. 

[Loco Sigilli impressi.] ^) 

1) Folgt die Grenzbeschreibung der Pfarre Külb, ganz nach dem Wortlaute 
des Stiftungsbriefes. (Yergl. Saalbuch Nr. X.) 

2) Das aufgedrückte Siegel Bischof Ulrich*s ist sehr gut erhalten. 



257 



V. 

1099. 3. April. Rom, im Lateran. — Papst Urban IL nimmt auf die Bitte 
des Abtes Hartmann das Kloster Göttweig mit Allem, was dazu gehört, in 
Schutz und Schirm des apostolischen Stuhles ; bestätiget demselben alle bis- 
herigen Besitzungen und ferneren rechtmässigen Erwerbungen, untersagt jede 
Beunruhigung, Beraubung oder Belästigung des Gotteshauses ; verbietet dem 
Bischöfe und Abte das Weggeben der Stiftsgüter ohne Einwilligung der 
besseren Bruder; gestattet, dass Alle, die es verlangen, da begraben werden 
können, ausgenommen die Excommunicirten; erlaubt die Aufnahme von Laien 
und Weltgei^tlichen ins Kloster; verordnet nach dem Hinscheiden des jeweiligen 
Abtes eine freie, ungehinderte Wahl durch die Stiftsmitglieder, gemäss der 
Regel des h. Benedict; droht Allen gegen diese Bestimmungen Handelnden 

mit Kirchenbann und ewigen Strafen u. s. w. 

[Original.] 

Vrbanus Epiacopus Servus Seruorum Dei Venerabili FÜio Hart- 
manno Goteguigensi Ahbaiti Evusque Successoribus Regulariter Pro- 
matiendü In Perpetuum. Pie postulatio uoluntatis eifectu debet pro-^ 
sequente coxnpleri, quatiaus et deuocionis sinceritas laudabiliter eni* 
tescat, et utilitas postulata uires indubitanter assumat. Quia igitur 
dileetio tua ad sedis apostolice portum confugiens, eius tuicionem 
deuoeione debita requisiuit, Nos supplicationi tue clementer annuimns 
et Goieguigense monasteriumy cni domino auetore presides, cum Omni- 
bus ad ipsum pertinentibus , sub tutelam apostolice sedis excipimus. 
Per presentis igitur priuilegii paginam apostolica auctoritate statuimus, 
ut quecunque hodie idem cenobium possidet, siue in futurum conces- 
sione pontificum , liberalitate principum , uel oblatione fidelium iuste 
atque canonice poterit adipisci , firma tibi tuisque successoribus et 
illibata permaneant. Decemimus ergo, ut nulli omnino hominum liceat 
idem monasterium temere perturbare, aut eius possessiones auferre, 
uel ablatas retinere, minuere, uel temerariis uexationibus fatigare, sed 
omnia Integra conseruentur, eorum pro quorum sustentatione et guber- 
natione concessa sunt usibus omnimodis profutura. Salua patauiensis 
episcopi canonica auctoritate, cui tarnen omnino non liceat exactionem 
aliquam uel consuetudinem, que regularium quieti noceat, irrogare. Nee 
episcopo autem, nee abbat! ipsi^ nee persone alicui facultas sit ceno- 
bii bona in feudum siue beneficium sine consensu meliorum fratrum per- 
Fontes. X. 17 



2S8 

soDis aliquibus dare^ yel modis aliis alienare. Sane sepulturam eiusdem 
loci omnino liberam esse decernimus, ut eorum qui illie sepeliri delibe- 
rauerint, deuotioni et extreme uoluntati» nisi forte excommanieati sint, 
nullus obsistat. Laieos siue elerieos seculares ad conaersionem suseipere, 
dqIüus episcopi uel prepositi contradictio uos inhibeat. Obeunte te 
nunc eins loci abbate, uel tuorum quolibet successorum nullus ibi quali- 
bei surreptionis astucia seu uiolencia preponatur, nisi quem fratres 
communi consensu uel fratrum pars consilii sanioris secundum dei 
timorem et beati Benedieti regulam elegerint. Si qua igitur ecclesi- 
astica secularisue persona hanc nostre constitutionis paginam sciens 
contra eam temere uenire temptauerit, secundo tercioue commonita 
si non satisfactione congrua emendauerit, potestatis honorisque sni 
dignitate careat, reamque se diuino iudicio existere de perpetrata ini- 
quitate cognoscat et a sacratissimo corpore ac sanguine dei et domini 
redemptoris nostri lesu Christi aliena fiat, atque in extreme examine 
districte ultioni subiaceat. Cunctis autem eidem loco iusta seraantibus 
sit pax domini noatri Jesu Christi , quatenus et tunc finictam bone 
actionis percipiant et aput districtum iudicem premia eterne pacis 
inueniant. Amen. Amen. Scriptum per roanum Peiri scriniarii sacri 
palatii. 

[Loco signi orbicularis cum . [Loco Monogrammatis 

cruce et eircumscriptione : (Nomen Papae deest') litteralis 

„Legimus. Firmauimus^.] „Bene Yalete^.] 

Datum lateranifer m^num Johannis Sancte romane ecciesie dia- 
coni cardinalis. III. NON. Aprilis^). Indictione VI*. Anno dominice 
iiicarnationis M''XCIX^ Pontificatus autem domini ürbani Secundi 
pape anno XP. 

An der gut erhaltenen Urkunde hängt die Bleibulle mit gelbrothen Seiden- 
föden. 

1) Urban ü. wurde gewählt 1088 am 12. MSrz; sein eilftes Pontificats- 
jahr war demnach am 12. M&rz 1099 schon geschlossen; er starb 1099 am 
29. Juli. 

2) Die Datirung steht tief am unteren Rande der Urkunde; der Tag: 
III. NON. auf kenntlich radirter Stelle. 



259 



VI. 

1105. 24. October. Rom, im Lateran. — Papst Pashai II. gew&hrt dem Abte 
Hartmann und den Klosterbrüdern tu GSttweig Gnade und Schutz; bestätiget 
des Stiftes Hab und Gut und bestimmt insbesonders , dass das Chrisma, das 
h. Öl, die Einweihung der Altare und Kirchen, die Ertheilung der h. Weihen 
für die zu ordinirenden Mönche von dem Di5cesan-Bischofe nachzusuchen sei, 
wenn er sich in apostolischer Gemeinschaft befindet, und dieses gern und 
ttoentgeltlich leisten will; widrigenfalls können sie sich zu was immer für 
einem katholischen Bischof begeben, um das Verlangte zu erhalten. 

[Original.] 

Paschalis Episcopm Seruus Seruorum Dei: Venerabili Filio 
Hartmanno Goteuuigensi Abbaut eiusque Successoribus Regulariter 
Pramotiendis Im Perpetuum. 

Austri terram inhabitantibus per prophetam dominus precipit 
cum panibus occurrere fugienti. Ideirco te fili leciissme Atimanne et 
fratres tuos de seeulo ad omnipoteatis dei seruitium auersos, et ad eius 
faciem festinantes gratanter excipimus, et per sancti spiritus gratiam 
sedis apostoliee munimine confouemus. Per presentis igitur priuilegii 
paginam apostolica auctoritate statuimus , ut quecunque hodie idem 
cenobium possidet etc.^ 

Crisma, oleum sanetum, eonsecrationes altarium siue basilicarum, 
ordinationes monachorum qui ad sacros fuerint ordines promouendi» 
ab episcopo in euius diocesi estis accipietis» siquidem gratiam atque 
eommunionem apostoliee sedis habuerit, et si ea gratis ac sine pravi- 
täte uoluerit exhibere. Alioquin liceat uobis catholieum quem malue- 
ritis adire antistitem, et ab eo consecrationum sacramenta suscipere. 
qui apostoliee sedis fultus auctoritate, que postulatur (sie) indulgeat. 
Nee episcopo autem nee abbat! ipsi nee persone alicui facultas sit 
cenobii bona in feudum. ... etc* ^) 

Scriptum per manum Rameri scriniarii Regionarii, et notarii 

sacri palatii. 

Ego Paschalis Catholice Ecciesie Ep. ss. 

[Loc. Crucis, — „Verbo 
Domini celi firmati sunt«] [Monogramma l.tterale.] 

Datum htterani per manum Johannis See. R. ecciesie diaconi 
cardinalis. IX. Kalendas Novembris. Indictione XIII. Incarnationis domi- 
nice anno M'^CV''. Pontificatus domini Paschalis secundi pape VI\>). 

17* 



260 

Gewöhnliche Bleibulle an Seidenföden. 

1, 2) Von da ist der Inhalt der vorhergehenden Bulle wortlich wieder- 
holt, und nur die Anordnung in Betreff der h. Öle und Weihen eingeschaltet. 

3) Paschal IL im Jahre 1099, 13. August gewählt, am folgenden Tage 
geweiht; sein VI. Pontificatsjahr war demnach schon am 13. August 1105 
beendet. 

VIL 

1108, 6. September. Talll. — König Heinrich V. schenkt auf Verwendung UdalricliB 
Bischofs von Passau, dann seiner Schwester Agnes, ihres Gemahls Leopold III. 
(IV. des Heiligen) , Markgrafen von Österreich und des Herzogs Weif (von 
Baiern) zum Altare der h. Maria in Göttweig die Insel Mutheimerwe rt, 
und bestätiget zugleich alle früher dahin gemachten Schenkungen des seligen 

Bischofs Altmann und der übrigen Gläubigen. 

[Original.] 

C. In Nomine Sande et Individue TrinitoHs, Heinricug, 
Divina Favente Clemefäia^ Quintus^ Romanorum Sex. Notum sit 
Omnibus Christi nostrisque fidelibus, tarn futuris quam presentibas, 
qualiter ego Heinrictis rex romanorum ob remedium anime nostre ac 
parentum nostrorum, et ob peticionem principum nostrorum^ Tideli- 
cet Odalrici pataniensis episcopi, ac sororis nostre Agneüs et mariti 
eius Luitpoldi marehionis et ducis Welfonis tradidimus ad aitare 
sanete Marie in chotiuuige, insulam que uulgo dicitur Miäheimer- 
uuerth 9 rogante hoc etiam Adalberio ^) cuius hec erat beneficium, 
cum omni utilitate, cultis, incultis, siluis, riis, inuiis, pratis, pascais, 
molendinis , piscationibus, aqois, aquaruroque decursibus. Per istam 
itaque traditionem firmamus et stabilimus quicquid episcopns AUman- 
nii8 eiusdem loci primus fundator ad predictam ecclesiam dedit, seu 
quicunque alius fidelis cuiuscunque conditionis sioe ordinis, ex qua* 
cunque parte danubii. Hec autem sunt bona predicte ecclesie collata 
ab AUmanno episcopo, parrochia Mutaran cum oronibus appendiciis 
suis, excepta parte decimationis, que pertinet ad s. Nycolaym. Id 
eodem loco Azilinum et alium AziUnum. Cremundum com beneficiis 
suis. Ibidem beneficium Ekkirici cum mancipiis et omnibus appen- 
diciis suis, excepto dimidio manso. Prunne^ de beneficio eiusdem 
Ekkirici, cum mancipiis et omnibus appendiciis suis. HunHsheim 
Euduuinum cum beneficiis suis. CkeUergnammn vineam I. cum yini- 
tore et omnibus appendiciis suis. Roikeristorph Tineas III. et dimidiam 
cum vinitoribus et omnibus appendiciis suis. PaUa excepto manso I. 
Morginbachy excepto manso I, cum maueipiis et omnibus appendiciis 



261 

suis. Talaran cum aineis et vinitoribus et Omnibus appendiciis suis. 
Vurtä cum maocipiis et omnibus appendiciis suis et silua que adiacet 
monti, cuius terminus est riuus paUa sursum vsque in ChrumbUhacK 
abhinc usque ad confinium Sahburgensis predii et marchionis. Ckruci- 
gietin cum vineis et vinitoribus et omnibus appendiciis suis. Echin- 
dorph cum mancipiis et omnibus appendiciis sms. Pumannestorph cum 
niancipiis et omnibus appendiciis suis. Nuzdorph vineas EI. Änzan" 
dorph vineas II. Imizinütorph vineam I. Ratoluistorph cum omnibus 
appendiciis suis. Ad s. YppoUtum partem decimationis et mansum I. 
cum omnibus appendiciis suis. Et in alia ripa Treisim versus Wagrein 
molendinum cum appendiciis suis et II loca molendini. Stoidratistorph 
mansnm I. Pecsutilin cum omnibus appendiciis suis. Scauuingin cum 
mancipiis et omnibus appendiciis suis. Blindindorph mansum I. Pis- 
coluistarph mansos IIII. Houiberch cum omnibus appendiciis suis» et 
quicquid inter duas Persnich cultum et incultum episcopalis iuris 
iacet, excepto censu de publica via. Parrochia Pirchaha cum appen- 
diciis suis. Chünihohestetin vineas V. et dimidiam. Zeizinmura bene- 
ficium ReginoMi. Guggingin vineas IL cum omnibus appendiciis suis. 
Chirchlingin mansum I. et vineam I. Vischamundi mansum I. Muri 
decimationem. Heiminburch^ Aschrichisprucca, Houilin, et ad s. 
Petronellam^ et de ceteris uillis, que pertinent ad predium Dietpoldi 
marchionisy decimationem. Parrochia Choliup constructa in manso 
quem Richiza dedit, ad quam decimationem terminavit [in] Houistetin 
Moraha. Siudaha mansos X. Aschaha vineas II. Hunisberch mansum 
I. Halla curtale I et sartaginem I. Parrochia Mulipach cum omnibus 
appendiciis suis. Steint benefieium Pecilini, In Parrochia chremiai 
dimidiam decimationem vini. Tiemendorph et Hunindorph decima- 
tionem. Ramtwldespach decimationem et mansum I. Frouuindorph 
decimationem et mansum I. Gogindorph mansum I. Chetsi decima- 
tionem. Hezimannestorph mansos IIII. Straneistorph decimationem 
et mansos II. Zeinaran mansos II et curtalia YIII. Boreistorph man- 
sum I liberalem Porcindorph mansos IUI. Gansaraueld decimatio- 
nem. Ezinistorph mansos III. Hagninbrunnin mansum I. Mancipia de 
mcttkauua, quibus Pero camerarius preerat. Mancipia Egilberti Ärchi- 
presbiteri. Ista que secuntur ceteri fideles contulerunt. Flinspach cum 
silua et molendino et omnibus appendiciis suis. Eppinberch cum silua 
et vineis et pomariis et omnibus appendiciis suis. Lanzindorph cum 
mancipiis et vineis et omnibus appendiciis suis. Wischartisprucca cum 



262 

silua et mancipiis et ylneis et omnibus appendiciis suis, Potingin, 
Perhartiftorph, cum mancipiis et vineis et omnibus appendiciis suis. 
Pellindarph mansos IIIL liberales. JUüri vineas II. Walirichütorph 
mansos II. Hadarichisuuerth predium, quod Heiuricu» dedit. Lfuz- 
mannistorph mansos X regales, qnos comparauimus. Chrunnäa, 
mansum I. Zagahtreiphingin^ quod Eberhart dedit. Sulzbach, Tanna, 
quod Luükart dedit. Chrengilbach mansum I. Obizi, Humütal, Voraha 
et cetera noualia, que marchio dedit. Chotanas, et siluam quam Waldo 
dedit. Phigin predium, quod PiligrimuB dedit. Miris, Ckozifuhrph^ 
Gritsanas, Stanandorph cum omnibus appendiciis suis, que Heinricus 
et frater eins Otto dederuat. Temi predium quod Fridericus dedit. 
Tizizi predium, quod MahthiU dedit et cetera recte quesita. Sed ut 
he traditiones rate et inconuulse omni tempore permaneant, hanc car- 
tam impressione sigilli nostri insigniri iussirous. Hi sunt autem festes, 
qui uiderunt et audierunt. Episcopi Beginhardus halberstatensis. 
Walraban cizensis. Vto hiltensheimensis. Hartuicus ratisponensis. 
Eberhardus eistetensis. Dux Welfo. Marchio Liutpoldus. Harchio 
Dietpoldus, Otto comes ratisponensis. Herimannus comes. GotifH- 
dus comes de chalauuan. Wichbertus et Ludouuicus comites. 

Ego ÄdaJbertm cancellarius uice domini Rothardi moguntini 
Archicancellarii recognoui. 

Signum Domini Heinrici Quinti Regis Romanorum Inyic- 

tissimi. 

[Monogramma.] 

Actum est autem tulne, VIII. Idus Sept. Anno incarnationis domini 
M°. C*. VHP. Indictione XV. Anno vero regni eins IIP. feliciter in 
Christo. Amen. 

[Loco sigiUi impressi.] 

Das Siegel ist auf der Vorderseite der Urkunde aufgedruckt und rück- 
wärts durch einen Wachsklumpen befestiget ; siehe die Beschreibung desselben 
sammt Schriftprobe im Chronicon Gottwicense (Tegernsee 1732, impress. 
I. Tom. pag. 307). — Abgedruckt ist die Urkunde, aber sehr fehlerhaft, 
in Hormayr*8 Archiv für Geschichte, Statistik u. s. w. Jahrg. XIX. 1828. 
Seite 559 u. s. w. — Auszugsweise auch in den Regesten zur Geschichte 
der Markgrafen und Herzoge Österreichs aus dem Hause Babenberg, Ton 
Dr. Andreas von Meiller, Seite 11, Nr. 4, mit den Noten 91, 92, Seite 209. 

1, 2) Vergl. Nr. XCVIII und CCXLIV des Saalbuches. 



263 
VIII. 

1124, ciroa. — Reginmar, Bischof ron Passaii, bestätiget Alles was seine 
Vorgänger nach Göttweig gegeben haben, und fugt diesen älteren Schenkungen 
den Zehent von einigen neugepflanzten Weingärten in der Pfarre Krems hinzu. 

[Original.] 

Ne Yolubilitas et antiquitas temporum a memoria deleat postero- 
ram ego Reginmarus pataviensis ecciesie episcopus quiequid prede- 
eessor meus felieis memorie AUmanmis episcopus ex reditibus suis, 
beaeficiis, eeclesiis, decimationibus, yineis, villis, pratis^ pascuis, 
nemoribus, cultis et incultis kotuvigensi ecciesie tradidit, et successor 
eius Odalricus episcopus consensit et confirmauit, canonica auctori- 
tate coufirmavi et sigilli mei impressione renovari. Et ut in terra Tiven- 
tium partem cum eis haberem, decimationem quarundam yinearum in 
parrochia chremisi ^, post traditionem illam usque ad nostrum tempus 
plantatarum» prenominate ecciesie tradidi, et istius pagine testimonio 
confirmayi. Traditiones autem sunt he subscripte. Parrochia nmttarin. 
cum capella et dote et cum omnibüs appendiciis suis excepta parte 
deeimationis que pertinet ad sanctum Nicolaum. Parrochia Mulibahc 
cum appendiciis suis. Parrochia pirchahicum ecclesh michüpahc^y 
et cum appendiciis suis. Parrochia chulivb, que est constructa in manso, 
quem Richiza dedit, ad quam decimationem terminayit hovistetin et 
numrahi. Ad muttarin Acilinum et Acilinum alium. . . etc. >) 

Ecciesiam nalivb cum dote et parte deeimationis et omnibus ad 
eam pertinentibus sicut Wolßerus habuerat, et decimationem ad Ert- 
purh. Si quis has traditiones et nostram confirmationem infringere 
temptauerit, iudicio sancti spiritus sit anathematis iaculo perculsus. 

[Loc. Sigilli impr.] 
Das aufgedrückte bischöfliche Siegel ist ganz wohl erhalten. 
1) Vergleiche Saalbuch Nr. CCXXXVI. CCLXXIII. 
%) Siehe die nachfolgende Urkunde. 

3) Von hier weiter wiederholt sich der Inhalt der früheren bischöflichen 
Urkunden, nur unbedeutend in der Schreibart abweichend. 

IX. 

1124, circa. — Derselbe versichert den Klosterbrüdern den Besitz aller 

Pfarreien und Kirchen, die sie von den Bischöfen Altmann und Ulrich erhalten, 

und übergibt ihnen auch die neu errichtete Pfarre zuMiehelbach. 

[Original.] 

Notum sit eunctis sanete matris ecciesie filiis, qualiter ego Regln- 
marm dei gratia patauiensis ecciesie episcopus omnes parrochias cum 



264 

antiquitus prefixis terminis earum quas bone memorie AUmanma 
episcopus et post eum successor ipsius Odalriais super altare S. Marie 
in roonte Kofwigemi delegauerunt et prouidendas eas fratribus ipsius 
loci commiserunt, ob spem eterne mercedis ecelesiastica auctoritate 
confirmaui, et ne quisquam ex eis aliquid infringere audeat, uel inmi- 
nuere ualeat, sigilli mei impressione signaui. Hii sunt ergo termioi 
parroehiarum Kotwigensi cenobio traditarum. Parrochie terminus ad 
Mvtam de chlebidorf vqcX^l linea ad tuirgidin, de tuirgidin ad chufa- 
rin in fontem ibi manantem, inde recta uia per Eginindorf in flaidr 
nize, de flaidniza usque Tiemindorf, inde ad scoingin usque ad uillam 
Ekkibrethisperc dietam, et sie per unam curtem ipsius uillule usque 
ad Karlistetin in fontem inibi prope manantem, inde ascendit siluam 
usque ad chirchperc, de chirchperge in poginpach, de poginpach in 
fisilpach, de fisilpach in pigartinpach, de pigartinpach usque in 
Achispachf et deseendit de Achispach usque in danvbivm et sie per 
danubium usque ad predictam uillulam chlebidorf, unde idem terminus 
exurgit. Capellam S. Margarete ad MtUarin eum dote ad eam perti- 
nente, et murale in quo capella S. Agapiti. Mulibach parrochie ter- 
minus a ponte qui dicitur Ziünza, cum uillula que proxima est nomine 
straza, et inde deseendit usque Gerrichistal inde ad uiam que uoca- 
tur Plechuntirwech , inde wirindindorf, et inde a porta Gnannilinis 
predia liberorum recta linea usque Perehardesstich, et inde usque 
tichmannes, inde rursum super habichispacK et de habichispach ad 
pontem, in primis nominatum Ziunza, Parrochiam ad Naliub cum 
ecclesia ad Phaffindorf, et dote earundem ecclesiarum, et decimatione 
uillarum ad easdem ecciesias pertinentium, quas nobilis uir Wolfkerus 
ut ipse ab episcopio habuerat eidem cenobio tradidit in proprium ius, 
pro remedio anime sue, ea conditione, ut ab eis in dei seruicio proui- 
deatur, et de fratrum utilitate nullatenus auferatur. Parrochiam ad 
S, Petronellam cum dote, et eeclesiam ad Houilin cum dote et ipsa- 
rum ecclesiarum termino antiquitus prefinito, cum decimatione de omni 
beneficio Dietpoldi marchionis infra vischa et litaha positö, ex Omni- 
bus uillis pertinentibus ad ecciesias HeimpurcK Petronellam, Houi- 
lin, Äachiriaprucca cultis et postmodum colendis» quibus primo inue- 
stita est hec ecclesia a bone memorie AUmanno episcopo, et decima- 
tione de Hasalowa et de Diuptal, que infra terminum sunt S. Petro" 
nelle, et ultra danubium liubmannisdorf et Wtzilinisdorfirea mansus» 
qaos ' iominns Sigehardus aquilegensis patriarcha Domino AUmanno 



265 

episcopo in concambio tradidit, cum decimatione de eisdem nillis. 
Parroehie in loco, qui dicitur Chotam* apad Grie, terminus est de 
Chalchgrubi usque in obizarbach , de quo super Swarziperg usque 
ad quandam uillulam Narchonis que infra eundem terminum est, inde 
usque in amnem qui fuesiriz dicitur, deinde ad cuiusdam nobilia pre- 
dium Gerunc dicti pertinentis ad uicinam parroehiam Witin, inde ad 
quorundam predium Ottonis et Perhioldh marchionis Liudpoldi mini- 
sterialium, que sunt infra predicte parroehie terminum. Inde in amnem, 
qui 8cyi uoeatur, et omnem circumiacentem siluam cultam usque ad 
Caput riui minoris Chremise» de minori Chremisa usque ad maiorem 
Chremisam, uersus boemiam, siluam ultra chremisa positam, deinde 

iterum eandem siluam cultam et incultam usque ad cauum lapidem, qui 

■ 

lingua rustica Tiuveleschirche dicitur, et rursum quo minor chremisa 
maiorem chremisam influit terminatur. Parroehie ad Chulivb terminus 
uersus occidentem inter allodium marchionis Liudpoldi et quorundam 
nobilium descendens a montanis in cebirmar, inde ad smidibach, 
iuxta quem riuum ascendit ad uillam smidibacK inde uadit sceit ad 
uillam Heimonis, dehinc ad moisdnbach^ quem descendit ad riuum 
Huriwin, et hunc usque ad simicha, quem descendit ad radwanas- 
back, et hinc ascendit usque ad tumulum qui excreuit super wagrein^ 
inde eandem altitudinem uadit ad caput Edilize, inde ad proximum 
montem, qui pertinet ad Hovistat, Hinc descendit iuxta chrebizbach 
in pielaha, quem transit recto limite ad acintilecca^ inter duo allodia 
marchionis Otachari et Piligrimi, inde recta linea ad RichinaceiU 
deinde ad caput Pielaha, inde per altitudinem montanam transit super 
steinberchf et de steinberch inter allodia marchionis Liiidpoldi et 
quorundam nobilium reuertitur in riuum cebirmar. Quicquid infra hec 
iacet culti et inculti, ad ecciesiam Chuliub pertinet. Parrochia ad 
Pyricha terminum uersus occidentem Treisimam fiuuium ab ortu suo 
usque ad uillam s. ypoliti habet, et inde uiam septentrionalem que 
ducit de 8. ypolito ad mehtyris per uillan» wagrein, et per siluam que 
uoeatur vorahacK deinde ad uillam aibihiriin, deinde inter duo allodia 
WiUiberH et Walionis in uillam Tuirin. uersus orientem Persnicham 
ab ortu suo usque ad uillam tvirin, uersus australem partem semitam 
que uoeatur Pechstich inter confinia allodiorum Marchionis, Haderici 
et ßodolfi, et ita uersus carinthiam, quicquid infra hos terminos est 
culti et inculti, ad parroehiam Pyricha pertinebat. Ob cuius latitudi- 
nem necessitate ductus ego Reginmarus dei gratia patauiensis epis- 



266 



copus, ecciesiam in loco qui Michüpach >) dicitur construere feci, et 
a me ipso dedicataro cum termino eidem tunc ecciesie inibi prefinito 
fratribas ia loco Koiwicensi, deo et s. Marie seruientibas pro diaina 
remuneratione contradidi. Terminus autem eius Michüpach fluuius, 
hinc ascendit per Sceit, et transit in Cherspoimespach, quem iterum 
descendit in Goelssana fluuium , et hinc ascendit in hatttuA^ quem 
iterum ascendit ad caput halbach uersus carinthiam, et de ortn hol- 
buch per transuersum in australem partem quicquid culti et inculti 
iacet inter confinia ailodiorum RSdolfi et Haderid nobiiiam ac mar- 
chionis, per semitam que uocatur PechsHch^ uergit in orientem. Ut 
deinceps uero hec mea et omnis antecessorum meorum tFaditio rata 
permaneat et inconunlsa* sigilli mei hac obsignatione per me est 
stabilita. Insuper ad Mura^) est ecclesia S. Marie, cum omni sua 
ibidem et ad vraprinc dote et decimatione ex predio inibi sito Nobi- 
lium EkkeberH, Dietrid, Odalrici et Herimanni fratrum absque dini- 
sione. Si quis igitur ex bis que ego Begintnams dei gratia episcopus 
uel antecessores mei S. Marie et fratribus deo in Kotwicensi loco 
miJitantibus contulimus et firmauimos, aliquid abstulerit, iuminuere uel 
infringere temptauerit, uinculo sit anatbematis obligatus, ac nisi cito 
resipuerit diuini examinatione iudicii sit perpetuo damnatus. 

[Loco SigiUi impressi.] 

Das Siegel ist in zwei Stücke gebrochen, die sich noch an der Urkunde befinden. 

1,2, 3) Vergl. die Noten zum Saalbuche Nr. CCXVI. IX. CXV. COCXLVI. 

Von dieser Urkunde Beginniar*s hat Bischof Leonard von Passau im Jahre 
1440, am 23. December ein Transsumt mit weitlSufigem Eingange und Schlüsse 
dem Abte Thomas von Göttweig ausgefertigt, bei Gelegenheit eines Streites 
über die Zehentgerechtigkeit auf den Neubrüchen in der benachbarten Pfarre 
Ober-Welbling (Obernwellnimpk). Dieses Transsumt ist mit Weglassung des 
Einganges, aber Beibehaltung des Schlusses in Honnayr*s Archiv für Geschichte, 
Statistik u. s. f. XIX. Jahrg. 1828. Seite H83 — 84 aufgenommen und bei der 
Jahrzahl statt Quadringentesimo (wie es im Transsumte heisst) ohne 
weiteres Centesimo — - 1140 für 1440 — gesetzt worden. 

Auch in der Überschrift, loc. cit. heisst es unrichtig: „Bischof Regin- 
mar von Passau, der diesen Sitz von 1121 bis 1140 inne hatte ** u. s. w. — 
Reginmar starb schon im Jahre 1138 (30. Sept.), wie fast alle österreichischen 
Annalen angeben. (Vergl. Ph. Jaffe, Geschichte des deutschen Reiches unter 
Konrad III. — S. 290. 10. Zeile v. unten.) 

DieEinreihung dieser und der vorausgehenden Urkunde Reginmars zum Jahre 
1124 ist nur muthmasslich und beruht auf dem Concepte des Ü. Tom. Chronici 
Gottwicens, wo beide unter die Acta Abbatis Nanzonis (f 1125. 5. Febr.) 
gesetzt sind. 



267 
X. 

1130, circa. -~ Perhard ?on Stadersdorf entsag gegen Empfang von zwei 

Talenten allen weiteren Ansprächen auf einige Diensteigene des Klosters, in die 

Hände des Bischofs Reginmar von Passau, der diese Abfindung mit seinem 

Siegel bekräftigt und sichert. 
[Original.] 

Notum sit cunctis Christi sanguine redemptis, qualiter contro- 
uersia illa que inter nos et Perhardum de stavdratisdorf^) pro quibus- 
dam mancipiis fuerat, que sui beneiicii ab episcopo diu affirrnauerat, 
lam tandein sit defiaita. Nam eadem mancipia episcopus Altmannus a 
Razone, süo quondam procuratore, aliis mutuaverat, sed iniusta 
querela Peii*hardi fratres istius loci commoti, et mancipiis et aliis rebus 
sepius stabilierant. Tandem uero, quamuis iniuste» idem Perhardus 
recipiens a nobis duo talenta, de predictis mancipiis in manum domini 
Reginmari patauiensis episcopi se abdicauit et hoc idem episcopus, 
ne ab aliquo posterorum eins infringeretur, sigillo suo obsignauit. 

[Loco Sigiili impressi.] 
Das bischöfliche Siegel ist im guten Zustande. 

1) Stadersdorf bei St. Polten. (Siehe Saalbuch Nr. II. CGLXIV; ferner 
Raim. Duellii Excerpt. geneal.-hist. — Index: Staudersdorff.) 

XI. 

1139, 9. April. Rom, im Lateran. — Papst Innocenz IL stellt auf Ansuchen 
des Abtes Chadalhoch das Kloster Göttweig unter den Schirm und Schutz 

des h. Petrus. 
[Codex Privilegionim, fol. 318. versc] 

InnoeenHua Episcopus Seruus Seruorum Bei Diledo Filio 
Chadalhoch, Gottwicensi Abbau Eiusque Successoribus regulariter 
substUuendis inperpetuum. Desiderium quod ad religionis propositum 
et animarum salutem noscitur pei*tinere, animo nos decet libenti con- 
cedere et petentium desideriis congruum impertiri suffragium. Et 
quidem si religiosorum yirorum postulaciones debita benignitate ad- 
mittimus, nostris procul oportunitatibus dementem dominum reperi- 
mus. Huius rei gracia dilecte in domino fili Chadalhoch Abbas preci- 
bus tuis apostolica mansuetudine duximus annuendum, et Gottwicense 
Monasterium, cui auctore deo preese dinosceris, cum omnibus ad ipsum 
pertinentibus sub beati Petri tutela et nostra protectione suscipimus 
et presentis scripti patrocinio communimus, statuentes . . . etc.^^) 

[Loco signi rotundi cum E?o Innoceniius katho- 

Cruce. „Adiuva nos Deus lice ecciesie Episcopus [Monogramma litterale.] 
salutaris noster.«] subscribo. 



268 

Datom laterani per manas Abnerici Sancte Romane ecclesie dia- 
eoni Cardinalis et Caneellarii, V. Idus Aprilis. Indiccione li. Incarna- 
eionis dominice Anno Milesimo eentesimo tricesimo nono. Pontificatos 
uero domini Innocentii 11. pape anno decimo *). 

Die Originalurkunde dieses päpstlichen Schirmbriefes muss im Jahre 1447 
noch Torhanden gewesen sein, da das runde Zeichen links, und das Wort- 
monogramm rechts, im Codex PriTÜegiorum, loc cit genau abgezeichnet sind. 

1) Von hier weiter folgen die Anordnungen der yorausgehenden Bullen von 
1099 und 1105 fast wörtlich. 

2) Das X. Pontificatsjahr des Papstes Innocenz IL (gewählt 1130, 14. Febr., 
geweiht 23. Februar) reichte Tom Februar 1139 bis 1140. — Er starb 1143* 
24. September. 

XII. 

1140, circa. — Eine Angehörige des Stiftes Kremsmunster wird vom Sehirm- 
rogte Ottokar mit Einwilligung des Abtes Ulrich, zum Altare der h. Maria in 
Göttweig übergeben, als Ersatz für einen getödteten Ministerialen, mit der 
Bedingung, dass sie da im gleichen Dienstverhältnisse stehe, wie früher in 

Kremsmfinster. 
[Original - Tnditions - Urkunde.] 

Notum sit Omnibus Christi fidelibus qualiter mulier quedam 
nomine Richkart ex familia s. Agapiti mufuo tradita sit saper altare 
S. Marie in Kotwico, pro alio einsdem ministeriali occiso. Hee autem 
traditio facta est per manus Ottaker 9 aduocati, bona uoluntate domini 
Odalrici *) abbatis conniyente, eo tarnen paeto et iure, quo prius sancto 
Agapito subesse solita erat, utpote de raelioribus ministerialibus orta. 
Huic rei testificantur. WaÜher de treisim '), EngUschalch de Vra ^). 
De ministerialibus aduocati. Helmhart. Pillunch. De familia s. Agapiti. 
Engüger et frater suus Prun. 

[Loco Sigilli impressi').] 

1) Ottokar VII. (Y.) Markgraf von Steier, 1129—1164. 

2) Abt Ulrich IL von Kremsmfinster 1132 --1147. 

3) Siehe Saalbuch Nr. CLXXXVI. CCLVIII. 

4) Yergl. Urkundenbuch für die Geschichte des Benedictiner- Stiftes 
Kremsmunster 18o2. Nr. 36. S. 36— 47, wo Poppo et fratres sui Otto et 
Engelscalcus de Urach unter den Zeugen einer Urkunde vom J. 1174 
vorkommen. 

5) Das aufgedruckte grosse runde Siegel zeigt einen Abt mit dem Hirten- 
Stabe in der Hand und der Umschrift \ ABBAS • SANCTI • AGAPITI • MARTIRIS* 



269 



XIII. 

1141. — Bischof Reginbert von Passau weihet die Kirche zu Gross, bestimmt 

sie zur Pfarre, weiset ihr die Grenzen an, und gibt dazu den bischöflichen Zehent 

zu Nondorf in der Pfarre Sizendorf, und von Beigarten; zugleich bestätiget er 

dem Stifte alle früheren Schenkungen seiner Vorfahrer. 

[Origintl.] 

Notum sit Omnibus sancte matris ecciesie filiis, quod ego Re' 
ginberttis dei gratia patauiensis episcopus. Anno dominici incarna- 
tionis Müh C^XLM^ indictione Uli*, dedicaui ecciesiam graze*), 
ea uidelicet ratione, ut sub termino prediorum Wichardi de schrichet 
et post eum grimonis, homines siti uel possessionem habentes, bap- 
tismum, sepulturam, et cetera christianitatis sue sacramenta in 
eodem loco accipiant. Siquidem eum ego prefate patauiensis ec- 
ciesie episcopus Reginbertus in die dedicationis eiusdem ecciesie 
homines antiquissimos termini predicti sacramento constrinxerim, ut 
terminos legitime discernerent. Nichilominus etiam de uilla Ni- 
%omdorf, sita in parrochia sicindorf omnem decimam ad me episco- 
pali iure pertinentem eädem auctoritate conGrmaui. Preterea in 
uilla, que dicitur bigartin, depredio dietmari decimam nostri iuris 
simili modo dedimus. Hec itaque, que ego in nostro tempore, et 
reliqua, que.uenerabiles episcopi antecessores mei, uidelicet ^/i^man- 
nusy Odalricus, Reginmams^ pro salute anime sue fratribus Kote- 
vngensis cenobii dederunt, et auctoritate episcopali stabiliendo con- 
firmauerunt, ego quoque sperans partem eterne beatitudinis me 
cum eis habiturum similiter confirmo. Et ut huius confirmationis 
sententia stabilis.et inconvulsa maneat, sigilli nostri inpressione 
sancimus. Si quis igitur< nostre auctoritatis confirmationem infrin- 
gere presumpserit, uel uiolare uoluerit, sub anathematis maledicto 
perpetue pene periculo damnetur. 

Das grosse ovale iSiegel ist leider schon in zwei Stöcke zerbrochen, 
wovon der obere Theil mittelst einer feinen Hanfschnur noch mit der Urkunde 
zusammenhängt. 

1) Vgl. Saalbuch, Tradition Nr. CXXXVI. 



270 



XIV. 



1152. December. Salxbarg. — Erzbischof Eberhard Ton Salzburg beurkun- 
det» dass yor ihm als p&pstlichen Schiedsrichter, die Abte Wember von 
Göttweig und Luther von Rot ihren langjährigen Besitzstreit über das Dorf 
Schwarzah und andere Guter im Vergleichswege beendet haben, indem 
Abt Luther von Rot mit Zustimmung seiner Conventualen für eine vom Gött- 
weiger Abte empfangene Summe von zwanzig Pfund Regensburger Münze, 
allen ferneren Ansprüchen auf die genannten Güter feierlich entsagte, 

[Original.] 

C f In Nomine Sande et Individue THnitatü. Eberhard ') 
Salzburchensis Ecclesie Archiepiscopus , Wemhero Chotwicensi 
Abbatu In Perpetuum. Cum ex officio diuinitus nobis iniuncto 
iura ecciesiarum conseruare debeamus, ad litem dirimendam et ad 
pacem reformandam inter illas ecciesias et ecciesiasticas personas 
que a ueneranda sede romana nostro iudicio specialiter commendan- 
tur, propensiori eura inuigilare debemus. Vnde auctoritate domini 
pape Eugenii muniti, eontrouersiam illam, que inter uenerabiles fra- 
tres nostros Wemherum ») abbaten) de chotwich et Lvtherium *) 
abbatem de rote, de quibusdam possessionibus agitabatur, termi- 
nandam suseepimus. Vtramque igitur partem ad nostraro presen- 
tiam euocantes, allegationibus hinc et inde diligenter et sufHcienter 
auditis et plenarie cognitis, cum litem sententia terminare intende- 
remus, plaeuit utrique parti amicabili compositione conuenire, et 
eontrouersiam que inter eos uentilabatur transactione terminare. 
Modus autem transactionis bic est. Wemherus abbas de chotwich de 
uiginti libris ratisponensis monete Lutherium abbatem de rote se- 
eurum redidit, et L. consilio seniorum monasterii sui liti quam de 
uilla que suarzaha^) dicitur et de aiiis possessionibus» de quibus 
inter eos discordia erat, per exfestucationem abrenuntiauit. Quam 
transaetionem ex petitione utriusque partis suseepimus, et consilio 
ecclesie nostre, nostra auctoritate confirmavimus. Ne igitur pra- 
uorum hominum macbinatione hec in posterum a sua firmitate auelli 
possint, in scriptis redigere et sigilli nostri impressione firroare 
curauirous. Igitur fili karissime Wemhere, abbas chotwicettsis mo- 
nasterii te et omnia que ad te spectant amplectentes fouemus, et 
manu teuere disponimus, sed et cuncta que largitione fidelium tue 
ecclesie collata uel adbuc conferenda sunt, sub tuitione nostra 
comprehendimus, et corroberatione presentis pagine stabilimus. 



%7i 

Nomina autem eorum qui presentes (iierunt hec sunt. Romanus 
Gurcensis episcopos/ Henricus abbas S. Petri. Hugo prepositus 
maioris ecelesie. Henricus prepositus berthersgadin. WerJiardus 
uormbac. abbas. Otto prepositus Raitinburg. Comes Gebekardus 
de burchhusen, Comes Siuridus de liubinowe, Comes Chunra' 
dus iunior et f rater eius Siuridus de pilstein, Comes Liutoldus 
de plaien, Piligrimus de wolmutsa. Erchinbertus de mosebach, 
Turinch de tberuen, Ekkehardus de tanna. Lutunnus castelia- 
nus. Hartnidus et frater eins Marchuardus de uzelinge. Liu- 
poldus de waldcs. 

Ego Eberhardus arcbiepiscopus, subscripsi. 
Ego Heinricus abbas, subscripsi. 
Ego Hugo prepositus, subscripsi. 
Ego Heinricus deeanus, subscripsi. 

Acta autem sunt ista anno W. C^ LIP. Indictione XIII*. anno 
pontificatus nostri V^. Regnante Chunrado, anno regni eius XIIP. 
mense decembriö, in ciuitate luvaviensi. 

Das massive runde Wacbssiegel ist an der Rückseite der Urkunde am 
untern Rande aufgedrückt und mittelst einer durchgezogenen Pergameotschleife 
befestigt; es stellt den Erzbischof in ganzer Figur, mit Mitra, Pallium, Pastoral- 
stab und einem Buche, sitzend dar. 

1) Eberhard L, Erzbischof zu Salzburg, ron Ostern (c. 20. April) 1147 
bis 1164, t21. Juni. 

2) Abt Wernher von Göttweig, 1150 — 1155 (siehe Seite 101). 

3) Luther (Lothar), Abt des Benedictinerklosters Rot in Baiern, starb nach 
1170. (Monum. boica L 340.) 

4) Vgl. Saalbuch Nr. LXIII und die nachfolgenden Urkunden Nr. XXXV 
bis XLI ind. 

XV. 

im. L Mai. Wien. — Herzog Heinrich IL von Österreich erklfirt, wie durch 
seine Vermittlung und Verwendung das Stift Göttweig im Besitze des ange- 
strittenen Gutes „in Grie*^ erhalten worden ist, mit genauer Angabe aller vor- 
ausgegangenen Thatsachen und Umstfinde. 

[Origioa].] 

Heinricus 9 Dei Graiia Dvx Äustrie. Quo diuina fauente 
dementia iura ecclesiarum dei sub nostri tuitione principatus nulla 
patimur ratione uiolari» placuit sollicitudiuem nostram in causia 



272 

pauperum Christi de Kotmco hac cautione preseatibus et futuris in- 
notescere, tum anime nostre saluti tum illorum prospicientes quieti 
et seeuritati. Notum sit igitur omnibus Christi fidelibus, quod no- 
biiis quidam Waldo ^) nomine» egrotans et desperatus, eonsilio 
et rogatu fidelium suorum, qui sibi et rebus suis post eius obitum 
metuebant, tarn homines proprios quam omnia sua predia infra 
bawariam sita, patri meo Liupoldo marehioni, manu potestatiua in ios 
tradidit proprietatis. Quo pacto in breui eonualuit ipse W. et facti 
penitens, postmodum de partibus francorum duxit uxorem, ipsi et 
filiis eius predictorum prediorum faciens sponsionem. Quo comperto 
Liupoldus marchio egre ferens, uoeato Waldone^ uiolati pacti 
redarguit temeritatem , illo aiHrmante eä eonditione predia sua 
marchioni se pactum fuisse , si absque heredibus uita decessisset. 
Marchio autem in eonventu apud eastrum görs habito accitis suis et 
ipsius Fi fidelibus, utrorumque adtestatione comprobauit, nullamin 
traditione bonorum eius eoniugii uel heredis factam esse mentionem, 
aut aliquam preiudicii eonditionem, et hoc ipso presente herum 
confirmauit testimonio, Otachar marchionis de stira. Werigandi 
comitis de Piaigen, Gebehardi comitis de piugen, Rudolfi de 
pergen. Alberonis de griezpach. Friderid de hunesperch, Ernst 
de iraisem. Hartwici de rudinich, Gebehardi de algerspach, 
Potin de asparen. Potin de maleisdorf, Pabonis de amarangen- 
Ht^onis de leutsdorf. Anshalmi de prunne. Wolfgeri de indzinS" 
dorf. Marchwardi de hiniperge, et aliorum multorum. Predium 
autem quod olim fuerat Waldonis in grie, postea LiupoMua mar- 
chio tradidit sorori sue Gerbirge *) ductrici boemiorum, eius rogatu 
delegaus illud in manum Gebehardi comitis de pitigen^ tali pacto, 
ut quo ipsa petisset, predium idem delegaret, quod et fecit. Nam 
delegauit illud super altare s. Marie in monte KotwicOy adiciens et 
ecclesiam» que dicitur ad purch, presente Reginmaro patauiensi 
episcopo et Nanzone eiusdem loci abbate. Huius traditionis testes 
hü sunt aure tracti. Chunradus (de roningiri), Dietricua (de Lei-' 
chelingen). Alramus (de Pleinchipach). Werinhart (de Zelkm- 
gen) ^). Diepoldua de chagere, Rudolfm, Regingerus. Hei-- 
denricua. Rudbertus. Reginhardas. Felicis autem memorie Ger- 
birch postmodo induta sanctimonie habitu, sub obedientia conuer- 
sata est ahbatis de Koiwico , ubi mpx obiens sepulta quieseit in 
domino. Fratres autem predia largitate eius adepta perLXII"" annos 



273 

quiete possederunt, temporibus uidelicet abbatum Nanzonis, Cha- 

dalhohif Gerhohi, Wemheri, Friderici ^) et Johannis, Huius 

abbatie XIIIK anno matrona quedam filia predicti TT. ab imperatore 

Friderico , aduocato accepto, comite uidelicet Friderico de hohen- 

burcht qui iusticiam eins apud nos exigeret, uenit austriam, et que- 

rimonia facta super hereditate paterna iusticiam a nobis requirebat, 

fratribus de Kotwico econtra ius legitime traditionis , et plus quam 

tricennarie posessionis pretendentibus. Qua causa diu utrinque uenti- 

lata ne imperialis edicti uidererour inmemores, et ut omnis quereroonie. 

repeticio in posterum esset sopita , placuit Dobis inter fratres et pre- 

dictam matronam licet ultra iusticiam, fieri amicam compositionem. 

Acceptis igitur ab abbate quinquaginta talentis, fecit abdicationem 

omnis deinceps impeticionis et querimonie super eodem predio ipsa 

et filius eins diepoldus, per manum aduocati sui Friderici de hohen- 

burch, in manum meam, et Johannis abbatis de Kotwico, Huius rei 

testes sunt filii mei» Liupoldus et Heinricus. Ottachar marchio de 

sHra. Ekkeberhis de pemekke. Chunradus de rakze. Fridericiis 

de hohenburch, Hadmarus et filius eins Otto de Cupharen, Chadolt 

de seuelt et filius eins Chadolt Älhero de chunringen et filius eins 

Hadmarus, Rapoio de sconenberch. Heinricus de gundrammesdorf. 

Wemhardtia de Rabenstein, Olrich dapifer. Otto frater eins. Otto 

sororias eius. jLm|?o/^pincerna. Otto marschalch. Ludwicus. Meginhart 

^de trebanswinchelj. Rudgenis de alse et frater eins Reinbertm. 

Rudolfus ("de Chalwenperge), Meginhart, Friderich (Tiomines Albe- 

ronisj. Germunt ("de niwenburch), Wicbertus de Chirchpach, Liu- 

poU de rakez, Albertus de Chüpharen. 

Acta sunt hec apud Wiehne. Anno Incarnationis domini 
M-.C^.LXXM». 

Imperatoris Friderici anno XX*. Ducatus nostri anno XXXIP. 
Johannis abbatis anno XV"'*'.. Kalendis Mai. [Loco sigiin impressi.] 

Diese Urkunde ist vollständig abgedruckt in Hormayr*s Geschichte Wiens. 
I. Jahrg. 1823. I. Band. 3. Heft, ürkundenbuch. S. XXX. Nr. XI, mit der irrigen 
Aufschrift: 17. April 1171 — statt 1. Mai, die hereits corrigirt wurde in ChmeKs 
Notizenblatt, April 1843, Nr. I, Seite 22, und in den Babenberger Regesten. 
Note 240, S. 231, mit Bezug auf Nr. 80, S. 50. 

Das grosse, schone herzogliche Siegel ist an der Rückseite der Urkunde 
anten rechts aufgedrückt und vorne durch eine Lederschleife befestigt; es weicht 
TOD beiden Siegelabbildungen in Rauch's Österr. Geschichte. I. Band, S. 382 
und 385, und Marq. Herrgott. Monument. August. Dom. Austr. T. I. tab. I. 

Fontes. X. ^^ 



274 

Nr. III, IVy V, bedeutend ab, besonders im Helme und Schilde des Herzogs, 
und an der Schabrake des Pferdes. 

1, 2) Siehe im Saalbuche die Traditionen Nr. LXXIII. CLXVI. CCXV. 

3) Die eingeschlossenen Geschlechtsnamen stehen im Originale ober den 
Taufnamen, zwischen den Zeilen. 

4) Dieser Abi Frideriens ist im alten Yerzeiebnisse der Stiflsäbte 
am Schlüsse unseres Saalbuebes (Seite 101) nicht angeführt, kann abar auch 
nur kurze Zeit gewaltet haben. Sein Vorgänger, Wernher, ist am 19. Nov. 
1155 gestorben. (Necrolog. Claustroneob. im Archiv f. Kunde osterr. Geschichts- 
quellen 1851. VII. 303.) — Sein (Friedrich's) Nachfolger, Johannes L, 
■ward anfangs 1157 aus dem Benedictiner^Stifte Admont nach Gottweig berufea. 
(Pertz, Monum. Germ. XL 582. Annal. Admont. — Vergl. Keiblinger. Melk L 
260. Note 3.) Das am Schlüsse angegebene XV. Jahr der abteilichen Würde 
Johannesl. reichte von Mai 1171—1172. 



XVL 

1184. 29. November. Zeiselmaaer. — Bischof Diepold von Passau weiset zum 

Armen-Hospitale in Göttweig den dritten Theil der Zehente in der Pfarre Pira an, 

und verleihet zugleich dem Abte Rudmar und dessen Nachfolgern das Recht, 

dort einen beliebigen Priester zur Ausübung der Seelsorge anzustellen. 

[Original.] 

In Nomine Sande et Individue TrinitatiSf Dipoldus Dei Gratia 
Pataviensis Epiacopus Omnibus Christi Fidelibus tarn Futuris quam 
Presentibus in Domino Salutem, Pastoralis ofHcü soUicitudo expostu- 
lare uidetur ut monasteria diuinis mancipata obsequiis paterna debe- 
amus liberalitate intueri, et eorum commodis et utilitatibus qui ia eis 
domino die ac nocte deseruiunt, quique pro nostra nee non suecesso- 
rum nostrorum incolomitate ad deum patrem luminum preces fundont 
assiduas, propensius invigilare. £a propter sanete dei genitrieis Marie 
ad pedes usque humiliter inelinati predecessoris nostri, pie recorda- 
tionis Altmanni Pataviensis episeopi apostolice sedis legati, vestigiis 
pro modulo nostro inherentes, attendentes etiam fidelitatem et deno» 
tionem quam dilectus iilius noster Rodmarus abbas et fratres de Chote- 
wico erga sanctum stephanum prothomartirem in Patavia et nos 
nostrosqae successores canonice substituendos habere dinoseuntur, 
pensata nichilominus uberi et devota elemosinarum largitione qua 
pretaxafi fratres in anniversario prefati episeopi Altmanni *) , in pre- 
sentia nostra copiosam multitudinem pauperum respexerunt, tereiam 
partem decimarum in Parrochia de Pircha ^) que post donationem 
duarum partium a domno AUmanno in prima fundatione Choiewi- 



275 

censüMonasterii factam indigentie plel)esani sacerdotis deputata fuit, 
ad asus et refectionem pauperum in hospitali prescripti Monasterii 
concurrentium pro reraedio anime nostre nee non parentum nostrorum 
cum consensu chorinostri et ministerialium coniuentia tradidimus, hac 
interposita condicione» ut postquam diem clauserimus exstremum in 
anniyersario nostro recordatio nostri quantulacunoque inibi habeatur. 
Sane quia peticio et ins representationis in prenominata eeclesia ad 
abbatem et conoentum libere et sine ambiguitate speetabat, hanc pre- 
rogatiuam Rodmaro abbati uiro utique discreto et religiöse et nobis 
plurimum accepto, eiusque suecessoribus per ostium intrantibus in- 
dulsimusy quod ad arbitrium et uoluntatem ipsorum saeerdos disere- 
tus et honeste opinionis elerieus dumtaxat in ea ordinetur, qui eon- 
tentus stipendio, quod ei abbas, qui tunc pro tempore exstiterit, ordi- 
näre competenter uoluerit, diuina ibidem eelebret populo, et ecelesi- 
astica sacramenta ministret. Ceterum alia que de decimis et oblationi- 
bus alüsque :utilitatibus prouenire et superesse poterunt, per manum 
abbatis ad supplementum pretaxati bospitalis annuatim sub aliqua 
certa pensione ministrentur. Verum quia mentionem de iure peticionis 
in Pircha fecimus» ne hano nostram ordinationis eonstitutionem in reci- 
diuum scrupulum quempiam reducere contingat, precipimus auetori- 
täte qua licet indigni et iropares uiribus preminemus, et statuimus ne 
quispiam de eetero pro aliqua persona aput sueeessores nostros peti- 
cionem sicut fieri assolet porrigere presumat uel etiam attemptet. In- 
decens enim ualde esset, ut quod studio pietatis admissum fuisse dinos- 
citur, si in detrimentum monasterii postea quomodolibet uerteretur. 
Itaque institutio iam dicte eeelesie secundum nostram eonstitutionem 
omnifariam ad Chotemcensis abbatis ordinationem ineonuulse et quiete 
permaneat et obseruetur. Si quis autem attemptauerit hanc nostram 
traditionem et scripti nostri caracterem adnullare et in irritum redu- 
cere, cum dathan et abiron iram et diuini animaduersionem iudicii se 
promeruisse sentiat, atque cum impiis et sceleratis reputatus , com- 
inunione corporis et sanguinis Christi in nouissimis careat. Cunctis 
autem bec seruantibus et hoc ipsum quod in memoriam nostri fecimus, 
benigno oculo respicientibus, sit pax et exultatio et in numero iustorum 
consortium inuenire mereatur (sie) per eum qui erat, et qui est, et qui 
aenturus est reddere unicuique iuxta opera sua. Amen. Amen. Amen. 
Acta sunt hec anno Incarnationis dominice Mill. C. LXXXIIII. 

Indictione I. sub domino Lucio papa III. Regnante Friderico 

18 • 



276 

Romanorum Imperatore Augusto, anno uero pontißcatus domini 
Diepoldi XI. •). 

Ego Diepoldus, patauiensis ecciesie episcopus. ss. 

Ego Otto, roaioris ecciesie prepositus. ss. 

Ego Fridericus, pataviensis decanos. ss. 

Ego Ditmarus, eiusdem ecciesie thesaurarius. ss. 

Ego Meinhaimus, presbiter canonicus patay. ss. 

Ego Hainricus, presbiter canonicus patav. ss. 

Ego Fridericus, archidiaconus patav. ss. 

Ego Olricus, prepositus Ardeacensis. ss. 

Ego Purchardus de Chambe, canonicus patav. ss. 

Ego Wernherus, Archidiaconus patav. et canonicus. ss. 

Ego Wolfkerus prepositus Cellensis et Monasteriensis. ss. 
Data in palacio szaizcenmore per manum Tagenonis ^). 

Notarii et Capellani. III. Kalend. Decembris. 

[Loco SigiiU impressi.] 

An der schön geschriebenen Urkunde ist das bischöfliche Siegel rechts 
aufgedruckt und rückwärts durch eine Wachsscheibe befestiget. Es gleicht 
der Abbildung in Duellii Excerpt. geneal.-hist. tab. I. pag. 175*). 

1) Bischof Diepold (Theobald) war demnach am 8. August 1184 in Gott- 
weig anwesend, als eben die jährliche Gedächtnissfeier unseres Stifters gehal- 
ten und dabei reichliches Almosen ausgetheilt wurde. Es war nämlich hier 
von jeher bis in die letzteren Jahre des vorigen Jahrhunderts üblich, nach 
dem feierlichen Hochamte am Feste des sei. Altmann*s die von allen Seiten 
herbeikommenden Armen vor der Kirche mit Fleisch, Brot und Wein xu 
betheilen. Statt dieser Naturalspende wird jetzt ein bedeutender Geldbetrag 
zum Armeninstitut gegeben. (Siehe hierüber Chr. Mülleri de Prankenhaimb. 
Historia Canoniae Sand-Hippolitanae, edit. Alb. de Maderna, Pars II, p. 41. — 
Über diesen fast in allen Klöstern eingeführten Gebrauch, an den Jahrtagen 
der Stifter das sogenannte Gespend auszutheilen , hat Ign. Keiblinger in 
der Geschichte des Stiftes Melk I, 191—196 interessante Notizen zusammen- 
gestellt.) 

2) Bischof Altmann hatte zwei Theile des Zehents in der neu errichteten 
Pfarre Pir^ nach Göttweig geschenkt und ausdrücklich angeordnet, dass die 
dortige Seelsorge von einem Stiftsmitgliede versehen werde. (Saalbuch Nr. H.) 
Als später (1094) statt der Canoniker in Göttweig Benedictiner eingeführt 
wurden, die als Mönche damals in der Seelsorge nicht angestellt werden durf- 
ten, da mussten alle incorporirten Pfarren mit Weltpriestern besetzt werden, 
die gewöhnlich Ein Drittel des Pfarrzehents und das oft sehr bedeutende 
Urbar-Erträgniss (was nämlich die Unterthanen und Grundholden zu leisten 
hatten) zum Unterhalte bezogen. Eben diese reichlichen Einkünfte mancher 
Stiftspfarren lockten viele Bewerber darum herbei, die mit Empfehlungs- 



277 

schreiben vielvennogender Personen versehen, sich nicht selten den Stiftsvor- 
stehern aufdrängten, um eine solche fette Pfründe zu erhalten, zu deren seel- 
sorgerliehen Verwaltung sie dann oft nur kärglich besoldete Yicare bestellten. 
Es war desshalb eine ganz besondere Gunst, dass Bischof Diepold dem Abte 
Rudmar und allen seinen Nachfolgern nicht nur das Patronats- und Präsenta- 
tions-Recht auf die Pfarre Pira bestätigte, sondern auch erlaubte, nach ihrem 
Gutdünken einen ordentlichen Seelsorger dort anzustellen, und nach Abzug des 
standesmässigen Unterhaltes (Congrua) für denselben, die übrigen Erträgnisse 
dieser Pfarre zum Besten des Armenspitales im Kloster zu verwenden. 

3) Das XL Pontificatsjahr Diepold*s war schon im März 1183 abge- 
laufen, da er im Jahre 1172 zum Bisthume gelangte. Im Mai 1189 schloss er 
sich mit mehreren Domherren und Äbten dem Kreuzzuge nach Palästina an 
und starb dort zu Antiochia am 3. November 1190. (Böhmer, Fontes Ber. 
Germ. IH. 547.) 

4) Tagen 0, später Domdechant von Passau und zugleich Pfarrer der 
Kirche St. Andrä im Hagenthaie (unweit der alten Passauer Besitzung König- 
stStten and Zeiselmauer — szaizeenmore — ), begleitete seinen Bischof auf der 
Reise nach Palästina, und hinterliess darüber ein kurzes Tagebuch, welches 
Freher in seine Sammlung : Berum Germanic. Scriptor. aufgenommen, (Editio 
in. Struvii. Argentorati 1717. Tom. I. 405—416.) 

XVII. 

1194, Passan. — Bischof Wolfker von Passau fiberlässt den Klosterbrüdern 
den halben Weinzehent von einigen Grundstücken in der Pfarre Krems, welche 
früher Ackerland waren, und erhält dafür von ihnen tauschweise den halben 
Zehent in den Dörfern Lengenfeld und Mittelberg, ferner bei St. Polten meh- 
rere Hofstätten, Lehenhäuser und das Dorf Schauching. 

[Original.] 

f In Nomine Sande et Indiuidue Trinitatis. Wolfkerm^} 
Dei Gratia Patauiensis Episcopus Omnibus Christi Fidelibus In 
Perpetuum. Pontificalis ofiicii cura exigit, venerabilia et religiosa 
loca fouere et ampleeti, atque ad offereiida in eis redemtori nostro 
cottidiana lauduin sacrificia suas eis iustieias recognoscere, et pie ac 
rationabiliter stabilire. Notum itaque facimus tam presentis quam futuri 
teiDporis Christi fidelibus^ qualiter nos fratribus Gotewicensis cenobii 
bona eorum conversatione ineitati, atque uirorum dominum timentium 
sapienti consilio indueti, partem deeimalis vini in Chremesensi parro- 

o 

chia, a predecessoribus nostris felicis memorie Althmanno, Vdalrico, 
Reinmaro, Reimberto, Chünrado, Dietpoldo, quondam eins traditam, 
sed occasione quadam per nos. ad tempus subtractam, bono animo 
recognouimus. Fuit autem h^ oeeasio qua prefatas decimas ad 



278 

tempus possedimas. Cum decime fnigum in eadem parrochia totaliter 
nostri iuris essent, rure in uineas redacto et illarum uinearum decime 
totaliter nobis adiudicate fuerunt. Nos uero predictis fratribus ex 
ratione priuilegiorum suorum inde qaestionem mouentibus» beaigoe 
acqtdescere decreuimaa, et antecessorua Dostr§ruin pontifiowa priiii- 
legia innouantes, medietatem decimalis uini in parrochia Chremesem 
recepto ab eis conpetenti concambio, ea uidelicet ratione ut incon- 
uulsa in perpetuum maneat actio, consensu chori et ministerialium ia 
perpetuum tradidimus et presenti priuilegio eum sigHli nostri inpres- 
sione roborauimus. Recepimus autem ab eis in c^ncambio raedietatem 
decimarum de duabus Wllis Lengenuelde^} et Miiterberck^) et apad 
Sanctum Ypolytum X et VII curtilia et medietatem unius curtilis et 
duo beneficia et dimidium, et uillam que Scoigen^) dicitur. Vt yero 
hec legalis eommutatio per omnes successores nostros rata permaoeat, 
ita nimirum ut etiam si uinetis destruetis agrieultura succedat, pre- 
dieti fratres nichilominus mediam partem decimarum siue in frugibos 
siue in quibuscunque humanis laboribus sortiri debeant , in presenti 
pagina subscriptos testes pariter annotari yoluimus. Quorum hec sunt 
nomina. Hademarua de chufarn et filius eins Otto, Wichardus de Zebin- 
gen. Älhreht de Kambe, Sifridus waise et tilius eins Sifridus. Bade* 
marm de murrestetin, Richkerus et frater eins Fridericus de Wesen. 
Leuthart. Hainrich iudex. Timo de pühellberch, ManegoU de schone- 
puhil. Dietrictis de Werdam. Otto de zaizeinmur. Chalhohus de 
Grasperc. Otto de Wolfpazingen. Chunrat de walde et frater eins 
Otto, Gotfridus de haselbach. Ekolfus de warte. Albreht de patavia. 

Ego Hanricus decanus subscribo. Ego Megegotus ss. 

Ego Wemeherus prepositus ss. Ego Hamricus ss, Ego Amol' 
dus SS. Ego ChadeJkohus ss. Ego Timo ss. Ego Wemeheras ss. Ega 
Hainricus ss. 

Ego Ämoldus SS. Ego Hermanmis ss. Ego Albero ss. Ego 
Megenhardm ss. 

Acta sunt hec Anno domini M.C.XC.IIII. Indictione XII. Tempore 
Hainrici Imperatoris. Anno pontificatus nostri IUI. patauie felieiter. 
Amen. 

Zwei massive Siegel h&ngen mittelst vielen violeten und gelben Seiden- 
fäden an der Urkunde: a) das des Bisehofs Wo ifkerus gleicht dem in Raim. 
Duellii Excerptis geneal.-hist. tab. I, Nr. 2, Seite 176 abgebildeten; — 
b) das Siegel des Capitels von Passau ist ganz roh und unkenntlich. 



279 

1) Wolf ker, in der vorausgehenden Urkunde als der letzte Zeuge unter* 
schrieben, wurde zum Nachfolger Diepold*s auf dem Bischofssitze zu Passau 
gewfihlt am 10. März 1191, geweiht in Salzburg am 9. Juni; und im Jahre 
1204, Anfangs August, Patriarch von Aquileja. -J- 1218. — (Böhmer, Fontes 
m. 548. — Pertz. Monum. Germaniae XI. 594. — Pritz, Geschichte des 
Landes ob der Enns I. 420.) 

2) Lengenfeld und Mittelberg, zwei Pfarrorter oberhalb Krems. 
V. 0. M. B. 

3) Schauching (auch Schaubing), nahe der Perschling in der Pfarre 
Pira (Pyhra) V. 0. W. W. — Vergl. im Stiftungsbri^fe : Scauwingin. 

XVIII. 

1195, (löttweig. — Herzog Friederich I. yon Osterreich befreit bei seiner 
Anwesenheit in Göttweig die Stifts-Besitzungen diesseits der Donau und in 
Grie von jeder Gerichtsbarkeit und vogteilichen BelSstigung, gegen jährliche 
Entrichtung von 200 Muth Hafer; zugleich verordnet er das zu leistende March- 
futter unmittelbar in die herzoglichen Getreidekästen abzuliefern, damit auf 
diese Art den einsammelnden Marschällen jede Gelegenheit zur Bedrückung 
und Cbervorth eilung des Klosters benommen sei. 

[Original.] 

In Nomine Sancte et Indiuidue Trinitatis. Fridericm Diuina 
Fauente dementia Austrie Dui. Omnibus Christi fidelibus tarn presen- 
tibus quam futuris notum esse uolumus, quod nos abbati ^ ^t fratri- 
bas in Kotwico hanc prerogatiuam indulsimus» quatinus in possessi- 
onibus ipsius cenobii in ea parte danubii, qua monasterium ipsum 
situm e&if et in Grie^} nuUus umquam hominum sub nomine aduo- 
cati, aut iudex uel preeo de nostra permissione, uel alicuius offi^ 
eii uel iudicii occasione eisdem fratribus iniuriam inferat, uel offen* 
dere Jpresumat, ea uidelieet eonditione, ut pro iustitia nostra de 
eisdem possessionibus ipsi fratres CC Modios auene annuatim no- 
bis persoluant. Quod si für uel raptum faeiens aut iatro in posses- 
sianibus ipsorum deprebensus conuictus fuerit, ad proximum loeum 
quo malefactores plectuntur, sicut est cingulo einetus') pudendus 
tradatur. Preterea statuimus, ut pabulum quod in bonis prediete 
eongregationis ex utraque parte danubii habere debuimus ab ipsis 
in dnobus granariis nostris recipiamus» ne alicui marscaico eis in- 
iuriam uel dampnum inferendi oecasionem tribuamus. Et ut hec 
nostre deuotionis permissio inconuuisa permaneat presentis scripti 
paginam subseribimus et sigilli nostri inpressione roboramus. Data 
in ipso monasterio. Anno ab inearnatione domini Millesimo. C.XC.V. 



280 

ladictione XIII. Anno I. ducatus ipsius. Testes Hariwicus ratis- 
ponensis aduoeatus. Crafto de anzinesbach. Dietmams morder (sie) 
Rapoto de falchinberc, Hademarus de Kunerigen. Wichardus de 
Seuelde. Rudolfus stubich. Hartnit de ort, Dietmams de Engil- 
schalchisvelde. Meingotua de hinterberch, Rudolfua et Herbordus 
de Potindorf, Isenricus (sie) de huntsaime, Albertus de Lochin- 
lin. Rudolfus de jptWa. 

An der Urkunde hängt das herzogliche Reitersiegel, wie es in den Monu- 
ment. August. Domus Austr. Tom. I. tab. IL Nr. VI. abgebildet ist, nur fehlt 
dort das Schwert. — (Yergl. das Verzeichniss der bisher bekannten Figuren- 
Siegel der österr. Fürsten, mit den vorausgehenden Bemerkungen, yon Karl 
y. Sava mitgetheilt in den „Quellen und Forschungen zur vaterländischen 
Geschichte, Literatur und Kunst. Wien 1849. — S. 314 u. s. f. 343. Nr. 15.) 

Den kurzen Inhalt dieses Gunstbriefes hat Dr. v. Meiller im Regesten- 
werke zur Geschichte der Babeuberger S. 77, Nr. 1, sammt den Zeugen 
angeführt. Isenricus statt Henricus de Huntsaime ist wohl nur ein 
leicht erklärlicher Schreibfehler, denn in zwei anderen Urkunden des 
Herzogs Friedrich*s (loc. cit. S. 77, 78, Nr. 4 und 7) heisst es deutlich 
Henricus. 

1) Dem Stifte stand damals Abt Rudmar vor (v. 1174—1200, f 3. M5n), 
wenn er mit dem im Admonter Necrologium: V. Nonas Martii angeführten 
Ruodmarus abbas wirklich identisch ist, wie das Concept des Chronic. Gott- 
wic. Tom. IL muthmasslich angibt. 

2) Siehe Saalbuch Nr. IL LI. LXXXV. CXVI. 

3) Dieser Ausdruck : j^sicut est cingulo cinctus oder cingulotenus , wie er 
mit Gürtel umfangen isf^ kommt in den Gerichtsprivilegien gewöhnlich 
vor; das Hab und Gut des eingefangenen und abgeurtheilten Verbrechers 6el 
nämlich dem Kloster als Gerichtsherrschaft entweder ganz, oder zum TheUe zu, 
worauf der Delinquent nur um die Lenden bekleidet, dem herzoglichen Laod- 
richter ausgeliefert werden musste. — Nähere Bestimmungen hierüber enthal- 
ten die späteren Osterreichischen Landrechte. (Vergl. Archiv f. Kunde 
österr. Geschichtsquellen 1854. X. B. S. 148. 154. §. XL — und die Pantai- 
dingbücher, herausgegeben von Kaltenbäck; insbesonders die Göttweiger 
Grund- und Gerichtsherrschaften betreffend. IL Band. S. 4 — 58.) 

XIX. 

1203, circa. — Urkundliche Aufzeichnung über einen Gütertausch mit Ortolf 
von Ramenstein, und nachherigen Streithandel darüber mit dessen Sohne Konrad. 

[Original.] 

Omnibus Christi fidelibus constare uolumus quod Ortolfus de 
Rammensteine ^ cum fratribus ecciesiekotwicensis contra ctumhabuit. 



281 

videlicet, quod ipse predium in Pechmdl^), quod erat ecclesie, a 
fratribus in proprietatem reciperet, et econtra duo benefieia in Wezils^ 
torp) que iuris sui erant, ecclesie contraderet, et contractus iste 
cum testibus et aliis solempnitatibus fuit firmatus, ut perpetualiter 
esset ratus. Procedente vero tempore filius suus Chunradus uer- 
bum mouit, quod predium, quod pater suus commutauerat, sine 
consensu suo sibi alienatum fuisset. Interea quidam burgensis de 
Wirme Siboto pro Villi talentis elaborauit, quod eadem benefieia in 
WeziUtorf in iuris proprietatem , quod uulgo Purchrechte dicitur, 
a fratribus reciperet, et annuatim pensionem duorum talentorum inde 
persolueret, in quo contractu talis est interposita condicio, quod si Chun- 
radus de Rammenstein eadem benefieia inpeteret, et quomodocunque 
optineret, idem Siboto nouem talenta, que per contractum dederat, 
repetere non deberet. Pro memoria ergo huius facti presentem ' car- 
tulam scripsimus et sigilli impressione confirmauimus. Huius rei 
testes sunt. Heinricus mareschalcus de Zaching. Albertus de Lochiin. 
Chunradus de Timendorf. Ortlib de Witigestorf. Rapoto nauta 
de Stain. Amoldus de S. Stephano. Ditmarus de Wesendorf. 
Chunradus et frater eins Albertus de Mver. Sighart de Radun. 
Eberger de Vurt. 

(An der Aussenseite der Urkunde steht von derselben Hand [des 
Abtes?] gesehrieben.) 

Eberhart decimator de razeinestorf presens fuit et Chunra- 
dus oleator presens fuit a principio usque ad finem. 

Et rustici qui sedebant super bona quos inde diuisi, cum muneri- 
bus constabat me x talenta. 

Fri. (i. e. Fratri) Helmuigo dedi talentum absque alio munere, 
et Hartvnco caraerario talentum absque aliis muneribus. Fri. Irm- 
frido de Staine LX denarios. Dietmaro de Wisendorf LX dena- 
rios. Et quatuor dedi aduocato. Et quicquit ego (? ergo) exspendidi. 

An der Urkunde hängt das älteste Siegel eines hiesigen Abtes. 
Es ist in dicker Wachsmasse abgedruckt, spitzova], 2 Zoll breit, 3 Zoll hoch ; 
die untere Hälfte ist zwar abgebrochen, doch ist die sitzende Figur des Abtes 
(Wezelin, 12Ö2 — 1231) noch deutlich kennbar; er hält in der linken Hand den 
Pastoralstab, in der rechten ein offenes Buch. Die Umschrift zwischen zwei 
einfachen Linien: f ABBAS DE. CHOTWICH. 

1) Ortolf de Rammensiain erscheint urkundlich H57 — 1198. Sein Sohn 
Chunrad 1190—1230. (Hanthaler, Recens. dipl. geneal. II. 208—209. — 
Vergl. Babenberger Regesten, Personen-Verzeichniss.) 

2) Siehe Saalbuch Nr. II. PechsuHUn. 



282 

3) Loc. cit Nr. XLIV. Wizilinisdorf, in der NShe des Stiftes gele- 
gen (jetzt mit Höbenbaeh yereifiigt), wie auf der Aussenseite der Urkimde 
selbst von sebr alter Hand angegeben ist: In Officio circa Montem, Wicz- 
leinsdorf. 

XX. 

1206, circa. — Graf Liutold von Hardeck verpfändet die Yogtei über das 

Amt Ranna mit allen Rechten und Einkünften dem Stifte Göttweig för eia 

Darlehen von hundert Mark , auf Wiedereinlösung. Der Landesfurst , Herzeg 

Leopold, bestätigt diesen Contract mit Anhängung seines Siegels. 

[Original.] 

In Nomine Sancte et Indiuidue Trinitatis Amen. 
Quoniam facta mortalium temporalium secuntur motum, utile est ea 
litteris annotare, ut sie memoriam sui posteris ualeant exhibere. Sciat 
igitur tarn presens quam futura etas, qualiter comes Livtoldus de 
Hardekke 9» eeclesie Chotewicensi et conuentui eiusdem loci aduoca- 
tiam super omni predio ad officinam suam in Ravna^) spectantem 
cum omni prorsus iure et pensione nomine pignoris obligauit, ea 
lege, ut omnes fructus eiusdem aduocatie iam dicto cedant mona- 
sterio, nee fas sit alicui preter debitorem qui rem obligauit, ex 
iussu suo pignus obligatum soluere, sed sit penes eos tarn pignus 
quam fructus pignoris, donec Comes Centum marcas, quibus adoo- 
catia est obligata, eeclesie restituat. Verum quia contractus ex 
conuentione legem accipiunt secundum formam hie expressam, ego 
Liupoldus dux Austrie bunc contractum sigilli mei inpressione cod- 
firmo. Huius rei testes sunt. Liupoldus dux Austrie. Comes Liutol- 
du8. Dominus Hadmarus de Chunringe. Wichardus dapifer. RvdoU 
fu8 de Botendorf. Marquardics de Hintperch, Vdalricus stnaio 
et filius suus Vlricus marscalcus. Heinricus de Coetgingen. (sie) 
Rvdolfus de Synmmanninge. 

Das leider verletzte (einseitige) Reiter-Siegel hängt an grünen und rothen 
Seidenfäden. Der Herzog trägt einen Fasshelm mit Visier, einen breiten herz- 
förmigen Schild, etwas nach rechts (heraldisch) geneigt, darin ein gut gezeieh- 
neter Adler, so wie auch in der Fahne. Umschrift: -f LIVPOLDÜS. DH 
GRACIA. DVX. AVSTRIE. Das U in der Silbe DUS, und die E sind ab- 
gerundet. 

Eben dieses einfache herzogliche Siegel veranlasste zur EinreihoDg 
der Urkunde vor das Jahr 1207, weil Herzog Leopold VI. (VII. der Glor- 
reiche) sich späterhin gewöhnlich eines zweiseitigen, d. b. Munzsiegels 
bediente, wie Dr. v. Meiller in den Rabenberger Regesten (S. 241. Note 284) 
bemerkt. — (Vgl. jedoch die folgenden zwei Urkunden und Nr. XXVI. 



283 

hinsichtlich des Siegels). — Überdies erseheint der unter den Zeugen 
vorkommende ältere Udalricus struno (Streun von Valkenstein) mit seinen 
Söhnen zum letzten Mal im Jahre 1203, der Jüngere Udalricus struno 
vom Jahre 1207 an als marscalcus. (Siehe lojc. cit. S. 90. Nr. 42. S. 97. 
Nr. 65. vgl. S. 317.) 

i) Graf Lmtold IlL von Platn wird hier von seiner Herrschaft Har" 
deck an der Thaya, 0. M. B., nächst der mährischen Grenze, de Hardekke 
benannt — Näheres über ihn hat M. Filz in der Geschichte von Michael- 
heuern I. S. 238 — 244, 253 zusammengestellt. 

2) Siehe die Erläuterungen zum Saalbuche Nr. CCVII. CCLXII. CCCXY. 

XXL 

1207, Krsms. — Die Äbte Wemher von Heih- Kreuz und Richer von Zwetl, 
die Propste Sighard von St. Polten und Otto von St. Florian und Konrad Pfarrer 
von Rusbach entscheiden als erwählte Schiedsmänner einen Streit zwischen 
den Äbten Reginold von Melk und Wezilin von Göttweig , über den recht- 
lichen Besitz von Meirs, zu Gunsten des Letzteren. 

[Original.] 

In Nomine damini nostri Jesu Christi. W. de sancta cruce 
et Ä. in zwetel abbates, et S. s9LnQ\i ypoliti et 0. sancti/?onampre- 
po8iti, et (7. plebanus in Ruspach, fide presentis scripti tam presen* 
tium quam futurorum roemorie commendamus et protestamur, quod 
com causa, que inter Abbatem et eeclesiam Medlioensem, et Ab- 
batem et eonuentum Kotwicensem super predio in Myrs uerteba- 
tur, nobis saneti ypoliti et saneti fioriani prepositis et C. plebano 
in Ruspach a sede apostolica delegata fuisset, eonuenientibus nobis 
et partibus, et consiiio illustris dueis Austrie Styrieque Liupoldi, ut 
finis inponeretur eontrouersie, in nos arbitros ab utraque parte Abba- 
tnm, utriusque eonuentus libero assensu accedente fuit compromis- 
sum, utraque parte per caueionem fideiussoriam se alteri ad penam 
centum Marcaram obligante, si eompromissione in irritum dedueta 
nostro non starent arbitrio. Nos igitur inquisitis diligeneius utriusque 
cause uiribus et diseussis utriusque partis meritis et allegationibus, 
cum contra titulum donationis, quem ex frimlegio Heinriciin\fer2iions 
Abbas Medlicensis de eodem predio pretendebat, Abbatem Kotwi- 
censem defenderet longeua possessio, et centum annorum prescriptio 
et preterea titulus donationis ab Heinrico burchgrauio et postmodum 
ab Ottone fratre suo facte, cum additione ville Choizendarf, ^) tandem 
de prudentum virorum consiiio super premissis tale pronunciauimus 



284 

arbitrium sub pena pretaiate pecunie firmiter statuentes obseraari. 
Primum, ut sibi ad iauicem rancorena dimitterent, qui ex eadem causa 
uidebatar inter eos ortus fuisse, et possessio, pro qua uertebatur 
controuersia, eeclesie Kotewicensi in iure remaneret perpetue pro- 
prietatis, et Abbas Medlicensis suo «t fratrum suorum nomine tarn 
eidem possessioni quam priuilegio prememorati Heinrici imperatoris 
publice in manus nostras renuntiaret, sub pena pretaxata precipientes, 
ut nulla amplius inde questio ex parte Medlicensis Abbatis moueretur, 
et Abbas Kotwicensis et ecelesia sua eeclesie Medlicerm triginta 
talenta persolueret, et reditus unius talenti in censu annuo pro eisdem 
talentis obligaret, ita tamen, ut utilitas de predio obligato proueniens 
singulis annis in summam predicti debiti computaretur, donee idem 
debitum esset totaliter persolutum. Preterea arbitrati sumus, ut hoc 
ipsum arbitrium scripto commendatum ad peticionem Abbatis Medli- 
censis suique Conuentus sigillis domini patauiensis episcopi et domini 
ducis confirmaretur. Sub predicta itaque forma pronunciatum arbi- 
trium omni remoto contradictionis obstaculor pars utraque recepit, 
et eadem die Medlicensis Abbas ad Abbatem Koiwicensem accedens, 
cum assensu fratrum, qui secum aderant, ex parte tocius conuentus 
in nostra presencia predicto debito triginta talentorum et obligationi, 
que pro hiisdem facta fuerat, uoluntate propria renunciauit. Acta 
sunt bec Chremis, Anno incarnationis domini Millesimo ducentesimo 
septimo. Indictione decima. Pontificatus Innocentii pape anno decimo, 
Regnante Rege Philippo, presidente Manegoldo patauiensis eeclesie 
episcopo, presentibus istis: Tutone m Heimpurch, Amoldo in sanda 
Petronella. Pilgrimo in Älhrektesperge. Heinrico in Witen, Sifrido 
in Mutham, Heinrico in Choliube plebanis. Goiefrido. Engilherto. 
ChunradOf laicis, et aliis quam pluribus. 

An dieser Urkunde befinden sieh folgende fünf Siegel : 

a) zeigt ein schwach ausgedrucktes unkenntliches Brustbild ; 

h) ganze Figur eines Abtes; die Umschrift ist leider nicht lesbar; — 

c) ebenso: SIGILLUM ABBATIS DE SANCTA CRUCE; — 

d) MOnzsiegel des Herzogs, gleich dem in Monum. boic. IV, Tab. I, Nr. 1 
abgebildeten, und von Karl von Sa^a loc. cit. 343, Nr. 18 e. 
beschriebenen ; 

e) das bischöfliche mit ausfOhrlicher Umschrift: f MANEGOLDUS. DE! 
GRATIA. PATAVIENSIS ECCLESIE EPISCOPUS. 

1) Wie Göttweig zum Besitze von Meirs und Kotzendorf gelaugte, ist im 
Saalbuche (Tradition und Note Nr. XLV) näher angegeben. 



285 
XXII. 

1207. — Herzog Leopold VI. (VII.) bestätigt den vorausgehenden Entschei- 
dungsspruch. 

[Original.] 

In Nomine Sande et Indiuidue Trinitatia* Liupoldus Dei 
Gracia Dtix Auatrie et Stirie Omnibus Christi Fidelibus Im Per- 
petuum, Ea principum debet esse munificentia, ut pro statu eecle- 
siarum pia deliberatione commoueantur, uidelicet, ut possessiones 
ecclesiis diuinitus collatas non solumdefendere studeant, sed etiam lites 
ia ecclesiis ortas rationabiliter determinare et componere diiigen- 
ter intendant. Quapropter litem duorum monasteriorum Medilicen- 
sis et Gotwicensis pro quibusdam possessionibus in uilla que dicitur 
Mirs exortam , religiosis viris abbatibus de saneta cruce Wemhero, 
et de zwetel Richero, et prepositis de domo sancti ypoliii Sigahardo 
archipresbitero, et sancti floriani Ottone, transactione determinandam 
dignum duximus committere, ut ipsi utriusque partis allegationibus 
cognitis, et priuilegiorum ratione diligentius eonsiderata, liti seeun- 
dum cognitam rei ueritatem finem imponerent. Cuius transactionis 
modus talis fuit quod Äbbas Gotwicensis domnus Wezilo de coniuen- 
tia sui capituli de triginta libris monete wiennensis abbatem Medi- 
licensem uidelicet Renoldum seeurum reddidit et abbas medilicensis 
de consensu eiusdem capituli liti totaliter per exfestucationem abre- 
nuntiauit. Ne ergo inposterum de tarn rationabili compositione 
aliqua possit oriri controuersia, ipsam transactionem inseriptione 
presentis pagine roboramus et sigilli nostri impressione confirma- 
mus. Interfuerunt autem buic facto religiosi uiri abbates de 
saneta cruce domnus WernheruSt et de Zwetel Richerus, et de 
aldenburc Adalbertus; et prepositi Sigahardus archipresbiter de 
saneto ypolito^ et Otto de sancto floriano, et Gotscelcus de sancto 
andrea. Bertoldus decanus de Dulnne. De capellanis nostris. Chun- 
radus de ruspach, et Duto de haeinburc, et magister Ämoldus de 
S, PetronelUiy Pilgrimus de Albrechtsperge, Eeinrictis de Widen, 
Otto de marchwartsurwar, Sifridus de mutam, Heinricus de Cho- 
Hube, Otto de Anzinberge, Chunradus de hohenstaufe. Menhardus 
de imcinstorf, Adalbertus crebespach, Gotfridus de radilinperge, 

Wimto de palte. Vdalricus de horinbach. 

Das gleiche herzogliche M unzsiegel hängt an einer fein geflochtenen Schnur 
7on g^nrothen Seidenfäden und ist vollkommen erhalten. 



286 



xxm. 



1209, circa. — Abt Rudiger von Baumgartenberg und sein ConFent schliessen 
mit dem Abte und Capitel in Gottweig ein Übereinkommen, kraft dessen sie sieh 
verpflichten statt des Naturalzehents von ihren Weingarten bei Krems jährlieh 

Ein Talent zu bezahlen. 

[OrigiDAl.] 

Ego Rudigems abbas in Paumgartenberge et totiis Conuentus 
constare volumus omnibus nostre posteritatis bominibus, quod de com- 
muni consilio cum abbate et confratribus Ecciesie Kotwicenm 
conuenimus, quod pro decimis uini quas de duodeeim iugeribus in 
monte Liniperch infra limites parrocbie Chremis, annuatim persol- 
uere debueramus, pensionem unius talenti annuatim in feste s. Mar- 
tini persoluamus. Vt ergo tarn nobis quam ipsis pactum huius rei ra- 
tum habeatur in successoribus nostris, pro memoriali cartulam istam 
conscripsimus et sigilli utriusque partis impressione pro certitudine 
rei munimus. 

Das an der Urkunde h&ngende SIteste Gottweiger Convent-Siegel 
ist in weisses Wachs gedruckt, spitzovaler Form, 27^ Zoll hoch, IV, Zoll 
breit, und stellt ein freistehendes Kirchengebäude zwischen zwei Thflnnen 
vor, deren linker etwas höher ist und ein Vorwerk mit dem Eingange ange- 
baut hat. In der Mitte über der Kirche sieht man eine abw&rts gerichtete 
Hand mit zwei vorgestreckten Fingern. Die Umschrift zwischen zwei einfachen 
Linien lautet; f CONVENTVS. GRA. DEL SCE. CHOTEWICENSIS. ECCLE. 
— E. H, N, sind Uncial-, die übrigen Capitalbuchstaben. (Vgl. die 
Beschreibung dieses und des nächst ältesten Conventsiegels in den „Archäolo- 
gischen Notizen*^, gesammelt auf einem Ausfluge nach Herzogenburg, Gottweig, 
Melk u. s. w. im Sept. 1849 von Dr. G. Heider und J. V. Häufler, mitgetheilt im 
Archiv für Kunde österr. Geschichtsquellen, Jahrg. 1850, IL Band, 3. u. 4. Heft, 
Steite 523. fl^.) 

Das zweite Siegel der Urkunde ist leider verletzt, die Gestalt eines Abtes 
mit Pastoralstab, jedoch deutlich sichtbar. 

1) Rudiger stand dem Cistercienser-KIoster Baumgartenberg im Lande 
ob der Enns von 1207 bis 1232 vor. Seine Unterhandlung mit Gottweig betreis 
der Ablösung des Weinzehents setze ich beiläufig 1209, weil in eben die- 
sem Jahre am 22. April Bischof Manegold von Passau dem Kloster Baumgtr- 
tenberg die Zehente im Lymperg (Lintperch, laut vorliegender Urkunde) 
um Krems, wo dasselbe früher den Boden selbst cultivirt hatte, auf ewige 
Zeiten schenkte. (Siehe Geschichte dieses Klosters von Fr. X. Pritz im Archive 
f. K. österr. Geschichtsquellen 1854, Band. XH. I. Heft, S. 19.) 



287 
XXIV. 

1210, circa. — Otto, Vogt der Regensburger Kirche, befiehlt seinen Unterge- 
benen dem Gotteshause Göttweig den schuldigen Weinzehent sowohl ron seinen, 
tis ron ihren Weingärten vollständig ond nach gebührendem Mfiasse eu geben. 

[Original.] 

Vi factum nostre etatis transeat in notieiam fature posteritatis, 
necesse estseriptom fieri tenacisrecordationis. Quapropter ego Otto *) 
ratisponensis ecelesie adnoeatus tarn presentibus quam futuris con- 
stare uolo, quod homines.mei sub nomine meo tarn de meis quam de 
meorum elientum uineis debitas decimas Kottwicensis ecelesie reti- 
nueriut, neseio quo errore inducti dicentes, quod nisi mediam car- 
radam soluere deberent Que negligentia dum usque ad mea tempora 
dorarety tarn intuitu iusticie, tum propter reuerentiam domin i 
M. [anegoldt] ») patauiensis episcopi, tum etiam propter deuotionem 
domini Wezelini ') abbatis et conuentus concessi, ut debite decime 
tarn de meid quam de meorum uineis cultis et incultis totaliter secun- 
dam quod iustum est persoluanfur. Huius rei testes sunt. Otto seriba, 
patauiensis canonicus. Heinrictis de S, Christophoro, ipsius aduo- 
e«ti notarius. Albertus plebanus de Chuliuhe. Livtoldus de hohensioffe, 
Otto dapifer aduocati, Ebergerus de Rapotenchirgen, Otto et Chunradus 
de J^nden, Amoldus de s, ypolito, Pemholdus judex de s, ypolito. 
Mit dem Brnchstück eines hängenden Reitersiegels, worauf nur RATISPO- 
NEN noch zu lesen. 

1) Otto von Lengenbach (vgl. Notizenblatt als Beilage zum Archiv f. K. 
österr. Geschichtsquellen 1851, S. 140 — 141. — Rabenberger Regesten 
S.333). 

2) Manegold war Bischof von Passau in den Jahren 1206 -^ 1215 ; dess' 
halb setze ich diese Urkunde ungefähr in die Mittelzeit, d. i. 1210. 

3) Abt Wezelin von Göttweig 1202 — 1231. 

XXV. 

1212. — Herzog Leopold VI. (VII.) von Österreich und Steier erhört die 
wiederholten Klagen des Göttweiger Abtes Wezelin über das ungerechte 
Verfahren der herzoglichen Marschälle, welche bei Einsammlung des Vogtfaafers 
die Stiftsunterthanen bedruckten, und bestimmt desshalb zur Abwendung 
alles Unfuges, nach welchem Maasse und auf was für Art und Weise fer- 
nerhin diese Einhebung vorgenommen werden soll. 
[Cod. Prlvilegioram Fol. 283, verso.] 

Iq Nomine Sancte et Indiuidue Trinitatis. Leupoldus dei gracia 
dux Austrie et Stirie Omnibus Christi fidelibus in perpetuum. Eam 



288 

principum decet esse industriam, ut quod iustieia dietat ab eis con- 
firmetur et noue exaetionis adiuuentiones et paiiperum oppressiones 
mediante ratione inprobentur. Inde est, quod omnibus Christi fide- 
libus tam presentibus quam futuris eonstare uolumus, quod Wezilo 
Abbas Chotwicensis nobis admodum deuotus querimoniam sepius 
coram nobis deposuit» quod marschalci nostri, qui auenam de pre- 
diis Chotwicensis eeelesie seeundum iusticiam terre nostre nobis 
debitam colligunt, maliciose homines ecciesie grauent, eo quod debi- 
tam mensuram in recipiendo supra mensuraro excederent. Cuius rei 
considerata ueritate, quia Deus et timor Dei nobis in causa esse 
debet, ne clamor pauperum contra nos ascendat et reos coram deo 
constituaty causam de consilio optimatum nostrorum dignum duxi- 
mus terminandam, ut maliciosa exactio de cetero conquiescajt, et 
nobis et heredibus nostris iustitia illesa permaneat. Statuimus ergo 
mensuram ad dimidium medium ypolitensis fori, qui dato priuilegio 
presenti in usu fuit, que nobis et optimatibus nostris bene mediocris 
placuit, que tam nobis quam hominibus ecciesie competat, ut ipsa 
mensura aput Marschalcos et aput Abbatem predicte ecciesie con- 
seruetur, et ipsa mensura in vase recipiatur et« cum plenum fuerit aas, 
quod reliquum fuerit detrahatur, ut nee homines ecciesie in solaendo 
possint aliquid subtrahere nee marschalci in recipiendo debeant 
modum excedere. Auena autem debita, uel denarii pro auena soluendi, 
ubicunqne infra iurisdictionem nostram predia Ecciesie illius sita 
fuerint, in feste S. Michaelis seeundum forum temporis illius per 
Abbatem soluantur. Nee Marschalci nostri pro ratione expensarum 
post datam auenam aliquid exigant, pro quibus expensis ipsam 
mensuram maiorem statuimus. Quia ergo hanc nostram constitutionem 
tam aput nos quam aput heredes nostros perpetuam yolumus habere 
firmitatem, de hac nostra constitutione presentem paginam propter 
firmitatis memoriam conscripsimus et sigilli nostri inpressione robora- 
uimus. Testes huius rei sunt: Wemherus Abbas de S. Cruce. 
Okerus Abbas de lilignueld. Dietricus prepositus Newnburgensis. 
Magister Hainricus de bethaw tunc temporis notarius. Leupoldus 
capellanus. Albertus decretista Hadmarus de Chunringen. Wtchardus 
dapifer et filii eius Chadoldus et Weichardus. Heinricus de cze- 
bingen. Rudolfus de potendorf. Ulricus struno. Marquardus de 
hintpergk. Heinricus de prunna, Heinricus de zekking, Datum 
anno domini Millesimo ducentesimo duodecimo. Indictione XV. 



289 

Aano pontificatas Innocentii tertii pape XIII. Regni Ottonis impera- 

toris anno quarto. Ordinationis Meingoldi patauiensis Episcopi anno 

VII. ducatus nostri in Äustria et Stiria anno decimo quinto. 

Dr. V. Meiller reiht diese Verhandlung in den Babenberger Regesten 
(Seite 110. Nr. 102) vor dem 8. August 1212 ein, aus überzeugenden Grün- 
den. (Note 362. Seite 2S3 u. 8. w.) 

XXVL 

1216, circa. — Herzog Leopold VI. (YII.) von Osterreich und Steier bestätigt, 
dass die Klagsache des Abtes Wezelin von Göttweig gegen Ulrich Trumil 
(welcher einige Stiftsbesitzungen inne hatte, aber die jährliche Abgabe dafür 
nicht entrichten wollte) durch Vermittlung des Grafen Ulrich von Pernek dahin 
ausgeglichen worden sei, dass der Abt die Zahlung des bisher schuldigen 
Zinses dem Ulrich Trumil nachlies, dieser aber sich eidlich verpflichtete, 
fortan jährlich am St. Colmanns-Tage die festgesetzte Summe zu entrichten, 
widrigenfalls er ohne weiter^ aller Rechte auf die genannten Güter verlustig 

sein sollte. 
[Original.] 

In Nomine Sancte et Indiuidue Trinitatis. Livpoldus Dei Gratia 
Dux Austrie et Stirie. Omnibus Christi Fidelibus In Perpetuum. 
Eam prineipum deeet esse considerationis industriam , ut non solum 
lites deeidant, sed etiam fine debito deeisas, vel transaetione termi- 
n-dtas perpetuara studeant habere tirmitatem. Inde est quod pro fir- 
mitatis robore uniuersitati fidelium uolumus eonstare» quod Wezi- 
linu8 abbas Kotwieensis causam contra Vlricum Trovmil mouit pro 
eo, quod debitam annuatim pensionem XXII. solidorum de possessi- 
onibus Shibz ^ ^^ Lvgental, quas sub nomine ecclesie Kotwieensis 
possidebat, per plures annos uiolenter detinuit, et nee debitum sol- 
nere nee possessiones ipsas dimittere uoluit. Que causa mediante 
VJrico comite de Pernek sub huius transactionis forma est de- 
cisa , yidelicet quod interuentu predicti comitis abbas debitum de 
preterito remisit, Ylricus se data dextera uice sacramenti, predictam 
pensionem in feste Beati Cholomanni annuatim soluere obligauit, et 
si non solueret predicta die, proxima die post festum Cholomanni 
sine omni contradictione iurisdictionem perdisset, quas in predictis 
possessionibus habuit. Vt ergo ista transactio etiam apud heredes 
Vlrici rata et inconuulsa habeatur, utraque pars eam littcris nostris 
et sigilli nostri impressione muniri postulauit. Vnde paginam pre- 
sentem pro certitudine facti huius conscribi uoluimus, et sigilli nostri 
inpressione roboramus. Testes autem qui hulc transactioni intererant, 

Fontes. X. 19 



290 

sunt hü. Vlricus comes de Perneke. Adeloldus de chw. Wolfkerus Chra- 

wils, Hanricm filius Erchinberti de Stiven, Sifridus de Grifenstein. 

Ein ziemlich gut erhaltenes einfaches Reitersiegel des Herzogs (wie das 
bei Nr. XX beschriebene) befindet sich an der Urkunde. Dr. v. Meiller setzt 
diesen Vergleich zumJahrel216]n den Babenberger Regesten (S. 116. Nr. 128). 

1) Shibzy jetzt Scheiz in der Pfarre- Lichtenau, 0. M. B. und unweit 
davon, bei Ladings, ist auch das Lugental, wie aus dem ältesten Dienst- 
buche erhellt: Scheibtz VI beneficia. de molendino aput ledings in 
Lugental V solid, denar. Diese Güter, nSmlich „9 gestifte HSuser, 7 zu 
Sehe uz und 2 zu Lugenthal*', die Preinmühl und der Hainhof genannt, 
wurden im J. 1664 vom Abte Gregor H. (Heller) dem Herrn Adam Maxim. 
Grafen von Trautmannsdorf, Herrn zu Prunn und Lichtenau, tauschweise 
gegen Zehente in der dortigen Gegend überlassen. 

XXVII. 

1218. 26. Juni. (Lilienfeld?) —Herzog Leopold VI. (VII.) bezeugt, wie durch 
seine und des Bischofs Ulrich von Passau Vermittlung ein Rechtsstreit Heinrich*s, 
Otto*s und Heilka*s von Morspach mit dem Stifte Göttweig über den Besitz 
einiger Güter, dahin beigelegt worden sei, dass die genannten Geschwister 
für eine Summe von 400 Pfund VTiener-Münze , allen ihren Ansprüchen anf 

diese Besitzungen entsagten. 
[Original.] 

In Nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti, Amen. Liupol" 
dus dei gracia dvx Austrie et Styrie Omnibus presentem paginam 
inspecturisy salutem in perpetuum. Quia legum ecclesiasticarum 
sanxit auetoritas, ut propter labilem Iiominum memoriam, et iudi- 
eiales strepitus» in gestis causarum scripture testimonium requi- 
ratur, presenti pagina notari iussimus, qualiter Gotwicensis ec- 
elesia in uillis Chamb, Goznich, Strvnzenrevt, et insula apud 
Marchartesvrvar 9 adepta sit tytulum canonice possessionis. Cum 
olim Hoholdus de Chamb , et filia sua Ryhza habitum religionis in 
monasterio Gotwicensi assumpsisset, idem Eoholdtis duos in seculo 
filios reliquit, quorum unus Ortwinus, alter uero Chunradus uoca- 
batur. Ortwinus uero cruce signatus, amore patris et sororis sue, 
pro parte hereditatis sue ecelesiam Gotwicensem instituit heredem. 
Hie nuUo relieto berede obiit in partibus jerosolymitanis. divu- 
radm uero frater suus aput eandem eeclesiam obtinuit, ut liceret ei 
partem fratris tempore uite sue nomine ipsius ecelesie possidere, 
eonditione interposita, ut pars hereditatis, que ipsum conlingebat» 
ad Gotwicensem eeclesiam etiam post mortem suam spectaret. Idem 
uero Chunradus post hec duxit uxorem uiduam nomine Virginam^ 



291 

que habuit filiam nomine Gmlam per Chunradum Chlorumph, et 
eadero Virgina proeurante Chunrado similiter obtinuit personale 
beoeficium» ut liceret sibi easdem possessiones tempore uite sue a 
Gotwicensi monasterio possidere. Deinde Gisila nupsit Wemhardo 
de MorspacK de quo filios generauit. Mortuo Wemhardo de Mors- 
pack, eadem Gisila copulata est Alramo de Houedorf, et quia ad 
filios, qnosie Wemhardo 8\X3ce]per2iU tota deuoluebatur hereditas, ipsa 
Alramo predictas possessiones de facto, cum de iure non posset con- 
tulit, qui etiam eas pro sue uoluntatis arbitrio disponebat, nullam 
contradictionem a filiis Wemhardi sustinendo. Procedente tempore 
idem Alramus et uxor eius Gisila suspicantes a Gotwicensi mona- 
sterio, eo quod Virgina tantum ad terminum uite sue easdem posses- 
siones obtinuerat, sibi litem inferri, filios Wemhardi in preiudicium 
Gotwicensis ecclesie , tamquam ipsi essent legitimi successores, ut 
per eos eonventui resistere ualerent, in possessionem earundem 
uiilarum secum pariter admiserunt, excepto iure instituendi et desti- 
taendi colonos. Demum Heinricm de Chrvge filius Eberhardi, 
eiusdem Gisile filiam, Gisilam nuncupatam in uxorem traduxit. 
Quibus Gotwicensis ecclesia quia in iure potiores uidebantur litem 
roouit, que mediante Hademaro de Chvnnringen per amicabilem 
compositionem fuit taliter sopita, ut conuentus Gotwicensis tam 
pro possessionibus supradictis, quam pro hominibus centum et X 
talenta ipsis persolueret. Hac pecunia soiuta Gisila et maritus eius 
iuri suo si quod habere uidebantur, publice renuntiauerunt. Porro 
cum Gotwicensis ecclesia eorundem prediorum nacta esset posses- 
sionem, et diu in pace possideret, Heinricus et Otto fratres de 

o 

Morspach coram nobis et domino Vlrico pataviensi episcopo pre- 
dicto conuentui litem intulerunt, asserentes, quod eadem predia ad 
ipsos iure hereditario deuoluta, iniuste Gotwicensis ecclesia detineret, 
licet constaret, quod predictus conuentus per definitiuam iudicii 
sententiam ea optinuerat, et quia personalis extiterat concessio, et 
ideo ad heredes successio non currebat, et quod interuentu pecunie 
a legitimis heredibus erat renunciatio celebrata. Tandem nobis et 
predicto episcopo mediantibus tali transactione lis fuit sopita, ut 
ipsis fratribus Henrico et Ottoni et sorori eorum Haylca nuncu- 
pate, conuentus Gotwicensis quadringentas libras Wiennensis monete 
persolueret, et conuentus Gotwicensis easdem possessiones deinceps 
libere et pacifice possideret. Hec autem pecunia eodem anno, quo et 

19* 



292 

compositio fuit celebrata, statuto termino quater in annofuit soluta. 
Vt autem hec rata et inconuulsa permaneant, et monasterium Gotwi- 
cense nullam amodo sustineat lesionem uel controuersiam uel ealurop- 
niam, presenti scripture sigilli nostri testimonium adhibemus, testes 
qui presentes aderant notari mandantes, quorum grauitas et honestas 
omnem calumpniam exciudat. Qaorum hec sunt nomina. Ex parte 
episeopi. Heinricm maioris ecelesie prepositus. Chunradus maions 
eeelesie plebanus. Magister Heinricm. Magister Marquardus. De 
ministerialibus. Hademarus de Wesen, Liutoldtts de Sauerstetin^ 
Heinricus et Otto de Morspach, quorum causa agebatur. Ex parte 
ducis. Chunradus comes. Hadefnarus de Chunnringen, et filii eius 
Hademarus et Heinricus, Rudolfus de Potendorf, Imfridus de 
Hintperch et fratres sui. Heinricus de Zebingen, Hademarus de 
Sunneberch, Chunradus de Arnsteine, et frater eius Albero. Mein- 
hardus de Imzeinsdorf, Otto de Anzinberge, Liutoldus de AUen- 
burch et frater eius Chunradus, et alii quam plures. Acta sunt hec 
ipsa die, quando Vlricus patayiensis episcopus quatuor altaria prima 
in limvelde consecrauit, qua etiaro die Dux licentiatus uiam ultra 
mare aripuit. 

Anno domini Millesimo. Ducentesimo. X.*" VIII.'' Indictione YI.^ 

yV Kai. Julii. 

Gut erhaltenes Münz-Siegel des Herzogs, wie solches Karlv. Sava im 
Verzeichnisse der bisher bekannten Figuren -Siegel der osterr. Fürsten 
beschreibt (loc. cit. Seite 344. Nr. 19. d.). 

Über das Actum und Datum dieser herzoglichen Urkunde handelt 
T. Meiller in den Babenberger Regesten S. 257, Note 382 mit bekannter 
Gründlichkeit. Über die vorkommenden Personen und betreffenden Güter Chamh, 
Goznich, Strvnzenreut und Marehaiiesvrvar ist im Saalbuche die Tradition 
Nr. CCLXXVII nachzusehen. 

XXVIII. 

1225, circa. GOttweig. — Abt Wezelin und das Capitel verleihen dem Meister 
Heinrich von Nalb für zwölf Talente zwei Lehen in Baumgarten, die jährlich 
Eine Fuder Wein dienen müssen , welches Ertrfigniss von demselben zur 
Stiftung eines Frohmahleig für den ganzen Convent in Göttweig , und eines 
feierlichen Todtenamtes für sich und seine Voreltern bestimmt wird; auch 
überlSsst er (Heinrich) die ihm gebührenden Pfarreinkünfte von Nalb den 
Klosterbrüdern auf zwei Jahre, unter gewissen Bedingungen. 

[Original.] 

In Nomine Sancte et Individue Trinitatis. Wezilinus dei Gracia 
Gotwicensis Abbas, et totum eiusdem loci capitulum omnibus Christi 



293 

fidelibus in perpetuum. Vt ea que aput homines geruntur in perpetuum 
memorie mandentur et conserventur, nosse uolumus tarn presentes 
quam füturos lecturos banc paginam, quod nos de communi eonsensu 
dedimus Magistro Heinrico *) clerico nostro de Naliub duo beneficia 
in Pamgarten^) cum suis pertinentiis pro XII talentis boe pacto, ut 
de eisdem benefieiis annuatim garrada uini ei soluatur, que tarnen 
garrada in usus fratrum est reddita, ut totus conuentus in quadrage- 
sima uno die cum piseibus competenter exhibeatur, seilicet, ut domi- 
nis duo fercula piseium dentur, fratribus et dominabus unum, et con- 
uentus solempnem vigiliam et missam defunctorum ob memoriam sui 
et parentum suorum cum signis soUempniter sonantibus debeat celeb- 
rare, procuratis eodem die de Cellario Conuentus YII pauperibus in 
pane et yino et uno ferculo, datis etiam per manum prioris qui pro- 
curat consolationem , piseibus et VII denariis eisdem pauperibus. Et 
eodem Heinrico sacerdote decedente sicut unius fratrum sacerdotum 
fiat eins memoria. Et ut hec promissio firmius in annos duret, opus 
singularis pietatis addidit, quod reditus ecciesie sue Naliub in usus 
fratrum per biennium contradidit, exceptionibus istis interpositis, quod 
utroque anno de eisdem reditibus J^rico fratrueli suo ad Studium tres 
marche per diligentiam abbatis mittantur. Et si infortunio aliquo idem 
Heinricus plebanus ultra mare, quod deus auertat, preoccupatus fuerit, 
quicquid per litteras, uel per certum nuncium sibi mittendum signi- 
ficauerit , omni occasione postposita mittatur. Et si de transmarinis 
partibus deo donante redierit, prebendam fratris in quocumque babitu 
uoluerit habeat. Firmata est autem hec actio in conuentu fratrum data 
dextera singulorum uice sacramenti, ut pactum hoc nunquam ab aliquo 
abbate irritetur, et si abbas irritare uoluerit a toto capitulo unanimiter 
reclametur, firmato hoc pacto tam abbatis, quam conuentus sigillo. 

Diese Urkunde ist doppelt yorhanden, an beiden Exemplaren hängen die 
zwei angezeigten Siegel, das abteiliche und das des Conventes. 

1) Dieser ist vermuthlich derselbe Ifeinricus Naeliubaere (Nalb bei Rotz, 
U. M. B.), welcher am 19. Sept. 1219 bei der Verhandlung des Bischofs Ulrich II. 
Yon Passau mit dem Geraser Abte Friedrich zu Mautern unter den weltlichen 
Zeugen erscheint. (Archiv f. Kunde österreichischer Geschichtsquellen. 1849. 
IL Jahrg. I. Band. 1. Hft. S. 13.) Leider ist die Zeit, der Zweck und das 
Ziel seiner Reise j^ultra mare^ nicht angegeben. Nach seiner Rückkehr 
erhielt Heinrich im Kloster die bedingte Aufnahme und wurde nach des Abtes 
Wezelin Resignation (die yielleicht eben zu Heinrich*s Gunsten geschehen), 
ungeßUir in Mitte des J. 1231 zu dessen Nachfolger erwählt; aber schon 
nach einem Jahre trat er in den Dominikaner. Orden Ober, der damals, bald 



294 

nach dem Dahinscheiden des Stifters Dominicus (-]- 1221), in Österreich Ein- 
gang gefunden und mehrere Kloster, zuerst in Wien (c. 1225), dann auch in 
Krems, erhalten hat (Rauch, österr. Geschichte II. B. 351. 353. — Klein, 
Geschichte des Christenthums in Österreich, IL B. 149). 
2) Baumgarten, bei Mautern. 0. W. W. (?) 

XXIX. 

1225, circa. 8. October. GOttweig. — Aht Wezelin erhält vom Grafen 
Siboto von Herrantstein einen Hof in der Nähe des Gottweiger Berges zu 
ewigem Burgrecht, gegen jährliche Entrichtung eines halben Talentes 

Wiener - MOnze. 

[Original.] 

-{• In nomine sancte et indiuidue trinitatis. Omnium habere memo- 
riam et in nullo posse penitus deuiare, cum potius sit deitatis quam 
humanitatisy non indecens esse uidetur si emptiones et contraetus quos- 
übet scriptis et testibus ad memoriam hominum reuocentur. Notum sit 
ergo Omnibus tam presentibus quam fuiuris scire uolentibus, quod 
Siboto eomes de Herrandesteine *) eonsensu puerorum suorum dedit 
abbati Wezloni et confratribus suis in Chotwico, ad ius quod dicitor 
purchrechtf curiam quandam que uocatur esehhovpt ^) que uicina est 
monti in Chotwico in perpetuum seruiendam, et in signum stabilitatis 
et firmitatis predictus abbas Wezlo et confratres eins resoluunt annu- 
atim de ipsa curia dimidium talentum winnensis monete. Hec autem 
acta sunt in Chotwico octauo idus octobris, papa Honorio in ecclesiam 
dei regente, Friderico imperatore regnante, existente Gebhardo epis- 
eopo Patauienssi ecciesie, dominante Livpoldo ducis (sie) Austrie et 
Styrie. Huius rei testes sunt. Pilgerimm ') plebanus de Herrandestein 
Heinricm de gütenturn. Etcho miles de Herrantstein^ Livtoldus de 
hohenstovffe. Chunradus frater eius. Siboto Ammanus, Otto miles 
de fürte, Chunradtis miles de hompach et frater eius Hadmarus, 
Gotfridus de prunne, Viridis trovmel, Vlricus et Chunradtis de 
horenpach. Albertus uillieus de paU, Tiemo de povdorf, Fridericus 
de fürte, Emest de fürte. 

Mit Rücksicht auf die in der Urkunde genannten Personen ist diese 
Schenkung innerhalb der Jahre 1222 — 1227 geschehen ; im ersteren wurde 
Gebhard Bischof von Passau (nach Buchinger, I. 201 schon zu Ende 
1221); im letzteren starb Papst Honorius III. (18. März 1227). 

An der Urkunde hängt nebst dem alten Conventsiegel auch das grosse 
ovale Siegel des Grafen Siboto, darstellend einen auf 3 Kugeln stehenden naeh 
rechts gewendeten Falken mit der Umschrift Comes Siboto de Herrande* 



29S 

gteine/(\^, Fontes Rer. Austr. IL Abth. I. Band. Diplom, miscell. Seite 319, 
Siegel Nr. 18.) 

1) Siehe Saalbueh, Tradition Nr. CCCXXV. 

2) Ein Hof in Furt am Fusse des Göttweiger Berges. (Vgl. den Falken- 
steiner Codex in Monum. boic. VII. 454; Eselshopen, Eselshouen, 
and loe. cit. XIX. II. 216. ^Ista uacare c6perunt per mortem comitis de 
Herranstein'': Hauleiten (Hausleuten U. M. B. ?, oder der einst gleich- 
namige Ort bei Hasendorf, 0. W. W. Archiv f. K. 5. G. 1853, IX. 294, Note) 
Meurl inge (Meidiing unweit des Stiftes), et curia villicationis sub monte 
Chotwico etc.). 

3) Peregrinus (Piligrim), Pfarrer zu Herrantstein, erscheint im Jahre 
1233 als Zeuge in einer Lilienfelder Urkunde. (Hanthaler, Recens. diplom. I. 
75. Vgl. KJrchl. Topographie VH. B. 178 -- 187. Chmel's Geschichtsforscher 
I. 541 — 548.) 

XXX, 

1231. 17. April. — Heinrich I. von Chunring stellt auf Ansuchen des Abtes 
Wezelin und zur Seelenruhe seines verstorbenen Bruders Hademar einige 
dem Stifte entzogene Wiesen im Axwald wieder zurück, und erlässt zugleich 
auf immer die jährlich ihm geleistete Steuer von einem Wirthschaftshofe bei 

Spitz. 
[Cod. Privilegiorum Fol. 17. verso.] 

lu nomine sancte et individue Trinitatis Amen. Quoniam orta 
sub sole cum ipso simul oecidunt sole et qui^ processu temporis 
memorie hominum multa elabuntur» et sicut eorpora alternantur, 
alternantur et mentes» recordatione digna durantibus scriptorum 
indieiis sapientum censentur roboranda. Notum sit ergo presentibus 
et futuris litteras presentes inspeeturis, quod ego Beinricus de 
Chunring^ Marscaicus Auslrie, ob venerationem gloriose dei et 
hominis genetrieis et perpetue semper virginis» et ad peticionem 
domini Wezlonis renerabiüs tunc Gottwicensis ecclesie Abbatis, et 
pro remedio anime fratris mei Hademari eo anno defuneti ^)» pratä 
quedam eiusdem ecclesie super Axwald ^) > que suggestione quo- 
rundam de nostris nostra reputantes, iurisdictioni nostre frater meus 
et ego Yindicaverimus , memorate ecclesie, sicut sua prius erant, 
redonayi et steuram, que de sua curia Möstinkch ^) dari nobis consue^ 
Terat, pro dilectione matris misericordie et salute mea perpetuo rela- 
quayi. Ut autem hec pratorum redonatio et steure relaxatio apud 
heredes fratris mei et meos rata permaneat, presentis pagine subscrip- 
tione et sigilli mei appensione et testium subnotaeione prout firmius 
potui stabilivi. Acta sunt hec anno ab incarnatione domini Millesimo 



296 

ducentessimo tricesimo primo. Indictione quarta, quinto decimo 
Kalendas Maii, presidente sedi apostolice Gregorio nono, et impe- 
rante Friderico secundo. Et hü sunt testes: Syfridus Capellanus, 
Pilgrimus notarius meus, Otto frater suus, plebanus de Espeinstorfft 
Otto de Wormze, Hartmcua genselo, Bemhardus pinceraa, Fride- 
ricm Swanzo, Fridericm camerarius» Heinricus Iudex* Heinricus 
Gottwicensis, ChunradtiSf ülricus, Chunradus et Haidemarus de 
HornpacK Otto de Chueslag, et alii quam plures, quorum nomioa 
propter compendium subtieentur. 

1) Hademar (III. d. N.) von Chunring starb demnach schon Anfangs des 
Jahres 1231, nicht erst im J. 1233, wie man bei Wissgrill (1. c. IL 50) 
angegeben findet. Die meisten österr. Annalen erzählen ,,1231. Oria est 
disseruio inter illustrem ducem Austrie et Stirie Fridericum et fraires dt 
Chunringe, Hademarum scüket et Heinricum, Hademarusmoritar et in 
claustro suo Zwetel a venerahili Pataviensi episcopo Gehhardo sepelitur, 
(Pertz, Monum. Germaniae Tom. XL pag. 626, 627, 637, 726) 

2) Der Axwalt (gewöhnlich Ochswald) erstreckt sich um Gansbach imd 
Gurhof, wo unser Stift noch jetzt einige Besitzungen hat. (Vgl. Nr. XLIIL) 

3) Später der Müstinger- oder auch Mäuslinghof genannt (Weiskem. 
Topographie L 398) eigentlich Misslinghof, da er am Misslingbache 
(Mystrica) unterhalb Spitz liegt. (Schweickhardt, V. 0. M. B. IL 153.) 

XXXI. 

1232. — 3. März. Erdbnrg. — Herzog Friedrich IL Ton Österreich und Steter, 
Herr von Krain , überlässt — gleich seinem Vater Leopold , welcher auf 
das Vogteirecht über gewisse Göttweiger Besitzungen gegen eine jährliehe 
Leistung von 250 Mut Hafer verzichtet hatte — die ihm von seinem Ministe- 
rialen Wichard von Zebingen anheimgefallene Vogtei über einige Stiftsguter 
dem Gotteshause, für eine jährliche Abgabe von 100 Mut Hafer Neuburger 
Masses. Zugleich bestimmt er auf die Bitte des Abtes und Conventes, das« 
statt der 40 Talente Landpfennige, welche das Stift, nach einer Verordnung 
Herzogs Friedrich I. dem Landrichter in Tulln als Ablösung seiner Gerichts- 
barkeit zu bezahlen hatte, von nun an 100 Mut Hafer entrichtet werden. 

[Original.] 

f In Nomine Patris et Filii et Spiritus Saneti Amen, Fridericus 
dei graeia Dux Austrie et Stirie et dominus Carniole ^ Uniuersis 
Christi fidelibus in perpetuum. Cum teste scriptura melius sit nomea 
bonuro, quam unguenta preeiosa, nos sieut patres nostri pro deo et 
salute nostra et bona fama, quam negligere non debemus, ad tuieioaem 
et indempnitatem ecclesiarum, que per terras nostras eonstitute sunt 
operam dare uolumus diligentem. Hine est quod presenti pagina 



r 



297 

constare uolumus tarn presentibus quam futuris, qaod cum pie 
memorie pater naster Livpoldus Dux Austrie et Stirie» priuilegium^) 
dederit ecclesie Kothwicensi, quatinus ei de quibusdam eiusdem 
ecelesie possessionibus CC^. L^\ Modii auene, que uulgo dicitur 
Marchuuter, annuatim ab Abbate illius loci soluerentur, Nos quoque 
uestigiis patris nostri inherentes, iam dicte ecclesie pro commodo et 
profectu eius omnem aduocaciam in bonis ipsius, que nobis a 
Wichardo de Zebingen^) ministeriale nostro, uacare ceperat, 
perpetuo iure contulimus, ea scilicet ratione, ut C"". Modios auene 
Newenburgensis Metrete nobis inde ecclesia persoluat annuatim. 
Itemque XL^ talenta que uulgo dicuntur Lantpfenninge, super quibus 
soluendis iudici nostro deTulna, ne aliquam iurisdictionem inhomines 
ecclesie haberet, priuilegium acceper^t a felicis memorie patruo nostro 
Friderico, quondam Duce Austrie, in C"". Modios auene Newenbur- 
gensis metrete , ad instanciam precum Abbatis et conuentus supra- 
dicte ecclesie fecimus commutari, ita dumtaxat, ut nuUus iudicum 
nostrorum nee citra nee ultra danubium, aliquam habeat iurisdic- 
tionem in bonis illis, in quibus soluitur bec auena, nisi forte aliquis 
morte condempnandus in bonis illis repertus fuerit, quem tamen 
iudex noster propria auctoritate non usurpabit, sed retentis bonis 
illum sicut cingulo accinctus fuerit, nostro iudici homines ecclesie 
assignabunt. Ut autem hec rata et inconuulsa sine fine maneant, 
presentem paginam sigilli nostri inpressione fecimus roborari. Testes 
buius rei sunt. Liupoldus Canonicus Patauiensis. Vlricus de 
Wüzlistorf scrihn, Chadoldus Dapifer de Veldesperch. Wichardtia 
de Ärenstaine, Otto Dapifer de Ottenstaine. Vlricm de Chirche- 
linge. Haertnidus de Sahsengange. Älbero de Swarcenowe. 
Albertus Camerarius de Lahsendorf, Wolfkerus Ae Parowe. Chun- 
radtis Ptber^ et alii plures. Acta in Erpurch, V.° Nonas Martii. 
Anno domini M.° CC^ XXXIP. Indictione Quinta. 

An der Urkunde hängt das gut erhaltene Münzsiegel des Herzogs, an 
der Vorderseite mit dem Bindewappen im Schilde, auf der Kehrseite mit 
dem steierischen Panther. Es ist grösser als die Abbildung bei Herrgott 1. 
c. tab. IV. n. 1. (Vgl. Karl Yon Sava 1. c. 322. 340. Nr. 23 b.) 

1) Nach Dr. v. Meiller *s Bemerkung in den Babenberger Regesten 
(Note 432. S. 263) fuhrt Herzog Friedrich H. hier zum ersten Male den 
Titel: dominus Carnio 1 e, somit schon um Ein Jahr früher, als Rauch 
in seiner österreichischen Geschichte (II. B. S. 416. §. 31) nach den damals 
(1780) bekannten Urkunden angibt. 



298 

2) Eine Urkunde oder genauere Aufschreibung über dieses Privilegium 
Leopold*8 VI. (VII.) ist leider nicht mehr vorhanden. 

3) Wiehard von Zebing wurde 1232 in Wien ermordet. (Annales Austriae 
in Pertz, Monum. Germaniae Tom. XL 626. 627. 637. 727.) 

XXXII. 

1232. 23. Hän. Erdburg. — Hademar von Sonnberg entsagt seinem Yogtei- 
rechte über die Stifts-Besitzungen inTern, und erklärt dieses Amt fortan nur 
um Gotteslohn ausüben zu wollen, so dass alle dortigen Yogtei -Erträgnisse 
dem Stifte zukommen sollen. Den darüber ausgefertigten Yerziehtbrief lässt 
Hademar nach Wunsch des Abtes und Conventes von dem Landesfürsten 
und seinem Verwandten Heinrich von Chanring durch Beifügung ihrer Siegel 

bestätigen. 

[Original.] 

In Nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti Amen. Ad exstir- 
pandam obliuionis maculam decreuerunt sapientes seripture facta 
hominum commendari. Hinc est quod nosse uolo tam presentes quam 
futuros, quod ego Hademarus de Svnnenberch aduoeatiam quam in 
bonis eeelesie Kotwieensis in uilla que dicitur Tem 9 habebam, pro 
deo et Salute mea de consensu heredura meorum eidem eeelesie resi- 
gnaui, ita ut ususfruetus quem ratione aduoeatie ibidem habui, eedat 
eeelesie, ego autem et heredes mei eadem bona solius dei.intuitu, 
sine omni commodo defendamus. Si uero, quod absit, uel ego uel 
heredes mei aliquid contra id uelimus adtemptare, sit in optione 
eeelesie Kotwieensis, eligere sibi super predicta bona quem uoluerint 
aduocatum. Vt autem hec firma sint et inconcussa, sigillo domini mei 
Friderici, tunc ducis austrie et styrie et domini karniole, et Hein- 
rici de Chvnringe, tunc marschalci ausfrie, cognati mei et meo, ad 
petieionem domni Hanrici tunc abbatis et conuentus eeelesie kotwi- 
eensis feci in perpetuum roborari. Testes buius rei sunt. Heinricus 
marscalcus de Chunringe. Levpoldus canonicus pataviensis. VJricus 
de Wizilinsdorf scriba. Chadoldus dapifer de Veldisperch. Chadoldus 
de Pomgartn, HademarusAeErinstprunne. Hermannm ieChranch- 
perch. Heinricus de Prvnne. Irinfridua de hintperch, Otto de 
Ottenstein. Albero de Swarzenowe, Hvnilo spismaster et alii quam 
plures. Acta in Erpurch anno domini M.^'CC.^XXX.^II.^X.'^kalendas 
apriiis. 

Die drei angezeigten Siegel hängen wohlerh alten an der Urkunde. Zuerst 
das Reitersiegel Heinrici de Chunringen, wie in Hanthaler*s Recens. dipL 



299 

geneal. tab. XXIX. Nr. IX. — Id der Mitte das landesförstliche Reitersiegel 
mit dem Bindeschilde. — Dana das grosse dreieckige Siegel Hadamari 
de Sunberch, ähnlich dem bei Hanthaler, 1. c. tab. XLY. Nr. XVIII. 
1) Siehe Saalbach, Tradition Nr. LXyill. 

XXXIII. 

1232. 7. Jnni. Wien. — Abt Heinrich von Göttweig überlässt mit Einwilligung 
seines Capitels dem Pfarrer Ulrich von Witzeisdorf auf Lebenszeit um 60 
Talente den Fruchtzehent in Scharndorf und auch den schon früher, aber 
unrechtmässiger Weise besessenen Zehent in Leubmannsdorf, wofür Ulrich 
ein anderes dort liegendes versetztes Zehentgut des Stiftes einlöst und 
ausserdem jährlich einen Hausen zu liefern verspricht. Der ganze Vertrag 
wird durch Anhängung des landesfürstlichen Siegels gesichert. 

[Original.] 

In Nomine sancte et indiuidue trinitatis. Amen. Ne gestarum 
rerum notieia proeessu temporis euanescat, litterarum memorie 
commendatur. Innotescat igitur tarn presentibus quam futuris, quod 
ego Heinricus dei gracia ecclesie kotwicensis abbas et totus eon- 
uentus eiusdem ecclesie, decimas ecclesie nostre in uilla que dicitur 
Schorindorf, tarn maiores quam minores, domino Vlrico plebano de 
Wizilinsdorf^ tunc scribe Austrie, de communi consilio et consensu 
pro Ix**" talentis concessimus ad tempora uite sue , exceptis decimis 
uini et uno beneficio, quod quidam Vlrieus, cognomento Trvsmcßr, a 
nobis habet, et diu habuit jure feudi. Sed quia predictus Ylricus 
plebanus decimas uille Levbmanesdorf ad ecclesiam nostram jure 
spectantes contra bonam voluntatem nostram et suam conscienciam 
possidebat, tamquam vir prudens et timens dominum, unum beneficium 
decimarum predicte uille, quod aliunde fuerat obligatum in usus et 
possessionem ecclesie nostre redemit, et annuatim nobis piscem, qui 
dicitur Huso dare promisit, ut de bona uoluntate nostra iam dictas 
decimas tantum ad dies uite suepossideat et siquid priusin detentione 
earundem decimarum deliquerat sibi ex corde remitteremus, quod utique 
animo gratanti fecimus et libenti, et in signum bone uoluntatis nostre et 
deuotionis ipsi omnium oracionum nostrarum dedimus communionem ^). 
Vt autemhec omnia rata permaneant atque firma, sigillis domini nostri 
Friderici, tunc ducis Austrie et stirie, et domini Leupoldi canonici 
pataviensis, et predicti domini Vlrici scribe de WizÜinsdorf, 
communiri fecimus ad cautelam, nominibus testium subnotatis, qui 
sunt. Heinricus prepositus patauiensis. Liupoldus domini prepositi 



300 

subdiaconus. Chunradus de patzmansdorf, et Marchwardus de 
licktemoari plebani. Otto de Ottenstein* . Liupoldus quoDdam 
pineerna. Perchtoldm teschelo, Sifridus de Saraxdorf. Martirm, 
Ludvncm, FZncti« hospes. Chunradus ie weitgin8dotf.Ei2ilnf\\ires, 
Acta sunt hec Wienne. Anno ab incarnatione dominiM/ CC.^'XXXII.'' 
VII. Idus Junii. 

An der Urkunde ist das Reitersiegel Herzog Friedrieh*8 ü. mit dem 
Bindewappen; und ein kleines ovales Siegel Vlrici Scribe befestigt; das 
angezeigte dritte Siegel des Passauer Domherrn Leupold ward nicht daran 
gehängt. 

1) Cber die damals übliche Aufnahme Torziöglicher Gönner und Wohl- 
th&ter des Klosters in die geistliche Bruderschaft ^fyarftetpo^ 
bonorum operum; communio omnium orationum) und dergleichen fromme 
Verträge überhaupt, siehe Keiblinger*s lehrreiche Bemerkungen in der Ge- 
schichte Melks I. 292 ff. 

XXXIV. 

1232. Wien. Im SchottenUoster. — Eine gewisse Reichardis schenkt ihren 
Weingarten bei Chorhern dem Gotteshause Göttweig. 

[Original.] 

Patefiat uniuersishanepaginam inspecturis, quod Ego Reichardis 
vineam in Charecham *) in salutem et remedium tarn patris quam 
roatris et omnium parentum meorum et meam, adhuc me uiuente 
Ecelesie eontuli Chotuuicensi, presentibus auunculis meis Hanrico 
et Hartmut et Notario Domini Ducis domno Vlrico de Wizleinstorf, 
Bertholdo Tosceloney Vlrico hospite, Chunrado de Weikenstorf, 
Gerungo institore et ad presenciam tocius eonuentus scotorum in 
Winna et precipue Wilhalmo, Jacobo, et aliis quam pluribus. Acta 
sunt bee in Monasterio sancte Marie scotorum in Winna. Anno 
dominice Incarnationis M." CC. XXX. II. Ut autem bee rata perma- 
neant sigillo capituli scotorum et domni Vlrici Notarii presentem 
cedulam iussimus roborari. 

An der Urkunde hängt nur das gut erhaltene ovale SIGILLUM VLRICI 
SCRIBE; das Siegel des Schottner Capitels fehlt. 

1) Das jetzige Pfarrdorf Chorhern im Tullnerfelde, 0. W. W. 



301 



XXXV. 



1233. (Salzburg.) — Der Decan, der Schatzmeister und der Cantor der 
Salzburger Kirche machen dem Abte und Convente zu Göttweig bekannt, 
dass sie yom Papste Gregor IX. beauftragt seien, die bei ihm vorgebrachte 
Klagsache des Abtes von Rot gegen Göttweig betreffs einiger streitiger 
Besitzungen zu untersuchen und schliesslich zu entscheiden. Der Abt möge 
desshalb zur Verantwortung am 23. Juni entweder selbst nach Salzburg 
kommen oder einen bevollmächtigten Sachwalter schicken. 

[Aus einem Copialbuehe.] 

C. Decanus, H. Thesaurarius , D, Cantor, Salzepurgenses, 
Judices a sede apostolica delegati, Dilectis in Christo fratribus Eleeto 
[Abbati] et Conventui in Chotwico salutem cum fraterne dilectionis 
a£fectu. Innotescat discretione yestre nos litteras et mandatum aposto- 
licum reeepisse in hunc modum: „Gregorius Episcopus, Servus 
Servorum Dei, dilectis filiis Decano, Tbesaurario et Cantori salzpur- 
gensibus Salutem et Apostolicam benedictionem. Dilecti filii Abbas 
et Conventus de Rothe nobis conquerendo monstrarunt, quod Abbas 
et Conventus de Chotwige, pataviensis dioecesis, quoddam predium 
et alias res ipsorum contra iustitiam detineant et reddere contradicant. 
Ideoque discretioni yestre per apostolica scripta mandamus, quatinus 
partibus convocatis audiatis causam, et appellatione remota fine 
debito terminetis, facientes quod decreveritis per censuram eccle- 
siasticam firmitus observari. Testes autem, qui fuerunt nominati, si 
se gratia, odio, Tel timore subtraxerint per censuram eandem appel- 
latione cessante cogatis veritati testimonium perhibere. Quod si non 
omnes bis exequendis potueritis interesse, duo vestrum ea nicbilo- 
minus exequantur. Data Anagnie YL kalend. Decembris, Pontifi- 
catus nostri anno serto.^ — Mandatis igitur apostolicis contraire non 
audentesy Vos, ut ad respondendum per Yos, yel per responsalem 
suSicienter instructum yenire possitis parati, diem et locum in maiori 
Ecclesia Salzpurgensi, in yigilia Joannis Baptiste Vobis peremptorie 
prefigimus. Ut autem super dilatoriis, que frequenter labores multi- 
plicant et expensas, iudiciaria prouideatur auctoritate, predium 
Swarzach dictum in petitione Vobis specificatur, salyo iure addendi 
uel diminuendi. 

Seit Abschluss des Vergleiches zwischen den Äbten Wernher von Göttweig 
und Luther von Rot im Jahre 11^2 (siehe Urkunde Nr. XIV) war unser 
Stift im ruhigen Besitze des Gutes Schwarza (jetzt Schwarzau) durch 



302 

80 Jahre. Da erhob Abt Heinrich von Rot um das Jahr 1232 von neuem Ansprüche 
darauf, und brachte seine Klage sogar vor den päpstlichen Richterstuhl. GregorlX. 
(gewählt am 19. März 1227) erliess von Anagni aus am 26. Nov. 1232 ein 
Schreiben an die oben genannten OfHcialen der Salzburger Domkirche, worin er 
ihnen befahl, beide Parteien zu berufen und zu vernehmen, ihre Rechte zu 
prüfen und den Streit zu beenden. Sie schickten demnach (Anfangs d. J. 1233) 
obige Citation mit dem eingeschalteten päpstlichen Breve nach Göttweig.In dieser 
Citation ist der Name des Abtes nicht ausgedrückt, es heisst nur „Electo*^, 
woraus zu schliessen, dass eben damals der Abt von Göttweig erst erwählt, 
aber noch nicht geweiht war. Abt Heinrich IL (dens. Zahn, Zant) nämlich, der 
nach seines Vorgängers Heinrich I. (de Nelib) Übertritt zum Dominikaner- 
Orden (1232), zum Vorsteher des Stiftes erwählt worden, konnte die Bestätigung 
in seinem Amte und die Weihe vom Diöcesanbischofe nicht sogleich erlangen, 
weil das Bisthum Passau nach Gebhard's Resignation zu Rom (1232) bis 
zum August 1233 unbesetzt war. (Buchinger, Geschichte des Fürstenthoms 
Passau. I. 206.) 

XXXVL 

1233. — Dieselben päpstlichen Schiedsrichter bestimmen dem Abte von Göttweig 
den 29. November als zweiten Termin zum Erscheinen in Salzburg. 

[Original.] 

C. dei gratia decanus. H. custos et D. cantor sahbnrgenses, 
iudices a sede apostolica delegati venerabili in Christo domino et 
fratri abbati chotvvicensi salutem et orationes in domino. Licet sepe 
petentibus nuneiis uestris inducias uobis coneessimus, eontradicente 
tarnen aduersario uestro uenerabili abbate de Rot^ pensatis tarnen 
irapedimentis uestris legitimis aliisque circumstaneiis, deferendum 
uestre duximus honestati. Sed nunc cum magna peciit instantia» 
constitutus personaliter eoram nobis ut tandem denuo uos euocando 
ad negocium accedere dignaremur. Cum igitur sicut nostis causam 
non possimus amplius prorogare, uos ad presentiam nostram peremp- 
torie citannus, terminum uobis vigiliam sancti Andree proximam et 
locum claustrum maioris ecclesie sahburc prefigentes, scituri quod si 
tunc uenire non curaueritis uel sufficientem mittere responsalem pro 
uobis ex tunc in causa quantum poterimus de iure procedere non 
obmittemus. 

An dieser zweiten Citationsurkunde befinden sich 3 kleine Siegel, wovon 
nur das erste noch kennbar ist und die Umschrift zeigt : Chuno Decanos 
Salzpurg. Die zwei andern sind ganz verwischt. 

Abt Heinrich von Göttweig unternahm zwar die Reise nach Salzburg, 
musste aber nach erlittenen grossen Gefahren unverrichteter Sache wieder nach 



303 

Hause zurückkehren, und da ihm die Canoniker keinen andern sicheran Oi^ zur 
Vernehmung bestimmen wollten, so wendete er sich mit seiner Beschwerde 
an den Papst selbst und bat um Ernennung anderer Untersuchungsrichter. 
Gregor IX. beauftragte durch ein von Perugia am 8. December 1234 erlassenes 
Breve den Abt yon Garsten, den Propst yon St. Florian und den Dechant yon 

Enns mit der Untersuchung des Sachverhaltes, wie aus den folgenden Docu- 

menten erhellt. 

XXXVII. 

1235. — Ulrich, Abt von Garsten , Bernhard , Propst yon St. Florian, und 
Wemher, Dechant yon Enns, als vom Papste delegirte Richter fordern den Abt 
Heinrich yon Rot auf, am 30. April zu Yöcklabruck in der Capelle des heiligen 
Agidius zu erscheinen, um yor ihnen sich zu verantworten über die Klage des 

Abtes yon Göttweig. 
[Original.] 

Reuerendo in Christo patri et domino. H, Yenerabili Abbati 
Kotensi, et eiusdem loci eollegio, Abbas de Gersten, Prepositus S. 
Floriani et Decanus de Anaso, Pataviensis dyocesis, Judices a sede 
apostolica delegati, deuotas orationes et fraternam in domino cari- 
tatem. Scripsit nobis dominus noster Papa in hunc modum: ..Grego- 
^rias episcopus seruus seruorum dei, Dileetis filiis Abbati de Gersten, 
„Preposito S. Floriani, et deeano de Anaso, Patav. dyoe. Salutem et 
„apostolicam benedietionem. Dilectus filius Abbas de Chotwieo sua 
M nobis petitione monstrauit, quod cum Abbas Rotensis, frisigensis 
^dyoe. ipsum super Swarza, et quibusdam aliis uillis. possessionibus, 
„et rebus aliis coram deeano Salzpurgensi et suis coniudicibus aueto- 
„ritate apostolica conuenisset, quia dieti iudices ad locum non tutum 
^Citantes eundem, aliumque sibi seeurum assignare contra iusticiam 
y,denegarent humiliter requisiti, idem senciens indebite se grauari, 
„nostram audienciam appellauit. At ipsi legitima ejus appellatione 
y,contempta, partem alteram in possessionem rerum ipsarum preter- 
^misso iuris ordine induxerunt. Ideoque diseretionivestre per aposto- 
^liea scripta mandamus, quatenus si est ita, reuocato in statum debi- 
„tum quicquid post apellationem buiusmodi inueneritis temere 
„attemptatum in causa ipsa iuxta priorura continenciam litterarum 
„apellatione remota ratione preuia procedatis. Alioquin partes ad 
y,priorum iudicum remittatis examen, inpetentem in expensis legitimis 
„condempnando. Testes autem qui fuerunt nominati, si se gratia, odio, 
„uel fimore subtraxerint, per censuram ecclesiasticam, appellatione 



304 

„cessante, cogatis ueritati testimonium perhibere. Quod si non oranes 

„hiis exequendis poteritis interesse, duo uestrum ea nihilominus exe- 

„quantur. Datum Perusii, YII.'' Idus Decembris. Pontificatus nostri 

„anno VIII.'*'' — Nos igitur auctoritate apostoiica citamus uos 

peremptorie, diem et locum aobis prefigentes II. Kalend. Maii, in 

yigilia apostolorura Phylippi et Jacobi, in Veclapruke, in eapella S. 

Egidii, distriete mandantes ut hora diei tereia ibidem super queri- 

monia Abbatis Chotwicensis responsuri finaliter compareatis. Alio- 

quin, quantum de jure poterimus, in iudicio procedemus. 

An dieser und den nächstfolgenden vier Urkunden hfingen die wohlerhal- 
tenen Siegel: Dealrici Abbatis Garst ensis (Ulrich 1. 1233- 1239) ; — 
Prepositi de domo Scti Floriani (Bernhard 1224— 1240); — and 
Wernardi (Wernheri?) Anasensis Decani. 

XXXVIII. 

1235. — Dieselben citiren den Abt von Rot zum zweiten Male peremptorisch 
nach Yöcklabruck, um seinen Streit mit dem Kloster Göttweig untersuchen 

und beendigen zu können. 
[Original.] 

Reverendo in Cbristo patri et domino H. yenerabili Botensi 
abbati. K Abbas de Gersten, et P, prepositus saneti Floriani, et Wi 
deeanus de Anaso, Judices a sede apostoiica delegati, deuotas ora- 
tiones et reuerentiam. Quia fratres restri monasterii in tantum uersi 
sunt amentiam, ut nuntium nostrum fratrem conuersum, ferentem 
mandatum apostolicum, in iniuriam et ignominiam sedis apostolice 
spoliauerint et uerberibus afflixerint, eonantes inpedire citacionem, 
quam uobis direximus, nos ad remouendas exeusationes in peccatis 
iterum peremptorie et sollempniter uos citamus, diem, et locum uobis 
prefigentes in Veclabruke in capella saneti Egidii, proxima secunda 
feria post ebdomadam pentecostalem pridie nonas Junii, auctoritate 
apostoiica mandantes, ut ibidem coram nobis compareatis, uoluaius 
enim negotio, quod uertitur inter uos et Abbatem Gottwicensem super 
possessionibus in swarza debitum finem imponere. Licet autem in 
priori citacione teuerem autentici uobis transmiserimus, iterum ipsom 
inserimus, ut parcamus laboribus partium et expensis, ne per dilata- 
tiones frustratorias fatigentur. Hie est autem tenor mandati aposto- 
lici. „Gregorius, etc. (utsupra). 

Die Mönche von Rot suchten die Gerichtsvorladung ihres Abtes gewalt- 
samer Weise zu verhindern, indem sie den Laienbinider, der das Schreiben 



305 

jiberbrachte, dessen beraubten und misshandelten. bie Richter mussten desshalb 
eine zweite Aufforderung an den Abt ergehen lassen, am 4. Juni, Montags 
nach der Pfingstwoche, in der Capelle des h. Egidius zu Yöcklabruck (einem 
Städtehen an der Poststrasse ?on Linz nach Salzburg) vor ihnen zu erseheinen. 

XXXIX. 

1235. — Abt Heinrieh von Göttweig wird durch die päpstlichen BevollmSchtigten 
vom Kirchenbanne, den die früheren Richter auf Betrieb seines Gegners über 
ihn ungerechter Weise verhängt, losgesprochen und im Besitzrechte der ange- 

strittenen Güter bestätigt. 
[Original.] 

Reverendo in Christo patri et domno H. yenerabili Abbat! 
Chotewicensi, Yl. Abbas de Gaersten, B. prepositus de domo s. 
Floriani, W. decanus de Aneso, iudices delegati, deuotas orationes et 
obsequium. Quia Abbas Rotensis m preiudicium yestrum missionem 
in possessionem bonorum, de quibus uobis controversiam mouit, et 
sententiam excommunicacionis contra uos procurauerat, nos diligehter 
aoctoritate nobis iniuneta a sede apostolica» iudieum ab eo impetra- 
toruro proeessum examinauimus, et testes yestros super perieulis in 
yeniendo Sahpurgam et redeundo domum audiyimus, et eorum ad- 
testationibus publicatis, quiequid post appellationem legitime ex parte 
yestra interpositam adtemptatum fuerat» in irritum reuocauimus, sen- 
tentiam excommunicacionis tanquam a non suis iudicibus latam nuUam 
esse iudicantes, et possessionem bonorum yobis restituimus» contra- 
dictores et resistentes per censuram ecclesiasticam compescendo. 

XL. 

1235. — Dieselben berichten dem Herzoge Friedrich U. von Österreich und 
Steier den Sachverhalt und ihre richterliche Entscheidung des Streites zwischen 
den Klöstern Rot und Göttweig über die Güter in Schwarza ; zugleich bitten 
sie ihn, er möge die dortigen Göttweiger Besitzungen schützen und den Herren 
Ton Putten, als Vögten, die nöthigen Befehle dazu ertheilen. 

[Orig^inal.] 

Serenissimo principi F. inclyto duci Austrie ac Styrie. VI. 
Abbas de Gaersten, JS. prepositus de domo s. Floriani, W. decanus 
de AnesOy iudices ab apostolica sede delegati, deuotas orationes in 
domino. Significamus excellencie yestre, quod Abbas Rotensis, frisin- 
gensis diocesis, quasdam literas a curia romana tacita ueritate 
impetrauerat, per quas nitebatur possessiones mSwarza^ que spectant 

Fontes. X. 20 



306 

ad monasterium Chatewicense per maliciam disturbare. Verum quia 
eadem causa per appellationem a curia romana nobis est delegata» 
nos ejusdem cause meritis diligentius examinatis, partibus coram 
nobis constitutis, quicquid erat contra iusticiam adtempfatum, cassando. 
irritauimus. Ne autem Abbas Rotensis per fauorem aduocatorum aut 
Tiolentiarn monasterium Chotewicense deinceps audeat inquielare, 
supplicamus serenitati vestre, vt in eisdem possessionibus Chotewi- 
cense monasterium defendatis, precipiendo aduocatis domino J7. et 0. 
de Pctin, ut abbatem Rotensem ab iniusta inuasione compescant et 
omnia occasione huius litis ablata restituant, et homines colonos, 
in eisdem possessionibus habitantes, secundum antiquam consuetudi- 
nem Abbati Chotewicensi seruire precipiant. 

XLI. 

« 

1235. — Dieselben geben den Pfarrern in Gumpoldskirchen und Grillenberg den 
Auftrag, dass sie sich nach Schwarza verfugen und die dortigen Unterthanen 
zum Gehorsam gegen den Abt von Göttweig und seine Amtsleute verhalten; 
auch sollen sie die Vögte auffordern, dass sie pflichtmässig jeden ferneren 
Eingriff des Abtes von Rot verhindern, und die Zurückgabe alles Entzogenen 

bewerkstelligen. 
[Original.] 

W divina miseratione Abbas de Gaersten, B, prepositus de 
domo s. Floriani, W. decanus de Aneso, iudices ab apostolica sede 
delegati Dilectis in Christo fratribus, C. in GumpoUskirchen, et S. in 
Grillenperge *) plebanis sinceram dilectionis constantiam. Nouerit 
diieetio vestra, quod causam appelationis ex parte Abbatis Chotwi- 
censis contra Abbatem Rotensem super possessionibus in Swarza^ 
partibus coram nobis constitutis diligentius examinauimus et legiti- 
mam fuisse iudicauimus. Quicquid ergo ea interposita adtemptatum 
fuit per missionem in possessionem bonorum, in irritum reuocauimus. 
Auctoritate igitur nobis iniuncta vobis districte precipimus, ut ad 
easdem villas accedatis, et hominibus sub pena excommunicacionis 
mandetis , ne ad abbatem Rotensem aliquem habeant respectum , sed 
Abbati Chotewicensi et suis officialibus obediant, seruiant, et secun- 
dum antiquam consuetudinem obsequantur. Aduocatis quoque domino 
Heinrico et 0. fratri suo de Pvtin^) auctoritate apostolica distric- 
tissime precipite, ut Abbatem Rotensem ab inuasione Choteivicensis 
monasterii in eisdem bonis compescant, et nuUam deinceps yim inferre 
permittant, et si quid retentum est occasione huius dissensionis, Abbati 
Chotewicensi cum integritate restituatur. 



30T 

1} G umpoldskirch en unweit Baden, und Grill enberg bei Potenstein 
sind nur einige Stunden von Sckwarzau entfernt, welches am Steinfelde 
zwischen W.-Neustadt und Neunkirchen liegt und .von dem gleichnamigen 
Markte im Gebirge hinter Gutenstein wohl zu unterscheiden ist. (Schweickhardt, 
Darstellung des Erzh. Österreich u. d. Enns, V. ü. W. W. Theil VI. 28 — 31 u. ff. 
Kirch). Topographie 1. Abth. V. B. Potenstein; Grillenberg, S. 103 u. ff.) 

2) Heinrieus et Offo, fratres de Putin erscheinen schon im 
J. 1222 in einer Urkunde Herzogs Leopold VI. (VII.) für das Kloster Formbach. 
(Regesten der Babenberger. S. 130. Nr. 178. Vgl. Aquil. Caesar., Annal. Duc. 
Styriae. I. 813.) Das Schloss Putten ist in der Nähe von Schwarzau, südöst- 
lich gelegen. 

Trotz dieser richterlichen Entscheidung des Streites zu Gunsten Göttweigs 
ruhte der Gegner nicht, und brachte es vermuthlieh durch seine Machinationen 
dahin, dass unser Abt Heinrich IL im J. 1237 seines Amtes entsetzt und einge- 
kerkert wurde , da es im Verzeichnisse der Stiftsabte am Schlüsse des Saal- 
boches von ihm heisst : „Heinrieus Abbas (dictus dens) annos V et 
anno VI. obiit in captivitate." — Jedenfalls ist die Vermuthung eines 
älteren Hausanna] isten wahrscheinlicher, dass Abt Heinrich in Folge des Pro- 
cesses mit Rot ein so trauriges Schicksal hatte, — als die ganz unbegründete und 
lieblose Behauptung des Ämilian Janitsch (in seiner „kurz abgefassten Geschichte 
des Benedictiner-Stiftes Göttweig*^ S. 34) „dass Abt Heinrich IL durch seine 
ausschweifende Lebensweise das Stift an den Rand des Verderbens brachte, 
und desswegen abgesetzt und 1237 ins Gefangniss geworfen wurde'^.... — 

Im hiesigen Stiftsarchive findet sich nichts Weiteres über diesen Process 
mit Rot, aber im Diplomatar. miscelL dieses Klosters (Monum. boica I. 399. 
Nr. XLIV) steht eine darauf Bezug habende Urkunde, aus welcher zu ersehen, 
dass die Sache im Jahre 1266 (??) noch nicht beendet war. Des Zusammen- 
hanges wegen sei es erlaubt, dieselbe hier vollständig beizufügen. 

Clemens IV. committit Seonensi Abbau causam^ Rotam inter 
ei Gottwicum vertentem. Anno 1266, 

Clemens Episcopus Serrus Seryorum Dei Dileeto filio . . . Abbati 
Sewensis Monasterii Ord. S. Bened. Salzburg. Diocesis salutem et 
apostolicam Benedietionem. Sua nobis dilectus filius Abbas Monasterii 
Rotensis petitione monstravit, quod cum ipse contra . . . Abbatem 
Monasterii Chotwicensis , Pataviensis Diocesis, super terris, posses- 
sionibus et rebus aliis ad . . . Decanum . . . Thesaurarium et . . . Can- 
torem Ecclesie Salzburgensis litteras aposfolicas impetrasset, iidem 
iudices» quia dictus Abbas Chotwicensis citatus legitime comparere 
eoram in prefixo termino peremtorio competenti contumaciter dene- 
gavit: propter bujusmodi contumaciam manifestam eundem Abbatem 
Rotensem in possessionem terrarum, possessionum et rerum huius- 
modi petitarum, in iudicio causa Custodie (? — ) induxerunt, quam 

20* 



308 

nancisci non potuit propter potentiain et malitiam partis adverse per 
annum et amplius , quapropter idem Abbas Rotensis petiit sibi super 
hoc apostolice sedis proyidentia subveniri. Quocirca diseretioni tue 
per apostolica scripta mandamus, quatenus» si ita est, eundem Abba- 
ten) Rotensem in earundem terrarum possessionem et rerum indueas et 
sicut iustum fuerit, defendas inductum. Contradictores per censuram 
ecclesiasticam , appellatione postposita, compescendo. Testes autem, 
qui fuerint nominati, si se gratia, odio vel timore subtraxerint, een- 
sura simili, apellatione cessante» eompellas veritati testimonium per- 

hibere. Dat. Viterbii. VII. Kai. Junii, Pontificatus nostri Anno secundo. 
Das zweite Pontificatsjahr Clemens IV. — gewählt am 3.(5 ?) Februar 1265 — 
reicht von 1266— 1267. — Abt im Benedictinerkloster Seon (nördlieh Yon Chiem- 
see in Ober-Baiern), war dazumal Dietricus I. -]- 1281 . (Monum. boiea. II. 120.) 
Göttweig behauptete endlich doch sein gutes Recht auf die angestriiteDen 
Güter, über deren Erwerbung und spätere Hintangabe in den Erläuterungen zum 
Saalbuche, Nr. LXIII Ausführlicheres zu finden ist. 



XLII. 



1235. 16. April. Melk (Medling?). — Bischof Rudiger von Passau erlaubt dem Abte 

und Convente zu Göttweig die ganzen Einkünfte der erledigten incorporirten 

Pfarren auf zwei Jahre zu beziehen, um dem durch schlechte Zeiten und 

erlittene Unbilden herabgekommenen Kloster wieder aufzuhelfen. 

[Original.] 

Rtigerus dei gratia Patauiensis Episeopus uniuersis präsentem 
paginam inspecturis salutera in domino. Cum ecclesia in Chotwico 
propter malum statum terre , et rioientias ipsi illatas» ^xtenuata sit et 
penitus diminuta, nos ex parte ipsi succurrere cupientes, indulsimas 
Abbati et Conventui eiusdem ecclesie ut si que ecdesie ipsis ceperint 
uacare, proventus ipsarum ad biennium detineant, et quiete possi- 
deant, ad ipsus ecclesie incrementum, ita tarnen vt ipsis ecclesiis in 
diuinis officiis faciant diligentius prouideri. Et in huius rei testimo- 
nium presentem paginam ipsis concessimus, sigilli nostri munimine 
roboratam. Datum apud Medelicum. Anno domini M*". CC''. XXX^ V*. 
XVP. Kalend. Maj. Pontificatus nostri Anno secundo. 

Das ziemlich wohlerhaltene bischöfliche Siegel hfingt mittelst eines Pergt- 
mentstreifens an der kleinen, unansehnlichen Urkunde. 

Rüdiger von Radeck, früher Bischof von Chiemsee, wurde nach 
Gebhard's Resignation (1232), im August 1233 zum Passauer Bislhume 
befördert, aber im J. 1250 wieder entsetzt. 



309 
XLIII. 

1235| circa. — Hademar und Heinrich von Chunring stellen dem Kloster einige 
Wiesen wieder zurfiek, welche von ihren Leuten gewaltsam waren in Besitz 

genommen worden. 

[Original.] 

Iq Nomioe Sancte et Indiuidue Trinitatis. Amen. Ad notieiam 
singulorum tarn modernorum quam futurorum pernenire cupimus^ 
qaod ego Hademarus et frater meus Hainricus de Chunringe ad 
instantiam petitionis venerabilis abbatis Hainrici ecclesie Kotwi'- 
censis, cognominati dens^), ob remedium animarum nostrarum et 
parentum nostrorum, et pretenta iusticie, quedam prata in paUa ^) 
ad cenobium Kotwicense iure fundationis pertinentia et in quiete 
multis annis ab ipsa possessa, et postmodum ab hominibus nostris» 
secundum quod fratres ecclesie confessi sunt, violenter usurpata 
remisimus in perpetuos usus eidem ecclesie , ita ut nullus nostrum 
uel nostrorum heredum predicta prata de cetero sibi iniuste uendicare 
presumat uel attemptet. Vt ergo hee a nobis acta a sui tenoris 
constancia non recedant in posterum per alicuius uiolentiam uel 
calumpniam, sigilli nostri impressione et teslium subscriptione pre* 
sentem paginam iussimus roborari. Vbi uero hec acta sunt presentes 
faerunt hi. Piligrimus plebanus de albrettesperge. Hartwicm 
gamilo. Albero et Otto de Rauna. Hainricus dapifer. Hainricus de 
horbruke. Arnoldus de spitze, et alii quam plures. 

An der Urkunde hängt mittelst vielen langen, blauen und gelben Zwirnf^den 
ein ziemlich grosses, länglich dreieckiges Siegel, in dessen Felde ein gezackter 
Holzblock steht mit einer nach rechts frei darüber liegenden Hacke. Die 
Umschrift zwischen Perllinien lautet: f SIGILLUM . HADMARI . . HEINRICI 
DE CHUNRINGE. — 

1) Da ausdrücklich Abt Heinrich H. genannt wird, so ist die Urkunde erst 
zu seiner Zeit (1232—1237) ausgestellt worden , die Rückgabe der Wiesen 
muss jedenfalls schon früher geschehen sein. (S. Nr. XXX.) 

2) Am Paltbache bei Paltmühl. 0. W. W. 

XLIV. 

1237, Januar. — Kaiser Friedrich H. nimmt das Stift Gottweig mit allen 
dazu gehörenden Personen , Gütern und Rechten in seinen und des Reiches 

besondern Schutz. 

[Original.] 

Fridericus Dei graeia Romanorum Imperator semper Augustus, 
Jerusalem et Sicilie Rex. Per presens scriptum notum fieri uolumus 



310 

uniuersis Imperii fidelibus tarn presentibus quam futuris, quod nos 
Tenerabilem Abbatem de Chotwic fidelem nostrum, Monasteriam 
ipsum, personas ibidem domino famulantes, cum bonis et jaribus 
suis, que iuste tenent et possident et in antea iusto aquisieionis titulo 
poterunt adipisei, diuine remuneracionis intuitu, quo personas deo 
dieatas respicimus, sub nostram et Imperii proteetionem reeepimus 
specialem. Mandantes et preeipientes uniuersitati nostre firmiter et 
distriete, quatenus nullus sit, qui dictum Abbatem cum suo Monasterio, 
et personis ibidem deo famulantibus, quam bonis et juribus suis, que 
racionabiliter possidet, presumat contra huius protectionis nostre 
tenorem aliquatenus molestare. Quod qui presumpserit indignaeionem 
nostri culminis se nouerit incurrisse. Ad huius itaque protectionis 
nostre memoriam et robur in posterum ualiturum presens scriptum 
fieri, et Sigillo maiestatis nostre fecimus coramuniri. 

Datum apud Wyennam, Anno domini Millesimo. Ducentesimo. 
Trecesimo septimo. Mense Januarii *), decima Indictione. 

Das kaiserliche Siegel ist gut erbalten. — Ein Facsimile der Urkunde ist 
im Chronieon Gottwieens. Tom. I, 421 zu finden. 

1) In demselben Jahre und Monate stellte K. Friedrich II. zu Wien für 
mehrere Gotteshäuser in Osterreich fast gleichlautende Gunst- und Schutzbriefe 
aus. (Siehe Böhmer, Regesta Imperii 1198 -— 1254. Neu bearbeitet 1849. 
S. 170, Nr. 865 - 870.) 

XLV. 

1243. — Leutold Graf von Hardeck gibt zum Ersatz des Schadens , den seine 
Leute dem Gotteshause Göttweig zugefugt haben, demselben ein Lehen zu 
Leutoltstall mit allen Ertragnissen, nur mit Vorbehalt der unentgeltlichen Yogtei 
darüber. Auch erbietet er sich statt dieses weitentlegenen Gutes zwei Talente 
auf ein dem Kloster näheres Besitzthum anzuweisen. 
[Cod. Privilegiorum fol. 56. verso.] 

In Nomine Patris et Filii et Spiritus sancti. Levioldus dei gratia 
comes in Hardehch omnibus hanc paginam inspecturis salutem in 
perpetuum. Ut mentis oblivio cesset et litis occasio, gesta hominum 
solent scripture testimonio roborari. Hinc est, quod Universität! 
omnium fidelium constare yolumus, quod nos post gravamina et 
iniurias Gottwicensi Ecclesie per homines nostros aliquando illatas, 
ne indignationem et iram Superni Judicis, cuius laus est in Ecciesia 
Sanctorum, contra nos in ultimo examine provocaremus, tandem pio 
mentis affectu, quo movebamur circa Ecciesias Christi, dampnum 
predicto Monasterio irrogatüm per nos dignum duximus sibi recom- 



311 

pensandum per dignam satisfactionem tali modo, quod nos eidem 
Gottwicensi Ecclesie contulimus beneficium unum in LeutoUstall ^) 
cum Omnibus proventibus illius ea ratione, quod etiam fratres predicti 
Honasterii mala, que homines nostri exercuerunt in bonis ipsorum, 
intuitu Dei et respeetu nostri servitii relaxarunt, et quod nos nullam 
iorisdictionem in eodem beneficio haberemus deinceps, nisi ipsam 
ad?oeatiam propter Deum simpliciter absque fructu. Preterea 
adiunetum fuit, ut si procedente tempore fratribus Gottwicensibus 
plaeuerit, nos beneficium illud in Leutoltstall propter remotionem 
loci mutuabimus, datis Gottwicensi Ecclesie redditibus duoruro talen- 
torum in loco, qui magis ricinus yideatur. Et ut ista donatio stabilis 
fiat et integra presentem paginam sigillo nostro et Conuentus Gott- 
wicensis, nee non et sigillo dilecti patrui nostri Comitis Chunradi «) 
fecimus roborari, testibus idoneis adhibitis. ülricus Wusso, Henricus 
Haller y Wolframmus de Meylemspach , Pertholdus frater eiusdem, 
Ulricus ibidem, Herrandus äe Nelib, Hartungus de Werd^ Heinricus 
sagittarius, Rudigerus Sweblo, Otto Zeindill, Leutwinus de Franz- 
berg, Rudgerus ibidem, Chunradus de Nionke, Heinricus frater eins, 
Rudgerus Zengir, Heinricus Grillo, Dietricus noi^rms. Acta sunt hec 
anno dominice incarnationis Millesimo ducentesimo quadragesimo tertio. 

1) Loidesthal (Leutersthal), Pfarrdorf unweit der mährischen Grenze. 

2) über die Grafen von Hardeck siehe Wissgrill, IV. 93. — Mich. Filz 
führt in der Geschichte des St. Michaeibeuern. I. 259, §. 20, S. 281 — 28S auch 
die Ministerialen der Grafen von Piain und Hardeclc an, deren Mehrere in dieser 
Urkunde als Zeugen erscheinen. 

XLVI. 

1246, 24. AngUSt. Krems. — Albero von Chunring erklärt, dass ihn Abt 
Heinrieh und das Capitel zu Göttweig zum Scbirmvogt über jene Stiftsguter 
erwählt, welche früher unter dem Grafen Liutold von Piain gestanden, und 
gelobt dieses Amt nach den angeführten Bedingungen und Rechtsgebräuchen 
zu verwalten. Wurde er die Stiftsunterthanen bedrücken, so kann der Abt 
alsogleich einen andern Vogt bestimmen. Da sie ferner auch einverstanden 
sind, dass er die Yogtei über die unter landesfürstlicher Schirmhoheit stehenden 
Besitzungen des Klosters am Kampflusse und bei Kottes übernehme, so wolle 
er sich beim künftigen Landesfürsten um dieselbe bewerben. 

[Origioal.] 

Nos Albero de Chunringe Capilaneus Austrie ad uniuersorum 
noticiam cupimus peruenire, quod nos dominus Heinricus Abbas 
chottwicensis et eiusdem cenobii capitnium uniuersum in adyocatum 



312 

super aduocatia quam comes Liutoldus de pleien in sua quandoqoe 
tenuit potestate, decreuerunt communiter eligendum» intercluso 
uidelieet tali pacto, quod de Aduocatia nunc expressa tereius 
duntaxat denarius nostris usibus debeat applicari. Si uero in eisdem 
prediis aliquis aduena pro aiiquo erimine detentus fuerit» et idem 
iuxta debitum puniri debeat pro commissis, mediam partem omnium 
rerum detentarum, quocumque nomine censeantur, nostre similiter 
yendicabimus potestati» pars uero altera dieto Abbati et eonuentni 
cedet plene. Quod si ultra ins sufBcienter expressum nos homines 
ipsorum oecasione aduoeatie molestare attemptauerimus aut 
grauare, ex tune prefatus dominus Abbas et conuentus habebant 
liberam facultatem advocatum alium eligendi. Ad hee Aduocatiam 
infra fluuium qui Chamb vulgariter nuneupatur et circa Chottam, 
que spectat ad principem terre specialiter et precise, prius dictus 
Abbas et conuentus nobis taliter comi;niserunt , quod si a futuro terfe 
domino ^) ipsam poterimus optinere, ratum habebunt pariter et 
acceptum, sin autem Aduocatia prelibata de bona nostra yolunfate 
ad terre principem redeat pleno iure. Vt autem singula que premi- 
simus, inuiolabiliter obseruentur presentem litteram Sigilli nostri 
caractere duximus roborandam, testibus qui aderant subnotatis, vide- 
licet domino Ortwino de sancto Johanne. Ramungo de Lengen- 
uelde, Chunrado de Rezttinge. Hermanno de Minnenbach. Heinrico 
de Richolbesperge, Whmhardo de Nettes. Amoldo de Spitz, 
Wdlchuno wrch (?vorch) de Chrems. Chunrado dicto Seuelder 
de Stein , et aliis quam pluribus , quorum hie nomina exprimi non 
oportet. Acta sunt hec apud Chrems, anno domini M.CC^XL. sexto. 
IX. Kalend. Septembris. 

An der Urkunde hängt das Convent- Siegel , und das Atberonii 
de Chunring, Pinceme Austrieb Shnlich dem dreieckigen Mittelschilde 
Leutoldi I. de Chunring, in Hanthaler's Recens. dipl. bist. tab. XXIX. 
Nr. 10. 

1) Abt Heinrich der III. d. N. (von seinem Geburtsorte de RatoUsdarf, 
jetzt Rotersdorf — s. Saalbuch Nr. V — benannt) führte nach seines VorgfiDgers 
Uariwicus Entsetzung im J. 124S die Leitung des Stiftes durch 11 Jahre, 
2 Monate, 8 Tage, resignirte dann freiwillig und starb im zweiten Jahre darauf 
(1257—58) , wie im Verzeichnisse der Stiftsabte am Schlüsse des Saalbuches 
(Seite 101) genau angegeben ist. 

2) Der Landesfürst, Herzog Friedrich IL,, der letzte Babenberger, war 
kurz vorher, am 15. Juni 1246, in der Schlacht gegen die Ungarn siegend 
gefallen; der künftige Regent damals noch unbekannt. 



313 
XLVIL 

1256, 10. Juli. Anagni. — Papst Alexander IV. nimmt den Abt und die 
Conventbruder zu Gdiiweig in apostolischen Schutz und bestätigt das 

Eigenthum des Klosters. 
[Original.] 

Alexander episcopus seruus seruorum dei. Dilectis filiis 

Henrico ^) abbati et Conuentui Monasterii Cotwicensis ordinis 

sancti Benedict! Patauiensis dioeesis, Salutem et apostolicam 

benedictionem. Cum a nobis petitur quod iustum est et honestum tarn 

uigor equitatis quam ordo exigit rationis, ut id per sollicitudinem 

oi&cii nostri ad debitum perducatur ejOTectum. Eapropter dileeti in 

domino filii uestris iustis postulationibus grato eoncurrentes assensu. 

personas uestras et locum in quo diuinis estis obsequiis mancipatio 

cum Omnibus bonis que impresentiarum rationabiliter possidetis aut 

in liiturum iustis modis prestante domino poteritis adipisci sub beati 

Petri et nostra protectione suscipimus. Specialiter autem terras, 

vineas, redditus, domos, possessiones, et alia bona uestra sicut ea 

omnia iuste ac pacifice possidetis uobis et per uos monasterio uestro 

auctoritate apostolica confirmamus, et presentis scripti patrocinio 

communimus. Nulli ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre 

protectionisetconfirmationis infringere uel ei ausu temerario contraire. 

Sri quis autem hoc attemptare presumpserit, indignationem omnipotehtis 

dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eins se nouerit incur- 

surum. Datum Anagnie VI. Idus Julii. Pontificatus nostri anno secundo^). 
An der Urkunde hSngt die gewöhnliche Bleibulle. 

1) Dieser papstliche Schutzbrief, worin ausdrücklich Abt Heinrich 
genannt wird , mag erst nach dessen Abtretung eingelangt sein. 

2) Das zweite Pontificatsjahr Alexander*s IV. reicht vom 21.December 1255 
bis 1256. 

XLVIII. 

1257, 24. April. Rom, im Lateran. — Papst Alexander lY. genehmigt und 
bestätigt die Verwendung der Pfarreinkunfte von Pira zum Armen- 
Hospitale in Gottweig. 

[Original.] 

Alexander episcopus seruus seruorum dei. Dilectis filiis, 
Abbati 9 et Conuentui Monasterii Chotwicensis , ordinis Sancti 
Benedicti Patauiensis dioeesis Salutem et apostolicam benedictionem. 
Justis petentium disideriis dignum est nos facilem prebere consen- 
sum, et uota que a rationis tramite non discordant effectu prose- 
quente complere. Cum igitur sicut petitio uestra nobis exhibita 



314 

continebat, bone memorie Patauiensis Episcopus ^) sni Capituli 

accedente consensu ecclesiam de Pircha sue diocesis, in qua ins 

patronatus habetis, uobis et per tos monasterio uestro prout 

speetabat ad eum pia et prouida liberalitate eoncesserit in nsas 

pauperum bospitalis ipsius monasterii perpetuo retinendam» reseruata 

vieario, qui pro tempore fuerit in eadem, de ipsius prouentibus 

eongrua poreione pro sustentatione sua, et ad debita proeurationum 

diocesani loci et alia onera subeunda» sicut in litteris inde confectis 

dicitur plenius contineri. Nos uestris supplieationibus inelinati, quod 

ab eodem Episcopo super hoc prouide factum est , ratum et gratum 

habentes, id auctoritate apostolica confirmamus, et presentis scripti 

patrocinio communimus. Nulli ergo omnino hominum liceat hanc 

paginam nostre confirroationis infringere, uel ei ausu temerario contraire. 

Siquisautem hocattemptare presumpserit^indignationem omnipotentis 

dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eins se nouerit incursuruin. 

Datum lateran. VIII: Kai. Mali. Pontificatus nostri Anno Tertio. 
Die BleibuHe hangt an gelben und rothen Seidenffiden. 

1) Der ungenannte Abt hiess Helmwich , und war nach Heinrich'» III. 
Resignation erwählt worden, im J. 1256, wie das Coneept des Chronicon 
Gottwic. Tom. II. Lib. IV. Cap. VII. angibt; obwohl durch diese Annahme 
die 25 Jahre, welche dem Abte Helmwich im oft citirten ältesten Kataloge am 
Schlüsse des Saalbuches zugemessen sind , etwas yerkürzt werden. Er starb 
am I.März 1279, wie man in einem Pergament-Codexe unserer Bibliothek 
gleichzeitig angemerkt findet: „DomnusHelnwicuspie memorie nostre 
„c. (congregationis) Abbas^(i. e. obiit) Kl. Marcii, Anno gracie 
M. CO. Ixxviiij.'' — Hiernach sind die bisherigen irrigen Angaben zu verbessern. 
(Auch die Note Keiblinger's, Melk, I. 340. 2.) 

2) Siehe die betreffende Urk. Bischofs Dicpold von Passau v. J. 1184. Nr.XYI. 

XLIX. 

1263y 29. December. 65ttweig. — Die Bruder Konrad und Gerhoh von Mener- 
ling schenken mit Rath und gutem Willen ihrer mütterlichen Oheime einen Hof 
in Maispirbaum dem Gotteshause Göttweig, zum Seelenheile ihrer Mutter, 
welche da begraben liegt, und aus Liebe zu ihrem Bruder Heinrich , der in 

das Kloster ist aufgenommen worden. 
[OrigiDAl.] 

Nos Chunradm et Gerhohus fratres de Mewerlinge *) presen- 
cium testimonio notum facimus uniuersis tarn presentibus quam 
futuris, quod ob remedium anime matris «) nostre, que in ecciesia 
Chotwicensi babuit sepulturam, et ob dileccionem fratris nostri 
Heinrici*) qui in eodem Cenobio receptus est in fratrem, curiam 



315 

quandam in Maispirboum, de consilio et bona Toluntate auuneulomm 
nostrorum Wemhardi et Chunradi de Hevselin *), eidem Ecelesie 
Chotwieensi libere dedimus possidendam. In euius rei testimonium 
presentem literam scribi feeimus, et sigilli predictorum auunculorum 
nostrorum fratrum äe Hevselin munimine roborari. Datum in Chotwico, 
anno Ineamacionis domini M*- CC*- LXIIII.*) IUP* kal. Januarii. Huius 
rei testes sunt, fratres. de Hevselin, Wemhardus et Chunradus. 
Engelmarusy Karolus et Walchunus dentes, Marquardus de Ossären, 
Fratres de Ainöde Albertus et Swikerus, De familia Ecelesie 
Chotwieensis. Chunradus miles de Vurte. Hvgo ibidem. Heinricus 
ibidem. Ebero ibidem. Riwinus de Hvrenpach Chunradus ibidem. 
Chalochus asinus. Chalochus de Ekhendorf, Chalochus de (? dictus) 
Mutstal, et alii quam plures. 

Gemeinschaftliches Siegel: -|- S, Wemhardi Et Chunradi, Frm, De 
Hevsel. Drei erhabene , gleichbreite Streifen nach der Länge im dreieckigen 
Felde; abweichend von dem gewöhnlich angegebenen Wappen. 

1) Waren die Söhne Heinrich's von Meuerling (Meidling, unweit 
Göltweig) und 

2) Leukardis von Heus e lein, wie aus der Urkunde Nr. LIV erhellt. 

3) Heinrich wurde im Jahre 1286 zum Abte erwfihlt (a. IV. d. N.) 
und stand dem Stifte durch 24 Jahre, bis 1309, vor. 

4) Die Häusler (Heyssler, Heusei in, de Domuncula) kommen sehr oft 
in den Melker, St. Pöltner, Lilienfelder und Göttweiger Stiftsurkunden vor, 
waren in mehrere Zweige gethcilt und reich begütert (s. Wissgrill IV, 316 u. ff., 
Hanthaler, Recens. H, pag. 21 etc. 

5) Mit Rücksicht auf die damalige Weise das Jahr mit dem 25. December 
anzufangen, ist in der Überschrift das Jahr 1263 — nicht 1264 — gesetzt. 

L. 

1264. — Otto von Meissau, Otto von Haslau, Heinrich von Seefeld, Heinrich von 
Lichtenstein, Heinrich, Truchsess in Lengenbach, Wernhard Preuzl, Räthe Ottokars 
Königs von Böhmen, Herzogs von Osterreich, erstatten demselben Bericht, dass 
sie die Göttweiger Besitzungen in Folge der misslichen Zeitumstände so verödet 
gefunden haben, dass es dem Abte unmöglich sei, die ganze Summe des schul- 
digen Marchfutters zu entrichten ; sie stellen desshalb dem Könige bittweise vor, 
er möge sich mit einer jährlichen Leistung von 200 Mut Hafer begnügen und 
die in Beschlag genommenen Stiftsgüter wieder zurückgeben, wodurch er sich 
vor Gott das Verdienst eines zweiten Stifters von Göttweig erwerben könne. 

[Original.] 

Illustri domino suo 0. Regi boemie, Duci Austrie et Styrie. 
Marchioni Morayie. 0. de Meissowe, 0. de Haslowe, H de Sevelde, 



316 

JJ. de Lichtenstein y J7. dapifer in Lengenpach, W. dictus Prevzel 
Consiliarii sui per Austriam debitum obsequium et fidele. Cum super 
defeetu » quem in auena per venerabilem abbatem Chotwieensem sin- 
gulis annis yobis soluenda yestra sustinet exeellencia eonsedendo 
pariter communi eonsilio traetaremus, prout a yobis recepimus in 
mandatis , possessiones ipsius ecclesie ex malacia temporum et aliis 
^asibus adeo inyenimus desolatas, quod tota summa eiusdem aaene 
annuatim posset nulio modo yobis solui» unde yestram rogamus exeel- 
lenciam sub obtentu graeie yestre fideliter consulentes, quatenus 
ipsius ecclesie defectus adtendentes CC""* modios singulis annis in 
toto dignemini acceptare reddentes eidem ecclesie possessiones snas 
circa himperch, quas in yestra tenuistis hactenus potestate. Sanius 
enim et salubrius deo teste consilium super ipso facto yobis dare non 
possumus , cum ex hoc erga Deum tantum possitis consequi meritum, 
ac si de noyo Monasterium fundaretis. 

Nur Eid kleines Siegel hSngt noch an der unansehnlichen Urkunde ; drei 
sind Ton den Bfindern abgefallen. 

LI. 

1264, 17. März. Wien. — König Ottokar iSsst auf die vorausgehende Vorstel- 
lung seiner RSthe dem Gotteshause Göttweig ?on dem j&hrlich zu leistenden 
Marchfutter 250 Mut nach; dafür entsagen Abt Helmwich und das CouTent 
allem Eigenthumsrechte auf die eingezogenen Besitzungen bei Himberg. 

[Original.] 

In nomine sancte et indiuidue trinitatis amen. Nos Otacarus 
dei gracia Rex boemie , Dux Austrie et Styrie , Marchio Morayie 
Omnibus in perpetuum. Etsi uniuersis nostre dicioni subiectis tene- 
mur benignitatis regie gracias exhibere, amplioris tamen graeie 
insigniis dignos facimus, quos uita laudabilis secundum exigenciam 
meritorum ad huiusmodi gracias eificit aptiores, specialiter yero 
utilitati et commodo ecclesiarum dei cum diligencia intendere regalis 
excellencie officium a deo nobis concessum exigit et requirit Qua- 
propter, cum predia yenerabilium uirorum Abbatis et conuentus 
ecclesie Chotwicensis ex sterilitate annorum et aliis maus successibus 
desolata uideremus adeo et inculta, quod summa auene que dicitur 
Marcbfyter, yidelicet quadringenti et quinquaginta Modii quos ante- 
cessores nostri Duces Austrie de possessionibus ipsius ecclesie com 
adhuc in temporalibus magis babundabat dari annuatio) pro iure 
aduocacie instituerant, non posset solui uUo modo, conpacientes 



317 

eiusdem ecciesie inopie, ob reverenciam dei et sue gloriose geni- 

tricis, eui predicti uiri militant conuersacione laudabili et honesta, 

nee non ob merita graciosa seruiciorum que nobis exhibuit yenerabilis 

eiusdem loci Helnwicus abbas, ad instanciam quoque peticionis et 

consilii fidelium nostrorum nobilium Austrie eidem ecciesie Chot- 

wicensi graciam hanc fecimus, quod relaxatis annuatim de predicfa 

summa Ducentis et quinquaginta modus, singulis annis Ducentos 

modios in toto decreuimus acceptare, ita tamen, ut predicta ecclesia 

in suis prediis plenitudine iuris per antecessores nostros sibi concessi, 

et debita nichilominus gaudeat libertate. In huius itaque gracie 

recompensacionem predicti fratres Abbas et conuentus eiusdem loci 

de communi consensu cesserunt iuri quod in bonis suis omnibus 

circa Himperch, vldelicet Pellendorf et Honeinsdorf ^) habere 

noscebantur, dantes nobis super dicta cessione sua priuilegia, non 

solum suo sed eeiam quorundam nobilium nostrorum in Austria 

consignata sigillis, ad maiorem euidenciam et cautelam. Nosque 

ipsos de facta sibi per nos gracia securos certosque reddere volentes, 

ne forte per successores nostros possit in posterum in irritum 

reuocariy presens instrumentum communitum sigillorum nostrorum 

karactere ipsis dari fecimus cum annotacione testium subscriptorum. 

Quj sunt hii. Dominus Otto yenerabilis Pataviensis episcopus. 

Ortolfus abbas Medlicensis. Phylippus abbas scotorum in Winna. 

Otto abbas vormbacensis. Vlricus abbas celle sancte Marie. Nicolaus 

prepositus Nevnburgensis. Heinricus prepositus sancti Ypoliti. Engel- 

scfialeus prepositus Sancti Georii. Ministeriales Austrie. Otto de 

Meissowe. Otto de Haslowe. Heinricus de Sevelde. Heinricus de 

Lichtenstein. Werrihardus Prevzel, Heinricus Dapifer in Lengen- 

pack. Bapoto de Valchenberch. Heinricus de Witra. Perhtoldus 

de Engelschalsvelde, Vlricus de Vihoven» Vlricus de Habspach. 

Gvndakarus de Habspach. Hermannus, Wernhardus, Vlricus, 

fratres de Wolfgersdorf. Vlricus, Marquardus, Chunradus, fratres 

de Pilhildorf. Otto de Perhtolsdorf. Chunradus et Heinricus fratres 

de Sumerowe. Siboto de Zekkinge. Albertus, Ltidwicus, fratres de 

Zelkinge. Otto camerarius de Walchvnschirchen et alii quam plures. 

Actum aput Winnam anno domini M. CC.LX.IIII''. Datum ibidem per 

manus magistri Petri prothonotarii nostri. XVP. Kalendas Aprilis. 

Das abgerissene Siegel K. Ottokar*s ist in Bruchstücken noch vorhanden. 
1) Siehe Saalbuch Nr. CLIX. CCXC. GCC. 



318 



LH. 



1268, 1. December. Krems, im Pfarrhofe. — Abt Helm wich voo Göttweig 

versetzt mit Zustimmung der Conventbrtider dem Ritter Albert von Weidling 

den Weinzehent in Rechberg auf sechs Jahre , damit er sich während dieser 

Zeit für dargeliehene 17 Talente Wiener Münze zahlhaft mache. 

[Copialbuch.] 

• 

Helmwicm Dei gratia Abbas et Conventus Ecclesie Chotwi- 
censis omnibus ad quos presens litera pervenerit salutem ia eo qui 
est Vera salus. Ne processus rerum gestarum per oblivionem ex 
diui*turnitate, vel labilitate temporis evanescat, consuetutn est, ut eis 
adhibeatur scriptorum memoria pro cautela. Hine est quod presenti 
Scripte innotescere volumus universis, quod cum inter nos ex una 
parte et dilectum nobis Albertum militem de Waedelinge *) ex altera 
controversia verteretur super quadam summa pecunie XVII talen- 
torum Viennensium videlicet, in qua sibi extitimus debitores et ad 
ipsius solutionem non voluntatis contrarietas sed rerum inopia nos 
rederet impotentes, de communi consensu et consilio nostro, hone- 
storum quoque virorum adcompositione et arbitrio accedente decimam 
vini in Bechperch ^), que ad nos iure proprietatis pertinet prout 
constat, sibi assignarimus ad sex annos obligationis titulo sub hae 
forma, ut de proventibus eiusdem decime per spatium temporis 
expressi sibi sit de suis debitis integraliter satisfactum et ex tunc 
in antea ab eins impetitione simus exempti et ipsa decima absoluta 
revertater ad nostrum dominium pleno iure. Et ut hec compositio ut 
expressum est, robur habeat firmitatis, presentem literam cum sigilli 
nostri appensione et testium subscriptione pro testimonio et con6r- 
matione sibi dedimus. Huius autem rei testes sunt bii: Otto de 
Zendorf, Hartnidus, Otto de Werd fratres et monaehi ecclesie. 
Gerboto prepositus S. Nicolai Patav, Irnfridus decanus Chremsensis. 
Otto plebanus libere civitatis, Magister Swickerus plebanus Iq 
Widerveld, Hugo sacerdos, Wtgandus de Grintorf, Heinricus purgar 
soldlinuB, Sivridus de ürvar, et alii quam plures. Datum in Chrems 
in Curia parrochiali, Anno Domini M. CC. LXVIII. Kalend. Decembris. 

i, 2) Weidling und Rechberg unweit der Stadt Krems. 0. M. B. 



319 
LIII. 

1268, 30. Decemlier. Bischaw. (?) — Ottokar, KSnig von BöhmeD, Herzog von 
Österreich und Steiermark, bestätigt auf die Bitte des Abtes Helmwich von Gött- 
weig eine wörtlich angeführte Urkunde Dietriches von Hohenberg, worin dieser 
erklärt, dass die Klagsache des Abtes und Conventes über ihn und seinen Miss- 
brauch des Vogteirechtes auf den Stiftsgütern bei St. Veit (an der Gölsen, unweit 
Lilienfeld} durch die usterr. Provinzialrichter, Heinrich, Grafen von Hardek 
und Albero, Truchsess von Yeldsberg, zu Draiskirchen am 16. April 1268 im 
Yergleichswege geschlichtet worden sei, und er sich verpflichtet habe, die Vogtei 
fernerhin auf ordentliche und gesetzmässige Weise auszuüben, widrigenfalls 
er aller seiner Rechte verlustig sein, und die Vogtei ohne weiters an den Landes- 
fürsten fallen soll. Zum Ersatz des Schadens, welchen er (Dietrich) dem 
Kloster früher zugefügt, verzichtet er für die Zukunft auf alle Fuhren (Zug- 
Robot}, die ihm die Holden der besagten Stiftsgüter jährlich leisten mussten. 

[Original.] 

Nos Otacherus del gracia Boemorum Rex, Dux Austrie et Stirie, 

ac Marchio Moraruie. Scire volumus uniuersos presentes litteras 

inspecturis, quod dilectus noster Capellanus Hellenwicus, venera- 

bilis abbas de Chotwico et Conuentus monasterii eiusdem nobis cum 

instaneia suppliearunt, ut litteras sigillatas Sigillis H, Coroitis de 

Hardek et DUrici de Hohenberch ad perpetuam rei memoriam 

transeriptas , faceremus nostrorum sigillorum raunimine robörari. 

Nos itaque eorundem Abbatis el Conuentirs iustis precibus fauorabi- 

liter annuentes, tenorem dietarum litterarum de yerbo ad yerbum 

nostris inseri feeimus litteris in hee verba: Cum ea que diserete 

ac Ordinate inter homines aguntur ab humana memoria de facili 

elabantur, necessarium videtur ea que aguntur seripture testimonio 

stabiliri. Igitur ego Ditricus de Hohenberch presenti seripto 

profiteor tarn presentibus quam futuris, quod cum venerabilis dominus 

Hellenwicus abbas et Conventus Chotwieensis de iure aduoeaeie in 

Sancto Vito mecum diuersis modis eontenderent, de quibusdam me 

iniuriis quas in eadem aduoeacia ipsis per me illatas esse allegabant 

multipliciter inpetentes, talis eonposieionis forma in Draechschirchen, 

XVI. Kalendas Magi (sie) per dominum H Comitem de Hardek et 

dominum AI. Dapiferum de Veltsperch, tunc Judices prouinciales 

Austrie de eonsensu partium interuenit. Primum quidem me taliter 

obligaui, quod si ultra iura statuta^ que antecessores mei, Auus et 

Pater in eadem aduoeacia detinuisse noscuntur, que etiam subse- 

quenter exprimentur, Colones in ipsa aduoeacia residentes grauare 

presumpsero» ab omni iure, quod in ipsa aduoeacia babeo, cadere 



320 



debeo, et ad Illustrem Regem Otacherum ac suos successores, 
quicunque fueriot Duces Austrie aduocacia prcdicta quasi vacanslibere 
deuoluetur. Sunt autem hee iura quibus contentus esse debeo et non 
ultra, videlicet quatuor modii auene et octo metrete» et sex solid! 
denariorum etduo denarii, pulli decem et octo, de Curia uero «Sonch* 
Viti soluentur mihi in toto quadraginta metrete Siliginis et unus 
porcus melior post Optimum. Plebanum yero Sancti Viti in nullis 
grauare debeo, nisi mihi in aliquo seruire voluerit propria voluntate. 
Insuper si inter homines Ecclesie aliqui excessus qualescumque 
eommisi fuerint, due partes emende ad dominum Abbatem, ad me 
vero tercia pertinebit. Si yero aliqua persona extranea hominibus 
Ecclesie aliqua intulerint (sie) grauamina, satisfaccio ad me per 
omnia pertinebit. Insuper si de mea culpa predia Ecclesie Chotwi- 
censis cremata uel aliter fuerint desolata, ex Ministerialibus Aastrie, 
qui consiliarii fuerint principis, quatuor debent eligi, ad quorum 
consilium teneor emendare. Insuper si pro generali terre necessitate 
in ciuitatibus Austrie fuerit expedicio prociamata, Staeyram ab eisdem 
hominibus debeo recipere competentem, discreto tamen domini 
Abbatis nuncio mediante. Preterea in reconpensacionem ac emenda- 
cionem dampnorum, que predicte Ecclesie intuleram in predicfa 
aduocacia, yecturam quam annuatim ab omnibus in eadem aduocatia 
residentibus habere debui perpetuo relaxaui, nee ipsos homines ea 
ratione aliqualiter debeo aggrauare. Ut autem hec acta robur habeant 
firmitatis, presentem litteram meo ac Comitis de Hardek ac quorundam 
ministerialium qui interersint Sigillis feci muniri. Huius rei testes hii, 
dominus H. Cornea de Hardek, dominus AL Dapifer de Velisperch, 
dominus ß. de Valchenberch, dominus 0. de Perhtolsdorf, dominus 
Vlricus de Habspach, dominus H. de Werde, dominus Vlricus de 
yihotien, dominus Vlricus de PiÜiildorf et fratres sui, dominus 
Meingotua de Raetelperg, dominus C, de Altenpurch et fratres sui. 
fratres de Summer aw, Syboto de Zaeking, et alii quam plures. 
Datum in Draechschirchen. Anno domini M". CC®. LX*. VIII*. xtl 
kalendas Mai. Ne autem super premissis in posterum aliquod dubium 
seu litis contentio yaleat suboriri, presentes litteras meorum sigil- 
lorum munimine fecimus roborari. Datum in Bischaw per manum 
magistri Vlrici nostri Prothonotarii , Anno domini M. CC. LX. Villi*. 
III. Kalend. Januarii, presentibus testibus, qui sunt hii. Magister Petrus 
Cancellarius Regni Boemie, Magister Vlricus prothonotarius, Magister 



321 

Hainricus de Draechschirchen ^ Andreas Camerarius noster, 
Gallus Pincerna noster. Tybischitis Dapifer noster et plures alii 
fide digni. 

An dieser Bestäti^üngs- Urkunde K. Ottokar*s hängt mittelst gelben 
and dunkelbraunen Wollfäden sein grosses Doppelsiegel, genau so, wie es 
P. Marq. Herrgott in Monum. Aug. Dom. Austr. Tom. I. Tabula lY. abgebildet 
aod pag. 10. §. IX. beschrieben hat. Die inserirte Urkunde Ditrici de 
Uohenbereh ist bereits abgedruckt im Diplomatar. Miscell. seculi XIII, 
herausgegeben von der historischen Commission der kaiserl. Akademie der 
Wissenschaften 1849. Fontes Herum Austr., II. Abtheil., I. Bd., S. LIII und 93, 
Nr. LXXXH. 

Am Originale derselben hängen nur zwei Siegel, das des Grafen Hein- 
rich von Hardeck (BVRGRAYII. IN DEWIN.), gleich dem in Fontes loc. cit. 
nach Seite 320, %, Blatt, Nr. 4 und das Dietrich's de Hohenberch, ähnlich 
der Abbildung bei Hanthaler, Recens. diplom. geneal. Tom. II. Tab. XXXIV. 
Nr. XYIII. Die drei übrigen Durchschnitte für die Siegelbänder sind leer 
geblieben. 

LIV. 

1270. 31. October. Gars. — Graf Heinrich von Hardeck und seine Gemahlin 
Wilbirg stellen auf Bitte des Abtes Helmwich dem Stifte Göttweig jene 
Güter in Dietmannsdorf zurück, welche die Brüder Konrad und Gerhoch von 
Neurling dahin vermacht, sie aber nach deren kinderlosen Ableben als 
erledigte Hardeckiscfae Lehen eingezogen hatten. 

[Cod. Privilegiorum. Fol. 24i.] 

In Nomine Domini Amen. Etsi quorumlibet hominum gesta, ne 
processu temporis per oblivionem hominum suboriatur ealumpnia, 
privilegiorum confirmatione indigent, multo magis ea, que ad utili- 
tatem et commodum ecciesiarum Dei aguntur, seripturarum testimonio 
expedit confirmari. Nos igifur Heinricus Comes de Hardehch dietus 
de Dewin ^ et Wilburgis comitissa uxor mea notum esse cupimus 
tarn presentibus quam futuris, quod cum Chunradtis et Gerkohus 
filii Heinrid de Meurling ^) et Leukardis de Heuselin possessiones 
quasdam in Dietmannsdorf^^ Eeelesie beate Virginis in Gottwico 
legassent in extremis , nos prefatas possessiones, quia iidem fratres 
decesserunt sine heredibus, quia etiam anteeessores eorum a nostris 
predecessoribus comitibus de Hardekch ipsas ab antiquo in feudo 
tenuerant, tanquam nobis vacantes ad nostram traximus potestatem, 
postmodum vero ob reverentiam Dei et beate Virginis, nee non ad 

Fönte». X. 21 



322 

instantiam venerabilis domini Helmwici abbatis ipsius monasterii 
prefafas possessiones in Dietmansdorf cum attinentiis omnibus obli- 
gatis et non obligatis prefate Ecclesie Gottwicensi per manus nostras 
tradidimus possidendas, renunciantes omni iuri, quod in ipsis bonis 
ad nos vacationis videbatur titulo devolutum. In euius rei testiroonium 
presentem literam scribi et Sigillorum nostrorum robore fecimus 
eomrouniri. Datum in Gars^ anno domini Millesimo ducentesimo 
septuagesimo, secundo Kalendas Novembris. Testes sunt bii milites: 
Otto de Amsteirip Vlricus de Viehofen, Ylricm de Pilichdorf 
ChunraduB de Sumeraw, Grecus de Freitschiarn, Meinhardus de 
Dumbach, Heinricus de Zelking, Wemhardus de Reuselein, 
Sifridus de Grillenperg, Chunradus de Purchdorf, Herbordus de 
Symeingen, Leo de Werd, Servi: Heinricm deSumeraw, Walchunus 
denSy Chunradus et Heinricus fratres de Weichselpach, Ritvinus 
de Hompach, Hugo de Furt, Heinricas ibidem. Chunradus Gast- 
heuser, Ebero de Fuert, Heinricus de Absdorf, Chunradus de 
Herczenburkch, et alii quam plures. 

1) Graf Heinrich ist in demselben Jahre 1270, 23. Deeember gestorben, 
wie Fr. Firnhaber im Archive für Kunde österr. GeschichtsquelUn (II. Jahrg. 
1849. II. Hft. S. 173 ff.) feststellt. 

2) Vgl.- Urkunde Nr. XLIX. 

3) Dieser Ort» am Fusse des Göttweiger Berges gelegen, ist später einge- 
gangen, bis auf einen Hof, der unter dem Namen: Curia Frelonis in den alten 
Dienstbüchern mit mehreren Besitzern angeführt wird. So heisst es 1415 — 1427: 
„Curia frälonum de bonis Jorgens pawrn, aliquando \ beneficium, 70 denar. Idem 
de prato pro nunc, sed aliquando area. 6 denar. — Idem von andern öden 
hasern in pach (d. i. die nahe Fladnitz) daraus gemacht sain worden wismad.** 

Die Grafen Yon Hardeek waren immer Lehensherren von Dietmannsdorf, 

bis zum Jahre 1477. Da Hess Michael, Burggraf zu Maidburg, Graf zu Hardeek 
und Landmarschall in Osterreich, aus besonderer Neigung zum Gottesbaas 
in Göttweig, den Abt Laurenz Gruber (1468 — 1482) und Convent daselbst 
„den Hof, genannt Dietmannsdorf unterm Göttweig gelegen, 
davon man uns jährlich ein gülden helbling oder dafür 30 Wiener Pfenning 
zu Dienst gereicht hat, desselben Dienst und aller anderen Forderung 
los, also das sie und ihre Nachkommen denselben Hof nun füran frei und 
ledig handien, halten und gebrauchen mögen^ u. s. w. Der Brief ist 
gegeben zu Wien, am Montag nach St. Jakobstag, des h. Zwolfbots 1477 
(d. i. 28. Juli). — 

Im Haupturbare v. 1512 — 1590 erscheint: „Maister Hanns von der Saling- 
statf als Besitzer dieses Hofes zu Dietmannsdorf; nach ihm (1525 — S9) 
Urban Holler von dem er dann „Ho 11 erhoff benannt wurde. Abt Georg 



323 

Falbius kaufte denselben im J. 1624 yon dem „Edlen und Gestrengen Herrn 
Wolffen Härtl'^ gänzlich zum Stifte. Jetzt heisst er Hellerhof, nach dem 
PrSlaten Gregor Heller (1648 — 1669), der viel darauf verwendete, um dort, 
in der Nähe des Stiftes, seinen Conventualen einen angenehmen Ausheite- 
mngsort zu bereiten. 

LV. 

1276. 18. Mai. Zakking. — Gertrud von Arnstein überlässt mit Zustimmung 
ihres Sohnes Konrad und auf Ansuchen des Abtes Helmwich einen Unterthan, 
Namens Konrad von Hürnbach dem Kloster Göttweig, und spricht ihn sammt 
allen seinen Nachkommen für 30 Pfund Pfennige vom Hörigkeitsverhältnisse los. 

[Original.] 

Nouerint uniuersi tarn existentes quam posteri, quod Ego 
Gerdrudis de Ämstein de consensu Chunradi primogeniti mei, 
aliorumque heredum meorum, onme ius quod in persona Chvnradi 
de Himpach *) racione homagii siue proprietatis habui, a meis 
progenitoribus suecessione hereditaria deriuatum, ad peticionem et 
instanciam reuerendi domini Helnwici abbatis de Chotewico^ beate 
Marie perpetue virgini eiusdem Ecclesie Chotwicensis patrone, dedi 
et obtuli pleno iure. Resignans ex nunc omnem possessionem, que 
michi et heredibus meis in ipso competere uidebatur, reeipiensque 
ab ipso Chunrado vice eoncambii triginta libras denariorum monete 
usualis, pro quibus sepedictum Chunradum cum filiis yel filiabus quos 
yel quas susceperit, racione homagii seu proprietatis sine contra- 
dictione qualibet dedi ad Ecclesiam Chotwicensem. Et ne super 
predictis ex parte liberorum seu aliornm propinquorum meorum uila 
eonteneionis occasio yaleat oriri, Ego unacum primogenito meo 
Chunrado , nee non patruo meo domino Chunrado de Sumerowe ad 
triginta libras denariorum Wienensium nos caucione fideiussoria 
obUgamus, ita ut si quis eidem Chunrado eonteneionis scrupulus in 
posterum suscitetur^ dictas triginta libras demus Ecclesie Chotwi- 
censi, exceptione omnimoda non obstante. In cuius rei testimonium 
presentem sibi et Ecclesie predicte porrigo litteram sigillo mei mariti, 
pie recordacionis, domini Ottonis de Amstain, ac patrui mei domini 
Chunradi de Sumerowe, ceterorumque dominorum, quorum nomina 
subscribuntur, in. euidens testimonium consignatam. Testes sunt. 
Dominus Chunradua de Sumerowe. Dominus Mengotus de Betel- 
perch. Dominus Otto de Wazzerberch, Dominus Wolfkerus de 

21 * 



324 

Ynprukke. Dominus Heinricus miles de Zekkinge. Dominus Gun- 
dakarus miles de Ayglarn. Hainricus iunior de Sumerowe. Wal- 
ehünus dietus dens. Junior Walchunus dens. Fridericus dictus 
Gavl. Vlricus de Walprechtstorf. Ortolftis frater suus. Siboto de 
Schönpnmne. Rugems et Hainricus fratres de leiben. Chunradus 
et Hainricus de Wihselbach, et alii quam plures. Datum in Zekkinge, 
Anno domini M^ CC. LXX. sexto. XV. Kalendas Junii. Indictione 
seeunda. 

An der Urkunde h&ngen 4 Siegel: a) Ortolfi, praepositi in Her%o- 
genhurch, b) Liutoldi de Chunring, summt pincerne AusMe. c) Ottonis 
de Amstain. d) Chunradi de Sumerauwe. 

1) Dieser Konrad war in Dietmannsdorf ansässig, nahe bei Hürnpaeb, 
jetzt Höbenbacb, unweit des Stiftes. — Vgl. Urkunden Nr. LIV und LXVIIL 

LVI. 

1276. (Wien). Leopold, vormals zweiter Richter in Wien, entsagt mit seiner 

Ehefrau allen Ansprächen auf einen Weingarten in Velegraben, gegen eine 

vom Klosterneuburger Propste Nikolaus erhaltene Entschädigung. 

[Original.] 

Memoria labilis est res et rerum turbe non sufficit, nisi serie 
literarum et idoneorum virorum testimoniis confirmetur. Qua propter 
Ego Leupoldtis quondam Judex posterior Wiennensis, et uxor mea 
Lyeba, neenon omnes heredes nostri ad notieiam eupimus peruenire 
tam presentium quam futurorum, quod a Ute, quam pro vinea sita 
in Velegraben habuimus totaliter eessauimus, abnegantes omni iuri, 
quod in eadem sperabamus esse habituros, pro sex libris denarioroRi 
monete Wiennensis, de quibus per Prepositum NeunburgeDsem 
Nicolaum in integrum sumus expediti, qui eandem vineam nostra 
bona permissione Jacobo Notario collatam resignauit iure montaDO 
perpetuaiiter possidere. In cuius rei memoriam presentem literam 
nos predicti laudabili Sigillo» ciuium Wiennensium prefato Jcu^obo 
fecimus communiri testibus subnotatis, quorum nomina sunt. Hein-- 
ricua de Goteinsveld miles, Haunlo de Tulna miles, Dietricus de 
chalnperge miles, Magister Chunradm Scriba Austrie , PaJtramus 
ante cymiterium, Chuno quondam magister monete, Leupoldus in 
alta strata, Dietricus in alta strata, Sivridus Laubio, Wilhabnus 
Scherant, Pilgrimus et Georius Chiglerii (? Chriglii), Wemherus 



325 

spismagister, Emesttis institor, Leupoldus pilhiltorfer, Leupoldus 
de funfchyrichen , Chunradus Vrbetschj Tyemo, Otto Snetzel^ 
Fridericus de Chritzendorf, Vlricua de Chrytzendorfy Weigandtis, 
Wemhardm Schyuer, Friderims Huetstoch, Cholo Offieialis, 
Waltherus vitriarius, Heinrictis de Ow, Älbero de aancto loco, 
Fridericus tunc Notaris Ciuium Wiennensium» et alii quam plures. 
Acta sunt hec anno doniini M. CC. LXXVP. 

Das an der Urkunde hängende sehr gut conservirte (älteste) Siegel 
der Wiener Bürger ist genau so, .wie es D. Eduard Melly in seinen Beiträgen 
zur Siegelkunde des Mittelalters (Wien 1846, I. Theil, Seite 59 — 60 und 
Tafel II) beschrieben und abgebildet hat. 

LVII. 

1277. 12. December. Göttweig. — Abt Helmwich belehnt die Brüder Colmann 
und Andreas von Egenburg mit dem theilweisen Zehentbezugsreehte vom 

Stiftshofe in Pfaffendorf. 
[Original.] 

Nos Helnwicus diuina miseratione Abbas Eeclesie Cbotewi- 
censis scire Tolumus quoslibet presencium inspeetores, quod dilectis 
deuotis nostris Cholomanno et Andree fratribus de Egenburga ins 
decime, quod ipsis in Curia nostra de Phaffendarf eompetit et ab 
antiquo conipetebat, pro suorum exigentia meritorum reeognouimus, 
ipsosque inpheodauimus de eodem. Eist autem Jus tale, quod terciam 
partem decime de Curia supradicta sieut ceteri deeimatores nostri 
erga nos, prout se habuerint tempora, debent eonducere annuatim, 
saluo iure duarum reliquarum partium, que heredibus Chalhqchi 
de Echendorf et Hermanni fratris sui pie reeordationis, competunt 
in eadem. Verum quia dictam Curiam nostram in Phaffendorf 
prefati Chalkochus et Hermannus olim integraliter oecupauerant, 
ne ipsorum heredes memoratis fratribus, hoc est Cholomanno et 
Andree super huiusmodi iure sibi eoneesso litem inposterum moueant 
aüqualem, relaxauerunt ipsis heredibus debita subnotata. Primo, 
undecim libras denariorum et tres solides, quos per annum cum 
familia heredum fecerant in expensis. Item relaxauerunt xl metretas 
siliginis, quas pro agrorum seminibus expenderunt. Item sepe dicti 
fratres fruetus duorum annorum, quos pro eerta peeunia erga 
dominum abbatem eomparauerant, ipsos heredes seeum frui pariter 
admiserunt. Vt autem Jus huiusmodi libere teneant et nullam in ipso 



326 

calumpniam inposterum paciantur, Vlricus Notarius de Tyernstain, 
et Chunradu8 et Vlricus dicti Dvrst, tutores dietorurn pupillorum ad 
omnia et singula dampna resareienda se prefatis fratribus integraliter 
obligarunt. In cuius rei memoriam presentes litteras sigilli nostri 
impressionibus eommunimus. Testes sunt : Chvnradus de Hvmpach. 
Rinhardus de Prvnne. Ortlinnus forestarius. Chvnradus dictus 
Gasthuser. Ärnoldua de Hvgelinge. Pitrolfus de Wisendorf, IHtrolfus 
de Hetzmanstorf. Bertoldus de Vrowendorf, Rudwinus OflTicialis 
de Mvnichhoven, Otto et Hainricua fratres de Ebersprunn. Hain- 
ricus villicus de Velebrunne, et alii quam plures. Datum in Chote- 
wico. Anno domini M°. CC*. LXX". septimo. Pridie ydus deeembris. 
Indiccione quinta. 

Auf dem hängenden spitz ovalen Siegel von schwarzer Wachsmasse ist der 
Abt sitzend dargestellt, mit Pastoralstab und Regelbuch in den Händen. 
Die Umschrift zwischen zwei einfachen Linien lautet : f S. Helnwieh. Dei. Gra, 
Abhas Chotwicens. 

LVIII. 

1278. 4. Aagnst. YiterbO. — Papst Nikolaus III. bestätigt dem Abte and 
Capitel des Stiftes Göttweig alle von Päpsten und Fürsten erhaltenen Fr«- 

heiten, Privilegien u. dgL 

[Original.] 

Nicolatis episcopus seruus seruorum dei. Dileetis filiis, Abbati 
et Capitulo Monasterii Chotbiteensis ordinis saneti Benedicti Pata- 
uiensis diocesis salutem et apostolieam benedietionem. Cum a nobis 
petitur quod iustum est et bonestum tarn uigor equitatis qaam ordo 
exigit rationis ut id per sollicitudinem oSleii nostri ad debitum perdu- 
catur eflfeetum. Eapropter dilecti in domino fiiii uestris iustis postu- 
lationibus grato eoneurrentes assensu omnes libertates et immunitates 
a predecessoribus nostris Romanis Pontifieibus siue per priuilegia 
seu alias indulgentias uobis et monasterio uestro coneessas nee hob 
libertates et exemptiones seeularium exaetionum a Regibus, Prinei- 
pibus et aliis ehristi fidelibus rationabiliter uobis indultas, sicut eis 
iuste ac paeifiee obtinetis^ uobis et per uos eidem monasterio aueto- 
ritate apostoliea conGrmam^s et presentis scripti patrocinio commo- 
nimus. NuIIi ergo omnino hominum liceat hane paginam nostre confi^ 
mationis infringere uel ei ausu temerario contraire. Siquis aotea 
hoc attemptare presumpserit indignationem omnipotentis dei d 



327 

beatoram Petri et Pauli apostolorum eius se nouerit incursurum. 
Datum Viterbii 11. Nonas Augusti. Pontificatus nostri Anno Primo. 

Bleibulle an gelbrothen Seidenföden. — Papst Nikolaus III. wurde erwählt 
1277, 25. Not. — gekrönt 1277, 26. Dec. — starb 1280, 22. August. 

LIX. 

1279. 28. ApriL KlOSterneubarg. — Propst Pabo und das Capitel von 

Klosterneuburg überlassen dem Notare Gebhard und seinen Erben ein Joch 

Weingarten in Erbpacht unter gewissen Bedingungen. 

[Cod. Privilegiorum. Fol. 81, verso.] 

Nos Pabo dei gracia Prepositus totusqu^ Conventus Ecclesie 
Neumburgensis ad noticiam singulorum hanc litteram intuentium 
cupimus pervenire, quod.de vinea Weingrawen}) nuneupatä ad hospitale 
nostruiD pertinente defectibus inpellentibus in cultura neglecta adeo, 
quod nullos potuerimus fructus pereipere ex eadem» viro disereto 
dornino Gebhardo Notario et suis heredibus universis ad ipsius partes 
unum iuger eo iure, quod vulgariter|>^rcAr^cÄ^ dicitur, donayimus 
perpetuo possidendum ita, quod idem Gebhardus vendendi, obligandi 
et quomodolibet alienandi plenamhabeat facultatem, bis tarnen condi- 
tionibus non obmissis, quod a festo B. Michaelis futuro proxime 
quatuor annis continuis transvolutis predieto bospitali oeto urne yini 
nomine Juris montani et pro Deeima annis singulis in perpetuun» 
serviantur. At si possessores huiusmodi vinee finitis annis quibus 
vaeant seryicio, postquam servire eeperint, deineeps per duos vinum 
nominatum hospitalariis, qui pro tempore fuerint, neglexerint exhibere, 
ex tunc ipsa vinea ad sepedictum hospitale quibuslibet contradictio- 
nibus et oeeasionibus postpositis libere devolvatur et pertineat omni 
iure, nullis possessoribus servatis regressibus ad eandem. Ut autem 
predieta donatio perpetuo maneat inconvulsa presentem paginam 
nostrorum sigillorum munimine roboratam prefato Gebhardo et suis 
heredibus duximus assignandam in signum evidens et cautelam. 
Testes sunt : Dominus Waltherus decanus, Otto custos, Minhardus, 
Otto hospitalarii, Jacobtis, Hadmarus, Hugo, AlbertiM, ülricuss 
Ortolfus, Dietricus, HanricuB^ Chunradua, Wiaento, PauluSy sacer- 
dotes. Ortolfus, DietricuSy Rugerus diaeoni. Dominus Ditricus 
de Ch<dlenperge, Cholo officialis, Magister Waltherus, Fridericus 
Hütstoch. ülricus de Chritzendorf, RudwintLS, Chunradus Cholpech, 
Rv^erus notarius, Hermannus Ymian, et alii fide digni. Datum et 



328 

actum in Neumburch. anno domini M. CC. LXXVIIII? quarto Kalend. 
Mali. Indictione septima. 

1) Diesen Weingarten verkaufte der obgenannte Notar Gebhard idi Jahre 
1296 dem Stifte Göttweig. •— (Siehe Urkunde Nr. LXXVI. Seite 346.) 

LX. 

1280. IL Juli. Krems. — Revers Irnfrid*s, Domherrn von Passau und Dechants 
in Krems, dass der ihm auf Lebenszeit überlassene Weinzehent von der Ried, 
^der kurze Taillanf* genannt, bei der Stadt Krems, halbentheils der Passauer 

Kirche, die andere Hälfte aber dem Kloster Göttweig gehöre. 

[Original.] 

Nos Irnfridus dei gracia Canonicus Patauiensis Ecclesie, Archy- 

diaconus Austrie, Decanus in Chrenis presentium testimonio pro6temur 

on)nibus hanc paginam inspecturis, quod Decime vini iuxta Ciuitatem 

Chremensem in situ qui vulgariter dicitur dev chvrzen Taülani *), 

quas ad yite nostre tempora possidemus, pro una sui medietate ad 

monasterium pertinent Chotwicense, reliqua sui medietate ad pata- 

uiensem Eeclesiam pertinente. Sunt itaque diete decime post earum 

absolucionem seu Taeaeionem inter memoratam Patauiensem eeclesiam 

et ipsum Monasterium equaliter diuidende. Quod ad caucionem futu- 

rorum periculorum litteris presentibus fecimus annotari, nostre plene 

compotes racionis, ne per obliuionem seu maliciam hominum dicto 

Monasterio preiudicium generetur, sigilli nostri Karaeterem eisdem 

in euidens testimonium imprimentes. Datum Chrems. Aquo domini 

M^ CC^ LXXX. v*\ ydus Julii. Indiecione VIII. 

Das Siegel ist abgefallen und nicht mehr vorhanden. 
1) Vgl. V. Meiller, Babenberger Regesten S. 17, Nr. 35. — S. 20, 
Nr. 49 und Note 131. 

LXI. 

1281. 18. Februar. Wien. — Chalhoch von Hohenberg gesteht, dass er durch 
sein gewaltthätiges Verfahren sich der Yogtei auf den Stiftsgütern bei St 
Veit verlustig gemacht, sie aber aus Gnade und Nachsicht und auf Fürbitte 
seiner Verwandten vom Abte Hermann wieder erhalten habe , wofür er nun 
feierlich verspricht, dieses Amt auf den genannten Besitzungen nach den 
genau angeführten Bedingungen fernerhin ordentlich zu verwalten und mit 

den specificirten Einkünften zufrieden zu sein. 

[Original.] . 

In Nomine Domini Amen. Cum sit memoria res fragilis, 
labilis et caduea, quam frequens tollit obliuio, diuturnique temports 



329 

elidit protractio, nisi scripturarum tesfimonio fulciatur. Igitup ego 
Chalhochtis de Hohenberch aduocatus in bonis aput Sanctum Vitum *) 
pertinentibus ad ecciesiam Chotwicensem, de seitu et consensii fratris 
mei Ditrici profiteor uniuersis presentem paginam inspeeturis, quod 
cum yenerabilis dominus Hermannus Abbas de Chotewieo nomine 
monasterii sui grauem contra me moueret super quibusdam graua- 
minibus questionem, que suis hominibus in mea aduocatione aput 
Sanctum Vitum residentibus intuleram minus digne, protestatus suo 
et conuentus sui nomine aduocationem ipsam uacare et ad terre prin- 
cipem deuolutam, presertim cum dilectus Genitor meus dominus 
Därictis pie recordationis de Hohenberch se suosque heredes de 
non offendendis hominibus ecciesie penam obligauerit ad eandem, 
super quo idem dominus abbas publicum protulit instrumentum ^). 
Verum mesentiens in causa deficere memorata, gratie et fauori ipsius 
domini abbatis totalitei* me submisi. Qui auunculi mei domini Stephani 
de Missowe Marsehalci austrie, et aliorum amicorum meorum precibus 
fauorabiliter inclinatus, me pro aduocato iterum resumpsit, et offensam 
supradictam integraliter relaxauit. Et ego vice versa ad omnes et 
singulas obseruationes, quas pater meus dicte ecciesie seruare promi- 
serat me denuo presentibus obligo et adstringo. Primo quidem, si uHra 
iura aduocationis debita et statuta, nee non presentibus annotata, que 
antecessores mei, auus videlicet et pater ab antiquo tenuerunt in eadem, 
eolonos in aduocatione residentes in unico grauare presumpsero, ab 
omni iure quod in ipsa micbi successoribusque meis competit cadere 
debeo, quod ad terre principempenitusdeuolueturtamquam libereabso- 
lutuin. Preterea quecunque ab ecclesia Chotwicensi quocunque tytulo 
teneo, sunt absoluta ecciesie ipso facto. Sunt aiitem bec iura que michi 
competunt et non ultra. Videlicet quatuor modii auene et neuem metrete. 
Sex solidi denariorum et duo denarii. Pulli decem et nouem. Ad hec 
de Curia plebani aput Sanctum Vitum soluentur micbi uniuersaliter et 
in totoquadraginta metrete siliginis, unus poreus melior post optimum. 
A plebano Sancti Viti nichil extorquere debeo nisi in quibus se michi 
obtulerit spontanea voluntate. Ceterum qualescunque excessus pena 
digni inter eolonos ecciesie perpetrati fuerint, due partes emende ad 
dominum abbatem , ad me uero tercia pertinebit. Extranee vero 
persone seu udyene, si hominibus ecciesie grauamen aut violentiam 
intulerint, ad me pena et satisfaccio integraliter pertinebunt. Insuper 
si culpa mea exigente predia ecciesie Chotwicensis desolata fuerint 



330 

yel cremata, quatuor ex ministerialibus austrie, qui consiliarii fueriot 
principis terre, hinc inde debemus utrimque eligere, ad quorom consi- 
lium dampna data teneor resarcire. Si uero pro generali terre neces- 
sitate in ciyitatibus et locis publicis fuerit expedicio proelamata, 
steuram in aduocatione mea recipere debeo ab hominibus compe- 
tentem, discreto tarnen domini abbatis nuncio mediante. Preterea 
in recompensacionem dampnorum que predicte ecelesie in eadem 
aduocatione pater mens et ego fecimus absque iure, irecturam quam 
annuatim extorsimus ab hominibus memoratis ego quemadmodum et 
ipse perpetuo relaxaue, promittens dictos homines ea ratione in 
posterum non grauari. Ut autem hec acta robur habeant perpetue 
firmitatis, presentem litteram meo, ac domini Ottonis de Haslowe 
tunc iudicis generalis, et domini Leutoldi de Chunringen, pincerne 
per Austriam, et domini Stephani de Missowe sigiilis feei muniri. 
Testes sunt. Dominus Otto de Haslowe. Dominus Leutoldus et 
Dominus Heinricus fratres de Chunringe. Dominus Stephanus de 
Missowe. Dominus Chunradus de Sumerowe. Dominus Chalhohus 
et Dominus Rintbertus fratres de Ebersäorf. Dominus Hermannus 
de Wolßersdorf. Dominus Chunradus et Dominus Marchwardus 
fratres de Pilchdorf. Dominus Chunradus et Dominus Imfridus 
fratres de Püchperch. Dominus Mengotus de Retelperge. Albere 
Dominus de hohenstein. Chunradus Dominus de Offenburch. 
Dominus Chunradus Ysenbevtel. Dominus Offb de Arberch. 
Wluingus et Otto fratres de Walde. Ditricus, Wemhardus, Whingus 
fratres de Hevseün. Fridericus et Chunradus dieti Ysenbevtel. 
Item Otto dictus Schetwer. Heinricus de Cherspach. Erchengerus 
filius suus. Stephanus super Porz. Levpoldus et Stephanus fratres 
de Prato. Leutoldus de Hohenberch. Marchwardus de Newenwald^ 
et plures alii fide digni. Datum Wienne Anno domini M*". CC*". LXXXI. 
XIP. Kalendas Mareii. Indictione IX. 

An der Urkunde hängen nur zwei Siegel; das erste des Chalhochus 
de Hohenberg ist ganz gleich dem bei Hanthaler, Recens. diplom. genealog. 
T. H. Tabula XXXIV. Nr. XIX abgebildeten; das zweite, Leutoldi de Chun- 
ringe n, pincerne Austrie, ist ähnlich dem 1. c. Tom. I. Tab. XXIX. Nr. XL 

1) St. Veit an der Gölsen (ad Golsenam) unweit Lilienfeld, nicht ,an 
der Gousen,'' wie in WissgrilFs Schauplatz des N. Ö. Adels, IV. Band, S. 380, 
Zeile 14 v. o. steht. 

2) Siehe die vorausgehende BestStigungsurkunde K. Ottokar*s y. J. 1268, 
30. Dec. (Nr. LIH. Seite 319.) 



33t 



LXII. 



1283. 26. October. Malnberg. — Otto ron Mainberg schenkt seinen, von 
Friedrich ron Hauseck erkauften Hof zu Schinteleck dem Stifte Gottweig 
mit der Bedingung, dass das jährliche ErtrSgniss dieses Hofes seiner Nichte 
Alheid, welche im Frauenkloster Profess gemacht hatte, lebenslänglich zur 

Verbesserung ihrer Pfründe gereicht werde. 
[Cod. PriTilegiorum. Fol. 185, yerso.] 

Ego Otto de Mainberch *) tenore presencium profiteor omnibus 
banc paginam inspecturis, quod ad promouendum pie deuotionis 
propositum, quod Alheidis iilia sororis mee dudum Deo auctore 
concepit et nunc per emissionem voti solempnizauit erga Monasterium 
Cbotwieense, in quo sub regula beati Benedict! vult cum Sanctimo- 
nialibus ibidem Deo iugiter famulari curiam meam in Schintelekke >), 
quam emi apud dominum Fridericum de Hausekkey soluentem annuatim 
tres libras denariorum omnibus computatis, eidem Ecelesie sub yene- 
rabili domino Hermanno tunc Abbate ibidem, de consensu uxoris et 
heredum meorum in proprium obtuli perpetuo possidendam, ita tarnen, 
ut easdem tres libras memoratus dominus Hermannm Abbas, vel 
sui successores qui pro tempore fuerint, prefate Älheidi in subsidium 
prebende annis singulis quoad vixerit administrent, ea vero mortua 
Curiam eandem sieut cetera bona ipsorum pro beneplacito ordinent 
et disponant. Si yero dictas tres libras eidem Alheidiy ut predictum 
est, solvere neglexerint, memorata Curia ad me vel ad beredes meos 
deoQO reyertetur. In supradicta yero Curia nee ego, nee quis- 
quam alter heredum meorum nos pro Adyocato ingerere possumus 
nee debemus, sed absque omni lucro eandem yolumus fideliter 
sicut possumus defendere dum requirimur , ac dum Ecelesie Chot- 
wicensi fuerit oportunum. In cuius rei testimonium presentes literas 
sigillo domini Friderici de Hausekke atque proprio consignayi. Testes 
sunt: Dominus Reinhardus de Chuüub^ Dominus Hartmannus ple- 
banus de Chirchperch, Dominus Wichardua plebanus de Hofstetten. 
Dominus Hugo plebanus de Gravendorf, Dominus Svnkerus plebanus 
de Weinberchy Gotfridus plebanus de Rabenstein. Item laici: 
Dominus Wichardus de Rabenstain, Dominus Fridericus de Hausekke, 
Dominus Älbero de Scheuerberch, Dominus Chunradus de Pylch- 
dorf^ Dominus Chunradus de Scheuerberch, Dominus Heinricus 
de HagCy Heinricus miles de Ganzzendorf, Dietricus de Weizxen- 



332 

berch, Georitis frater suus, Gotscalctts de Ramstein^ Ulricua Chlinge, 
Chunradus de Hochenbari^ Ortolfus offieialis Domini Chunradi de 
Pilichdorfy Dietricus de Gunersperch, Chunradus iudex de flo/- 
BietteUj Rvdigerus fratres suUwS, et quam plures alii fide digni. 

Datum in Mainberch, an. domini M. CC. LXXX. tercio. YII. Kalend. 
Novembris. Indiccione X'. 

1) Mainberg oder Meinburg am Wege von Hofstätten nach Rabenstein, 
bei der Bielach. 0. W. W. (Kirchliche Topographie, 182S. VI. B. 385.) 

2) Siehe Saalbuch Note Nr. X, Seite 123. 

Im Jahre 1326, 11. März (des nSgsten Eritag vor dem Palmtag} bestätigte 
Alber von Mainberg diese Schenkung, bekennend, dass er ermahnt sei 
worden, wie sein yerstorbener Vater Otto sein freieigenes und rechtes 
Kaufgut den Hof zu Schint'eleck sammt Allem, was dazu gebort dem 
Gotteshause in Göttweig gegeben hat „zu meiner Muemen Frawen Alhaiten 
der Hagerin, alzo dass si den Hoff mit ganczen nucz soll inn haben Ir 
phrCnnt davon pessern uncz an ihren Tod;" darnach soll derselbe Hof mit 
allen Nutzen gehören in die Oblai der Herrn und Frauen in Göttweig, und 
dafür in beiden Conventen ein Jahrtag mit Yigil und Seelenmessen gehalten 
werden. Zu dessen Urkund gibt Alber von Mainberg diesen Brief dem 
Abte Otto und Convente versiegelt mit seinem und seines „Oheims Herrn 
Ulrichs von Merch enstein," und mit seines Vetters Insiegel, Heinrieh*s 
des Mainberger „zu den czaiten Dacz Piela gesessen." 

[Original mit dem Siegel Atheroms; die zwei anderen Siegel fehlen.] 

LXIII. 

1284. 17. März. Wien. — Herzog Albert von Österreich erklärt, dass er die 
Vogtei über die Kirche zu Kulb, welche ihm die Brüder von Topel anheinh- 
gesagt haben, von nun an Niemanden als Lehen überlassen, sondern selbst 
verwalten und das Gotteshaus mit Allem, was dazu gehört, sowie auch den 
Pfarrer in seinen besondern Schutz nehmen wolle. 

[Cod. Priviiegiorum. Fol. 149 et 287.] 

Nos Albertus De! gratia Dux Austrie et Stirie, dominus Carniole, 
Marcbie et portus Naonis ad uniyersorum presentes literas intuen- 
tiurn noticiam deferimus profitentes, quod venientes ad nostram 
presentiam dilecti fideles nostri Weichardus videlicet et Ortolfus 
fratres de Topel omne ius adyocacie, quod ratione feudi ipsis in 
parte dotis Eeelesie in Kulib competiit et competere videbatur ad 
manus nostras pro se et eorum heredibus nunc habitis et habendis 
libere resignarunt. Quam igitur advocatiam perpredictos fratres 
nobis sicut premisimus resignatam pro nobis reservare et in 



333 

iiostros successores perpetuo transferre decrevimus, nulli prorsus 
ut antea conferendam, ipsamque ecciesiam cum suis attinentiis et 
eiusdem loci plebanum, qui pro tempore fuerit, nostre defensionis 
specialis presidio uti volumus et gaudere. Testes vero huius rei sunt: 
Nobilis vir ülricus de Tuers (Tauurs), Otto de Haslaw, Otto de 
Pertoldsdorf, Fridericus dapifer de Lengpach, ülricus Capellanus, 
Fridericus de Husek, Chunradus de Schewmbergk, Mengottus de 
Ratelperg, Otto de Wasserberg, Heinricus de Ifa^, ülricus de Mer- 
chenstain, Dietricus de Weissenberg, Otto de Mainberg , Fridericus 
et Heinricus fratres dicti Fleischessen, Jubardus et Rudigerus 
dicti Vreul (frei), et plures alii fide digni. In cuius rei testimonium 
presentes literas dari iussimus sigilii nostri munimine roboratas. 
Actum et datum Vienne feria sexta proxima ante dominicam Laetare, 
Anno domini Millesimo ducentesimo octagesimo quarto. 

LXIV. 

1286. 30. Jäniier. Krems. — Gozzo von Krems erklärt vor seiner Pilger- 
reise nach Rom, dass ihm die Zehente bei Strazing vom Göttweiger Gottes- 
hause nur auf Lebenszeit überlassen seien, daher auch nach seinem Ableben 
ohne weiters dem Kloster wieder anheimfallen sollen und keiner seiner Erben 

einen Anspruch darauf machen dürfe. 
[Original.] 

Ego Gozzo *) de Chrems in multorura bonorum virorum 
preseneia constitutus, volensque ad sanctorum apostolorum Petri 
et Pauli limina sanus per dei graciam et incolumis proficisei, publice 
profiteor et aperte protestor, quod decimas in Stretzinge ^), quas 
ab ecclesia teneo Chotwicensi, pro vite mee temporibus debeo tantum- 
modo possidere, et meo, iuxta dei prouidenciam obitu intellecto, dicte 
decime pleno iure ad memoratam Chotwicensem ecciesiam reuer- 
tentur, nee quisquam heredum meorum sibi ins aiiquod uendicare 
debebit aut poterit in eisdem. In cuius rei memoriam presentem feci 
Htteram sigilii mei karactere in euidens testimonium consignari. 
Datum Chrems. Anno domini M. CC^ LXXX^ sexto. IIP. Kai. 
Februarii. Indiccione XIIIP'. 

Kleines (zerbrochenes) Siegel an einem von der Urkunde selbst theilweise 
abgeschnittenen Pergamentstreifen. 

1} Der reiche und angesehene Kremser Bürger Gozzo trat nach dem 
Hinscheiden seiner Ehefrau im Jahre 1288 in das Cistercienser- Kloster 



334 

Zwetl. (Siehe Stiftungsbuch dieses Kl. Fontes Rer. Austr. II. Abth. HI. B. 
S. 462 — 464. — ChmeU Geschichtsforscher I. Band. S. 554. IL B. S. 6.) 
2) Stratzing, Pfarrort oberhalb Krems. 

LXV. 

1286. 25. Jaul. Krems, im Hanse der Dominikaner. — Imfried, Stadtrichter 

in Krems, sammt der Bürgerschaft in Stein erkennen und bestätigen dem 
Abte Heinrich von Göttweig und allen seinen Nachfolgern das Recht, jährlieh 
20 Fuder Wein im Stiftshofe zu Stein pfennigweise und zu ^beliebiger Zeit 
auszuschenken; zugleich erklären sie vom besagten Hofe keinerlei Steuer 
fernerhin fordern zu wollen, ausser im Nothfalle zur Wiederherstellung der 

Stadtmauer. 
[Original.] 

Ego Imfridus Iudex in Chrems et uniuersitas Ciuium lurato- 
rum mStairif uniuersis presencium litterarum iospectoribus profitemur 
quod dominus Heinricus venerabilis abbas Eeclesie Chotwicensis 
eiusque suecessores in perpetuum ex antiquo Iure, quod ipsis et suo 
monasterio reeognoseimus unanimi eonsensu, et bona yoluntate nostra 
oronium accedente, habent et habebunt plenam potestatem yendendi 
viginti carataa ^) vini per denariatas singulas ^) in sua Curia sita in 
Stain omni anno, quandocumque ipsis videbitur oportuaum. Nallam 
insuper penitus Steuram ab ipsis inposterum de prenominata Curia 
requirentes, nisi magna et generalis neeessitas ad muri canfirma- 
eionem pro comrnuni utilifate hoc expostulet et requirat; tunc quic- 
quid uniuersitas pro muri restauraeione ') feeerit, in numero como- 
nitatis seeundum estimacionem aliarum domorum ipse dominus abbas 
faeiet de Curia prenotata. Ne igitur super prefato Iure in posterum 
aliqua ambiguitas valeat suboriri presentes ipsis damus litteras nostro 
sigillo personali et sigillo Civitatis in Stain munimine roboratas. 
Testes huius rei sunt. Dominus Rinoldus Decanus Chremsensis. 
Dominus Pilgrimus de Capella, Eeclesie Patariensis Canonicus. 
Dominus Wichardus Heuslarius plebanus in Hofsteten. Item Mini- 
steriales. Dominus Stephanus de Müsowe, Marschalcus Austrie. 
Dominus Vlrictis de Capeila. Dominus Otto de Celking. Vulfingui 
Heusler, Otto de Wildenstein. Marquardiis frater suus. Item Ciues 
de Chrems. Dominus Gozo. Rudlo antiquus Iudex. Liebmannus. Ylii- 
cus filins suus. Walchunus in foro. Item Ciues in Stain. Leupoldus, 
Siboto, fratres domini Gozonis. Heinricus Seuelder. Chunradus Durst. 
Chunradus hilper. Hilperus. Cholomannus et Andreas fratres, et 



335 

alii quam plures. Acta sunt hec in Chrema in domo fratrum Predi- 
catorum. Anno ab incarnacione domini M''. CC^ octuagesimo sexto. 
Indictione XUIP. VII. Kalend. Julii. 

Zwei ziemlich gut erhaltene Siegel: zuerst das kleinere des Richters 
Irnfried; an der andern Ecke das grössere der Stadt Stein, wie es D. 
Eduard Meliy in seinen Beiträgen zur Siegelkunde des Mittelalters, Wien 1846» 
I. Theil, S. 47 — 48 » abgebildet und beschrieben hat. — Vgl. Hanthaler, 
Recens. dipl. geneal. 1. T. Tab. XXVI. Nr. 7. 

1) Carrata, Karren, Fuder, heut zu Tage in Österreich zu 32 Eimer 
gerechnet, in früheren Zeiten aber verschieden , zwischen 30 — 40 Eimer 
angeschlagen. — Vgl. Keiblinger, Melk, I, S. 307, Note 1. 

2) Wie man sagt: In kleinem Mass ausschenken. (Vgl. Urkun- 
denbuch zur Geschichte v. Klosterneuburg yon Maxim. Fischer. Seite 185 — 186.) 

3) Das sogenannte Ungeld (nicht Umgeld), eine Auflage auf Einfuhr 
und Verkauf von Lebensmitteln; de quibus proventibus murus et 
turres civitatis construebantur etc. Haltaus Glossar. 1934. (Vgl. 
Notizenblatt der k. Akad. der Wissenschaften. 185S, Nr. 7, S. 145 unten.) 

LXVI. 

1286. 21. Juli. GOttweig. — Heinrich Huglinger und seine Ehefrau erklären, 
dass sie vom Abte Heinrich und Conyent zu Göttweig einen verödeten 
Meierhof in Ehgelbrechts auf Lebenszeit erhalten haben, der nach ihrem 
Dahinscheiden, ohne Rucksicht auf die etwaigen Ansprüche ihrer Erben, dem 
Kloster wieder anheimfallen soll. Liutold von Chunring und Alram von 
Hertweigstein (der Schwiegervater Huglinger*s) sichern und bestätigen diesen 

Revers durch Beisetzung ihrer Siegel. 

[Original.] 

De gestis hominum grandis et dura calumpnia oriretur, si non 
a Toce testium aut seripti memoria reciperent firm%nientum. Nouerint 
igitur uniuersi litterarum preseneiiim inspectores quod Ego Heinricua 
dietus Huglingarius et uxor mea Maria filia domini Airami de 
Hertweigstain unam villam incultam in Engelprechts 9 nominatam 
ad manus virorum yenerabilium domini Heinrici reuerendi abbatis 
ae dominorum fratrum conuentus Eeclesie Chotwicenais per serui- 
ciorum negligentiam annis plurimis deuolutam ab ipsis reeepimus 
taliter possidendam, quod quandoeumque diuina yocante poteneia 
nos ambo mortis debitum persoluerimus, prenotata villa cum omnibus 
attineneiis, libera et quieta ab impetieione qualibet nostrorum heredum, 
ad prelibatum Monasterium reuertetur. In cuius rei testimonium 
presentes litteras sigillo domini Litäoldi de Chunrinffe, et sigillo 



336 

domini Älrami de Hertweigstain ipsis dedimus roboratas. Testes 
huius rei sunt, dominus Heinricus de Chunring. dominus Perch- 
toldua de Axstain, dominus Rtigerus de Zaucharn, dominus Hein- 
ricus de Swelnpach. Chunradus Wolfreuter. Rtigerus Gruber. 
Chunradus Hinterpurger, Heinricus Chezzer. Fridericus gener 
Grubarii. Andreas, Cholomannus et aiii quam plures. Acta sunt 
hee in Chotwico, Anno donünice incarnaeionis M. CC. LXXX°. seito. 
Indictione XIIII. XII. Kalend. Augusti. 

1) Vermuthlicli in der Nfihe von Dankhols, dessen Burgfrieden (laut Urbar) 
von dem Engelbrechtsbächlein gegen Marbach (Pfarre Kottes) begrenzt 
wird. 

Die angegebenen Siegel haften noch am Originale. 

LXVIL 

1286. 21. Juli. Göttweig. — Alram Ritter von Hertweigstein weiset mit 
gutem Willen seiner Töchter zu seinem und aller Verwandten Seelenheil, 
der Göttweiger Kirche Ein Talent jährlicher Einkfinfte in Mänichhofen an. 

[Original.] 

Ne gesta honiinum per sueeessionem temporis ab ipsorum 
mentibus euanescant, virorum prudentum soliereia decreuit sua negoeia 
Yoee testium et seripti memoria perhennare. Nouerint igitur uniuersi 
ad quos presens sriptum peruenerit, quod Ego Alramus humilis miles 
dictus de Hertweigstain, ob remedium anime mee et omnium prede- 
eessorum et suecessorum in eonsanguinitatis linea me attinentium, 
bona uoluntate mearum filiarum, Marie videlicet et Katerine et 
aliorum nostrorum heredum aecedente, viris venerabilibus et Reli- 
giosis, videlicet domino Heinrico reuerendo abbati Eeclesie Chot- 
wicensis, ceterisque fratribus in eodem Monasterio deo famulantibus, 
unius talenti redditus in Munichhoven positos, me sano et incolumi 
existente delegaui perpetualiter possidendas. Ne igitur per meorum 
heredum aliquem prenominato Monasterio in pretaxatis redditibus 
aliqua possit inposterum calumpnia suboriri, ipsis dedi presentes 
litteras Sigillo domini Leutoldi de Chunring et sigillo proprio 
roboratas. Testes huius traditionis sunt. Dominus Heinricus de 
Chunring, dominus Perchtoldus de Accstain, dominus Rugerus de 
Zaucharn, dominus Heinricus de Swelnpach. Chunradus Wolf- 
reuter. Rugerus gruber. Chunradus Hinterpurger. Heinricus 
Chezzer. Fridericus gener Grubarii. Andreas. Cholomannus, et 



337 

alii quam plures. Acta sunt hec in Chotwico. Anno dominice incar- 
nacionis M^ CC». LXXX». sexto. Indictione XIIII**. xij. Kalend. 
Augusti. 

Die Siegel: Leutoldi de Chunring summi Pineeme Austrie und: 
Airami de Herbeigstain sind gut erhalten. — - Letzterer stiftete sich im Jahre 
1288 im Kloster Zwetl einen Jahrtag. (Link, Annal Zwetl. L p. 463. — cf. 
Hanthaler, Recens. IL 19.) Ober Hertweigstein (Hartwicstain), siehe 
Seite 227. 

LXVIII. 

1288, 17. ApriL GOttweig. — Siboto von Amstein erneuert und gewahrleistet 

die von seiner Mutter geschehene, von ihm aber widerrechtlich angestrittene 

Entlassung und Obergabe des Konrad Hfirnpach yon Dietmarsdorf sammt alier 

Nachkommenschaft Eum Gotteshause in Göttweig. 

[Origioal.] 

Notum sit uniuersis presentibus et fufuris ad quos presens 
scriptum peruenerit^ quod Ego Siboto dictus de Amstein Chunradum 
Humpach de Dietmarstorf *) cum omnibus heredibus suis iam natis 
et in posterum nascituris ob omni debito seruitutis unacum meis 
coheredibus libere relaxaui, ipsum Chunradum et omnes suos heredes 
Ecclesie beate Marie in Chotwico ob remissionem peccatorum meorum 
ac parentum meorum voluntarie offercndo. Recognoscens inpeticionem 
meam qua ipsum indebite inpetebam, nullomodo fore debitam neque 
iustam, cum quondam meus dilectus Genitor dominus Otto, nee non 
mea predilecta Genitrix domina Gerdrudis cum omnibus ipsorum 
heredibus prenotate Ecclesie ipsum Chunradum obtulerint manumis- 
sum spontanea voluntate. Ne igitur prefatus Chunradus aut sui bere- 
des per me aut meos coheredes yidelicet fratrem aut sorores et 
ipsorum heredes, aut meos heredes, si quos in posterum me contigerit 
procreare, alicuius grauaminis molestiam pro impeticione seruitutis 
prehabite in posterum paciantur, prelibate Ecclesie nee non ipsi 
Chunrado prehabito et suis heredibus pro Cenj;um marcis Argenti 
wiennensis ponderis statim persoluendis me et omnes possessiones 
meas in Austria sitas fide data manibus domini Heinrici dicti de 
Mevrling tunc venerabilis Abbatis prenominati Monasterii obligaui 
boc addito, quod ipse Chunradus ac sui heredes übertäte sibi per me 
ac meos coheredes tradita etconcessa libere perfruantur. Verumtamen 
si aliquis ipsorum coheredum scilicet frater aut sorores nee non 

Fontes. X. 22 



338 

ipsorum heredes atque mei, si qaos procreaucro, prenominatum Chun- 
radum Humpach ac suos heredes grauare insuper presumpserit» illad 
grauamen meis laboribus et expensis accrescentibus debeo ad rolnn- 
tatem ipsorum Chunradi yidelieet et suorum heredum plenarie eom- 
planare. Vt autem predicta manumissio per me ac meos coheredes et 
heredes in posterum inuiolabiliter obseruetur, presentem litteram 
Sigilli propra ac Sigillorum dominorum subseriptorum scilicet doroini 
Leutoldi de Chunring pincerne Austrie. Domini Chunradi de Sume- 
rowejnei patrui, Chunradi mei fratris iussi munimine robor are. Testes 
huius rei sunt Otto et Marquardus fratres domini de Wildenstain, 
Wemhardus, Dietricus, Wulfingus fratres ac domini de Heuslein, 
Heinricus et Chunradus fratres dicti de Reicholtsperg. Ortolfiu, 
Albero, Leutwinua fratres de Humpach. Chunradus et Vlricus fra- 
tres de Fuert. Vlricus tilius domini Hugonis. Chunradus ibidem, et 
alii quam plures. 

Acta sunt hec in Chotwico, Anno domini M.CC.LXXX octavo. 
Indictione prima. XV. kalendas May. 

Von den angezeigten vier Siegehi fehlt das Chunradi deSumerowe. 
1) Siehe die vorhergehenden Urkunden Nr. LIY und LV. 

LXIX. 

1288. 16. August. Göttweig. — Abt Heinrich IV. von Gottweig bestimmt 
gewisseJEinkünfte von Felabrunn, welche Margaretha, Otto's von Wald GemahÜDi 
dem Kloster vermacht hatte zu einem Frohmahle für die Convent-Brüder und 
Schwestern, die an demselben Tage für die Wohlthäterin und ihre Verwandt- 
schaft ein Todtenofficium zu halten haben. 

[Original] 

Nos Heinricus miseraeione diuina Ecclesie Chotwicensis Abbas, 
uniuersis litterarum presencium inspectoribus cupimus esse notum, 
quod Redditus denariorum unius talenti, sitos in Velabrunne^ quos 
domina Margareta, «xor domini Ottonis de Walde, de voluntate et 
consensu sui patris domini Alberonis de Michelsteten y ob remedium 
anime sue et omnium parentum suorum nostro Monasterio sub testa- 
mento delegauit» ad consolaeionem fratrum nostrorum duximus 
statuendos tali pacto, ut annis singulis Prior nostre Ecclesie fra- 
tribus nostris et sororibus feria quarta quatuor temporum ante Natiui- 
tatem Domini de predictis denariis consolaeionem facere debeat ad 



' 339 

yalorem tinius talenti prehabiti coinputatam. Ipsi yero Fratres et 
Sorores talidie memoriam ipsius iomine Margarete et aliorum parea- 
turo et^afGnium suorum in celebracione missarum et yigiliarum iuxta 
consuetudinem defunetorum deuote et communiter agere tenebuntur. 
In euius rei testimonium presentes litteras sigillo nostro et conuentu9« 
et ob perpetue firmitatis indicium, sigillo iomini Alberonia de Michel- 
steten^ patris prediete Margarete, et Mariti sui domini Ottonisie 
Wald sigillo duximus confirmare. Testes huius rei sunt. Dominus 
WicharduSy plebanus in Neleub, dominus Wulfingvs de Wald, domi- 
nus Otto de Wald, dominus Otto, dominus Marquardus, fratres de 
Wildenstain. Dominus DitricuSf dominus Wulfingus, fratres de 
Heualein, et alii quam plures. Acta sunt hee in Chotwico Anno domini 
M? CCfLXXX? VHP. XVII. kalendas Septembris. 

An der Urkunde hängen fünf ganz gut erhaltene Siegel, und zwar: a) das 
zweitülteste Conventsigel, spitzoval , etwas über 3 Zoll hoch, 2^^7011 breit, 
so wie es in Hanthaler's Recens. dipl. geneal. Tom.-1. 125 — 126 beschrieben, und 
tab. XIII, Nr. XII abgebildet ist. Deutlicher findet man dasselbe dargestellt im 
Archire für Kunde österr. Geschichtsquellen, V. Band (Jahrg. 1850, II. Bd., 
3. u. 4. Heft) S. 526. Nur ist die Angabe des Jahres 1314 nach dem Datum der 
vorliegenden Urkunde, d. i. 1288, zu berichtigen. Ohne Zweifel hat Abt Heinrich, 
der lY. d. N. aus der edlen Familie de Mewerlinge (jetzt Meidling bei Göttweig) 
als er imJ. 1286 Vorsteher des Stiftes wurde, ein neues grösseres und schöneres 
Conventsiegel verfertigen lassen. Sein eigenes abteiliches Siegel b) welches 
sich ebenfalls an der Urkunde befindet, ist von mittlerer Grösse, länglicher 
Form, und stellt den Abt stehend auf ein^m Postamente vor, im kirchlichen 
Gewände (Flocke, Chorkleidung), in der rechten Hand einen einfachen Hirten- 
stab, mit der linken das geschlossene Regelbuch an die Brust haltend. — Um- 
schrift + HEINRICUS-DEI-GRA-ABBAS-CHOTWICEN- Eine gute Abbildung 
findet man davon in Keib]inger*s Geschichte des St. Melk I. (letzte Tafel, Siegel 
Nr. 6, dazu S. 388, Note 1, und S. 1146). c) Das 3. Siegel Alberonis de 
Michelsteten, d) Wulvingi de Wald, gleich dem bei Hanthaler, Re- 
cens. dipl. geneal. 11. tab. XLVIl. Nr. XXI. (Ottonis III. de Wald.) e) Ottonis 
de Walde, loc. cit. Nr. XIX. 

LXX. 

1289. — Margaretha von Streitwiesen uberlSsst mit Zustimmung ihrer Kinder 
und Erben dem Ortwin von Gösing lehensweise einige Güter in Gösing und Fels. 

[Original.] 

Que geruntur in tempore, cum tempore ne labantur, necessa- 

rium est et utile ad memoriam hominum seripturarum testimonio 

22» 



340 

reuocare. Hinc est quod nos Margareta et Hainrictis filius noster, et 
Gertrudis filia nostra et alii heredes ad hoc pertinentes de Streit- 
wesen omnibus hane litteram inspeeturis tarn pr^sentibus qaam futuris 
uolumus notum esse, Ortwino de Goznich (et) uxori quinque areas 
sitas in Goznich^ soluentes sex solidos minus XII denariis, et sex iu- 
gera ibidem soluentia LX denarios, et unam aream sitam in Yelz, 
soluentem L^ denarios duobus minus , sibi et heredibus suis tarn filiis 
quam filiabus aut cuicunque uendere voluerint iure contulimus feodali 
perpetualiter possidendas. Vt autem hec dicta eerta permaneant et 
firmata» hane litteram nostro sigillo feeimus communiri, testibus sub- 
notatis, qui sunt tales, dominus Wichardus miles de Rietental. domi- 
nus Hainricm de Windorf, Chunradus de Windistei. Hilprandus 
de Straz, Perhardus de Straz, Wildungum eivem (sie) de Hedrichs- 
dorf. Vlricum iudieem ibidem. Vlricum Hertricum^ Chunradum fratrem 
Wildungi, Hertwicum Wollonem. Haimonem, Hainricum de Chambeh 
Meinhardua de Goznich, G^rlohus ibidem. Hainricus ibidem. Rudol- 
fu8 vulpes, Hainricm albus, Hainricus Hirzo, Heinricus filius 
Neuzlinge, Ruegerus Steger, Chunradus officialis, Ruegerus frater 
eins. Hainricus Enichel, Rudolfus ibidem. Wemhardtis de Clauben- 
dorf, Chunradus ibidem. Hermannus Wokerlo, Chunradus Rumpier 
de Velz, Chunradus Notarius, et alii quam plures. 

Das Siegel Henrici de Streiiweaen, wie es in Ph. Hucber Austr. ex Ar- 
chivis Mellie. illustr. tab. VI. Nr. 11 abgebildet ist. Die Einreibung zum J. 1289 
recbtfertiget sich durch einen deutschen Brief vom Jahre 1289 Lichtmesstag 
(2. Februar), laut welchem Margäreth von Streitwiesen, mit gutem Willen 
ihrer Kinder Gertraud und Heinrich, dem Ortwein von Gösing und seiner Haus- 
frau Perchta sieben Hofstätten (1 zu Yelcz u. 6 zu Gozinkh) sammt allem Dienst 
und was dazu gehört um 8 Pfund Pfennig als gekauftes Lehen auf immer über- 
lässt. Dieselbe Margareth von Streitwiesen und ihr Sohn Heinrich verkauften 
1294 (St. Augustinstag) ihr rechtes Eigen, 8 Hofstätten zu Gösing, dem Abte 
Heinrich und der Sammung in Göttweig. — Gertraud von Vendorf, ihre Toch- 
ter, gab dazu am 4. Juli (St. Ulrichstag) 1294 ihre Einwilligung, gesiegelt mit 
ihres Ehewirthes , Herrn Wolfahrts von Yendorf Insiegel. — In demselben Jahre 
1294 St. Colmannstag (13. October) nahmen Margareth, ihr Sohn Heinrich von 
Streitwiesen und Ihre Tochter Agnes (? Gertraud) von Yendorf ihr rechtes 
Eigen zu Gösing, SO Pfennig Gült von Gerlach, und 42 Pfennig Gült von Ort- 
wein, den beiden Lehenstragern , wieder zurück, und gaben diese Gülten 
ebenfalls dem Stifte Göttweig, wobei die meisten der oben genannten Zeugtü 
zugegen waren. (Über die Edlen von Streitwiesen hat Ign. Keiblinger einige 
genealog. Notizen in ReiPs Donauländchen, S. 414 u. ff. und in der Geschichte 
des St Melk, I, 411 mitgetheilt.) 



341 



LXXL 

1289. 22. September. Sonnberg. — Leutwin von Sonnberg williget mit seiner 
Ehefrau ein, dass die Schwiegereltern ihre Besitzungen in Gösing dem Abte 
von Göttweig verkaufen ; auch entsagt er für sich, seine Kinder und Erben auf 
immer allen Rechten und Ansprächen auf die genannten Gäter und verpflichtet 
sich dem Stifte dafür Gewähr und Schirm zu leisten. 

[Original.] 

Ego Letäiüintts dictus deSunnenberch, nee non rxor mea domina 
Elyzabet, tenore preseneium profitemur omnibus hane litteram in- 
specturis, quod propter necessitatem imminentem domino Rugero 
dieto de Pratä^ socero meo, nee non domine Margarete mee socrui, 
bona Yoluntate nostrorum heredum omnium accedente, consensum 
dedimus, Tt omnes possessiones suas in Goznich sitas, eum omni iure, 
quod in ipsis bonis hactenus possederunt libere et quiete, domino 
ffainrico yenerabili Abbati, totique conuentui fratrum Monasterii 
St. Marie in Choetwico pro quadraginta et quinque libris denariorum 
venderent perpetualiter possidendas, protestantes, quod prelibate pos- 
sessiones prenominato domino Rugero patri, sueque coniugi domine 
Margarete, Matri uxoris mee pro commutacione bonorum sitorum in 
Schonenstraze et in Rotenlaim per dominum Heinricum dictum de 
Liechtenstain facta, in equiualenciam sunt donate, que possessiones 
predictam dominam Margaretam iure hereditario respicere nosce- 
bantur. Renunciamus itaque cum omnibus nostris liberis et beredibus 
omni iuri, quod nobis in eisdem possessionibus ratione hereditatis aut 
aduocatie in exspectatione bereditaria competere uidebatur. Ne igitur 
in posterum per nos aut nostros beredes , genitos et gignendos, pre- 
dicto domino Abbati aut congregationi fratrum eiusdem Monasterii 
Cbotwicensis alicuius impeticionis aut erroris scrupulus oriatur, nos 
in tutelam et defensionem quod vulgariter gewer et scherm dicitur 
iuxta terre consuetudinem in bonis prebabitis predicto Monasterio ob- 
ligamus, in testimonium et cautelam presentem litteram meo sigillo 
sigillisque yirorum nobilium hie appensis confirmando. Testes buius 
rei sunt. Dominus Pilgrimus de Capeila. Dominus Wichardua Heus- 
ler plebanus in Neleüb. Dominus Heinricus plebanus in Sechsen. 
Item Ministeriales. Dominus Leutoldus de Chunring eiusdem Cenobii 
aduocatus. Dominus ülricus de Capella, Dominus Otto de Volkens- 
dorf. Dominus Vlricus de Hovs, Dominus Eberhardtis Harlunch. 



342 

Dominus Wernhardus de Russpach. Dominus Heinricus de Travn. 
Dominus Vlricus de Smida, Chunradus de Capeila. Wemhardus, 
DitricuSs WolfinguSy dicti fratres de Hevslein. Oito, Marquardus, 
fratresde Wildenstain. Chunradus, Leuttcinu^ de Humpach. Albero, 
LetUwinus de Hurnpach. Chunradus, Vlricus de Fuert. Choloman- 
nu8, Andreas, Hiltperus, et alii quam plures. Datum in Sunnenberch. 
Anno -domini M? CC? LXXX*! nono. in die b. Mauritii martyris et 
soeiorum eius. 

An der sehr Terletzten Urkunde hSngen drei Sieg^el: a) Leutwini de 
Sunnberch (Hanthalcr, Recens. U, tab. XLY. Nr. 19); 6^ Leutoldi de 
Chunring, und c) Piligrimi de Capeila, Canonici PataT. 

LXXIl. 

1293. 10. Juli. Göttweig. — Otto der Piber entsagt allem ferneren Streite, den 
er mit Göttweig über die Einkünfte von dreizehn Hofstätten in Gosing geführt, 
welche sein Schwager Ruger von Prant dem Abte Heinrich verkauft hatte, und 
gelobt dafür Gew&hr und Schirm zu leisten gegen alle etwaigen Ansprüche seber 

Verwandten und Erben. 

[Original.] 

In Nomine Domini Amen. Notum sit tam presentibus quam futu- 
ris litterarum presencium inspeetoribus , quod cum Ego OHo dictas 
Piber, yenerabilem in Christo patrem ac dominum Heinricum 
Abbatem Monasterii Sanete Marie in Chotwico pro redditibus XIII 
arearum sitarum in Goznich, quos idem dominus abbas a domino 
Rugero de Prant et sua uxore, mea sorore dieta Margareta, sui mona- 
sterii nomine comparauerat, impeterem» et ex informacione virorum 
diseretorum nullum Jus in prenominatis bonis me habere reeognos- 
eerem, renunciaui et eessi bona yoluntate omni aetioni et Juri , quod 
michi in prelibatis possessionibus et ipsorum aeeideneiis conpetere 
yidebatur, obligans me ad tutelam et defensionem prestandam, quod 
vulgariter Gwer et Scherm dieitur, si Rugerus frater meus, aut Bene- 
dicta soror mea, uel aliquis coheredum meorum in posterum oecasione 
alicuius litis prenominatum dominum abbatem aut suum monasterium 
pro bonis preseriptis impetere forsitan yoluerit aut presumet. In 
cuius rei testimonium presentes litteras Sigillo domini Vltici de 
Capella et sigillo proprio ipsi domino abbati et suo monasterio tradidi 
consignatas. Testes sunt dominus Pügrimus de Capella Canonicos 



343 

Patauiensis. dominus Chunradua fratersuus. dominus Otto de Celking. 
dominus Otto de Schonek. dominus Ludwicus de Celking. dominus 
Otto et dominus Marquardus fratres de Wildenatain, dominus Wem-' 
hardus ie Russpach , dominus Ditricus de Weizenberch. dominus 
Georius de Weizenberch. Item Wernhardus, Dietricus, Wulfingus, fra- 
tres de Heuslein. Item Chunradus Hurnpach. Albero AeHurnpack. 
LetUwinus frater suus. Viridis de Ftiert, Chunradus frater suus. 
Cholomannus ei Andreas fratres etciues inStain, et alii quam plures. 
Actum et datum in Chotwico. Anno domini M? CC? XCIII. vj. Idus 
Julii. Indietione yj. 

Beide Siegel sind in ro th es Wachs gedruckt. 

LXXIIl. 

1293. 7. Angnst. Göttweig. — Die Bruder Hertnid und Heinwich von Külb 
bekennen, dass sie einige dem Stifte Göttweig gehörige Geldeinkünfte von 
Horbach bisher widerrechtlich bezogen, nun aber zurückgestellt haben, 
worauf ihnen Abt Heinrich IV. dieselbe Gülte auf ihre Lebenszeit als Lehen 

überlassen. 

[Original.] 

Notum sit uniuersis literarum presentium inspeetoribus, quod 
Ego Hertnidus et Helnwicus fratres dicti de chulevb redditus trium 
talentorum minus Ix denariis, sitos in Horbach ^), quos ad Monaste- 
rium sanete Marie in Chotwico didicimus pertinere et nos minus debite 
haetenus cognouimus possedisse, in potestatem predicti Monasterii 
resignauimus absolute et a venerabili in Christo patre ae domino 
Heinrico eiusdem Monasterii abbate ipsa bona prehabita suscipientes 
tantummodo adtempora vite nostre^ protestantes, ut quando dominus 
DOS Yocauerit de medio huius mundi, predicta bona integraliter et 
perfeete absque contradietione qualibet nostrorum beredum ad pre- 
dictum Monasterium libere reuertantur. In cuius rei testinionium pre- 
sentes litteras Sigillo Domini nostri, domini Chunradi de Sumerowe 
petiuimus eonsignari. Testes sunt dominus OttOy dominus Marquardus 
fratres de Wildenstain. Dominus Chunradus iunior de Sumerowe, 
Item Heinricus frater suus. WemharduSy Dtetricus, Wulfingics fratres 
de Hevslein. Item dominus ßudolfus miles, dictus Volo. Dominus 
Ahibrandus. Dominus Reimboto, Gerhardus vrevl, Rudigerus vrevl 
milites. Freiclo Meylower. Fridericus de Levnperg. Albero frater 



344 

suiis, Chunradns de Hurnpach, Levtwinua frater siius. Vlricus de 
fuert et alii quam plures. Actum et datum in Chotwico, Anno domini 
M. CC?XCIII? in die beate Afre Martyris. 

Das Siegel Chunradi de Sumerowe hängt an einem Ton der Urkunde 
theilweise abgeschnittenen Streifen ; es gleicht dem bei Hanihaler 1. c. tab. XLY. 
Nr. XVI. (Rugeri de Sumeraw.) 

1) Jetzt Harb ach in der Pf. St. Leonhard, unweit Külb. 0. W. W. 

Im Jahre 1335» 10. Aug. (St. Laurenz-Tag) erklaren Ott der Chuleuber und 
Ortolf sein Bruder, Herrn Helmweig*s Sdhne von Chulub, dass ihnen Abt Wol- 
fing des Gotteshauses Gut, „des an (ohne) sechzich, drew phfunt geltz sind 
(d. i. 3 Pf. weniger 60 Pfennige) ynd auf gestiften holden gelegen ist in dem 
„Horwach,** welche nach ihres Vetters Herrn Härfneid*s von Sachsen ^ and 
ihres Vaters Helmweik's Ableben dem Stifte ledig geworden und anheimgefallen 
sind, auf die Fürbitte der Herzoge Albrecht und Otto von Österreich und um 
ihrer Dienstwillen wieder auf Lebenszeit verliehen habe. 



LXXIV. 

■ 

1293. 14. Angnst. HHen. — Hermann von Wolfkerstorf schenkt dem Gottes- 
hause in Gottweig ein Lehen zu Wisendorf, dessen Insassen jährlich 32 Dienst- 

pfennige, sonst aber nichts zu leisten haben. 

[Original.] 

Notum sit uniuersis litterarum preseneium inspectoribus, qood 
Ego Hermannus de Wolßersdorf ob reuerenciam beate Virginis dei 
genitrieis Marie, et ob remissionem delictorum meorum et omnium 
me consanguinitate attineucium, unum beneficium situm in Wisen- 
dorf ^), Monasterio Sanete Marie in Chotwico et fratribus ibidem deo 
famulantibus delegaui libere et absolute perpetualiter possidendom, 
tali iure, ut de predicto beneficio Wernhardus in monte et uxor ipsius 
Gerdrudis et eorum successores aunis singulis in feste beati Micha- 
belis Triginta et duos denarios seruire debeant pro seruicio debito et 
consueto^ nee steuram/ neque pernoetaciones aliquas de ipso bene6eio 
inpendentes. Protestor etiam quod nullum ius aduocacie alieuius pro- 
prietatis ad me vel ad meos beredes in posterum dinoscitur pertinere 
in beneficio prenotato. In cuius rei testimonium presentes litteras 
ipsis dedi Sigilli mei munimine roboratas. Testes sunt. Dominas 
Fridericus Abbas Medlicensis. Dominus Reinhardus decanus CAiife- 
bensis. Dominus Vlricus decanus Melicensis. Dominus Otto de Cel- 
hing, dominus Ludwicus de Celking, dominus OHo^ doodinus ifor- 



345 

quardus fratres de Wildemtain. Wemlmrdus, Ditricus, Wulfingua 

fratres de Hevslein. Chunradus Humpech, Vlricus de Fuert. Chun- 

radus ibidem. Cholomannus et Andreas fratres Ciues de Stain, et 

alii quam plures. Datum Wienne, anno domini M?CC? nonagesimo 

tereio. In Vigilia Assumptionis beate Virginis. 

Schönes, mittelgrosses Siegel mit einem oben vierfach und unten dreifach 
gezackten breiten Sparren im dreieckigen Felde. Die Umschrift: -{-HERMANI* 
DE-VOLFIGHSTOR... 

1) Wiesendo rf , in der Pf. Gross-Weickersdorf. ü. M. B. 

LXXV. 

1294. 31. Mai. Göttweig. — Reinhard, Dechant von Külb, verschreibt dem 
Kloster einen Weingarten in Gumpoldskirchen und 9 Schillinge Geldeinkünfte 
von Gotthalmbergy deren Bezug er sich auf Lebenszeit vorbehält. Nach seinem 
Dahinscheiden soll der Weingarten zum Siechhause, das Geldertragniss in die 
Oblai des Klosters gehören und dafür jährlich an seinem Sterbetage ein feier- 
liches Todtenamt gehalten und allen Stiftsmitgliedern ein Frohmahl bereitet 

werden. 

[Cod. Priviiegiorum. Fol. 75.] 

Quia res geste diffidentie perieulum et oblivionis dispendia fre- 
quenter incurrere consueverunt, Ego Rinhardtia^) dei miseratione 
deeanus in Chuleub per presentium eontinentiam declarare modernis et 
nofieie duxi transmittere futurorum, quod cum me ab eeclesia Chott- 
wieensi multarum gratiarum beneficia meminerim percepisse, eupiens 
eadem sincere devotionis affeetu recognoscere et anime mee reme- 
dium niehilominus faeere sempiternum, vineam meam sitam in Gum- 
poUachirchen dietam Gleizenvelder *) et novem solidos reddituum in 
Gothalmsperg^) emptionis titulo ad me pertinentia Conventui fratrum 
in memorata Chotwicensi Eeelesia Deo militantium donavi et tradidi 
pleno iure, ita tarnen, ut fructibus sive proventibus quibuscunque tam 
dictorum reddituum quam vinee prenotate mihi duntaxat ad dies vite 
mee integraliter reservatis, ipsa Tinea deinceps ad inGrmariam pro 
consolatione infirmantium , et dicti redditus ad oblagiam perpetuo de- 
beant pertinere; ut dum annis singulis annirersarius obitusmei dies 
evenerit» cum Vigiliarum et Missarum solempniis mei memoria exequiali 
officio peragatur, et ipso die per dictos redditus et unam dimidiam 
Carradam vini, Oblagiario de supradicta vinea sine labore quolibet 
assignandam, tam Conventui Fratrum quam Dominarum totique familie 



346 

pcrOblagiarium communis consolatio preparetur. Incuiusrei testimo- 
nium eyidens et cautelam presentes literas dedi Ecciesie ChotwicensK 
Domini Ekhardi venerabilis prepositi ecciesie S. Ypoliti, ac proprii 
sigillorum munimine roboratas. Testes sunt: Heinricus Prior Chot- 
wicensis, Fridericus Cantor, Älbero plebanus S. Viti. Wickardus, 
HelmwicuB Asinus, Albero Cellerarius, Petrus Capellanus, fratres 
ibidem. Dominus Otto et frater suus dominus Marquardus milites de 
Wildenstein. Wemhardm, WuJfingus et Ditricus Heuslarii fratres. 
Chunradus de Hurnpach^ Andreas^ Cholomannm et Pertholdus fra- 
tres ie Steint Engelschalcus de Fmi, Chunradus et Vlricv^ fratres 
ibidem, Walchunvs de Ekchendorf, Hermannus de Pfaffendorf, 
Chunradus de Zacking, et plures alii fide digni. Datum in Chotwico^ 
anno domini Millesimo ducentesimo nonagesiroo quarto, Petronelle 
virginis. 

1) Wird von P. Chrysostom. Hanihaler als vorzüglicher Wohlthiter des 
Klosters Lilienfeld gerühmt, wo Reinhard sich am 8. Sept. 1296 eine Grabes- 
stüite stiftete; er starb am 15. September — . (Recens. diplom, genealog. I. 
69-70. - II. 425. — tab. sigill. VII. Nr. XXI.) 

2) Dieser Weingarten lag (laut eines späteren Verpachtungsbriefes) ewi- 
sehen Baden und Gumpoldskirchen, südwärts von Wien. 

3) Später Gotschalchberg , jetzt Gottlosberg genannt, in der Pf. Mor- 
stätten, rechts der Perschling. 0. W. W. 

* 

LXXVL 

1296. 22. Februar. Klostemenbarg;. — Hadmar, Propst von Klosterneuburg, 

und sein Capitel bestätigen den Verkauf eines zu ihrem Hqspital dienstbaren 

Weingartens vom Notar Gebhard an das Stift Göttweig. 

[Original.] 

Nos Hadmarus de! gracia prepositus, totumque ''Capitulum 
Ecciesie Neunburgensis tenore presencium profitemur et constare 
Yolumus tarn presentibus quam futuris, quod discretus vir Gebhardus 
Notarius unum iuger de yinea dicta in dem Weingraben ^ situm in 
anteriori parte circa longam yineani, quod a nostra Ecciesia iure 
emphitevtico, quod in yulgari Perchrecht dicitur, obtinebat, yendidit 
yenerabiii abbati et conyentui Monasterii Chotwicensis pro octoginta 
et VI libris denariorum Winnensium, consentientibus expresse coram 
nobis domina Sophia uxore eins et ipsius liberis uniuersis. Protesta- 
tus est insuper ipse Gebhardus in presencia nostra » quod premissa 
pecunia sibi sit integraliter persoluta. Nos itaque contractum huias- 



347 

modi ratum et gratum habentes, dictum iugerum post resignacionem 
ipsius Gebhardi Ecciesie Cbotwicensi concessimus et donayimus iure 
predieto, quod in vulgari Perchrecht dicitur, perpetuo possidendum» 
saluis omnino eonditionibus infra seriptis, Tidelieet quod ad hospitale 
nostrum quinque urne yini crescentis in ipso iugere nomine iuris 
montani nee non pro deeima, que de illo debetur annis singulis 
ministrentur. Quod si seruicium illud per duos annos continuos 
obmissnm vel negleetum fuerit quoquo modo, sepedietum iugerum ad 
bospitale nostrum cum Untegritate omnimoda devolvetur. Vendendi 
rero et obligandi seu in personas alias eandem yineam iure simili 
transferendi plenam babebit Cbotwicensis Ecciesia facultatem , dum- 
modo per nos, quicquid talium factum fuerit, confirmetur. Yt autem 
eirea contractum buiusmodi et nicbilominus circa donationem et con- 
eessionem factam a nobis omnis euitetur calumpnia in futurum , pre- 
sentes litteras Ecciesie Cbotwicensi dedimus , sigillorum nostrorum 
robore'communitas. Testes sunt domini. Otto decanus, Albertus cu- 
stos dominarum, Heinricus de Pyela^ Ortolfus Prentel, Dieiricus 
plebanus sancti Martini. Wisento , Ortolfus. Paulus celerarius. 
Helwicus custos. Marquardus camerarius dominarum. Pertoldus 
magister infirmorum. Rugerus de Gabats. Jacobus bospitalarius. 
Heinricus de Hausekk. Stephanus , Albertus de Gebneys. Otto de 
Winna. Stephanus de Simdorf, Pertoldus de Alss. Eberhardus, 
Fridericus, Livtoldus, sacerdotes. Rimbertus, Geruhgus, dya- 
coni, canonici. Fridericus Hutstoch. Fridericus ante Ecciesiam. 
Cholo officialis. Wemhardus Shwer milites. Vlricus de Steygs- 
perch. Nicolaus asinus. Rudwinus, Hermannus ymian. Gerungus 
filius officialis y et alii multi. Datum et actum Neunburge anno 
domini Millesimo ducentesimo nonagesimo VI. in die katbedre 
S. Petri. 

Die Siegel des Propstes und Capitels von Klosterneuburg sind gut erhalten. 

Der ganz gleichlautende Revers des Göttweiger Abtes Heinrich und des 
Conventes ist ausgestellt im hiesigen Stifte am Feste des Apostels Mathias, 
d. i. 24. Februar desselben Jahres 1296 in Gegenwart folgender Stiftsmitglieder 
als Zeugen : Huius rei testes sunt fratres nostri : OUo prior. Petrus cantor. 
Wichardus. Helmwicus. Chunradus. Eberhardus» Walchunus, Albertus 
plebanus Sancti Viti. Helmtoicus. Fridericus, sacerdotes. Andreas et Cholo" 
mannus fratres de Stein. Cliunradus de Hompach. Engelschalcus de Furt. 
Chunradus et Vlricus ibidem, et alii inulti. Datum in Chotwico, Anno domini 
M. CG. nonagesimo Vr. Mathie Apostoli. 



348 



LXXVII. 

1298. Wien. — Piligrim, der Richter, und die Rathsherren der Stadt Wiea 
bestfitigen, dass Seifried, Sohn Leopold*s in der Hochstrasse , sein Haus in der 
Weihburggasse aus Noth und Schulden halber dem Abte Heinrich von Gottweig 
um 140 Mark Silber Wiener Münze verkauft, und diese Summe bereits erhalten 

habe. 

[Cod. Privilegiorum. Fol. 73.] 

Nos Piligrimus Judex Consulesque iurati Civitatis Wiennensis 
tenore presentium recognoscimus publice profitentes tarn presentium 
quam futurorum memorie eommendantes, quod yir discretus Sifridua 
filius Leupoldi in alta Strata quondam coneivis nostri , propter multi- 
formia debita , per que nimium implicitus extitit , et ad supplendam 
rite sue inopiam, quod Tulgariter Ehaftnoth dieitur» sicut in presen- 
tia nostra approbayit evidentissimo testimonio duorum credibilium 
virorum, scilieet doniini Ottonis filii Ottonis Haymonü et Chunradi 
Hesnarii domum suam in Weichenpurch sitam yendidit honorabili 
viro domino Heinrico yenerabili Chotwieensis Eeclesie abbati pro 
centum qüadraginta Marcis argenti puri Viennensis ponderis plenarie 
persolutis. Nos yero cognoscentes huiusmodi causam rite ac rationa- 
biliter procedere» ipsam approbamus et confirmamos presentibus 
nostre civitatis Sigillf robore consignatis. Datum Vietine Anno Domini 
Hillesimo ducentesimo nonagesimo octayo. 

Lxxvin. 

1298. 2. März. Gottweig. — Herzog Albert von Österreich befreit alle Gött- 
weiger Resitzungen dies- und jenseits der Donau von jeder fremden Gerichts- 
barkeit gegen jährliche Entrichtung von 200 Muth Hafer in den herzoglichen 

Getreidekasten zu Wien. 

[Cod. Pririlegiorum. Fol. 284.] 

Nos Albertus Dei gracia Dux Austrie et Styrie, Dominus Car- 
niole Marchie ac Portus Naonis. Omnibus Christi fidelibus tarn 
presentibus quam futuris notum esse yolumus, quod nos Abbati et 
Conyentui Monasterii Gottwicensis hanc prerogatiyam indulsimus, 
quatenus in omnibus possessionibus ipsius monasterii tarn citra quam 
ultra Danubium nullus unquam hominum sub nomine Advocati» ant 
Judex» yel Preco de nostra permissione yel alicuius Oflicii yel Judicii 



349 

occasione eisdem fratribus iniuriam inferat, yel offendere presumat, 
ea yidelicet conditione, ut pro Jure advocatie ac iustitia nostra ipsi 
fratres ducentos modios avene annuatim nobis pcrsoluant. Quod si 
vero für vel raptum faciens aut latro in possessionibus ipsorum morte 
eondempnandus depreherisus fuerit» bunc iudex noster auetoritate 
propria non usurpabit, sed retentis bonis illum sicut eingulo ac- 
cinctus fuerit nostro iudiei homines eeclesie assignabunt. Preterea 
statuimus , ut predictum pabulum ipsius Monasterii nobis porri- 
gendum ante festum B. Michaelis in grauario nostro Wientie sub 
debita Wiennensi mensura reeipiamus , ne alicui Marsebaico eis 
iniuriam vel dampnum inferendi occasionem tribuamus. Et ut hec 
nostre devotionis permissio inconvulsa permaneat, presentis scripti 
paginam subscribimus et sigilli nostre inpressione roboramus. 
Datum in ipso Monasterio. Anno domini Ml'CC'^LXXXXyilP quarto 
nonas Martii. 

(Vgl. die gleichlautende Urkunde Nr. XVIII. Seite 279-80.) 

LXXIX. 

1300. März. Rom. — Indulgenzbrief , kraft dessen zwei Erzbischöfe und ein- ' 
undzwanzig Bischöfe allen reumOthigen Büssem einen yierzigtSgigen Ablass 
ertheilen , die an den bestimmten Festtagen die Kirche in Göttweig besuchen 
und das Kloster durch milde Gaben unterstutzen, oder sich sonst gegen dasselbe 

wohlthfitig bezeugen. 

[Original.] 

Uniuersis Christi fidelibus presentes literas inspeeturis. Nos 
Johannes Rigensis, et frater Basiliu^ Jerosolimitanus , dei gratia 
Arcbiepiscopi; et Fredericus Valuensis, frater Jacobus Calcedo- 
nensis , frater ifa^rM« Ameliensis, Landulphu^ Brixinensis, frater 
HeinricuB Redestonensis , Stephantis Oppidensis, frater Rainaldus 
Theatinns, TVloma« Etesiensis , Joannes IvaoXejxsh ^ Nicolaus C^ifri- 
tanus 9 frater Monaldus ciuitatis Castellane , Jacobus Castellanus, 
frater Ängelus Fesulanus, frater Nicolaus Turibulensis, frater Symon 
Brungnatensis, frater Ängelus Nepesinus, frater Romanus Croensis. 
Ventura Egubinns, Nicolaus Neocastrensis, Nicolaus Botrontinus, et 
Ildebrandus Aretinus, eadem gratia Episcopi salutem et sinceram in 
domino caritatem. Gloriosus deus in sanetis suis in ipsorum gloriG- 
eatione gaudens^ in veneratione beate Marie semper Yirginis eo 



350 

iocundius delectatur, quo ipsa, utpote mater eius effecta, meroit altius 
sanctis ceteris in celestibus collocari. Cupientes igitur , ut Moaaste- 
rium in Chotwico ordinis sancti benedicti, Patauiensis diocesis, quod 
in honore ipsius gloriose Virginis Marie est insignitum uocabulo, con- 
gruis honoribus frequentetur , omnibus vere penitentibus et confessis 
qui ad dictum monasterium in festo Natiuitatis , Resurreetionis et As- 
censionis domini et Pentecostes, in sijigulis festiuitatibus ipsius beate 
Marie semper Virginis, in festo omnium apostolorum et Euangelista- 
rum, in festo beatorum Benedicti, ÄUamanni 9 eiusdem Monasterii 
fundatoris, Laurentii, Michaelis, Martini, Nicolai, Joannis Baptiste, 
Omnium Sanctorum et in dedicatione ipsius Monasterii , et oeto die- 
bus dictas festivitates immediate sequentibus, cum deuotione acces- 
serint annuatim et manum porrexerint adiutricem, uel quomodolibet 
de bonis ipsorum pro fabrica , luminaribus , structuris et aliis dicti 
monasterii ornaroentis dederint uel miserint, seu in extremis legaue- 
rint de omnipotentis Dei roisericordia et ipsius gloriose Virginis Marie 

' ac beatorum Petri et Pauli apostolorum eius auctoritate confisi, Sin- 
guli nostrum quadraginta dies de iniunctis eis penitentiis, ad preces et 
instanciam dilecti nobis in Christo honesti yiri Andree de Stain *) 

Miete diocesis, misericorditer in domino relaxamus» dummodo ad id 
diocesani yoluntas accesserit et consensus. In cuius rei testimonium 
nostra sigilla duximus presentibus apponenda. Datum Rome. Anno 
domini Millesimo trecentesimo. Mense Martii. PontiGeatus domini 
Bonifacii pape Octaui anno sexto. 



Die grosse, schön geschriebene Urkunde ist am unteren eingeschlagenen 
Rande mit einer rothen Schnur durchflochten, an der noch siebzehn wohlerhal- 
tene rothe Siegel hängen ; die übrigen sind abgefallen. 

1) Unser Stifter Bischof Altmann von Passau wurde zwar niemals 
förmlich beatificirt, doch hat man ihn von jeher als Seligen hoch verehrt 
und den Jahrtag seines Dahinscheideos (8. August 1091) in Göttweig feierlich 
begangen. (Vgl. Seite 276.) — Jetzt wird sein Fest alljährlich am Sonntage 
vor oder nach dem 8. August mit eigenen kirchlichen Tagzeiten und der 
h. Messe als eines Bischofes und Bekenners gefeiert. — Ausführlich liandeln 
hierüber Hieron. Pez in seinen : Observat. praeviis zur Vita B. Altmanni. — 
Script. Rer. Austr. Tom. I. pag. 111 etc. — und der Jesuit Peter Bosch im 
Commentar zur Vita B. Altmanni in den Actis Sanctorum. Mens. Augusti. 
Tom. 11. pag. 356. — Die Angaben und Bemerkungen dieser Beiden stellte 
Dr. Theodor Wiedemann in seinem bereits citirten Werkchen zusammen: 
„Altmann, Bischof von Passau, nach seinem Leben und Wirken.'' Augsburg 1851. 
S. 88 u. flf. 



351 

2} Dieser war ein Bürger der Stadt Stein an der Donau » und stand im 
Dienste des Stiftes. Im Jahre 1300 reiste er nach Rom, vermuthlich um den 
▼om Papste Bonifaz YIII. zum ersten Male ertheilten JubilSumsablass zu er- 
langen, und hat bei dieser Gelegenheit, wahrscheinlich auf Wunsch und Kosten 
des Abtes Heinrich IV., vorliegenden Ablassbrief für unser Gotteshaus erwirkt 
und mitgebracht. 



LXXX. 

1300. 25. Juli. Tirnstein. — Leutold von Chunring, oberster Schenk in Öster- 
reich, bezeugt und bestätigt durch Anhfingimg seines Siegels, dass Abt Heinrich 
von Göttweig aus besonderer Gnade, mit Zustimmung des ganzen Convents, den 
Zehent von einigen namentlich angeführten Stiftsgütern den zwei Söhnen 
und zwei Enkeln des verstorbenen Konrad*s von Wolfenreut als Leibgeding 

überlassen habe. 
[Original.] 

Nos Leuioldus de Chunring^ Pincerna Austrie generalis. Notum 
facimus singulis ae singulariter uniuersis presentem paginam inspec- 
turis, quod venerabilis in Christo Pater dominus Heinricus Abbas 
Chotwicensis de eonsensu conuentus sui bona infra scripta uide- 
licet jsta: in Hevtzleina^) de quarto et dimidio beneficio integram 
decimam; mPurch ^) de quarto et dimidio beneficio integram deci- 
mam, et de dimidia area; item in Herranta *) de duobus beneficiis 
integram decimam ; in Teichmanns ^) de duobus beneficiis integram 
decimam, que ad ipsum et suum monasterium yacatione legitima 
fuerant deuoluta, de sua gratia et beneplacito speciali, graciam volens 

o 

preferre rigori, concessit Vlrico et Alberto^ filiis pie memorie Chun- 
radi de Wolfrevt *) et duobus filiis ipsorum Chunrado et Johanni 
iure precario, quod uulgariter leipgeding iieiiur, bona prefata li- 
bere et quiete ad tempora uite sue, nulli heredum ipsorum conferens 
ius aliquod in eisdem, que post mortem ipsorum sine omni contra- 
dictione quorumcunque heredum suorum ad Chot^icensem ecclesiam 
libere reuertantur; et quia hoc in presentia nostra factum esse dinosci- 
tur, nos ad instanciam ambarum partium predictarum pro euitanda 
caiumpnia presentes dedimus litteras nostro sigillo munitas, cum 
testibus subnotatis. Qui sunt : Albertus de Hohnstain, Albertus de 
Lobnstain. Bugertts de Storhnberg. Ludwicus de Lichtnaw. Item 
milites nostri : Hadmarus et Hadmarus (sie). Marquardus de Tzwe- 
tel, Heinricus de Swelnpach. Perhtoldus in Bipa. Martinus de We- 
selndorf. Ditricus Grüber. Vlricus de Fevstritz, et alii quam plures. 



/ 



353 



Datum in Tymstayn, Anno domini millesimo et tricentesimo. Jacobi 
apostoli. YIII. Kalend. Augusti. 

Das Reitersiegel Leutold's von Chunring ist in Bruchstücken noch 
Torhanden. 

1, 2, 3, 4, 5) Heitzleins, Purg, Herrants, Teichmanns, Wolfenreut, liegen 
im y. 0. M. B. unweit Kottes, und gehörten zum ehemaligen Officium in Rtma 
et Cotaru, (Siehe Seite 191.) 



353 



Orts - Verzeichniss. 



Die römischen Zahlen beziehen sich auf die gleiche Nummer im Texte des 
Saalbuches; — die arabischen Ziffern zeigen die Biattseite an; — die 

compacten weisen auf die Erläuterungen hin. 



A. 



Ä ch is p ach (Agsbach) YIII. 6. 1 jilf* 

Adaig er isbach (Ollersbach, 0. W. 

W.) CXXXV. 35. 47. IttO^ 
Adelgersdorf (Allersdorf ? Alkers- 

dorf) CCLXXXIII. 71. SOO. 
Aderiah (?ad Erlab) CCCLV. 

CCCLIX. 92. 93. 
Ad ilindorf (Adeldorf, 0. W. W.) 

XCI. 25. ±t^^ 
Agalstreifingiii(? Zagalstreiphin- 

gen) XXVI. 11. iǤ. 262. 
Albrecht esperge (Albersperge, 

Albrehtsberg ? Obritzberg? 0. W. 

W.)CCCIV. 77. lll.ÄIÄ. 
Altenburg(Kloster,0. M. B.) f 80^ 
Altenburg (Deutseh - Altenburg) 

163* 
Altenwerd an der Donau U.M.B.1A§« 
Altmann isdorf (Altmannsdorf, Al- 

mersdorf, 0. W. W.) LXXXVII. 25. 

Amstetin, CCXCVI. 76. SIS* 
Andinberch, CCCLXVll. t5. «M* 
Andre am, apud Sanctum (St. Andre 

a. d. Traisen) XLVII. 16. ISS* 

Fontes. XI. 



A n e s ] s , fluvius (Enns) XII. 8. 
Anzenberg, IflS* SSI* 
Aftzindorf (0. W. W.) XXIV. 10. 

CXVin. 1S8. 251. 
Arawezital (Arbesthal, U. W. W.) 

II. 2. HO* 103* 
Arbaizz, peunta in, 1J.1* 
Arizberch (mons, qui metallicus 

dicitur, Ärzberg bei Kottes, 0. M. B.) 

LXXII. 21. tSl* lOll 
Arnsdorf, Pfarre, O.W.W. Ulf. 
Aschaha (Asehaa) II. CXV. 4. 31. 

11t. 252. 255. 
Aschi reche sprucca (Ascrichis- 

brucca, Brück a. d. Leitha, U. W. W.) 

II. 2. HO* 250. 255. 261. 
Augia (Auwe) ISft* 
Ayinstal (Amsthal, 0. M. B.) 191* 
Au war in (Auern, bei Pira, 0. W. 

. W.) CLXV. 41. ISO* 
Auzarpach (Ötzbach?) CCLII. 64. 

191* 

Axwalt (Achswald, Ochswald, 0. W. 

W.) HS* 295. S06* 
Azonis, predium (bei Ravelsbach, 

U. M. B.) CLIII. 38. 159* 

23 



3S4 



B. P. 



Palta, yilla, dominicale, prata ad- 

riYus (Palt bei Mautern , Paltmühley 

Paltbach) 1. 2. CXC. 46. iOO« 11 9f. 

leV* 2S1. 255. 261. 309. 
Paro wi (Parau, U. M. B.) 199« 
Paschingin, dominicale (Pasching 

o. d. Enii9) CCXIII. 52. lYft. 
Patavia, II. 4. 
Baudorf, bei Göttweig (Bumanis- 

dorf) 113. 
Baumgarten, bei Mautern (Pom- 

gartin, Pouingarten) tt34l« 
Bawaria, mansus, predia in, CI. 28. 

CXV. 31. CCCXII. 79. 
Pazinthal (Pacintal) 183* 
Pech stich, semita (Pechsteig) IX. 

6. II«. ISO. 251. 265. 
Pechsutilin (Pechsudl), beneficium 

predium, II. 4. 11«. 251. 255. 261. 

Ǥ1. 

P eheimchirchin, predium (Böhm- 
kirchen, 0. W. W.) CLXII. 40. IftO. 
P e II i n d o r f , predium (Pellendorf, 

U. W. W.) CLIX. 39. IftO« »l«l. 

262. 317. 
Penningin (Pönning, 0. W.W.) XL. 

13. CLII. 38. CLXXXI. 44. CCCLXI. 

93. 131« ««lO. 
P e r h ard e stic h, XI. 7. ISA. 250. 

264. 
Perhartesdorf (Perersdorf, Pe- 

rasdorf, 0. W. W.) XL VIII. 16. CLV. 

39. l!tft. 1311. 262. 
Pernekke, decimatio ad, II. 3. 1 lO. 
Pernhoptin (Pernhauptgrund ?) 

CCCLXIII. 94. 243. 
Pernharts (Bernhards, bei Kottes) 

lOl. 
Persniche, due (Persnikka, Persch- 

lingbSehe, Perscheneck) IL 4. IX. 6. 

XIII. 8. LVm. 18. XCVII. 26. CCLXIL 

64. 113. 119. 136. 251. 261 . 265. 



Bertholdi, predium (Pertholz, Ber- 

tholds, 0. M. B.) CCXYI. 58. lll« 

265. 
Petronellams. decimatio, ecelesia, 

parochia ad (St. Petronell, U. W. 

W.) IL 3. CLXXXIIL 46. 1 11* 133. 

136. 250. 255. 261. 264. 
Pettindorf, predium, XLIX. 16. 

Lin. 17. 1341. 
Pfaffendorf, ecclesia, curia in, 

l&O. 250. 
Pfaffenschlag, 0. M. B. IM. 
Pfaffing (Pfermg)114. 
P i e la h a (Pila , Bielach - Fluss) 0. 

3. X. 7. XXL 10. LXIV. 19. XCV. 

26. 111. litt. llft. 133.133. 

133. 250. 265. 332. 
Pilahegimundie (BielachmQn- 

dung) CCLXV. 65. IHO« 
P i e s t n i ch , fluvius (Piesting) LXXYI. 

22. 133. 
B i gart in, Villa (Beigarten, U. M.B.) 

150. 339. 
Pigartinbach (Pigart-, Peigart-, 

Pittersbach) VIIL 6. 119. 249. 264. 
Pinizpoz, terminus, VII. 5. 113. 
Pirhachi (Pyricha, Pirha, Pira, 

Pyhra, 0. W. W.) L2.IX.6.XXXVn. 

13. CXXVI. 33. 113. 113. 133. 

251. 254. 333. 393. 313* 
Piscolvesdorf, 251. 255, 261. 
P i u g i n (Buigen , Poigen , Boigpreieh» 

0. M. B.) XXXI. 12. CXCVL 48. 133. 

191. 262. 
P 1 e chu n t i r w e ch (Pleekinger-Weg, 

U. M. B.) XL 7. 133. 250. 264. 
Plespitzbach (im Tradigist, 0. 

W. W.) 139. 
Plintindorf (Blinddorf, 0. W. W.) 

CXX. 32. CCCL. 91.133.234. 251. 
Plintperg (Blindberg, O.W.W.) 

CCXVIL 53. 198. 



355 



BoSmia, CCXVI. 53. 265. 
Poetzleins ( Petzleins , Pdtslers, 

O. M. B.) <•!• 
Poginbach, YIII. 6. Illf« 249. 

264. 
Pokkisruke, ISS* 
Porcindorf (Perzendorf, U. M. B.) 

IL 3. All. 252. 255. 261. 
P or z , predium in loeo, CLL 38. 169« 
Boreisdorf, 252. 255.261. 
Porta Gnannilinis, XL 7. Mft« 

250.264. 
Posin-Gumpenbe rg, ISft« 
Potinbrunnin (Potenbrunn, 0. W. 

W.) LIV. 17. ISft. 
Potingin, predium (Pöding, O.W. 

W.) CXm. 30. Iftl. 262. 
Povet (Poyat) CCLXH. 64. IM. 
Breitenawe (Breitenau , U. W. 

W.) 189. 
Prinzlanisdorf ( Prinzersdorf , 0. 

W. W.) iflO. 
Prüekleins (Prigglitz, ü. W. W.) 

1S9. 

Brück an der Leitba (s. Aschri- 
chisbrueea). 



P r a n n i (Bninnin , Bninkirchen, 0. 

w. w.) n. 3. ccxvin. 53. iio* 

199. 251. 255. 260. 
Prunnenin Oriente (Brun im Felde, 

unter Krems) 238. 239. 
Psi tig in dorf, predium ad (Sitten- 
dorf, U.M. B.) OOLXXYIL 69. !M!t* 
Pucha, predium in loeo — secus Er- 

laha, CCCXLIIL 89. M3. 
Puchesbrunnen (Poisbrunn, U. 

M. B.) CCLXXIL 67. Ifl9« 
Pukkendorf, 9S1« 
Bulkendorf (Wultendorf, O.W. 

W.) 11«. 199. 
Bumannisdorf (Baudorf bei G5tt- 

weig) IV. 4. 118. 251. 255. 261. 
Pomg arten (Pouingartin , Baum- 
garten bei Mautern?) XXYIII. XXIX. 

11. CCCXLVIIL 91. CCCLXX. 96. 

M«. 293. 
Purch, ecciesia ad (Purg, 0. M. B.) 

CCXV. 52. 196. 272. 351. 
Purebartiswisin (Burgerwiesen, 

0. M. B.) LXIX. 20. CXCVI. 48. f HO. 
Pusindorf (Pusendorf, 0. W.W.) 

CCCYI. 78. »19. 



C. Ch. K. 



Chalehgrobi (Kalkgrub bei Kottes, 

0. M. B.) CCXVL 53. i 9 9. 191 . 265. 
Chalbochsdorf (Kollersdorf, U. 

M. B.)'159. 
Chamba (Cambe), fluyius, locus IL 

3. XXni. 10. XXXIII. 12. XLIV. 14. 

CLXXIL 42. CLXXVI. 43. CLXXXIL 

44. CCLXVIL 66. CCCXL. 89. 

CCCLXYIIL 96. 111. 1«9.1»0. 

WMt. 99B* 290. 312. 
Chambarn (Kamern), l!t9. 
Chareeharn (Chorbern, 0. W. W.) 

300. 
Carinthia (Karinthum, Karentana 

marcha) IL 4. IX. 6. 191. 189* 

251. 265. 



Kar lis tetin (Karlstätten, 0. W. W.) 

VIIL 6. 119. 889. 249. 264. 
Cebirmar (Zettlbach, 0. W. W.) 

188. 250. 265. 
Celdrandorf (Zellerndorf, U. M. 

B.) CCLXXIL 67, 109. 
Celle (Zell, 0. W. W.) CCCXIIL 

80. 8|8. 
Chellergnannin, 251.260. 
Celtrats, siWa (0. M. B.) lOl« 
Cherspoimesbach (Kerscb- 

baeb, 0. W. W.) 180. 181. 266. 
Chetsi, IL 3. LIX. 18. 188.2^. 

255. 
Kettenreut, 0. W. W. (predium 

zedelmaeringen) 188« 

23 • 



356 



Chirebperch (Chirchperge, Kirch« 

kogel, 0. W. W.) Vm. 6. 11». 

249. 264. 
Rirchberg (an der Bielach, 0. W. 

W.) 1!»«L. 331, 
KirchschUg (Filiale tod Kottes, 

0. M. B.) 199. 
Chirchsteten (bei SeitenstfLUen, 

0. W. W.) CCCLI. 91. ISA. «lO. 
Chirchlingin (Kirling, U. W.W.) 

II. 2. HO* Ml* 252. 
Chirichtal (bei Napersdorf, U. 

M. B.) Ift9. 
C h 1 e b a w , pascua in (0. M. B.) lOl. 
Chlebidorf, villula(KIedorf,O.W. 

W.) YUI. 6. IIB. 249. 264. 
Königstfitten, siehe Chuniho- 

atetin. 
Choleisdorf (Qualegisdorf, Qualeis- 

dorf , Kollersdorf, U. M. B.) CLXIV. 

40. 41. CCXLIX. 60. Ift«. 
Cholinbach (Kohlnberg, Kalmbaeh ? 

0. W. W.) CVI. 29. IAO. 
Chopansburch (Gobatsburg, 0. M. 

B.) LX. 18. ISO. 
Chotans (Cotanas, Chotansriuti, 

Chotiwalt, Kottes, Kotteser Haide, 

0. M. B.) LXXII. 21. CLXVI. 41. 

Ittl. i«IÜ. leo. 262. 312. 
Chütans (Pfarre Kottes) CCXVI. 

S2. 199. 265. 
Kotwich» Kotwigensis mens 

(Göttweiger Berg) 1. 249. etc. 
Chozzindorf (Kotzendorf bei Meirs, 

0. M. B.) XLV. 15. 1«3. 262. 283. 
Chrebizbacb, X.7. lü». 250.265. 
Chremilize (Kremslehen ?Q. W.W.) 

CCCIV. 77. »18. 
Chremisa» major et minor fluvins, 

amnis (grosse und kleine Krems) 

LXXII. LXXra. 21. 22. CCXVI. 53. 

CCLXXIII. 67. 199. 265. 
C h r e m i s a (Cremesi , Chremis , yilla, 

orbs, eminentins forum, eiyitas, pa- 

rochia, Stadt Krems an der Donau, 



0. M. B.) II. 3. CXX. 32. CCXXXYI. 

58. CCLXXIII. 67. CCCXXXVIIL 88. 

CCCXLI. 89. CCCLXL 94. 11t. 

158. 252. 261. 883. 899. 318. 

328. 335. 
Chrengilbach (ob der Enns?) U. 

3. III. 
Chrotendorf (jetzt Frohsdorf, U. 

W. W.) CCLXXXI. 70. 188. 88A. 
Crucistetin, dominicale, curia in 

(Krustfitten, 0. W. W.) L 2. 

CCCXXY. 84. CCCXXXVn. 88. 188. 

888. 251. 255. 261. 
Chrufilingin,XXI. 10. CCXXIY.SS. 

189. 198. 

Chrulingi (Chranlingen, Chreoling, 

Grailing, 0. W. W.) CCXXIV. 55. 

CCCXXXIY. 87. 114. 888. 
Chrumbilbach (jetzt die Klinglbiche 

unweit Gansbach, 0. W. W.) 251. 

255. 261. 
Chrunnila (?) 262. 
Chufarin (Kuffarn, Kuffing, 0. W. 

W.) vm. 6. 118. 188. 227. 249. 

264. 
Kukkingin (Gukkingen, Gug^ng, 

0. W. W.) n. 2. CXI. 30. 118. 

181. 251. 255. 261. 
Chuliub (Chiuliup, Külb, O. W. W.) 

parochia, I. 2. III. 4. X. 7. 181. 

250. 254. 8A8. 265. 888. 345. 
Chumberga (Quumberch, bei Taln) 

II. 3. XLL 13. 181. 
Cumpotingin (Gumperding, 0. W. 

W.) XLVm. L. 16. 188. 
Chunendorf, villa (Kaindorf, O. W. 

W.) CCCXXXVIIl. 88. 88t. 
Chunihostetin (Königstätten , 0. 

W. W:) II. 2. CCXXVIL 56. 

ccLxxxvn. 73. cccxvn. 81. 

CCCXXXYI. 88. 118. 198* 881« 

251. 255. 261. 
Chunratsdorf (Kainratsdorf, O. W. 

W.) 118. 198. 

Chuslage(?)CCCXV. 80. 



w 



357 



D. T. 



Dachgrueb (im Ibsfeld, O.W.W.) 

Taillant, der kurze (Weingarten 

bei Krems) Blt^» 
T a I a h e i m i n (Thalbeim, 0. W. W.) 

CXLIY. 36. 158. 
Talarin (Talaran, Talern, O.W. W.) 

II. 3. 251. 255. 261. 
Dancholfis (Dankholz, 0. M. B.) 

CCXY. 52. 198. IM. 
Tanna (?) 262. 
Danubius (Donaufluss) YIII. 6. 

XXXVÜI. 38. CXCIV. 48. CCXXXVII. 

58. CCLXXVIL 69. 119. 250. 264. 
Techsing, IM. 
Tegernpach, lOl* 
Teichmanns (O.M.B.)181.8ftl* 

38!t. 
T h e i e r n (Tiurgidin) 118. 
Theiss(Tiseizin)138. 155* «83« 
Tema, predium, (Ternie, Tem, 

U. M. B.) LXVni. 20. 188. IttO. 

262. 889. 
Tichmannes? (Pfarrgrenze v. Mfil- 

bach, U. M. B.) XI. 7. 18ft. 250. 264. 
Tiemindorf (Teimindorf, Diendorf 

am Kamp, U. M. B.) 11.3. 118« 252. 
Tiemindorf (Tyemdorf, Diendorf, 0. 

W.W.) VIII. 6. im. 119. 249. 264. 
Dietmansdorf (jetzt Hellerhof, bei 

Göttweig) 881. 388. 
D i n g f u r t (Dunnivurt) 889. 
T i s c i z i n (Tizizi,Tissiza,Tizze, Theiss, 

unter Krems, 0. M. B.) XXXYIII. 13. 

CXXXLX. 35. CCLXXVIII. 69. 130. 

188. 883. 262. 



Tiufinbach, predium (Tiefenbach, 

0. W. W.) CIL cm. 28. 188. 
Tiuefintal, predium (Tiefenthal, 

U. M. B.) CCCXX. 82. 883. 
Diuptal (bei St Petronell, U.W.W.) 

250. 264. 
Tiurgidin (Theiem, O.W.W.) VIII. 

6. CCXXI. 54. 118. 179. 249. 264. 
Tiurin (Dürnhag, 0. W. W.) IX. 6. 

118. 251. 265. 
Tobilarin (Topl, 0. W. W.) XXXIII. 

12. 188. 
Tobiraniawisen, dominicale (To- 

bersnieh? 0. W. W.) UV. 17. i88. 
Tradigist (Rategast, 0. W. W.) 

C. 27. 188. 
D d r f 1 e i n (siehe Eginindorf) 116. 
Draschirchen (ü. W. W.) 

CCCLXXVII. 98. 888. 319. 
Drasdorf, dominicale ad (Dresdorf, 

Trasdorf, 0. W. W.) CCLVI. 62. 

186. 231. 
Trebinse (Triebensee, U. M. B.) 

XXXVI. 13. 138. 
Treisima (Traisenfluss) II. 3. IX. 6. 

XXXIV. 12. 111» 118. 138. 251. 

265. 
Triestnichet Piestnich flurii (Trie- 

stingfluss) LXXVI. 22. 188. 
Tristnich^ predium (Triesenegg? 

O.W.W.)LXXXIV.24.188. 188. 
Tulbingin (0. W. W.) 188. 
Tu Ina (0. W. W.) XLV. 15. 260. 
Dürnhag (tiurin) 118. 
Tuvi lischircha (Grenze d.Pf.Kot* 

tes, p.M. B.) CCXVI. 53.199.265. 



E. 

Eber8brunn(U. M. B.)818. Ebilsaba (Eibelsau, 0. W. W.) 

Eberisdorf,prediumCLVn.39.1ft8. CXLII. 36. 188. 

Ebersreut (Ebirisrute) CCLXXI. Ehingin, dominicale, XLII. 13. 131« 

67. 189« Eppinberch (?) 261. 



358 



Echindorf, dominicale ad (EckeR- 

dorf, Eggendorf, bei Göttweig) I. 2. 

f OO. 113. 251. 255. 261. 
Echindorf in Bawaria, CCCXII. 

79. 219. 
Ekkebrehtisperg, yillula (Ep- 

rechtsberg?) VIII. 6. 114. 1«. 

249. 264. 
Ekkeharde stein (Erhartstein , 0. 

M. B.) CCCXV. 80. »«O. 
E d i 1 i z e (Hediliz, Edlitzbach bei Wein- 
burg, 0. W. W.) X. 7. f «t. 250. 265. 
Egigne, predium (Egning, 0. W. 

W.) CCCXXIX. 85. MS. 
Egilspach (beiRanna, O.M.B.)191. 
Eginindorf (Dörfel, beiKuifarn, 0. 

W. W.) VIII. 6. XVIIl. 9. iia. 

249. 264. 
Egizinisberge (Eckartsberg, 

Ögertsberg bei Gerolding, O.W.W.) 

tf 9. fOO. 
Egizinisdorf, prediam, LXX. 21. 

CXV. 31. IM. 
Eibenbach,Eibenberch(Ivinbach, 

Iwinberg, im Tradigist, 0. W. W.) 

IM. 
Eiringsperg (Iringisberch apud 

Grie, Eibetsberg, 0. M. B.) XXXIV. 

12. LI. 16. Site. ISd. 
Eitzendorf (Izendorf, 0. W. W.) 

XXX. 11. 119. 



Ellingin (Elling? Öling? 0. W.W.) 
LVI. 18. CXC. 47. 136. lOl. 

Elsaren (Elsarn, ü. M. B.) CXC. 47. 
IBl.— Altare, capellaS. Margarete 
in Elsaren, CCXCIV. 75. »11. 

Elsarn (0. M. B.) fOl. 

Eisenreut (bei Kottes, Otzeinsreut) 
tOl* 

Emiehinbrunnin (Engabrunn, C. 
M. B.) CXLVI. 37. 151f. 

Engelprechts, ulla inculta (0. H. 
B.) 33ft. 338. 

Engersdorf (Egizinisdorf ? U. M. B.) 

mo. 

Engiiperg (im Ibsfelde, 0. W. W.) 

125. 
Engilpoltisdorf (Engersdorf, im 

Mühlkreise ob der Enns) f 9JL. 
Enzersdorf? (Egizinisdorf) JimO. 
Enzer8feld?(Gansaraveldi?) tlt. 
Erla, Erlaha, flums (Erla, O. W. 

W.) CCCXLIII. 89. CCCLV. 92. 

CCCLIX. 93. 125. »33. 236. 
Ertpruch? decimatio, ecclesia td, 

CCCLX. 93. »HO. »ft3. 256. 
Eselzhoupt (curia yiciita monti Gott^ 

wicensi) »Mt. 
Estrici, predium ad (unweit Palt 

a. d. Donau, 0. W. W.) II. 3. tili. 
Etsdorf (U. M. B. OzinesdorQ 

CCLXXVn. 69. 



F. V. 



Veclaprukke , Capeila S. Egidii in, 
303—305. 

Veldwing (bei Haindorf, 0. W. W.) 
114. 

Velewarbrunnen, predium (Vella- 
brunne, Felabrunn, (J.M. B.) CCLVm. 
62. 199. 33§. 

Velegraben, Tinea in (bei Kloster- 
neuburg, U. W. W.) 3»«1. 

Vels (Fels, U. M. B.) tftV. 8«0. 



Feuersbrunn (Vuszesprannen , D. 

M. B.) l»». 
F e u 8 1 r i z (fustriz , amnis , 0. M. B.) 

CCXVI. 53. 199. 265. 
V i s c h a h et litah , fluvii (Fiseha, U. 

W. W.) n. 2. CLXXV. 43. «•»• 

250. 
Viscahisgimundi (Yiscahiiiiuidi» 

Fischament, ü. W. W.) IL 2. 

252. 261. 



3S9 



Fi s i 1 pa e h (Grenze der Pf. Bfautern) 
VIII. 6. 119. 249. 264. 

Vit i , Sti. ecelesia (St Veit an der Gol- 
fen , Ö. W. W.) CCLXXXm. 71. 
U f jura adrocati) SlO* 9tt9« 



Fliednitze, fluvius (Pladnitzbach, 0. 

W. W.) VIII. 6. %%e. 249. 
Fliemisdorf, predium (Fliensdorf, 

O. W. W.) CXXXIX. 35. t f H. tftft. 
Flinsbaeh, dominieale ad (0. W. 

W.) XXXIX. 13. 114. 189. 261. 
Vogitisawa, predium (Voitsau, 0. 

M. B.) LXXIIL 22. CCXV. 52. !«&«• 

1*9^ 191. 
Volrats (Voirans, 0. M. B.) 191. 
Vochlinisdorf (Vuchlinisdorf, Vol- 
kersdorf, 0. W. W.) XXXIV. XXXV. 

12. CCLIV. 61. CCCLVI. 92. ISO. 



Vor ah ach, sika (hei Pira» 0. W. 

W.) IX. 6. ±%9. 251. 265. 
Vor aha, noyale (0. M. B.) t^Z. 

262. 
Fritheimisdorf (Friedersdorf, 0. 

M. B.) CLXXX. 44. tOtt. 
Frowindorf (Froendorf, Frauendorf, 

ü. M. B.) II. 3. CLXXIX. 44. CCLIX. 

63. CCLXXXV. 72. CCCLXIX. 96. 

tf 0. 16«l. f §9. 252. 261. 
Froschdorf (siehe Chrotendor f ) 

139. leoft. 

F u c h w a (Fucha, unweit Gottweig) 

II. 4. 11«. 
Fuching(0. W. W.) 11(1. 
Vucia (Fuglau, 0. M. B.) ülft. 
Vurta, yilla ad (Furt, hei Gottweig) 

I. 2. 109. 251. 255. 
Fustriz, amnis (Feustritzhach, 0. M. 

B.) CCXVI. 53. 199. 265. 



G. 



Gamizbach (Ganshach, O.W.W.) 
119. ItIM. 

Gansarayeldi (Enzersfeld? U. M. 

B.) II. 3. 111. 252. 255. 261. 
Gars (Gors, castrum, 0. M. B.) IttS. 

272. 322. 
Garsten (Kloster) IttO. 
Gemmuntis^. heneficium ad Huntis- 

heim, II. 2. 
Geppenprunne (hei Napersdorf, 

U. M. B.) Ift9« 
G e r u n c, nobilis predium (Gerungs, 0. 

M. B.) CCXVI. 53. 199. 265. 
G e r h ard i , ministerialis, heneficium, 

11.2. 
Geroltingin, predium (Gerolding, 

0. W. W.) XCü. 25. ±W^. 
Gerratstorf (Gerersdorf, Geders- 

dorf, 0. M. B.) CCCXXVII. 84. m'i* 
Gerrichestale (Grenze der Pfarre 

Mühlhach, U. M. B.) XL 7. lltft« 

250. 



Gleizenfelder, rinea (ü. W. W.) 
3«ftft. 8MI. 

Gnannelinis, porta (U.M. B.) XI.7. 

I!t5. 250. 
Gn annin dorf(Gaindorf?) 19%. 
Gnoisindorf (Goeichsendorf, 0. M. 

B.) CCXCVI. 76. «13. 
Gogindorph 261. 
G o e 1 s a n a , fluvius (Gölsen, 0. W. W.) 

1«0. lltl. 266. 330. 
Goldarin (Gollarn, 0. W. W.) 164. 
G 1 e b 1 d i , prediolum, II. 3. 
Gothalmsperg (Gotlosberg, O.W. 

W.) 345. 3tte. 
Gotschalcslage (Gothardsschlag, 

0. M. B.) 191. 
Gozinisdorf (Gocinsdorf , G5- 

tzersdorf, 0. W.W.) 114. 139. 

len. 

G z n i c h e (Gosing , U. M. B.) 
CCLXXVII. 69. 199. !»03. «90« 
MjO. 3411. 341«. 



360 



G r a w a r n (Gniwaren, Grabern, U. M. 

B.) %%%. 
Graze, ecclesia ad (Gross, U. M. B.) 

CXXXVI. 35. f ftft. «69« 
G r e i m e r n (bei Kottes, O.M.B.) tOl • 
Griderauwe, pr edium, CCCXIX. 81 . 

MI. 
Grie, desertum, predium, ecclesia ad 

(bei und in Kottes, 0. M. B.) II. 4. 

LI. 16. LXXXV. 24. CXVI. 31. CCXVI. 

52. ±t1t. lU. tife. tlir. 265. 

271. 279. 
Grillenportz (bei Kottes, O.M.B.) 

191. 
Gritsanas (Greitscharn, bei Meirs, 

0. M. B.) 133. 262. 
Grenling (siehe Chrulingin) 55. 

199. 
G r u e b (im Ibsfelde, 0. W. W.) SM* 
Grünau (Pfarre, O.W.W.) tZM. 



Grunti (Grund, U. M. B.) LIX. 18. 

tu. tse« 

Grunddorf (grinf dorf apud Ciuunba, 

U. M. B.) «3$. ItSO. 
Gschwendt (Swenta, 0. H. B.) CCL. 

60. f $8. 
Gukkindorf, 251. 
Gukkingin (Gugging, 0. W. W.) 

n. 2. CXI. 30. ISO. tftl. 255. 261. 
Gumperding (Cumpotingin, 0. W. 

W.) tsu. 

Gumpoldskirchen (U. W. W.) 

306. Sflift. 
Gundramisdorf (GnntM*8dorf, U. 

W. W.) CLXXVin. 44. llUft. 
Gunzinges, predium (Günzing, 0. 

W. W.) CCCXXII. 83. »M* 
G u n z i n i s (Günslas, 0. M. B.) CCLXIL 

64. f Ol« 
Gutlingen, predium (Gütlhof? 0. 

W. W.) LXXYII. 22. iMk. 



H. 



Habichispach, fluvius (Haibach, bei 

Strass, U. M. B.) XI. 8. ISft« 250. 

264. 
Haderici, allodium (O.W.W.) IX. 

6. lltO. 251. 265. 266. 
Haderichiswert, predium (Ha- 

derswerd, ü. W. W.) LV. 17. 136« 

139* 262. 
Hag (O.W. W.)«a9. 
Hagandorf, ecclesia ad (Haindorf, 

0. w. w.) CLxxin. 42. iia. itts. 
lei. ist. 

Hagininbrunnin (Hagenbrunn, U. 

M. B.) 140. 252. 255. 261. 
Haginveld (Hainfeld, 0. W. W.) 

ccLxxxni. 71. «oe. 

Haitzendorf(U.M.B.)!t03.lt39* 
H a 1 1 a, curtale, sarlago ad (Rei- 
chenhall) IL 4. Itl. 252.255. 261. 
Halbaclj, rivus (0. W. W.) 1«0. 
IUI. 266. 



Hartwichstein (Hertweigstein) 

ItZ't* 336. 
Harde (Hart, ü. M. B.) CCLXXVL 

69. tOZ. 
Hasel awa (Haslau,^ü. W. W.) 250. 

264. 
H a u p e r g (Houperga , Heuberg, 

0. W. W.) IL 4. XCIX. 27. JL»». 

251. 255. 261. 
Hediliz (vgl. Ediliz) X. 7. JLtM* 

250. 265. 
H e i m n i s, villa (Heimberg, bei Külb, 

0. W. W.) X. 7. lüS. 250. 
Heiminburch, decimatio, ecclesia 

ad (Heimburg, Hainburg, ü. W. W.) 

H. 2. CLXXV. 43. HO« HOS« 

250. 255. 261. 
Heimprehtisdorf , predium (bei 

Herzogenburg, 0. W. W.) CLXXXl?. 

45. cxci. 47. jiifli. te«. tum* 

H e u m a d (im Ibsfelde, O.W.W.) IM* 



361 



Heinrichschlag (0. M. B.) tVV* 
Heunne (Hain, ausser St. Polten, 

0. W. W.) tl^. 
Heutzleins (0. M. B.) 191. 3ftt. 
Herlahstraz, CCCLXIII. 94. ttiS* 
Herrants (0. M. B.) 191. 351* 
Herzoginburch (Herzogenburg» 

0. W. W.) CXCV. 48. ±t^. 
Hezimannisdorfy predium (Hetz- 

mannsdorf , U. M. B.) XC. 25. tSS* 

14lft. 252. 255. 261. 
Hezimanniswisin (Etzmannsdorf ? 

Atzmannsdorf, 0. M. B.) 158. 
Himberg (hintperg, Himberg, U. 

W. W.) tft9. StV. 
Hönnersdorf, ü. W. W. (siehe 

Honinsdorf) 159* !tM* 317. 
Höbenbach (siehe Horiginbach) 

loo. tm. leo. 

H 5 f 1 e i n (siehe Hovilin) t66. 
Hohinwarte (Hohenwart, U. M. B.) 

CCLXXV. 68. CCLXXVin. 69. 

CCXCH. 74. tWt. 204. S39. 
Hohinekke (Hoheneck, 0. W. W.) 

S13. 
Hohenstufe (Hohenstaf, bei St Veit, 

0. W. W.) im. 
Hohenstein (0. M. B.) Iti9. 
Honinsdorf (Hönnersdorf, Henners- 

dorf, ü. W. W.) CCXeiX. 76. CCC. 

77. CCCXVI. 81. 1A9. «iH. 317. 



H r b a c h (Harbach, 0. W. W.) 3«i3. 

H ori ginb ach (Himpach, Höbenbach, 

unweit Göttweig) I. 2. XLIV. 14. 

CLXY. 41. f OO« f 31t. f 60. 251. 

255. 260. 282. SZ3* 339* 
Hörne, predium (0. M. B.) LXXL 

21. CXCYI. 48. IM. tift. 
Hovilin (Höflein, ü. W. W.) H. 2. 

CLXXXYUI. 46. 163. 169. 250. 

261. 
Hovistetin (Hovestat, Hofstätten, 

an der Bielach, 0. W. W.) X. 7. C. 

27. CCLXXIY. 68. ±tZ. Itt9. 

»9i. 250. 265. 332. 
Hovstetin (Hofstätten, bei Obrifz- 

berg ? 0. W. W.) H. 3. IX. 7. 111 . 

Itl* 
Huginse (Umsee?) II. 4. ll!t* 
Hugling (0. W. W.) 1141. 335. 
Humistal (Mutsthal, 0. M. B.) 262. 
Hunindorf (Haindorf am Kamp, 

0. W. W.) HO. 252. 
Hunisperg (Haunsberg?) II. 4. 

111. 252. 
Huntisheim (Hundsheiro , 0. W. W.) 

1. 2. n. 2. LXXV. 22. CXCI. 47. 
CCXLHI. CCCXLVH. 90. 199. 
14L3. 189* IVH* 251. 255. 260. 

Huriwin (Hürm, 0. W. W.) X. 7. 
ISO. tZM. 250. 265. 



L J. 



Ibsf eld (TbsFeld, 0. W. W.) tZSk. 
Jetzelsdorf (U. M. B.) 150* 
I m b a c h (Minnebach, 0. M. B.) !tS9. 
Imizinisdorf (Intzersdorf, O.W. 

W.) II. 3. LXXXVH. 25. CV. 29. 

CXXXIII. 34. CXLV. 37.111. 114. 

IMl. lAe« 1§§. 251. 255. 261. 
Ypoliti, Sti. villa (St. Polten, 0. 

W.W.) IX. 6. 119. 251. 261. 265. 278. 
Iringisperg (Irinsperg , Eirings- 

berg, Eibetsberg, 0. M. B.) XXXIV. 

12. LL 16. Ilt9* 13M. 191. 



Irnboldswisinf (Diepoldswiesen, 
0. W. W.) CCCXXX. 85. 1S5. 

Isinvurta, mansus regales ad, 
H. 3. 

J u d i n a w a (Jndenau , 0. W. W.) 
CXXXIX. 35. Ift5. 

Iwinbach, Iwinperch (Eibenbach, 
Eibenberg im Tradigist bei Raben- 
stein, 0. W. W.) IttS« 

I z i n d r f (Eitzendorf , 0. W. W.) 
XXX. 11. 119. 



362 



L. 



Ladings (Ledings, 0. M. B.) !•!• 
MO. 

Laiterek(0. W. W.)U4. 
Langen-Lebarn (Leurarin, 0. W. 

W.) CCXXVII. 56. 119. 
Langenaeker (0. M. B.) tOI« 
Langenlois (Liubisa, 0. M. B.) II. 

3. tiO. 
Lantrichisdorf (Lantersdorf, 0. 

M. B.) CCLXXm. 68. SOO. 
Lanzindorf (ü. W. W.) XVL 9. 

IIM* ISO. 261. 
Leichlingin (Laag, Laach, Laa, 

0. w. w.) teo« 

L e it h a - Fluss (litaha) Iftl« 
Lengeavelde, villa (Lengenfeld, 

0. M. B.) 278. 1t^9. 
Leopolds, 0. M. B. (predium, quod 

Tocatur Liupoldi) CXVI. 31. Iftjt» 

191« 
Leurarin, villa (Langen-Lebarn, 0. 

W. W.) CCXXVII. 56. 199. 
Leutoltstal (Loidesthal, Leuters- 

thal, U. M. B.) 91t. 



Libharde8ekke(0.M.B.)CCCXY. 

80. 990. 

Lintperch (Lymperg, bei Krems, 

0. W. W.) 996. 
Listental (bei Ranna , 0. M. B.) 

191. 
Litah a (Leitha-Fluss , ü. W. W.) IL 

2. CXIII. 30. CLXXV. 80. 191. 
250. 

Liubisa (Langenlois , 0. M . B.) IL 

3. HO. 
Liubmannesdorf (Leubmansdorf, 

Loimersdorf , U. M. B.) 199. 250. 

264. 299. 
Liupoldi, predium, quod yocatar 

(Leopolds, 0. M.B.) CXVL 31. 199. 

191. 
Littzmanisdorf (Loizmanns- 

dorf, ü. W. W.) LXIIL 19. 

199. 262. 
Luchinspach (Loitzbach? O.W. 

W.) CLXXIV. 43. 199. 
L u g e n t a 1 (bei Lichtenau, 0. M. B.) 

289. 990. 



M. 



Mach laut, predium in, XCIV. 26. 

199. 
Mainberch (Mainburg an der Bie- 

lach, 0. W. W.) 331. 332. 
Maispirboum (Maisbirbaum, U.M. 

B.) 919. 
Marchartesurvar, insula apud(U. 

M. B.) 909. 290. 292. 
Marchwartisdorf, dominicale, 

ecclesia in (Marquartsdorf , Mar- 

kersdorf, unter Melk, 0. W. W.) 

XCVL 26. 119. 199. 
Marichtal (bei Napersdorf, U. M. 

B.) 199. 
Martinsberg (0. M. B.) 199. 



Matkowa (Matichgau) 252. 255. 
Maurach? (0. W. W.) 199. 251. 
Mauer (siehe Muri) 110. 191. 
Mauriberg (Mailberg, U. M. B.) 

XXXIIL 12. 199. 241. 
Mazinbach (Massenbach, bei KQlb, 

0. W. W.) X. 7. 199. 250. 
Meginhartesdorf (Meinhartsdorf, 

Langen -Mannersdorf, 0. W. W.) 

CCCV. 78. 916. 
Meginoldi , predium (Meingolds- 

dorf?) XCIIL 26. 199. 
M e h t y r i s (Mehtris , Mechters , 0. W. 

W.) IX. 6. XXYI. 11. LXU. 19. 

119. 199. 251. 265. 



363 



Meidling (Muwerlingen) liltit* 314. 
Meiers (siehe Miris, Mirsi) 133* 
Merchingin (Merking, 0, W. W.) 

XXI. 10. CCXLVIII. 60. CCLXXXV. 

72. tZ7. 183. 
Heu8sling(Muzliehe, O.M.B.) 177. 
Mettinbrant (im Tradigist bei 

Rabenstein, 0. W. W.) ttt8. 19I9* 
Mich ilp ach (Michelbaeh, O.W. W.) 

120. 121. MB* »OA. 
Hinwärts (Weinmarz, unweit Kottes, 

0. M. BO lOl. 
Mirsi, Miris (Meiers, Meyrs, 0. M. B.) 

XLV. IS. LXVI. 20. CC. 49. CCLVII. 

62. 133. tut* l$ft* 262. It93* 

284. 285. 
Mitterberch, villa (Mittelberg, 0. 

M. B.) ZH^. 
Moisinbaeh (Maxenbach , Grenze 

der Pfarre Külb, 0. W. W.) X. 6. 

tZZ. 250. 
Holte, predium ad (Molt, 0. M. B.) 

ccoxxviii. 85. 191. mn. 



Möstinkch, curia (Misslinghof, bei 

Spitz, 0. M. B.) tiSe. 
Muldorf (bei Ranna, 0. M. B.) 

CCLXII. 64. 177. lOl. 
Mulibach (Mülbach, U. M. B.) 1.2. 

XI. 6. CLXXXV. 45. 160. f !ttt« 

f 65. 250. 254. 261. 263. 264. 
Munichouen (Münichhofen, U.M. B.) 

CCLXiX. 66. tft9. f 89. 336« 
Munichreut (Pfarre Kottes, 0. M. 

B.) lOl* 

Muri (Mura, Mauwer, Mauer, unweit 
Melk, 0. W. W.) U. 3. XXI. 10. XXXII. 
12.CXV.31.CCXX1V. 55. CCCXLVI. 
90. CCCLYIII. 93. f lO. fltt» 
f &!• 190. 252. 261. «66. 

Mutarin (Mautern an der Donau, 0. 
W. W.) I. 2. II. 2. VIII. e. CLXIII. 
40. CCXVIIL 53. CCLXXXV. 72. 
CCCXXXII. 86. ta9* 118—118. 
249. 254. 259. 260. 263. 264. 

Mutheimeruuerth, insula (unter- 
halb Mautern, 0. W. W.) 1 8!t« IMO. 



N. 



Naliub, ecclessia, parochia apud 
(Naliuph, Neleub, Nalb, U. M. B.) 
CX. 30. 150. 250. 255. t99. 

Napersdorf (siehe Norprehtisdorf) 

Narchonis(? Marchionis) villula, 0. 
M. B. CCXVI. 53. llft. %%A. 

Neunkirchen (Newkirchen, U.W. 

W.) 138. 

N e u n 1 i n g (Neidling, ausser St.Pöiten, 

O.W. W.) litt. Ml. 
Neunpauhen (Neubach an der Bie- 

lach, 0. W. W.) litt. 
N e u s i d e I e (Pf. Rachsendorf, 0. M. 

B.) CCLXII. 64. 191. 
Niuendorf (Nondorf ? unter Krems, 

0. M. B.) CCLXXXIV. 71. üOlf. 
Niwendorf, villa (Nondorf, U. M. B.) 



Noppindorf (0. W. W.) XIIL 8. 
CCXLII. 59. CCXC. 73. CCCLXXIX. 

99. 114. 1!t6. 181. 

Norprehtisdorf, predium, 

parochia (Napersdorf, Ü. M. B.) 

CLIV. 39. CCCLXII. 94. 158* 

Itttl. 
Nortwalt, silva (bei Kottes, 0. M. 

B.) LXXIL 21. Ittl. 
Norzindorf, predium (Nodemdorf ? 

ü. M. B.) CXCVI. 48. CCLXXXVI. 

72. lll. 208. 
Nulingen (Neidling? 0. W. W.) 

CCCXVIII. 81. «»1. 
Nuzdorf (Nussdorf, nahe der Trai- 

sen, 0. W. W.) XX. 9. CVIIL 

29. CXXXI. 34. CCCIX. 79. 

CCCXXXL 85. l!tY. 918« 998. 

251. 255. 261. 



364 



0. 



Oberndorf (bei HerEOgenburg , 0. 

W. W.) 114. f «^ 
Obizi, predtum ad (Ötz, 0. M. B.) 

II. 3. f IG. ±fgz. 262. 
Obizinbach^riTus (Ötzbach, Grenze 

der Pfarre Kottes, 0. M. B.) LXXII. 

21. CCXYI. 53. tut. 199. 265. 
Obritzberg (0. W. W.) ff«. !•§• 
Odenbrunne (bei Elsam, U. M. B.) 

CCCLXXV. 98. teif. MS. 
Odinfelde (Ödfeld, 0. M. B.) 

CCLXII. 64. lOt. 



OUersbacb (Adalgerisbaeh O. W. 

w.) teo« ISO. 

Ossarn (bei Herzogenbarg • O. W. 
W.) 11^ 

Ostrapfing (Osterfink nficbst Nenn- 
kirchen, U. W. W.) 139. 

Ottonis, predium (Ottenschlag? 0. 
M. B.) CCXVI. 53. f 9f9. 265. 

1 1 n i s , benefieium (Ottenberg, 0. 
M. B.) lOf . IttO. 

Otzeinsreut (Eisenreut, 0. M. B.) 
tOl» 



Qualegisdorf (Kollersdorf, Qualeis- Quumberch (Chumberga, bei Tuln, 
dorf, Choleisdorf, ü. M. B.) CLXIV. 0. W. W.) IL 3. 181. 

41. CCXLIX. 60. IftO. 193. 



R. 



R a d i n d r f (Rohr endorf, unter Krems, 

0. M. B.) CCXCVIII. 76. 3f 3. 
Radwanesbach (Ramersbach, 0. 

W. W.) X. 7. tZZ. 250. 265. 
Ragizinisdorf (Raicendorf, Rie- 

zersdorf, 0. W. W.) CCXX. 64. 

114. 1I&9« 
Ramsberg ( Raroetsberg , unweit 

Külb, 0. W. W.) *«$• 
Rametshofen (ygl. Rumoldis- 

hof) tZn. 139« 
Ramuoltispach (Ravelsbach, U. M. 

B.) II. 3. CLIILSS. GXCII.47.103. 

lOO* tZA. 139« IBS* 252. 255. 

261. 
Rana (Rauna, Rauana, Ranna, 

O.M.B.) CCVII. 60. 51. CCLXII. 64. 

103. 13»* 193. t9e.fl99.282. 
Ratoldisdorf, predium (Rotters- 

dorf, 0. W. W.) V. 5. flfl3« 251. 

255. 261. 



R a z t i n gi n (Rassing, 0. W. W.) LXI. 
18. CLXIX. 42. CCLXXXV. 72. 
fl39* flSfl. 

Rechperch (Rehberg, bei Krems, 

0. M. B.) 31 9* 
Regelsbrunn (U. W. W.) flSS* 
Regilinberge (Regelnperge , bei 

Tulbing, 0. W. W.) CCCIL 77. 

CCCXXXVI. 88. 3fl3. 
Reginsburch, curtale ad (Re- 

gensburg in Baiern.) II. 4. 
Reichenhall (Halla) flflfl. 
Reichpolds (Pf. Kottes) JLOJL« 
Reidinvelth (Reinfeld, bei St. Yeit 

an der Golsen, O.W. W.) CCLXXXm. 

71. toe« 

Reidling (siehe Rudnieha) fl33* 

193. 
Ri cber iscreberin (Reiehgräben, 

Reicbgrabing, bei Pira, 0. W. W.) 

IL 3. flflfl. 



36S 



Richinseeit (Grenze der Pfarre 

Külb, Grünau, 0. W. W.) ±1tZ* 

tli4L. 250. 265. 
Ridmarcha IVV« 
R i D t i , dominicale ad (Reut ? Ried ? 

Roit?)II. 3. ttl. 
Ronnber^ (Raan, 0. M. R.) tIM. 
Rorisbach (Rdhrenbach ? 0. W. W.) 

cvn. 29. IftO. 
Rosntal (bei KarlstStten, O.W.W.) 

Rossazzen (an der Donau, O.W.W.) 

too. 

Rota, fluYius (in Baiern) GCIII. 50. 
Rot (Renedictiner - Kloster Rot in 
Raiem) fS9. S90. 30t — 

sog. 

Rotenlaim, 341. 



Rottersdorf (siehe Ratoldisdorf) 

Rudingisdorf (Rodingersdorf, 

0. M. B.) CCLXVI. 66. MS* 
R u d m e 8 (Runds, bei Kottes, 0. M. B.) 

191. 
Rudnicha (Reidling, unter Trais- 

mauer, 0. W. W.) CLXV. 41. CCXII. 

51. CCXXIV. 55. tftO« teo. flVtt. 
Rudolvingen (Ruefling, ob der 

Enns) CCCLXIII. 94. ZUM. 
Rumoldishof (Raumoltshouen, Ra- 
. metahof an der Siming, 0. W. W.) 

CXLYII. eXLVUI. 37. 114. tm. 

Rutkeresdorf (Rührsdorf, bei Ros- 
satz an der Donau) II. 2. f II9* 
251. 255. 260. 



S. 



Salzburgense, predium (bei Pali- 

mühl, Amsdorf? Welbling? O.W. W. 

Tgl. Reiblinger, Melk I. 71) 251. 

255. 261. 
S a n i k u , noy ale in loeo (Zaingrub, 

O. M. R.) CLXI. 40. 150« 
Santh, vinea apud, CCCXXXIII. 83. 



Sasirdorf (Seserndorf, Sassendorf, 

O. W. W.) CCII. 50. 114. M«. 
Sceit (Grenze der Pf. Michelbach, 

O. W. W.) tItO* 266. 
Scyi, Schyi, amnis (Grenze der 

Pf. Kottes, 0. M. B.) CCXVI. 53. 

Jl91f. 265. 
Scheith (bei Külb, 0. W. W.) X. 

7. ±Zt. 250. 265. 
Schaleperch (im Ibsfelde, O.W. 

W.) fl««. 
Scharndorf (Scorindorf, ,U. 

W. W.) II. 2. HO. flSS» 299. 
Schaubing (Sooingin, Grenze 

der Pf. Mautern, 0. W. W.) VIR. 6. 

Jll«« 11 V. 249. 264. 



Schaubing (Scowingin, Scoi- 
gen, Scowingin, Schauching, 
bei Pira, 0. W. W.) II. 4. ±tZ* 251. 
255. 261. «99. " 

Scheinzbach (Schonz, Zionza, 
Grenze d. Pf. Mfilbach,U. M. B.)lü«|. 

Scheitz (Schibz, Scheibt8,0. M. B.) 
lOl. 289. «90« 

Sciltpach, dominicale ad (Scbild- 
bach, bei Külb, 0. W. W.) CCCLVI. 
93. !t35. 

Schonenstraze, 341. 

Scintlecca, Schintelekke, cu- 
ria in (Schindleck, Pf. Grünau, 
gegen Wilhelmsburg, 0. W. W.) 
IteS. 250. 265. 331. 

Scoigen, villa (Schaubing, Schau- 
ching, bei Pira, 0. W. W.) II. 4. llS. 

Scoingin (Schaubing, bei Karl- 
stätten, 0. W. W.) VIII. 6. 11 9 • 
249. 264. 

Sconenbuhel (Schönbfichel , 0. 
W. W.) IJM. IttO* 



366 



Scorindorf (Scharndorf, ü. W. 

W.) II. 2. HO* 163. 299. 
Scultheizingin (Schiliheising^ an 

der Rof in Baiern) CCIlI. 50. tllt. 
Seifritsperg (beiRanna, 0. M. B.) 

tot. 

Seitenstetn (0. W. W.) 12S. 
Selingin, predium (Söling, 0. W. 

W.) CXLIX. 37. IM. 
Se warin (Sebarn, U. M. B.) CIX. 

29. tAO* 
Sewin (0. M. B.) CCCXV. 80. tÜO* 
Shibz (Seh eibtz, Scheits, Pf. Lichr 

tenau, 0. M. B.) tOt« 289. tOO* . 
Sibinhirtin (nächst der Perschling, 

0. W. W.) IX. 6. tte. 251. 265. 
S i c i n d r f , parochia (Sitzendorf, U. 

M. B.) 269. 
Sighardskirchen (0. W. W.) 

te«i. 

Sigin, noyale, quod dicitur (Sigen- 

reut, Pf. Kottes, 0. M. B.) LXXIII. 

22. tttt* 
Sirnicha (Syrnichka, Sirning- 

bach, 0. W. W.) X. 7. CXLVII. 37. 

tm. t A9* 250. 265. 
Sitigendorf (Psitigendorf, Sitten- 
dorf, U. M. B.) CCLXXVn. 69. tOlt. 

S03. 
Smida (Smidahe, Schmida, U. 

M. B.) IL 4. CCVI. 60. CCLXII. 64. 

CCXCVII. 76. t93. tOO. MS« 
S m i d i b a c h (Schmidbach bei Külb, 

0. W. W.) X. 7. tü«. 250. 
Snotzendorf (Schnotzenhof , U. 

W. W.) tSS« 
Spill ei ten (O.M. B.)tOt* 
Spitz (0. M. B.) f»«« 
Stadersdorf (Staudratisdorf 

bei St. Polten, 0. W. W.) ttt« 

Staineins hausen (unweit Karl- 
stätten, 0. W. W.) tl4ft« ttV. 

Stanandorf (bei Mehrs, 0. M. B.) 
t33« 262. 



Stanegeisdorf (Stannersdorf , 
Staingersdorf, 0. W. W.) CLXXI. 

42. tat« 

staudratisdorf (Stoidratis- 

torph , Stadersdorf, 0. W. W.) U. 

3. ttt. 251. 255. 261. !M9. 
S t e i n a (Stain, Stadt Stein a. d. Donau, 

0. M. B.) n. 2. 3. ±om» !»!• 252. 

255. 261 , curia monasterii Gottwi- 

eeosis in, 33«l* 350. 33t* 
Steinberch (Grenze der Pf. Külb, 

0. W. W.) tZB. t3«l. 250. 265. 
Stichinbrunnin (Stinkenbrann, U. 

M. B.) CIV. 28. t^9. 
Stiesdorf (Stasdorf, 0. W. W.) 

CXCIV. 48. t30. CGLXXII.67.mMI. 
S 1 c h i s t a I e (Stockstall, U. M. B.) 

CCCLXVm. 96. 333. 
Straneisdorf (Stronsdorf, U. IL 

B.) IL 3. LVII. 18. XCVII. 26.ttt. 

t36. 252. 255. 261. 
Straza, rillula (Strass, U. H. B.) 

XL 7. t3ft. 250. 264. 
Strazingin (Stretzing, Strazing, 

ober Krems, 0. M. B.) CCLXXm. 68. 

300. 333. 

Streb etsfeid (Trebetsfeldt, 
bei Ranna» 0. Bf. B.) t9M* 

Struntzen reut (bei Haitxendorf 
nächst d. Donau, U. M. B.) MHI* 290. 

Studahä (Staudach?) IL 4. It3. 
252. 255. 261. 

Suechant (Schweehat? U. W.W.) 
n. 4. 1 13. 

Sulzbach, 262. 

Sunzenprunn (Süssenbrunn, U.1LB.) 
CCCXXXV. 87. CCCXLV. 90. SS«. 

Swarzah, Suarzaha, Tilla, pre- 
dium (Schwarza, Schwarzau, an 
Steinfeld bei W.Neustadt, ü. W.W.) 
t39. t3S. 270. 271. 30t— S03« 

Swar^erg (Grenze der Pf. Kottes, 
0. M. B.) CCXYL 63. t99. 265. 

Swenta (Gsehwendt» 0. M. B.) CCL. 
60. t93. 



367 



ü. Ö. 

Öcinesdorf (Elsdorf, U. M. B.) 

^ ccLxxvn. 69. zom. 

Ocinheimin, predium, CLX. 40. 

Odalricbischirchin (Ulrichskir- 
cben, U. M. B.) XXY. 10. 1S8* 

Ulreichsperg (unweit Hain, 0. W. 
W.) litt« 119. 

ürla (ürlbach, 0. W. W.) XIV. XV. 

8. 1!M. 

Yrsprinc (Ursprung, Pf. Mauer, un- 
weit Melk, O.W.W.) 114. Iftt« 266. 



V. 

Vi tum, apud S. (St. Veit anderGöl- 

sen, 0. W. W.) CCLXXUI. 71. 206. 

319. 329. 380. 
Vochilinisdorf (Volkersdorf, bei 

Külb, 0. W. W.) XXXIV. XXXV. 12. 

CCLIV. 61. CCCLVI. 92. CCCLXV. 

95. 130* StiS. 
Vogitisawa (Voitsau, 0. M. B.) 

LXXIII. 22. CeXV. 52. Ittte« IVG« 

Volrats (Voirons, 0. M. B.) lOI* 

V r ah a , novale, 262. 



w. 



Wachauve (Wachau, 0. H. B.) 

CCLXII. 64. tOO* 
Wagrein, villa (Wagram, bei Pira, 

0. W. W.) IX. 6. fllO. 251. 265. 
Wagrein (Grenze der Pf. Külb, 0. 

W. W.) X. 7. tm* 250. 
Wagram (ob der Traisen, 0. W. W.) 

Wald (bei Pira, 0. W. W.) mn. 
Waldprehtisdorf (Walpersdorf, 

O.W. W.) CCLII. 61. litt. CCLXV. 

65. CCCI. 77. iSS. 1«3* «Ift* 
Waltrichisdorf (Waltersdorf, ü. 

W. W.) LXXVI. 22. CCXXV — VI. 

55. Itttt. 190. 262. 
Wasen (bei Weinburg, O.W. W.) 

ite«. 

W Chileinsdorf (?) VII. 5. llft. 
CCCLXV. 95. «tt3. 

W edlin g (Waedelinge, Weidling, 
unter Krems, 0. M. B.) 003. 31S. 

Weichenpurch, Viennae (Weih- 
burggasse in Wien) 348. 

Weigling (O.W.W.) litt. 

Weinburg (0. W. W.) im. 

Weingraben, vinea (unweit Kloster- 
neuburg, U. W. W.) BUK* SttS. 



Weiten (witin, 0. M. B.) 199* 265. 
Weissenkirchen (O.M.B.) 199. 

Welanisdorf (zuelanisdorf? Wöl- 
lersdorf? 0. W. W.) CCCVI. 78. 

15A. !»1§. 

Welminieh (Welbling, Wölbling, 

O.W.W.) CCCVIII. 78. 119. «1§. 
tM6. 

Wer da (Wert, Wort, 0. W. W.) 
CCXLIV. 59. CCCXLH. 89. 15«. 

flA6. 18«. 198. 

Wer darin (Wördern, 0. W. W.) II. 

2. tOO. 
Werindorf (Zwerndorf ? Wierantis- 

dorf?) CCCLXIV. 94. 13ft. !Btt3. 
Wezimannistale (Wetzmannsthal, 

O.W.W.) CCCLXVII. 95. iitt.tett3. 
Wezilstorf (Wizilinisdorf, nächst 

Gottweig) 13t. 281. te8«. 
Wielantisdorf (Wieleinsdorf, U. 

M. B.) CXXXV. 35. Ifttt. 318. 
Wierantisdorf (Werndorf? 0. W. 

W.) LIV. 17. 135. 3tt3. 
Wigeleinsdorf (Wilehersdorf? 0. 

W. W.) VII. 6. 115. 
Wilhelmsburg (O.W.W.) 133. 

13tt. 



368 



Williberti et Waltonis allodia 
(bei Pinu 0. W. W.) DL 6. 1L19» 
251. 265. 

Willo]?i8dorf(FülIendorf,U.M.B.) 

Winidorf (Wiedendorf ? U. IL B.) 

n. 3. HO* 
Winkel (U. M. B.) t«8. 
W in zi nge n (Winzing, bei Obmberg, 

0. W. W.) U. 3. IM. 
Wirindisdorf (Wirntesdorf, 

Wiernstorf, unweit Mülbach und 

Rayelsbach, U. M. B.) IL 7. 

GCXOIII. 74. tteft. «lO. 250. 

264. 
Wishartisprueca (Wieselbrack, 
, 0. W. W.) 261. 
Wisindorf (Wiesendorf an der 

Schmida » U. M. B,) CLXXXYII. 46. 

CCLXXIX. 70. CCCXXXV. 87. lOA. 

«Ott. MO. 3ML. 3M. 



Witigeisdorf (Weiekersdorf ? ü. 

M.B.) «Ott« 
Witin, paroebia (Weiten, 0. M . B.) 

CCXVI. 53. 199. 265. 
Wizilinesdorf (Witzelsdorf, U. M. 

B.) 250. 264. 
Wizilinisdorf (Wezilstorf, 

näcbst Gdttweig) XLIY. 14. IM* 



Wizzenehireben (Weissenkircheii, 

0. W. W.) CCCXXI. 82. «Sl^. 
Wolfaha, CCXLVI. 59. 
Wolyispacb (Wolfsbacb, 0. W.W.) 

CCXCl. 74. CCCLI. 91. StO* 
Wolfenreut (Wolfperti pratatO. 

M.B.) LXXIII. 22. ttt«. 351. SM* 
Wolfpeizzingin (Wolfpassing, 

0. W. W.) CLXII. 40. CCXXVIL 56. 

IftO. 190. !MO* 
Wolfuistein (Wolfstein, 0. W.W.) 

ttY.190. 



z. 



Zagalstreifingin (? Agalstreifin- 
gen) XXYI. 11. ISS. 262. 

Z a k k i n g e (Zaking, nahe St. Polten, 
0. W. W.) tl5. 

Z auch (imibsfelde, O.W.W.) !«&